Applegreen1'796 Beiträge · seit 201402. Mai 2017 · #61
Hallo Dagmar,
ich reise schon die ganze Zeit "inoffiziell" mit 😛 Natürlich bin ich bei Eurer Reise dabei - das kann ich mir gar nicht entgehen lassen 🤩
Das ist Balsam für Geist, Auge und Seele 🙂 Herrliche Eindrücke und Stimmungen - und ihr Wagemutigen entführt in Regionen, in die wir uns irgendwie nicht wirklich trauen 😗
Ich freue mich, dass Du uns wieder mit auf Eure Reise nimmst 🙂
casimodo4'528 Beiträge · seit 200703. Mai 2017 · #62
Hallo Dagmar,
superschöne Landschaftsbilder mit dem satten grün mal etwas anderes 😎 Aber die Pad im Regen bräuchte ich jetzt nicht so 😕 Das war bestimmt ganz schön spannend !
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201204. Mai 2017 · #63
Hallo , langsam geht es wieder weiter durch die Einsamkeit Namibias.
Eine kurze Anmerkung zu der "Wasserfahrt", die ja auch hier von einigen kommentiert wurde: So schlimm war es eigentlich gar nicht, da uns ja bewusst war, dass keine unmittelbare Gefahr drohte. Ich wollte nur mal aufzeigen, wie schnell sich das Wetter und die Fahrsitutation ändern kann.
@gnuhu
Die Landschaft ist ja wirklich ein Traum! Und ich liebe ja diese Einsamkeit und Weite!
Dann bist du in diesem Reisebericht ja richtig 😄 😄 😄 -- denn viele Tiere hatten wir wenig 😉
@Tinochika
Ich habe mich im April noch nicht mal durch ein 20 cm tiefes Flußbett getraut. Hatte Angst, dass der Wasserstand am nächsten Tag so hoch ist, dass wir nicht mehr rechtzeitig zu unserem Rückflug kommen.
Aus diesem Grund haben wir unsere Tour umgedreht und sind die etwas wetterbedingt schwierigen Passagen zu Beginn der Reise gefahren. Alles also kein Problem, wenn du genügend Zeit und Puffertage zu Verfügung hast.
Ihr seid echt mutig mit Euren Wasserfahrten. 🙂
Das war ja nun nicht wirklich eine Wasserfahrt, da wir ja nicht bewusst ein Flussbett durchquert haben. Hier kam das Wasser ja zu uns. 😄
@Andreas
Und bald treffen wir uns und oder fahren knapp aneinander vorbei
Na dann gib mal Gas mit deinem Bericht, dass wir uns kurz zuwinken können.
@Applegreen
Das ist Balsam für Geist, Auge und Seele 🙂
😊 Danke. Ich empfinde es beim Aufschreiben und Nacharbeiten der Reise genau so.
@casimodo
superschöne Landschaftsbilder mit dem satten grün
Ihr habt das GRÜN im KTP ja auch erlebt. Für mich wirkte es an manchen Stellen schon fast kitschig bis surrelastisch. Aber schön war es trotzdem.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201204. Mai 2017 · #64
18.03.2017 Vom Aba Huab zur Khowarib-Schlucht
Heute brechen wir bereits um 7:00 Uhr auf. Wir wollen nochmals zum Aba Huab Dam fahren, vielleicht finden wir ja früh morgens doch noch ein paar Wüstenelefanten. Die Pad ist durch die gestrigen Regenfälle teils noch sehr weich und ausgeschwämmt. Wir sehen die tiefen Wasserfurchen, durch die wir gestern gefahren sind.
Aber auch heute gibt es am Dam keine Spur und keine Spuren von den Elefanten. Wir umrunden den Dam und fahren nach einer Weile weiter Richtung Rendezvous Village. Auf dieser Strecke, liegen viele Kadaver von verendeten Tieren. Wodurch dies gekommen ist, ist mir ein Rätsel, zumal wir dies auch wirklich nur auf diesem kurzen Stück sehen. Zum Glück – denn es ist kein schöner Anblick.
Die Strecke ist einfach zu fahren. Hinter Rendezvous Village halten wir uns rechts Richtung C39. Auf welcher Pad wir immer genau sind, wissen wir oft nicht. 🤨 Hauptsache die Himmelsrichtung stimmt. 😄
Wir durchqueren ein Flussbett und kommen an einem kleinen Ort vorbei.
So langsam werde ich ungeduldig und hungrig 🤩 . Mittlerweile ist es 9:30 Uhr und ICH möchte jetzt eine Frühstückspause.
Auf einer Anhöhe finden wir einen wunderschönen Platz mit Blick über das Tal.
Das Wasser kocht und nun steht einem Frühstück mit Ausblick nichts mehr im Wege. Hach ist das schön hier.
Nach einiger Zeit bekommen wir „Besuch“. Ein Junge kommt mit seinen 3 Hunden den Berg hinauf gehastet, um uns seine Ware anzubieten.
Soviel Engagement muss belohnt werden. Wir kaufen ihm einige Teile ab und unterhalten uns ein wenig mit ihm.
Dann setzen wir unseren Weg durch eine Traumlandschaft fort.
Die Farben wechseln von Rotbraun Tönen zu sattem Grün.
Wir machen einen kurzen Abstecher in das Huab Flussbett, doch dieses scheint uns noch nicht trocken genug und wir kehren auf die C39 zurück.
Die C43 gleicht in unseren Augen schon fast einer Autobahn. So viele Autos haben bis jetzt auf unserer gesamten Strecke noch nicht gesehen.
Aber zu ersten Mal auf dieser Reise sehen wir eine Herde Giraffen. Sie stehen weit entfernt und ich pirsche mich etwas heran. Doch für gute Bilder sind sie noch immer zu weit weg.
Und auch Springböcke gibt es hier.
Ja, wir freuen uns tatsächlich darüber, da wir bis jetzt noch fas keine gesehen haben.
Dann nähern wir uns dem Vet-Fence.
In Palmwag tanken wir voll und erkundigen nach den Straßenverhältnissen. Im Norden soll es stark geregnet haben, aber hier kein Problem. So setzen wir unseren Weg Richtung Khowarib-Schlucht weiter fort.
Unser angedachtes Ziel ist die Community Campsite. Doch dort gibt es keinen Schatten und auch kein Wasser. Die Campsite liegt wirklich wunderschön. Trotzdem entscheiden wir und für die Khowarib Lodge Campsite. Hier kommen wir gegen 13.00 Uhr an.
Wir können uns eine Site aussuchen und stellen uns an die unteren Campsites, die nahe an der Abbruchkante zum Fluss sind. Somit stehen wir ohne Nachbarn und es ist ok. Bei Hochbetrieb wäre es uns hier zu eng.
Blick auf den Hoanib.
Abends kommt noch „Stemno“ der Camp-Adjudant auf einen Plausch vorbei und wir lernen etwas die Herero Sprache.
vielen Dank für die Mitnahme in diesen wunderschönen Landschaften. Da geht mir das Herz auf... Tolle Fotos hast du wieder gemacht - ich finde die Giraffen auch toll. Ich mag diese Tiere besonders gerne. Und das selbstgebackene Brot sieht damn good aus. 😛
Old Women1'543 Beiträge · seit 201304. Mai 2017 · #67
Hallo Dagmar,
auch von mir ein ganz herzliches "Dankeschön" für den tollen Bericht und die Spitzenfotos dazu. Bislang konnte ich dir in Gedanken ganz gut folgen. Das Kaokoveld habe ich noch nicht bereist, Darauf bin ich sehr gespannt.
wir müssen uns eigentlich auf der C43 begegnet sein. Du schreibst, ihr wart gegen 13:00 Uhr bei Khowarib. Wir waren gegen 13:30 Uhr in Palmwag und sind gegen 12:15 Uhr durch den Hoanib auf der Fahrt nach Süden. Ich kann mich nur nicht daran erinnern, wieviele Autos, die stark nach Tourist aussahen uns entgegenkamen. Wir hatten einen weissen (sic) Fortuner, der ein wenig Matschgrau war.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201205. Mai 2017 · #69
Danke und hallo an alle, die hier mitreisen.
@Guggu Danke für deine lieben Worte.
@CuF ob die Zille tauglich waren, kann ich nicht genau beurteilen, da ich mich für eine Hacke entschieden habe. Brauch ich zwar auch nicht wirklich, war aber gut gearbeitet. Wir haben auch immer unsere Zille mit dabei.
@ Old Women
Das Kaokoveld habe ich noch nicht bereist, Darauf bin ich sehr gespannt.
Das Damaraland und das Kaokoveld gehören zu unseren Lieblingsregionen. Es ist wunderschön dort.
@Andreas
ch kann mich nur nicht daran erinnern, wieviele Autos, die stark nach Tourist aussahen uns entgegenkamen. Wir hatten einen weissen (sic) Fortuner, der ein wenig Matschgrau war.
Da kann auch ich leider nicht weiter helfen, da wir auf die Autos selten bis nie achten. Und wenn es uns zu viele Autos werden, biegen wir einfach ab. Wir lieben die Einsamkeit.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201205. Mai 2017 · #70
19.03.2017 Allein im Ganamub
Nach einer ruhigen Nacht fahren wir morgens noch zur Schlucht.
Der Hoanib läuft uns zu stark und auf der anderen Seite geht es steil bergauf. Dazu haben wir keine Lust. Eine Gruppe Mountain Biker mit 3 Begleitfahrzeugen nehmen diese Durchquerung und den Anstieg in Angriff. Nach einigen Versuchen schaffen sie es.
Wir lassen unser Auto stehen und gehen zu Fuß durch den Fluss.
Auf der anderen Seite wandern wir durch die schöne Gegend.
Nach 2 Stunden machen wir uns wieder auf den Rückweg.
Ich gehe etwas durch das Flussbett und plötzlich sacke ich knietief ein. Mein Fuß ist durch den leicht „mitfließenden“ Sand wie einbetoniert. Vorsichtig und cm weise bewege ich die Zehen und wippe etwas mit dem Fuß, damit ich mich aus dieser Lage wieder befreien kann.
Dann fahren wir den kleinen Anstieg wieder hoch, fahren nochmals zur Lodge um unseren Wassertank aufzufüllen und fahren weiter Richtung Warmquelle, unserem nächsten Zwischenziel.
Irgendwie finden wir anscheinend nicht den Hauptweg zur Quelle, sondern fahren etwas durch das Hinterland. 3 Kinder bieten hier ihre Ware an und weil sie so nett sind, kaufen wir ihnen eine Schildkröte ab.
Es ist heiß und ich freue mich auf ein Bad. Habe ich doch dieses Jahr sogar daran gedacht auch meinen Bikini mitzunehmen. Doch Warmquelle ist nicht nach unserem Geschmack. Wenn niemand da ist, geht es ja noch.
Es gibt 2 Badestege und hat damit den Flair eines Swimmingpools. Hier ist nichts mehr urtümlich und es herrscht Hochbetrieb. 5 Südafrikaner, nehmen den Naturpool lautstark in ihren Besitz, als dann auch noch die Sportgruppe von heute Morgen eintrifft, ist es für uns endgültig zu viel.
Ich mache noch schnell ein Bild von einem Webervogel und dann verlassen wir diesen Platz.
So den richtigen Plan, wohin es uns heute verschlägt haben wir nicht. Was für andere Stress bedeuten mag, nicht zu wissen wo man die Nacht steht, ist für uns das reine Gefühl der Freiheit. Der grobe Plan waren die Trockenflusstäler, mit viel Zeit und Puffertagen, da wir ja nicht wissen, wie es momentan dort aussieht und ob die Strecke befahrbar ist. Bis jetzt lief ja alles gut. Und so fahren wir Richtung Seisfontein weiter. Hier kommt dann auch schon die erste Überraschung. Plötzlich ist die Strecke gesperrt. Die Straße ist in Höhe des Skelm Rivers weggespült.
Wir steigen aus und schauen uns die Situation an, dann beschließen wir, nachdem wir eine Umfahrung gefunden haben, dass wir es versuchen und durchfahren.
Natürlich mit einem schlechten Gewissen. Ein Polizeiauto kommt uns unterwegs entgegen und wir legen uns schon ein paar Ausreden zurecht. Doch diese interessieren sich überhaupt nicht für uns und so weicht auch unser schlechtes Gewissen. Die Pad ist befahrbar, man sieht aber noch sehr gut, wie weitflächig hier alles überflutet war.
Übrigens ist aus Richtung Seisfontein kommend keine Sperrung der Straße mehr … that‘s Africa.
In Seisfontein fahren wir zum Conservancy office , um uns über die Befahrbarkeit der Trockenflüsse zu erkundigen. Doch dieses ist geschlossen. Also weiter zur Tankstelle. Den Tankwart muss Jürgen erst mal suchen gehen und aufwecken. Wir tanken für alle Fälle nochmals voll. Hier bekommen wir dann auch unsere Information. „Nein - über Elephant Song könnt ihr nicht in den Hoanib fahren – aber durch den Ganamub oder Giribes Plains ist es möglich.“ Na – das ist doch schon mal eine Aussage.
Da wir nicht in Seisfontein über Nacht bleiben wollen, fahren wir die verlassene Campsite Kanamub an. Wasser wäre für uns ja kein Problem. Die Campsite liegt oder lag schön in den Felsen, doch wird sie anscheinend nur noch von den Tieren als Toilette benutzt. Es stinkt und viele Fliegen belästigen uns schon jetzt.
Da es erst 14:00 Uhr ist, fahren wir weiter Richtung Ganamub. Dieser ist staubtrocken und es gibt eine frische Autospur. Der Plan ist nun, den Ganamub runter zu fahren bis zum Hoanib und dann über den Obias am nächsten Tag wieder zurück. Landschaftlich ist diese Strecke auch wieder der reinste Augenschmaus und wir kommen, bedingt durch die vielen Stopps nur langsam voran.
Als wir fast den Hoanib erreicht haben, kommt uns ein Fahrzeug entgegen. Eben dieses, welches die frische Spur gefahren hat. "Nein- in den Hoanib könnt ihr nicht fahren, er ist noch zu nass." Wir bedanken uns für die Info und fahren trotzdem hin, um es uns selbst anzuschauen. Die beiden hatten absolut recht. Das trauen auch wir uns nicht. Wenn wir hier versacken…
Also fahren wir wieder ein Stück zurück und finden einen Abzweig in ein malerisches Seitental.
Auch hier ist schon eine Spur gefahren, der wir folgen können. Und hier die Bitte an alle, die auch solche einsame Gebiete lieben: Bitte keine neuen Spuren ziehen – damit die Schönheit der Landschaft noch lange erhalten bleibt. Auch eine Feuerstelle ist schon vorhanden, die wir dann auch nutzen. Wir öffnen unsere Markise, mittlerweile sind es 40°C und lassen die Ruhe und die Schönheit und das Glücksgefühl und das Freiheitsgefühl tief in uns sacken. Es ist Tiefenentspannung auf höchstem Niveau.
Abends gibt es noch eine Buschpizza und dann warten wir, dass die Sonne untergeht.
Ich versuche dann auch noch ein Foto der Milchstraße.
Ein schöner Tag geht wieder zu Ende und morgen können wir zum ersten Mal wieder „Hello again“ sagen.
eure Fotos sind einfach nur toll und dann eurer Mut vor soviel Einsamkeit! Respekt! Wir sind gerne bei eurem Reisebericht mit dabei und lassen uns in Ecken entführen, welche wir eher selbst nicht bereisen werden!
Liebe Grüße Lisa und Marc
- Wurstsalat gibt es wieder zu Hause 2013-
- die Reise zu den unaussprechbaren NPs 2014-
- Kloppo und die Klepperkischd 2015-
- How was Your Day?... A Trip to MOZ & SA 2016-
- Kloppos zu Gast beim Tanz der Vampire
ihr trefft mit eurem Bericht mitten ins Herz. DANKE!
Und wenn ihr beim nächsten Mal Warmquelle auf dem Rückweg, nach einer Woche Kaokoveld ohne Dusche... 😗 besucht, dann sieht sie für euch aus, wie das kleine Paradies... 🤪 😁 diesmal wart ihr einfach noch zu sauber... 😎
Grüße von den lilytrotters
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201207. Mai 2017 · #74
Hallo und vielen Dank für das Interesse.
@ Kloppo
eure Fotos sind einfach nur tol...
😊 Danke
und dann eurer Mut vor soviel Einsamkeit! Respekt!
Wisst ihr, das kann man so oder so sehen. Ich fühle mich weit ab in der "Wildnis" sicherer, als in der Nähe von Siedlungen. Und vor Tieren brauchtman keine Angst zu haben, wenn man weiß wie man sich verhalten soll.
@Maggus
Eine Bitte hätte ich jedoch, bitte keine Bilder mehr posten, die lösen extremes Fernweh aus.... 😁 !
Hallo Markus, das ist doch auch der Sinn der Sache. Und ich muss ich auch leider enttäuschen .. es kommen gleich wieder Bilder 🤪
@Lillitrotter Danke - es freut mich sehr, dass der Bericht dir/euch gefällt. Ich weiß, ihr reist ähnlich wie wir.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201207. Mai 2017 · #75
20.03.2017 „Hello again“ in Puros
In der Nacht ist ein leichter Wind aufgekommen und macht die Hitze erträglich.
Wir genießen den Sonnenaufgang und die Ruhe, die nur durch Vogelgezwitscher unterbrochen wird.
Im Fahrerraum hat ein kleiner Nachtschwärmer die Nacht verbracht.
Wir packen langsam zusammen und verlassen unser kleines Paradies.
Wir fahren den Ganamub wieder hoch und biegen auf die D3707 ab, der wir auch bis Puros folgen.
In Höhe der Giribes Plains gibt es eine große Geier-Ansammlung. Den Grund dafür können wir aber leider nicht ausmachen.
Auch ein paar Springböcke zeigen sich.
Die Landschaft ist auch hier ein Traum. Die Pad ist frisch gegradet und lässt sich gut fahren. Wir könnten all 100 m stehen bleiben um zu genießen und zu fotografieren. Immer wieder ändern sich die Farben – von kräftig Orange in fast Weiß. Dazwischen immer wieder Grün. Es ist einfach nur schön hier.
Langsam nähern wir uns wieder der Zivilisation. Ein leerer Viehkral lässt uns erneut anhalten.
Gegen 12:00 Uhr kommen wir in Puros an.
Unser erster Weg führt uns in den Manchester United Shop, wo wir, wie auch beim letzten Mal, erst mal ein kühles Savanna trinken. Ok – es ist erst 12:00 .
Dann kaufen wir bei der sehr unmotivierten Verkäuferin noch ein paar Kleinigkeiten ein und erkundigen uns nach „unserem Dieselmann“ von 2015. An dem Tisch direkt links neben dem Eingang sitzen 4 junge Männer. Ich bin mir sicher, dass wir einen von ihnen schon 2015 getroffen hatten. Wir kramen also die Bilder heraus. Sofort stehen alle auf und kommen zu uns. Das Interesse an den Fotos ist groß und alle freuen sich, dass wir die Fotos mitgebracht haben. Anscheinend verkaufen in Puros noch mehr Leute Diesel. Ein junger Mann fragt uns, ob wir zu „Unserem Dieselmann“ wollen – und als wir diese bejahen, fährt er mit uns dort hin. Colin, so der Name „unseres Dieselmannes“ ist nicht in seinem Haus. Doch die Buschtrommeln funktionieren perfekt und kurze Zeit später er kommt mit einem strahlenden Gesicht auf uns zu.
„Ihr erinnert euch an mich?“ – er kann es kaum fassen. Als wir ihm dann die Bilder geben ist er fast sprachlos. Wow – wie groß die Mädchen geworden sind. Ich hätte die „Kleine“ fast nicht wieder erkannt.
Heute ist der 20.03 und es sind Ferien, da ja morgen der namibische Nationalfeiertag ist. Es kommen noch ein paar Mädchen dazu. Alle sind sehr adrett gekleidet und die jungen Damen posen für neue Fotos. Diese sollen wir nächstes Mal auch wieder mitbringen. Na klar, machen wir.
Für die Mädels haben wir auch noch kleine Spiegel und Lupen dabei.
Ach ja … Diesel wollten wir ja auch noch kaufen. Wir sind ja nicht NUR auf ein Schwätzchen vorbeigekommen. Wir kaufen 20 l Diesel und haben Mühe, diese noch in den Tank zu bekommen. Doch dies ist für lange Zeit unsere letzte Versorgungsstation und wir wollen sicher gehen, dass wir genug Sprit haben, da wir ja nicht wissen, was uns auf der weiteren Fahrt noch erwartet.
Es gibt noch ein Gemeinschaftsfoto,
dann bringen wir unseren „Guide“ wieder zurück zum Manchester United Shop und machen uns auf den Weg zur Ngatutanga Campsite. Im Auto erzählt uns der „Guide“ (ich habe leider seinen Namen vergessen) dass diese Campsite kein Wasser hat und nicht besetzt ist. Es gäbe aber eine neue Campsite, die sein Freund führt. Er zeigt uns auch gerne den Weg, denn der Hoarusib läuft.
Wir wollen das nicht so recht glauben. Es ist ja legitim, dass er seinem Freund neue Gäste vermitteln will, wir aber möchten auf die uns bekannte Ngatutanga Campsite.
Wir setzen ihn also an der Bar ab und fahren los. Den Weg kennen wir ja noch. Doch wir können das frühere Trockenflussbett nicht durchqueren. Denn im Moment ist es eben nicht trocken. Der Hoarusib läuft noch sehr stark. Auch ist die Abbruchkante zum Fluss steil.
Wir fahren etwas umher und suchen nach einer Furt, um den Hoarusib durchqueren zu können. Nach langem Suchen finden wir eine flache Stelle. Hier ist das Wasser nur etwa nur 10 cm tief. Dieses Mal geht Jürgen! die Furt ab (hier gibt es ja auch keine Krokodile!)
Die neue Campsite Omenje liegt direkt am Trockenfluss (oder eben nicht trocken).
Wir fahren aber erst noch weiter zu der alten Campsite. Und es ist so, wie uns erzählt wurde. Die Campsite ist verlassen, es gibt kein Wasser und tiefe Wassergräben führen noch immer mitten durch. Ob das nun die Folgen der starken Regenfälle vom letzten Jahr sind und seitdem nichts gemacht wurde oder ob es von den diesjährigen Regenfällen, stammt weiß ich nicht. Doch ist es sehr schade.
Überhaupt hat sich rund um Puros so einiges getan. So gibt es auch seit Juni 2016 eine neue Bushlodge. Es ist niemand da und wir schauen uns etwa um. Es sieht sehr nett hier aus. Puros rüstet auf.
Letztendlich fahren wir zu der neuen Campsite Omenje. Wir stehen allein direkt am Fluss. Chips, der Besitzer ist sehr freundlich. Ich mag sein Lachen und seine Art mit Menschen umzugehen sofort. Alles ist sauber und ordentlich. Die einzelnen Stellplätze liegen unter hohen Bäumen. Wir fühlen uns hier wohl. (Es ist natürlich kein Vergleich zu der alten Campsite, bei der die Duschen in den Bäumen waren).
Hier noch ein paar Eindrücke.
Unseren ursprünglichen Plan, den Sundowner auf der Jan Joubert Koppie zu uns zu nehmen, verwerfen wir. Es ist uns zu unsicher bei Dämmerung oder Dunkelheit die richtige Furt durch den Hoarusib zu finden.
So sitzen wir also in der ersten Reihe und genießen den Sonnenuntergang von unserer Campsite aus.
Und so fahren wir Richtung Seisfontein weiter. Hier kommt dann auch schon die erste Überraschung. Plötzlich ist die Strecke gesperrt. Die Straße ist in Höhe des Skelm Rivers weggespült. Übrigens ist aus Richtung Seisfontein kommend keine Sperrung der Straße mehr … that‘s Africa.
Wenn das der Streckenabschnitt ca. 12 - 15 km vor Seesfontein ist - dort sind wir auch gefahren und haben uns sehr gewundert, dass die Straße nur in eine Richtung gesperrt war. Großes fettes STOP-Schild, wir sind trotzdem gefahren und es ging alles gut. 😉
Die Gegend dort hat uns sehr gut gefallen, wenngleich es natürlich keine Vergleich zu Eurer Route ist, die ja abseits der "großen" Straßen verlief. Wir haben sehr viele Bergzebras gesehen, Herden von Springböcken, Geier usw. usw. - es war richtig schön dort.
Vielen Dank für Euren RB, Eure Art des Reisens muss ebenso sehr sehr interessant sein.
lese reibe ich mir die Augen. Als wir ein paar Tage später dort waren, war die Ebene voll von Springböcken. Zwar keine Herde sondern kleine Gruppen und und einzelene so weit das Auge reichte. Leider haben wir das nicht fotografiert, da es nur viele weisse Punkte waren.... Sehr schön wie ihr reist. Das ist was völlig anderes wie unser Lodgehopping.
Wunderschöne Bilder, und der eine Nachtfalter, das sind 100erte im Epupa Camp aus meinem Beericht 😉 LG Andreas
Topobär5'479 Beiträge · seit 200908. Mai 2017 · #78
Hallo Dagmar,
ein sehr schöner Bericht und sehr schöne Fotos aus meiner liebsten Ecke Namibias. Die ganzen von Dir genannten Campsites in Purros kenne ich gar nicht. Gibt es denn die Community Campsite noch? Dort hatte es uns immer sehr gut gefallen.
Euer Bericht ist für uns auch insofern sehr hilfreich, dass wir bei unserer nächsten Reise ebenfalls zur Regenzeit ins Kaokoveld wollen.
panther1'296 Beiträge · seit 200708. Mai 2017 · #79
Hallo ihr Zwei,
wir lesen gespannt mit und fühlen uns gleich wieder ein Jahr zurückversetzt. Schön zu sehen dass die "Tankstelle" immer noch in Betrieb ist. Uns geht es ähnlich wie Topobär. Wir kennen auch nur die Community Campsite (ohne speziellen Namen). Die war letztes Jahr auch schon ganz schön zerfurcht vom Hochwasser. Eurer Beschreibung nach würde ich aber tatsächlich vermuten dass ihr die Community Campsite meint die geschlossen wurde. Wäre schade.
Wenn man den Hoarusib nur trocken kennt, ist es doch immer wieder beeindruckend dass da tatsächlich in der Regenzeit Wasser fließt.
Liebe take-offs, da werden ja wieder schöne Erinnerungen wach: Ganamub-Riverbed, Girbesplains, Puros..... Eure Art zu reisen und zu genießen entspricht auch unserer Vorliebe - die Stille und der Himmel des Nachts im Kaokofeld ist überwältigend..... Danke! Gruß Friederike