Am Anfang war die Hülle

Reisebericht 145 Antworten · 34,9k Aufrufe · gestartet 04. Apr. 2013 von Erika
1'271 Beiträge · seit 200709. Apr. 2013 · #41
Hallo Erika,

vielen Dank für Deinen Bericht. Wenn ich das so lese, war unser schlimmster Uganda-Fahrtag fast noch harmlos.

Obwohl bei Euch mal wieder bewiesen wurde, dass man sich in Afrika gegenseitig hilft, wenn man feststeckt 😗 Ich hätte genauso reagiert wie Du (“Du fährst da nicht rein”, sagte ich.) und wahrscheinlich hätte Markus genauso reagiert wie Toni.

Diesen Tag vergesst Ihr bestimmt nicht so schnell, oder?

Freue mich auf Eure weiteren Erlebnisse. Langweilig wird es bei Euch ja definitiv nicht.

Schöne Grüße,

Nicole
Reisebericht Tansania 2010 Reisebericht Südafrika 2011 Reisebericht Uganda 2012 Reisebericht Kenia 2013
6'369 Beiträge · seit 201109. Apr. 2013 · #42
Hoi Erika

Wau, Abenteuer beim Lesen!!! 🤩
Schön dass man auch mal Fotos von solchen Situationen sieht, wenn man in die Regenzeit gerät ist das in Ostafrika halt schnell mal der Normalfall dass Autos stecken bleiben!
OK, nicht jeder fährt gleich jedem Inder hinterher in den Urwald, (hüstel... 😗 ) aber der Rest ist halt schon so wenn's regnet!
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
2'397 Beiträge · seit 201109. Apr. 2013 · #43
Hallo Erika,

den Inder kenn' ich 😎 ! (Entschuldige, wenn ich hier in Deinem RB länger aushole, aber ich kann nicht anders 😗 ):
2003 wollten wir von Nakuru in die Massai Mara. Es gibt auf der Karte eine direkte Verbindung Nakuru - Narok. Im Reiseführer wurde gewarnt: Nur für erfahrene Rally-Piloten geeignet 😣 ! Aber man kennt ja die Übertreibungen in den Reisebüchern! Ich habe dann einen Driver-Guide gefragt: "No Problem! I make it in 3 hours!" Nun ja 😗 !
Der erste Teil der Strecke das Mau Escarpment hoch war in sehr gutem Zustand - asphaltiert! Aber dann - es hatte natürlich geregnet 😈 - kam tiefer Lehm/Matsch! Ich versuchte mit unserem kleinen Suzuki Jimny, so vorsichtig wie möglich vorwärts zu schlittern, kam aber nicht weit, weil vor uns 2 LKW standen, und vor den beiden lag einer quer 😈 ! Auch wir versanken beim Aussteigen bis über die Knöchel im Matsch. Dann kam besagter Inder von hinten mit einem großen Landcruiser angebrettert und überholte mich schwungvoll. D.h., das war wohl seine Absicht, denn er rutschte in den Graben. (Die Strecke war noch stärker als Eure zu den Seiten hin abfallend.)
Der hintere LKW versuchte, den LC herauszuziehen. Véro, die das ganze gefilmt hatte, ließ fast die Kamera in den Dreck fallen, als das Seil mit einem lauten Knall riss! (Hier endet dann auch unsere filmische Doku, Véro war völlig mit den Nerven fertig!) Erst jetzt stiegen die Insassen des LC aus - 2 indische Großfamilien 😎 ! Ein 2. Versuch mit neuem Seil und leerem LC klappte dann. Auch unser Inder gehörte nicht zur geduldigen Sorte. Er sagte uns, er wolle die Böschung hoch und auf dem unbebauten Feld (glücklicherweise kein Wald 😄 !) die liegengebliebenen LKWs überholen. Er kam auch gut hoch und forderte mich auf, ihm zu folgen. Véro war dagegen, ich konnte der Herausforderung nicht widerstehen 😗 ! Und - geschafft 🤩 ! Jetzt mussten wir aber vor den LKWs die Böschung wieder runter. Nicht nur, dass es steil war, unten war eine Pfütze, die man korrekterweise als See hätte bezeichnen müssen. Der Inder fuhr wieder vor und kam mit großer Bugwelle auf der Straße an. Als ich das gesehen hatte, verließ mich jeder Mut. Wie sollte unser kleiner Jimny das schaffen. Der Inder redete auf mich ein - nein! Dann verlangte er die Autoschlüssel, setzte sich in unser Gefährt und fuhr es sicher durch die Seepfütze. 😎

Vielen Dank für diesen sehr informativen RB über eine unbekannte Strecke!

LG aus Hamburg,

Karsten
[size =3] Infos NordTZ 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/301813-infos-nordtansania-juni-juli-22.html?start=0 RB Kenia 2020 https://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/299653-kurzer-rb-kenia-sept-2020.html?start=0 Reisebericht Südtanzania 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282710-tanzanias-sueden-daumendruecken-hilft-nicht-immer.html Kurzbericht 7 Wochen Nam-Bots 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/16-unterkuenfte/254072-kurzbericht-7-wochen-nam-bots.html Bericht Zimbabwe 1995: ... 30 Tage Gefängnis http://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/241529--30-tage-gefaengnis.html Reisebericht 2008: 18 Nights in the Bush - ha-ha-ha http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/263931-18-nights-in-the-bush-ha-ha-ha.html Nordtansania Feb. 2015 - Kein RB http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285690-tansania-februar-2015-kein-reisebericht.html?limitstart=0&start=12] Walking Safari Zimbabwe 97 https://www.namibia-forum.ch/forum/148-diverses/287052-walking-safari.html?limitstart=0
874 Beiträge · seit 200809. Apr. 2013 · #44
Liebe Mama Erika,
Was soll ich dazu sagen ?
Hut ab für eure Leistung
und die Hülle muss wirklich
In Gold gegossen werden.
Dein Mister Toni sollte hin und
wieder mal auf dich hören 😉
aber
et es noch immer jut jejangen

Danke für diesen spektakulären
Bericht
Anita
ab 23.April 2019 für immer nach Namibia unser Blog: www.outinafrica.com.na
2'097 Beiträge · seit 200609. Apr. 2013 · #45
Hallo Erika und Toni,

einen sehr abenteuerlichen Tag habt ihr da erlebt. Man kann es beim Lesen richtig mitfühlen. Normalerweise hat man von solchen Situationen keine Fotos, weil man viel zu sehr mit Problemlösungen beschäftigt ist. Wenn sich das Ganze wie bei euch jedoch über Stunden hinzieht, konntest du doch ein paar eindrucksvolle Dokubilder machen. Vielen Dank dafür.

Die Frage ist: Was hättet ihr ohne den Inder gemacht? Wärt ihr an diesem Tag weiter gekommen? Aber die tolle Reifenhülle entschädigt natürlich für Vieles.

Liebe Grüße,
Uwe
Unsere Reiseberichte im Namibia-Forum Unsere Bilder in der fotocommunity
935 Beiträge · seit 200609. Apr. 2013 · #46
Hallo Erika und Toni,

ihr hattet es ja schon erwähnt, aber solch eine Schlammschlacht konnte ich mir bis jetzt nicht vorstellen.
Erika, wenn Toni wieder helfen möchte, immer schön die Kamera an der Frau tragen 😉
Die Fotos sind das i-Tüpferlchen deines RB.
Nach der Aktion hätte ich wahrscheinlich eine Flasche Wein vertilgt!
Egal, wer dieses Jahr aus Ostafrika berichtet - der Schlamm spielt immer eine Hauptrolle.
Doch, Susanne und ich! Wir haben nur ein paar kleine Tropfen Regen gesehen. 😊

Ich freue mich auf das weitere Abenteuer - liebe Grüße
Rebecca
82 Beiträge · seit 201309. Apr. 2013 · #47
Hallo Erika,

lese sehr aufmerksam deinen Bericht ich muss/will auch bald diese Strecke fahren mit dem Motorrad.

Freue mich schon 🙁 😏

Gruß

Bertl
3'700 Beiträge · seit 200909. Apr. 2013 · #48
Liebe Mama Erika,
“Du fährst da nicht rein”, sagte ich.
“Doch, da fahr ich jetzt rein”, sagte Toni.

Was wollte der eigentlich dort im tiefen Wald? Na den Lastwagen überholen, dieser Armleuchter!
Ähm, wer ist mit Armleuchter gemeint...? 😗

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen! Ich hätte vermutlich eine ganze Packung Betablocker benötigt!
Hoffentlich habt Ihr mit dem Inder Visitenkarten ausgetauscht. In Afrika trifft man sich ja immer zwei- oder dreimal.

Ganz herzlichen Dank für den abendlichen Adrenalinschub.

Liebe Grüße
Marina

P.S.: Hallo Bertl, schön dass Du den Weg ins Namibia-Forum gefunden hast und herzlich willkommen! 🙂
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
zuletzt bearbeitet 09. Apr. 2013
Themenstarter2'338 Beiträge · seit 200709. Apr. 2013 · #49
Hallo zusammen

Ui, ich hätte gar nicht gedacht, dass mein Bericht über diese gottverlassene Gegend auf so grosses Interesse stösst.

@BMW
Das hat man davon, wenn man sich so ausgefallene Strecken aussucht.

@AfricaDirect/Nicole
Wir Frauen sind eben vernünftiger und weitsichtiger.
Bin übrigens heimlich auch auf deiner Ugandareise mit dabei , da wir dieses Land beim nächsten Mal besuchen wollen. Schöner Bericht, danke dir.

@picco
Auch hüstel hüstel. Auch außerhalb der Nationalparks gibt’s Abenteuer, wenn auch manchmal unfreiwillig.

@ KarstenB
Danke für die lustige Schilderung mit dem Inder. Könnte ja wirklich sein, dass er es gewesen ist oder zumindest ein naher Verwandter.

@Anita40
Danke für die Blumen, aber eigentlich waren die netten Jungs die wahren Helden.

@Eulenmuckels
Tja, was hätten wir ohne den Inder gemacht? Ob wir ungehindert hätten weiterfahren können? Der nächste Tag wird es zeigen. Ohne den Inder gäbe es jedenfalls keine Geschichte mit der Hülle. Bin übrigens klammheimliche Mitleserin eures schönen Reiseberichtes.

@Rebecca
Ich weiss schon, dass man die Kamera immer auf sich tragen sollte, aber in meinem Fall war das ein wenig kompliziert. Dir kann ich’s ja erzählen: Die Riemchen von meinen Latschen sind schon lange stark ausgeweitet. Das hatte zur Folge, dass ich auf diesem schlammigen Boden immer neben den Schuhsohlen lief, was sehr unangenehm und gefährlich war 😵 . Wenn ich nämlich auf den Hintern gefallen wäre, wäre mein Fotoapparat schmutzig geworden 😕 . Auf der Linse war an jenem Tag eh schon ständig Kondenswasser, frag mich nicht, warum.

@Bertlgoesafrika
Mein Mann war früher leidenschaftlicher Motorradfahrer. Er meint, dass diese Strecke mit einer Enduro gut zu schaffen sei. Ich würde aber wegen des Schlamms außerhalb der Regenzeit fahren. Ein Spaziergang wird es nicht werden und du wirst sehr viel Staub schlucken müssen. Viel Glück.

@Butterblume
Eigentlich waren sie beide Armleuchter, der Inder und der Mister Toni 😛

Schönen Abend euch allen
Mama Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
2'240 Beiträge · seit 201110. Apr. 2013 · #50
Hallo Erika,
informativer Bericht - gefällt mir super-bin dabei...
Mein Mann hat gerade gesagt, er hätte in ein paar Jährchen auch Lust mit einem Puch durch die afrikanische Landschaft zu tuckern... 😉

LG aus der Nachbarschaft, Mari
Nächste Reiseziele: ab Mai 2025:Zentralasien https://www.polarsteps.com/marimariontour https://www.instagram.com/marimari_on_tour/
zuletzt bearbeitet 10. Apr. 2013
Themenstarter2'338 Beiträge · seit 200710. Apr. 2013 · #51
Hallo zusammen,
bitte einsteigen zur Weiterfahrt:

Übernachtung am Pistenrand ca. 93 km vor Uvinza - Kigoma

21. Februar 2013:
Am Morgen wurden wir von den schönsten aller Wecktöne sanft daran erinnert, dass nun der Tag anbricht. Das laute, kunstvolle Vogelgezwitscher um uns herum war einfach herrlich und es regnete nicht mehr 🙂 . Total erholt und ausgeschlafen standen wir auf. Der Wald war in dichten Nebel gehüllt und hatte etwas Gespenstisches an sich. Wir stellten Tisch und Stühle auf und frühstückten in aller Ruhe.

DSCN0747.JPG


Wie gestern, huschten ein paar Waldbewohner scheu grüssend an uns vorbei, und blieben auf Distanz stehen um uns kichernd zu begutachten.
“Jambo!” rief Toni
“Jambo!” tönte es zurück
“Salama!”
“Salama!”
“Nutella!”
“Nutella!”

“Nutella? Na sag mal, gibst du schon wieder Sprachunterricht? “ 😵

Nur einer kam näher und starrte entsetzt auf unser Dachzelt. Toni erklärte ihm mit Händen und Füssen, dass das unser Schlafzimmer sei. Der Mann konnte es kaum glauben, kratzte seine ganzen Englischkenntnisse zusammen und sagte mit angewiderter Mine: “I don’t like this”.

DSCN0746.JPG


Unser Übernachtungsplatz kurz vor der Weiterfahrt.

Dann fuhren wir in der Hoffnung los, dass der Anhängerzug und die beiden Lastwagen nicht mehr die Strasse blockierten und der Inder ausgebuddelt ist. Aber wie befürchtet, standen die drei LKWs immer noch da, aber wenigstens war der Inder weg.

DSCN0748.JPG


Die Jungs begrüssten uns freudig und fragten, wo wir denn so lange geblieben seien. Sie machten alle einen völlig erschöpften und übernächtigten Eindruck. Stolz zeigten sie uns eine Umfahrung, welche sie durch den Wald gemacht hatten, indem sie Bäume gefällt und Äste auf den morastigen Waldboden gelegt hatten. Leider taugte diese Umfahrung nur für kleine Fahrzeuge wie unseres, nicht aber für schwere Lastwagen. Sie sassen deshalb nach wie vor fest. Ganz nebenbei stellte sich heraus, dass sie keinen Tropfen Trinkwasser mehr besassen. Wir hatten mehr als genug dabei und gaben ihnen welches, sodass sie all ihre leeren Flaschen auffüllen konnten. Auch plünderten wir unsere Essensvorräte und verschenkten alles, was wir entbehren konnten. Wir verabschiedeten uns herzlich von unseren Freunden, denn wir waren wahrhaftig gute Freunde geworden. Die Umfahrung hielt und wir waren endlich frei 🤩 .

Erst nach einigen Kilometern wurde uns bewusst, in welch zauberhafter Landschaft wir uns befanden. Zuvor war die Anspannung zu gross, um sich mit der Gegend zu beschäftigen.

DSCN0731.JPG


Wir waren inmitten einer grandiosen Berglandschaft mit schroffen Felsen, Wasserfällen und tiefen Schluchten. Ab und zu gab der dichte Wald kurz einen Blick auf die endlose Weite frei. Hier in dieser unberührten Wildnis schien wirklich keine Menschenseele zu wohnen. Wir tuckerten gemütlich über Stock und Stein, immer hoch und runter. Es folgten noch viele, teilweise heftige Schlammpassagen bei denen wir uns jedes Mal sorgenvoll fragten, ob die Jungs dies wohl schaffen und ob die beiden nachfolgenden LKWs irgendwo eine Stelle finden würden, dieses Monster zu überholen.

DSCN0751.JPG


Nach unserer Einschätzung würde es wohl noch Tage, wenn nicht sogar Wochen dauern, bis der Scania-Anhängerzug endlich in Uvinza ankommt. Die Regenzeit hatte ja erst begonnen und mit jedem erneuten Regenguss wurde die Situation schlimmer. Wenn man alle paar Kilometer stecken bleibt und buddeln muss, ist man sehr lange unterwegs. Normalerweise haben sie stets Lebendproviant, wie Hühner und Ziegen dabei, aber diese armen Kerle hatten nichts mehr 🙁 . Wer weiss, wie lange sie schon unterwegs waren.

Auf dem letzten Strassenstück einige Kilometer vor Uvinza ging es über ausgewaschene Felsentreppen runter in eine Ebene, wir überquerten den trägen Malagarasi River und erreichten kurz darauf Uvinza.

DSCN0753.JPG


Malagarasi River, im Hintergrund Uvinza

DSCN0754.JPG


Malagarasi River

In Uvinza machten wir die obligatorische Stadtrundfahrt und schauten uns die Salzfelder an. Das Nest ist sehr armselig, aber es gibt sogar ein bescheidenes Bahnhofsgebäude und einige wenige einfache Gästehäuser. An den Marktständen wird nebst Grundnahrungsmitteln vor allem Kochsalz in ganz kleinen Einheiten verkauft.

Einige Kilometer nach Uvinza trafen wir plötzlich auf eine breite Teerstrasse. Sie ist weder auf den aktuellen Landkarten, noch im tracks4africa als solche aufgeführt, da ganz neu. Welch ein Luxus! Nach schätzungsweise 840 Kilometern Dreckpiste rumpelte es nicht mehr unter den Rädern, welch eine Wohltat! 😄

Während wir daran waren, unsere Reifen endlich wieder mal auf Normaldruck aufzupumpen, kam ein Toyota dahergebraust und hielt an. Und wer war es? Jaaaa, der Inder 🤩 . Der verrückte Kerl musste die ganze Nacht durchgebrettert sein, war bereits in Kigoma und nun schon wieder auf der Rückfahrt nach Mpanda zu seiner Radiostation:
“MPANDA Radio 97,0 FM, the voice of Katavi, Tuning to your Beats at Kativi Region!”

Die letzten gut 100 km bis Kigoma auf der brandneuen, breiten Teerstrasse waren ein Hochgenuss. Kein Rütteln, kein Schütteln, kein Schlamm. Wir flogen (gefühlt) nur so dahin. Die Landschaft wurde flacher und war nun wieder stärker besiedelt.
Während wir so dahinfuhren, fragten wir uns, was wohl gewesen wäre, wenn der Inder uns die Hülle nicht geschenkt hätte. Wir kamen zum Schluss, dass wir eigentlich ihm das ganze Abenteuer zu verdanken hatten, welches ja im Nachhinein gesehen das Salz in der Suppe auf diesen letzten 200 km zwischen Sitalike und Uvinza war. Was bedeutet schon eine Übernachtung am Strassenrand, wir waren ja nicht in Eile. Die Bekanntschaft mit den außergewöhnlich netten und hilfsbereiten einheimischen Jungs hat uns mehr als entschädigt 😘 .
In der Ferne schimmerte der Tanganyikasee.

Wir sind bald in Kigoma.

Grüessli
Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
zuletzt bearbeitet 17. Juli 2013
886 Beiträge · seit 200710. Apr. 2013 · #52
Hallo Erika,

Was für Erlebnisse! ich halte hier abwechselnd die Luft an oder lach mich weg.

Mit Euch zu reisen ist jedenfalls nicht langweilig, danke das wir mitfahren dürfen.

LG
Lisolu
3'700 Beiträge · seit 200910. Apr. 2013 · #53
Hallo Mama Erika,

extremst spannend, Dein Bericht!
Ganz nebenbei stellte sich heraus, dass sie keinen Tropfen Trinkwasser mehr besassen. Wir hatten mehr als genug dabei und gaben ihnen welches, sodass sie all ihre leeren Flaschen auffüllen konnten.
So haben wir es in Ishasha auch gehalten. Es war brüllheiß, mindestens sechs LKW´s blockierten die Straße und Trinkwasser war aus. Die armen Kerle konnten unsere Gallonen auch gut gebrauchen. Solche Erlebnisse bleiben oftmals länger im Gedächtnis wie manche spektakuläre Tiersichtung!
Malagarasi River, im Hintergrund Uvinza
An dieser Stelle ein Buch-Tipp von mir: Meine Bar in Sansibar. Durch Ostafrika zu den Quellen des Nil Ein sehr humorvoll geschriebener Bericht der tiefe Einblicke in die afrikanische Seele gewährt.
So schön hat es sich Richard Grant ausgemalt: Wie große Entdecker des 19.Jahrhunderts will auch er einen weißen Fleck auf der Landkarte beseitigen, indem er als Erster den Malagarasi-Fluss in Tansania von der Quelle bis zur Mündung befährt. Wenn alles klappt bei diesem Abenteuer, bringt es Ruhm und Ehre. Doch es klappt überhaupt nichts. Und wenn doch einmal etwas klappt, dann erst viel später als geplant. Die politische Lage an der Quelle des Malagarasi ist zu gefährlich, um dort die Reise zu beginnen. Und wegen wilder Flusspferde, unwegsamer Natur und unnachgiebiger Beamter ist auch alles Weitere eine lange Reihe von Kompromissen.
Grant findet seine Abenteuer an ganz anderen Orten, als er erwartet hatte. Zum Beispiel in einem Nachtclub in Burundi: Dort nimmt ihn ein Gangster in die Zange und will mit ihm für die Zukunft seines Landes beten. Der Reisebericht lebt vor allem von den oft skurrilen Begegnungen, die Grant detailliert beschreibt.
Quelle:

Vielen Dank für das Plätzchen im Oranje-Car und Danke, dass mir endlich mal jemand den Malagarasi visualisiert!

Herzliche Grüße
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
zuletzt bearbeitet 10. Apr. 2013
874 Beiträge · seit 200810. Apr. 2013 · #54
Danke fürs mitnehmen- ich bin begeistert,
anette schockiert.
In der Not findet jeder seinen Schutzengel
Sag mal, was habt ihr denn in den schwarzen
Röhren am Auto?
A&a
ab 23.April 2019 für immer nach Namibia unser Blog: www.outinafrica.com.na
4'129 Beiträge · seit 200810. Apr. 2013 · #55
Wunderbar!
Danke, dir Erika! - und Mister Toni! 🙂

Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 10. Apr. 2013
1'667 Beiträge · seit 200910. Apr. 2013 · #56
Hallo, Erika

bin eben erst auf deinen Bericht gestossen.....

Voll spannend, kurzweilig und herrlich zu lesen.

Liebe Grüsse
Birgitt
Der Erde eine Stimme geben REISEBERICHT 4 1/2 WOCHEN BOTS UND NAM REISEFOTOS UND KURZER BERICHT: UGANDA IM LAND DER KOCHBANANEN REISEBERICHT : ZIMBABWE - NOVEMBER 2012 REISEBERICHT : ZIMBABWE - NOVEMBER 2013 2014 Griechenland 2015 Austria und Griechenland 2016 Costa Rica und Panama 2017 Bretagne und Griechenland
1'309 Beiträge · seit 200910. Apr. 2013 · #57
Hallo Erika,
Africa at its best!
Das macht doch richtig Spaß, bei dir, gemütlich im Sessel sitzend, mitzufahren.
Du schreibst einen richtig interessanten Reisebericht über eine Gegend, die viele wohl nicht besuchen werden. Ich bin gespannt, wie's weitergeht!
Viele Grüße,
Nenette
Il n'y a pas un atome de cette poussière que je n'aime infiniment. Es gibt kein Atom in diesem Staub, das ich nicht unendlich liebe. (Elizabeth Riollet über Voi/Tsavo) Botswana 2010: http://nenette-f.over-blog.de/categorie-11610665.html Mein anderes Hobby: http://lauter-schoene-saetze.over-blog.com/
Themenstarter2'338 Beiträge · seit 200710. Apr. 2013 · #58
Hallo Anita, du fragtest:
Sag mal, was habt ihr denn in den schwarzen
Röhren am Auto?
Erika, Du hast ganz am Anfang des Threads ein Foto Eures orangenen G's gepostet. Mich wuerde mal interessieren, wozu die drei dicken Rohre ueber den Kanistern gut sind. Verstaut Ihr dort Eure gerollten Landkarten oder gar mitgebrachte Teppiche?

Und:
das sind die neuen Strömungsmotoren von Daimler zum Nachrüsten - verringern den CO2 Ausstoß um 20% bei 25% Spriteinsparung....
PS: da stecken bestimmt Angeln drin?????
Und
Ich lüfte jetzt das Geheimniss um die Rohre.Da wir mit Erika und Toni auch schon unterwegs waren kenne ich den Mechanismus der Rohre ganz genau.

Also es sind ausgemusterte Raketenwerfer der Schweizerarmee.Etwas moderniesiert und auf Afrika angepasst.
Heute dienen diese der Jagt auf Ferdervieh und Frischfleisch.

Ihr kennt ja die blöde Angewohnheit der Frankolinen immer in und auf die Dornenbüsche zu fliegen.

Toni holt diese mit einem gezielten Schuss aus dem Leben ins Jenseits.Dazu nimmt er eines der kleineren Rohre.

Mit dem grossen Rohr fackelt er den Busch oder Baum ab.Schön gegrillt zieht er dann das Federvieh auf gedeckten und mit allerei schönen Sachen geschmückten Tisch.

Die Kanister sind Treibmittel für den Flammenwerfer.

Bei genügend Interresse kann man auch einer Vorführung beiwohnen,bevorzugt auf der Heimatfarm bei Elisenheim.

Da muss dann schon mal ein gewöhnliches Suppenhuhn dran glauben weil bei den Uebungschüssen alles wilde Federvieh erlegt wurde.

PS. eines der Rohre ist das Zielfernrohr,was ja auch leicht zu erkennen war.
Und hier die Wahrheit:

DSCN1064.JPG


In den Rohren sind die Planen für die Kabine, welche wir unters Dachzelt hängen können, verstaut.
Sehr angenehm, wenn man länger steht und sich hin und wieder umziehen muss (Strandurlaub usw.)

Herzlich Grüsse.
Mama Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
zuletzt bearbeitet 10. Apr. 2013
8'684 Beiträge · seit 201010. Apr. 2013 · #59
Hallo Erika,

lange habe ich den Thread wegen des undurchschaubaren Titels nicht angefasst - aber wie immer hat irgendwann die Neugierde gesiegt 🙂

Jetzt sitze ich gemütlich auf der warmen, trockenen und gar nicht matschigen Couch und tu mich fremdgruseln...! Es ist mir völlig unklar, wie man aus einem solchen Matsch irgenwann wieder rauskommen kann - deine Erzählungen und Fotos sind total spannend - danke dafür! Aber Ihr hattet ja auch richtig idyllische Fleckchen zum genießen (okay, das Croc im Wasser bräuchte ich jetzt auch nicht und stinkende Ziege...ich weiß nicht 🤢 ) - und jetzt bin ich sehr gespannt, wie es weitergeht!

LG Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
874 Beiträge · seit 200810. Apr. 2013 · #60
Hallo Mama Erika
Danke für die Antwort und die
vorangegangenen Spekulationen
Ich finde die Ausrüstung Eures G's
toll und bin immer auf der suche
Nach Super Ideen
Anita
ab 23.April 2019 für immer nach Namibia unser Blog: www.outinafrica.com.na