Ich gebe dem Druck einiger Formis nach. Hier kommt demnächst unser Reisebericht.
Vorwort: Den Ruf Afrikas haben wir schon lange wieder verspürt und mit jedem Tag ist die Sehnsucht gewachsen. Nun endlich ist der Tag gekommen. Afrika wir kommen!!! Wir freuen uns - auf den ersten Atemzug afrikanischer Luft - auf den ersten Sonnenuntergang - auf den ersten Sonnenaufgang - auf die Geräusche - auf den Geruch - auf die erste Nacht im Dachzelt - auf viele nette Begegnungen - auf all das, was auch Ihr an Afrika so liebt.
Ursprünglich war unsere Reise für Mitte April / Anfang Mai geplant. Doch mussten wir dieses aus privaten Gründen auf Mitte März – Anfang April verschieben. Ist doch alles kein Problem – wenn, ja wenn man nicht unbedingt das Kaokoveld besuchen möchte. 2015 waren wir zum ersten Mal im Kaokoveld. Die Landschaft und die Begegnung mit den Menschen dort, hat einen bleibenden Eindruck bei uns hinterlassen. Dieses Jahr wollten wir einige dieser Orte und Menschen wieder besuchen, dazu hatten wir Bilder von diesen Begegnungen im Gepäck.
Mit Freude für das Land, aber Sorge für unsere Route beobachteten wir den Verlauf der Regenzeit. Letztendlich beließen wir es trotzdem bei der geplanten Route und starteten mit Plan B und C im Hinterkopf. Ja – vielleicht lieben wir ein wenig das Abenteuer – aber nur so lange es für uns kalkulierbar ist. Vorgebucht hatten wir lediglich die erste und letzte Nacht (weile es beruhigend ist) und die Campsite im Marienflusstal. Als Camper ist dies in dieser Jahreszeit überhaupt kein Problem. Außerdem hatten wir die Route so gelegt, dass die wetterbedingt schwierigen Passagen zu Beginn unserer Reise lagen und wir auch hier genügend Puffertage hatten. Warnung: Viele Tiere hatten wir auf unserer Reise wenig, dafür allerdings tolle Landschaften und nette Begegnungen.
Hier unsere Route:
10.03.17 Abflug 11.03.17 Ankuft ind WDH / Daan Viljoen 12.03.17 Blutkoppe 13.03.17 Swakopmund 14.03.17 Swakopmund 15.01.17 Messum Krater 16.03.17 Ugab Save the Rhino Camp 17.03.17 Aba Huab Campsite 18.03.17 Khowarib Campsite 19.03.17 Irgendwo im Ganamub 20.03.17 Puros 21.03.17 Marble Campsite 22.03.17 Camp Syncro 23.03.17 Camp Syncro 24.03.17 Wildcamp im Kaokoveld 25.03.17 Omungunda 26.03.17 Epupa Camp 27.03.17 Kunene River Lodge Campsite 28.03.17 Etosha Roadsite 29.03.17 Olifantrus 30.03.17 Okaukuejo Campsite 31.03.17 Etotongwe 01.04.17 Ai Aiba Rock Painting Lodge 02.04.17 Spitzkoppe 03.04.17 Teufelsbach 04.04.17 Rückflug
Wer uns auf unserer Reise begleiten möchte, ist dazu gerne eingeladen.
Liebe Grüße Dagmar
Teil 221. Apr. 2017
10./11.03.17 Abflug und Ankunft
Endlich geht es wieder los. Voller Vorfreude fahren wir dem Zug auf den Flughafen Frankfurt. Dieses Jahr fliegen wir mit Condor – was ich eigentlich NIE mehr machen wollte. Doch zum Zeitpunkt der Buchung war Air Namibia dermaßen auf der Hochschule mit den Preisen, dass wir keine andere Wahl hatten, wenn man, wie wir, einen Direktflug bevorzugt.
Auf dem Flughafen spricht mich eine Frau an: „Entschuldigung – seid ihr die Take offs?“ - „ Ja“ Es ist Iris (Gnuhu) aus dem Forum. Wir hatten im Vorfeld festgestellt, dass wir die gleichen Flüge gebucht hatten. So verkürzen wir uns die Wartezeit zusammen mit einem kleinen Plausch. Sie reist die 3,5 Wochen alleine (Hut ab!) und wir sind uns gleich sympathisch. Während wir so da stehen, traue ich plötzlich meinen Augen nicht. Ja ist das hier denn ein geheimes Forumstreffen? Da kommen Carsten (Casimodo) und Kerstin (Esmeralda) um die Ecke. Was für ein schöner Auftakt der Reise. Wir freuen uns alle sehr über dieses ungeplante Treffen. (Ein Foto davon hat Carsten). Dann endlich geht’s zum Boarding und 10,5 Stunden später sind wir endlich wieder in Namibia.
Tief atmen wir die afrikanische Luft beim Verlassen des Fliegers ein und wie so oft muss ich doch tatsächlich etwas mit meinen Emotionen kämpfen. Carsten und Kerstin, die sich die besseren Plätze gegönnt haben, sehen wir in Windhoek leider nicht mehr, von Iris können wir uns noch verabschieden.
Während Jürgen sich um das Gepäck kümmert, gehe ich schon mal Geld besorgen. Ein seit Jahren funktionierendes System. Unser Fahrer von Savanna wartet schon und eigentlich könnte es gleich losgehen … eigentlich. 😵 Denn die noch mitfahrenden Passagiere lassen sich Zeit… sehr viel Zeit. Ca. 1 Stunde später kommen wir dann endlich los. Doch was soll‘s. 😎 Wir sind in Urlaub und haben heute auch keine Eile.
Bei Savanna werden wir schon fast wie Freunde begrüßt. „Schön euch wieder zusehen“ Die Autoübernahme geht schnell von statten. Wor haben uns wieder für den Landcruiser entschieden. Dieser ist fast noch neu, er hat nur 28690 km auf dem Tacho. Wir checken kurz, ob alles drin ist. Versichern uns, dass die Gasflaschen gefüllt sind und dann kann es auch schon fast losgehen. Ein letzes mal gehe ich noch um das Auto und schaue mir die Reifen an. Vorne links derr Reifen gefällt mir nicht. Ich rufe Jürgen und er ist meiner Meinung. Aus den Stollen sind schon kleine Stücke herausgebrochen und angesichts der Strecke, die wir fahren wollen, bestehen wir auf einem Reifenwechsel. Dies wird auch anstandslos gemacht. Allerdings bekommen wir den etwas abgefahrenen Reifen als 2. Ersatzreifen mit. Damit können wir leben.
Unser erstes Ziel ist Maerua Mall und hier der Bottle Shop, denn es ist SAMSTAG. Was wäre ein Urlaubsauftakt ohne Sundowner. 🤪 Danach tätigen wir unsere Einkäufe wie immer im Superspar. Um 14.00 Uhr ist alles erledigt und wir fahren zu unserer ersten Unterkunft. In nur 30 Minuten erreichen wir Daan Viljoen. Das Thermometer zeigt 27 C°. Angenehm. Für die erste Nacht vollkommen in Ordnung. Zwar liegen die Campsites dicht nebeneinander, doch stört uns das heute nicht. Die Duschen und Toiletten sind sehr schön und sauber. Überhaupt ist Daan Viljoen mit vielen kleinen Details liebevoll gestaltet.
Wir räumen unsere Einkäufe ein, genehmigen uns den ersten Gin Tonic und genießen es einfach wieder in Afrika zu sein. Wir haben zwar bei der Ankunft 90 Nam$ Fee für den Park bezahlt, machen aber außer einem kleinen Spaziergang durch das Gelände keinen Gebrauch davon. Irgendwie ist uns das hier noch nicht „afrikanisch“ genug. Ich freue mich auf die erste Nacht im Dachzelt.
Gefahrene Km: 23
Teil 322. Apr. 2017
Ein herzliches Willkommen allen Mitreisenden. Macht‘s euch bequem, denn jetzt geht es gleich weiter.
12.03.17 Daan Viljoen – Blutkuppe Wie nicht anders zu erwarten, war die erste Nacht im Dachzelt wieder wunderbar. Wenn auch noch nicht weit draußen in der freien Natur, kommt das Afrika-Feeling schon wieder auf. Wir frühstücken gemütlich, fahren zur Rezeption und füllen unseren Wassertank. Gegen 10.00 Uhr brechen wir auf. Aber nicht Richtung Blutkuppe, sondern erst mal wieder zurück nach Windhoek, 😐 da wir gestern vergessen hatten voll zu tanken. 😗 Das sollte demnächst nicht mehr passieren. Also erst mal eine halbe Stunde zurück. Dann endlich fahren wir Richtung Blutkuppe.
Wir nehmen die C28 über den Bosua Pass. Wir sind ja meistens zwischen März und Mai unterwegs, doch so grün haben wir Namibia noch nicht erlebt.
Immer wieder halten wir an und können uns kaum an dieser Landschaft satt sehen.
Die ersten Tiere kreuzen auch unseren Weg.
Wer hat gesagt, dass Schildkröten langsam sind? Diese ist absolut nicht in Fotosession-Stimmung. Immer wieder muss ich ihr den Weg abschneiden, bis ich mein Bild habe.
Dies ist eine Schildkröte der Gattung "Cool-Man"
Und da ich schon in Bodenhöhe bin, wird der Falter auch gleich aufs Bild gebannt.
Es sind 35°C, strahlend blauer Himmel, die Landschaft in kräftigem Grün und zwischendurch das Gelb-Orange der Pad – wunderschön.
Am Bosua View-Point machen wir einen kleinen Stopp.
Und da sind sie wieder – die Dickpens. Ich mag diese kleinen Krabbler. Irgendwie haben sie etwas sciene-fiction-artiges, oder auch wie eine Spezies aus einer längst vergangenen Zeit.
Das Permit für den Namib-Naukluft Park hatten wir uns schon in Deutschland besorgt (da wir ja samstags angekommen sind) und so nehmen wir gleich die Pad zum Tinkas Dam. Doch erstaunlicher Weise ist dieser trotz der guten Regenzeit leer. Wir sehen die ersten Zebras, die jedoch hier in der Naukluft eine große Fluchtdistanz haben.
Dann fahren wir über Klein-Tinkas zum Rock Sculpture Hiking-Trail.
Hier laufen wir ca. 1 Stunde in der schönen Landschaft mit seinen Köcherbäumen.
Dann wird es Zeit zur Blutkuppe zu fahren. Wir umrunden die Blutkuppe und stellen zu unserer Freude fest, dass wir alleine hier sind und entscheiden uns für Campsite 10. Es ist erst 16.30 Uhr und so haben wir noch viel Zeit, um herumzuklettern. Dann warten wir auf den Sonnenuntergang.
Dieser ist jedoch nicht ganz so spektakulär wie wir und das gedacht haben.
Wir trinken einen verspäteten Sundowner und machen uns einen leckeren Gemüseeintopf mit Boerewurst und beobachten den Vollmond.
Uns gefällt es hier und es ist so ganz nach unserem Geschmack alleine in der „Wildnis“ zu stehen. Alleine? … das war wohl ein Wunschgedanke. Am späten Abend bekommen wir noch Besuch von 2 Kapfüchsen. Die beiden sind überhaupt nicht scheu und wollen anscheinend genau wissen, wer ihnen hier den Platz streitig macht?
Wir freuen uns, denn es ist das erste Mal, dass wir welche sehen und einen solchen Besuch haben wir gerne. Das war ein schöner Auftakt unserer Reise.
Gefahren Km: 247
Teil 423. Apr. 2017
13.03.2017 Blutkuppe – Swakopmund
Mit dem ersten Morgenlicht und geweckt von dem Gezwitscher der Vögel stehen wir auf. Für uns gibt es keinen schöneren Weckruf. Hier so ganz alleine in der Natur Afrikas und das mit einem herrlichen Ausblick auf die Blutkuppe.
Noch vor dem Frühstück ziehen wir los und klettern etwas auf die Felsen, um den Ausblick genießen zu können.
Wir finden beim Abstieg den Kadaver eines Zebras, das sich wie es aus sieht mit einem Huf in einer Felsspalte verfangen hat und verendet ist. Der Anblick ist nicht so schön, daher auch keine Bilder.
Nach einer Weile kehren wir zurück. Die Sonne steht schon hoch und es ist heiß.
Als erstes gönnen wir uns eine warme Dusche. Schön, wenn man seine eigene Warmwasserdusche dabei hat 😄 . Danach frühstücken wir und ziehen dann langsam weiter. Wir biegen wieder auf die C28 ab, die doch ziemlich langweilig ist. So biegen wir auch bald auf den Welwitschia Trail ab. Es ist staubig, trocken und die Sonne brennt gnadenlos. Wir laufen etwas herum und suchen ein paar schöne Exemplare. Jedoch finden wir keine hohen Welwitschia mirabilis mehr.
Übrigens gibt es männliche und weibliche Pflanzen, wobei die weiblichen eindeutig schöner sind. Weibliche Welwitschia
Männliche Welwitischia
Weiter geht es zu Mondlandschaft.
Wir machen noch einen kurzen Abstecher zur Goanikontes Oase. Diese liegt wirklich sehr schön und es gibt auch eine Campsite. Werden wir bei einem erneuten Besuch ins Auge fassen.
Der Khan River ist mittlerweile trocken.
Wir fahren zurück auf die langweilige C28 und fahren dann entlang der Bahnlinie Richtung Walvisbay. Sehr schöner Blick auf Dune 7.
Dann geht es weiter nach Walvisbay in die Lagune.
Als sich die Flamingos immer weiter entfernen brechen wir Richtung Swakopmund auf.
Swakopmund 😮 .. 2009 waren wir hier das erste und auch bis jetzt das letzte Mal. Alle, die uns kennen, wissen, dass uns diese Stad nicht wirklich gefällt und wir immer einen Bogen darum gemacht haben. Warum also bekommt sie dieses Jahr ihre 2. Chance. Nun ja, als erstes besuchen wir eine Bekannte von einer Bekannten und bringen ihr noch ein paar Dinge mit. So wie die Saarländer das eben machen. 🤪 Jeder kennt einen, der einen kennt, der einen kennt. 😗
Zum zweiten liegt sie dieses Jahr auch strategisch gut auf unserer Strecke. 35° C waren es noch in der Mondlandschaft. Gespannt schaue ich auf das Thermometer. Wie tief wird es fallen? Nun ja, dieses Mal nur auf 21 C – das geht noch.
Übernachten tun wir auf der Campsite „Alte Brücke“. Können wir uneingeschränkt für Swakopmund empfehlen. Natürlich stehen wir hier nicht alleine, doch jede Campsite hat ihr eigenes Duschhäuschen und ist auch ausreichend groß.
Abends ziehen noch wir zu Fuß zur Yetti los. Wenn schon Swakopmund, dann möchte ich hier auch mein Weitwinkel und die Graufilter ausprobieren. D.h. Jürgen braucht gaanz viel Geduld. 🤪
Das wird auch belohnt mit einem kochfreien Abend und Bier. Wir landen in Kücki’s Pub und stellen fest, dass wir auch 2009 schon hier waren. Im Dunkeln gehen wir durch die leeren Straßen zurück zur „Alten Brücke“
Gefahren Km: 262
Teil 525. Apr. 2017
14.03.2017 Sandwich Harbour Für uns findet heute ein ungewöhnlicher Tag statt. Wer uns kennt weiß, dass wir zu der Kategorie der Selbstfahrer gehören, die selbst fahren, selbst entdecken und sich wie die Schneekönige über selbst entdeckte schöne Landschaften und Tiersichtungen freuen.
Die Planung läuft bei uns so ab: ICH plane, Jürgen fährt. 😮 Zum Leidwesen meines Mannes entsteht die nächste Tourplanung bei mir schon meist während des aktuellen Urlaubs.
Dieses Mal jedoch hatte Jürgen den Wunsch „Namib meets Ocean“ zu sehen. Hierzu ist mir dann nur Sandwich Harbour eingefallen. Und da wir absolut keine Lust hatten, diese Strecke selbst zufahren (ob es erlaubt ist, weiß ich gar nicht so genau) und ich keinen Plan von Tide und Co habe (Saarländer eben 😗 ), haben wir die Tour schon vorab bei Turnstone Tours gebucht. Eine Zeitlang habe ich schwer damit gehadert in Swakopmund etwas vor zu buchen. Zu stark waren die Erinnerungen an 18°C und Nieselregen von 2009. Doch es schien als hätte Swakopmund etwas gut zu machen.
Gegen 8:45 Uhr werden wir von einem Fahrer von Turnstone an der „Alten Brücke“ abgeholt. Ich habe mir seinen Namen leider nicht aufgeschrieben und somit auch vergessen. 😕 In dem Wagen saß bereits ein älteres Ehepaar. Zuerst waren wir etwas enttäuscht nicht alleine zu sein. Ja, die Ansprüche der Selbstfahrer sind hoch. Im Laufe der Fahrt stellte es sich heraus, dass es die Besitzer der Gästefarm Niedersachsen waren, welche jetzt im April wohl verkauft werden soll. Beim Start der Tour war es leicht bewölkt, doch gewann im Laufe des Tages die Sonne die Oberhand und mit 22°C waren wir ganz zufrieden. Zuerst ging es Richtung Walvisbay und wieder zu den Flamingos.
Eine Schar Pelikane war auch da.
Dann fuhren wir zu einem kleinen Büro im Industriegebiet von Walvisbay, um das Permit für diesen Teil zu holen. Dies fand ich ausgesprochen gut, da ich hier auch gleich das Permit für den Dorob Pakr und Messum Krater für die nächsten Tage erhalten konnte. Vorsichtshalber habe ich es mal für 4 Wochen geholt (ist ja kostenlos), denn man weiß ja nie was einem noch so passiert. 🤪
Dann ging es weiter entlang der Wasserlinie in die Dünen.
Zwischendurch gab es immer wieder Stopps zum Fotografieren und Sammeln.
Die Landschaft hier, zwischen Dünen und Meer ist einfach atemberaubend schön und der Aufstieg auf die Dünen dann nur noch atemraubend. Doch jede Anstrengung wert.
Wir fuhren bis zu dem Punkt, an dem keine Autos zum Schutze der Tiere weiter fahren dürfen. Manche Vögel kennen diese Regel einfach nicht und brüten auf der falschen Seite des Zaunes.
Hier machten wir ein kleines Picknick. In dieser Umgebung schmeckt das Essen unglaublich gut.
Zurück ging die Fahrt dann über die Dünen Es geht rauf und auch wieder steil bergab.
Die Dünenlandschaft ist beeindruckend schön. In der Ferne stehen 3 Strauße malerisch in den Dünen.
Wer sich hier nicht auskennt ist hoffnungslos verloren. Düne rauf, Düne runter … und dann Stopp.
Auch ein erfahrener und geübter Dünenfahrer kann sich festfahren kann.
Dieses Mal war es nicht unsere Schuld! Jürgen hat fleißig beim Freischaufeln geholfen.
Ich konnte leider nicht helfen, da ich es ja dokumentieren musste. 😉
Wir fanden Nara-Melonen
Ein paar Springböcke
Und dann waren wir auch schon wieder an den Salzseen.
Gegen 16:00 Uhr war die Tour zu Ende.
So konnten wir noch gemütlich unsere Vorräte für die nächsten Tage aufstocken und dann den Abend gemütlich bei einem Glas Wein auf der Campsite beenden.
Selbst gefahrene Km: 0 Fazit der Tour: Absolut empfehlenswert. Wir bekamen viele Informationen und Erklärungen.
Und morgen geht es dann zum Messum Krater
Teil 627. Apr. 2017
15.03.17 Auf dem Weg zum Messum Krater
Da wir unsere Besorgungen schon gestern erledigen konnten, brechen wir heute schon gegen 8:15 auf. Das ist auch gut so. Denn das Wetter ist „Swakopmund-like“ – bewölkt-trübe und nur 15° C. Naja, es ist ja auch noch früh am Tage. Und da wir schon die C34 gen Norden fahren, möchte Ich natürlich auch ein Schiffswrack sehen. Hinter Hentiesbay biegen wir also ab. Es ist kalt, windig, diesig … und es kostet mich einige Überredungskraft Jürgen zu überzeugen hier auszusteigen. Ich schnappe also meine Kamera, Stativ, Graufilter und begebe mich zum Strand. Auf Grund der unangenehmen Witterung reichen mir ein paar wenige Bilder von dem Schiff.
Oh nein … ich bin kein Nordlicht … irgendwie bewundere ich die Fischer, die unbeeindruckt von der Kälte ihre Angeln auswerfen.
Die einheimischen Händler tun mir leid, aber wir sind hier absolut gar nicht in Kauf oder Handelsstimmung. Teilweise schlafen sie hier in den Dünen und warten auf die Touristen. Dies scheint sich aber zu lohnen, sie müssen auch nicht lange warten, denn während wir einpacken kommen 2 Reisebusse an. Dann nichts wie weg.
Der nächste obligatorische Stopp ist dann Cape Cross. Puh … stinkt das hier … doch nach einer Weile gewöhnen wir uns daran.
Der Strand ist über und über mit Seehunden bedeckt.
Und auch im Meer wimmelt es nur so von ihnen.
Die einen schauen, wer da noch kommt
der andere ist ganz gechillt.
Der hier weiß von nichts
Das ist mein Platz
Und dieser ist sich seiner Schönheit bewusst.
Es wird sich aber auch um den Nachwuchs gesorgt.
Und manchen ist es auch langweilig
Wir reißen uns los und fahren nach etwa 1 Stunde weiter auf der langweiligen Straße entlang der Küste.
Dann endlich kommt der Abzweig in ein Gebiet, auf das ich mich schon seit der Planung gefreut habe … der Messum Krater. Der Messum River ist nicht gelaufen uns so fahren wir einen Teil der Strecke durch das Flussbett.
Vorbei an schönen Welwitschias, die perfekt vor einem schönen Hintergrund wachsen.
Die Landschaft hier ist wunderschön und wir dürfen sie ganz alleine genießen. Vorsichtshalber habe ich einen vergrößerten Kartenausschnitt dabei, um evtl. einem Ranger zu beweisen, dass wir außerhalb des Dorob Nationalparkes stehen.
Bei so viel schöner Landschaft fällt es uns schwer, uns für einen Stellplatz zu entscheiden. Ja wo ist jetzt Süden?
Dort.
Wir fahren einmal durch quer durch den Krater und finden letztendlich einen Platz der uns gefällt und wo wir etwas windgeschützt sind.
Es sind mittlerweile 34°C und es bläst ein starker Wind aus Richtung Süden (wir wissen ja nun, wo Süden ist).
Wir erkunden die Felsen rund um unseren Stellplatz etwas zu Fuß, klettern auf die Felsen und suchen schon mal unseren Platz für den Sundowner. Wir müssen wirklich aufpassen, nicht weggeweht zu werden.
Hier in der Höhle soll es auch Bushman Zeichnungen geben. Leider finden wir sie nicht. Dann ist relaxen angesagt. Einfach die Ruhe und Schönheit der Natur genießen. Abends steigen wir dann wieder zu unserem Sundowner-Platz auf und warten, dass die Sonne untergeht.
Es ist schon fast dunkel, als wir wieder an unserem Auto ankommen. Das Kochen gestaltet sich durch den starken Wind heute etwas schwierig. Heute gibt es Oryx-Filet in Zwiebelrahmsoße und hausgemachten Salat. Dazu einen Rotwein aus bester Lage. Schön, wenn man einen leidenschaftlichen Hobbykoch als Mann hat.
So geht wieder ein schöner Tag zu Ende.
Gefahrene Km: 236
Teil 728. Apr. 2017
16.03.2017 Vom Messum Krater zum Ugab Save the Rhino Camp
Der starke Wind hat sich gelegt und wir haben bereits um 7:30 angenehme 18°C. Nach einem schnellen Frühstück brechen wir. Unser Weg führt uns durch den Messum Krater, teils durch das Flussbett und auf 4 WD Trails „quer durchs Land“ zum Ugab Save the Rhino Camp. Hier ist es unbeschreiblich schön. Schöne Welwitschias vor grandioser Kulisse und unendliche Weite. Das Licht spielt in unterschiedlichen Varianten und wir sind ganz alleine hier.
Keine Auto, keine Menschenseele weit und breit. Doch dann trauen wir unseren Augen nicht. Mitten in diesem herrlichen Nichts steht ein Haus. Es ist bewohnt, ein Garten ist angelegt und ein Hund läuft herum.
Ich traue mich nicht hier anzuhalten, um ein Bild zu machen. Wieso siedelt man sich in solch einer Gegend an? Bei mir beginnt das Kopfkino zu laufen und ich habe irgendwie ich ein schlechtes Bauchgefühl. Dies war wahrscheinlich totaler Blödsinn, jedoch gibt Jürgen nach und wir fahren weiter. Etwa 1 Stunde später sehen wir in der Ferne schon wieder ein Haus. Es ist das gleiche. Wir haben eine Abzweigung verfehlt und kommen nun von der anderen Seite zu dem Haus. Wir sind im Kreis gefahren, haben dadurch aber mehr von dieser einzigartigen Landschaft gesehen.
In Namibia ist der Weg das Ziel.
Auf dem Weg, der nun zu dem Haus führt, finden wir überall beschriebene Steine. Vielleicht hat mich mein Bauchgefühl doch nicht im Stich gelassen.
Wir setzen unseren Weg fort.
Am Ugab Viewpunkt machen wir eine verspätete und ausgedehnte Frühstückspause.
Der Blick in das Ugab Valley ist wunderschön. Wir können uns gar nicht los reißen, laufen noch etwas herum und fahren nach gut 1 Stunde weiter. Nun ist es ja nicht mehr weit.
Diese Gegend ist wahrlich der richtige Platz, um die Seele baumeln zu lassen.
Auch im Ugab the the Rhino Camp sind wir wieder alleine.
Allerdings werden wir von dem Camp Adjutant mit den Worten empfangen, das wir uns gerne hier hinstellen können, es aber leider kein Wasser gibt. Die Pumpe ist kaputt und wir erst morgen! repariert. 🤩 Das ist für uns in Ordnung – wir haben ja unsere eigene Dusche dabei. 😄 Wir kaufen noch Feuerholz und suchen uns eine Campsite am Ende aus. Überall liegen noch die Hinterlassenschaften von Elefanten, doch von ihnen selbst fehlt jede Spur. Mittlerweile sind es 35°C und keine Wolke am Himmel. Nachmittags wandern wir noch etwa durch den Ugab. Es ist noch deutlich zu ssehen, dass auch der Ugab vor Kurzem noch gelaufen ist.
Wir genießen die himmlische Ruhe. Zum ersten Mal bauen wir zum Duschen das Duschzelt auf. Denn ich habe hier, in der Nähe der Camp-Aifsichts-Familie, keine Lust nackt durch die Gegend zu springen.
Dann gibt es leckeres Wildgulasch mit Couscous und ich backe mein erstes Brot für diesen Urlaub. Ja … wir sind wieder vollkommen angekommen.
Für die 72 km haben wir insgesamt 5,5 Stunden gebraucht. Es ist schön, wenn man Zeit hat und nicht von Ort zu Ort hetzen muss.
Wir sind dieses Jahr zum ersten Mal in dieser Region gewesen und es war aus unserer Sicht richtig, hier 2 Übernachtungen in nur kurzer Distanz einzuplanen. Nur so konnten wir die Schönheit dieser Landschaft voll genießen.
Gefahren Km: 72
Teil 801. Mai 2017
17.03.17 Vom Ugab Save the Rhino Camp nach Aba Huab - oder Auf der Suche nach den Wüstenelefanten.
Nach einer ruhigen entspannten Nacht stehen wir wieder mit den ersten Sonnenstrahlen auf. Unser Weckruf sind die Vögel. Zwei von Ihnen unterhalten sich lautstark.
Danach gibt es dann ein gemütliches Frühstück mit frisch gebackenem Brot.
Danach der natürliche Ablauf der Camper. Abspülen, Ordnung machen, Geraffel zusammenpacken und schon sind wir auch schon unterwegs zur Rezeption. Wir zahlen noch das Feuerholz und die Campsite und fahren Richtung Twyfelfontein. Nach den Straßenverhältnissen müssen wir uns heute nicht erkundigen, denn wir sehen ja, dass wir den Ugab problemlos durchqueren können. Wir wählen die „Nord-Route“ Richtung Desolation Valley. Der Weg bis zur Hochebene ist sehr, steinig, teilweise steil und ausgewaschen. Doch unsere Landcruiser lässt uns auch hier nicht im Stich und wir haben keinerlei Probleme. Ab der Hochebene ist die Fahrt easy und die Aussicht und die Natur wundervoll.
Blick auf Burnt Mountain
Hier ist es sehr grün und immer wieder schön zusehen, wie die Natur plötzlich zu neuem Leben erwacht, sobald etwa Regen fällt.
Dieses Mal haben wir die Aba Huab Campsite ins Auge gefasst. Auch hier ist nicht viel Betrieb und wir finden eine schöne Campsite. Die Campsites liegen alle in gutem Abstand zum Nachbarn. Zwar sind die Ablutions allgemein etwas renovierungsbedürftig, doch gefällte es uns hier sehr gut. Wir richten uns gemütlich ein. Gegen 16:00 Uhr kommt von null auf gleich ein starkes Gewitter auf. Es regnet waagrecht. 🤩 Als dieses vorbei ist, beschließen wir an den Aba Huab Dam zu fahren, auf der Suche nach den Wüstenelefanten, die wir ja vor 2 Jahren dort fanden. Als wir wieder auf dem Weg sind, fängt es wieder zu regnen an. Zuerst ist ja noch alles easy,
doch innerhalb von Minuten läuft die Pad total zu.
Das Wasser kommt von oben und von unten, die Sicht ist gleich null.
(Am nächsten Tag haben wir gesehen, dass wir wohl ca. 40 cm Wassertiefe auf der Pad hatten.)
Wir wissen zwar wo wir sind und dass wir noch weit vom Damm entfernt sind und somit keine Gefahr besteht, doch ist es schon ein komisches Gefühl, wenn das „bisschen Wasser“, das in die Pad läuft, beginnt den Wagen zu bewegen. Wir haben die Nase voll und verlassen die Pad. ( Sorry, ja… wir haben einen neuen Track gezogen, war in dieser Situation aber leider nicht anders machbar 😐 ).
Als wir wieder festen Boden unter den Rädern haben, klärt sich auch das Wetter wieder auf und wir fahren noch etwas weiter in die andere Richtung.
Dieses „Grün“, in all seinen Schattierungen, ist der echte Wahnsinn. Ich glaube die Bilder kann ich niemanden zeigen, ohne den Hinweis auf Photoshop und zu viel Farbe, zu bekommen.
Ach ja, die Wüsten-Elefanten – die haben wir dieses Jahr leider nicht gefunden. 🙁
Glücklicherweise gehören wir aber zu den Afrika-Verrückten, die sich auch an der Landschaft und der Schönheit Namibias allgemein, nicht sattsehen können.
Gefahrene Km: 132
Teil 904. Mai 2017
18.03.2017 Vom Aba Huab zur Khowarib-Schlucht
Heute brechen wir bereits um 7:00 Uhr auf. Wir wollen nochmals zum Aba Huab Dam fahren, vielleicht finden wir ja früh morgens doch noch ein paar Wüstenelefanten. Die Pad ist durch die gestrigen Regenfälle teils noch sehr weich und ausgeschwämmt. Wir sehen die tiefen Wasserfurchen, durch die wir gestern gefahren sind.
Aber auch heute gibt es am Dam keine Spur und keine Spuren von den Elefanten. Wir umrunden den Dam und fahren nach einer Weile weiter Richtung Rendezvous Village. Auf dieser Strecke, liegen viele Kadaver von verendeten Tieren. Wodurch dies gekommen ist, ist mir ein Rätsel, zumal wir dies auch wirklich nur auf diesem kurzen Stück sehen. Zum Glück – denn es ist kein schöner Anblick.
Die Strecke ist einfach zu fahren. Hinter Rendezvous Village halten wir uns rechts Richtung C39. Auf welcher Pad wir immer genau sind, wissen wir oft nicht. 🤨 Hauptsache die Himmelsrichtung stimmt. 😄
Wir durchqueren ein Flussbett und kommen an einem kleinen Ort vorbei.
So langsam werde ich ungeduldig und hungrig 🤩 . Mittlerweile ist es 9:30 Uhr und ICH möchte jetzt eine Frühstückspause.
Auf einer Anhöhe finden wir einen wunderschönen Platz mit Blick über das Tal.
Das Wasser kocht und nun steht einem Frühstück mit Ausblick nichts mehr im Wege. Hach ist das schön hier.
Nach einiger Zeit bekommen wir „Besuch“. Ein Junge kommt mit seinen 3 Hunden den Berg hinauf gehastet, um uns seine Ware anzubieten.
Soviel Engagement muss belohnt werden. Wir kaufen ihm einige Teile ab und unterhalten uns ein wenig mit ihm.
Dann setzen wir unseren Weg durch eine Traumlandschaft fort.
Die Farben wechseln von Rotbraun Tönen zu sattem Grün.
Wir machen einen kurzen Abstecher in das Huab Flussbett, doch dieses scheint uns noch nicht trocken genug und wir kehren auf die C39 zurück.
Die C43 gleicht in unseren Augen schon fast einer Autobahn. So viele Autos haben bis jetzt auf unserer gesamten Strecke noch nicht gesehen.
Aber zu ersten Mal auf dieser Reise sehen wir eine Herde Giraffen. Sie stehen weit entfernt und ich pirsche mich etwas heran. Doch für gute Bilder sind sie noch immer zu weit weg.
Und auch Springböcke gibt es hier.
Ja, wir freuen uns tatsächlich darüber, da wir bis jetzt noch fas keine gesehen haben.
Dann nähern wir uns dem Vet-Fence.
In Palmwag tanken wir voll und erkundigen nach den Straßenverhältnissen. Im Norden soll es stark geregnet haben, aber hier kein Problem. So setzen wir unseren Weg Richtung Khowarib-Schlucht weiter fort.
Unser angedachtes Ziel ist die Community Campsite. Doch dort gibt es keinen Schatten und auch kein Wasser. Die Campsite liegt wirklich wunderschön. Trotzdem entscheiden wir und für die Khowarib Lodge Campsite. Hier kommen wir gegen 13.00 Uhr an.
Wir können uns eine Site aussuchen und stellen uns an die unteren Campsites, die nahe an der Abbruchkante zum Fluss sind. Somit stehen wir ohne Nachbarn und es ist ok. Bei Hochbetrieb wäre es uns hier zu eng.
Blick auf den Hoanib.
Abends kommt noch „Stemno“ der Camp-Adjudant auf einen Plausch vorbei und wir lernen etwas die Herero Sprache.
Gefahren Km:188
Teil 1005. Mai 2017
19.03.2017 Allein im Ganamub
Nach einer ruhigen Nacht fahren wir morgens noch zur Schlucht.
Der Hoanib läuft uns zu stark und auf der anderen Seite geht es steil bergauf. Dazu haben wir keine Lust. Eine Gruppe Mountain Biker mit 3 Begleitfahrzeugen nehmen diese Durchquerung und den Anstieg in Angriff. Nach einigen Versuchen schaffen sie es.
Wir lassen unser Auto stehen und gehen zu Fuß durch den Fluss.
Auf der anderen Seite wandern wir durch die schöne Gegend.
Nach 2 Stunden machen wir uns wieder auf den Rückweg.
Ich gehe etwas durch das Flussbett und plötzlich sacke ich knietief ein. Mein Fuß ist durch den leicht „mitfließenden“ Sand wie einbetoniert. Vorsichtig und cm weise bewege ich die Zehen und wippe etwas mit dem Fuß, damit ich mich aus dieser Lage wieder befreien kann.
Dann fahren wir den kleinen Anstieg wieder hoch, fahren nochmals zur Lodge um unseren Wassertank aufzufüllen und fahren weiter Richtung Warmquelle, unserem nächsten Zwischenziel.
Irgendwie finden wir anscheinend nicht den Hauptweg zur Quelle, sondern fahren etwas durch das Hinterland. 3 Kinder bieten hier ihre Ware an und weil sie so nett sind, kaufen wir ihnen eine Schildkröte ab.
Es ist heiß und ich freue mich auf ein Bad. Habe ich doch dieses Jahr sogar daran gedacht auch meinen Bikini mitzunehmen. Doch Warmquelle ist nicht nach unserem Geschmack. Wenn niemand da ist, geht es ja noch.
Es gibt 2 Badestege und hat damit den Flair eines Swimmingpools. Hier ist nichts mehr urtümlich und es herrscht Hochbetrieb. 5 Südafrikaner, nehmen den Naturpool lautstark in ihren Besitz, als dann auch noch die Sportgruppe von heute Morgen eintrifft, ist es für uns endgültig zu viel.
Ich mache noch schnell ein Bild von einem Webervogel und dann verlassen wir diesen Platz.
So den richtigen Plan, wohin es uns heute verschlägt haben wir nicht. Was für andere Stress bedeuten mag, nicht zu wissen wo man die Nacht steht, ist für uns das reine Gefühl der Freiheit. Der grobe Plan waren die Trockenflusstäler, mit viel Zeit und Puffertagen, da wir ja nicht wissen, wie es momentan dort aussieht und ob die Strecke befahrbar ist. Bis jetzt lief ja alles gut. Und so fahren wir Richtung Seisfontein weiter. Hier kommt dann auch schon die erste Überraschung. Plötzlich ist die Strecke gesperrt. Die Straße ist in Höhe des Skelm Rivers weggespült.
Wir steigen aus und schauen uns die Situation an, dann beschließen wir, nachdem wir eine Umfahrung gefunden haben, dass wir es versuchen und durchfahren.
Natürlich mit einem schlechten Gewissen. Ein Polizeiauto kommt uns unterwegs entgegen und wir legen uns schon ein paar Ausreden zurecht. Doch diese interessieren sich überhaupt nicht für uns und so weicht auch unser schlechtes Gewissen. Die Pad ist befahrbar, man sieht aber noch sehr gut, wie weitflächig hier alles überflutet war.
Übrigens ist aus Richtung Seisfontein kommend keine Sperrung der Straße mehr … that‘s Africa.
In Seisfontein fahren wir zum Conservancy office , um uns über die Befahrbarkeit der Trockenflüsse zu erkundigen. Doch dieses ist geschlossen. Also weiter zur Tankstelle. Den Tankwart muss Jürgen erst mal suchen gehen und aufwecken. Wir tanken für alle Fälle nochmals voll. Hier bekommen wir dann auch unsere Information. „Nein - über Elephant Song könnt ihr nicht in den Hoanib fahren – aber durch den Ganamub oder Giribes Plains ist es möglich.“ Na – das ist doch schon mal eine Aussage.
Da wir nicht in Seisfontein über Nacht bleiben wollen, fahren wir die verlassene Campsite Kanamub an. Wasser wäre für uns ja kein Problem. Die Campsite liegt oder lag schön in den Felsen, doch wird sie anscheinend nur noch von den Tieren als Toilette benutzt. Es stinkt und viele Fliegen belästigen uns schon jetzt.
Da es erst 14:00 Uhr ist, fahren wir weiter Richtung Ganamub. Dieser ist staubtrocken und es gibt eine frische Autospur. Der Plan ist nun, den Ganamub runter zu fahren bis zum Hoanib und dann über den Obias am nächsten Tag wieder zurück. Landschaftlich ist diese Strecke auch wieder der reinste Augenschmaus und wir kommen, bedingt durch die vielen Stopps nur langsam voran.
Als wir fast den Hoanib erreicht haben, kommt uns ein Fahrzeug entgegen. Eben dieses, welches die frische Spur gefahren hat. "Nein- in den Hoanib könnt ihr nicht fahren, er ist noch zu nass." Wir bedanken uns für die Info und fahren trotzdem hin, um es uns selbst anzuschauen. Die beiden hatten absolut recht. Das trauen auch wir uns nicht. Wenn wir hier versacken…
Also fahren wir wieder ein Stück zurück und finden einen Abzweig in ein malerisches Seitental.
Auch hier ist schon eine Spur gefahren, der wir folgen können. Und hier die Bitte an alle, die auch solche einsame Gebiete lieben: Bitte keine neuen Spuren ziehen – damit die Schönheit der Landschaft noch lange erhalten bleibt. Auch eine Feuerstelle ist schon vorhanden, die wir dann auch nutzen. Wir öffnen unsere Markise, mittlerweile sind es 40°C und lassen die Ruhe und die Schönheit und das Glücksgefühl und das Freiheitsgefühl tief in uns sacken. Es ist Tiefenentspannung auf höchstem Niveau.
Abends gibt es noch eine Buschpizza und dann warten wir, dass die Sonne untergeht.
Ich versuche dann auch noch ein Foto der Milchstraße.
Ein schöner Tag geht wieder zu Ende und morgen können wir zum ersten Mal wieder „Hello again“ sagen.
Gefahren Km: 155
Teil 1107. Mai 2017
20.03.2017 „Hello again“ in Puros
In der Nacht ist ein leichter Wind aufgekommen und macht die Hitze erträglich.
Wir genießen den Sonnenaufgang und die Ruhe, die nur durch Vogelgezwitscher unterbrochen wird.
Im Fahrerraum hat ein kleiner Nachtschwärmer die Nacht verbracht.
Wir packen langsam zusammen und verlassen unser kleines Paradies.
Wir fahren den Ganamub wieder hoch und biegen auf die D3707 ab, der wir auch bis Puros folgen.
In Höhe der Giribes Plains gibt es eine große Geier-Ansammlung. Den Grund dafür können wir aber leider nicht ausmachen.
Auch ein paar Springböcke zeigen sich.
Die Landschaft ist auch hier ein Traum. Die Pad ist frisch gegradet und lässt sich gut fahren. Wir könnten all 100 m stehen bleiben um zu genießen und zu fotografieren. Immer wieder ändern sich die Farben – von kräftig Orange in fast Weiß. Dazwischen immer wieder Grün. Es ist einfach nur schön hier.
Langsam nähern wir uns wieder der Zivilisation. Ein leerer Viehkral lässt uns erneut anhalten.
Gegen 12:00 Uhr kommen wir in Puros an.
Unser erster Weg führt uns in den Manchester United Shop, wo wir, wie auch beim letzten Mal, erst mal ein kühles Savanna trinken. Ok – es ist erst 12:00 .
Dann kaufen wir bei der sehr unmotivierten Verkäuferin noch ein paar Kleinigkeiten ein und erkundigen uns nach „unserem Dieselmann“ von 2015. An dem Tisch direkt links neben dem Eingang sitzen 4 junge Männer. Ich bin mir sicher, dass wir einen von ihnen schon 2015 getroffen hatten. Wir kramen also die Bilder heraus. Sofort stehen alle auf und kommen zu uns. Das Interesse an den Fotos ist groß und alle freuen sich, dass wir die Fotos mitgebracht haben. Anscheinend verkaufen in Puros noch mehr Leute Diesel. Ein junger Mann fragt uns, ob wir zu „Unserem Dieselmann“ wollen – und als wir diese bejahen, fährt er mit uns dort hin. Colin, so der Name „unseres Dieselmannes“ ist nicht in seinem Haus. Doch die Buschtrommeln funktionieren perfekt und kurze Zeit später er kommt mit einem strahlenden Gesicht auf uns zu.
„Ihr erinnert euch an mich?“ – er kann es kaum fassen. Als wir ihm dann die Bilder geben ist er fast sprachlos. Wow – wie groß die Mädchen geworden sind. Ich hätte die „Kleine“ fast nicht wieder erkannt.
Heute ist der 20.03 und es sind Ferien, da ja morgen der namibische Nationalfeiertag ist. Es kommen noch ein paar Mädchen dazu. Alle sind sehr adrett gekleidet und die jungen Damen posen für neue Fotos. Diese sollen wir nächstes Mal auch wieder mitbringen. Na klar, machen wir.
Für die Mädels haben wir auch noch kleine Spiegel und Lupen dabei.
Ach ja … Diesel wollten wir ja auch noch kaufen. Wir sind ja nicht NUR auf ein Schwätzchen vorbeigekommen. Wir kaufen 20 l Diesel und haben Mühe, diese noch in den Tank zu bekommen. Doch dies ist für lange Zeit unsere letzte Versorgungsstation und wir wollen sicher gehen, dass wir genug Sprit haben, da wir ja nicht wissen, was uns auf der weiteren Fahrt noch erwartet.
Es gibt noch ein Gemeinschaftsfoto,
dann bringen wir unseren „Guide“ wieder zurück zum Manchester United Shop und machen uns auf den Weg zur Ngatutanga Campsite. Im Auto erzählt uns der „Guide“ (ich habe leider seinen Namen vergessen) dass diese Campsite kein Wasser hat und nicht besetzt ist. Es gäbe aber eine neue Campsite, die sein Freund führt. Er zeigt uns auch gerne den Weg, denn der Hoarusib läuft.
Wir wollen das nicht so recht glauben. Es ist ja legitim, dass er seinem Freund neue Gäste vermitteln will, wir aber möchten auf die uns bekannte Ngatutanga Campsite.
Wir setzen ihn also an der Bar ab und fahren los. Den Weg kennen wir ja noch. Doch wir können das frühere Trockenflussbett nicht durchqueren. Denn im Moment ist es eben nicht trocken. Der Hoarusib läuft noch sehr stark. Auch ist die Abbruchkante zum Fluss steil.
Wir fahren etwas umher und suchen nach einer Furt, um den Hoarusib durchqueren zu können. Nach langem Suchen finden wir eine flache Stelle. Hier ist das Wasser nur etwa nur 10 cm tief. Dieses Mal geht Jürgen! die Furt ab (hier gibt es ja auch keine Krokodile!)
Die neue Campsite Omenje liegt direkt am Trockenfluss (oder eben nicht trocken).
Wir fahren aber erst noch weiter zu der alten Campsite. Und es ist so, wie uns erzählt wurde. Die Campsite ist verlassen, es gibt kein Wasser und tiefe Wassergräben führen noch immer mitten durch. Ob das nun die Folgen der starken Regenfälle vom letzten Jahr sind und seitdem nichts gemacht wurde oder ob es von den diesjährigen Regenfällen, stammt weiß ich nicht. Doch ist es sehr schade.
Überhaupt hat sich rund um Puros so einiges getan. So gibt es auch seit Juni 2016 eine neue Bushlodge. Es ist niemand da und wir schauen uns etwa um. Es sieht sehr nett hier aus. Puros rüstet auf.
Letztendlich fahren wir zu der neuen Campsite Omenje. Wir stehen allein direkt am Fluss. Chips, der Besitzer ist sehr freundlich. Ich mag sein Lachen und seine Art mit Menschen umzugehen sofort. Alles ist sauber und ordentlich. Die einzelnen Stellplätze liegen unter hohen Bäumen. Wir fühlen uns hier wohl. (Es ist natürlich kein Vergleich zu der alten Campsite, bei der die Duschen in den Bäumen waren).
Hier noch ein paar Eindrücke.
Unseren ursprünglichen Plan, den Sundowner auf der Jan Joubert Koppie zu uns zu nehmen, verwerfen wir. Es ist uns zu unsicher bei Dämmerung oder Dunkelheit die richtige Furt durch den Hoarusib zu finden.
So sitzen wir also in der ersten Reihe und genießen den Sonnenuntergang von unserer Campsite aus.
Gefahren km: 121
Und morgen geht es durch das Khumib Riverbed.
Teil 1209. Mai 2017
21.03.2017 Durch das Khumib Riverbed zur Marble Campsite
Wir wachen früh auf und können den Sonnenaufgang über dem laufenden Hoarusib beobachten.
Dann folgt das gemütliche Frühstück uns wir sind gerade beim Packen, als Chips erscheint, um sich von uns zu verabschieden. Er sei später nicht mehr da, da er gleich zu einem Rhinotracking aufbreche und er sei der Tracker. Ich werde sofort hellhörig und frage nach, ob wir denn vielleicht mitkönnten?!
Und so finden wir uns kurze Zeit später wieder vor dem Manchester United Shop und warten auf unsere bewaffnete Begleitung. 🤩 Die sei nur für den Fall, dass wir auf Wilderer treffen, beruhigt uns Chips. Na … das sind ja schöne Aussichten. 😮 Vor dem Shop treffen wir auch Colin wieder. Er begrüßt uns wie alte Freunde. Wir unterhalten uns noch kurz bis unsere "Security-Einheit" eintrifft.
Wenn ich an die Begegnung mit Colin denke, muss ich noch immer schmunzeln: Jürgen liebt es zu handeln und zu tauschen – oder halt einfach durch mitgebrachte Sachen aus Deutschland anderen eine Freude zu bereiten. So haben wir auch alte, ausgediente aber funktionsfähige Handys (wohlgemerkt keine Smart-Phones) dabei. Er will sich gerade auf den Weg zum Auto machen, um eines für Colin zu holen, als dieser ein supermodernes Smartphone aus seiner Tasche zieht. Das Gesicht von Jürgen war zum wegschreien.
Die Menschen wohnen zwar für uns fast am Ende der Welt, aber die Moderne hat auch hier Einzug gehalten.
Endlich trifft auch unsere Schutztruppe ein. Ein Ranger und ein Polizist, jeweils mit einem Gewehr bewaffnet. Na, dann kann uns ja nichts mehr passieren. 🙄 Wir fahren mit 2 Autos. Ein Tracker und die „Security“ fahren im ersten Wagen, wir folgen ihnen mit Chips in unserem Wagen. Wir fahren in die Berge irgendwo um Puros und suchen nach den Tracks. Zu Beginn erkenne ich überhaupt nichts. Doch mit Der Zeit kann auch ich die Rhinospuren erkennen.
Dabei sollte es aber auch bleiben. Leider haben wir keine Rhinos gefunden. Von den vielen dort frei lebenden Rhinos sind auch nur noch 3 übriggeblieben. Trotzdem war es ein schöner Ausflug. Wir verabschieden uns und machen uns auf den Weg Richtung Marble Campsite.
Unseren ursprünglichen Plan durch das Hoarusib-Flussbett zu fahren, müssen wir ja leider aufgeben. Also nehmen wir erstmals die D3707. In Höhe des Khumib Riverbeds biegen wir ab und dieses ist zu unserer Freude trocken und befahrbar. Somit kommen wir oberhalb des Hoarusib wieder auf unsere geplante Strecke.
Landschaftlich ist es auch hier sehr reizvoll.
Zeit für eine zweite Frühstückspause.
Ein paar Perlhühner schauen auch mal vorbei (wenn auch im schlechten Licht - dann als Beweisfoto)
Unser weiterer Weg führt uns durch die Landschaft, die wir so mögen. Das Khumib Riverbed ist bis auf ein paar vereinzelte Passagen einfach zu befahren.
Als wir an der Marble Campsite ankommen, ist diese unbesetzt. Wir überlegen kurz und beschließen trotzdem hier stehen zu bleiben. Wir würden dann morgen das Geld und unsere Daten unter der Tür hindurchschieben. Die Campsite ist vollkommen in Ordnung und auch die Ablutions sind sauber. Wir richten uns also häuslich ein und beginnen zu kochen. Ein Frankolin (ich hoffe, es ist richtig) kommt noch kurz vorbei und dann sind wir wieder alleine.
Und dann kommt wie so oft doch noch jemand vorbei. Umso einfacher für uns. Wir bezahlen die Stellgebühr , unterhalten uns noch ein wenig und genießen dann wieder den Sternenhimmel im Kaokoveld. Gefahrene km: 172
Und morgen geht es an die nördliche Grenze bis Camp Syncro.
Teil 1312. Mai 2017
22.03.17 Durch das Marienflusstal nach Camp Syncro
Es ist unglaublich, wie schnell sich in dieser Landschaft die Natur erholt. Kaum fallen ein paar Regentropfen, blüht und sprieß es überall
Wir haben heute nur 98 km Fahrstrecke vor uns und so gehen wir es gemütlich an.
Vorbei an dem neu erbauten Krankenhaus, das schon 2015 fast fertig sein sollte und nun endlich 2017 in Betrieb genommen werden soll, fahren wir Richtung Reddrum Pass. Vorbei an bewohnten und unbewohnten Himbasiedlungen.
Nein …. Wir können wirklich nicht überall anhalten. Wir haben ja schon für die 98 km 5 Stunden gebraucht. Dann kommen wir zum Reddrum-Pass.
Dieser sieht doch auf den ersten Blick gar nicht so schlimm aus. Außerdem habe ich ja einen guten Fahrer.
Wir entdecken weitere „Stein-Männchen“-Figuren.
Dann erreichen wir die Reddrum.
Die weitere Fahrt ins Marienflusstal ist geprägt von der dominanten Farbe Grün. Es ist unfassbar wie grün es hier ist und mit welcher Intensität die Farben leuchten. Unterwegs treffen wir auf eine Himbafamilie.
Wie so oft sind nur die Frau und die Kinder noch traditionell gekleidet. Die Männer sind bereits westlich gekleidet. Sie haben aber noch, für Himba und Herero typisch, den Stock dabei. Auch das Fehlen der unteren Schneidezähne ist noch traditionell.
Je weiter wir in das Gebiet vordringen ändert sich dies und wir treffen immer öfters auch auf Männer, die traditionell gekleidet sind. Für die Menschen hier ist es ein Spagat zwischen zwei Welten. Und wie auch schon bei unserer ersten Begegnung mit diesen Menschen dreht sich das Gedankenkarusell. Wir setzen unseren Weg fort und müssen immer wieder stoppen, um diese wunderschöne Landschaft, die so unrealistisch wirkt, zu bewundern.
Ein besonderes Erlebnis haben wir in Höhe der Holy Mountains, die wir auf der Hinfahrt links umfahren. Plötzlich kommt ein Himba-Ehepaar auf Eseln aus den Bergen geritten. Irgendwie sieht es aus, als wären wir im falschen Film. Ich mache schnell ein Foto aus dem Fenster.
Dann halten wir an, denn schließlich kommen sie von rechts und haben Vorfahrt. Sie überqueren die Pad vor uns und bleiben ebenfalls stehen. Das lasse ich mir ja nicht 2 x sagen. Es ist ein klarer Hinweis ihrerseits auf Kommunikationsbereitschaft. Und da ich meine Himba-Sprachkenntnisse um 100 % gesteigert habe, ich beherrsche nun immerhin 4 Sätze, steigen wir natürlich aus.
Ich: „Moro moro“ - Hallo Dieser Gruß wird von den Beiden erwidert. Ich: “Ua penduka nawa ?” - Wie geht’s? Die Antwort „nawa“ – gut. Nun wird mir die gleiche Frage gestellt oder so ähnlich und auch ich erwidere „Nawa“. Na das ist ja schon mal wieder geklärt. Der Rest der Kommunikation erfolgt dann fast wortlos. Durch Gesten, Mimik, Lächeln, Lachen und Freundlichkeit.
Getreu Antoine de Saint-Exupéry Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
Das heißt, wir reden deutsch und die beiden Ovahimba. Wir verstehen uns wortlos. Es gibt keine Aufdringlichkeit. Wir mögen diese offene Art dieser Menschen, ihrer Neugierde allem Fremden und Neuen gegenüber und sie hat uns seit unserer ersten Begegnung mit ihnen nicht mehr losgelassen. Dann kommt die Frage nach Tabak. Klar, da können wir helfen. Ich gehe zum Auto und hole ein Päckchen Tabak hervor und wir schenken es ihm. Er freut sich sehr darüber und fragt sogleich seine Frau, nach seiner Pfeife. Ich muss innerlich lachen und denke: Es ist genau, wie bei uns. Frau weiß immer, wo alles liegt. 😄 Sie nestelt dann aus einem Beutel seine Pfeife hervor. Überhaupt scheint es, dass sie Ihren gesamten Haushalt auf diesen 3 Esel verstaut haben. In einer gewissen Weise ist dies beneidenswert.
Nun kommt aber das nächste Problem. Die Pfeife ist gestopft und es fehlt das Feuer. Puh … daran hatten wir nicht gedacht. Wir haben kein Streichholz dabei. Wir suchen den halben Wagen ab und finden endlich ein zweites Feuerzeug, welches wir ihm überlassen. Ich darf noch ein paar Fotos machen.
„Okuhepa“ – Danke und „Epi nava“ - Auf Wiedersehen.
Sie winken uns noch einmal zu und dann setzen sie ihren Weg fort.
Wir sind noch völlig eingefangen von dieser Situation und schauen ihnen noch eine Weile nach.
Dann setzen auch wir unseren Weg fort.
Unterwegs fällt uns auf, dass es überall Schilder mit „mobile school“ gibt. Durch diese mobilen Schulen soll auch in den entlegenen Gebieten die Bildung der Kinder gewährleistet werden. Dies ist immerhin schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung Nach fast 5 Stunden (für 98 km) erreichen wir Camp Syncro.
Wir werden freundlich von Sarah und Ryan begrüßt und können uns noch einen Stellplatz aussuchen, da wir noch alleine sind. Es ist hier wirklich schön, doch wenn alle 4 Campsites besetzt wären, wäre es für unser Empfinden zu eng. (Dies ist unsere subjektive Meinung) In unserem Falle war alles in Ordnung, da nur noch eine weitere Campsite in dieser Zeit besetzt wurde. Die Liebe und Hingabe mit der die Beiden das Camp führen ist allerdings toll und macht dieses kleine Manko durchaus wett.
So langsam ziehen dunkle Wolken auf, doch noch ist es trocken.
Wir entzünden ein Feuer, lauschen dem leicht rauschenden Kunene und blicken auf Angola.
Die Situation ändert sich jedoch recht bald. Es beginnt zu regnen und ein kräftiges Gewitter geht nieder. So beenden wir den Tag im Dachzelt.
Ein ereignisreicher Tag, gefüllt mit vielen schönen erlebnissen geht zu Ende.
Gefahren Km 98
Und morgen relaxen wir in Camp Syncro und entdecken ein wenig diese schöne Ecke des Landes.
Teil 1415. Mai 2017
23.03.2017 Camp Syncro
Der heutige Tag ist schnell erzählt. Wir relaxen einfach.
Zunächst laufen wir morgens kurz zu dem „Kiesstrand“, um dort den Sonnenaufgang und das weiche Morgenlicht zu genießen.
Auf Rat von Sarah und Ryan gehen wie wegen der Krokodile nicht zu nahe an die Wasserkante. Aber auch die Krokodile haben keine Lust sich uns zu zeigen.
Dann machen wir uns auf den Weg zu einem Hochplateau. Wir kraxeln einen Berg hoch und auf der anderen Seite wieder runter. Und dies tun wir unzählige Male. Es sah vom Camp viel näher aus.
Vorbei an verlassenen Himbahütten, die wie es scheint jedoch noch von Zeit zu Zeit genutzt werden.
So langsam nähert sich das Thermometer wieder der 40° C Marke und wir machen uns auf den Rückweg.
Den Rest des Tages machen wir einfach „Nix“. Ich versuche noch ein paar Vögel vor die Linse zu bekommen, jedoch mit mäßigem Erfolg.
Nun dann fotografiere ich eben Käfer.
Abends ziehen von Angola aus wieder dunkle Wolken auf.
Noch bleibt es trocken und wir können gemütlich grillen und lange draußen sitzen. Gefahren Km: 0
Teil 1520. Mai 2017
24.03.17 Quer durchs Kaokoveld mit unbestimmter Übernachtung
Wow, was war das denn für eine Nacht. Dachten wir am Abend noch, dass die dunklen Wolken und der Regen vorbei ziehen würden, so wurden wir in der Nacht eines Besseren belehrt. Rund um uns herum blitzte und donnerte es für ca. 1 Stunde lang. An schlafen war dabei nicht zu denken.
Etwas später als gewöhnlich klettern wir aus unserem Dachzelt. Von dem Gewitter ist nichts mehr zu spüren und der Tag empfängt uns mit herrlichem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen.
Wir frühstücken gemütlich, packen unsere Sachen zusammen und nach einer kurzen Streckenbesprechung mit Ryan und Sarah machen wir uns auf den Weg.
Dieses Mal nehmen wir von Camp Syncro aus gesehen, die linke Pad um die Holy Mountains. Auch hier sind wir von den Farben und der Schönheit dieser Landschaft völlig fasziniert und wir kommen auf Grund diverser Fotostopps nur langsam voran.
Familie Strauß und ein paar Springböcke stehen im grünen Gras.
Die Landschaft bietet immer wieder neue Ausblicke. Wir können uns daran gar nicht sattsehen. Es ist Wellness für die Seele. Diese Weite und diese Farben, und das Ganze eingerahmt von den Bergen.
Wir können gar nicht anders und müssen andauernd stehen bleiben, etwas in dieser Landschaft herumlaufen und staunen. Es blüht so schön.
Immerhin haben sich dieses Mal auch ein paar Tiere gezeigt,
Gegen Mittag erreichen wir wieder die Roiidrum. Entgegen unseres ursprünglichen Planes fahren wir nicht über die Bluedrum, sondern nehmen wieder den Weg über den den Reddrum Pass, der sich auch in dieser Richtung gut befahren lässt. Unterwegs treffen wir auf ein paar Kinder.
Bereits um 13.00 Uhr erreichen wir die Marble Campsite. Es ist uns zu früh, um dort stehen zu bleiben und so beschließen wir weiter zu fahren und uns irgendwo ein Nachtlager zu suchen. An der Orupempe Junction biegen wir links ab, da wir dieses Jahr über Etanga nach Opuwo fahren wollen. Der Weg durch die Otjiha Plains, mit ihrer orange-roten Farbe ist ein weiteres landschaftliches Highlight.
Strauße und Zebras lassen sich blicken.
Hartmann-Zebra
Danach wird der Weg über eine Distanz von etwa 50 km doch etwas anspruchsvoller. Die Pad ist sehr schlecht, ausgewaschen und steinig. Vorbei an Himbasiedlungen fahren wir den dunklen Wolken hinterher. In der Ferne sehen wir immer wieder Blitze am Himmel aufblitzen.
Ein weiteres „Stein-Männchen“.
Gegen 16.00 Uhr wird unsere Fahrt jedoch abrupt unterbrochen. Wir stehen vor einem stark fließenden Fluss. Die Wassertiefe dürfte etwa 30 – 40 cm betragen. Nein, hier fahren wir nicht durch und erst recht nicht zu dieser Tageszeit. Was, wenn wir stecken bleiben und es dann dunkel wird? Wir kehren um und suchen nach einem Stellplatz für die Nacht. Nur ca. 100 m entfernt finden wir einen schönen Platz, jedoch ist dieser wie in einem Hufeisen von diesem abgehenden Fluss umspült. Mittlerweile regnet es auch. Dies ist uns zu unsicher. Wir kennen diese Gegend nicht und was wäre, wenn das Wasser höher steigt und wir dann evtl. auf einer Art Insel stehen würden. Also fahren wir ca. 1 km leicht bergauf wieder zurück.
Wir finden einen kleinen Platz, umringt von Gebüsch. Langsam wird es dunkel. Ich habe es mir schon mal im Auto mit einem Glas Wein gemütlich gemacht, als Jürgen, der draußen noch ein paar Würstchen grillt, plötzlich sagt: „Wir bekommen Besuch“ ?! 🤨 🤩
Da stehen wir nun irgendwo im Nirgendwo, abseits von jeglicher Zivilisation und dann kommen 3 Viehhirten mit ihren Kühen vorbei. 😮 Zwei von ihnen ziehen weiter. Doch Einer nimmt sein Herz in die Hand und kommt zu uns. Nach einer freundlichen Begrüßung gibt er uns zu verstehen, dass er oder sie Hunger haben.
Na, wenn's mehr nicht ist! - Da können wir helfen. Wir geben ihm unser letztes selbstgebackenes Brot und damit er es auch aufschneiden kann, schenken wir ihm gleich noch ein Messer dazu! Sichtlich erfreut, bedankt er sich und verschwindet in der Dunkelheit.
Ich habe keine Ahnung, warum ich in solchen Situationen auch nicht die geringste Angst verspüre. Wir machen es uns im Auto gemütlich, trinken noch einen Wein und eine Whisky und überlegen, wie denn unsere weitere Fahrt aussehen könnte, wenn der Fluss morgen noch immer läuft.
Doch das können wir morgen entscheiden. Wir haben genügend Wasser und auch noch genügend Diesel, um zurückzufahren. Nur Brot haben wir leider keines mehr. 🤨
Gefahren km: 160
Teil 1621. Mai 2017
25.03.17 Vom „Wildcamp“ nach Omungunda
Schlafen Esel eigentlich nie? Immer wieder werden wir in der Nacht durch das Rufen der Esel geweckt. Dann als der Morgen dämmert stimmen auch noch die Vögel lautstark eine Unterhaltung an. Also stehen wir auf und fahren auch gleich ohne gemütliches Frühstück los.
Wir sind gespannt, ob der abgegangene Rivier passierbar ist oder nicht. Als wir dort ankommen trauen wir unseren Augen kaum. Dort wo gestern noch 30 cm Wasser flossen, ist heute bis auf ein paar Pfützen so gut wie nichts mehr zu sehen. Wir gehen das fast trockene Flussbett erst zu Fuß ab, um sicher zu sein, dass der Untergrund fest ist.
Dann fahren wir durch und können unsere Route wie geplant fortsetzen.
Auf unserem weiteren Weg fahren wir an Etanga vorbei und passieren noch einige Trockenflussbette, die aber alle wie der Name schon sagt „trocken“ sind. Wir kommen an einem Himba-Friedhof vorbei. Ich mache zwar ein paar Bilder von den Gräbern, da ich mir aber nicht sicher bin, ob wir damit die Gefühle der Himba verletzen, fahren wir sofort weiter.
Aus einem weiteren fast trockenen Flussbett holen Kinder „frisches“ Wasser. Es stimmt schon nachdenklich, unter welchen Umständen die Kinder hier aufwachsen, auch wenn keines der Kinder einen unglücklichen Eindruck machte. Die beiden Jungs waren vielleicht so 5-6 Jahre alt.
Die älteren Kinder sprechen ein paar Sätze englisch. Wir schenken Ihnen einen Kanister frisches Wasser, dann ziehen die 6 zufrieden weiter. An der unterschiedlichen Kleidung der Kinder ist der Wandel der Zeit, der Spagat zwischen Tradition und Moderne, deutlich zu sehen. Während die einen noch in ihrer Tradition verharren, kleiden sich die anderen schon modern.
So schön es hier auch wieder ist, solche Begegnungen lösen in mir immer wieder die Frage aus: Was ist richtig und was ist falsch? Tragen die Touristen (dazu gehören selbstverständlich auch wir) durch ihren Besuch in diesen Regionen zum Zerfall der Kultur bei? Ein kritisches Zwischenwort: Ich hatte im Vorfeld lange überlegt, ob ich den Reisebericht dieses Jahr ins Forum einstellen sollte. Der Grund dafür waren und sind die sensiblen Begegnungen mit der einheimischen Bevölkerung. Doch auch wir können den Lauf der Zeit nicht aufhalten. Derjenige, der diesen Menschen mit Neugierde und Respekt begegnet, kann in meinen Augen nicht so viel falsch machen. Angst macht mir allerdings der Massentourismus, der Teile dieser Region regelrecht überflutet. Da werden ganze Busladungen von Menschen zu Himbadörfern gefahren, damit jeder ein schönes Foto mit nach Hause nehmen kann, ohne sich im Geringsten mit der Kultur und den Gefühlen dieses Volkes beschäftigt zu haben. Auf mich/auf uns haben diese Menschen eine faszinierende Wirkung und wir alle können von ihnen in Puncto Gastfreundlichkeit und Offenheit noch vieles lernen. Nicht wir, die sie besuchen sind die Helden, sondern sie, die Menschen die in dieser abgelegenen Landschaft leben, sind es. Wir sind nur Gäste und ich möchte als solcher in guter Erinnerung bleiben.
Mit diesen Gedanken im Kopf setzen wir unsere Fahrt Richtung Opuwo fort.
Mittlerweile ist die Pad einfach zu befahren und wir können uns voll und ganz den Eindrücken dieser Landschaft hingeben.
Nun ist es nicht mehr weit bis Opuwo und wir sind glücklich und froh, dass diese Passage in der Regenzeit so gut geklappt hat. Doch was ist das denn nun schon wieder? Wir wähnten uns schon fast in Opuwo, hatten allerdings die Rechnung ohne den Hoarusib gemacht, der bekanntlich ja noch immer fließt. Die Brücke, die über den Hoarusib führt, ist weggespült. Hier ist definitiv kein Durchkommen. Doch jetzt noch mal zurück? Nein – das kann nicht sein.
Wir fahren etwas über Stock und Stein und finden eine steinige Passage, in der das Wasser nur noch als Rinnsal läuft. Und während Jürgen trockenen Fußes auf die andere Seite fährt, muss ich mir meinen Weg erst noch bahnen.
Nun haben wir es aber endgültig geschafft und Opuwo ist nicht mehr weit. Unterwegs nehmen wir noch 2 Schüler/Studenten mit, die nach Opuwo wollen, da die Ferien rund um den Nationalfeiertag zu Ende gehen. Man muss ich vorstellen, dass auf unserer Rückbank ja die große Kühl/Gefriereinheit steht und dort eigentlich kein Platz mehr ist. Aber irgendwie haben sich die zwei dort dazwischen gequetscht. Schlecht gefahren ist immer besser als gut gelaufen!
Wir setzen sie an der Tankstelle in Opuwo ab, tanken wieder voll und statten dem neuen Spar einen Besuch ab. Die Vorräte, insbesondere die Wasser und auch Sundowner Vorräte werden aufgefüllt. Wir parken unser Auto auf dem großen Parkplatz. Sofort kommen 2 Jungs, die unser Auto bewachen wollen. Alles klar Jungs – passt gut auf.
Dann gehen wir ins Kaokoland Restaurant. Dieses Restaurant ist sehr schön. Uns gefällt wie der Eigentümer mit seinen Gästen aber und das ist viel wichtiger, mit seinem Personal umgeht.
Wir essen eine Kleinigkeit und besuchen dann das kleine „Händlerviertel“. Hier erwerben wir durch lebhaftes Handeln und viel Spaß einige kleine Souvenirs. Wir achten darauf, dass jede der Händlerinnen mit uns ein Geschäft machen kann. Die Stimmung ist ausgelassen und wir alle haben Spaß. Natürlich frage ich noch, ob ich nun noch ein Foto von ihnen machen darf.
Dann fahren wir zu unserer angedachten Campsite. Da wir die Campsite der Opuwo Country Lodge auf Grund der Größe, bzw. nicht vorhanden Größe der einzelnen Stellplätze in nicht so guter Erinnerung hatten, fahren wir auf die 40 km nördlich von Opuwo liegenden Community Campsite Omungunda. Wir sind die einzigen Gäste und können uns einen Platz aussuchen. Feuerholz wird uns gebracht und der Donkie angeheizt. Die Campsite ist sehr gepflegt und liegt auch sehr schön. Die Ablutions sind einfach, jedoch sauber und vollkommen ausreichend.
Der Campsite angegliedert ist das Living Museum der Ovahimba.
Wir gehören im Normalfall nicht zu den Menschen, die gerne in Living Museum gehen, da wir die Menschen lieber in ihrem alltäglichen Leben, wie es jetzt ist, kennen lernen möchten. In diesem Fall machen wir aber eine Ausnahme, da uns die Kultur dieser Menschen sehr interessiert. Veii, die Managerin erzählt und erklärt viel.
Hier erklärt sie, was die unterschiedliche Farbe der Halsreifen und die Frisur über den Status der Frau aussagen.
Was ich noch nicht wusste ist, dass man anhand des Beinschmuckes sehen kann, wieviele Kinder eine Frau geboren hat. Hat der Beinschmuck nur einen "Streifen" in vertikaler Richtung, bedeuted dies, dass die Frau ein Kind hat. Hat der Beinschmuck 2 Streifen, wie bei der Frau rechts, bedeuted es dass diese Frau 2 oder mehr Kinder geboren hat.
Doch springt anfangs der Funke nicht über. Ich blicke in leere, nichts sagende Augen - es sind immer die Augen, die verraten, ob man mit Freude dabei ist.
Nur die Kleine – der Sonnenschein des Village strahlt mit der Sonne um die Wette. Irgendwie hat Jürgen es ihr angetan.
Ganz langsam und wohl dadurch, dass wir durch Fragen unser Interesse an ihrer Kultur zeigen, werden die Menschen offener und sie haben sichtlich Spaß an ihren Gesängen und Tänzen.
Gesamturteil des Museums: Okuhepa – uns hat es nach der anfänglich etwas reservierten Phase dennoch gefallen.
Danach kehren wir zurück zu unserer Campsite.
In den letzten Tagen, hatte ich mir irgendwo einen fiesen Biss eines „was auch immer – Insekts“ zugezogen. Die Stelle nässte und war rundum sehr stark gerötet und entzündet. Die desinfizierende Salbe zeigte keine Wirkung und ich begann mir langsam schon etwas Sorge zu machen. Während der Führung durch das Museum erzählte Veii, dass die Ovahimba aus den Blättern des Mopane Baumes eine Paste zubereiteten und damit schlecht heilende Wunden behandelten. Außerdem kann man einen Sud dieser Blätter auch bei Durchfall trinken. Also war das erste was wir nach der Rückkehr zur Campsite taten, Mopane-Blätter sammeln!
Jürgen zermahlte sie mit einem Stein zu einem feinen Pulver. Dann mischten wir etwas Wasser darunter, damit eine Paste entstand und ich trug es auf die entzündete Stelle, die in der Mitte schon einen eitrigen Krater hatte, auf. Das Ganze deckte ich mit Mopane Blättern ab. Mal sehen, was daraus wird.
Veii kam abends noch kurz auf einen kleinen Plausch vorbei und wir beendeten einen langen, ereignisreichen Tag mit einem wunderschön rot gefärbten Himmel.
Gefahrene Km: 160
Teil 1724. Mai 2017
26.03.2017 - Wir sagen einfach „Hello again“
Auf diesen Teilabschnitt unserer Reise habe ich mich besonders gefreut und war gespannt, wie er denn verlaufen würde.
Aber erst der Reihe nach: Wir haben wunderbar geschlafen und noch bevor wir so richtig mit allem fertig sind kommt Veii nochmals vorbei. Zum einen will sie uns eine nahegelegene Höhle mit Bushmann-Zeichnungen zeigen, zum anderen sich aber auch mit uns über den gestrigen Besuch im Living Museum unterhalten. Bei einer Tasse Tee besprechen wir die Vorführung. Wir sagen ihr, dass anfangs die Stimmung sehr reserviert war und wir uns nicht so richtig wohlgefühlt hatten, dies sich aber im Laufe der Zeit geändert hatte und es sowohl den Akteuren als dann auch uns sicht- und spürbar Spaß gemacht hat. Veii hört es sich an und sagt, dass sie es mit den Leuten besprechen will. Im Living Museum ist es der Job der dort arbeitenden Himba. Das Museum ist noch relativ neu und die Leute müssen es erst noch lernen. Sie erzählt uns aber auch von einer Begegnung mit Gästen, die ein paar Tage vor uns das Living Museum besucht hatten und vielleicht die „Darsteller“ etwas verunsichert hatten. Diese Leute kamen in das Living Museum und verließen es nach nur 10 Minuten – ohne zu zahlen – da sie ja schon woanders Bilder von Himba gesehen hätten und dies nun nichts Besonderes wäre. Puuh .. das sind genau die Menschen, die NIE in dieses Land reisen sollten!
Alles soll billig sein, am Besten umsonst und natürlich sollen noch tolle Bilder für die Freunde zu Hause geschossen werden. Für uns unfassbar. Das Gespräch mit Veii ist vollkommen entspannt und bei einer Tasse Tee erzählt sie uns auch, dass sie das „Geheimnis“ der Deutschen (wie sie es nennt) kenne?! 😮 Wir schauen etwas ratlos. Dann erklärt sie uns: Wenn ein deutscher Gast sagt, er komme um 8:00 Uhr dann kommt er auch um 8:00 Uhr! Nicht 10 Minuten vorher und nicht 10 Minuten nachher. Wir lachen alle herzlich. Denn gestern waren auch wir typische Deutsche. Veii wollte uns gestern eine Stunde nach unserer Ankunft auf der Campsite dort abholen und gemeinsam mit uns zum Museum gehen. Da wir aber schon fertig waren und die Stunde vorüber war, sind wir selbständig zum Living Museum gegangen. Ihr Schmunzeln darüber hatten wir gestern nicht verstanden. Heute mussten wir selbst darüber lachen.
Die Atmosphäre ist sehr entspannt und wir gehen mit ihr zu der kleinen Höhle mit den Bushman-Zeichnungen. Diese ist nun wirklich nicht sehenswert und die Zeichnungen kann man nur noch erahnen. Sie fragt uns, ob wir einer Darstellerin aus dem Living Museum einen Lift nach Okangwati geben könnten, da die Schule ja wieder 27.03.17 beginnt. Wir sagen gerne zu, geben aber zu bedenken, dass in unserem Auto nur wenig Platz sei.
Eine halbe Stunde später sind wir wieder im Living Museum um die Teenagerin abzuholen. Die Menschen winken uns freundlich zu und dann setzen wir zu dritt unsere Reise fort. Das junge Mädchen ist nicht sehr gesprächig während der Fahrt und wir setzen sie vor der Schule ab.
Die Brücke über den Ombuko River ist wieder befahrbar.
Unterwegs treffen wir auf eine Gruppe von Kindern und ein paar Spiegel für die Mädchen und warme Strümpfe für den großen Bruder wechseln den Besitzer.
Und dann steigt unsere Spannung und Freude. Wir wollen wieder ein Himbadorf besuchen, in dem wir vor 2 Jahren waren. Und tatsächlich finden wir es wieder.
Langsam fahren wir vor, nehmen die mitgebrachten Bilder und fragen, ob wir das Dorf betreten dürfen. Wir dürfen. Wir betreten das Dorf und auf den ersten Blick kommt es mir „unaufgeräumter“ vor als vor 2 Jahren. Es leben auch mehr Personen darin als vor 2 Jahren.
Und dann sehe ich SIE. Sie sitzt gleich unter dem ersten Schattendach neben dem Eingang. SIE war es, die vor 2 Jahren mich nicht mehr gehen ließ, als ich ihr die Bilder in der Kamera zeigte und SIE war es, die uns inspiriert hat, ihr die Bilder zu bringen. Die „ die Ingrid Bergmann vom Koakoveld“, wie Jürgen sie auf Grund ihrer ausdrucksvollen Lippen liebevoll nannte. Mein Herz hüpft etwas vor Freude, dass sie noch lebt. Schnurstracks gehe ich auf sie zu und knie mich neben ihr nieder. Sie schaut mich etwas verwundert und fragend an. Na klar – wie soll sie sich denn auch noch an mich erinnern. Dann gebe ich ihr das Bild. Was jetzt folgt ist für mich sehr emotional. Sie schaut auf das Bild. Dann schaut sie mich an. Ein Lächeln huscht über ihr Gesicht, gefolgt von einem Aufschrei der Freude. Sie lässt den Blick von dem Bild gar nicht mehr los und strahlt eine unsagbare Würde und auch Stolz aus.
Nun kommen alle zusammen und wollen sich die Bilder anschauen. Es wird nicht gezerrt oder geschubst, fast andachtsvoll betrachten sie die Bilder, fast wie einen Schatz. Wir sind überwältigt.
Erst jetzt bemerke ich, dass ich einen kleinen Fauxpas gemacht habe. Denn etwas abseits des Geschehens sitzt der Chef des Krals.
Ich gehe zu ihm hin und begrüße ihn freundlich und deute mit einer Handbewegung vom Herzen zu ihm an, dass wir uns freuen, sein Dorf besuchen zu können. Ein kleines Lächeln huscht über sein Gesicht. Dann frage ich ihn wie es ihm geht und somit ist mein Wortschatz beendet. Ich traue mich nicht wirklich ihn zu fragen, ob ich ein Bild machen darf, doch er kommt mir zuvor und zeigt auf die Kamera. Ich frage nach ob ich ihn richtig verstanden habe und er antwortet: eeeh – das heißt " JA".
Ich bedanke mich herzlich und gehe wieder zu den Frauen und Kindern. Eigentlich wollten wir nun das Dorf verlassen. Aber kein Chance. Vivien – die uns den Eintritt in das Dorf gewährt hat, fragt ob wir nicht das Dorf sehen wollten. Und welch eine Freude – sie spricht nun auch ein recht gutes Englisch. Wir sind als Fremde willkommen!
Umringt von allen Kindern und Frauen gehen wir nun von Hütte zu Hütte. Alle möchten ein Bild haben.
Wir sollen jede Hütte betreten. Die Frauen setzen sich in Pose und ich muss ihnen erklären, dass es in der Hütte zu dunkel ist und ich kein Bild machen kann. Vivien übersetzt und die Frau setzt sich mit ihren Kindern an den Eingang der Hütte.
Würde, Stolz und Freude spiegelt sich in den Gesichtern wieder.
Dann gibt es noch ein Gruppenfoto für alle. Wegen der schlechten Lichtverhältnisse, es ist Mittag und die Sonne steht hoch - in S/W
Nach unserem Rundgang und als alle zufrieden sind, gehen wir noch einmal zu „Ingrid Bergmann vom Koakoveld“ und verabschieden uns.
Wir verlassen den Kral unter Begleitung aller Kinder und Frauen. Etwas Angst machen uns die Kinder, die um uns und um das Auto herumspringen, schließlich wollen wir ja keines von ihnen unter die Räder bekommen. Doch hier herrscht Ordnung. Vivien nimmt einen Stock und zeichnet eine imaginäre Grenze in den Staub. Kein Kind übertritt diese Linie.
Sie winken und wir müssen versprechen, dass wenn wir in 1 oder 2 Jahren wiederkommen, die Bilder mitbringen.
Vollkommen beseelt von diesem Erlebnis fahren wir langsam Richtung Epupa.
Erschien es uns vor 2 Jahren noch als grüne Oase in der staubigen Landschaft, so zeigt es sich dieses Jahr komplett anders. Es ist ja überall grün.
Als erstes fahren wir auf den Viewpoint. Doch wenn man ganz nach oben will, kostet es eine Entrance Fee von 40 Nam$/Person. Natürlich entrichten wir diese und fahren hoch. Von hier oben hat meine eine herrliche Aussicht auf die Wasserfälle.
Die Fälle links gehören schon zu Angola.
Wir kommen mit Owen ins Gespräch, der die Fee kassiert hat und auch dieses Foto von uns beiden macht.
Er möchte hier oben eine Campsite errichten für max. 4 Personen. Die Toiletten sind schon im Bau und fast fertig und auch eine kleine Bar ist schon fertig. Wir könnten uns vorstellen hier gerne mal für eine Nacht zu stehen. Er gehört zu www.kaokolandguides.com (Owen Kataparo Muhenje) Die Campsite soll ab Mai fertig sein. Bei Interesse hier seine Email-Adresse: errie2030@gmail.com Wir vereinbaren mit ihm, dass wir am nächsten Morgen wieder zum Sonnenaufgang kommen.
Dann fahren wir nach Epupa runter. Unser Ziel ist das Epupa Camp. Doch zuerst kaufen wir noch in dem einheimischen Shop Getränke ein. In Epupa Camp ist es kein Problem einen Stellplatz zu bekommen.
Außer uns sind nur noch 2 zusammengehörende Autos da. Wir entscheiden uns für Platz Nr. 2.
Die Campsite liegt wunderschön direkt am Kunene, etwas entfernt von den Fällen. Sie ist gepflegt und sauber und besitzt einen Pool. Den Rest des Tages relaxen wir in der Sonne und nehmen ein erfrischendes Bad im Pool mit Blick auf den Kunene.
Abends gehen wir zur Bar und beenden den ereignisreichen Tag mit einem kühlen Windhoek Draught und einem tollen Sonnenuntergang.
Ein wunderschöner Tag mit tief emotionalen Momenten geht zu Ende. Wir sind glücklich.
Gefahrene Km: 135
Teil 1827. Mai 2017
27.03.17 So ein blöder Anfängerfehler
Heute werden nicht durch das Vogelgezwitscher geweckt, sondern durch das Piepen des Weckers. Es ist 5:30 Uhr und noch stockdunkel draußen. Unser Ziel ist es, den Sonnenaufgang über den Epupa Falls vom Viewpunkt aus zu sehen. Leise packen wir alles zusammen, bezahlt hatten wir ja gestern schon. Dann öffnen wir das Tor und um 5:50 fahren wir durch die noch schlafende Siedlung.
Am Viewpunkt angekommen sind wir ganz alleine, wir suchen uns einen schönen Platz und warten auf das Erwachen des Tages.
Owen kommt noch vorbei
und während sich die Männer über den Bau der Bar unterhalten, vertreibe ich mir die Zeit mit einer schönen Sattelschrecke.
Da unser heutiges Endziel die Kunene Riverlodge sein soll und wir die entschärfte D3700 fahren wollen, erkundigen wir uns bei Owen über die Befahrbarkeit der Strecke. Kein Problem – sie ist wieder befahrbar. Toll – freuen wir uns schon darauf.
Zuerst fahren wir aber noch an die Epupa Falls. Vor der Epupa Falls Lodge befindet sich noch immer ein kleiner Himba-Markt. Es ist noch früh und die Händler sind noch nicht da. Nur zwei kleine Mädchen halten „wacht“. Wir sagen, dass wir später wieder zurückkommen, jetzt zuerst aber zu den Falls wollen. Ich glaube, sie haben uns das nicht wirklich geglaubt.
Für die Epupa Falls ist es die falsche Tageszeit, da sie sich im Gegenlicht befinden.
Wir laufen noch etwas umher.
Danach gehen wir zurück zu dem Himba-Markt. Etwas erstaunt und freudig überrascht, dass wir wirklich wiedergekommen sind, werden wir nun von den Händlerinnen umringt. Ich erstehe 2 sehr schöne Halsketten und damit alle etwas verdienen noch eine Holzschatulle. Dann geht’s los Richtung D3700.
Die Strecke führt durch eine wunderschöne Landschaft, immer wieder mit Blick auf den Kunene , umsäumt von Palmen. Teils verläuft sie parallel zum Kunene, teils führt sie etwas durchs Landesinnere. Wir sind ganz entspannt.
Dann kommen wir an den Ombuko River, der noch etwas Wasser führt. Der Blick in das Flussbett ist einfach nur toll.
Wir steigen aus, machen ein paar Bilder und fahren, da das Wasser ja nur knöcheltief ist durch das Flussbett ohne dieses vorher abzugehen --- was für ein blöder Anfänge-Fehler!!
Ich weiß auch nicht, was uns hier geritten hat. Haben wir uns zu sicher gefühlt? Und um dem ganzen noch das i- Tüpfelchen aufzusetzen, bleiben wir mitten im Rivier stehen, um noch ein Bild zu machen. Hätte ich auch zu Fuß machen können!
So blöd kann man eigentlich gar nicht sein. Es ist ja nicht die erste Wasserdurchfahrt für uns.
Als wir unseren Fehler bemerken ist es bereits zu spät. Augenblicklich sackt das Fahrzeug ab. Ist doch kein Problem bei unserem Auto – denken wir! 🤨 Untersetzung rein und weiter. Aber nichts geht – im Gegenteil wir sacken noch tiefer. 🤩 So ein Mist!
Es ist gerade erst 10:00 Uhr – da kommt ja nun doch etwas Arbeit auf uns zu. Als erstes versuche ich Steine vor die Räder zu legen in der Hoffnung, dass das Fahrzeug dadurch wieder Halt findet und wir uns aus unserer misslichen Lage auf einfache Weise befreien können. Doch es funktioniert nicht. Von der gegenüberliegenden Seite kommt ein Auto, zuerst hält es an, dann fährst es mit Tempo durch den Fluss. Na klasse denke ich – etwas Hilfe wäre ja auch nett gewesen. 😗 Doch es hält auf der anderen Seite an. Ich gehe zu den 3 Männern und sie fragen mich, ob wir Hilfe bräuchten. Na – wonach sieht es denn aus?
Einer fragt, ob er das Auto herausfahren soll? Da muss ich erst mal Jürgen fragen, ob er damit einverstanden ist. Ihr wisst ja – Männerehre und Auto. Doch in dieser Hinsicht ist Jürgen ganz relaxt und meint gerne doch.
Doch auch unser Helfer scheitert. Inzwischen ist ein 2. Auto, besetzt mit jungen Ovvahimba angekommen. Eine willkommene Abwechslung für sie. Alle helfen mit, es herrscht ein lautes Sprachengewirr.
Viele Versuche scheitern, dann schaukeln alle gemeinsam das Auto hin und her, damit die Räder, die wie einbetoniert im treibenden Sand sind, sich lösen können. Und tatsächlich es funktioniert. Diese ganze Aktion hat durch die Hilfe dieser Männer nur ca. ½ Stunde gedauert.
Beeindruckend ist, dass hier nicht lamentiert wurde, nicht gesagt wurde „wie blöd habt ihr euch denn angestellt“ – Nein, es wurde einfach geholfen und angepackt.
Wir bedanken uns herzlich mit einem guten Trinkgeld für die „Himba-Mannschaft“.
Übrigens hätten sie letzte Woche 3 Autos herausgezogen, erzählt mir einer der Männer. Außerdem hätten wir noch eine Wasserdurchfahrt kurz vor der Kunene-River-Lodge. Und mit einem breiten Grinsen fügt er hinzu, dass wir dort nicht mittendrin anhalten sollten.
Was hatten wir da für ein Glück – diese beiden Autos waren die einzigen, die uns auf dieser Strecke begegnet sind.
Nun haben wir aber wirklich unser Frühstück verdient. An einem schönen Platz mit Blick auf den Kunene machen wir Rast.
Die Strecke ist landschaftlich ein Traum. Wir kennen die alte Strecke ja nicht, daher können wir es auch nicht vergleichen.
Bei der letzten Wasserdurchfahrt sind wir wieder vorsichtiger. Diesmal gehe ich die Strecke ab und prüfe den Untergrund. Kein Problem.
Gegen 14:30 Uhr kommen wir an der Kunene River Lodge an. Es gibt noch genügend freie Stellplätze. Wir erhalten Stellplatz Nr. 10, der wunderschön am Fluss liegt und gleichzeitig von der schönen Gartenlandschaft umringt ist. Auch dieses Mal gefällt es uns hier sehr gut.
Nachem wir uns häuslich nierdergelassen haben, setzen wir uns erstmal auf die Terrasse der Lodge, trinken einen Rock Shandy und amüsieren uns köstlich über unsere Dusseligkeit, die zum Glück ja glimpflich beendet werden konnte. Für heute Abend buchen noch die Sundowner Tour.
Der Beginn der Tour ist um 18:00 Uhr. Außer uns sind noch 2 deutsche Pärchen mit an Bord. Florian, unser Skipper, verspricht uns bei der Tour viele Vögel und auch Krokodile.
Die erste Sichtung auf angolanischer Seite lässt auch nicht lange auf sich warten.
Ein Goliathreiher steht am Ufer.
Wir gleiten über den Kunene.
Ich glaube, diese Vögel hat er „Dickkopf“ genannt.
Langsam wird das Licht schlechter. Bee-Eater
Schreisee - Adler
Wir fahren bis zu den Stromschnellen, dort wendet er das Boot und wir fahren langsam in einem herrlichen Sonnuntergang zurück.
Kein einziges Krokodil hat sich gezeigt.
Florian ist selbst etwas darüber enttäuscht und wechselt zum „Alternativ-Programm“. Er stellt den Motor ab und wir warten, dass es dunkel wird. Nun gibt es eine kleine Exkursion in die Sternenkunde. Er erklärt uns die einzelnen Sterne und Sternenbilder, die nun langsam erscheinen. Er kennt sich damit sehr gut aus und es macht Spaß ihm zuzuhören. Lautlos gleiten wir durch die Dunkelheit, begleitet von dem afrikanischen Abendkonzert der Tiere. Trotz weniger Tiersichtungen, war es eine sehr schöne Tour.
Wir beschließen den Abend zusammen mit den beiden Pärchen mit einem gemeinsamen Grillabend.
Gefahren km: 99
Und morgen sagen wir wieder „Hello again“
Teil 1931. Mai 2017
28.03.2017 - Und noch einmal sagen wir „Hello Again“
Gemütlich genießen wir den Morgen in der Kunene Riverlodge. Eigentlich wollten wir hier ja 2 Tage bleiben – eigentlich! Doch in meinem Kopf macht sich ein neuer Gedanke breit. Aufgrund der doch sehr spärlichen Tiersichtungen bis jetzt und dadurch dass wir mehr oder weniger gut durchgekommen sind, sind da ja noch die Puffertage!
Mein Gedanke ist hier nur einen Tag zu bleiben und dann doch noch in die Etosha zu fahren. Davon muss ich jetzt aber erstmal Jürgen überzeugen. Denn eigentlich ist die Etosha nicht unser Lieblingspark und wir fahren gerne einen Bogen drum herum. Eigentlich eben. Es gelingt mir Jürgen für meinen neuen Plan zu begeistern. Die Vorzüge wenn man als Camper im März unterwegs ist, es ist einfach den Plan zu ändern, da es überall freie Stellplätze gibt.
So fahren wir gegen 10:30 Uhr langsam Richtung Ruacana. Diese Strecke, die uns 2015 so gut gefallen hat, wird nun aber ausgebaut und verbreitert. Für uns hat sie dadurch an Reiz verloren. Mag auch daher rühren, da die Vegetation noch den Bulldozern gewichen ist und momentan noch die Reste der Bauarbeiten zu sehen sind. Vielleicht sieht es nächstes Jahr schon wieder ganz anders aus.
Dennoch sehen wir hier und da auch ein paar Vögel.
Auf dieser Strecke hatten wir vor 2 Jahren wunderschöne Begegnungen. Doch hat sich hier vieles verändert. Wir suchen nach dem Dorf, in dem wir vor 2 Jahren so freundlich aufgenommen wurden, nach den markant gestrichenen Hütten. Hier ist wohl vieles der neuen Straßenverbreiterung zum Opfer gefallen.
Dann entdecken wir einen Kral in Höhe des gesuchten Dorfes, der neuer aussieht. Wir fahren hin. Der Kral ist durch einen Kameldorn-Ast verschlossen. Wir bleiben etwas stehen, dann nähert sich der Hausherr. Während Jürgen noch im Auto sitzt, steige ich aus und begrüße ihn freundlich. Dann zeige ich ihm ein Bild. Seine Miene verändert sich augenblicklich und er ruft etwas in Richtung der Hütten. Gleichzeitig macht er sich daran den Kameldorn zu entfernen und öffnet damit die Haustür für uns. Wir dürfen eintreten.
Nun nähert sich auch eine Frau. Ja – es ist die Frau, die uns unser junger Dolmetscher vor 2 Jahren als seine Mutter vorgestellt hatte. Sonst ist im Moment niemand im Kral.
Wir überreichen ihr die Bilder und die Freude darüber steht den beiden ins Gesicht geschrieben. Immer wieder sagen sie: Dankie Mama und strahlen.
Sie können es nicht wirklich glauben, dass wir deswegen nochmals zu ihnen gekommen sind. Die Frau betrachtet die Bilder und als sie ein Bild sieht, auf dem ich zusammen mit ihr abgebildet bin, lacht sie und erkennt mich. Und auch sie können ihre Blicke gar nicht von den Bildern lösen.
Wir deuten auf die Personen auf den Bildern und wollen wissen, wo diese sind. Weitergezogen oder in einem neuen Kral wird uns per Handbewegung mitgeteilt.
Die ältere Dame auf den Bildern ist leider verstorben. Auch dies teilt uns der Chef des Krals durch eine drastische Zeichensprache mit.
Wir übergeben ihnen als „Gastgeschenk“ noch Maismehl, Zucker und Tabak. Schade, dass unser junger Dolmetscher nicht anwesend ist. So verabschieden wir uns von den beiden nach ca. 30 Minuten und fahren weiter. Bei unserem nächsten Besuch wird dieser Kral, wie man sieht, auch Kinderstimmen beherbergen.
Uns kommt es hier sehr sauber und aufgeräumt vor. Neue Hütten aus Holz, dazwischen aber auch noch die typischen Hütten der Himba. Dies war nun nur ein kurzer Besuch und doch konnten wir durch unser Kommen etwas Freude weitergeben.
Wir setzen danach glücklich und zufrieden unseren Weg Richtung Ruacana fort. Unterwegs treffen wir auf eine junge Himba-Familie , die mit ihren Kindern und wie es scheint mit dem kompletten Hausrat unterwegs nach … keine Ahnung wohin … ist. Wir halten kurz an, fahren aber gleich wieder weiter, da wir ja immer noch hoffen, das Dorf der restlichen Familie zu finden. Als wir bemerken, dass wir uns nun schon Ruacana nähern, wir aber noch immer Maismehl, Zucker und Tabak haben, drehen wir kurzentschlossen um und fahren zurück.
Die junge Himba-Familie hat wohl gedacht: Diese Touris wissen aber auch nicht wohin sie wollen.
Wir halten an und geben ihnen mit einem Lächeln Maismehl, Zucker und Tabak. Auch hier ist die Freude groß. Unsere Unterhaltung beschränkt sich auf 5 Worte Englisch und 5 Worte Ovahima – der Rest ist wortlose Kommunikation. Und natürlich soll sich die weiße Frau wieder in die Mitte setzen und natürlich habe ich gleich wieder 2 Kinder auf dem Schoß.
Der ganze Stolz eines Vaters.
Es wird Zeit zum Aufbrechen. Bei der Verabschiedung fragt uns der Vater nach Seife. Auch hier können wir aushelfen. Die Seife wird aber erst einem Geruchstest unterzogen. Als sie diese bestanden hat, packt er sie ein und wir verabschieden uns nun endgültig.
Oweih … Papa will Seife.
Unser nächster Stopp sind nun die Ruacana Wasserfälle. Zuerst nehmen wir die falsche Abzweigung und finden uns am Grenzposten nach Samiba. Der nette Grenzer erklärt uns den Weg und dann finden auch wir die Wasserfälle, die zu diesem Zeitpunkt sehr viel Wasser führen. Wir laufen ein schmalen Pfad zu den Fällen.
Ich kann so dicht am Rand nicht stehen und bin heil froh, dass hier ein Pfosten ist, an dem ich mich festhalten kann.
Dann fahren wir die langweilige Teerstraße (C43) bis zu Etosha Roadsite. Ich hatte im Vorfeld gelesen, dass diese wieder geöffnet ist. Nun hatte ich keine Koordinaten davon und wusste nur, dass diese sich auf dem Gebiet der Hobatere Concession befindet. Also nehmen wir zuerst einmal die falsche Einfahrt und holpern ca. 15 km Richtung Hobatere Lodge. Unterwegs sehen wir eine kleine Herde Bergzebras.
Obwohl wir dort nicht übernachten wollen, werden wir herzlich und mit einem Erfrischungsgetränk begrüßt. Sie nehmen sich Zeit uns die Lodge zu zeigen. Ich muss wirklich sagen, sie ist sehr schön. Dann erklären sie uns den Weg und wir fahren zum Etosha Roadsite Camp.
Wir sind die einzigen Gäste und können uns einen schönen Platz aussuchen. Der Caretaker erzählt uns wie auch die Leute von der Hobatere Lodge, dass Löwen in dieser Gegend gesichtet wurden. Also entfachten wir sicherheitshalber mal ein Feuer. Doch keine Spur von Löwen.
Die Ablutions sind sauber und überhaupt macht die komplette Campsite einen sehr guten Eindruck.
Leider haben wir es versäumt, weitere Bilder von der Campsite zu machen.
Glücklich wieder alleine und mehr oder weniger in der Wildnis zu sitzen, genießen wir den schönen Abend.
Gefahrene Km: 328
Und morgen geht es in die Etosha.
Teil 2005. Juni 2017
Nach unserem wunderschönen Mini-Forumstreffen im schönen Saarland, geht es nun hier wieder weiter.
29.03.2015 Tag 1 in der Etosha
Nach einer ruhigen Nacht stehen wir wie üblich mit den ersten Sonnenstrahlen auf. Doch nicht nur wir genießen diese. Auf dem gegenüberliegenden Felsen sonnt sich ein Baboon genüsslich in der Sonne.
Dann packen wir zusammen, denn schließlich wollen wir ja heute in den Etosha NP. Das Galton Gate liegt ja praktisch auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Da die Etosha bei Reisebeginn ja noch nicht auf unserem Plan stand, hatte ich mich auch vorbereitungstechnisch nicht damit beschäftigt. Am Gate müssen wir nur erst mal die Fee für den Nationalpark zahlen und dann auch noch die Campsites reservieren. Wir haben vor nur kurz durch den Westteil zu fahren. Also eine Nacht in Olifantsrus und eine Nacht in Okaukuejo. Es gibt in beiden Camps noch freie Stellplätze.
Das ist ja super. Also zücke ich meine Kreditkarte und möchte gleich alles zusammen bezahlen. Doch was für eine Überraschung. Am Galton Gate gibt es kein Kartenlesegerät. Hier geht nur cash. Das weiß nun natürlich jeder, der sich damit vorher beschäftigt hatte, wir aber eben nicht. Und natürlich haben wir nicht mehr genügend Bargeld dabei. Es reicht aber noch, um die Fee zu bezahlen. Die Übernachtungen können wir dann komplett in Okaukuejo zahlen. Somit steht unserem Kurzaufenthalt im Park nichts mehr im Wege. Auch die Etosha ist sehr grün und zumindest am ersten Tag lassen Tiersichtungen so richtig auf sich warten. Auf unserem Weg zu Olifantsrus sehen wir die üblichen Vertreter.
Bei diesem Vogel, weiß ich allerdings nicht, um wen es sich handelt.
Dann Springböcke
Kuhantilopen
Steppenzebras
Und Strauße
Die Etosha ist hier ein blühendes Blumenmeer aus gelben und lilafarbenen Blümchen.
Und wieder ist Familie Strauß unterwegs.
Auch entdecken wir ein neue Spezie.
Schildraben
Gegen Mittag kommen wir in Olifantsrus an. Wir können uns einen Stellplatz aussuchen und dann später an der Rezeption Bescheid geben, wo wir stehen.
Während Jürgen relaxt gehe ich mal auf die Aussichtsplattform.
Doch zu sehen gibt es nix.
Das heißt, so ganz stimmt das auch nicht. Im grünen Wasser tummeln sich ein paar Wasserschildkröten
klettern behäbig raus und sonnen sich auf den Steinen.
Spätnachmittags brechen wir noch zu einem Gamedrive auf. Doch auch dieser ist nicht sehr ergiebig.
Wir fahren wir einige Wasserlöcher an. Ein Sekretär nähert sich und stolziert gelassen an 2 Schakalen vorbei.
Auch die Enten scheinen sich vor den beiden nicht zu erschrecken.
Familie Nilgans ist da schon etwas vorsichtiger.
Unter lauten Gegacker und heftigen Flügelschlagen werden die „Kleinen“ ins Wasser kommandiert.
Dort ziehen sie dann geruhsam ihre Kreise und der Schakal räumt das Feld.
Im letzten Sonnenlicht fahren wir zurück nach Olifantsrus. Heute scheint unser Schakal-Tag zu sein.
Kurz bevor wir ins Camp fahren, liegen diese beide noch hübsch im sanften Abendlicht.