Ach, dooch, fotomatte wir finden, Suicide Chicks passt vorzüglich 🙂
der kleine Veterinär-Psychologe, spez.Avifauna, schreibt dazu: Latente Todessehnsucht des Numida meleagris - ...kann durch Erfolgerlebnisse als Lebensantrieb dieser Spaßvögel betrachtet werden - ...ist wohlmöglich die Folge der Disproportionalität von Schönheit und Hirn - ...man geht davon aus, dass es bei der Schöpfung an der falschen Stelle „hiieerr“ gackerte - ...vermehrt sich trotzdem erfolgreich, Küken sind unmittelbar über ihren Instinkt gesichert, dieselbe „Laufbahn“ einzuschlagen
Grüße lilytrotter
Übrigens: auch wir haben noch nie ein totes Helmperlhuhn auf'm Weg gefunden.
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
Topobär5'479 Beiträge · seit 200926. Feb. 2015 · #143
Auch wir haben noch nie ein überfahrenes Perlhuhn gesehen und verfahren schon seit langem nach der Methode für Perlhühner nicht zu bremsen. Je schneller man auf sie zufährt, umso schneller erinnern Sie sich daran, dass sie fliegen können.
Guggu2'261 Beiträge · seit 201126. Feb. 2015 · #144
Lieber Matthias,
sehr schöne Aufnahmen von den Schmetterlingen, den Käfern und die Gottesanbeterin mit ihren bösen Angewohnheiten. A rose is a rose is a rose is a rose. Das war Gertrude Stein - und stimmt ein gutes Foto ist ein gutes Foto ist ein gutes Foto. Das war jetzt ich - stimmt aber auch. Was ich damit sagen möchte, du muss hier nicht nur neue Arten posten. Ein gelungenes Foto schaue ich dann auch gerne an, auch wenn du letztes und vorletztes Jahr ähnliches gepostet hast. Sonst könnten wir nach den Löwen, Giraffen, Hippos etc. von vor x Jahren nix mehr hineinstellen. 😗
Steffi82672 Beiträge · seit 201126. Feb. 2015 · #145
Hallo Matthias,
ich bin auch noch mit dabei und echt fasziniert was du da an Tieren "ausgegraben" hast, die leider viel zu oft unter den Tisch fallen (so was wie die Gottesanbeterinnen würde ich nicht mal sehen, wenn ich aktiv danach suchen würde 🙄 😐 ...)
Schon alleine aus diesem Grund genieße ich deinen Bericht unheimlich - er ist so erfrischend anders!
Ein Foto von der geschwollenen Nase würde den Bericht aber wirklich noch weiter ... ähm ... aufwerten 😎 😗 !
Champagner8'672 Beiträge · seit 201026. Feb. 2015 · #146
Guggu schrieb:
Sodele, jetzt warte ich auf die Erdmännchen.
Guggu
Ich warte gerne mit - für Erdmännchen kann ich mich in Sachen "Caprivi" auch noch ein bisschen gedulden! Nebenher hoffe ich, dass meine Mitreisenden Aug.15 gerade nicht im Forum rumstöbern, sonst bekomme ich wieder wie neulich eine Mail von meiner Renate inklusive Anhang eines Fotos (in diesem Fall einer Spinne) aus einem Forumsreisebericht mit folgendem Text: "Liebe Bele! Was ist das und was hat das in Namibia zu suchen?" 🤩
Ich persönlich finde ja vorallem diese Kegelkopfschrecken sehr fotogen und würde viel dafür geben, mal eine vor die Linse zu bekommen (aber ich weiß: falsche Jahreszeit.... 🙁 ).
LGMB
P.S.: Hasch gemerkt? Ich hab keinen Pieps zur Steilvorlage gesagt 😗 😄
Sanne2'462 Beiträge · seit 200626. Feb. 2015 · #147
Hallo Matthias,
auch Deine Bilder von den Insekten sind sehr schön und das sage ich, OBWOHL ich die Viecher eigentlich nicht mag. Alles, was fliegen kann und kein Vogel ist, ist mir suspekt 😊 Ich bin mal sehr nah an eine Gottesanbeterin zum Fotografieren herangegangen, kroch quasi in sie rein, sie ließ sich auch nicht stören... ich war überzeugt, die könnten nicht fliegen 😕 Konnte sie dann doch, in der Lodge haben sie vermutlich noch Stunden später gedacht, diese würde von Löwen übernommen 😊 😉
Die Kegelkopfschrecken habe ich auch schon mal gesehen, am Boden sind die echt flott... kannst jetzt aber gern auch wieder Säugetiere zeigen 😛
Liebe Grüße Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
fotomatteThemenstarter2'513 Beiträge · seit 200927. Feb. 2015 · #148
Was soll ich sagen???
Ich habe mich fast beömmelt beim Lesen all eurer Kommentare--vielen Dank. Sehr lustig. 😄 🙂
@Sanne: das mit dem Löwen habe ich, ähm, nicht kapiert, sorry. 😗
@Bele: Hab´s registriert, haste brav gemacht. 😘
@Steffi82 und freschy: das könnte euch so passen, aber es gibt kein Foto meiner misslichen Lage. Ich hatte da echt andere Probleme und nicht an ein Selfie gedacht.
@Guggu: Ich staune immer über dein Füllhorn, was du alles so an Zitaten aus aller Welt zur Hand hast--echt Guggustyle halt. 😘
@Topobär und Erika: Ich weiss doch, dass sie flieg.., nee, quatsch, flattern können. Das Bild mit dem Schakal am kleinen Wasserloch habe ich in unmittelbarer Nähe eines grossen Kameldorns gemacht, den ich als Hide genutzt habe. Nach Sonnenuntergang kamen aus allen Richtungen die Hühner angewackelt, und nach eingehender Prüfung flatterte eines nach dem anderen in den Kameldorn, direkt über mir. Sie wollten da schlafen. Die Empörung war ziemlich gross, als ich mich bei Fast-Dunkelheit erhoben habe, um heim zu gehen. Da war plötzlich Leben in der Truppe. 🤪
@lilytrotter: Köstlich. U made my day. 😎
Ich werde das "tolle" Wetter nutzen und mal Erdmännchen machen.
fotomatteThemenstarter2'513 Beiträge · seit 200927. Feb. 2015 · #150
Na schön, nun also Erdmännchen, oder Surikate, oder Meerkat, oder Scharrtier :
Von meinen vorherigen Besuchen hier kenne ich mindestens zwei Baue, die von den umtriebigen Kerlen bewohnt werden. Das Problem mit diesen Flitzern ist, dass sie permanent die Baue wechseln. Aber beim Postenfahren sehe ich, wie ein Wächter auf einem Bau ziemlich nahe beim Haus steht. Da es gegen Sunset geht, bin ich mir sicher, dass sie hier übernachten werden. Und so habe ich mir mittels zweier Stangen und einem Camouflage-Gewebetuch, welches ich extra für diesen Zweck mitgebracht habe, ein einfaches Hide gebaut. Runde dreissig Meter entfernt, das sollte reichen, damit die Tiere nicht gleich Reissaus nehmen. Noch ein Campinghocker dahinter gepackt, und der nächste Morgen kann kommen.
Da die Erdmännchen keine Frühaufsteher sind, reicht es völlig, so ab Sonnenaufgang vor Ort zu sein-- wenn es denn einen Sonnenaufgang gibt. Heute nicht, und so dauert es eine ganze Weile, bis der Wächter mal die Lage sondieren kommt.
Wenn er die Übersicht hat, und keine Gefahr zu erkennen ist, kommt nach und nach die ganze Truppe raus. Die Jüngsten zum Schluss.
Eine Überprüfung am Abend hat ergeben: die Erdmännchen sind nicht da. So widme ich mich ein paar Vögeln und finde rein zufällig die Truppe bei ihrem neuen Zuhause, rund fünfhundert Meter weiter.
neuer Morgen, neuer Bau. Heute mit Sonne. Und da ich hier ja keinen Hide habe, nähere ich mich langsam und ganz offen und setze mich ca. zwanzig Meter entfernt an einen Baumstamm. Die anfängliche Nervosität legt sich schnell, und bald wuselt es nur so um mich rum.
scharfe Krallen
da ich sitzend nur wenig von dem Bau einsehen kann, stehe ich langsam hinter dem Stamm auf, und mit erhöhter Position lässt sich jetzt noch mehr Einblick in das Familienleben nehmen. Mindestens aus zwölf Tieren besteht die Familie, davon sind fünf Junge.
bald lässt das Interesse an mir nach, und man widmet sich wieder den Dingen, die für ein Erdmännchen essentiell sind.
Scharren
Fellpflege
Auch dieser Bau bleibt nicht langfristig das Domizil, aber schon am nächsten Morgen finde ich sie wieder.
Die abendliche Kontrolle ergibt: die Truppe wird hier übernachten. Gut so. Denn mittlerweile ist Stefan wieder aus Swakop zurück gekehrt, und er hat noch immer keine echten, also einheimischen Surikate gesehen. Sie sind extra eine Nacht bei der Blutkoppe gewesen -war ein Tipp von mir- aber auch dort : keine Erdmännchen. Nun aber, endlich soll es gelingen.
derselbe Bau abends
plötzlich kommt der Weisse angeprescht, und die Erdmännchen wenden ihm ihre Aufmerksamkeit zu. Naja, alle bis auf Einen.
die Augään links
vier Minuten später ist die Sonne hinter einer Wolkenbank verschwunden.
Schwänzchen in die Höh.
es gibt sie tatsächlich. Echte, namibische Erdmännchen. Ein Fluch ist gebannt--Stefan muss anerkennen, es gibt sie wirklich, sie sind keine Fabelwesen. Ein Märchen.
und wiederum mit dem Wächter beende ich das Kapitel Erdmännchen, denn wir haben zwar am nächsten--unserem letzten Morgen auf der Farm--nochmals nach ihnen gesucht, sie waren aber wieder umgezogen. Warum, das gibt es im nächsten Kapitel zu lesen und zu sehen.
Guggu2'261 Beiträge · seit 201127. Feb. 2015 · #151
Lieber Matthias,
völlig Wurst wie man sie nennt, liebes Kind hat wie bekannt viele Namen. Ich finde diese Kerlchen so bezaubernd und das Warten hat sich mehr als gelohnt. 😁 Es ist ein großer Traum von mir welche in natura zu erleben. Tausche ich glatt für ein Löwenrudel auf Valium ein 😗 Und der Weisse sieht im Abendlicht auch nicht mehr so klepprig aus 😉
Danke noch einmal auf diesem Weg - die Insektenbilder lassen ahnen, wie viel Geduld Du dafür aufgebracht hast, die Erdmännchfotos auch - sind gespannt, wie es weitergeht. Gruß CuF
Kloppo376 Beiträge · seit 201428. Feb. 2015 · #153
Hallo Matthias,
super Fotos, vorallem von kleinen "Erdmännchen"! hast du die alle mit der FZ 200 gemacht? Auch sonst ist dein Reisebericht super, das bringt den Virus zum brodeln 🤩 !
Viele Grüße Kloppo
- Wurstsalat gibt es wieder zu Hause 2013-
- die Reise zu den unaussprechbaren NPs 2014-
- Kloppo und die Klepperkischd 2015-
- How was Your Day?... A Trip to MOZ & SA 2016-
- Kloppos zu Gast beim Tanz der Vampire
Biologe1'162 Beiträge · seit 201228. Feb. 2015 · #154
Hallo Matthias,
scheint, als ob sich noch keiner zu den beiden Käferfotos geäußert hat.
Öl- oder Blasenkäfer: Mylabris oculata; gilt als Pflanzenschädling (CMR bean beetle; CMR kewer) CMR = Cape Mounted Rifles, an army regiment from the Cape, with the regimental colours black and yellow
"Rosenkäfer": Dischista cincta (Fruit Chafer); weit verbreiteter südafr. Schädling an Früchten
Bei der blauflügeligen Wespe handelt es sich offensichtlich um eine Pompilide (Spider-hunting wasp) (ein Weibchen)
Bei der "schrecklichen" Schrecke handelt es sich um einen Vertreter der Gattung Phymateus aus der Familie Pyrgomorphidae (Foam grasshoppers, lubber grasshoppers) [dt. Namen gibt es nicht und die engl. muß ich immer nachschlagen] ziemlich die gleiche Art, die mir 2012 auf der River Crossing Lodge vor die Linse kam
Mal sehen, was sich sonst noch so ergibt. Beste Grüße Michael
7x Namibia, 2x S-Afrika, ca. 45x Atlantische Inseln (Kapverden > 25x, Kanaren, Madeira, Azoren); 7x W-Afrika (Senegal, Guinea Bissau, Gambia, Sierra Leone), Marokko, Tunesien, Jemen, Madagaskar, USA, Kanada, Costa Rica, ziemlich viel ME & SE rauf und runter und kreuz und quer
Hallo Fotomatte, wirklich schöner Reisebericht und klasse Fotos. Ich freue mich schon auf den Rest der Farmzeit und den Caprivi. Beim lesen deines Berichtes steigt die Vorfreude auf Afrika gleich mit 😄 .
Hanne6'152 Beiträge · seit 200601. März 2015 · #157
hallo Matthias,
gerade gestern von einer 4-wöchigen super Tour aus SA zurückgekommen - musste ich jetzt was über Namibia haben, da kam Dein Reisebericht gerade richtig - in einem Rutsch gelesen, beigeistert über die Tour, Bilder usw. oh ja auch uns hat es am Oranje vor 2 Jahren super gut gefallen, zwar keine Paddeltour - da ich sofort seekrank werde 😉 habs aber genossen darüber zu lesen. War eine gute Ablenkung , denn muss jetzt an die Wäsche und noch so einiges erledigen..... aber immer langsam. Einen schönen Sonntag wünscht Dir Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
fotomatteThemenstarter2'513 Beiträge · seit 200901. März 2015 · #158
Nun also der letzte Morgen auf der Farm. Stefan und Annette fliegen heute Abend zurück in den Winter, während Hilde -Annettes Mutter, die ich zwischenzeitlich mal am Flughafen abgeholt hatte - und Bastian mit mir aufbrechen werden, den Caprivi zu rocken.
Noch einmal machen Stefan und ich uns auf zu den Erdmännchen, aber schon von Weitem sehen wir Dampf aufsteigen aus dem Bau. Was ist denn hier los? Wir können uns keinen Reim auf diese Erscheinung machen und schleichen langsam näher.
eine Dreiergang jugendlicher Punker hat den Bau übernommen, die Erdmännchen haben ob der vermutlich streng riechenden Bande das Weite gesucht. Jedenfalls haben die Schweine aus dem Bau eine Sauna gemacht, so dampft es. Und zwar mehrere Minuten lang.
völlig unbekümmert äsen die Drei immer näher an uns heran, bis sie fast schon um uns rum sind. Dann bekommen sie Wind von uns, und mit steil aufgerichteten Antennen geht die Post ab in den Busch.
Was bleibt noch zu erwähnen? Ah ja, Löffelhunde habe ich zweimal gesehen. Einmal waren sie zu dritt, einmal waren es zwei Elterntiere mit drei Jungen.
Und Hartebeester stehen in den Tagesrandlagen gerne auf den Weiden. Sie haben jede Menge Nachwuchs dabei.
Das soll es mal mit Viehzeugs gewesen sein.
Aber ein paar Stimmungsbilder will ich noch zeigen. Die Wolkenformationen haben teils für dramatischen Himmel gesorgt.
Morgenstimmung
hier habe ich geraume Zeit auf dem Boden gesessen, den Ameisen getrotzt, und auf einen dekorativen Blitz gewartet. Aber entweder war ich zu langsam, oder es wollte sich einfach kein Blitz zeigen, bis ich mit erschöpftem Zeigefinger halt ohne diesen ausgelöst habe.
Gewittermorgen, sogar ein paar Tropfen haben es bis auf den Boden geschafft.
nun denn: der letzte Morgen, die schmale Sichel des Neumonds steht hoch am Himmel.
eine Eiswolke ( so kenn ich das normalerweise, aber geht das im Hochsommer in Namibia ? ) steht über der Farm, die aufgehende Sonne zaubert die Spektralfarben hinein.
der letzte Sonnenaufgang des diesjährigen Aufenthalts hier.
Am Abend zuvor gab es noch einmal ein Braai in geselliger Runde, und vom letzten Sunset stammt dieses Sundowner-Stilleben.
Und da sich an diesem Abend alle Gewitterwolken aufgelöst haben, und der Mond ja erst gegen Morgen als schmale Sichel aufgehen wird, habe ich mich mithilfe von Stefans Stativ mal an ein paar Sternenbildern versucht. Ich probiere ein paar Einstellungen mit unterschiedlicher ISO-Zahl und Belichtungszeiten, und ich bin nicht unzufrieden mit meinen Erstlingen.
Sogar eine Sternschnuppe ist ganz rechts mit drauf.
Das nächste Kapitel sieht uns auf Pad in Richtung Norden. Bis dahin,
fotomatteThemenstarter2'513 Beiträge · seit 200903. März 2015 · #160
17. Januar :
Nachdem wir also unseren letzten Begang abgeschlossen haben, gilt es zu packen. Zuerst der ganze Camping-Krempel für uns drei und schliesslich noch das Gepäck der zwei Heimkehrer obendrauf, so ist der Condor voll bis unters Dach. Nach einem letzten Mal im Pool und dem ganzen Verabschiedungsbohei--man kennt das ja, Küsschen hier, Küsschen da, Keiner will sich so richtig losreissen, war halt wieder Mal soo schön hier-- geht es pünktlich auf die Minute um 16.00 Uhr durch´s Tor, und völlig ereignislos bringen wir die rund hundertdreissig Kilometer bis zum Intern. Flughafen hinter uns. Hier setzen wir Stefan und Annette ab. Tschüüss, und guten Flug. Dann eilen wir zur Christuskirche, wo Hilde sich mit ihrer Schwester verabredet hat, die hier im Chor singt. Die Probe ist pünktlich aus, die Mitbringsel werden übergeben, und wir verlassen Windhoek in nördlicher Richtung.
Dank der Vermittlung von Daxiang habe ich auf der Teufelsbach-Farm die Campsite reserviert und auch ein Abendessen bestellt. Auf die Minute um 19.00 Uhr, so hatte ich mir das grob ausgerechnet, sind wir am Haupthaus. Alles Bestens. Kurze Begrüssung, und Bruno erklärt uns, wie wir zur Campsite finden, denn ich möchte noch im Hellen die Zelte aufbauen. In einer Stunde wird´s dunkel, also hingemacht. Ist eigentlich ganz einfach, durch drei Gates hindurch, je zweimal rechts halten. Das kann sogar ich mir merken.
Wir fahren los, und irgendwann nach einem Tor kommt ein merkwürdiges Hinweisschild mit einem Pfeil geradeaus und einem nach rechts. Dazwischen steht "4x4 only". Ja wie jetzt. Na, ist doch klar. Bruno hat gesagt: "Zweimal rechts". Einmal haben wir schon, nun also der zweite Abdreh. Bald windet sich die Pad in Richtung Flussbett. Zwei Fahrspuren gibt es hier. Eine geht geradewegs ins Rivier, da mag ich nicht reinfahren, das sieht nach Sand aus-nach viel Sand. Die wiederum rechte Spur geht in Serpentinen den Hang hoch und führt eher zurück. Ich steige mit Bastian aus und will die Lage sondieren. Wir treffen auf einen Arbeiter der Farm, der aber nur schlecht englisch spricht. Aber er will uns den Weg zeigen. Er setzt sich auf den Beifahrersitz, und lotst mich geradewegs ins Bachbett. Der Weg wäre gut, und es ist auch nicht weit bis zum Camp. Na gut, also los. Zum Teil geht es über recht blockiges Gelände, wo ich nur ganz langsam drüber hoppeln kann, um nicht aufzusetzen. Dann folgen ein paar Stücke über festen Kies, jedenfalls sind wir schon mehr als zwei Kilometer im Bachbett unterwegs. Klarer Fall von afrikanischem "nicht weit". 🙄 😕 Und dann sehe ich vor mir eine ausgewachsene Sandbank, und die Fahrspur geht mittendurch. Ich weiss genau, dass ich da ohne 4x4 nicht durchkommen werde, aber Alles wieder zurück fahren? 🤢 Die Sonne geht gerade unter, und ich gebe Gas. Wir schaffen die halbe Sandbank, dann hängen wir fest. Sofort lasse ich Luft aus den Reifen, Bastian und der Arbeiter schieben, und so hoppeln wir noch etwas weiter, aber der Sand ist zu tief. Keine Chance. 😈 😈 😈
Mit Hildes Cellphone rufe ich bei Bruno an, die Verbindung ist nicht dolle, nur ein Balken, aber es reicht, um zu erklären, wo wir stecken. Bruno´s Neffe will sich auf den Weg machen und uns retten. Die Perlhühner baumen lautstark auf, ein Perlkauz ruft. Es wird dunkel. 😗 Ich laufe im Bachbett zurück und dem Auto entgegen. Im letzten Licht kommt unsere Rettung, wir hängen ein schon ziemlich zerschlissenes Seil ein, das auch prompt reisst. Seil abgebunden, nächster Versuch, der Condor kommt frei.
Es geht nun bei Dunkelheit immer weiter das Rivier abwärts, und noch einmal kommt eine kleinere Sandbank, wo ich nochmals Schlepphilfe brauche. Dann endlich stehen wir an der Campsite. 🤩 Jedenfalls weiss ich jetzt, wie der Bach hier zu seinem Namen kommt. 😊 😈 😣
Nun aber schnell die Zelte aufgebaut, und dann fahren wir wieder zurück zum Haupthaus. So runde eineinviertel Stunden sind wir verspätet zum Abendessen. Aber Bruno hat mitgedacht, denn es gibt Szegediner Gulasch mit Nudeln, und Gulasch wird ja eigentlich immer besser, je länger es köchelt. Dazu ein kaltes Bier, und wir können ankommen. Es schmeckt vorzüglich, und nach dem Essen verquatschen wir uns noch eine ganze Weile, dazu schaue ich mir Daxiang´s Fotobücher an. Nach einem weiteren Bierchen nehmen wir den Weg zurück zu den Zelten unter die Räder. Ist überhaupt kein Problem, wenn man das seltsame Schild richtig interpretieren kann. ( Bruno hat versprochen, dass Schild so abzuändern, dass es eine klare Aussage erhält. 😁 😎
Kurz vor 23.00 Uhr kriechen wir in die Schlafsäcke, gute Nacht.
Bilder gibt es heute keine, ich habe einfach nicht dran gedacht. 😈
Der nächste Tag ist ein reiner Fahrtag. Wir fahren in einem Rutsch durch bis Rundu an den Okavango--endlich wieder. Bis dahin, Matthias