Reisebericht

Nam, die Elfte

von fotomatte · begonnen 10. März 2018 · 29 Teile

Teil 110. März 2018
Hallo,

der Titel kommt so kurz und bündig daher, wie ich den Kurzbericht halten möchte.

Ich bin dieses Mal wieder alleine unterwegs gewesen, genau einen Monat habe ich mir Zeit genommen, um den Süden und den Südwesten von Namibia zu bereisen. Einige Ecken waren mir bekannt, andere Gebiete waren bis dato noch weisse Flecken für mich.

Das Auto:
Wie letztes Jahr schon, habe ich wieder bei Pegasus Car&Camper Hire einen Camper light, einen schon etwas betagten, aber technisch einwandfreien Toyota Condor gemietet, der mich nie im Stich gelassen hat. Ein tolles Auto. Leider werden die letzten Condore noch dieses Jahr ausgemustert, sie sind in die Jahre gekommen. Meiner hatte über 230.000 km aufm Buckel. Ich habe ihm im Verlauf der Tour weitere 5233 km aus dem Motor geleiert.
Der Wagen ist als Camper ausgebaut, das heisst die Rücksitzbank/Rücksitze sind ausgebaut, dafür ist ein grosses Brett unterhalb der Fenster eingezogen, darauf befindet sich eine Kingsize-Matratze. Hinterm Beifahrersitz ist ein Engel-Fridge eingebaut, und unter der Liegefläche ist jede Menge Stauraum für Boxen mit Lebensmitteln, Küchenutensilien, Gasflasche, Holz, Wasserflaschen, was man halt so braucht.

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Die Tour:
Gesetzt waren auf jeden Fall sieben Nächte KTP, da es schon wieder zwei Jahre her ist seit meinem letzten Besuch dort, und auch die nächsten zwei Jahre sind dann eher andere Ecken dran.
Dann sollte es über Mesosaurus zum Fish River Canyon gehen. Hier war ich noch nie. Weiter dann runter an den Oranje River und an diesem entlang nach Westen bis nach Oranjemund.

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Von dort über Rosh Pinah nach Klein Aus, über die D 707 durch die Tirasberge, den Spreetshoogte Pass hinauf und den Gamsberg-Pass wieder hinab nach Mirabib, weiter nach Swakopmund.
Von dort letztlich via C 28 mit Stopp an der Blutkoppe zurück nach Windhoek.
Vorgebucht habe ich gar nichts, nicht mal die Camps im KTP, denn zu der Zeit bekommt man in den südafrikanischen Camps immer einen Platz, ich wollte aber möglichst in den botswanischen Camps bleiben und vor Ort in Two Rivers checken, was geht.

Ich hatte natürlich schon eine grobe Vorstellung von den Camps, die ich aufsuchen wollte, habe hier aber einige Male umdisponieren müssen. Einige Camps waren temporär ( Namtib ) oder längerfristig ( Gunsbewys ) geschlossen, andere entpuppten sich als Nepp ( Daan Viljoen ).


Abflug: am 14. Januar mit Air Namibia. Der Flug war pünktlich, gezahlt habe ich inkl. Rail&fly 640.- Euro, ein Schnäppchen. Gebucht über Check24.
Ankunft: am 15.Januar früh morgens, Mona von Pegasus hat schon auf mich gewartet und mich nach W´hoek gebracht. Nach Autoübernahme Grosseinkauf erstmals im Maerua Mall Superspar. Der Laden hat mir nicht sonderlich zugesagt, es gab weder Tonic Water noch meine geliebten Cracker mit Herbs noch die leckeren Säfte von Ceres, also bin ich anschliessend wieder in den Woermann&Brock in Klein-Windhoek gefahren, wo ich den Rest gefunden habe.
Nun hatte ich geplant, in den hier im Forum immer wieder erwähnten und gelobten Daan Viljoen Park zu fahren und hier die erste Nacht zu bleiben, ist ja nicht weit aus der Stadt raus.
Ankunft gegen 14.30 Uhr, der Parkplatz vor der Rezeption ist leer. Drei Angestellte sitzen im Schatten des nett gemachten Eingangbereichs mit plätscherndem Wasser und folgen mir nur widerwillig ins Gebäude. Ich möchte übernachten, soso. Das macht 450.- Nam$. Ich frage nach. Doch, doch, das stimmt. Aber es gäbe noch die älteren Sites mit den Gemeinschaftsablutions. Gut, ist mir recht, sind ja sonst sowieso keine Leute hier. Der Platz kostet.... 450.-Nam$. Ich erwidere, dass ich nicht den ganzen Laden kaufen möchte, wünsche weiterhin viel Erfolg und verlasse den Ort so schnell als möglich. Zu genanntem Preis wäre selbstverständlich noch die Parkgebühr dazu gekommen. 🤢

Nun fahre ich auf der B 1 nach Süden, das erste Stück durch die Auasberge ist ja recht schön. Dann biege ich aber ab auf Gravel und folge der D 1463. Weiter auf der C 23 über Dordabis zur C 15. Hier wollte ich den nächsten Camping anfahren, allein, da kommt Nichts. Lange Zeit nur Nichts. Weiter über Uhlenhorst und Hoachanas bis letztlich kurz vor Stampriet, wo ich im allerletzten Licht des Tages beim Kalahari Farmhouse lande. Hier checke ich ein und bezahle für einen Platz unter Palmen auf grünem Gras mit ordentlichen Ablutions 175.- Nam$.
Ich baue das Zelt auf, genehmige mir ein erstes Savanna und starre in die Nacht. Einzelne Bellgeckos bellen, dazu grunzt eine Schleiereule. Es ist angenehm warm, endlich wieder zurück. 😎


Viele Grüße,
Matthias
Teil 211. März 2018
Dienstag, 16. Januar; endlich wieder im KTP

Ich habe geschlafen wie tot, scheinbar hat mich der lange Fahrtag gestern doch geschlaucht, dazu die ungewohnte Wärme. Nach einer belebenden Dusche und einem kleinen Frühstück fahre ich das kurze Stück nach Stampriet rein, um zu tanken.
Dann fahre ich ein Stück auf Teer die C 20 nach Osten, um dann auf der Sandpad D 1033 dem Olifants Rivier zu folgen. Landschaftlich sehr viel schöner als die parallel verlaufende C 15, und auch Vögel lassen sich ab und an spotten. So kommt der erste Zwergfalke auf die Liste. Fotos habe ich aber kein einziges gemacht. Bei Akanaus trifft man wieder auf die C 15, die in einem hervorragenden Zustand ist. Glatt wie ein Kinderpoppes, ganz frisch gehobelt.
Am frühen Nachmittag erreiche ich den Grenzübergang Mata Mata, und da sonst nichts los ist, bin ich auch schon bald auf der anderen Seite. Hier buche ich eine Nacht im hiesigen Camp und frage auch gleich nach einem Night-Drive. Da muss ich später nochmals nachfragen, bislang gibt´s keine weitere Anmeldung.
Ich fahre auf den Campingplatz und suche mir einen schönen Platz hinten links. Während ich Tisch und Stuhl aufbaue, wuselt mir zwischen den Füssen ein Erdhörn...., nee, Moment mal, ein Erdmännchen rum.
Also Kamera raus, die ersten Fotos entstehen.

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Ein Blick über den Zaun verspricht ein aufziehendes Gewitter.

Nachdem ich das Auto um- und eingeräumt habe, sodass ein ordentliches Gamedrive-Fahrzeug draus geworden ist, schnappe ich mir den Foto und checke mal den einzelnen Baum neben der Tanke. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass da öfters eine Eule zu finden wäre.

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Bingo, da sitzt sie ganz schläfrig und blinzelt mich an, die Weissgesichts-Ohreule.

Das läuft soweit, so kann´s weiter gehen. Zurück im Camp esse ich etwas, dann fahre ich, trotz immer dunkler werdenden Himmels, los zu einer ersten Erkundungsrunde ins Auobtal.

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Blitze zucken, Donner hallt, aber Regen gibt es zunächst keinen.

Ich fahre langsam talabwärts, in Craig Lockhart stehen ein paar Autos. Da liegen die ersten Löwen träge im Schatten, die Autos stehen ihnen fast aufm Schwanz. Darauf habe ich keine Lust, ich fahre weiter.

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Eine gute Entscheidung, denn ich finde einen Löffelhund, der auch im Schatten parkt. Den habe ich für mich alleine und kann ihn für eine Viertelstunde beobachten, dann fahre ich langsam wieder zurück.
Der dunkle Himmel hat wieder aufgerissen, das Gewitter ist weiter gezogen.

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Ich finde eine Ludwigstrappe, die hätte ich hier auch nicht vermutet.

Ich tuckere langsam das Auobtal hinauf und gewahre links im Rivier einen Cheetah, der aber gleich drauf im hohen Gras verschwunden ist.

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Mist, wo geht der hin. Ich fahre etwas vor, kann nichts sehen. Also schnell rückwärts zurück, aber das Rivier ist leer. Ich hatte noch bemerkt, dass dem Gepard zwei Schakale auf den Fersen waren, und plötzlich sehe ich weiter vorne einen Schakal. Vielleicht? Ich fahre wieder vor, und direkt neben mir trottet ein Gepard durchs hohe Gras.

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Moment, da ist noch einer.

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Sie markieren ausgiebig ihren Revierbaum, letztlich sind es vier Brüder.

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Sie passieren direkt vor mir die Pad und wechseln dann eine Anhöhe hinauf, gegen einen dramatischen Wolkenhimmel.

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Ich stehe ganz alleine hier, und letztlich beobachte ich die Truppe eine halbe Stunde lang. Kurz bevor die Cheetahs über die Kuppe verschwinden, tauchen ein paar Autos auf, denn langsam nähern wir uns der Gate-Closing-Time.

Ich bin ziemlich euphorisch, fast wie im Rausch. Gerade mal wenige Stunden hier, und schon ein paar tolle Sichtungen auf der Uhr.
Nun fahre ich beim Office vor und gebe meinen Laufzettel ab. Ich frage nach dem Night-Drive. Jepp, findet statt, drei weitere Personen angemeldet, um 21.30 Uhr geht es los.
Als ich zurück zu meinem Camp komme, haben sich hier drei Südafrikaner breit gemacht, sogar meinen Tisch haben sie in Beschlag genommen. Sie dachten, jemand hätte die Sachen vergessen. 😈 Ich bedenke sie mit einigen unflätigen deutschen Begriffen und suche mir eine andere Site, weit genug von dem Volk entfernt.
Nun habe ich noch Zeit, um zunächst in den Pool zu hopsen und mich abzukühlen.
Dann brate ich mir ein Elandsteak, das ich schon von Deutschland aus bei der Klein-Windhoek-Schlachterei vorbestellt hatte, auf dem Gasgrill, denn für ein Feuer ist es mir zu windig. Dazu brate ich eine Zwiebel an und koche Nudeln. Mit einem Bier spüle ich nach, und pünktlich halbzehn stehe ich parat.
Der Guide kommt vorgefahren, wir vier Gäste steigen ein. Ein weiterer Begleiter nimmt ganz hinten Platz, ebenfalls ausgerüstet mit einem grossen Strahler. Dann geht´s los, wir fahren das Auobtal abwärts. Da es sehr windig ist, halten wir schon bald, denn bei Wind sind die Skorpione sehr aktiv.

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Als nächstes finden wir die vier Brüder wieder.

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Löffelhunde sehen wir alle paar Meter.

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Auch Berguhus sitzen einige direkt auf der Pad.

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Von einem Kapfuchs gelingt mir wenigstens ein Belegbild, nicht aber von den Springhasen, der Kleinfleck-Ginsterkatze oder der Tüpfelhyäne.

Pünktlich nach zwei Stunden sind wir zurück im Camp. Die 303.- Rand sind sehr gut angelegtes Geld.


Gute Nacht,
viele Grüße,
Matthias
Teil 313. März 2018
Mittwoch, 17. Januar; Sturm im Auobtal

Nachts haben ganz in der Nähe Löwen gebrüllt, so gehe ich frühmorgens, noch im Dunkeln, bis zum Bird Hide, aber die Katzen sind weiter gezogen. Dafür tummeln sich ein paar Schakale, die die Insekten aufsammeln, die gegen die Flutlichtstrahler gedozt sind und nun brummend auf dem Rücken liegen.

Nach einem Frühstück mit Blick aufs Wasserloch packe ich zusammen, hole den Laufzettel und fahre ganz gemütlich das Auobtal hinab. Es ist ziemlich bewölkt, dazu bläst ein wahrer Sturmwind.

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Es ist schon halbacht, bis ich das erste Foto mache. Ein Singhabicht, der zu Fuss auf Insektenjagd ist.

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Der Sturm treibt immer wieder Sand durch die Gegend, der Himmel ist ziemlich verhangen.

Einmal treibt der Sturm einen grossen Vogel das Tal Richtung Südwesten, der Blick durchs Glas verrät einen Schwarzstorch.

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Vor Urikaruus entdecke ich einen Cheetah, der an der Hangkante parallel zum Tal zieht. Erst später bemerke ich die zwei Kätzchen im Schlepptau.

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Beim Aussichtspunkt mit dem kleinen Museum mache ich eine Pause, mittlerweile hat der Sturm die Wolken komplett vertrieben.

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Ich komme nur sehr langsam voran, da ich alle Bäume neben der Pad filze, ob nicht eine Wildkatze oder eine Eule zu finden sind. Ich finde auch zwei Berguhus, aber die sitzen so versteckt hinter Dornenzweigen, dass ich mir Bilder spare.
Natürlich spotte ich auch alle Kameldorne im Rivier ab, ob da nicht ein paar Katzen im Schatten liegen. Geht doch, eine Löwin mit dreifachem Nachwuchs vertrödelt hier den Tag.

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Aber auch die Antilopen haben sich zurück gezogen, denn seit die Wolken weggeblasen sind, brennt die Sonne gnadenlos.

Es ist schon Mittag durch, bis ich Twee Rivieren erreiche. Im Büro frage ich, ob es denn Kapazitäten in Rooiputs und in Polentswa gibt in den nächsten vier, fünf Tagen. Die sehr nette Beamtin telefoniert, sie selbst hat keine Übersicht über freie Plätze. Polentswa geht gar nichts, aber eine Nacht Rooiputs geht sich aus. Gut, dann bastel ich eine Nacht Two Riviers davor, lasse eine Nacht frei für Nossob, und buche zwei weitere Nächte Two Rivers. Die Dame telefoniert wieder, dann kommt das OK. Für die vier Nächte inkl. Parkgebühr zahle ich die Hälfte einer Nacht auf südafrikanischer Seite!

Zufrieden statte ich dem Pool einen Besuch ab und kühle mich in dem von dem Sturm total mit Blättern und toten Insekten übersäten Wasser. Im Shop ziehe ich noch ein Kaltgetränk, dann fahre ich auf die Campsite und richte mich ein. Ich lege mich unter den A-Frame und schlafe eine Runde, bevor ich gegen 16.00 Uhr das Nossobtal hinauf fahre.

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Es ist immer noch sehr warm, selbst die Springböcke stehen im Schatten.

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Immer wieder stosse ich auf ein paar einzelne Geissen, die als Kindergärtnerinnen bei den teils noch sehr kleinen Kitzen aufpassen.

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Ein weiterer Singhabicht hat eine kleine Eidechse bemerkt und klettert nun durch den struppigen Strauch nach unten. Ob er erfolgreich war, konnte ich nicht sehen.

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Den Schakalen ist auch eher nach Dösen zumute.

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Ich fahre bis zu dem kleinen Damm oberhalb von Kij-Kij, hier sitzen einige Greife in den Bäumen oder unten am Wasser, wie diese Raubadler.

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Der Jackal Buzzard, oder Felsenbussard, ist eine neue Art für mich.

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Auf dem Rückweg finde ich einige Schildkröten, die mit tieferstehender Sonne ihre Tagesverstecke verlassen und frisches Grün suchen.

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Von Süden her kommt eine kompakte Wolkenfront, in der Ferne zucken die Blitze.

Pünktlich halbacht bin ich im Camp und starte ein Feuerchen, um ein weiteres Steak zu garen. Als ich eine schöne Glut habe und das Fleisch brutzelt, kommt aus dem Nichts ein brutaler Sturmwind auf und bläst den Sand über die Prairie. Das wird nichts mehr, die Glut wird einfach weggeblasen. Gut, dass es hier keinerlei Gras hat. Ich wasche das versandete Fleisch ab und gare es in der Pfanne im Waschhäuschen fertig.
Der Sturm legt sich nicht, es bläst die ganze Nacht durch, auch blitzt es heftig, aber es regnet nur ein paar Tropfen.
Das Zelt kann ich so nicht aufbauen, ich schlafe also im Auto. Die Fenster auf der windzugewandten Seite schliesse ich notgedrungen, die abgewandte Seite muss aber auf sein, es ist sonst unerträglich stickig.


Viele Grüße,
Matthias
Teil 418. März 2018
Donnerstag 18. Januar; nochmals Auobtal

Der Morgen graut bleiern, nichts ist mit Sonnenaufgang. Ich bleibe etwas länger liegen, und als ich endlich den Schlafsack verlasse, sehe ich die Bescherung. Das Innenleben des Condor ist ziemlich versandet, also räume ich zunächst die Karre aus und mache Grobputz. Handtuch, Klamotten, Schlafsack, alles eingesandet.
Als das gröbste Schlamassel beseitigt ist, frühstücke ich gemütlich.

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Eine Fuchsmanguste schaut vorbei.

Es geht schon gegen acht Uhr, bis ich losrumple. Zunächst steuere ich das Wasserloch Samevloeeing an. Hier herrscht gähnende Leere, doch ich bleibe eine Weile stehen, denn eigentlich kommen um diese Zeit die Flughühner zum Trinken.

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Kein Flughuhn, aber mein allererster Black Harrier ( Mohrenweihe ) fällt ein. Er nippt ein paarmal, dann ist er auch schon wieder weg.

Ich fahre noch einmal ins Auobtal, denn die nächsten Tage werde ich ja im Nossobtal zubringen.
Es geht hoch und runter fünfzehn Kilometer durch den Dünengürtel, und wo man den ersten Blick aufs Aoubrivier erhaschen kann, halte ich und scanne die Landschaft.

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Der Blick von oben ins Auobtal. Der Blick durchs Fernglas zeigt: unter dem Kameldorn liegt was Geflecktes. 😎

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Ein stattlicher Leokuder hat es sich hier im Schatten bequem gemacht. Ich stehe über eine Stunde hier, aber ausser, dass er mal den Kopf hebt oder mit dem Schwanz zuckt, bewegt er sich nicht.

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Dafür zieht eine siebenköpfige Bande Meerkats durchs Rivier, die sind aber zu weit weg für ein paar Bilder.

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Unterm selben Baum wie gestern liegt wiederum die Löwin mit ihrem Nachwuchs, diesmal haben sich noch zwei junge Männchen dazu gesellt. Den Ränzen nach haben sie keinen Hunger zu leiden.

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Mittlerweile hat die Sonne die Bewölkung wieder weitgehend weggedampft.

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Immer wieder halte ich bei den puscheligen Springbockkitzen. Herzallerliebst, wie sie auf ihren dünnen Streichholzbeinchen daherwackeln.

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Grey-backed Finchlark, oder Nonnenlerche

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Dann erneut Erdmännchenalarm, diesmal ist es eine zehnköpfige Familie, die direkt neben der Strasse gräbt und scharrt.

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Genau beobachtet werden sie von einigen Mahaliwebern, die schauen, was da so beim Scharren alles ans Tageslicht kommt.

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Mindestens ein Alttier hält immer Ausschau nach potentiellen Gefahren.

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Die Kleinen grunzen und quieken permanent, vermutlich halten sie so den Kontakt.
Nach über einer Stunde, die ich alleine hier gestanden habe, fahre ich etwas weiter das Tal hoch.

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Es ist mittlerweile wieder richtig heiss geworden, selbst die Springböcke ziehen nun den Schatten vor.

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Auch mir wird es langsam zu warm, ich tuckere wieder zurück Richtung Two Rivers.

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Ein Schlangenadler schielt mich an.

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Die Erdmännchen sind immer noch am graben, wieder beobachte ich sie eine Weile. Nun kommen aber drei Autos hinter einander angefahren, und so räume ich den Platz und fahre endgültig zurück.
Wieder suche ich den Pool auf, heute ist er piccobello sauber.
Dann fahre ich zurück ins Camp, mache mir was zu essen, und lege mich dann wieder zu einem Powernapp unter den A-Frame.

Den abendlichen Drive ins untere Nossobtal gibt es dann im nächsten Kapitel,
bis dahin.

Viele Grüße,
Matthias
Teil 519. März 2018
weiter der 18. Januar

Gegen vier Uhr nachmittags bin ich restauriert und verlasse Two Rivers.
Es ist immer noch heiss, Tiere sind, wenn überhaupt, nur im Schatten dichter Bäume zu finden.

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Zwei junge Gabar-Habichte hecheln in der Hitze ( der zweite ist am unteren Bildrand unscharf zu ahnen ).

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Ein Kampfadler segelt über mich hinweg.

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Ein älterer Gemsbok soll der einzige Vierbeiner sein, der sich bei diesem Ausritt fotogen präsentiert.

In Rooiputs stoppe ich kurz und baue Tisch und Stuhl im A-Frame auf, ich habe hier die Nr. 1, die recht nett liegt und einen Blick ins Nossobtal bietet.

Dann fahre ich weiter nach Norden bis zum nächsten Wasserloch Kij-Kij, besser wieder zu dem kleinen Damm wenige hundert Meter weiter nördlich, wo ich gestern schon die Greife beim Trinken sehen konnte.

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Das soll sich auch heute wieder lohnen. Eine Erstsichtung, eine weibliche Steppenweihe, oder Pallid Harrier.

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Wenn´s erstmal läuft, dann läufts. 😎 Eine zweite Weihe fällt ein, um zu trinken. Und nun sogar mit Sonne.

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Die Raubadler sind auch wieder da.

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Und um der Hühnersuppe die Krone aufzusetzen, kommt auch noch eine männliche Steppenweihe ans Wasser. Die hatte ich erst einmal gesehen, vor einem Jahr in der Etosha, damals ziemlich weit weg. Die Sichtungen freuen mich sehr, ich bin bester Stimmung.
Zwischenzeitlich fliegt noch eine weitere männliche Weihe über das Wasserloch, sie verspürt aber keinen Durst und zieht weiter.

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Nachdem die Weihe fertig getrunken hat, fliegt auch sie weiter, und da es schon sieben Uhr durch ist, fahre ich überaus frohgelaunt zurück ins Camp.

Dort starte ich ein Feuer, koche vorab ein paar Nudeln auf dem Gaskocher, trinke dazwischen einen kalten GT, und nachdem ich eine schöne Glut habe, grille ich mir ein weiteres Steak bei heute klarem Himmel und Windstille.
Das Essen geniesse ich mit Blick aufs Nossobtal und einen Trupp Springböcke, die langsam näher ziehen.

Bevor es ganz dunkel wird, spüle ich schnell, lege nochmals Holz nach und setze mich ans Feuer.
Unterdessen haben die Bellgeckos ihr Konzert gestartet, eine Schleiereule schnarcht, und dann erschallen auch noch die schaurig-schönen Rufe der Schakale. Ach, ist das toll hier.
Abwechselnd stiere ich sinnierend in die Glut, oder ich bestaune den gewaltigen Sternenhimmel. Innert kurzer Zeit huschen drei Sternschnuppen durch die Nacht, schnell lege ich mir drei Sichtungswünsche parat.
Natürlich verrate ich nicht, was ich mir gewünscht habe, sonst gehen die Wünsche nicht in Erfüllung.
Mal schaun, ob was draus geworden ist. 🙄 🤪
Ein Kapfuchs schaut mal vorbei, ob er was stiebitzen kann, und wie ich im Schlafsack liege, brüllen zwei Löwen nicht weit weg im Rivier.

Mal schaun, ob die Löwen am nächsten Morgen zu finden sein werden.

Viele Grüße,
Matthias
Teil 620. März 2018
Freitag, 19. Januar; den Nossob hoch bis Nossob

Im ersten Licht bin ich auf und mache Katzenwäsche. Als ich vom Wasserhahn zurück komme, fallen mir eindeutige Tatzenspuren auf. Da sind vier Löwen direkt bei mir vorbei marschiert, zwei Tiere abgeschrittene drei Meter neben dem Condor, die anderen zwei etwas weiter weg. Es freut mich, dass es noch ein paar Ecken gibt, wo man solcherlei erleben kann und nicht in eingezäunten Camps sitzen muss wie in einem Zoo, nur umgekehrt. Die Tiere sind draussen, man selbst hinter Gittern.
Kurz nach sechs Uhr bin ich unterwegs und fahre das Nossobtal aufwärts.

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Das Licht ist noch ziemlich mau, als die erste Sichtung gechippt wird. Ein ruhender Kaptriel.

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Der Partner steht einen Baum weiter.

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Nur drei Minuten später trottet ein prächtiger Mähnenlöwe ( Bele würde sagen, so ein geföhnter Lackaffe ) dicht neben der Strasse längs, er wird wohl das nächste Wasserloch Kij-Kij ansteuern.
Ich überhole ihn und lasse ihn auf mich zulaufen.

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Leider scheint die Sonne noch nicht bis in den Talboden.

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Als das Wasserloch schon zu sehen ist, fahre ich vor. Hier stehen bereits drei Autos, und gerade machen sich drei Löwen auf, um das Wasser zu verlassen und in westlicher Richtung in die Dünen zu ziehen.
Der Löwe kommt näher und näher, und.... dreht dann ab und zieht seinen Kompagnons hinterher. Ziemlich sicher waren das die vier Löwen, die mich heute nacht besucht haben.

Na gut, keine weiteren Löwenfotos. Ich fahre die paar Meter weiter bis zu dem kleinen Damm, stelle mich in günstiger Position hin und warte.

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Ich muss nicht lange warten, da bekomme ich Besuch. Und was für einen! Meine allererste braune Hyäne. Nun kann ich es ja ausplaudern, ihr war die erste Sternschnuppe gewidmet.

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Die Hyäne trinkt anhaltend, dabei ständig nach allen Seiten sichernd.

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Noch immer ist es zu früh, als dass die Sonne bis hierher reichen würde. Ich habe knappe fünfzig Fotos verbraten, und nach den Daten dauerte der Auftritt nur ganze fünf Minuten, dann verschwindet die Hyäne wieder Richtung Dünen.

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Kaum ist sie weg, erscheinen zwei Schakale und nehmen den Platz ein.

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Dann sehe ich die Hyäne noch einmal, wie sie die Düne hoch spaziert, im schönsten Sonnenlicht, nun leider etwas weit weg. Es ist gerade sieben Uhr durch, was für ein Morgen. Ich bin begeistert.
Langsam fahre ich das Nossobtal weiter aufwärts.

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Der Kronenkiebitz posiert im schönsten Licht, den nehme ich mit.

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Ebenso wie den Hartebeestbullen. Hier in der Gegend von Melkvlei muss es schon mal geregnet haben, denn es spriesst überall frisches Grün.

In Melkvlei selbst steige ich aus, frühstücke schön gemütlich in der Sonne, und bevor ich weiter fahre, geh ich noch schnell aufs Klo.

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Als ich wieder rauskomme, liegt direkt im Eingang eine Puffotter. Beim Reingehen bin ich einen halben Meter daran vorbei marschiert und ich habe sie nicht gesehen. Also schnell die Kamera geholt und ein paar Bilder gemacht. Die Sternschnuppenfee macht einen verdammt guten Job, denn die zweite Schnuppe war einer Schlange gewidmet. 😎 Eigentlich wollte ich mir eine Kap-Cobra wünschen, aber die Schnuppe hat mich überrascht , und ich habe nur schnell "Schlange" gedacht. Dass die Fee so prompt liefert, hätte ich nicht gedacht. 😗 😄 Bleibt noch Wunsch Nr. 3.

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Puffotterweibchen, etwa 65 cm lang. Kein besonders grosses Exemplar, aber ich mag mich nicht beschweren.

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Als nächstes finde ich zwei Sekretäre, die endlich einmal nicht sofort Reissaus nehmen, sondern sogar auf mich zu kommen.

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Bei dem Wasserloch mit dem hässlichen grünen Plastikbehälter liegen einige Löwen im Schatten, aber wegen dem unfotogenen Teil spare ich es mir, Bilder zu machen.

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Weiter nördlich finde ich noch zwei Cheetah-Brüder. Sie haben hier im Schatten geruht, brechen dann aber bald auf und ziehen etwas höher auf die Düne, vielleicht geht da eine Brise und es wird nicht so heiss.

Kurz vor Zwölf erreiche ich Nossob. Ich buche mich für eine Nacht ein und suche mir einen Stellplatz unter einem grossen Schattenbaum. Ich richte mich ein, esse eine Kleinigkeit und besuche dann den Pool, um mich zu erfrischen.
Danach lege ich mich hin und halte Siesta.

Den Abenddrive gibt es im nächsten Kapitel,
so long.

Matthias
Teil 722. März 2018
weiter der 19. Januar

Ein Besuch im Hide bringt erwartungsgemäss nichts aufregendes, viele Tauben und ein paar Schakale, mehr lässt sich in der Hitze des Nachmittags nicht blicken.

Ich fahre in nördlicher Richtung den Nossob aufwärts bis zum Wasserloch Cubitje Quap. Hier sieht man immer diverse Vögel.

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Heute hat sich ein Gaukler eingefunden, sein Bad hat er schon beendet, nun richtet er gewissenhaft das Gefieder.

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Leider habe ich dem hübschen Weibchen die Handschwingen kupiert. 😈
Das Männchen sass ein paar Bäume weiter und war schon fertig mit der "Fellpflege", auch bei Gauklers brauchen die Mädels immer länger im Bad!

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Ich fahre weiter, während der Himmel immer dunkler wird und sich wiederum ein Gewitter zusammen braut.

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Bei Kwang parke ich im Schatten und beobachte das ausgelassene Treiben der jungen Gnukälber.

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Man muss kein grossartiger Tierversteher sein, um hier Gedanken lesen zu können. 🤪

Die Wolken verdichten sich, und langsam rückt die Gate-closing-time näher. So fahre ich zurück, nicht ohne kurz vor Nossob auf den Aussichtshügel zu fahren.

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Hier bietet sich ein tolles Panorama übers Nossobtal.

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Einzelne Schauer gehen nieder, dazwischen bricht immer mal die Sonne durch die Wolken.

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Regen und gleichzeitig Sonne, da könnte es doch einen Regenbogen geben. Nein, nicht einen, sogar einen doppelten.

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Ich würde gerne hier stehen bleiben, bis die Sonne versinkt, aber ich muss zurück ins Camp.

Hier geniesse ich den feurigen Abendhimmel, bereite mein Abendessen vor und sitze dann noch einige Zeit in der Dunkelheit. Abwechselnd beobachte ich das Wetterleuchten und die Schakale, die um die Braaiplätze schleichen.

Nachts dann brüllen wiederum Löwen. So nahe wie sie sind, saufen sie wohl am hiesigen Wasserloch.


Viele Grüße,
Matthias
Teil 826. März 2018
Samstag, 20. Januar; Greife satt

Noch bei Dunkelheit suche ich den Hide auf, vielleicht sind die Löwen ja noch in der Nähe. Ich scanne die Gegend, aber die Löwen finde ich nicht. Dafür trottet eine wiederum rastlose, verfolgt wirkende Braune Hyäne über die offene Pläne aufs Wasserloch zu, zwei Schakale dicht auf den Fersen.

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Es ist noch dunkel, so rund Viertel vor Sechs, und die Fotos taugen eigentlich nur zur Doku. Trotzdem, was sein muss, muss sein.

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Die Schakale versuchen ein paar Mal, Körperkontakt herzustellen, werden aber brüsk in die Schranken verwiesen. Die Hyäne schlabbert ohne Pause Wasser, und nach gut fünf Minuten zieht sie sich wieder zurück in den erwachenden Morgen.
Ich habe sowieso keine Lust, schon wieder herum zu fahren, so bleibe ich einfach im Hide sitzen und schau mal, was so geht.

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Der Morgen verspricht einen schönen Tag, aber dieses Versprechen ist mehr ein Versprecher, denn noch vormittags zieht es komplett zu, es windet wieder stark, und gegen Abend gibt es wieder heftige Gewitter.

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Unmengen von Tauben suchen nun das Wasserloch auf, und sechs Schakale drehen bald durch bei all dem Geflatter. Mehrmals beobachte ich ihr eher ungeschicktes Vorgehen und denke immer wieder: "Mei, so wird des nix:"

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Ein stattlicher, aber noch junger Kudubock nähert sich misstrauisch dem Wasser, springt wieder davon, nähert sich dann doch, aber Saufen scheint ihm aus irgendwelchen Gründen nicht angeraten. Unverrichteter Dinge zieht er wieder zurück in den Busch.

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Während ich noch den Kudu beobachte, höre ich es im Wasser platschen, und ein Schakal ist mitten in die trinkende und badende Taubenmeute gesprungen, hat sich eine geschnappt und verschwindet sofort mit hochgestellter Rute im hohen Gras. Sofort versuchen die anderen Schakale, ihm die Beute abzujagen, aber er scheint der Boss zu sein.

Mittlerweile ist es acht Uhr durch, es wird schnell wieder heiss. Ich gehe zurück zum Condor, nicht ohne die Bäume auf dem Rückweg auf allfällige Eulen zu inspizieren, ohne Erfolg.

Nach einem beschaulichen Frühstück, die allermeisten Camper sind schon im Park unterwegs, tanke ich voll und fahre dann zurück Richtung Two Rivers.

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Ein Schwarzbrust-Schlangenadler eröffnet den heutigen Reigen. Der KTP ist ja vor allem wegen der recht guten Möglichkeiten Katzen zu Gesicht zu bekommen, zu einiger Berühmtheit gelangt. Für mich ist der Park zu allererst aber ein Greifvogelparadies.

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Leider ist hier die Sonne schon weg, und weit war es auch, aber der Gleitaar muss dokumentiert werden, es sollte der Einzige bleiben.

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Ich erreiche wieder den kleinen Damm unweit Kij-Kij, und hier sitzt ein Lanner am Ufer, um zu trinken.

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Nach und nach kommt ein Sekretär nach dem Nächsten, um ebenfalls den Durst zu stillen. Letztlich sind zehn Sekretäre hier versammelt, so etwas habe ich noch nie gesehen.

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So ganz ungetrübt ist der Spass für die grossen Greife aber nicht, denn ein hier ansässiges Paar Nilgänse hat einige Vorbehalte gegen die Sekretäre und verscheucht diese mit lautem Gekreische.

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Jung- vor Altvogel

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Erneut kommt ein Lanner, der wie die zwei Kapkrähen auch ans Wasser möchte.

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Weiter mobben die Nilgänse die Sekretäre, bis diese letztlich das Feld räumen. Irgendwie passt das nicht zum majestätischen Dahinschreiten der grossen Greife. Wenn ich Sekretär wär, würde ich einen Kurs zur Stärkung des Selbstbewusstseins besuchen, und im Anschluss eine total überrumpelte Nilgans vespern... 😗

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Schliesslich fällt noch ein Jackal Buzzard ein. Dieses mit Regenwasser gefüllte Loch ist definitiv ein Magnet für Greifvögel.

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Aber auch ein paar Gnus mit ganz frisch gesetzten Kälbern scheinen das Wasser zu mögen.

Nachdem ich runde zwei Stunden hier gestanden habe, fahre ich langsam weiter den Nossob abwärts.

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Chat Flycatcher, oder Drosselschnäpper

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Heute noch gar keine Löwen gesehen, also bitte. Hier liegen zwei Damen direkt neben der Pad in einem schattigen, dornigen Verhau und verdösen den Tag.

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Bemerkenswert finde ich, dass sich eine Schildkröte dazu gesellt hat, ohne dass sie diese Wahl bereuen muss.

Dann fahre ich endlich weiter bis ins Camp. Hier muss ich feststellen, dass es kein Wasser gibt. Also nochmals zurück ins Headquarter gefahren, der nette Ranger verspricht mir, sich drum zu kümmern.
Tatsächlich kommt er nach einer Viertelstunde angefahren, verkriecht sich in den Katakomben der Ablutions, und nach fünf Minuten pfeift er mir und zeigt "Thumbs up".
Ich bereite mein Dinner zu, und nachdem ich gegessen habe, fahre ich noch für eine kleine Runde ins Auobtal.

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Zwei Red-necked Falcons patroullieren bei mittlerweile bescheidenen Lichtverhältnissen.

Ich kontrolliere, ob der Leo noch unter dem Baum wie gestern liegt, aber der Platz ist verwaist.
Langsam fahre ich über den Dünengürtel zurück. Plötzlich steht vor mir eine Weissflügeltrappe, baut sich auf und gackelt lauthals ihren Unmut heraus. Ich wundere mich noch, denn das Auto kann sie doch schwerlich bedrohen. Dann setzt sich noch eine Lerche mitten auf die Pad und warnt anhaltend, als auch schon, wenige Meter vor mir, eine Wildkatze aus dem Gras auftaucht. Nun dreht die Trappe so richtig auf. Der Katze wird das Geschrei zu viel, sie verdückt sich wieder ins hohe Gras, um dann neben mir an einem schäbigen Strauch die Krallen zu schärfen. Es ist schon ziemlich duster, die Fotos sind allesamt unscharf. Ich fahre etwas zurück bis zu einer kleinen Lücke im Bewuchs und hoffe darauf, dass die Katze hier auftaucht. Schnell noch die Empfindlichkeit hochgestellt, und dann kommt sie auch schon.
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Das war´s auch schon, gleich drauf ist die Katze im hohen Gras verschwunden.

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Zum Dank portaitiere ich noch den Schreihals, dann fahre ich zurück ins Camp.

Wieder bläst der Südwind, und ein Gewitter entlädt sich ganz in der Nähe. Ein Blitz schlägt unmittelbar neben mir ein, und ich verziehe mich in den Condor.


Viele Grüße,
Matthias
Teil 928. März 2018
Sonntag, 21. Januar; tote Hose im KTP

Dieser Sonntag ist in meiner Erinnerung getilgt, in meinen sehr dünnen Bemerkungen steht genau soviel: "Gewitterstürme, etwas Regen."
Und auch die Fotoausbeute des Tages ist sehr übersichtlich, scheinbar habe ich das Sichtungsglück durch die voran gegangenen Tage aufgezehrt.

Morgens regnet es leicht, es ist dunkel und windig, und ich habe keine rechte Lust loszufahren. Einerseits ermüdet es mich etwas, schon wieder die immer gleiche Strecke zu fahren, andererseits bin ich der vielen Fahrerei generell überdrüssig.

Spätvormittags reisst es etwas auf, und ich beschliesse nun doch, nochmals den Nossob aufwärts zu fahren.

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Eines der wenigen Bilder zeigt einen Schildkrötenkonvoi, das vordere Exemplar ist die mit Abstand grösste Leopardenschildkröte, die ich bislang zu Gesicht bekommen habe. Man hätte auf ihr reiten können.

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Beim Wasserloch Rooiputs stehen ein paar Springböcke, aber sie trinken lieber vom zusammen gelaufenen Regenwasser als vom brackigen Bohrlochwasser.

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Nur wenig später finde ich einen Kampfadler, der ebenso an einer kleinen Pfütze seinen Durst stillt. Die Kaptäubchen haben eigentlich die selbe Idee, erkennen aber im letzten Moment, dass diese Option momentan eher ungünstig sein könnte und nehmen im letzten Moment doch weiter Luft unter die Schwingen.

Bei Kij-Kij ist tote Hose, das soll was heissen.
Ich fahre über die Dünenroute über Tierkop bis kurz vor Kij Gamies, aber hier hat es null Vegetation mehr, kein Gras, also auch keine Tiere. Na ja, ein paar Strausse, ein Oryx, ein Steinböckchen, das war´s.

Ich drehe um und fahre zurück nach Twee Rivieren, wo ich beim Restaurant einen Burger mit Fritten bestelle. Der passt wunderbar zum gesamten Tag, er schmeckt so lala, pappig, schlabberig, die Fritten sind weich und fettig. Danach schwimme ich eine Runde im Pool. Im Shop kaufe ich mir den Official Information Guide über den AiAis- Richtersveld Park.

Meinem Motivationstief gehorchend fahre ich auf meine Campsite und verbringe einen entspannten Abend beim Lesen über den Richtersveld Park, den ich diesmal mangels geeignetem Fahrzeug leider wieder nicht einbauen kann.
Bilder sind keine mehr entstanden, und wie geschrieben habe ich keine detaillierten Erinnerungen mehr. Doll kann der Abend also nicht mehr gewesen sein. Kann man im KTP, dem gelobten Land, der Fahrerei und der Katzensuche überdrüssig werden? Ja, kann man. 🙄


Viele Grüße,
Matthias
Teil 1001. Apr. 2018
Montag, 22. Januar; Kleinvieh macht auch Mist

Ich frühstücke gemütlich, dann verlasse ich das Two Rivers Camp letztmalig, denn heute geht es das Auob-Rivier aufwärts zurück nach Mata-Mata.

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Im Dünengürtel stoppe ich für ein paar hindrapierte Gemsböcke.

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Bei dem hier bin ich mir gar nicht sicher, der braune Kopf passt irgendwie nicht zu dem schiefergrauen Deckgefieder. Ich vermute einen Gabar-Habicht im Übergangskleid.

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Die Weissflügeltrappe präsentiert sich heute bei deutlich besserem Licht.

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Die sieht man relativ häufig im KTP, die Ground Agama.

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Der Kaptriel vertrödelt im Schatten den Tag, und ab und an muss er mal die Schwingen durchstretchen.

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Endlich macht sich das Abscannen der ganzen Kameldorne bezahlt, ich finde einen Milchuhu, der mich ziemlich verpennt anblinzelt.

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Vom Scimitarbill, oder Sichelhopf, will mir einfach kein ordentliches Foto gelingen, immer ist irgendwelches Astwerk im Weg. Aber weil ich hier längere Zeit zubringe, bekomme ich mit, wie ein braunes Tier herumschleicht, gleich drauf wieder verschwunden ist, um kurz darauf in einer oberen Etage wieder aufzutauchen.

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Eine Slender Mongoose, oder Schlankichneumon, hat sich eben diesen Kameldorn für ein Schläfchen ausgesucht.

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Eine weitere Ground Agama. Mittlerweile ist es wieder heiss geworden, und das Reptil bevorzugt den lichten Schatten.

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Der hier ist eindeutig ein junger Gabar Goshawk.

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An einem von Tieren gegrabenen Wasserloch sitzen zwei Ohrengeier und ein Weissrückengeier, die hier gebadet haben und nun ihr Gefieder richten.

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Der kleinere Whitebacked Vulture macht ein paar Hopser und kehrt nochmals zum Wasser zurück, um zu trinken.

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Zum allerersten Mal finde ich eine Straussenfamilie mit noch kleinen Küken, neun an der Zahl.

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Der stolze Papa zeigt seinem Nachwuchs, was alles so als Nahrung in Frage kommt.

Natürlich stoppe ich immer bei den Rest Camps und inspiziere genauestens, ob nicht zufällig eine Schlange da rum liegt. Tut sie natürlich nicht.
Ich überhole einen Traktor, der einen aus drei grossen Reifen zusammen geflickten Strassenhobel zieht. Ich hatte mich schon gewundert, dass die Strasse seit Twee Rivieren so glatt war, viel besser als auf der Hinfahrt.

Am frühen Nachmittag laufe ich wieder in Mata-Mata ein, gebe meinen Laufzettel ab und frage wieder nach einem Night-Drive. Wieder muss ich später nochmals nachfragen.
Ich suche mir einen Platz direkt am Zaun mit Blick aufs Wasserloch, richte mich ein und bereite mir das Dinner zu. Dann gehe ich eine Runde in den Pool, um danach nochmals eine kurze Runde im Park zu drehen.
Die ist nicht sonderlich ergiebig, einzig eine weitere Leopardenschildkröte habe ich fotografiert.

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Ich frage nochmals nach, und ja, es haben sich zwei weitere Paare gemeldet, also findet der Drive statt.
Die Zeit bis dahin überbrücke ich mit einem Bierchen im Hide und beobachte ein paar Schakale, die wiederum auf Insektenfang aus sind.

Um Halbzehn geht es wieder los, es ist wieder der selbe Guide wie vor sechs Tagen.

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Beim Office knipse ich noch einen der hier zahlreichen, an den Lampen rumhängenden Bibron´s Tubercled Geckos.

Der Drive ergibt wiederum einige Skorpione, zwei Wildkatzen, zahlreiche Löffelhunde und Kapfüchse, vier Gennets, einige Uhus, das ganz normale Programm eben.
Leider gelingt mir kein Bild von einer Kapkobra, welche direkt neben der Pad herumkriecht. Während ich versuche, im Sucher der Kamera den Kopf der Schlange zu finden, bemerke ich zu spät, dass sie schon halb in einem Erdloch verschwunden ist. So lege ich die Kamera weg und beobachte, bis der Rest der dunkelgelben Kobra verschwunden ist.

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Einen krönenden Abschluß gibt es dann doch noch, an einem frischen Löwen-Riss eines Gnus frisst eine Tüpfelhyäne laut knackend an den Rippen herum.

Pünktlich um Halbzwölf sind wir wieder zurück. Von der Nacht gibt es noch zwei rufende Perlkäuze zu vermelden, das war also der letzte volle Tag im KTP. Und irgendwie bin ich ganz froh, dass es morgen weiter geht. Es gilt Neuland zu entdecken.


Viele Grüße,
Matthias
Teil 1104. Apr. 2018
Dienstag, 23. Januar; Grande Finale

Der letzte Morgen im Park, der Himmel ist blank geleckt. Na gut, eine kleine Ausfahrt soll noch drin sein. Ich setze mir als Umkehrpunkt Craig Lockhart, das übernächste Wasserloch in rund zwanzig Kilometern Entfernung.
Um kurz nach Halbsechs fahre ich durchs Gate, und Punkt sechs Uhr mache ich das erste Foto.

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Der freut mich jetzt aber sehr, denn die letzten zwei Tage waren Grosskatzenfrei, sowas ist mir zuvor im KTP noch nicht passiert. Der alte Leu wetzt diese Scharte aus. Noch ist die Sonne nicht aufgegangen, also ist Warten angesagt. Von den zunächst sieben, acht weiteren Autos haben nicht alle Driver die Geduld, die meisten räumen vorzeitig das Feld.

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Im Liegen brüllt er markerschütternd durchs Tal, und von hinter der Düne in meinem Rücken antwortet ein weiterer Löwe.

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Zwanzig Minuten später ist die Sonne über die Düne gekrochen und verpasst dem Kuder einen feinen Heiligenschein im Gegenlicht.

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Eine weitere Viertelstunde später erhebt er sich, brüllt ein paar Mal und humpelt dann langsam in Richtung Dünen.

Das war doch schon mal nicht schlecht für einen noch so jungen Morgen. Ich fahre langsam weiter Richtung Craig Lockhart, dabei passiere ich wieder die zehnköpfige Giraffenbullentruppe. Im Anfahren meines Umkehrpunkts sehe ich schon Weitem, da liegt was oberhalb vom Wasserloch in den Dünen. Sieht aus wie...

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na wie ´ne Braune Hyäne wieder mal, und diesmal im schönsten Sonnenlicht. Es ist Punkt Sieben Uhr.

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Übervorsichtig nähert sie sich dem Wasser, und wieder wird sie von Schakalen begleitet. Die Hyäne schlabbert wieder rastlos Wasser, nur kurz unterbricht sie, um die aufdringlichen Schakale in die Schranken zu weisen.

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So ganz klar ist mir nicht, was die Schakale von der Hyäne wollen, aber sie suchen die Nähe.

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Nach sechs Minuten ist alles vorbei, und die Hyäne verschwindet wieder über die Düne.
Egal wie oder was jetzt noch kommen sollte, der Drive hat sich gelohnt, und ich mache mich langsam wieder auf den Rückweg.

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Da kann man auch mal für einen eher gewöhnlichen Vogel halten, wie diesen Fork-tailed Drongo.

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Punkt acht Uhr. Die vier Brüder wollen sich auch noch die Ehre geben, sie spazieren in aller Seelenruhe das Auob Rivier aufwärts.

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Mit ihnen fing alles an vor einer Woche, und nun sollen sie meine letzten Katzen sein. Das ist mir mehr als recht.

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Kurz bevor die Pad das Aoubtal verlässt und über die Dünen führt, gewahre ich einen Lanner, der gerade eben Beute gemacht hat. Ganz langsam lasse ich das Auto rückwärts in eine passende Position rollen, das ist dem Greif zwar nicht ganz geheuer, aber man merkt genau, er will jetzt auch nicht auf sein Frühstück verzichten. Er beruhigt sich auch gleich wieder und fängt an, den Siedelweber zu kröpfen.

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Stück für Stück inklusive der Füsse verschwindet der Weber im Schlund des Falken.

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Nach vier Minuten ist nichts mehr von dem kleinen Singvogel übrig.

Kurz vorm Gate muss ich nochmals halten, der Park meint es heute sehr gut mit mir. Er gibt nochmal Alles.

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Ein Zwergfalke, ein Weibchen ( korrigiert, danke Claudia ), hockt auf seinem Ansitz. Sie muss sich das Frühstück erst noch verdienen.

Im Anschluss verbocke ich noch einen Rotbauchwürger, aber das macht nun gar nichts aus.
Um neun Uhr bin ich zurück im Camp und frühstücke erst mal ganz gemütlich in der Sonne. Es ist ruhig auf dem Platz, die allermeisten Leute sind unterwegs.
Dann packe ich meinen Krempel und fahre zur Tankstelle. Aber hier haben ein paar weitere Leute dieselbe Idee, so dauert es eine ganze Weile, bis ich dran bin. So checke ich nochmals den Baum auf anwesende Eulen, aber der Platz ist verwaist. Während mein Auto vollläuft, pumpe ich die Reifen wieder auf, dann gehts das kurze Stück zur Ranger Station. Hier checke ich aus, dann kommt das Einreiseprozedere auf der namibischen Seite. Ein Guide mit einem Kleinbus voll Chinesen ist vor mir, aber da die Asiaten einige Probleme beim Ausfüllen der Immigration Form haben, kann ich mich vordrängeln. Nun nix wie weg hier.


Den Rest des Tages, der mit einem lustigen Abend auf der schönen Mesosaurus Campsite endet, gibt es in einem weiteren Kapitel. Bis dahin,

viele Grüße,
Matthias
Teil 1207. Apr. 2018
weiter der 23. Januar; der Wald von Mesosaurus

Ich bin nun wieder in Namibia zurück, eigentlich sind keine besonderen Tiersichtungen mehr zu erwarten. Klar, innerhalb der wildsicher eingezäunten Farmen wie der Kalahari Game Lodge finden sich Gnus, Kudus, Strausse sowie Gemsböcke und Springböcke sowieso. Und doch finde ich auch noch ein einzelnes Erdmännchen direkt neben der Pad. Später, kurz bevor ich die C 15 verlasse, liegt eine tote Kuh neben der Strasse, und rund fünfzig Geier haben sich versammelt, teils hocken sie schon auf oder neben dem Kadaver, einige sitzen auch in ein paar Bäumen. Es sind alles Weissrückengeier, und die Kuh ist noch unversehrt. Wahrscheinlich müssen erst ein paar Ohrengeier für die Leichenöffnung sorgen.

Ich biege ab auf die landschaftlich überaus ansprechende D 511, es geht auf und ab über die roten Dünen. Die Pad ist ganz frisch gehobelt, so macht das Fahren hier Spass.

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Auf und nieder, immer wieder...

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Bald geht es auf die C 17, die ebenso frisch geschoben wurde. Ab Koés wird es langweilig, topfebenes Weideland, weitgehend ohne Grasaufwuchs. Hin und wieder sind ein paar Bokkies zu sehen, das war´s.

Dann tauchen die ersten Köcherbäume auf, sie wachsen nicht in der weiten Fläche, sondern auf einem Felsband. Es werden immer mehr, und schon erreiche ich die Farm "Spitzkoppe" von Giel ( sprich: Chiel ), der hier das Mesosaurus Fossil Camp betreibt.
Ich checke ein und frage, ob denn schon zwei Schweizer Brüder hier wären. Ja, ja, die sind schon seit gestern hier. Gut, scheint ja diesmal zu klappen mit unserem Treffen.
Ich fahre die letzten drei Kilometer bis zur Campsite, und da nur ein Auto hier rum steht, fahre ich direkt dorthin. Sam kruschtelt im Auto rum, während Beenie im Dachzelt liegt und pennt.
Sowas hab ich noch nicht gesehen, ein Warenlager wie für eine militärische Grossübung. Bestimmt alleine vierzig grosse Kanister mit Trinkwasser stehen im Schatten ( Sam, du darfst mich gerne korrigieren, wenn ich MIST schreibe ). Wir begrüssen uns, ich stelle schnell den Condor einen Platz weiter in den Schatten, dann hole ich meinen Stuhl und wir erzählen uns Schtories von unseren Touren. Das ist sehr kurzweilig, die Zeit verfliegt im Nu.

Gegen sieben Uhr unterbrechen wir die Unterhaltung, das Licht wird jetzt immer schöner, und wir gehen in verschiedenen Richtungen los, um Köcherbäume zu "machen".

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Ich habe zwar schon sehr viele Fotos von diesen Aloen auf der Festplatte, aber irgendwie rühren mich diese Pflanzen an, und wieder schiesse ich mich in einen Rausch.

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Auch landschaftlich weiss die Ecke hier zu gefallen, Richtung Süden erheben sich Berge. Könnten das die Grossen Karasberge sein?

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Kurz vor Sonnenuntergang fangen die Bäume an zu glühen.

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Sieht doch fast aus wie ein Wald.

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Dann ist es soweit, die Sonne versinkt, und ich köpfe ein Savanna, das ich mitgenommen habe.

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Die letzten Strahlen lecken an den oberen Ästen, das war´s. Nur ein stinknormaler Sonnenuntergang.

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Der knapp halbe Mond steht hoch am Himmel.

Bevor es dunkel wird, treffen wir uns wieder im Camp. Während Beenie in der Feldküche wirbelt und Sam allerlei Gemüse, Kartoffeln und zwei Pakete Rindfleisch klein schnibbelt, mische ich Gin Tonics. Wir erzählen weiter, während unser Abendessen geraume Zeit im Potjie zubringt.
Es ist schon lange tiefdunkle Nacht, bis das Beef-Stew fertig ist, aber das Warten hat sich gelohnt. Es schmeckt fantastisch, ganz grosses Lob nochmals an Beenie. Ich habe mich über die Einladung sehr gefreut.

Kurz vor Mitternacht, knapp bevor der Mond untergeht, ziehen wir nochmals los, um ein paar Sternenbilder zu machen.

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Dann beschliessen wir den Tag. Zufrieden mit mir und der Welt schliefe ich in meinen Schlafsack.


Viele Grüße,
Matthias
Teil 1316. Apr. 2018
Mittwoch, 24. Januar; Köcherbäume pur

Kurz vor halbsechs wache ich auf, und der Blick aus dem Condor lässt mich schnell rege werden--Kaiserwetter.

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Wieder schiesse ich mich in einen Rausch, die Lichtstimmungen vor Sonnenaufgang sind einfach spektakulär.

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Viertel nach sechs Uhr geht die Sonne auf, minütlich wechselt die Stimmung.

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Die Bäume glühen noch intensiver als am Abend zuvor.

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Schnell steigt die Sonne höher, und eine Stunde später ist das schöne Licht vorbei.

Wir treffen uns wieder im "Schweizer Camp" und frühstücken in aller Ruhe genüsslich in der Sonne. Natürlich verquatschen wir uns wieder, eigentlich wollten Sam und Beenie ja gar nicht so spät los, aber so weit ist es auch wieder nicht bis Mata-Mata. Nach einem Gruppenfoto mit Köcherbaum rumpeln die Beiden los und lassen mich zurück auf der somit nur von mir bewohnten Campsite. Ciao, gute Pad, schön war´s.

Mir gefällt es hier so gut, dass ich spontan entschieden habe, eine weitere Nacht hier zu bleiben.
Irgendwie vergeht der Tag ohne grosse Action, schon am Nachmittag will ich mein Abendessen zubereiten, damit ich das schöne Licht um den Sunset wieder für die Bäume übrig habe. Ich befreie ein weiteres Steak aus seinem Plastikgefängnis, den Fleischsaft giesse ich einfach in den Sand. Dann schneide ich Zwiebeln und Knoblauch, koche Nudeln, brate das Steak und setze mich dann an den Tisch mit einer schönen Aussicht auf den Köcherbaumwald. Plötzlich kommt ein mir unbekanntes kleines, schwarzweisses Tier über den Platz gehuscht und schnuppert intensiv an der Stelle, wo ich das Blut entsorgt habe. Bis ich die Kamera aus dem Auto geholt habe, ist der kleine Kerl schon im nächsten Gebüsch verschwunden. Zuhause habe ich dann meinen ersten Streifeniltis identifiziert.

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Als ich dann kurz vor der völligen Dunkelheit zurück ins Camp komme, fährt noch ein Auto mit einem Münchner Pärchen auf den Platz.
Ich sitze noch eine Weile mit einem Getränk und starre in den Sternenhimmel, vielleicht entdecke ich ja eine Sternschnuppe. Der Schnuppenfee sollte ich meinen dritten Wunsch nochmals nahebringen, vielleicht hat sie mich vergessen?
Die Nacht ist völlig ruhig, keine Löwen, keine Eulen, schon gar kein Strassenlärm. Einfach nur Stille.


Viele Grüße,
Matthias
Teil 1423. Apr. 2018
Donnerstag, 25. Januar; mir stinkt´s in Mesosaurus

Gegen halbsechs starte ich wieder die Fotosession, denn heute hat´s zur Abwechslung ein paar Foto-Deko-Wölkchen an den Himmel drapiert. Das sieht recht nett aus.

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Ich springe zwischen den Felsen umher wie ein tollwütiger Klippschliefer, um möglichst viele unterschiedliche Positionen zu finden, und doch habe ich permanent das Gefühl, das beste Bild zu verpassen.

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Spätestens als die Sonne über die Wolken geklettert ist, sind die schönen Lichtmomente ohnehin Vergangenheit, und ich kehre zurück zum Condor, um in Ruhe zu frühstücken. Der Wind trägt hin und wieder einen widerlichen Geruch heran, so eine üble Mischung aus ekelhaftem Mundgeruch und Pissoir. Ich habe die Klippdachse in Verdacht, denn deren Toiletten sind überall auf den Felsen weissgekalkt und nicht zu übersehen. Ich mache sogar einen Geruchstest, aber die Dassies sind es nicht. Was stinkt hier nur so?

Ein Vogel ruft, den kenne ich. Schon gestern habe ich versucht, mich an den Zwergfalken anzupirschen, leider erfolglos. Heute bleibt der kleine Kerl sitzen. Vorsichtig schleiche ich Meter um Meter näher, und ich schiesse eine ganze Serie von dem Männchen.

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Sein anhaltendes Rufen wird erhört, auch das Weibchen setzt sich in die wärmende Sonne.

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Kurz vor neun Uhr bin ich reisefertig, und ich verlasse den schönen Campsite. Mir hat es hier prächtig gefallen.
Auf dem kurzen Stück bis zur Reception entdecke ich weit oben einen kreisenden Greif, und seine "Positionslichter" verraten ihn schon von Weitem, auch ohne Blick durchs Fernglas.

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Solche auffälligen Merkmale hat nur der Booted Eagle, der Zwergadler.

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Ja, er ist seeehr weit weg, ich weiss, aber es ist mein zweiter Zwergadler überhaupt.

Giel begrüsst mich und erzählt mir, dass der Stinkbusch blüht, und deshalb, so der Name, es momentan so stinkt. Aha, innerlich entschuldige ich mich bei den Dassies, und ich schaue mir die unscheinbaren , nun mit kleinen gelblich-grünen Blüten besetzten Büsche an.
Giel fragt mich, ob ich an der Tour über die Farm zu den Versteinerungen und ein paar weiteren Punkten teilnehmen möchte, die startet, sobald das Pärchen aus München eingetroffen ist. Da die Beiden gerade eintreffen, sage ich zu.

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Giel prescht vor, und wir fahren hinterher. An einigen Stationen halten wir, und Giel zeigt uns die relativ kleinen Saurierversteinerungen, die er gefunden hat, als er die Strasse hier durch die Berge gebaut hat.

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Aber es gibt auch neuere Points of Interest, wie dieses Schutztrupplergrab, der hier auf der Farm "Spitzkoppe" sein Leben gegeben hat.

Nach weiteren Erklärungen zur Entstehung der Gesteine hier und der unvermeidlichen Spielprobe zweier Melodien auf der Steinharfe, lässt uns Giel alleine hier zurück, aber es ist mittlerweile brüllheiss, Köcherbäume habe ich zur Genüge fotografiert, und ich muss in Keetmanshoop noch einkaufen, so fahre ich bald zurück und verabschiede mich.

Im Ort irre ich ein paarmal im Karree herum und finde doch nicht die grosse Mall, so klappere ich ein paar Läden ab, bis ich alles Benötigte zusammen habe. Am Bahnhof besuche ich kurz das Lokdenkmal.

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Beim Verlassen der Stadt passiere ich natürlich die Mall, hier hätte ich alles praktisch an einem Ort gefunden, blöderweise ist die Mall nirgends ausgeschildert.
Über die B 4 geht es auf Teer zügig Richtung Westen, dann biege ich ab auf die C 645. Beim Naute-Damm biege ich auf eine Stichstrasse, die an den Stausee führt. Hier könnte man eigentlich ganz nett übernachten, und im See schwimmen könnte man auch.
Könnte man! Eigentlich! Aber es ist hier derart vermüllt, dass mir jede Lust zum Hierbleiben vergeht. Es sieht aus, als kommen die Leute gezielt hier her, um ihren Müll abzuladen, in der Hauptsache Burgerverpackungen, Flaschen und Dosen.
So wate ich mit Schuhen ( wegen vermuteter Glasscherben ) bis zu den Oberschenkeln ins angenehm kühle Wasser, registriere den abstreichenden Fish Eagle und verlasse diesen leider überhaupt nicht idyllischen Platz.
Via C 12 geht es weiter in den Süden, am alten gemauerten Ziegelofen bei Holoog vorbei und über die C 37 bis zum Canon Roadhouse.
Hier checke ich für 195.- Nam$ auf dem Camping ein. Ich zahle mit einer 200$-Note, die Kassiererin gibt mir den Beleg und widmet sich wieder ihrem Laptop. Als ich demonstrativ nicht weiche, meint sie, sie hätte mir die 5.-$ Change schon gegeben. Nöö, hat sie nicht. Widerwillig öffnet sie die Kasse und schiebt wortlos einen Fünfer über den Tresen. Netter Empfang.
Nachdem ich mich auf dem Platz eingerichtet habe, besuche ich erstmal den Pool und kühle mich ab.

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Der halbe Mond steht hoch am Himmel, und auf dem still gelegten Windmotor sitzen zwei Bergstare und ein Fiscal-Würger.

Als die Sonne nicht mehr so hoch steht, mache ich ein paar Fotos von dem ganzen Deko-Schrott, der hier im Gelände verteilt wurde.

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"No-drone-zone".

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Diese mobile Drilling-station trägt Schweizer Nummernschilder, die Maschinerie dünkt mich aber eher amerikanisch. Fake News.

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Schon wieder Köcherbäume...

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Nach so viel Schrott kommt mir dieser blühende Busch gerade recht, ein Desert Broom, der sich gerade mit kleinen, recht dekorativen Kelchblüten schmückt.

Den Sonnenuntergang geniesse ich auf meinem Platz sitzend, ebenso das Abendessen. Es windet wieder ziemlich stark, und so verzichte ich aufs Zeltaufstellen und schlafe der Macht der Gewohnheit folgend im Condor.

Viele Grüße,
Matthias
Teil 1508. Mai 2018
Freitag, 26. Januar; ein tiefer Blick nach Mittelerde

Ich war zuvor noch nie am Fish River Canyon, aber aus diversen Berichten weiss ich, dass es nicht lohnt, allzu früh dort zu sein, denn dann liegt der Canyon noch in tiefem Schatten, also frühstücke ich ganz gemütlich auf meiner Site in der Sonne sitzend.
Nachdem dann wieder Alles verstaut ist, fahre ich das kurze Stück bis nach Hobas, wo ich den fälligen Obulus entrichte.
Weiter geht es über eine öde Schotterpläne, einzig ein paar Springböcke und einige Strausse unterbrechen die Monotonie.
Die Strasse führt nun sanft ansteigend an den Schluchtrand bis zum Main viewpoint. Ich stelle den Condor vor das stattliche Aussichtdeck und setze mich an die Hangkante, um die Szenerie auf mich wirken zu lassen.

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Ich muss sagen, der Canyon ist schon beeindruckend, und mit dem Fernglas glase ich alle Flussschleifen ab. Es gibt einige tiefe Gumpen, die noch Wasser haben, aber fliessen tut hier seit geraumer Zeit nichts mehr.

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Von Osten her treiben wieder einige Dekowölkchen heran, und da nun eine Gruppe deutscher Senioren eingetroffen ist, die bald Richtung Beginn der Fischflusswanderung marschieren, schlage ich die entgegen gesetzte Richtung ein und fahre den nächsten Viewpoint in südlicher Richtung an.

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Ohne Köcherbaum geht´s einfach nicht.

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Dann fahre ich zurück Richtung Norden zum Aussichtspunkt beim Trailhead. Die Gruppe begibt sich gerade zurück zu ihrem Bus, und so habe ich den Flecken für mich alleine. Ich setze mich wieder an den Schluchtrand und folge mit dem Fernglas dem Trail in den Talboden. Meine Neffen sind hier schon abgestiegen und haben die fünftägige Wanderung bis nach Ai-Ais gemacht.

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Als Nächstes fahre ich den Aussichtspunkt bei den Sulphur Springs an. Die Sonne ist höher gestiegen und heizt nun mächtig ein, nur der stetig blasende Wind sorgt für etwas Kühlung. Die Wölkchen zaubern ein paar Schatten in die Landschaft und geben dem Bild ein bisschen plastische Tiefe.

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Die Kandelaber-Wolfsmilch macht sich recht fotogen vor der Schlucht.

Ich fahre eine weitere, nochmals ein paar Kilometer südlich liegende Aussicht an. Hierher kommen offensichtlich nicht mehr viele Leute. Ich geniesse die Stille und glase wieder den Talboden ab.
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Und dabei entdecke ich Leben. Keine kleinen Kriechtiere, sondern veritable Säuger.

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Ganz gemächlich trotten zwei Pferde durch das Rivier. Wo kommen die denn her, wem gehören sie wohl? Oder sind das versprengte Tiere von den Garub-Pferden?

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Ein letzter Blick in den tiefen Canyon.

Mittlerweile ist High Noon, ich habe nun dreieinhalb Stunden hier vertrödelt, langsam wird es Zeit, aus der Sonne raus zu kommen und weiter in den Süden zu fahren.

Über die C 37 fahre ich durch grandiose Landschaften.

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In Aussenkehr steuere ich das Norotshama Resort an, das man nach einer kilometerlangen Fahrt durch nicht enden wollende Rebplantagen erreicht. Für 170.- Nam$ kann ich mir einen schattigen Stellplatz aussuchen. In den Büschen turnen Orange River White-eyes umher, die habe ich noch nie gesehen. Leider gelingt mir genau so wenig ein Foto wie von dem hier im Sand rumstochernden Wiedehopf. Im nahen Schilf singen Rohrsänger.
Nachdem ich das Auto im Schatten geparkt habe und den Kühlschrank an den Strom angeschlossen habe, inspiziere ich den Platz. Ein Radfahrer aus Deutschland, unübersehbar, da komplett mit Wolfspfoten-Ausrüstung versehen, residiert noch hier, und ich unterhalte mich recht nett mit ihm. Wir verabreden uns für später zum gemeinsamen Abendessen, und ich gehe etwas runter zum Orange River, der erschreckend wenig Wasser führt.

Um fünf Uhr treffe ich mich mit dem Radler aus Celle ( ich weiss nicht einmal seinen Namen ), wir sitzen im Freien, trinken ein, zwei kalte Biere und erzählen uns Road-Stories. Später bestelle ich ein Beef Sosatie mit Fritten. Es schmeckt fantastisch, aber es ist eine Riesenportion, die ich unmöglich vertilgen kann. Der immer hungrige Radler packt also meine halbe Portion auf sein eigenes Menue obendrauf, er will morgen schliesslich hauptsächlich bergauf bis nach Hobas fahren und dann weiter nach Keetmanshoop, da können ein paar extra Kalorien nicht schaden.

Zufrieden lege ich mich bei geöffneten Fenstern ins Auto zum Schlafen, doch irgendwann wache ich wieder auf. Es sirrt um mich herum-Mossies. Nachdem ich im Dunklen mehr mich selbst geschlagen habe, als dass ich ein paar Quälgeister erledigt hätte, knipse ich das Licht an, und sehe die Bescherung. Am Dachhimmel sitzen bestimmt vierzig, fünfzig Mossies. Na toll.
Schnell stelle ich das Zelt auf, schmeisse Isomatte und Schlafsack rein und flüchte in die mossiefreie Zone. Gute Nacht.


Viele Grüße,
Matthias
Teil 1615. Mai 2018
Samstag, 27. Januar; Durch den "kleinen" Richtersveld-Park.

Etwas gerädert nach der unterbrochenen Nacht stehe ich erst so gegen 6.30 Uhr auf, packe zusammen und verabschiede mich vom Radler. Kurz nach sieben Uhr fahre ich durch die endlosen Reben zurück auf die C 13.

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Reben bis direkt an die Berge, im Hintergrund das Township der Arbeiter.

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Die Siedlung sieht relativ geordnet aus, hinterm Oranje erheben sich die Berge des südafrikanischen Richtersveld-Nationalparks.

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Langsam tuckere ich die Pad Richtung Westen, dabei sinniere ich darüber nach, dass ja eigentlich das Gestein beiderseits des Flusses das Selbe ist, das Klima auch, also sollten ja auch auf namibischer Seite die selben Pflanzenarten vorkommen. Da könnten doch eigentlich auch hier ein paar Sukkulenten zu finden sein, die schon lange auf meiner Wunschliste stehen. Eigentlich sind sie der Grund, warum ich unbedingt mal in den Richtersveld-Park will. Aber ich habe halt keinen dort benötigten Allrad. So scanne ich die Berghänge nach einer verräterischen Silhouette.

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So weit muss ich gar nicht fahren, da sehe ich das gesuchte Objekt oben in einem steilen Berghang stehen.
Ich fahre den Condor ganz nach rechts an die Seite, da ist aber der Sand ganz besonders weich. Der Condor sinkt hinten weg, ich stecke fest. Egal! Zuerst will ich mich um die Botanik kümmern, so lange das Licht noch schön ist, das Auto rennt mir nicht davon. 🤢


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Endlich gefunden- eine Pachypodium namaquanum, oder Halfmens, oder Halbmensch. Na gut, mag Mancher denken, na und? Ein bedornter Stamm, oben ein Büschel Blätter, das war´s. Die Pflanze ist ein Endemit, den es nur hier im Richtersveld, und eben auch auf der namibischen Seite gibt, was ich aber nicht gewusst, sondern nur vermutet habe. Umso froher bin ich über meinen Fund. Bei den Nama hat diese Pflanze eine mystische Bedeutung.

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Der Halbmensch muss sich nun eine Foto-Session von allen Seiten gefallen lassen, ich bin happy.

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Nachdem ich diese exotische Pflanze entsprechend gewürdigt habe, klettere ich wieder den Berghang hinab, nicht ohne wieder ein paar Köcherbäume "mitzunehmen".

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Dann muss ich mich doch um mein Vehikel kümmern. Erstmal lasse ich ordentlich Luft aus den Reifen, dann bocke ich die Karre beidseits auf und packe Steine unter die Räder. Ferner präpariere ich eine Fahrspur mit dem Spaten.
Ein gutes Stück komme ich weiter, dann gräbt sich der Condor wieder ein.
Ich höre Motorengeräusch, ein Auto kommt den Berg herunter gefahren. Auf mein Winken reagiert der Fahrer mit Hupen und fährt weiter.
Also bocke ich erneut auf, packe wieder Steine unter die Räder.
Nun nähert sich aus der anderen Richtung ein Auto. Ein völlig überladener Bakkie hält an, der Fahrer und Familienoberhaupt in Personalunion besieht sich die Lage, öffnet hinten den Bakkie, und vier, fünf Söhne quirlen aus dem Auto. Mit ordentlicher Schubunterstützung bin ich gleich wieder zurück in der Spur auf festem Sand. Sie fragen mich im Gegenzug nach Soft Drinks, da ich so Zeugs aber nicht dabei habe, schenke ich ihnen einen Fünf-Liter-Kanister Wasser. Nachdem alle Jungs wieder im Canopy verschwunden sind, fährt der Bakkie langsam den Berg hoch.
Ich verstaue meine Ausrüstung und fahre dann ebenfalls weiter. Nun sehe ich weitere Halbmenschen in den steilen Bergflanken stehen. Sogar ein paar Exemplare mit Verzweigungen, die nun einer menschlichen Silhouette deutlich ähnlicher sehen, sind dabei. Aber mein Mut, nochmals an die Seite zu fahren, ist aufgebraucht, ausserdem ist das Licht nicht mehr so schön.

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Oben auf dem Pass mache ich einen Foto-Stopp, die Landschaft begeistert mich.

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Ein segelnder Greif, ganz niedrig. Sofort gestoppt und abgedrückt. Endlich ein Zwergadler auf eine gute Entfernung. Es gefällt mir immer besser hier.

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Nachdem ich den Berg wieder herunter gefahren bin, folgt die Strasse nun wieder dem Oranje River. Und hier muss es etwas geregnet haben, denn es gibt Blumen zu bewundern. Hier sind es zwar nur Devil´s thorns, oder Morgensterne, also was ganz Gewöhnliches.

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Dafür entdecke ich am Hang eine weitere botanische Rarität: Aloe ramosissima. Gehört zu den Köcherbäumen, wächst aber vieltriebig und strauchartig.

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Und weitere Blumen gibt es direkt neben der Pad, deren Namen ich aber nicht weiss.

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Ein Korbblütler, aber weiter?

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Kurz vor Sendelingsdrif gibt es den letzten Stopp, und dann führt die Strasse weg vom Fluss nach Rosh Pinah.
Dort tanke ich voll, und fahre dann über die ganz frisch geteerte und erst seit drei Monaten öffentlich befahrbare Strasse Richtung Oranjemund. An einem Gate wird der Pass kontrolliert und das Fahrzeug in eine der unvermeidlichen Listen eingetragen, dann kann man in das ehemalige Sperrgebiet einfahren.

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Kurze Pause überm Oranje.

Oranjemund empfängt mich mit tiefhängenden Wolken, dazu ist es kalt und windig. Die Stadt fahre ich einmal rauf und runter, es ist Samstagnachmittag, der Ort ist quasi verlassen.
An die Bucht kommt man natürlich nicht, hier ist nach wie vor Sperrgebiet von Namdeb.
Etwas desillusioniert verlasse ich dieses trostlose Kaff, wo ich eigentlich zwei Nächte zubringen wollte, und fahre dann doch, einer Eingebung folgend, beim Golfplatz rechts ab. Fährt man hier ganz nach hinten durch, kommt man an den Strand. Wenn man mehr Sicht hätte, könnte man die Mündung des Oranje in den Atlantik sehen.

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Die Einheimischen verbringen den Samstag hier am Strand und vergnügen sich am Wasser, beim Angeln oder beim Braai.

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Überaus häufig, die Kelp Gull.

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Der Oranje kurz vor der Mündung.

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Leider ist es sehr dunkel, ein bisschen mehr Licht hätte den Fotos nicht geschadet. Sieht für mich einem Strandflieder nicht unähnlich aus.

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Wiederum eine Sukkulente. Die verschiedenen, wenn auch recht kleinen Blüten in verschiedenen Farben schaffen es dann doch, mich wieder versöhnlicher zu stimmen.

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Wenn mir Jemand Tipps zu den Pflanzen geben kann, wäre ich sehr dankbar.

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Zum Abschluss gibt es noch ein Paar Cape Teals, oder Kapenten.

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Das Ende des Grauens, über der Wüste scheint die Sonne.

Dann fahre ich zurück, die ganze Strecke am Oranje entlang nach Rosh Pinah. Dort tanke ich erneut und kaufe auch Wasser nach, dann fahre ich ohne Stopp weiter bis nach Aus.
Das ist jetzt ein verdammt langer Fahrtag geworden, und schon unterwegs habe ich beschlossen, dass ich zwei Nächte auf der Campsite von Klein-Aus bleiben werde, und morgen bleibt die Karre stehen, da wird gelaufen. 😛 😎
Ich setze mich auf die Veranda vom Desert Horse Inn und geniesse zum Sonnenuntergang einen kalten Milkshake, dann fahre ich auf die Campsite und richte mich für die Nacht ein.

Viele Grüße,
Matthias
Teil 1729. Mai 2018
Sonntag, 28. Januar; Süsses Nix-tun in Klein Aus

Was ich an diesem entspannten Sonntag tatsächlich gemacht habe, ist mir nicht mehr wirklich erinnerlich, auch meine ohnehin bescheidenen Aufzeichnungen helfen hier nicht weiter, und Fotos sind genau ZWEI entstanden.

Noch vor Sonnenaufgang starte ich zu einer kleinen Runde durch die Berge, es gibt hier ja einige markierte Wanderwege.
Zuerst steuere ich einen schönen, mir schon bekannten Aussichtsberg an, wo man einen fantastischen Weitblick in die Wüste hat.

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Von unterwegs bietet sich schon ein Panoramablick nach Westen ins Sperrgebiet.

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Der Ausblick vom Bergle. Die Sandpad führt zu dem Gangsterauto, das in einer Schlucht steht.

Hier sitze ich eine ganze Weile und stiere in die Weite. Die Sonne steigt höher und heizt mächtig ein, und so drehe ich weiter meinen Rundkurs.
Zurück auf der Campsite stelle ich das Auto unter einen Baum in den Schatten und lege mich direkt nochmals hin.
Zwei Stunden schlafe ich tief und fest, aber gegen Mittag wird es muckelig warm, ausserdem muss ich das Auto wieder nachrücken.
Nun frühstücke ich ausgedehnt, lese etwas und werde direkt wieder schläfrig, also lege ich mich wiederum auf die Matratze.
Nachmittags brate ich mir ein Paar leckere Käsegriller von der KWS, dazu gönne ich mir zwei GinTonic, während langsam die Schatten die Bergwände immer höher empor klettern.
Nach einer erfrischenden Dusche krieche ich wieder in meinen Schlafsack und lese noch etwas, aber bald schon verschwimmen die Zeilen.


Montag, 29. Januar; Garub mal wieder

Ich habe beschlossen, mir den Schlenker nach Lüderitz zu sparen. Vor vier Jahren war ich drei Tage dort, und ich habe die Gegend mit Grosser Bucht und Kolmanskop sowie einer genialen Tour nach Pomona und zum Bogenfels ausgiebig genossen. Ein neuerlicher Besuch könnte nur enttäuschen.
Trotzdem fahre ich zunächst nach einem schnellen Frühstück die geteerte B 4 Richtung Westen.

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Die alte Bahnstation Garub hat es mir angetan. Vor vier Jahren fuhren hier Güterzüge mit Schotter, weil die Strecke grundsaniert wurde. Da aber das Problem mit den Wanderdünen nicht gelöst ist, ist die Strecke zwar komplett neu aufgebaut worden, Schienenverkehr gibt es trotzdem keinen. Die Schienen sind rostig, hier fährt schon länger nichts.

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Eine Kulisse wie in einem Western.

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Der Blick von oben zurück in die Berge um Aus.

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Früher zu Zeiten, als hier noch Dampflokomotiven gefahren sind, gab es eine schmalspurige Bahn in die Berge, um von dort das benötigte Wasser für die Maschinen her zu transportieren. Es wurde dann in diese Hochbehälter gepumpt und von hier in die Tender gefüllt.

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Natürlich stoppe ich auch bei den "Wildpferden", die hier eine Tränke vorfinden. Etwas weiter hinten liegen auch Heuballen, denn es hat die letzten Jahre gar nicht geregnet, und es gibt keine Weide mehr. Ohne Zufütterung würden auch die letzten Pferde verhungern. Die Rippen kann man auch so ganz gut zählen.

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Die Pferde saufen sehr zügig und ziehen schon bald wieder zurück in die kahl gefressene Wüste.

Dann fahre ich zurück nach Aus, hier tanke ich den Condor voll und entlocke dem widerspenstigen ATM nach einigen Anläufen doch die dringend benötigten Dollars.
Nun biege ich auf die C 13 ab und fahre in nördlicher Richtung mit Ziel Farm Tiras.

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Direkt neben der Pad finde ich diese Tsamma-Melonen, die Ursprungsform der Wassermelonen.

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Ich passiere den Abdreh der D 707, ab hier gehört das Land schon zur Farm Tiras. Ich fahre zum Farmhaus, und Frau Koch begrüsst mich herzlich. Es gibt nur zwei richtige Campsites an einem Berg über der Strasse, die Site oben am Berg wäre schon vergeben, aber die untere ist frei. Ich bezahle die aufgerufenen 180.- Nam$, und Frau Koch sagt noch, dass man frei auf der Farm herum fahren oder gehen dürfe. Auf einer Karte zeigt sie mir noch ein paar schöne Felsformationen. Die Farm liegt zwischen den Tiras- und den Rooirandbergen. Auch hier hat es lange nicht geregnet, und es gibt fast keine Tiere mehr auf der Farm.

Ich fahre das kurze Stück über die Strasse und richte mich unter einem grossen Schattendach ein. Die Ablutions sind in erkennbar deutscher Handarbeit von dem verstorbenen Herrn Koch selbst gebaut worden, sie würden jeder Lodge gut zu Gesichte stehen.
Nach einem Imbiss und einem Power-Nap geht es gegen Abend bei schönstem Licht auf eine Erkundungstour.

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Mehrmals treffe ich auf Klippspringer, die mich neugierig von den Felsen herab begutachten.

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Das "Osterei".

Ein kurzes Stück wandere ich querfeldein zu einem Wasserfall, der natürlich trocken ist.
Über der Wand segeln zwei Felsenadler.

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Im Hintergrund die Rooirandberge, gerade eben ist der fast volle Mond aufgegangen.

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Der Name dieser Felsen ist mir entfallen, irgendein Politiker.

Den schönen Abend geniesse ich auf meiner Site. Zu Sonnenuntergang gehe ich noch ein paar Schritte in die Ebene hinaus, und als dann noch ein paar Bellgeckos ihren Gesang anstimmen, ist mein Glück perfekt.


Viele Grüße,
Matthias
Teil 1805. Juni 2018
Dienstag 30. Januar; von Tiras nach Koiimasis

In aller Frühe fahre ich einen grossen Schlenker über die Prairie der Farm Tiras, aber ausser ein paar Springböcken, wenigen Oryx und zwei Löffelhunden, die sich wohl verspätet haben und nun eilig Richtung Bau sprinten, um der mittlerweile aufgegangenen Sonne zu entkommen, lassen sich keine weiteren Tiere blicken.
Ich bin schon wieder auf dem Heimweg, als ich ein Rivier kreuzen muss. Uii, das sieht aber sandig aus. Ich gebe Gas und versuche im zweiten Gang schön das Tempo zu halten. Fast bin ich durch, da sinkt der Condor immer tiefer, und drei Meter vor festem Grund stecke ich wieder fest. Na gut, mittlerweile kenne ich das Prozedere ganz gut, und wo die Schaufel steckt, weiss ich inzwischen auch. Mal wieder Luft aus den Reifen ( einmal mehr bewährt sich mein muckeliges Weihnachtsgeschenk 😘 von Bele ) gelassen, dann die Kiste abwechselnd seitlich aufgebockt, Steine geschleppt und Strassenbau getrieben, und schon kann´s weiter gehen. Kostet halt eine schlappe Dreiviertelstunde.
Zurück auf meiner Campsite frühstücke ich gemütlich, und bevor ich weiter fahre, suche ich zwischen den Felsen nach Leben.

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Das findet sich in Form eines Falters, den ich zuvor noch nie gesehen habe. Es ist ein African Ringlet ( Ypthima granulosa ). Er saugt Nektar an einem Morgenstern.

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Weiters finde ich einen Schwarzkäfer, der recht flott unterwegs ist.

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Hier habe ich recht lange gerätselt, auch zusammen mit Frau Koch, die sich eigentlich sehr gut auskennt mit der heimischen Flora und Fauna. Da hier auch ab und an Professoren mit ihren Studenten herkommen und Untersuchungen anstellen, hat Frau Koch viele Listen und Übersichten, was sich hier so tummelt, aber dieses Reptil hat sie noch nie gesehen. Letztlich haben wir heraus gefunden, dass es ein Jungtier eines Wüstenrenners Heliobolus lugubris ist. Die Jungen sehen komplett anders aus als die adulten Tiere, vor allem bewegen sie sich recht seltsam. Sie machen einen gekrümmten Buckel und sollen so einem giftigen Käfer ähnlich sehen, um so Fressfeinden zu entgehen.

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Hier in typischer Pose, dabei bewegt sich die Echse sehr flink. Entsprechend sind die meisten Fotos unscharf.

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Wohl eine Ödlandschrecke, die, wenn sie auffliegt, leuchtend rote Flügel zeigt.

Mittlerweile ist es wieder hübsch heiss geworden, ich packe ein und fahre zum Farmhaus, um den Schlüssel abzugeben. Dann verquatsche ich mich eine gute Zeit mit Frau Koch, um die kleine Echse zu identifizieren.

Es ist schon Mittag durch, als ich das kurze Stück C 13 zurück fahre und dann auf die D 707 abbiege.
Eigentlich wollte ich auf der Farm Tsiras Namtib ( danke, Uwe und Bele, fürs Nachhaken, weiss auch nicht, was ich da gedacht habe ) übernachten, aber hier verkündet ein Schild , dass die Farm bis Freitag geschlossen ist. Schade.
Dass Gunsbewys dauerhaft geschlossen ist, wusste ich bereits, und Frau Koch hatte mir bestätigt, dass Frau Gräbner nicht mehr auf der Farm ist. Als ich die Zufahrt erreiche, ist diese abgesperrt.
Also fahre ich weiter.

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D 707--angebliche Traumstrasse Namibias. Schon schön, aber ich kenne Besseres.

Beim Farmtor von Koiimasis biege ich ab und rumple endlos scheinende 23 Kilometer übers Farmgelände bis zur Reception. Hier ist niemand, die Tür ist abgesperrt. Nun, es ist ein Uhr durch, also Farmers Mittag. Ich setze mich in den Schatten und lese etwas.
Irgendwann nach zwei Uhr kommt Frau Itzko, und ich kann für den Campingplatz einchecken. Dafür werden stolze 250.- Nam$ fällig.

Dann fahre ich auf den Platz, und ich stelle mich auf die Nr. 3. Zwar funktioniert hier das Wasser nicht, aber dafür hat es einen sehr schönen Schattenspender. Die Plätze sind sehr schön in die Felsen geschmiegt, auch die Ablutions sind sehr ansprechend.

Im Schatten mache ich mir einen Mittagsimbiß, und gleich wuselt es um mich herum.

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Neben zwei Cape Buntings und

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einem White-throated Canary

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besucht mich auch ein Mountain Wheatear.

Nachdem die Sonne langsam tiefer sinkt, mache ich mich gegen fünf Uhr auf und steige die Schlucht in südlicher Richtung empor, um später über die Felsen wieder abzuklettern. Es tut gut, nach der Autofahrerei auszuschreiten.

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Der Blick zurück, links ist die Lodge zu ahnen.

Die Sonne ist schon unter gegangen, als ich wieder am Ausgang der Schlucht bin und heimwärts gehe, da zischt es plötzlich unter mir, und eine kleine Schlange windet sich an einer Felswand längs von mir weg. Ich schneide ihr den Weg ab und mache ein paar Bilder von der hervorragend getarnten Horned Adder.

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Da es nun schnell dunkel wird, mache ich ein paar Fotos mit Blitz, und dann lasse ich die kleine Viper in Ruhe.

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Mittlerweile ist der Vollmond aufgegangen und spendet ein schönes Licht zwischen den Felsen.
Ich sitze noch eine Weile in der warmen Nacht, trinke ein kaltes Savanna, horche in die geräuschlose Dunkelheit und stiere in den Himmel.
Ach ja, ich könnte mal der Schnuppenfee meinen dritten Wunsch wieder in Erinnerung bringen, da steht noch was aus.


Viele Grüße,
Matthias
Teil 1912. Juni 2018
Mittwoch, 31. Januar; ein langer Ritt bis Weltevrede

Eigentlich wollte ich zwei Nächte hier auf Koiimasis bleiben. Eigentlich! Aber irgendwie, es fällt mir schwer, das nun sachlich rüberzubringen, fühle ich mich hier nicht wirklich wohl und willkommen. Überall im Gelände verteilt stehen Schilder, was alles bei Strafe verboten ist. Auch wenn es nötig sein mag, weil manche Zeitgenossen glauben, man könne hier überall querfeldein fahren, erzeugen diese Verbotsschilder bei mir eine merkwürdige Stimmung. Dabei ist die Landschaft atemberaubend und der Camping sehr schön angelegt, die Ablutions wirklich sehr stilvoll.
Jedenfalls entscheide ich noch in der Nacht, weiter zu fahren. Wohin weiss ich noch nicht, mal schaun, worauf ich Lust habe.

In aller Frühe fahre ich bis zum Sundownerberg und besteige diesen, um hier den Sonnenaufgang zu erleben.

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Der Blick ist grandios, die Landschaft scheint grenzenlos.

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Ohne Köcherbaum geht´s einfach nicht.

Gegen acht Uhr steige ich wieder von dem herrlichen Ausguck ab und fahre auf meine Site. Hier frühstücke ich gemütlich, dann packe ich zusammen, und gegen zehn Uhr checke ich aus.
Dann nehme ich wieder die lange Zufahrt nach Westen bis zur D 707 unter die Räder. Auf der bestens präparierten Piste fahre ich weiter nach Norden, nur kurz von dem tiefsandigen Stück in Höhe Kanaan unterbrochen, welches ich mit entsprechender Geschwindigkeit und mittlerer Drehzahl ohne weiteren Hänger passiere.
In den Zäunen rechts und links hängen immer wieder verendete Gemsböcke, so fällt mir positiv auf, dass Kanaan einen Grossteil des Zaunes abgebaut hat.
Langsam steigt die Pad an, es wird bergiger und die Strasse wird deutlich ruppiger.
Punkt Mittag komme ich nach Betta, hier tanke ich. Danach restauriere ich mich selbst, bei den netten Damen vom Grill ordere ich einen Game Burger mit Fritten, danach gönne ich mir noch einen eiskalten Milchshake.
Weiter geht die Fahrt durch die grandiose Landschaft des Namib Rand Natur Reserve bis nach Sesriem. Hier tanke ich erneut. Dann möchte ich im Shop an den ATM, ich brauche wieder Bares. Hier ist ab 16.00 Uhr geschlossen, wegen Inventur. Es ist genau 16.02 Uhr. Nix iss mit TIA, der Shop ist dicht.
Ich fahre durchs Gate, und in der Reception hole ich mir für Übermorgen ein Permit für Mirabib. Hier gibt es keinen ATM, aber man verweist mich auf die grosse Lodge vor dem Tor. Also fahre ich dorthin, und hier kann ich tatsächlich meine Barreserven wieder auffüllen.
In Sesriem möchte ich nicht bleiben, es ist mir viel zu trubelig.
So fahre ich weiter Richtung Solitaire und werde die nächste Campingmöglichkeit, die auf dem Weg liegt, ansteuern, denn es ist brüllheiss, und ich bin schon wieder viel zu lange unterwegs. Ich brauche dringend eine Pause.
Die nächste Gelegenheit kommt in Form der Weltevrede Guestfarm. Für 150.- Nam$ stelle ich mich unter einen grossen Kameldorn mit riesigem Webervogelnest. Ich nehme mir an der Bar ein Kaltgetränk, ein namibisches Radler, das garantiert nicht mein neues Lieblingsgetränk werden wird, und setze mich an den Pool, aber hier ist mir zu viel los. Ich setze mich auf meine Site mit Blick in die Berge, über denen dann ein riesiger Vollmond aufsteigt.


Viele Grüße,
Matthias
Teil 2013. Juni 2018
Donnerstag, 01. Februar; ohne Camp Gecko geht es einfach nicht.

Ich habe herrlich geschlafen, es ist wunderbar ruhig hier. Wieso eigentlich? Ich stehe doch bei dem Baum mit dem riesigen Webervogelnest. Dieses ist aber verlassen, zumindest von den Siedelwebern. Dafür haben sich eine ganze Horde Untermieter eingefunden, diese schlafen aber länger als die Weber. Es sind einige Paare Lovebirds, die erst zu quietschen anfangen, als die Sonne schon über die Berge geklettert ist.

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Zuerst sind die Vögel ziemlich scheu, aber nach einer Weile akzeptieren sie meine Anwesenheit, und ich kann einige Bilder aus nächster Nähe machen. Die Vögel machen ihrem Namen alle Ehre, sie schnäbeln miteinander und putzen sich gegenseitig das Gefieder.

Da die gestrige Tour ungewollt viel länger war als eigentlich vorgesehen, will ich heute nur ein kurzes Stück fahren. Über Solitaire ein paar Kilometer Richtung Spreetshoogte Pass bis zum Camp Gecko, mehr nicht.

Nach einer belebenden Dusche fahre ich also via C 19 bis nach Solitaire, und da es kurz vor Mittag ist, beschliesse ich, in der Bakery einen Tee und was Süsses zu nehmen. Der Platz hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert, die Boma ist vergrössert worden, dafür musste der Schattenbaum, der von den Vögeln so geliebt wurde, weichen. Und hinter der Tanke gibt es jetzt ein neues Restaurant, das gab´s letztes Jahr noch nicht.
Wie ich so im Schatten sitze und meinen Tee nippe, kommt ein Hilux-Pickup von der Tanke angefahren, und zwei Ladys steigen aus und marschieren Richtung dem Grab von Moose. Die Damen kommen mir bekannt vor. Es sind die Mutter und die Tante meiner Schwägerin, die gerade von Farmbesuchen aus dem Süden unterwegs sind zurück nach Swakop. Wir setzen uns in den Schatten, trinken was und erzählen uns von unseren Touren, und auf die Art habe ich für übermorgen eine Einladung zum Abendessen in Swakop in der Tasche.
Dann trennen sich unsere Wege, und ich fahre das kurze Stück über die D 1275 bis zum Camp Gecko. Bei Renee checke ich ein, und wieder kann ich meinen geliebten Platz Eagle´s View okkupieren.

Ich setze mich unters Schattendach, glase die Gegend ab, lese ein bisschen, werde müde und lege mich erstmal schlafen. Als das Licht schöner und die Temperaturen erträglicher werden, spaziere ich das Stück den Hügel hinab bis zum grossen Pool. Hier schwimme ich einige Runden, und dann quatsche ich eine ganze Zeit mit Renee über das Leben hier in Namibia. Nebenbei frage ich ihn, ob es stimmt, dass Heidi und er wieder zurück nach Europa wollen. Er ist einigermassen erstaunt, woher ich das weiss, aber ja, es stimmt, sie wollen Camp Gecko verlassen.

Zurück auf der Campsite dokumentiere ich eine Gottesanbeterin, die einzige in dem ganzen Monat der Reise. Normalerweise habe ich sonst immer viel mehr Insekten gefunden, aber es ist einfach viel zu trocken. Hier im Schatten der Rantberge hat es diese Saison noch überhaupt nicht geregnet.
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Während ich meinen Sundowner nehme, knipse ich noch die herrlich roten Berge in der untergehenden Sonne.

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Da geht sie hin.

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Bald geht über den Bergen der fast volle Mond auf, und ich sitze noch lange an meinem Feuer.

In der Nacht werde ich wach, weil wenige Meter neben dem Condor einige Bergzebras stehen und an den spärlichen Grasbüscheln rumzupfen. Im Mondlicht lassen sie sich wunderbar beobachten.


Viele Grüße,
Matthias

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