oder auch : Löwen fressen Gras,und im Caprivi gibt´s Tiger.
Seit Freitag bin ich zurück aus dem Hochsommer, unvermittelt katapultiert in den Tiefwinter. Und sowie mir das Schneeschippen noch Zeit lässt, werde ich wieder einen Bericht einstellen.
Vieles war neu für mich beim siebten Besuch in Namibia. Erstmals bin ich mit Condor geflogen, hinzu am Tage, zurück als Nachtflug.Kurz, ist auch nicht anders als AirNam. Man muss halt die Zehn Stunden ertragen, so oder so. Das Essen ist nicht besser oder schlechter, der Sitzabstand-ich hab´s nicht nachgemessen- genauso eng. Doch Halt, in einem Punkt gab es schon eine Differenz : die Freundlichkeit des Bordpersonals ist bei Condor schon von gänzlich anderer Qualität, da kommen die Namibier nicht ansatzweise mit. Dafür hätte ich für ein Bierchen extra zahlen müssen. Na gut, solange kann ich warten.
Erstmals war ich auch in der Hauptreisezeit der Südafrikaner unterwegs, das hat uns aber nicht wirklich beeinträchtigt.
Erstmals überhaupt habe ich einen Fuss nach Südafrika gesetzt, endlich war ich im KTP, wenn auch nur für drei Tage. Diese drei Tage aber haben mich so restlos begeistert, dass die Tour für nächstes Jahr-mit deutlich erhöhtem KTP-Anteil- schon in der Planungsphase ist.
Und ebenso neu für mich waren die Flusslandschaften von Zambesi und Chobe. Und auch hierhin wird der nächste Trip wohl wieder führen.
Und noch nie war ich solange in Afrika.Fünf Wochen habe ich dieses Mal zugebracht. Es war nicht ein Tag zuviel.
Nicht neu dagegen war die generelle Reisezeit . Ich liebe es ja, in ein grünes Namibia zu fliegen, mit langen Tagen und herrlich warmen Abenden. Und durch die manchmal aufziehenden Wolken sind die Sunsets einfach soviel spektakulärer. Dazu kommen die grossteils leeren Camps, in aller Regel kann man problemlos spontan unterkommen. Nicht zu vergessen die vielen Vögel, die man in der Trockenzeit nicht antrifft, sowie die Unmengen von interessanten Insekten wie Schmetterlinge und Heuschrecken. Und die Unmengen frisch gesetzter Antilopenkälber sorgen für viele unvergessliche und erheiternde Momente.
Kurzum, ich liebe es, im Januar/Februar zu reisen. Die eventuell einmal nötige Umplanung meiner sowieso nicht fest gebuchten Tour wegen stärkerer Regenfälle nehme ich dabei gerne in Kauf. War aber auch dieses Jahr nicht nötig, denn es hat-zumindest bis letzte Woche- wiederum bislang viel zu wenig geregnet.
25.Dezember 2014:
Wieder brauche ich keinen Wecker, um zehn vor vier Uhr wache ich auf. Nach einem schnellen Tee verlade ich mein bisschen Gepäck im Auto, und pünktlich um halbfünf geht es über komplett leere Strassen Richtung Frankfurt. Kein Wunder zu der Uhrzeit, und dann auch noch am Weihnachtsfeiertag. So bin ich schon gegen halbacht Uhr am Airport. Nach dem Abgeben des Gepäcks- eingecheckt hatte ich gestern schon online- gehe ich mit Liese noch einen Latte Macchiato trinken. Dann heisst es Abschied nehmen, und ohne Probleme geht es durch die Kontrollen. Nicht mal die Schuhe muss ich ausziehen,denn ich habe schon meine Fellies an. Pünktlich um 9.30 Uhr rollen wir auf die Startbahn, und kurz darauf verabschiedet sich Deutschland mit eigentlich ganz passablem Wetter. Der Flieger ist ziemlich voll, und neben mir sitzt ein Subjekt japanischer Provinienz, welches schon bald anfängt, genüsslich in der Nase zu bohren.Die Popel entsorgt er gekonnt eine Station tiefer, wahrscheinlich leidet er unter akutem Mineralienmangel.Als die Nasenmine wohl ziemlich erschöpft ist,kratzt er sich abwechselnd am Kopf und an den pickligen Armen, und auch diese Grinde und Schuppen werden als Nahrungsergänzung genutzt. 🤢 So drehe ich mich nach rechts, blicke aus dem Fenster und fotografiere etwas.
Dann aber zieht es schnell zu, und obwohl ich ziemlich exakt über meinen Wohnort fliege, sehe ich vom Schwarzwald nichts. Dafür ragen die Alpen aus den Wolken, ich erkenne die 4000er des Berner Oberlands wie Eiger,Mönch und Jungfrau, später dann auch die Walliser Berge bis zum Mont Blanc.
Das Mittelmeer ist praktisch nicht sichtbar, erst über der Sahara gibt es wieder ungetrübte Sicht-gute drei Stunden lang.
Über Zentralafrika wabern riesige Kumulustürme, und erst über der Küste Angolas reissen die Wolken wieder auf. Hier geht dann auch die Sonne unter, erstmals in Afrika für mich für diese Reise.
Fast eine Stunde dauert es dann, bis ich durch die Immigration durch bin und endlich das Gepäck erscheint. Während die Leute vor mir dann ihr Gepäck durchleuchten lassen müssen, darf ich einfach so durch die Schleuse. Draussen wartet schon mein Empfangskomitee, und sogleich nehmen wir die hundertdreissig Kilometer über die B6 bis nach Witvlei und weiter auf Sand bis zur Farm unter die Räder. Erstes Wild wie Schweine, Steinböckchen, Gemsböcke sowie einige Springhasen sind im Scheinwerferkegel auszumachen, dazu noch ein paar Ziegenmelker. Dort angekommen, gibt es noch ein Weihnachtsbier für mich, und nach einer Dusche geht´s gegen Mitternacht auf die Matratze.
bis bald, Matthias
Teil 204. Feb. 2015
26.Dezember 2014 :
Nach einem gemütlichen Weihnachtsfrühstück in geselliger Runde, es sind neben meinem Bruder Stefan, meiner Schwägerin Annette sowie meinem Neffen Bastian und meiner Wenigkeit noch weitere Gäste zu Besuch auf der Farm, starte ich mit Basti zu einer ersten Erkundungstour durch den Busch. Neben vielen bekannten Säugern und Vögeln gibt es wieder einiges aus der Fraktion der Insekten, die ich noch nicht kenne.
ein Erdschmätzer-Capped Wheatear. Die habe ich vorher noch nie gesehen, dieses Mal finde ich sie öfters.
eine interessante Schrecke. Ob sie schon zu den Stabheuschrecke zählt-keine Ahnung.Eine Spitzkopfschrecke.Danke Michael
eine weitere Schrecke-eine Wanderheuschrecke Mit Abstand die bislang Grösste,die ich bislang entdeckt habe. Vor allem fliegend ein wahrer Gigant, ich dachte erst an einen Vogel.
ein Colotis-Falter,also einer aus der grossen Gruppe der "Tips". Genauer lässt er sich nicht eingrenzen, da er es strikt verweigert, die Oberseiten zu zeigen.
ein Common Blue, also ein Bläuling. Für eine differenziertere Bestimmung bliebe nur die Genitaluntersuchung, aber so genau will ich es gar nicht wissen.
Velvet Ants, also Samtameisen. Schöner Name, aber ihr Biss soll sehr schmerzhaft sein.
eine rote Spinne mit sehr dekorativem "Pelzmantel"
der ist mir natürlich nicht neu, aber allemal ein paar Bilder wert. Warum man bei Seinesgleichen von Dreckschweinen spricht, andererseits bei Menschen, die Selbiges machen, von Wellness, verstehe ich nicht so ganz. Jedenfalls scheint es sehr gut zu tun, so eine Fangopackung.
Nachdem Mittagessen und einer obligatorischen Siesta verbringen wir den Nachmittag am Pool. Ich lasse mir erzählen, was Basti, der schon seit Mitte Dezember hier ist und Stefan und Annette, die am 4.Advent geflogen sind, schon Alles so erlebt haben. Als es dunkel geworden ist, gehen wir zu dritt los, um das Nachtleben auf der Farm zu erkunden. Stefan leuchtet mit einer Lampe, und ich versuche, die gefundenen Tiere zu fotografieren.
zuerst kümmern wir uns um die zahlreichen Schleiereulen, die hier in einem Stallgebäude wohnen und die ganze Nacht hindurch mit lauten Schnarchtönen ihre Anwesenheit verkünden.
dann sehen wir uns mal die Frösche aus dem Entenplanschbecken an, die ebenso langanhaltend die ganze Nacht hindurch laut quaken.
so sieht´s aus, wenn er quakt. Von der aufgeblähten Schallblase springen kleine Wassertropfen weg.
ein weiteres, kleines, spitzmauliges Fröschle,welches ein noch viel kleineres Männchen (?) Huckepack genommen hat.
ein Winzling von Maus, nicht grösser als mein Daumen, findet sich im Gehege bei den Hühnern.
Dann geniessen wir ein kaltes Bier, und nach dem Abendessen lege ich mich Schlafen, begleitet vom Geschnarche der Eulen und Gequake der Frösche, dazu kommen noch das hohe Sirren der Zikaden und das Gezirpe der Grillen. Welch ein Wohlklang.
bis bald, Matthias
Teil 304. Feb. 2015
27.Dezember :
Mit dem ersten Licht bin ich draussen, aber es entstehen nicht viele Bilder. Entweder war das Licht nix Besonderes, oder ich nehme mir nicht viel Zeit, denn heute wollen wir nach Gobabis fahren, um den Grosseinkauf für unsere Sylvester-Südrunden-Campingtour zu tätigen.
Sonnenaufgang über der Farm
Wermutregenpfeifer-Caspian Plover
Bei der Standard Bank hebe ich ohne Probleme einmal 4000, einmal 5000 Nam$ mit meiner Bankkarte ab,während Stefan-dem Wahnsinn nahe-es nicht schafft, bei einer der drei Banken in Gobabis an Bares zu kommen. Dabei erscheinen auf den Displays so sinnbefreite Sprüche wie : Amount must be smaller than 3000.-$. Und das bei probehalber eingegebenen Beträgen wie 2000.-$. Nachfragen beim Bankpersonal ergeben, dass sowieso nur 500.-$, laut anderem Cashier 800.-$ abgehoben werden können. Aber auch das geht nicht. Und als ich meinen Beleg über 5000.-$ vorzeige, ist das Personal restlos verwirrt. Jedenfalls ist keinerlei klare Linie erkennbar, denn als Annette abheben will, geht das zwar, bei ihr aber nur in 2000.-$er- Schritten. Aber letztlich haben wir genug Dollar abgehoben, und sogar der Umtausch von 10000.-$ in Rand gelingt uns noch kurz vor Toresschluss, denn um 12.00 Uhr ist Schluss, heute ist Samstag. Dann stürmen wir mit drei Einkaufswägen einen Supermarkt, anschliessend den Bottle Store und schliesslich noch die Butchery, bis unser Einkaufszettel abgearbeitet ist. Nun noch getankt, dann kann es wieder zurück auf die Farm gehen.
Dort müssen wir dann den ganzen Plunder auf die zwei Autos verteilen, denn morgen wollen Stefan, Annette und ich möglichst früh starten mit dem bis unters Dach vollgepackten, treuen, mittlerweile über fünfzehn Jahre alten Toyota Condor. Die erste Nacht werden wir auf der "Kalahari Game Lodge", gerade kurz vor dem Eingangstor Mata-Mata in den KTP, verbringen.Bis dahin haben wir runde 550 km Sandpad vor uns.
Als die Tagespflichten endlich erledigt sind, widme ich mich nochmals der Insektenwelt.
Southern Marbled Emperor
eine Spinne, die wir nur entdeckt haben, weil ihre Netzhaut im Dunkeln das Licht der LED-Lampe auf über zwanzig Meter reflektiert hat und sie so unser Interesse geweckt hat.
ein Bock-Laufkäfer, bestimmt an die zehn Zentimeter gross ( ohne Fühler ).Danke Michael
Der nächste Tag also sieht uns auf Pad Richtung Süden, bis dahin Matthias
Teil 405. Feb. 2015
28.Dezember :
Nach einem schnellen Frühstück verlassen wir um halbacht Uhr die Farm und fahren über Witvlei, Leonardville, Stampriet und an Gochas vorbei über die C 15, praktisch immer parallel zum Auob Rivier, bis zur Kalahari Game Lodge. Natürlich halten wir immer wieder einmal, denn zum Einen ist die Fahrt landschaftlich recht abwechslungsreich, zum Anderen entdecken wir den ein oder anderen Vogel.
So kann ich meinen ersten Grautoko fotografieren,
und wenig später entdecke ich diesen Perlkauz, der seinerseits von einem über ihm sitzenden Mahali-Weber argwöhnisch beäugt wird.
hier muss es kürzlich geregnet haben, denn es stehen einige dieser Lilien kurz vor dem Öffnen der Blüten herum.
Als wir irgendwo hinter Gochas das Auobtal verlassen und nach rechts auf die Hochebene kommen, stoppen wir, um mal ein bisschen die Landschaft auf uns wirken zu lassen. Dann übernehme ich das Steuer von Annette und wundere mich, dass der Condor so gar nicht auf Touren kommen will. Na gut, wir sind bepackt bis oben hin, und den stärksten Motor hat er auch nicht, was man tunlichst beim Überholen von LKW´s bedenken muss, aber irgendwie stimmt da was nicht. Gerade in den dritten Gang gequält, steuere ich nach links an den Rand und checke mal die Reifen. Und da ist sie dann--meine allererste Reifenpanne in Namibia. Der Reifen ist so was von hinüber, das kann jetzt nicht auf den knapp dreihundert Metern passiert sein, die ich bis jetzt gefahren bin. Jedenfalls gut, dass ich das bemerkt habe, denn sehr viel weiter wäre dieser Reifen wohl nicht mehr auf dem Rad geblieben.
Nach gut zehn Minuten haben wir eines der zwei Reserveräder montiert, und es kann weiter gehen.Doch nicht sehr weit, dann steigen direkt neben uns ein paar Geier auf. Steht es schon so schlimm um uns ?
immaturer Weissrückengeier
es werden immer mehr, zuletzt sind es über dreissig Geier, die da in der Thermik kurbeln.
Noch einmal werden wir ausgebremst, als diese Schildkröte vor uns die Pad kreuzt. In der schönen Nachmittagssonne muss sie ein Shooting über sich ergehen lassen.
Dann aber geht es die letzten Kilometer bis zur Lodge, wo wir schon mal einchecken und unsere grosse Campsite belegen.Dann erhalten wir eine SMS, dass es wohl noch dauert, bis Thomas mit dem zweiten Auto kommt. Sie sind erst bei Aranos und müssen bei einem Unfall helfen-- eine Südafrikanerin mit kleinen Kindern im Auto hat sich gerollt. Gott sei dank nicht so schlimm, wie es zuerst aussah, aber das Auto ist hin.
Wir gehen nach dem Zeltaufbau erst mal in den Pool und kühlen uns ab. Wir tauchen zusammen mit einem Zwergtaucher ,der sich auch den Pool als Revier ausgesucht hat. Ob es hier Fische gibt ?
So lange dauert es gar nicht, bis Thomas mit dem zweiten Wagen kommt, er fährt halt -trotz Hänger - etwas "ambitionierter" als ich, ausserdem hat er eine direktere Pad durch die Pampa gewählt.
Zum Sundowner laufen wir auf die Aussichtsplattform, die sich oben auf einer Düne befindet, hoch und geniessen hier ein Bierchen.
Hunderte von Blutschnabelwebern sitzen in den Bäumen an einem Wasserloch
auf dem Wasser schwimmt der Partner vom Vogel aus dem Pool- ein Zwergtaucher
etwas unspektakulär versinkt die Sonne hinter der Kalahari Game Lodge
nach dem die Sonne weg ist, reizen die Springböcke mit ihrem Schattenriss zu ein paar Bildern, und der kleine Zwergtaucher ist auch mittendrin.
Nach einer opulenten Grillage- wer mal mit Einheimischen auf Tour war, weiss was ich meine- verteilen wir uns auf die Zelte, voller Vorfreude auf den morgigen Besuch im KTP. Soviel darüber gelesen und gesehen, endlich ist es auch für mich dann soweit.
dranbleiben, Matthias
Teil 506. Feb. 2015
29.Dezember : KTP-wir kommen
Nach einem ausgiebigen Frühstück und dem Einladen des ganzen Campinggeraffels, bei acht Leuten zieht sich das etwas hin, nehmen wir die ca. zwanzig Kilometer bis zum Gate Mata-Mata unter die Reifen. Da wir die Einzigen sind, die Einlass begehren, geht das auch relativ flott vonstatten.Beim Einchecken in den NP erzählt uns der Ranger, dass beim nächsten Wasserloch Sitsas Löwen gesichtet wurden. An der Tanke gibt es Sprit, und wir reduzieren wie gewünscht den Reifendruck.
Blick zurück auf den namibischen Posten
Und dann geht es endlich los-unser Abenteuer KTP. Schon so viele Geschichten habe ich gelesen, so viele Fotos bestaunt vom Kgalagadi Transfrontier Park, gelegen zu einem Viertel in Südafrika und zu Dreiviertel in Botswana.
Und es geht sehr friedlich los. Nach Mata-Mata kreuzt man gleich das Auob-Rivier, und hier sehen wir die ersten Tiere.
ein Bild des Friedens. Streifengnu mit drei frisch gesetzten Kälbern, die Nabelschnüre hingen noch runter.
auch ganz friedlich: Springbock
ebenfalls ein Bild des Friedens. Kurz hinter Sitsas finden wir unsere ersten Löwen, im Schatten eines grossen Kameldorns schlafend. Deshalb habe ich auch nur dieses eine Bild gemacht, darauf vertrauend, dass wir noch mehrere dieser Räuber in Anblick bekommen werden.Wir sind doch hier in dem Katzenpark. Und doch, das Bild täuscht. Denn neben den Löwen liegt im spärlichen Schatten eines toten Baumes der frische Kill der Beiden, ein Gemsbock. Da bei der mittlerweile herrschenden Hitze nicht zu erwarten ist, dass sich an der Löwenfront was dramatisches entwickelt, zuckeln wir weiter Richtung Südost nach Twee Rivieren, wo wir dank Hobi´s genialem Notifier doch noch zwei Nächte in zwei Family-Chalets bekommen haben.Herzlichen Dank nochmals.
nicht gerade friedlich geht es bei diesen Hartebeestern zu. Zwei Damen übrigens.
männliche Ground Agama
Streifenliest-Striped Kingfisher, für den übrigens typisch ist, dass er sich weit weg von jeglichem Wasser aufhält.
eine Nerine
Schwarzbrust-Schlangenadler auf seinem Horstbaum
bei der Picnic-Site bei Kamqua machen wir eine Vesperpause, dabei finde ich
diesen Graukopfsperling sowie
einen Skink und einen
Gecko, der sich hinter dem Gitter vom Klohäuschen versteckt.
Dann finden wir acht Giraffenbullen, die langsam und majestätisch das Auob-Rivier entlangschreiten.
als nächstes finden wir diesen Raubadler-Tawny Eagle
sowie zwei Sekretäre. Was zuerst den einen, dann Beide antreibt, sich so ausgebreitet in die Sonne zu legen, weiss ich nicht. Ich kenne so ein Verhalten aber von Hühnervögeln und Spechten, die sich so von Ameisen filzen lassen, um Ungeziefer wie Federlinge los zu werden.
weitere Springböcke, auch hier gibt es ganz frisch gesetzte Kitze.
ein typisches Bild vom Aoub-Tal. Und doch nicht ganz, denn der genaue Blick in den Schattenwurf des Kameldorns ergibt...
...unsere ersten Cheetahs, drei stattliche, voll gefressene Brüder, die hier in der Nähe des Wasserlochs Kamfersboom die Hitze des Tages verschlafen. Da sich auch hier nicht viel tun wird bis zum Abend, fahren wir weiter. Aber das Ziel für den abendlichen Game-Drive steht jetzt schon fest.
mit diesem weiteren Sekretär beenden wir unseren Transfer nach Twee Rivieren.
Wir erledigen die Einreise nach Südafrika, dann checken wir in unseren Chalets Nr.7 und 8 ein. Ein Teil der Truppe ist ziemlich erledigt und will lieber in den Pool gehen, aber ich fahre mit Thomas, Stefan und Annette wieder in den Park.
Davon handelt das nächste Kapitelchen, denn dieses ist jetzt so schon ganz schon lang geworden. Wir jedenfalls waren mit dem Einstand im KTP nicht unzufrieden. 😎
liebe Grüsse, Matthias
Teil 607. Feb. 2015
noch immer der 29.Dezember :
Nach dem wir also unser Cottage bezogen haben, geht es auch schon wieder los auf die Piste. Richtung ist klar, zurück ins Auob-Tal. Doch bevor wir "Kamfersboom" erreichen, gibt es schon mal jede Menge "Beifang" rechts und links der Pad abzugreifen.
so z. B. Gemsböcke, dekorativ in den Dünen verstreut, nach denen ja die Vorläufer des KTP beidseits des Nossob benannt waren.
dieses Tier hat wohl mal einen Schädelbruch bei einem Kampf erlitten, jedenfalls zeigte das ramponierte Horn auch noch unvorteilhaft nach vorne, was ein Durchstreifen der Dornbuschsavanne sicher nicht erleichtert hat.
neben einer gackelnden Gackeltrappe
und einer Riesentrappe
sowie diesem Kleingetier jagenden Sekretär
müssen wir uns erst einmal mit diesem Schwalbenschwanzspint begnügen, der direkt in der Steilwand der Pad, wo wir wegen der drei Gepardbrüder stehen, seine Bruthöhle gegraben hat. In regelmäßigen Abständen erscheint einer der beiden Elternvögel mit Beute und setzt sich erst mal in einen kleinen Baum, etwa vier Meter neben uns, um die Beute für die Jungen vorzubereiten.
hier hat er eine Biene gefangen, der durch beständiges Klopfen auf den Ast erst mal der Stachel entfernt wird.
Bei den Cheetahs tut sich erst mal nicht viel, sie liegen immer noch im Schatten des Kameldorns. Aber beständig sinkt die Sonne tiefer, und gegen 18.30 Uhr -nur noch eine Stunde, bis die Tore schliessen- wird es dem Ersten der Gang zu warm, die Sonne hat ihn erreicht, und er steht auf, streckt sich, markiert am Stamm und kommt gaaanz langsam in unsere Richtung marschiert.
Nicht lange dauert es, und die beiden anderen Faulenzer stehen auch auf, um sich einen anderen Schattenplatz, direkt vor uns, aber leider hinter einer Bodenwelle nicht einsehbar, zu suchen. Und wir dachten schon, es ginge jetzt auf die Jagd. Aber es ist wohl noch zu heiss, ausserdem sind sie nach ihren Bäuchen zu schliessen auch noch satt.
zwei Brüder
Nachdem die Gang sich wieder schlafen gelegt hat, ist es auch höchste Zeit, in Richtung T.R. aufzubrechen. Wir sind vom Erlebten ziemlich geplättet, zumindest für mich war das die erste 1a-Cheetah-Sichtung, denn bislang habe ich nur einen Kopf auf weite Entfernung im Spektiv gehabt, damals, in der Etosha.
Was soll jetzt noch kommen. Wir sind ziemlich euphorisiert, und nur mit Mühe kann ich einen Stop wegen eines stinknormalen Gemsbocks erreichen. Aber er ( "er" ist allerdings eine "sie") steht einfach zu dekorativ im schönsten Abendlicht auf einer grasbewachsenen Düne.
Bei diesem trinkenden Strauss ist die Sonne dann schon weg, ein Foto muss trotzdem sein. Ich finde immer die Füsse, und besonders die Monsterzehen dieser Vögel, faszinierend.
Pünklichst verlassen wir den Park, und es gibt wieder eine Braaisession. Und natürlich stossen wir gehörig auf dieses tolle Erlebnis und den uns schon jetzt begeisternden KTP an. Dazu singt aus einem Baum direkt an unserem Chalet ein Perlkäuzchen, und in schon bewährter Manier leuchtet Stefan mit der Lampe, und ich schiesse ein paar Bilder der kleinen Eule.
Zum Chalet ist noch zu sagen, dass ich natürlich, durch diverse Berichte vorgewarnt, ahnte, dass es ein "Problem" mit Fledermäusen geben könnte, und tatsächlich finden sich auf meinem Bett eindeutige Anzeichen der Anwesenheit, aber nach dem ich das Bett in die Mitte des Raumes gerückt habe, hat mich dieses "Problem" nicht weiter tangiert. Nun noch die lästige Klimaanlage ausgestellt und sämtliche Fenster aufgerissen, dass der Wind etwas durchpfeifen kann.Gute Nacht.
bis bald, Matthias
P.S.: und wiederum ein herzliches Danke-schön an alle Kommentatoren. Das motiviert.
Teil 709. Feb. 2015
30.Dezember : KTP-die Morgenrunde
Pünktlich um 6.00 Uhr stehen wir am Gate, und kurz darauf gibt es schon die erste Sichtung : direkt mitten auf der Pad liegt ein Cape Fox. Die Sonne ist noch nicht hoch, und ich sitze heute hinten, so kann ich nur durch die Frontscheibe beobachten, deshalb habe ich mir Fotos gespart. Aber kurz darauf gibt es das erste Foti. Wir fangen an, wie wir gestern aufgehört haben--mit einer Eule. Es sind sogar zwei, aber der Zweite sitzt total verdeckt im Gewirr der Äste.
Berg- oder Fleckenuhu
Wir sind noch nicht weit gekommen, da entdecken wir den Wächter einer Erdmännchenkolonie, der schon mal-noch bevor die Sonne auf den Bau scheint- die Lage sondiert. Besonders für Stefan ist der Tag schon gelaufen, denn er hat noch nie Erdmännchen gesehen, er hat sogar behauptet, diese Tiere gäbe es gar nicht, das wäre ein Märchen.
Obwohl, so richtig zufrieden ist er nicht, denn es sind keine namibischen Erdmännchen, sondern Südafrikaner. Die zählen ja gar nicht so richtig, irgendwie. 😗
Dann kommt ein bisschen Business-as-usual. Hier ein paarungswilliger Straussenhahn,
da eine paar Gnus im schönsten morgendlichen Sreiflicht,
oder eine Springbockgeiss, die offensichtlich kurz vor der Geburt ihres Kitzes steht.
Dann rennt ein Schabrackenschakal parallel zu uns entlang der Pad, er hat offensichtlich Etwas in der Nase. Zielstrebig findet er die Reste eines anderen Schakals, oder war es ein Kapfuchs ? Viel ist nicht mehr davon übrig. Da er direkt neben der Pad liegt, vermuten wir, dass er von einem Auto angefahren worden ist. Leider halten sich nicht Alle an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit. Besonders nicht die Fahrzeuge der Nationalparkverwaltung.
Wir wechseln entlang des Nossobriviers auf die Botswanische Fahrspur, und direkt neben der Pad finden wir diese Grazie, die wie eine Sphinx daliegt, und immer wieder miauend in die Dünen ruft. Natürlich bleiben wir eine ganze Weile hier stehen, denn insgeheim erwarten wir, dass ein paar süsse Kätzchen aus der Deckung kommen. Aber ganz so wollte uns dann der KTP doch ( noch ) nicht verwöhnen.
Als die Sonne herum wandert und der Katze ins Gesicht scheint, macht sie sich auf und über die Düne davon, ohne dass wir ihren vermuteten Nachwuchs zu Gesicht bekommen. Wir dagegen kommen nicht weit, und wir fahren praktisch mitten in eine Familie Erdmännchen, die, da die Sonne hier schon schön wärmt, auch entsprechend aktiv und wuselig sind. Rechts und links vom Auto, überall scharrt und buddelt es, man weiss gar nicht, wo man hinschauen soll. Stefan findet das toll, obwohl--die sind ja botswanisch, und wiederum keine Namibier. 🤢
Wir fahren bis Kij-Kij, und dann die landschaftlich sehr schöne Pad über die Dünen nach Auchterlonie. Hier sehen wir die Dreier-Gang von gestern wieder, sie liegen aber relativ weit entfernt unter einem Baum im Schatten, und so fahren wir weiter, zurück ins Camp. Das Frühstück ruft, und pünktlich um 9.00 Uhr sind wir wieder zurück.
einen fliegenden Schlangenadler kann ich noch erwischen,
und auch diese inmitten eines Sandmeeres erblühten Schönheiten kann ich nicht undokumentiert lassen.
Im Camp dann wuseln eine ganze Familie Fuchsmangusten herum, auf deren Fersen ich mich hefte. Da es nun schon richtig heiss ist, liegen sie aber die meiste Zeit im Schatten.
Das machen wir dann auch, nur unterbrochen vom Besuch des Pools zum Abkühlen, oder des Shops, um ein Eis zu ziehen.
Vom abendlichen Gamedrive handelt dann das nächste Kapitelchen.
bis dahin Matthias
Teil 809. Feb. 2015
@ Guggu: Du weisst doch--Wissen ist Macht. 😕 😎
weiter geht´s :
30. Dezember der abendliche Game-Drive :
Unsere Truppe schmilzt angesichts der herrschenden Temperaturen immer mehr, heute wollen nur noch Stefan, Annette und ich den Park erkunden. Die Anderen ziehen den Pool vor. Wir wollen nochmals ins Nossobtal, um vielleicht die Erdmännchen wieder zu finden. Die erste Sichtung aber ist eine Riesentrappe unmittelbar neben dem Auto. Gut, da schauen wir jetzt auch nicht absichtlich weg.
Dann finden wir einen Weissbürzel-Singhabicht, der direkt an der Pad den Schatten eines Baumes nutzt, um Siesta zu machen.
Immer wieder erfreuen kann ich mich an den flauschigen, neugeborenen Springbockkitzen.
Jedes Siedelwebernest, welches wir in einem Abstand passieren, dass man mit dem Fernglas Einblick in den Sozialwohnungsbau nehmen kann, inspizieren wir gründlichst, aber weder heute noch morgen sollten wir eine Kapkobra finden. Das also ist mein ganz grosser Kritikpunkt am KTP. Ich hatte hier, inspiriert durch so einige Berichte hier im Forum, eigentlich schon damit gerechnet, eine Kapkobra, eine Puffotter, oder wenigstens eine Maulwurfschlange zu sehen. Aber nix da, tote Hose an der Schlangenfront. Aber ich werde wieder kommen, und dann.... 😗
Nest mit ohne Kobra, dafür mit Mond
Als Nächstes finden wir unsere Cheetahdame von heute morgen wieder, sie ist immer noch solo.
Sie kommt in unsere Richtung, und läuft dann zwei Meter neben uns her. Stefan fährt auf der nicht gerade grossen botswanischen Pad rückwärts, und ich kann bequem aus dem Fenster raus ein paar Portraits anfertigen. Fast könnte ich sie mit ausgestrecktem Arm streicheln...
Da die Erdmännchen unterwegs sind, verewigen wir die Kap-Borstenhörchen, die den selben Bau bewohnen.
Wir befahren weiter die wohl nicht so oft befahrene Spur auf der Botswana-Seite und fahren auf einen irgendwie komisch aussehenden Totholzstamm zu, der direkt, nur so acht Meter, neben der Spur liegt. Der Stamm entpuppt sich als altes Löwensingle. Sein gezeichnetes Gesicht, die schwarze Mähne und der total schwarze Nasenschwamm verraten sein schon höheres Alter. Da wir das einzige Auto sind, können wir nach Belieben vor und zurück setzen, bis wir kein störendes Gras mehr vor dem Objekt der Begierde haben.
Da es Zeit wird, zurück zu fahren--das Tor wird pünktlich um 19.30 Uhr geschlossen-- reissen wir uns irgendwann los, kommen aber nicht weit. Denn zu dekorativ sitzt ein Milchuhu im Schatten eines Kameldorns und verpennt mit halbgeschlossenen Lidern den heissen Tag.
Annette wird ob der fortschreitenden Zeit schon leicht panisch und will, dass wir querfeldein auf die südafrikanische Seite wechseln, aber wir lehnen es ab, eine neue Fahrspur in den Sand zu ziehen. Und so müssen wir fast bis Kij-Kij weiter fahren, um nun wieder Richtung Tor fahren zu können.
Ein letztes Foto mit Sunset muss aber sein,
und pünklichst rauschen wir durchs Tor. Und wir sind nicht die Letzten.
Im Camp versuche ich mich noch etwas an Low-light-fotographie, und da das Käuzchen heute nicht da ist, muss halt der Mond herhalten.
Der nächste Tag verabschiedet das Jahr 2014. Dafür hat sich der KTP nochmals was ganz Besonderes für uns aufgespart.
bis dahin, liebe Grüsse, Matthias
Teil 910. Feb. 2015
@ freshy : welches Gegenteil, hääh ? Steh´auf dem Schlauch, sorry. 😵
Sylvester, 31.Januar 2014 : Löwen satt
Wiederum pünktlich stehen wir bereit, die Sonne sieht uns schon im Park. Ein letztes Mal fahren wir ins Nossob-Tal, denn heute steht uns noch ein längerer Transit in den Augrabies-Falls-National Park bevor.
Schon bald, vermutlich war es am Wasserloch Samevloeling, finden wir unser erstes Wild. Sie sind nicht zu übersehen, denn es stehen schon ein paar Autos hier, um der Löwin mit ihren beinahe ausgewachsenen beiden Jungen beim Saufen zuzusehen.
Na, raschelt da was interessantes ?
ein letzter Blick zurück, bevor sie in den weitläufigen Dünen verschwinden
Wenig später finden wir eine ganze Herde Springböcke und ein einzelnes Hartebeest, welche anhaltend sichern und warnen.
Die Springböcke flüchten dann lieber, während das Hartebeest auf der Düne stehen bleibt und die Lage sondiert. Aus einem anderen Auto erhalten wir die Info, dass ein Gepard auf der Jagd wäre. Wir bekommen ihn nicht zu Gesicht, er bleibt hinter der Düne. So fahren wir weiter, wiederum auf der Botswana-Seite, und stolpern direkt in dieses Bild des Friedens. Da liegt ein komplettes Rudel Löwen direkt neben der Pad im Schatten und schläft, ein Pascha mit zwei Löwinnen mit einmal drei, schon etwas älteren Cubs, sowie einmal zwei, noch ziemlich jungen und entsprechend tollpatschigen und neugierigen Kleinstlöwen. Die sind zu niedlich. 😊
Darf ich vorstellen : Trara, Familie Bilderbuchlöwen
der Pascha, ein Herr in seinen besten Jahren mit stylisch geföhnter Mähne, noch relativ unversehrtem Gesicht und noch einem deutlich rosa Fleck im Nasenschwamm. Aber auf jeden Fall mehr als der Hälfte schwarz, also alt genug, um nicht mehr Rudelführer zu sein ??? Sorry, Bele, aber selten habe ich so einen Bockmist gelesen. ( ich weiss, er stammt nicht von dir selbst )
Löwin 1 mit ihren drei Jungen
Löwin 2 mit zwei Kätzchen. Noch ist Kuscheln bei Mama angesagt, aber schon bald wird das den Kleinen zu langweilig.
ganz kleiner Löwe auf ganz grosser Entdeckungstour
zeigt her eure Zähne. Die Tante ist nicht soo angetan vom Besuch des kleinen Neffen, und entsprechend bleckt sie ihn an. Wenn man das Gebiss so sieht, könnte man ja direkt auf die Idee kommen, Löwen wären Karnivoren--aber weit gefehlt.
ein Bild von einem Kalahari-Löwen
Löwen fressen Gras. Hier ist der Beweis, denn genüsslich frisst die Löwin Samenstand um Samenstand. Wahrscheinlich haben die Löwen, wenn sie so da liegen mir ihren kugelrunden Bäuchen, auch einen Wiederkäuermagen. Auch wird das Wiederkäuen der Grund dafür sein, dass Löwen so lange tagsüber schlafen. Also, nur sie selbst schlafen, nicht aber ihre Mägen. Oder so. 🤩
Nachdem die Sonne höher steigt, platzieren sich die Löwen etwas um und ziehen sich mehr in den Schatten zurück. Auch uns wird es langsam zu warm, und wir machen uns auf den Weg zurück nach Twee Rivieren, denn wir müssen ja bis um 10.00 Uhr die Chalets geräumt haben.
Zuvor pausieren wir aber noch am Wasserloch Leeuwdril, denn zum Einen badet ein Straussenhahn mächtig staubaufwirbelnd im Sand,
zum Anderen werden wir Zeuge, wie ein kleines Gnu geboren wird und seine ersten Schritte in dieser fremden Welt unternimmt.
Herzlich Willkommen, kleines Gnu
Mit diesem Bild verabschieden wir uns aus dem KTP. Die nur zweieinhalb Tage, die wir im Park waren, haben uns so reich beschenkt mit für uns einmaligen Sichtungen. Für uns hat der Park alle Wünsche übererfüllt, und auch landschaftlich ist es sehr schön hier. Deutlich abwechslungsreicher als zum Beispiel die Etosha-Pan.
Nachdem wir also die Zimmer geräumt haben, frühstücken wir in aller Ruhe noch auf der Terrasse und verlassen dann den Park in südlicher Richtung.
Doch davon gibt es im nächsten Kapitel zu lesen. Bis dahin, fotomatte
Teil 1011. Feb. 2015
nach wie vor : Sylvester 2014
Wir fahren über Gemsbok durch zum Teil stinklangweilige Karoo-Landschaft bis nach Upington, wo wir erst mal tanken. Dann steuern wir einen örtlichen Reifen-Dealer an, denn wir hätten schon gerne wieder zwei Ersatzräder. Da wir ein gutes Angebot erhalten, lassen wir sowohl den zerfetzten wie auch den anderen, schon ziemlich abgefahrenen Reservereifen ersetzen. Mit deutlich besserem Gefühl geht es zurück auf die Teerpad. Erstmals sehen wir den Oranje River, und durch endlos scheinende Weinbauflächen geht es über Keimoes und Kakamas zum Augrabies Falls NP. Wir suchen uns ein Plätzchen mit Schatten und bauen die Zelte auf. Hier ist es brüllheiss, und erst mal besuchen wir den Pool, um uns abzukühlen. Dann startet Thomas das Braaifeuer, denn schliesslich wollen wir den letzten Tag des Jahres nicht hungrig verabschieden. Neben lekker Schweinebauch gibt es gegrillte Lammkoteletts, dazu Squashies und Kartoffeln. Nach dem Essen köpfen wir noch eine Flasche Sekt, und deutlich vor 23.00 Uhr verschwinden wir im Zelt, um ins neue Jahr zu schlafen.
diesen Bibron´s Tubercled Gecko finde ich in der Männerdusche
Neujahr 01.Januar 2015 :
Nach angenehmer Nacht - auch die Südafrikaner, die den Platz mit uns teilen, halten offensichtlich nichts von Feuerwerk und lautem Gefeiere - breche ich mit Stefan auf in den ersten Morgen des neuen Jahres, um die Fälle zu fotografieren.
Schlucht des Oranje Rivers
Augrabies Falls
auf den Felsen sitzen zahlreich Dassies rum und geniessen die Morgensonne
weibliche sowie
männliche, schrill bunte Augrabies Flat Lizards huschen über die Felsen und tanken Sonne
es gibt auch viele Bergstare-Pale-winged Starlings hier. Einige der Vögel sind mit farbigen Ringen markiert.
die noch schräg stehende Sonne erzeugt einen kleinen Regenbogen in der Gischt der Fälle
nur ein Dassie
Rotstirnbartvogel-Acacia Pied Barbet
Kardinalspecht-Cardinal Woodpecker
perfekt getarnte Agame
Nach einem sehr gemütlichen und ausgedehnten Frühstück brechen wir auf, um etwas vom Hinterland des NP zu sehen. Die ganze Runde wäre über achtzig KM lang, das ist uns zuviel. Aber ein paar Eindrücke gewinnen wir doch, und ein paar Tiere sind auch zu finden. Neben einem Klippspringer und einem Felsenadler lassen sich ein paar Giraffen fotografieren.
auch finden wir einige Zeugnisse früherer Besiedlung
Dann geht es zurück ins Camp. Hier bläst ein gigantischer Fönwind, und so statten wir dem Pool wieder einen Besuch ab. Gegen Abend laufe ich mit Biene den schönen und abwechslungsreichen Trail zum "Arrowhead" ( oder so ähnlich), jedenfalls fliesst hier das Wasser, welches zuvor über die Twin Falls stürzt, in den Oranje.
Twin Falls
Schlucht beim Arrowhead
hier fliegt mein erster Zwergadler-Booted Eagle, zusammen mit vielen Alpenseglern und einigen Turmfalken
das schöne Abendlicht verleitet zu einem "Selfie"
Nach Einbruch der Dunkelheit machen Stefan und ich noch ein paar Langzeitbilder von den angestrahlten Falls.
So lassen wir den ersten Tag des Jahres gemütlich bei ein paar GinTonic ausklingen.
Der morgige Tag sieht uns wieder auf Pad, wir fahren zurück nach Namibia, um ein besonderes Abenteuer zu erleben.
liebe Grüsse, fotomatte
Teil 1112. Feb. 2015
Hallo Clax-Claudia, ich hatte dich schon fast a bissle vermisst... 😎
02.Januar 2015 :
Nach einem nochmaligen Besuch bei den Falls packen wir zusammen, denn wir haben heute wieder eine längere Strecke zu fahren. Es geht ein kurzes Stück zurück bis Alheit, und dann nehmen wir die N 14 in westlicher Richtung unter die Räder. Entlang der Strasse sitzen viele Zwergfalken auf den Leitungsmasten. Über Pofadder, hier tanken wir und ziehen Kaltgetränke, alleine schon wegen dem verheissungsvollen Namen, und Springbok geht die Fahrt.
Hier wird es langsam etwas bergiger, und nun Richtung Nordwest haltend geht es weiter bis zum Grenzübergang Vioolsdrif / Noordoewer. Während die Abfertigung auf südafrikanischer Seite kompetent, schnell und freundlich vonstatten geht, ist die Einreise nach Namibia so ziemlich das Gegenteil dessen. Mürrische Beamte, die ob des Andrangs auch ziemlich überfordert scheinen, verrichten hier ihren "Dienst". Naja, ich glaube nicht, dass sich die Damen und Herren wirklich als Dienstleister verstehen, aber irgendwann sind wir dann doch durch, und wir biegen gleich nach der Grenze ab auf die C 13. Nach weiteren zehn Kilometern haben wir unser Ziel, das Camp von Felix Unite River Adventures, erreicht.
Hier sortieren wir dann unseren Krempel für die nächsten dreieinhalb Tage aus, denn solange werden wir ab morgen in Kanus auf dem Oranje Rivier unterwegs sein. Alles, was nicht gebraucht wird, oder was mir zu kostbar erscheint-wie etwa meine Lumix FZ 200- kommt hier im Camp in Verwahrung, der Rest wird in grosse Eimer verpackt.
Um 17.00 Uhr stellen sich unsere Guides vor, sie bereiten dann auch das sehr üppige Abendessen zu, und geben uns eine Einweisung in die bevorstehenden Tage, besonders natürlich, wie wir uns in den diversen Rapids zu verhalten haben, welche wir im Laufe des Trips zu durchfahren haben. Da werden dann manche Teilnehmer schon etwas ruhiger. 🤢
Übersichtskarte. Vom Main Camp fahren wir bis nach Aussenkehr, immer entlang der nordöstlichen Grenze des Richtersveld NP.
Satelittenaufnahme mit den benamsten Rapids
Und mit der letzten Aufnahme, die ich mit der "grossen" Kamera gemacht habe, bevor sie unter Verschluss kam, stimme ich auf den kommenden Tag ein.
Sonnenaufgang über dem Oranje
Die nächsten Bilder sind dann mit der kleinen Hosentaschenknipse entstanden. Die gibt´s dann morgen,
bis dahin.
fotomatte
Teil 1213. Feb. 2015
03.Januar :
Die Gruppe besteht nicht nur aus uns vier Deutschländern und den Namib-Farmern, sondern es sind noch zwei weitere Familien aus Windhoek sowie einige Südafrikaner mit von der Partie. So sind wir insgesamt inklusive der sechs Guides, die jeweils solo in einem Boot sitzen, über zwanzig Kanus.
endlich unterwegs
Meine anfänglichen Bedenken, ob das wohl gut gehen und gesittet ablaufen kann, angesichts einer doch nicht gerade exklusiv kleinen Gruppe, erweisen sich aber als weitgehend unbegründet, denn sobald die Truppe endlich auf dem Wasser ist, zieht sich die Meute schnell auseinander. Man kann also, wenn man sich nicht gerade einbildet, beim ambitionierten Spitzenteam mitfahren zu wollen, durchaus in seinem eigenen Tempo dahin gleiten, seinen Gedanken nachhängen und diese grandiose Wüstenlandschaft, die wir ja durchfahren, auf sich wirken lassen.
Mittagspause
über lange Strecken wirkt der Oranje wie ein ruhiger, lang gezogener See
Badepause
wie krass ist das denn? Man paddelt durch die Wüste
Guide Zach zeigt, wie´s geht. Völlig tiefenentspannt nimmt er die ersten, leichteren Schnellen
noch´n Guide
Wir erreichen eine lang gezogene Sandbank, und legen an. Hier werden wir die erste Nacht zubringen. Einige der Südafrikaner haben sich ein Zelt mitgenommen, wir verzichten darauf und legen uns einfach mit dem Schlafsack auf die Isomatte, mit direktem Blick in den unglaublichen und durch keinerlei Kunstlicht verfälschten Sternenhimmel ( wenn da nicht dieser monsterhelle Fastvollmond wäre ).
erstes Nachtlager
Da sich die Guides um Alles kümmern, sei es die Zubereitung eines Drei-Gänge-Menüs, sei es das Aufstellen grosser Sonnensegel oder das Installieren eines Outdoorklos, bleibt jede Menge Zeit, um im Fluss schwimmen zu gehen--dankenswerterweise gibt es im Oranje ja weder Krokodile noch Flusspferde-- oder zu fotografieren, oder einfach nur da zu sitzen und ein kaltes Getränk zu sich zu nehmen. Jedenfalls ein ziemlich relaxter Start in das Neue Jahr.
fotomatte
Teil 1316. Feb. 2015
04. und 05. Januar :
Da ich nur relativ selten den Foto aus seiner wasserdichten Verpackung rausgeholt habe, fasse ich die beiden auf dem Fluss zugebrachten Tage zusammen.
Wir werden Rapids mit solchen Namen wie "Rollercoaster", "KingKong", "Dead Man´s Rapid" oder "Sjambok" durchfahren. Und diejenigen, die es nicht trocken und aufrechten Bootes geschafft haben, müssen halt durchschwimmen, was aber dank Schwimmweste auch kein Problem war, das Wasser jedenfalls war ja warm. Dazu haben wir extra an einer gemässigten Schnelle die Boote verlassen und sind ein paar Mal durch geschwommen, d.h. man hat sich treibenlassen mit möglichst angewinkelten Beinen, um nicht einen der vielen Felsen unter der Wasserlinie zu "küssen".
Diese versteckt unter der Oberfläche lauernden Felsen haben dann auch zwei Boote gekillt, eines musste ausgetauscht werden, ein anderes konnte behelfsmässig wieder geflickt werden.
in den Rapids
die meisten Passagen aber sind sehr ruhig
Vollmonduntergang
das zweite Nachtlager
Morgenidyll
Goliathreiher
Graureiher
drittes Nachtlager
der sich spiegelnde Vollmond verleitet wiederum zu ein paar Fotis.
Feldküche
Im nächsten Kapitel stelle ich die Guides vor, die wirklich ein tolles Team waren, und die den Trip für eine so grosse, nicht gerade homogene Truppe ( was die Erfahrung mit Kanufahren generell und den Rapids speziell angeht ) wirklich souverän gemeistert haben.
viele Grüsse, Matthias
Teil 1417. Feb. 2015
06. Januar :
Heute steht nach den Frühstück nur eine kurze Passage, zurück auf die Namibia-Seite, auf dem Plan, und so bleibt Zeit, ein paar Bilder von den Guides zu machen und nochmals eine Runde im Oranje schwimmen zu gehen.
Chief-Guide Syabonga
Zach(arias)
mit "Bessie", einem uralten Bus, werden wir zurück geschaukelt ins Camp, wo vor vier Tagen dieser wunderschöne Ausflug begonnen hat. Nach dem Abladen des Gepäcks und dem ganzen Verstauprozedere in den einzelnen Autos gibt es noch ein gemeinsames Braai, anschliessend werden noch Urkunden ausgeteilt über das erfolgreiche Bestehen eines der letzten grossen Abenteuer auf dieser Welt- die Befahrung des Oranje Riviers. 😊 😵 😎
Nach dem Essen fahren wir das kurze Stück zurück zur B 1, und dann geht es in nördlicher Richtung über Grünau nach Keetmanshoop. Dort suchen wir erstmal den Bahnhof auf, denn ich weiss, dass hier eine Dampflokomotive als Denkmal stehen soll.
die Class 7A mit der SAR-Nummer 1011 wurde schon 1896 bei der Firma Neilson in Glasgow hergestellt und fuhr bis zur Verdieselung anno 1961 in SWA.
sie steht jetzt schon seit einigen Jahren hier aufgestellt vor dem sehr schönen, erst 1928 erbauten Bahnhof
auf den Gleisen rangiert diese bis zur Unkenntlichkeit versiffte sechsachsige Diesellok.
das hübsche Bahnhofsgebäude
Dann fahren wir in die Stadt, um unsere Vorräte zu ergänzen und zu tanken. Anschliessend fahren wir das kurze Stück auf der C 17 bis zum Campground vom "Giant´s Playground". Dort checken wir ein, und besuchen dann noch die zahme Erdmännchen-Truppe, die hinter dem Gehege einer Gepardin wohnen. Aber weder die Surikate noch der Cheetah animieren mich zu Fotos--Tiere gehören einfach nicht hinter einen Zaun.
Im Camp stellen wir die Zelte auf, ausser uns ist nur ein weiteres Fahrzeug da. Hatte es sich seit Grünau immer mehr zugezogen, war es in Keetmanshoop komplett trübe, und ich hatte eigentlich keine Hoffnung auf einen schönen Sonnenuntergang im vielgepriesenen Köcherbaumwald. Aber irgendwie lösten sich pünktlich zum Abend die Wolken mehr und mehr auf, und ich habe mich regelrecht in einen Bilderrausch geschossen. Die Fotos dazu gibt´s demnächst hier in diesem Theater.
viele Grüsse, Matthias
Teil 1518. Feb. 2015
Nun also der Köcherbaumwald. Man verstehe darunter nicht einen Wald in deutschen Dimensionen eines Fichtenforstes, es ist mehr eine lockere, für namibische Verhältnisse durchaus ansehnliche Ansammlung von Aloe dichotoma -eben Köcherbäumen, die aber streng genommen gar keine Bäume sind - in allen Altersstufen.
war es zu Beginn noch ziemlich bewölkt und die Aussicht auf einen grandiosen Tagesabschluss eher bescheiden, änderten sich die Lichtverhältnisse gegen Sunset geradezu dramatisch.
der "Wald"
Hoffnung keimt auf
die Farben werden kräftiger
Sunset
Scherenschnitt
nach Sonnenuntergang werden die Farben immer bombastischer. Ich eile mit leicht panischen Anflügen, um ja nichts zu verpassen, von Stein zu Stein, von Aussicht zu Aussicht, während der Rest der Truppe schon auf einem Hügel sitzt und das zur Tageszeit passende Getränk schlürft.
dann gönne auch ich mir einen Gin-Tonic, bevor es dann an die Zubereitung des Nachtmahls geht.
da muss ich mich aber auch noch einmal ausklinken, um noch einige Bilder vom Vollmond zu machen.
Hier "bellen" die Barking Geckos aus allen Richtungen, aber unsere Versuche ihrer ansichtig zu werden, scheitern allesamt. Kaum fällt der Schein der Taschenlampe auch nur in die Richtung, verstummen sie sofort.
Gute Nacht, Matthias
Teil 1619. Feb. 2015
07.Januar :
Noch im Dunkeln stehen wir fünf Erwachsenen auf und fahren das kurze Stück zum "Giant´s Playground", um noch vor Sonnenaufgang ein paar Impressionen zu knipsen, und natürlich rechtzeitig die Magie der ersten Sonnenstrahlen einzufangen.
noch schnell den untergehenden Mond bei den Köcherbäumen verhaftet, dann aber schnell weiter.
Sonnenaufgang
Spielplatz der Riesen
wie überdimensionierte Dominosteine liegen die Blöcke auf- und neben einander.
auch Köcherbäume gibt es hier. Allerdings nur Einzelexemplare, keinen "Wald".
Lerchenammer-Lark-like Bunting ( hier bin ich mir nicht hundertprozentig sicher, wer eine andere Idee hat-- immer her damit )
Nach nur zwei Stunden geht es zurück zum Camp, denn es wird schnell lekker heiss an diesem wiederum wolkenlosen Morgen. Komisch, mir kam es sehr viel länger vor. Die Kids schlafen noch, und wir bereiten ein letztes gemeinsames Frühstück vor. Mein Bruder mit Anhang fährt heute über Hauchabfontein weiter nach Swakop, während ich mit Farmers zurück auf die Farm fahre. Die Fahrt über sandige Nebenstrecken ist ereignislos, die meiste Zeit döse ich sogar weg, das grelle Licht strengt meine Augen ziemlich an, und die Sonnenbrille nervt mich einfach. Gegen 15.00 Uhr sind wir zurück, und ich lege mich direkt hin. Die Fahrt hat mich mehr geschlaucht, wie wenn ich selbst gefahren wäre. Bilder sind heute keine mehr entstanden, deshalb weiss ich auch nicht mehr, was noch so vorgefallen ist. Viel kann´s nicht gewesen sein.
Die nächsten zehn Tage fasse ich wieder thematisch zusammen, denn die habe ich urlaubend auf der Farm verbracht. Ohne grosse Action, einfach so. Bikkie im Veld rumspazieren, fotografieren, "echte" Erdmännchen beobachten, Posten fahren, im Pool liegen. Sowas halt.
Bis dahin.
Matthias
Teil 1721. Feb. 2015
Auf der Farm :
Während unserer Abwesenheit hatte es nicht wie erhofft geregnet. Alles war nach wie vor trocken, staubtrocken. Aber laut Wettervorhersage sollte es schon bald Gewitter geben. Es bauten sich auch schon am nächsten Tag mächtige Türme auf, manchmal hat es auch für ein paar Schauer gereicht, aber es wollte und wollte nicht wirklich durchdringend regnen. So als Initialzündung, damit das Gras endlich anfängt zu wachsen. Damit die bislang spärlich fliegenden Schmetterlinge schlüpfen, und endlich die Schlangen rauskommen und aktiv werden. Nichts der Gleichen. Nur ein paar kleinere Schauer mit maximal acht Millimeter. Immerhin hat das gereicht, um ein paar kleine Wasserlöcher im Veld zu füllen, wo man mal Schakale finden konnte, oder schlammbadende Schweine. Und ein paar invasive Vögel tauchten plötzlich auf, die man sonst nicht auf der Farm findet.
Gewitterstimmungen
Pferde gibt es natürlich auf der Farm. Sie werden zum Viehtreiben geritten, haben aber die meiste Zeit ein sorgenfreies Leben hier.
mein Ansitz an dieser kleinen Pfütze wird belohnt mit einem schöpfenden Schakal. Leider nicht wie erhofft mit den "Suicide-Chicks", den Perlhühnern. Die sind erst gekommen, als das Licht rum war.
viele Bachen führen zu dieser Zeit ihre noch kleinen Frischlinge. Für diese wäre das Leben auch einfacher, wenn der Boden nicht so hart wäre.
Abdimstörche tauchen plötzlich an Stellen auf, wo man sie sonst nicht findet--sofern es geregnet hat.
Eines meiner grossartigsten Erlebnisse aber betrifft eine Falkenart, die in Südeuropa brütet und den Winter hier in Afrika verbringt. Dabei tauchen sie überall urplötzlich in Massen auf, wo es geregnet hat, und in Folge dessen die Termiten schwärmen. Rotfussfalken, manchmal noch gemischt mit Amurfalken. Leider sind sie sehr scheu, und sitzend habe ich sie nicht näher als sechzig, siebzig Meter erwischt. Zuerst waren es nur fünf Vögel, die ich immer wieder habe fliegen sehen. Am Freitagnacht hatte es geregnet, und am nächsten Morgen lagen überall die abgestossenen Flügel von schwärmenden Termiten. Und abends dann flogen, niedrig über die Bäume jagend, hunderte von Rotfussfalken, die im Flug die Insekten gefangen haben und diese gleich in der Luft verspeist haben. Begleitet wurden sie von einigen Blauracken, sowie tausenden von Seglern, alle wie im Rausch der plötzlich im Übermass vorhandenen Beute. Für eineinhalb Stunden stand ich nur da und habe den Vögeln zugesehen, die teilweise nur wenige Meter über mir kreisend ihr Futter verspeist haben. So etwas habe ich noch nie erlebt, und erst als es komplett dunkel war, bin ich mit einem fetten Grinsen im Gesicht heimwärts marschiert. Für einen Birder ein absolut fantastisches Erlebnis.
meine etwas kläglichen Versuche, die sitzenden Rotfussfalken zu fotografieren. Hier ein adultes Männchen sowie ein Jungvogel.
drei Männchen
hier sieht man ein paar wenige der hübschen Falken jagen.
Auch wenn ich von dem Spektakel selbst keine Fotos gemacht habe, ist dieses Erlebnis eines der eindrücklichsten der ganzen Reise gewesen.
bis demnächst, Matthias
Teil 1823. Feb. 2015
Nix als Vögel .
Da ich im letzten Kapitel mit Vögeln aufgehört habe, werde ich heute dieses Thema fortsetzen und abschliessen.
Bei den Greifen ist mir immer wieder ein Adler aufgefallen, den ich im Veld nicht eindeutig identifizieren konnte. Dachte ich zunächst an einen Raubadler, tendierte ich dann zu einem Wahlberg´s Adler. Aber irgendetwas hat nicht gestimmt, und erst jetzt beim Betrachten der Bilder am Bildschirm fielen mir die nicht gelbe Wachshaut sowie die unbefiederten Ständer auf. Deshalb kann das hier nur ein Brown Snake Eagle sein.
Bei den Hühnervögeln sind hier auf dem Gelände die Perlhühner recht häufig, das heisst aber nicht, dass sie einfach zu fotografieren wären, ganz im Gegenteil. Sie sind sehr scheu, lediglich vor Autos scheinen sie keine Angst zu haben, weshalb ich sie nur kurz "S.C." nenne--Suicide Chicks.
Limikolen, also Watvögel, habe ich neben den schon gezeigten Caspian Plover noch zwei weitere Arten gefunden. Neben den allgegenwärtigen Kronenkiebitzen-Crowned Plover
die ziemlich scheuen Temminck´s Courser, also Rennvögel, welche ihrem Namen alle Ehre machen.
Bei den Tauben ist neben den überall zu hörenden Kapturteltauben und den Senegaltauben besonders das Kaptäubchen-Namaqua Dove zu nennen.
Ein überaus lautstarker Vogel ist der Go-away Bird oder Grey Lourie, der hier auch Kakadu heisst. Der offizielle Name ist Graulärmvogel.
Kuckucke gibt es einige Arten hier, der grösste Vertreter ist der Häherkuckuck.
hier ein Altvogel mit grauer Kopfplatte,
da ein Jungvogel mit noch schwarzer Kopfplatte.
Bei den Bienenfressern sind neben den Europäern die hübschen, kleinen Schwalbenschwanzspinte anzutreffen.
Neben der einheimischen Gabelracke, die dieses Jahr aber fast nicht zu sehen war hier auf der Farm, verbringt auch die Blauracke ihren Urlaub hier.
Von den Hornbills gibt es nur einen Vertreter, den Southern Yellow-billed H. oder Gelbschnabeltoko.
Spechte habe ich gefunden in Form von
Golden-tailed Woodpecker, sowie
Bearded Woodpecker.
Dann kommt die ganze Korona der kleinen, oftmals recht unscheinbaren Singvögel.
der Erdschmätzer ist noch einfach zu bestimmen,
was man von seinem Verwandten Rotschwanzschmätzer-Familiar Chat nicht sagen kann.
auch der Kalahariheckensänger-Kalahari Robin ist eher unscheinbar.
Zwei weitere Europäer habe ich regelmässig gesehen,
neben dem Schwarzstirnwürger seinen kleineren Vetter,
den Neuntöter.
Waschechte Afrikaner dagegen sind die Sunbirds,
hier ein junges Männchen vom Marico Sunbird-Bindennektarvogel,
da ein adultes Männchen derselben Art.
Auch ein ziemlich bunter Vertreter ist der Violet-eared Waxbill-Granatastrild.
Wiederum eher unscheinbar kommen die Angolagirlitze-Black-throated Canarys daher.
Im nächsten Kapitel gibt es wieder ein paar Insekten und meine diesjährige Ausbeute an Schlangen zu sehen, bis dahin.
liebe Grüsse, Matthias
Teil 1924. Feb. 2015
Hi Bele,
sorry, für mich war das von vornherein klar, dass es sich um ein nicht ausgefärbtes Ex. handelt, habe ich aber so nicht geschrieben. Asche usw. , du weisst schon. 🙂
Das ist übrigens ganz klar ein Nachteil meiner Reisezeit im Hochsommer-- es fliegen überall die ausgeflogenen Jungvögel rum und tragen mit ihren Übergangskleidern zu allerlei Verwirrung bei. Ein verschmerzbarer Nachteil. 🤪
Das Verbreitungsgebiet im Übrigen passt für beide Arten, es überschneidet sich grosszügig, obwohl grundsätzlich der Braune S. die eher nördlichere Art ist.
Wo siehst du weisse Höschen ? Du bist offensichtlich TU geschädigt und siehst Höschen, wo´s keine ( oder nur braune ) hat. 😗 😊 Also, ich seh nix in der Art, und ich kann mir die Bilder in voller Auflösung ansehen... 😐
Da ich aber mit der mir zur Verfügung stehenden Literatur nicht wirklich weiter komme, ist das ein immaturer Schlangenadler. Punkt.
Noch was zur Vogelfotografie. Ich habe das ja nur so im "vorbeigehen" betrieben, und nicht gezielt einzelne Arten versucht bestmöglich abzulichten. Da fehlt mir einfach die Geduld.
Aber es gibt ein paar Arten, da habe ich schon etwas gesteigerten Ehrgeiz aufgewendet--bei dennoch zumeist überschaubarem Erfolg.
Ein Beispiel hierfür ist die überaus attraktive Königswitwe-Shaft-tailed Whydah.
nicht mehr als ein Beweisbild
der Schwanz krumm, der Hintergrund viel zu wirr und unruhig.
ein schöner Rücken...
motivlich unbefriedigend, das schwarze Auge im schwarzen Kopf abgesoffen...
ungünstige Perspektive, so schräg von unten. Dadurch ist der Schwanz verkürzt.
künstliches Ambiente--ist nicht so mein Ding.
gegen den Himmel--langweiliger Hintergrund, schwierig zu belichten.
dann endlich--das passt soweit. Nee, ist ein unspektakuläres Weibchen.
Und so bleibt nur dieses natürlich nicht an Eulenkuckel-Qualität heran reichendes Foto als mein bislang Bestes.
verbesserungsfähig, ist schon klar. Aber ich komme wieder...
Ach ja, die ganzen unscharfen oder mit Schärfe vor oder hinter dem Motiv liegenden Bilder natürlich brauchen nicht extra erwähnt werden, die gibt´s auch zuhauf.
liebe Grüsse, Matthias
Teil 2026. Feb. 2015
Heute im Angebot: Insekten und Reptilien
Fangen wir mal mit den "schönen " Insekten an, den Schmetterlingen. So arg viele neue Arten habe ich nicht gefunden.
den Common Diadem hatte ich letztes Jahr schon gezeigt, allerdings als etwas gerupftes Exemplar. Dieser hier hingegen muss erst kürzlich geschlüpft sein.
dieser eher grössere Bläuling gehört wohl zu der Gattung Lepidochrysops.
White-cloaked Skipper- der war neu für mich. Am meisten habe ich gestaunt, als ich ihn jetzt bestimmen wollte und gesehen habe, dass er zu den Dickkopffaltern zählt. Ungewöhnlich für einen Falter mit rund 40 mm Spannweite.
das ist ein Colotis oder Orange Tip. Aber welche Art genau?
das müsste ein Lemon Tip Weibchen sein.
Käfern wird allgemein schon eher weniger Zuneigung zuteil. Blister Beetle oder Ölkäfer
wohl ein Rosenkäfer
hier lasse ich mir gerne weiter helfen...
Weiter geht es zu den Schrecken, den schrecklichen.
eine der vielen Kegelkopfschrecken, die ich etwas triezen musste, damit sie die Flügel zeigt. Gerupft war sie aber schon vorher.
Nun folgen ein paar Gottesanbeterinnen, die auf der Fensterbank oder im Gerank vor dem Fenster auf Jagdbeute angesessen haben.
die beiden habe ich nachts geblitzt,
während diese Gelb-Braune
wie auch die Grüne tags fotografiert wurden.
gehört die zu den Spitzkopfschrecken?
Bleiben noch die Roten Wespen. Wie ich weiss, sind diese sehr aggressiv, und ich habe sie auch aus gebührendem Abstand beobachtet, wie sie ihre Nester an den Feigenkakteen gebaut haben. Da sich hier auch die Nektarvögel rumgetrieben haben ( siehe Bilder weiter vorne ), habe ich wohl mal rückwärtig nicht richtig aufgepasst, und ehe ich mich versehen konnte und wusste, wie mir geschieht, hing mir so eine Wespe mitten auf der Nase und hat zugestochen. Meine Abwehrversuche waren nicht sonderlich erfolgreich, das Vieh sass fest, und erst als sie eine zufrieden stellende Menge Gift abgepumpt hatte, liess sie von mir ab. Tut höllisch weh, deutlich schmerzhafter wie ein Hornissenstich. Ich bin schnell zurück in die Küche und habe mit einem Eiswürfel den Zinken gekühlt, so hörte es bald wieder auf zu bluten. Angeschwollen ist die Nase trotzdem, aber nach zwei Tagen war nichts mehr zu sehen.
Obacht sag ich nur!
Bleiben noch die Reptilien. Da sind wir schnell durch, denn ausser einer
Leoparden-Schildkröte, die ich beim Postenfahren an einer Tränke gefunden habe
bleibt diese justament das Licht der Welt erblickt habende "Striped Skaapsteker" meine einzige ( lebendige ) Schlange dieses Mal. Schade, es hätte einfach mal mehr regnen müssen. Der afrikaanse Name ist übrigens totaler Bokkiemist, bedeutet er doch sowas wie "Sheepkiller".
Damit Guggu nun nicht zuu lange warten muss, gibt es demnächst hier die Erdmännchen-Bande, bis dahin und mit vielen Grüssen Matthias