Champagner8'678 Beiträge · seit 201024. Apr. 2018 · #181
fotomatte schrieb: Ich springe zwischen den Felsen umher wie ein tollwütiger Klippschliefer, um möglichst viele unterschiedliche Positionen zu finden, und doch habe ich permanent das Gefühl, das beste Bild zu verpassen.
KOPFKINO 🤩 😄 🤪 !
Matte, ich halt mich hier ein bisschen zurück, weil ich mit den Köcherbäumen nicht gar so viel anfangen kann, ich steh nicht auf so schdrabeliges Zeug 😊 Aber die Wolken find ich toll 🙂 !
casimodo4'528 Beiträge · seit 200724. Apr. 2018 · #182
Hi Matthias,
ich bin auch noch dabei 😉 Auch wenn ich derzeit wenig schreibe 😕 Du lässt Dir aber auch immer etwas Neues einfallen 😎 Vogelserien sind ja selbstverständlich. Aber Autobilder-Serien sind hier neu 😉
sphinx1'624 Beiträge · seit 201529. Apr. 2018 · #186
Hallo Matthias da ich Köcherbäume besonders mag und das Mesosaurus Camp gerne wieder besuchen würde, war dieses Kapitel natürlich ein besonderer Leckerbissen für mich. Und den tollwütigen Klippschliefer hätte ich gerne live erlebt 🤩 weiter so 🙂 Viele Grüße Elisabeth
kalachee1'059 Beiträge · seit 200630. Apr. 2018 · #187
Lieber Matthias
So, ich bin jetzt auch wieder aktualisiert.
Ach, wie schön! Es freut mich, dass du noch einen so gemütlichen Aufenthalt auf Mesosaurus hattest. Es ist einfach wirklich sehr schön dort und auch wenn das Motiv komplett totfotografiert ist, gibt es eben schon mächtig was her. Die Stimmungen hast du sehr, sehr toll eingefangen! Und der Giel ist einfach wirklich cool. Wir haben bei unserer Abreise auch noch ein paar Worte mit ihm und seinen Töchtern, die auch grad da waren, gewechselt. Herzensgute Menschen mit einer tollen Portion Humor!
Aber jetzt:
fotomatte schrieb: Im Ort irre ich ein paarmal im Karree herum und finde doch nicht die grosse Mall, so klappere ich ein paar Läden ab, bis ich alles Benötigte zusammen habe. Am Bahnhof besuche ich kurz das Lokdenkmal.
...
Beim Verlassen der Stadt passiere ich natürlich die Mall, hier hätte ich alles praktisch an einem Ort gefunden, blöderweise ist die Mall nirgends ausgeschildert.
😄
Du glaubst es nicht, aber uns ist es am Tag vor unserem Trefen genauso ergangen! Wir sind den ganzen Nachmittag im Kaff rumgekurvt und haben gefühlt 15 verschiedene Läden aufgesucht für all unsere Besorgungen, nur, um dann ganz am Schluss noch diese neue Mall mit dem riesigen Supermarkt zu entdecken. Wenigstens haben wir dann dort nochmals zwei weitere, feine Steaks nachgebunkert. 😏
Vielen Dank für die wunderschönen Köcherbaum Bilder!!! 🤪
In die Gegend müssen wir auch unbedingt irgenwann noch reisen.... So viele Ziele, und wenn man hier im Forum die verschiedenen Berichte liest werden es ständig mehr. 😣
Wie sollen wir das jemals alles zeitlich, und finanziell, hinbekommen...? 😮 Ich brauche dringend mehr Urlaub , oder Rente, noch besser wäre ein Lottogewinn! 😄 Aber: Besser zu viele Ziele als gar keine im Leben. 😉
Freue mich auf Deinen weiteren Bericht.
Liebe Grüße Nadine
fotomatteThemenstarter2'515 Beiträge · seit 200907. Mai 2018 · #189
Mein lieber Scholli, 😉 😎 🤪
ich freu mich mächtig über euer Interesse und die netten Kommentare. Leider habe ich wegen dieses Frühsommers grade keine Zeit fürs Forum, geschweige denn zum Berichtschreiben. Irgendwie rennt mir grade die Zeit weg, zuerst die Arbeit 😗 😈 , und am Wochenende dann die Vögel, die Falter, die Schlangen... Da kann ich direkt wieder den tollwütigen Klippdachs rausholen. 😊 😵
@ Beatnick : Liebe Bettina, genau so heisst die Farm, danke dir. 😘
@ Logi mit neuem Logo : ich glaube, das waren die Hinterlassenschaften von mehreren Weihnachten. Und ich vermute, dass da keiner kommt und "Aktion Saubere Landschaft" macht. Leider. 🤢
@ Dandelion : Hallo Kordula, gerne darfst du die Fotos ausdrucken. Solltest du eine bessere Auflösung wünschen, lass es mich wissen. Freut mich, wenn die Bildle gefallen.
@ Bele : Ja ja,lach nur... Schön, wenn ich das Kopfkino in Gang setzen kann. 😘
@ casimodo : Hi Carsten, Autoserie hatte ich schon mal in einem Bericht, natürlich über den Schrott aus Solitaire... 😄 Danke.
@ CuF : Freut mich sehr, dass euch die Pygmys gefallen. Und übrigens, die 1,90 m sind etwas arg am Zollstock gezerrt, ich bleib nen Zehner drunter. 😗
@ Applegreen : Hoi Sabine, siehe casimodo. Da ich ein Faible für alte Karren habe, gab´s da schonmal eine Serie. Ist aber schon ein paar Jahre her, von daher sei dir verziehen. Ich kenne auch nicht alle Berichte auswendig. 😕 😎
@ sphinx : Liebe Elisabeth, vielen Dank für deine Zeilen. 😘
@ kalachee : Hoi Sam, ich wusste ja, dass es diese Mall gibt, ich war da vor vier Jahren schonmal drin, aber ich hab´s nicht mehr geblickt, wo sie ist. Und Mesosaurus? ein Träumchen! 🙄
@ Nadine*76 : Hallo Nadine, so isses. Solange man Ziele und Wünsche hat, lebt man. 😄 Und auch bei mir werden sie nicht weniger. 😗
Vielleicht schaffe ich heute in einer Nachtsession ein weiteres Kapitel, mal schaun... 😵
fotomatteThemenstarter2'515 Beiträge · seit 200908. Mai 2018 · #190
Freitag, 26. Januar; ein tiefer Blick nach Mittelerde
Ich war zuvor noch nie am Fish River Canyon, aber aus diversen Berichten weiss ich, dass es nicht lohnt, allzu früh dort zu sein, denn dann liegt der Canyon noch in tiefem Schatten, also frühstücke ich ganz gemütlich auf meiner Site in der Sonne sitzend. Nachdem dann wieder Alles verstaut ist, fahre ich das kurze Stück bis nach Hobas, wo ich den fälligen Obulus entrichte. Weiter geht es über eine öde Schotterpläne, einzig ein paar Springböcke und einige Strausse unterbrechen die Monotonie. Die Strasse führt nun sanft ansteigend an den Schluchtrand bis zum Main viewpoint. Ich stelle den Condor vor das stattliche Aussichtdeck und setze mich an die Hangkante, um die Szenerie auf mich wirken zu lassen.
Ich muss sagen, der Canyon ist schon beeindruckend, und mit dem Fernglas glase ich alle Flussschleifen ab. Es gibt einige tiefe Gumpen, die noch Wasser haben, aber fliessen tut hier seit geraumer Zeit nichts mehr.
Von Osten her treiben wieder einige Dekowölkchen heran, und da nun eine Gruppe deutscher Senioren eingetroffen ist, die bald Richtung Beginn der Fischflusswanderung marschieren, schlage ich die entgegen gesetzte Richtung ein und fahre den nächsten Viewpoint in südlicher Richtung an.
Ohne Köcherbaum geht´s einfach nicht.
Dann fahre ich zurück Richtung Norden zum Aussichtspunkt beim Trailhead. Die Gruppe begibt sich gerade zurück zu ihrem Bus, und so habe ich den Flecken für mich alleine. Ich setze mich wieder an den Schluchtrand und folge mit dem Fernglas dem Trail in den Talboden. Meine Neffen sind hier schon abgestiegen und haben die fünftägige Wanderung bis nach Ai-Ais gemacht.
Als Nächstes fahre ich den Aussichtspunkt bei den Sulphur Springs an. Die Sonne ist höher gestiegen und heizt nun mächtig ein, nur der stetig blasende Wind sorgt für etwas Kühlung. Die Wölkchen zaubern ein paar Schatten in die Landschaft und geben dem Bild ein bisschen plastische Tiefe.
Die Kandelaber-Wolfsmilch macht sich recht fotogen vor der Schlucht.
Ich fahre eine weitere, nochmals ein paar Kilometer südlich liegende Aussicht an. Hierher kommen offensichtlich nicht mehr viele Leute. Ich geniesse die Stille und glase wieder den Talboden ab.
Und dabei entdecke ich Leben. Keine kleinen Kriechtiere, sondern veritable Säuger.
Ganz gemächlich trotten zwei Pferde durch das Rivier. Wo kommen die denn her, wem gehören sie wohl? Oder sind das versprengte Tiere von den Garub-Pferden?
Ein letzter Blick in den tiefen Canyon.
Mittlerweile ist High Noon, ich habe nun dreieinhalb Stunden hier vertrödelt, langsam wird es Zeit, aus der Sonne raus zu kommen und weiter in den Süden zu fahren.
Über die C 37 fahre ich durch grandiose Landschaften.
In Aussenkehr steuere ich das Norotshama Resort an, das man nach einer kilometerlangen Fahrt durch nicht enden wollende Rebplantagen erreicht. Für 170.- Nam$ kann ich mir einen schattigen Stellplatz aussuchen. In den Büschen turnen Orange River White-eyes umher, die habe ich noch nie gesehen. Leider gelingt mir genau so wenig ein Foto wie von dem hier im Sand rumstochernden Wiedehopf. Im nahen Schilf singen Rohrsänger. Nachdem ich das Auto im Schatten geparkt habe und den Kühlschrank an den Strom angeschlossen habe, inspiziere ich den Platz. Ein Radfahrer aus Deutschland, unübersehbar, da komplett mit Wolfspfoten-Ausrüstung versehen, residiert noch hier, und ich unterhalte mich recht nett mit ihm. Wir verabreden uns für später zum gemeinsamen Abendessen, und ich gehe etwas runter zum Orange River, der erschreckend wenig Wasser führt.
Um fünf Uhr treffe ich mich mit dem Radler aus Celle ( ich weiss nicht einmal seinen Namen ), wir sitzen im Freien, trinken ein, zwei kalte Biere und erzählen uns Road-Stories. Später bestelle ich ein Beef Sosatie mit Fritten. Es schmeckt fantastisch, aber es ist eine Riesenportion, die ich unmöglich vertilgen kann. Der immer hungrige Radler packt also meine halbe Portion auf sein eigenes Menue obendrauf, er will morgen schliesslich hauptsächlich bergauf bis nach Hobas fahren und dann weiter nach Keetmanshoop, da können ein paar extra Kalorien nicht schaden.
Zufrieden lege ich mich bei geöffneten Fenstern ins Auto zum Schlafen, doch irgendwann wache ich wieder auf. Es sirrt um mich herum-Mossies. Nachdem ich im Dunklen mehr mich selbst geschlagen habe, als dass ich ein paar Quälgeister erledigt hätte, knipse ich das Licht an, und sehe die Bescherung. Am Dachhimmel sitzen bestimmt vierzig, fünfzig Mossies. Na toll. Schnell stelle ich das Zelt auf, schmeisse Isomatte und Schlafsack rein und flüchte in die mossiefreie Zone. Gute Nacht.
fotomatte schrieb: Und dabei entdecke ich Leben. Keine kleinen Kriechtiere, sondern veritable Säuger.
Ganz gemächlich trotten zwei Pferde durch das Rivier. Wo kommen die denn her, wem gehören sie wohl? Oder sind das versprengte Tiere von den Garub-Pferden?
Hallo Matthias,
zu der Existenz der "Wildpferde" im Fish River Canyon gibt es bei Gondwana die Aufklärung: The Wild Horses of the Fish River Canyon 😉
vielen Dank für die schönen Einblicke in den Fishriver-Canyon. Dort waren wir schon lange nicht mehr. Die Brillenvögel hätte ich auch sehr gerne gesehen. Und vielen Dank für die Fortsetzung.
wie schön, dass es hier weitergeht! Ich habe mir schon ein wenig Sorgen gemacht 🤨 !
Die Gegend entlang des Canyons ist wunderschön - wir waren ja auf unserer ersten Reise dort und in diesem Jahr ging es uns zeitlich leider gar nicht aus. Da müssen wir auch nochmal wieder hin. Besonders gespannt bin ich auf die Fortsetzung weiter Richtung Süden - die Gegend kennen wir nämlich noch gar nicht.
fotomatteThemenstarter2'515 Beiträge · seit 200908. Mai 2018 · #195
Hallöle,
es freut mich natürlich, dass ihr immer noch so bei der Sache seid, trotz einiger zeitlicher Durststrecken. 😕
@ Logi : Viielen Dank, Logi, für den Link, der alle offenen Fragen bzgl. Pferde im Canyon beantwortet. Sehr interessant. 😘
@ Eulenmuckel : Hallo Uwe, den Brillenvogel kennt ihr doch bereits, aus Swakop. Ihr habt schöne Fotos von den kleinen Vögeln, wenn ich mich richtig erinnere. 😵 😗
@ franzicke : Liebe Ingrid, ich danke verbindlichst für deine netten Worte. Mal schaun, was der Feiertag so bringt... 🙄
@ Applegreen : Liebe Sabine, weiter südlich wie Norotshama bin ich aber nicht gekommen, aber jetzt geht es Richtung Westen, durch die Berge, bis nach Oranjemund. Stopp. Ich greife vor. 😊 🤢 Ich hab grade schnell auf der Karte nachgeschaut: Oranjemund ist doch etwas südlicher als Aussenkehr.
Old Women1'543 Beiträge · seit 201310. Mai 2018 · #196
Hallo Matthias, hallo Logi,
Fotomatte schrieb:
Mittlerweile ist High Noon, ich habe nun dreieinhalb Stunden hier vertrödelt, langsam wird es Zeit, aus der Sonne raus zu kommen und weiter in den Süden zu fahren.
Na, na, na! Das ist doch kein "Vertrödeln". An dieser einzigartigen Landschaft kann man sich gar nicht zu lange satt sehen. Danke für die schönen Fotos.
@ Logi: das hätte ich nie für möglich gehalten, dass sich dort unten Wildpferde aufhalten, so schroff und so karg habe ich diese Gegend in Erinnerung. Aber Wildpferde sind ja sehr genügsam, denn die Gegend um Klein Aus, wo ich sie dann in der Tat gesehen habe, zeichnet sich ja auch nicht gerade durch blühende Wiesen aus. Danke für die Erklärung.
fotomatte schrieb: @ franzicke : Liebe Ingrid, ich danke verbindlichst für deine netten Worte. Mal schaun, was der Feiertag so bringt... 🙄
Berichtstechnisch auf jeden Fall...NICHTS! 🙄 Aber so hab ich wenigstens Zeit, mich für die zurückliegenden Kapitel zu bedanken, du bist ja gerade nicht in den Gegenden, die mich besonders reizen, aber natürlich lese ich immer mit, man weiß ja nie, was man sonst an Infos verpasst 😉 ! 😘
fotomatteThemenstarter2'515 Beiträge · seit 200913. Mai 2018 · #198
Hallo,
@ Old Women : Hi Beate, du hast recht, es wurde keine Zeit vertrödelt, ich habe sie durchweg genossen. Und der Canyon hat einen "tiefen" Eindruck hinterlassen.
@ Champagner : Liebe Bele, vielleicht ist dann das nächste Kapitel was für dich? Immerhin, die Fotos sind rausgesucht, spätestens Dienstag sollte der Bericht fertig sein. 😗 😕
fotomatteThemenstarter2'515 Beiträge · seit 200915. Mai 2018 · #199
Samstag, 27. Januar; Durch den "kleinen" Richtersveld-Park.
Etwas gerädert nach der unterbrochenen Nacht stehe ich erst so gegen 6.30 Uhr auf, packe zusammen und verabschiede mich vom Radler. Kurz nach sieben Uhr fahre ich durch die endlosen Reben zurück auf die C 13.
Reben bis direkt an die Berge, im Hintergrund das Township der Arbeiter.
Die Siedlung sieht relativ geordnet aus, hinterm Oranje erheben sich die Berge des südafrikanischen Richtersveld-Nationalparks.
Langsam tuckere ich die Pad Richtung Westen, dabei sinniere ich darüber nach, dass ja eigentlich das Gestein beiderseits des Flusses das Selbe ist, das Klima auch, also sollten ja auch auf namibischer Seite die selben Pflanzenarten vorkommen. Da könnten doch eigentlich auch hier ein paar Sukkulenten zu finden sein, die schon lange auf meiner Wunschliste stehen. Eigentlich sind sie der Grund, warum ich unbedingt mal in den Richtersveld-Park will. Aber ich habe halt keinen dort benötigten Allrad. So scanne ich die Berghänge nach einer verräterischen Silhouette.
So weit muss ich gar nicht fahren, da sehe ich das gesuchte Objekt oben in einem steilen Berghang stehen. Ich fahre den Condor ganz nach rechts an die Seite, da ist aber der Sand ganz besonders weich. Der Condor sinkt hinten weg, ich stecke fest. Egal! Zuerst will ich mich um die Botanik kümmern, so lange das Licht noch schön ist, das Auto rennt mir nicht davon. 🤢
Endlich gefunden- eine Pachypodium namaquanum, oder Halfmens, oder Halbmensch. Na gut, mag Mancher denken, na und? Ein bedornter Stamm, oben ein Büschel Blätter, das war´s. Die Pflanze ist ein Endemit, den es nur hier im Richtersveld, und eben auch auf der namibischen Seite gibt, was ich aber nicht gewusst, sondern nur vermutet habe. Umso froher bin ich über meinen Fund. Bei den Nama hat diese Pflanze eine mystische Bedeutung.
Der Halbmensch muss sich nun eine Foto-Session von allen Seiten gefallen lassen, ich bin happy.
Nachdem ich diese exotische Pflanze entsprechend gewürdigt habe, klettere ich wieder den Berghang hinab, nicht ohne wieder ein paar Köcherbäume "mitzunehmen".
Dann muss ich mich doch um mein Vehikel kümmern. Erstmal lasse ich ordentlich Luft aus den Reifen, dann bocke ich die Karre beidseits auf und packe Steine unter die Räder. Ferner präpariere ich eine Fahrspur mit dem Spaten. Ein gutes Stück komme ich weiter, dann gräbt sich der Condor wieder ein. Ich höre Motorengeräusch, ein Auto kommt den Berg herunter gefahren. Auf mein Winken reagiert der Fahrer mit Hupen und fährt weiter. Also bocke ich erneut auf, packe wieder Steine unter die Räder. Nun nähert sich aus der anderen Richtung ein Auto. Ein völlig überladener Bakkie hält an, der Fahrer und Familienoberhaupt in Personalunion besieht sich die Lage, öffnet hinten den Bakkie, und vier, fünf Söhne quirlen aus dem Auto. Mit ordentlicher Schubunterstützung bin ich gleich wieder zurück in der Spur auf festem Sand. Sie fragen mich im Gegenzug nach Soft Drinks, da ich so Zeugs aber nicht dabei habe, schenke ich ihnen einen Fünf-Liter-Kanister Wasser. Nachdem alle Jungs wieder im Canopy verschwunden sind, fährt der Bakkie langsam den Berg hoch. Ich verstaue meine Ausrüstung und fahre dann ebenfalls weiter. Nun sehe ich weitere Halbmenschen in den steilen Bergflanken stehen. Sogar ein paar Exemplare mit Verzweigungen, die nun einer menschlichen Silhouette deutlich ähnlicher sehen, sind dabei. Aber mein Mut, nochmals an die Seite zu fahren, ist aufgebraucht, ausserdem ist das Licht nicht mehr so schön.
Oben auf dem Pass mache ich einen Foto-Stopp, die Landschaft begeistert mich.
Ein segelnder Greif, ganz niedrig. Sofort gestoppt und abgedrückt. Endlich ein Zwergadler auf eine gute Entfernung. Es gefällt mir immer besser hier.
Nachdem ich den Berg wieder herunter gefahren bin, folgt die Strasse nun wieder dem Oranje River. Und hier muss es etwas geregnet haben, denn es gibt Blumen zu bewundern. Hier sind es zwar nur Devil´s thorns, oder Morgensterne, also was ganz Gewöhnliches.
Dafür entdecke ich am Hang eine weitere botanische Rarität: Aloe ramosissima. Gehört zu den Köcherbäumen, wächst aber vieltriebig und strauchartig.
Und weitere Blumen gibt es direkt neben der Pad, deren Namen ich aber nicht weiss.
Ein Korbblütler, aber weiter?
Kurz vor Sendelingsdrif gibt es den letzten Stopp, und dann führt die Strasse weg vom Fluss nach Rosh Pinah. Dort tanke ich voll, und fahre dann über die ganz frisch geteerte und erst seit drei Monaten öffentlich befahrbare Strasse Richtung Oranjemund. An einem Gate wird der Pass kontrolliert und das Fahrzeug in eine der unvermeidlichen Listen eingetragen, dann kann man in das ehemalige Sperrgebiet einfahren.
Kurze Pause überm Oranje.
Oranjemund empfängt mich mit tiefhängenden Wolken, dazu ist es kalt und windig. Die Stadt fahre ich einmal rauf und runter, es ist Samstagnachmittag, der Ort ist quasi verlassen. An die Bucht kommt man natürlich nicht, hier ist nach wie vor Sperrgebiet von Namdeb. Etwas desillusioniert verlasse ich dieses trostlose Kaff, wo ich eigentlich zwei Nächte zubringen wollte, und fahre dann doch, einer Eingebung folgend, beim Golfplatz rechts ab. Fährt man hier ganz nach hinten durch, kommt man an den Strand. Wenn man mehr Sicht hätte, könnte man die Mündung des Oranje in den Atlantik sehen.
Die Einheimischen verbringen den Samstag hier am Strand und vergnügen sich am Wasser, beim Angeln oder beim Braai.
Überaus häufig, die Kelp Gull.
Der Oranje kurz vor der Mündung.
Leider ist es sehr dunkel, ein bisschen mehr Licht hätte den Fotos nicht geschadet. Sieht für mich einem Strandflieder nicht unähnlich aus.
Wiederum eine Sukkulente. Die verschiedenen, wenn auch recht kleinen Blüten in verschiedenen Farben schaffen es dann doch, mich wieder versöhnlicher zu stimmen.
Wenn mir Jemand Tipps zu den Pflanzen geben kann, wäre ich sehr dankbar.
Zum Abschluss gibt es noch ein Paar Cape Teals, oder Kapenten.
Das Ende des Grauens, über der Wüste scheint die Sonne.
Dann fahre ich zurück, die ganze Strecke am Oranje entlang nach Rosh Pinah. Dort tanke ich erneut und kaufe auch Wasser nach, dann fahre ich ohne Stopp weiter bis nach Aus. Das ist jetzt ein verdammt langer Fahrtag geworden, und schon unterwegs habe ich beschlossen, dass ich zwei Nächte auf der Campsite von Klein-Aus bleiben werde, und morgen bleibt die Karre stehen, da wird gelaufen. 😛 😎 Ich setze mich auf die Veranda vom Desert Horse Inn und geniesse zum Sonnenuntergang einen kalten Milkshake, dann fahre ich auf die Campsite und richte mich für die Nacht ein.