franzicke2'085 Beiträge · seit 201211. Juli 2018 · #262
Guten Morgen Matthias,
Der Magen grummelt, deshalb entfällt heute der Alkohol-Anteil vom Schlummertrunk.
Mein Ranger würde hier ganz entschieden zur inneren Desinfektion raten 🤩
Vor allem möchte ich mich aber ebenfalls bedanken für die Fortsetzung und für die schöne Stimmung an der Spitzkoppe - wir haben es bisher tatsächlich noch nie dort hin geschafft. Ein großer Fehler! Viele Grüße mit viel Büsnau-Vorfreu Ingrid
Beatnick1'712 Beiträge · seit 201611. Juli 2018 · #263
Hallo Matthias,
noch eine Dame, die sich über deine Fortsetzung freut. 😎
Und über deine schönen Fotos von der Spitzkoppe, die wir bei unserer Namibia-Reise im nächsten Jahr erstmals mit eingeplant haben (sorry, Ingrid 😉 ). Worauf ich dagegen diesmal gerne verzichten würde, ist die Magengeschichte. Da sind wir leider immer ganz vorne dabei.
Festgefahren? Keine Vorstellung, wo und wie derjenige gefahren ist (man konnte früher, das Gebiet von der anderen Seite anfahren, diese Wege sind jetzt eigentlich gesperrt... Benutzt man den gewöhnlichen Eingang an der Info, hat man eine befestigte Fahrspur. Man geht dann ganz einfach zu Fuß das Gebiet rein und klettert auf die Mini-Dünchen für einen schönen Überblick, wir finden es sehr hübsch da. Es geht einfach nur um das beeindruckende kleine Biotop und die Fülle, nicht um andere Arten. ...dann bräuchte man ja auch keinen weiteren Elefanten angucken, nur weil man schon mal welche gesehen hat... (wobei, das ja tatsächlich neulich hier jemand schrieb). Ich hätt’s auch gar nicht erwähnt, wenn wir uns nicht mal darüber ausgetauscht hätten... - egal, wir sind schon an so Vielem vorbeigefahren... LG lilytrotter
Ach, ja, die Stimmung an der Spitzkoppe ist bei Sonnenuntergang besonders zauberhaft!
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
fotomatteThemenstarter2'512 Beiträge · seit 200913. Juli 2018 · #265
Hallo zusammen,
@ Guggu : Liebe Gudrun, meine Sorge galt meiner Buchse, und Allohol war wirklich das Letzte, was mir da noch gefehlt hätte. 🤩
@ franzicke : Liebe Ingrid, ich war nun vier oder schon fünf mal an der Spitzkoppe, und es war jedes mal ein Erlebnis. Und seit die Anlage neu gemanaged wird, gibt es ordentliche Plumpsklos und keinen wilden Müll mehr wie Anfang des Jahrzehnts. Ich find´s toll dort. 😎
@ Beatnick : Hallo Bettina, gute Entscheidung, dort zu hinzufahren. 😉 Tja, die Magengeschichte. Nächstes Mal rüste ich da meine Apotheke auf, das brauche ich nicht wieder. 😈
@ lilytrotter : Herzlichen Dank für deine Erläuterungen bzgl. Birds Paradise. Der Bericht war von Birgit-und-Werner, und sie hatten sich tatsächlich verfahren, wenn ich das richtig erinnere, und wurden von Rangern rausgezogen. Egal, beim nächsten Mal schau ich mir´s an. 😉 😗 Ach ja, die Stimmung bei Sonnenaufgang ist dort auch nicht schlecht... 🙄
Sodele, nun freu ich mich aufs Wochenende mit afrikanischen Temperaturen, leider gibt´s nur Pizza und kein Braai, dafür viele Bekannte und einige Noch-Unbekannte.
fotomatteThemenstarter2'512 Beiträge · seit 200917. Juli 2018 · #266
Donnerstag, 08. Februar:
Die Gewitterwolken vom Vorabend haben sich wieder aufgelöst, ein prächtiger Morgen kündigt sich an. Von meinem Stellplatz schiesse ich die ersten Bilder vom rot erstrahlenden Berg.
Kurz nach Sieben glüht der Granit.
Nun "mache" ich wieder den Felsbogen in völliger Ruhe und Einsamkeit, keine Drohne nervt.
Dann beschliesse ich eine Runde bis zum Sugarloaf querfeldein zu gehen, dabei finde ich diesen Bowker´s Sapphire, der noch nicht abflugbereit ist. Leider zeigt er seine schöne blaue Oberseite nicht.
Beim Sugarloaf, der etwas südlich von der Spitzkoppe steht, segelt mal wieder ein Zwergadler, der von zwei Turmfalken heftig attackiert wird.
Meine Aufmerksamkeit gilt aber zwei Felsenadlern, die die einsetzende Thermik vor der Wand nutzen und auf und ab segeln.
Ich beneide die beiden Adler, die völlig mühelos mit nur einigen kurzen Ruckern der Steuerfedern ihre Flugbahnen ziehen und ohne jede Anstrengung auf und ab gleiten auf der Suche nach einem unvorsichtigen Dassie.
Gegen 9 Uhr wird es schon wieder heiss, und ich kehre zurück zu meiner Campsite. Noch reicht der Schatten von den Felsen, um nicht in der Sonne sitzend mein karges Frühstück einnehmen zu müssen. Gegen halbelf Uhr bin ich reisefertig, und ich nehme die grausame Rüttelpiste D 3716, später die D 1918, zurück zur B 2.
Ein letzter Blick zurück auf den Granitklotz.
Nun muss ich mich beeilen, denn ich bin zum Mittagessen bei Annemarie eingeladen. Natürlich habe ich heute einige Lastwagen mit Marmorblöcken vor mir, trotzdem komme ich nur zwanzig Minuten zu spät in Swakop an. Das Essen schmeckt sehr gut, aber ich bin immer noch etwas vorsichtig, mein Magen ist noch nicht wieder völlig in Ordnung. Nach dem Essen sitze ich auf der Terrasse und lese die AZ, immer ein Auge aufs Meer gerichtet. Und so bleiben auch diesmal die Delfine nicht unbemerkt.
Später fahre ich wieder nach Sophia Dale und stelle mich auf "meinen" Platz. Überraschung: Federica und Christoph sind auch noch da, eigentlich wollten sie heute Richtung Namib gestartet sein, aber sie haben entschieden, noch einen weiteren Tag hier zu bleiben. Nachdem Wayne auch eingetrudelt ist, steht einem weiteren geselligen Abend nichts im Wege. Wir sitzen am Feuer und quatschen über Afrika und die weite Welt. Der Abend geht etwas länger, aber Afrika und die Welt sind ja auch groß. 😎
franzicke2'085 Beiträge · seit 201217. Juli 2018 · #267
Der Abend geht etwas länger, aber Afrika und die Welt sind ja auch groß. 😎
Und so ein Forum steckt voller Wunder 🤪 😄 😗 Wie schön, dass es hier weitergeht - bei diesem Wetter weiß ich das besonders zu schätzen! Liebe Grüße Ingrid
Champagner8'672 Beiträge · seit 201017. Juli 2018 · #268
fotomatte schrieb: Ich beneide die beiden Adler, die völlig mühelos mit nur einigen kurzen Ruckern der Steuerfedern ihre Flugbahnen ziehen und ohne jede Anstrengung auf und ab gleiten auf der Suche nach einem unvorsichtigen Dassie.
Ich wusste gar nicht, dass seit Neuestem Dassies auf deinem Speiseplan stehen 🤩 . Aber nicht mit mir, das sag ich dir gleich 😎 ! Ansonsten ergeben die tollen Spitzkoppefotos natürlich wieder Gesprächsbedarf 😄 , du weißt was ich meine..... 😉
Fortuna77839 Beiträge · seit 201418. Juli 2018 · #269
Hallo Matthias,
vielen Dank für die wunderbaren Bilder der Spitzkoppe!!! Da steigt die Vorfreude auf unsere Reise im Dezember gleich noch mehr... 🤩 🤩 (auch wenn die Spitzkoppe erst zum Ende angefahren wird und ich mich aufgrund dessen gar nicht sooo sehr darauf freuen will... 😉 )
fotomatteThemenstarter2'512 Beiträge · seit 200922. Juli 2018 · #272
Freitag, 09. Februar; nochmals in die Lagune nach Walvis Bay
Heute lasse ich es geruhsam angehen, und zum Frühstück bekomme ich von Federica eine Tablette für meinen Magen. Hoffentlich wirkt sie zuverlässig, und am besten auch schnell, denn heute Abend bin ich zum Essen verabredet. Dann verabschieden wir uns ein weiteres Mal, diesmal endgültig, denn das Feuerwehrauto startet heute seine Tour in Richtung Namib und Lüderitz. Leider verpeile ich es, die Adressen auszutauschen. Ich weiss zwar, dass Federica und Christoph einen Blog schreiben ( irgendwas wie : 365 Tage Sonntag ), aber ich habe diesen nicht gefunden. (Wenn irgendjemand die Familie kennt und weiss, wie ich sie erreichen kann, wäre ich für eine Nachricht sehr dankbar.Erledigt )
Ich habe mich versichert, dass heute spätvormittags Hochwasser ist, und so fahre ich nochmals nach Walvis in die Lagune. Bei Dune 7 überhole ich einen Güterzug, und sofort erwacht mein Bahnerherz, ich ziehe nach rechts ran und schiesse ein paar grottige Fotos im Gegenlicht. Der Lokführer bemerkt mein Tun und grüsst mit dem Typhon.
In der Lagune ist Business as usual, keine Besonderheiten, nichts Neues für die Liste.
Curlew Sandpiper, oder Sichelstrandläufer.
Little Stint, oder Zwergstrandläufer.
Curlew Sandpiper und Common Greenshank, oder Grünschenkel.
Vorne Marsh Sandpiper, oder Teichwasserläufer und dahinter die etwas grössere Schwesterart Grünschenkel.
Anschliessend fahre ich zurück nach Swakop und besuche letztmalig für dieses Mal Annemarie und Hilde. Wir sitzen auf der Terrasse, blicken aufs Meer und trinken Tee. Da klingelt mein Telefon, und Sabine-Applegreen meldet, dass sie in ihrer Unterkunft angekommen sind. Herzlich verabschiede ich mich, fahre den kurzen Hopser bis zum Cornerstone Guesthouse und drücke Sabine und Armin. Eva vom Buchungsbüro, wo Sabine ihre Touren bucht, ist auch schon da. Sie stammt aus meiner Heimatstadt, und ich kenne ihre Schwester. Manchmal ist die Welt wiederum gar nicht soo groß. 🙄 Wir haben natürlich jede Menge Gesprächsstoff, und so vergeht die Zeit recht schnell, bis wir zu unserem Dinner zu Fuß in die Stadt aufbrechen. Die Wahl der Location haben wir Eva überlassen, wir wollten nur nicht in eine der typischen Tourifallen, das war die Vorgabe. Wir landen im sehr beschaulichen Western Saloon. Das Essen ist hervorragend, ich esse ein Straussensteak mit einer extrem knofeligen Knoblauchbutter, von dem ich nur die Hälfte schaffe und den Rest mitnehme. Nachdem sich Eva und Thomas, der zum Essen dazu gekommen ist, verabschiedet haben, quasseln wir noch eine ganze Zeit auf der kleinen, kuscheligen Sitzecke im Freien im Applegreen´schen Appartement, bis auch ich mich aufraffe und durchs ausgestorbene Swakop fahre bis nach Sophia Dale. Schade, der Platz, wo heute morgen noch ein knallrotes Feuerwehrauto stand, ist verwaist.
fotomatteThemenstarter2'512 Beiträge · seit 200923. Juli 2018 · #274
Liebe Sabine,
danke für deine netten Worte, auf eure erste Station könnt ihr euch freuen. Ich bin gespannt, wie die Landschaft dort auf euch wirken wird, vor der Tour durchs Damaraland und das Kaokoveld. Landschaft pur, sozusagen. 😎
Einen Tag werde ich wohl diese Woche noch schaffen, dann bin ich erst mal bei den störrischen Brexits. 🤩
fotomatteThemenstarter2'512 Beiträge · seit 200924. Juli 2018 · #275
Samstag, 10. Februar; einmal Wüste und retour
Auf ein einsames Frühstück habe ich heute keine Lust, so trinke ich nur einen Tee. Dann fahre ich ins Städtle, und mit Sabine und Armin gehen wir erstmal ins Village Café. Hier schmeckt mir mein verspätetes Frühstück umso besser. Dann streunern wir ein bisschen durch den überschaubaren Ort, die Applegreens kennen sich hier gar nicht aus, und so klappern wir ein paar Punkte ab wie die Jetty, schlendern die Mole längs, um via Leuchtturm und Museum zu Raith´s zu gelangen, wo wir uns ein Eis genehmigen. Bald müssen wir zurück zum Cornerstone Guesthouse, wo Eva schon wartet.
Pünktlich um vierzehn Uhr werden wir von Georg Erb in seinem Landy abgeholt zu unserer schon lange im voraus gebuchten Tour in die Wüste und das Swakop Rivier.
Wir fahren zunächst fünfzig, sechzig Kilometer auf der B 2, um dann unvermittelt in die Wüste abzubiegen. Nun geht es auf einer mitunter nur schwach erkennbaren Spur durchs Gelände. Immer wieder hält Georg an und zeigt uns besondere Mineralien, Gesteine, aber auch Pflanzen und Tiere.
Common Namib Day Gecko
Bushman Candle
Sabine trägt Ton-in-Ton, wenigstens an den Füssen.
Lithops, oder lebende Steine
Grossartiges "Nichts"
Immer wieder halten wir um zu fotografieren.
Wir folgen dem Flusslauf abwärts, die Wände werden zunehmend höher.
Wir finden eine Familie Klippspringer, die uns neugierig beäugen.
Georg steuert eine doppelten Steinbogen an, dort steigen wir aus und machen Teepause. An den Keksen melden gleich zwei Felsenratten wie auch ein paar Kapammern Interesse an.
Sehr imposant ist es, unter den riesigen Steinbrücken zu stehen, die durch Windschliff entstanden sind.
Dann fahren wir weiter das Swakop Rivier abwärts, bis wir bei Goanikontes wieder auf eine ordentliche Pad kommen. Über die Mondlandschaft fahren wir zurück.
Wie von einem andern Stern.
Nach einem obligaten Gruppenfoto geht es ohne weiteren Halt zurück nach Swakop. Dort endet dann die Tour wieder vorm Cornerstone Guesthouse, wo wir uns von Georg verabschieden. Eine höchst interessante und kurzweilige, wenn auch mit 1200.- Nam$ recht happig bepreiste Tour.
Da wir kein Restaurant vorgebucht haben, überlassen wir Eva die Wahl der Location, als Local weiss sie am Besten, wo es was Ordentliches zu Essen gibt und es ruhig genug zugeht, um sich noch unterhalten zu können. Wir landen im Hotel Europahof, wo ausser uns nur ein weiteres Paar diniert. Das sollte ruhig genug sein. Ich esse einen Ratsherrentopf, der wirklich hervorragend schmeckt und bin dankbar, dass mein Magen das wieder verträgt.
Nach dem Essen verabschiedet sich Eva, und so sitzen wir zu dritt noch eine Weile. Der Stoff geht uns nicht aus, aber irgendwann wird es doch Zeit, Lebewohl zu sagen. Ich habe es sehr genossen, meine Einsiedelei mal für ein paar Stunden zu unterbrechen und mit ein paar befreundeten Menschen unterwegs zu sein. Gerne wieder einmal.
Wieder fahre ich durch das ausgestorbene Swakopmund, von wegen Saturday Night Fever. Nach einer kurzen Dusche krieche ich letztmalig hier in Sophia Dale in meinen Schlafsack, morgen geht es wieder in die Wüste zurück.
Old Women1'543 Beiträge · seit 201325. Juli 2018 · #276
Hallo Matthias,
ganz tolle Landschaft, und 😗 jetzt wissen wir auch, wie Sabine beim Fotografieren ausschaut. Bei uns im Nordwesten ist es aktuell immer noch 28 Grad, und es hat bis auf 4 oder 5 kleinere Regengüsse seit Mitte April nicht mehr geregnet. Unser Rasen ist völlig vertrocknet (sieht aus wie die Landschaft in Namibia), nur bis ich dem Leitungswasser gebe, gefriert eher die Hölle. Der wird sich schon wieder erholen, und wenn nicht, auch egal.
Lieber Matthias, gute Reise, komm bald wieder, damit sich dieser Kurz-und-Bündige-Reisebericht nicht so zäh dahinzieht wie unser letztes Elandgulasch in NAM 😏 Viele Grüße Friederike
fotomatteThemenstarter2'512 Beiträge · seit 200918. Aug. 2018 · #278
Liebe Friederike,
leider ist das nun mit dem zähen Gulasch doch wahr geworden. 😕
Liebe Beate,
ich hoffe mal, ihr habt mittlerweile etwas mehr Regen abbekommen? Bei der Rückfahrt von England sind wir über Mönchengladbach wieder nach D gekommen und über die Eifel zurück gefahren, das sah aus wie in Namibia. 🙄
Endlich habe ich den nächsten Tag vorbereitet, es geht also gleich in die Wüste...
fotomatteThemenstarter2'512 Beiträge · seit 200918. Aug. 2018 · #279
Sonntag, 11. Februar; wieder mal an die Blutkuppe
Irgendwie fühlt es sich verlassen an hier, ohne das knallrote Feuerwehrauto, und nach einem letzten Frühstück packe ich zusammen, fahre kurz ins immer noch schlafende Swakop, ziehe Geld und tanke den Condor voll, dann verlasse ich endgültig die Küste und nehme Kurs Richtung Wüste via C 28.
Bald biege ich ab auf den Welwitschia Drive. Hier halte ich ein paarmal an und laufe ein paar Meter in die Pampas.
Wie zerfledderte Autoreifen liegen die Welwitschias in der Gegend rum.
Bei dieser weiblichen Welwitschie sieht man schön, warum sie zu den Koniferen, also den Zapfenträgern, zählen.
Unter einem Busch entdecke ich nochmals eine Elefantenspitzmaus.
Obwohl es hier schon Jahre nicht geregnet hat, blühen einzelne Sträucher. Ihnen reicht wohl der morgendliche Nebel.
Männliche, gerade blühende Welwitschia.
Mittlerweile ist es Mittag durch, die Sonne brät erbarmungslos, und ich fahre weiter über die C 28 Richtung Blutkuppe.
Direkt am Abdreh hocken zwölf Ohrengeier beim Kadaver eines frischtoten und noch nahezu unversehrten Oryx. Lediglich die Augenhöhlen sind leer, und der Lecker fehlt auch. Der links befindliche Geier hockt direkt auf dem Oryx. Das Licht ist grell, die Aufnahmen verschwimmen in der hitzeflirrenden Luft.
So fahre ich bald weiter, möchte aber morgen nochmals zurückkehren, um die Geier in der klaren Morgenluft zu beobachten.
Ich fahre weiter zur Blutkuppe, umrunde den Berg und stelle mich wiedermal auf den nördlichsten Stellplatz, die Nr.7. Der Condor wird unter dem Baum geparkt, und ich lege mich erstmal hin. Die Hitze macht mich schläfrig, und ich erwache erst wieder gegen siebzehn Uhr. Das Abendlicht wird immer schöner, und ich beschliesse, endlich mal den Rock Sculpture Trail zu begehen, der fehlt mir noch. Auf dem Weg zum Trailhead entdecke ich eine siebenköpfige Familie Erdmännchen. Sie sind permanent in Bewegung, und viel Zeit kann ich ihnen nicht opfern, denn ich muss mich nun sputen, wenn ich den Trail noch gehen will.
Den leider schon etwas ausgebleichten Plan habe ich erst zwei Tage später fotografiert. Der Trail beschreibt einen Rundkurs und führt auf den Sentry Hill als höchsten Punkt. Leider steht nirgends, wie lange man für die Runde braucht.
Ich gehe los, bewaffnet mit Fernglas, Kamera und einer Flasche Wasser, blöderweise ohne Taschenlampe. 🤢 Man folgt den weissen Markierungen, das Licht wird immer schöner, die Schatten werden länger, alles untrügliche Zeichen, dass der Sonnenuntergang nicht mehr allzuweit weg ist.
Perfekt getarnter Day Gecko auf einem Granitboulder neben einer Hoodia.
Die Felsen sind westwärts oftmals durch Tuffoni-Verwitterung regelrecht zerfressen.
Von Osten her treiben ein paar Dekowolken über den Himmel.
Die Day Geckos sind überaus zahlreich hier, und viele liegen nun auf den warmen Felsen und tanken die letzten Sonnenstrahlen, bevor die kühle Nacht hereinbricht.
Die Felsformationen erinnern mich sehr oft an Wüstenquell. Kein Wunder, die Farm grenzt ja nördlich direkt an.
Es tut gut, nach all der Fahrerei mal wieder per pedes unterwegs zu sein, und diese Landschaft bietet sich dafür perfekt an.
Granit und Baum, Ton in Ton.
Manche der Felsen sehen aus wie Dinosaurier.
Ich schiesse mich in einen wahren Rausch, der rote Granit, das Licht... Es fällt mir schwer, aber wenn ich noch auf den höchsten Punkt will, muss ich mich sputen.
Den Berg muss ich dann hochrennen, und genau pünktlich zu den letzten Sonnenstrahlen komme ich oben an. Es ist zwanzig vor acht Uhr, ich beobachte, wie die Sonne verschwindet, und überlege mir dann, dass es wohl ganz geschickt gewesen wäre, hätte ich eine Lampe eingesteckt, denn nun, das ist mir schnell klar, wird das Ganze hier zu einem Orientierungslauf gegen die Zeit.
Ein letztes Foto Richtung Norden, also Richtung Wüstenquell, dann sprinte ich den Berg wieder hinab. Noch kann man die weissen Markierungen erkennen, aber es wird nun schnell dunkel, und bald gebe ich es auf, lange nach dem nächsten weissen Klecks Ausschau zu halten. Die Richtung ist klar, denn am Horizont kann ich, wenn ich einen Felsen als Ausguck benutze, die Blutkuppe sehen. Nun geht es querfeldein, auf dem mutmasslich kürzesten Weg ohne Weg. Irgendwann sollte ich so auf die Pad stossen, die nach Tinkas führt. Soweit funktioniert der Orientierungslauf auch ganz gut, tatsächlich komme ich an der Pad raus in mittlerweile stockdunkler Nacht. Nun habe ich das Problem, dass ich nicht weiss, ob der Condor rechts oder links von mir geparkt ist. Zur Not folge ich halt der Pad in Richtung Blutkuppe und hole das Auto morgen, das würde aber eine noch längere Nachtwanderung bedeuten. Ich scanne mit dem Fernglas die Gegend ab, und in westlicher Richtung, gar nicht mal weit weg, erkenne ich eine schwache Reflektion des Abendhimmels. Das ist die Rückscheibe vom Condor, yeaah.
Zurück im Camp starte ich ein Feuer, brutzle mir das Straussensteak vom Western Saloon, genehmige mir zwei GTs, dann geniesse ich eine ganze Weile den Sternenhimmel, während im Osten über den Bergen kräftige Blitze die Wolkentürme von innen erhellen. Einer vorüber huschenden Sternschnuppe schicke ich nochmals meinen immer noch offenen Sichtungswunsch hinterher, wohlwissend, dass mir nun die Zeit davon läuft und ich hier in dieser wüsten Gegend wohl kein Glück mehr haben werde.
sphinx1'624 Beiträge · seit 201518. Aug. 2018 · #280
fotomatte schrieb: Den leider schon etwas ausgebleichten Plan habe ich erst zwei Tage später fotografiert. Der Trail beschreibt einen Rundkurs und führt auf den Sentry Hill als höchsten Punkt. Leider steht nirgends, wie lange man für die Runde braucht.
Dies erfahren wir ja jetzt von Dir lieber Matthias. Diese Info wollte ich schon lange haben. Schön von Dir wieder zu lesen. Herzliche Grüße Elisabeth