Reisebericht

Am Anfang war die Hülle

von Erika · begonnen 04. Apr. 2013 · 14 Teile

Teil 104. Apr. 2013
Hallo zusammen


Nach über 20 Jahren Namibia haben wir uns dazu entschlossen, unser Fahrzeug nach Tansania zu fahren und es in Arusha zu stationieren. Irgendwann hat man das südliche Afrika gesehen, schließlich gibt es in Ostafrika auch viel Schönes zu entdecken.

Da wir ja jeweils für unsere Afrikareisen pro Jahr vier Monate Zeit haben, konnten wir es ruhig angehen. Die Route führte uns ab Windhoek über Botswana nach Zimbabwe, wo wir bei Mutare nach Mosambik einreisten. Dort ging es weiter nach Beira, Caia, Quelimane, Gurue, Nampula, Ilha de Moçambique, Pemba, Marrupa, Lichinga. Nach der Überquerung der Unity2 Brücke reisten wir in Tansania ein.

Trotz Warnungen in meinen Reiseführern hab ich jahrelang davon geträumt, einmal die Strecke Tunduma - Nyakanzi am Tanganyikasee entlang zu fahren. Kürzlich ist mein Traum in Erfüllung gegangen, Ja, wir haben es vollbracht 😄 !

Da ich ja nicht die grosse Schreiberin bin, möchte ich mich nur auf diesen einen Streckenabschnitt beschränken. Die Route wird von Touristen wohl wenig gefahren, da sie sehr zeitaufwändig ist. Soviel ich weiss, wurde sie hier im Forum noch nie beschrieben. Trotzdem könnte es ja sein, dass es einige von euch interessiert 😎 .


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Leider hab ich das Bild nicht besser hingekriegt, aber ganz unten rechts ist Tunduma und oben Nyakanzi. Die Strecke dazwischen war unsere Route.

Bis bald
Erika
Teil 205. Apr. 2013
Weiter geht's:

Zum Einfädeln fange ich mit meinem Bericht in Mbeya an: Wir verbrachten dort vier Tage auf dem Campingplatz der Utengule Coffee Lodge ein wenig außerhalb mit toller Aussicht auf die umliegenden Hügel.

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Campingplatz Utengule

Das Essen ist recht gut, und die gesamte Anlage sehr ansprechend.

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Treppe vom Camp zur Lodge

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Pool

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Restaurant


Das südafrikanische Managerehepaar scheint sich aber nicht sehr für Camper zu interessieren. Trotzdem für uns die beste und ruhigste Unterkunft in dieser Gegend.
Kosten: 10 U$ pro Pers. inkl. Strom

Mbeya - Sumbawanga

10. Februar 2013:
Bei schönstem Wetter verließen wir heute Utengule. Bis Tunduma, der Grenzstadt nach Zamibia hatten wir gut 100 km Teerstrasse. Vor dem Zoll stauten sich die Lastwagen über viele Kilometer.


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die Grenzstadt Tunduma


Wir schlängelten uns mühsam an den vielen Fahrzeugen vorbei und es dauerte lange, bis wir endlich rechts auf die Schotterstrasse in Richtung Sumbawanga abbiegen konnten. Die Schotterstrasse war anfänglich voller Löcher, wurde aber mit der Zeit etwas besser, aber nie wirklich gut.


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Strasse nach Sumbawanga

Ausnahme: Im Gegensatz zu vor zwei Jahren sind nun sogar zwei Stellen von total 70 km geteert. Der Strassenbau geht hier sehr langsam voran. Wegen der vielen Speed Humps sind wir aber trotzdem nicht sehr schnell vorangekommen. Die Gegend ist stark besiedelt, auffallend sind die relativ grossen Felder, wo hauptsächlich Mais angebaut wird. Die Leute scheinen sehr fleißig zu sein. Nach 7 Stunden Fahrzeit kamen wir im auf 1’900 m Höhe gelegenen Sumbawanga an, wo wir im Garten des Forest Way Country Clubs auf dem Parkplatz campten. Zum Duschen usw. wurde uns ein Zimmer zur Verfügung gestellt. Die Dusche (warm und sauber) funktioniert übrigens einwandfrei. Sehr nettes Management und Personal.
Kosten: 6 U$ pro Pers. inkl. Strom für den Kühlschrank und Frühstück.
Tageskilometer: 338, wovon ca. 145 km Schotter
Fahrzeit: 7 Std. (wegen dem langen Stau vor der Grenzstadt Tunduma)

Fortsetzung folgt.

Grüessli
Erika
Teil 305. Apr. 2013
Hallo, bitte einsteigen

Sumbawanga - Kipili

11. Februar 2013:
Am Morgen kauften wir in Sumbawanga verschiedene Sachen ein. Wir lieben diese mikroskopisch kleinen Läden, in denen man doch so manch Brauchbares entdeckt.


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Nach der obligatorischen Stadtrundfahrt machten wir uns auf den Weg zur Lake Shore Lodge in Kipili. Die Strasse war teils löcherig, teils akzeptabel. In Chala bogen wir links ab und dann wurde es ab Namanyere einsamer. Wir fuhren einige Zeit auf 1’600 m Höhe, bis es dann aber merklich Stufe um Stufe durch einen wunderschönen Wald zum Tanganyikasee runter ging.

Das Dorf Kipili ist sehr armselig, besitzt aber immerhin einen kleinen Hafen mit einem vergammelten, deutschen Kriegsschiff. Zur Lodge geht es durchs Dorf und dann zum Schluss über ein holperiges, steiles Weglein über einen Hügel und dann ist man endlich angekommen.


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Kipili


Wir wurden überaus herzlich von Louise und Chris empfangen und freuten uns riesig, wieder hier zu sein. Wie vor zwei Jahren, stellten wir uns mit unserem Fahrzeug unter den grossen Mangobaum und schlugen dort unser Dachzelt auf.


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Acht Tage genossen wir die herrliche Ruhe, den glasklaren ca. 26 Grad warmen See, eine spannende Sundowner-Bootstour mit Louise und Chris, das ausgezeichnete Essen, welches jeweils direkt am Strand bei Kerzenlicht serviert wurde, die Aussicht auf die vorgelagerten Inseln bis hin zum Kongo und das Nichtstun. Einfach nur dasitzen, auf den See schauen und zwischendurch mal ins Wasser hüpfen, ja, das gefällt uns.


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Wegen Gerüttel ein wenig unscharf


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Bungalows


Nachmittags um 5 Uhr kam jeweils der Kellner zu uns um bei Toni Deutschunterricht zu nehmen. Er wollte unbedingt ein paar Brocken lernen, z.B. “wie geht es“, “guten Tag” oder “war das Essen gut?” Toni lehrte den aufgeweckten Burschen geduldig, aber er hat ihm doch ein Ei gelegt. Die Frage “war das Essen gut?” übersetzte er mit “vollgefressen”. So kam es, dass der Kellner uns nach jedem Essen strahlend fragte: “vollgefressen?”


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Dann war da noch die Geschichte mit dem Krokodil, welches vor zwei Wochen ein Mädchen angefallen und getötet hatte. Man sah das Tier ab und zu in der Nähe des Strandes vorbeischwimmen, was uns veranlasste, beim Baden immer die Augen offen zu haben. Zusammen mit der Polizei wurde die ganze Gegend abgesucht, aber vergebens. So wurde am hintersten Ende des Strandes ein vergammeltes Stück stinkende Ziege als Köder an einen Galgen gehängt, an welchem leere Plastikkanister befestigt waren, in der Hoffnung, dass das Tier zubeisst, und sich dann mitsamt den gut sichtbaren schwimmenden Kanistern davon macht und so sein Versteck verrät.


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Ich bin noch nicht fertig mit der Lake Shore Lodge, Fortsetzung folgt.

Grüessli
Erika
Teil 406. Apr. 2013
Hallo zusammen, wir sind immer noch in der Lake Shore Lodge, Kipili:

Unter der Woche hatten wir die ganze Anlage für uns allein, aber am Wochenende kamen fünf chinesische Strassenbauer und einige junge Europäerinnen, welche irgendwo in der Nähe im Busch als Englischlehrerinnen arbeiten. Sie wohnen bei einheimischen Familien ohne fliessendes Wasser und richtiger Toilette. Zu Essen gibt es fast nur Ugali (Maisbrei) und manchmal Fisch. Zum Schlafen haben sie oft nur eine Matratze am Boden. Die abgelegenen Dörfer am See entlang haben keinen Strassenanschluss, man muss sich deshalb per Boot transportieren lassen. Erstaunlich, welche Entbehrungen die auf sich nehmen. Das war für uns eine interessante Abwechslung. Das Essen wurde gemeinsam eingenommen und dabei entwickelten sich höchst spannende Gespräche, auch mit den Chinesen.

Das Wetter war die ganze Zeit prima, aber man sah jeden Tag, wie sich gewaltige Gewitterwolken auftürmten und es irgendwo im Landesinneren und auf der Kongo-Seite regnete.


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Wir wollten ja nicht mehr den selben Weg über Sumbawanga zurück fahren, sondern weiter gegen Norden. Sorgenvoll fragten wir uns, ob das überhaupt geht, wenn es auf dieser Strecke stark geregnet hat.

Da uns unsere lieben Gastgeber zum Valentinstag für eine Nacht ein Luxusbungalow geschenkt hatten, nahmen wir dieses gerne für die letzte Nacht an. So konnten wir am Vortag alles zusammen packen und das Auto abfahrbereit machen.


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Bungalow von vorne

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Bungalow von hinten

Wir verbrachten den ganzen Nachmittag auf der Bungalowterrasse und lauschten den Wellen. Das Bett ist riesig und da die ganze Fensterfront zum See hin offen ist, hat man das Gefühl, auf dem Wasser zu schlafen.


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Bett


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Aussicht vom Bett

Am Abend schlich sich das Personal von hinten an und brachte heimlich Tisch und Stühle. Der Tisch wurde direkt am Strand neben unserem Bungalow gedeckt, somit gehörte der letzte Abend bei Kerzenschein in der Lake Shore Lodge ganz allein uns.


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Krokodilköder

Sogar der Galgen mit der Stinkziege wurde zu unserem Bungalow gebracht, damit wir aus nächster Nähe hätten beobachten können, wenn das Krokodil angebissen hätte, ja hätte, denn es hat nicht 🙁 . Aber trotzdem, es war einfach rührend, wie alle um unser Wohlbefinden besorgt waren. Links vom Bungalow der liebevoll gedeckte Tisch und rechts die am Galgen baumelnde Stinkziege, romantischer geht es wirklich nicht 😄 . Wir kamen uns vor wie in den Flitterwochen, so schön war es. Und als unser Deutschschüler-Kellner uns nach dem Essen ein letztes Mal etwas wehmütig fragte: “vollgefressen?” hab ich vor Ergriffenheit fast geheult.

Nach acht traumhaften Tagen verließen wir am Morgen des 19. Februar schweren Herzens die Lake Shore Lodge und fuhren weiter. Der Abschied von Louise und Chris fiel richtig schwer, aber wir kommen ja wieder, versprochen.
Camping: 12 U$ pro Pers.
Abendessen 3-Gang-Menue: 20 U$ pro Pers.

Fortsetzung folgt.

Liebe Grüsse
Erika
Teil 507. Apr. 2013
Anita, denkst immer gleich ans Kindermachen, wenn du ein Bett siehst? 🤩 🤩

Kipili - Sitalike

19. Februar 2013:
Von Kipili aus fuhren wir durch den schönen Wald zurück nach Namanyere und bogen dort links ab. Diese Abkürzung sparte uns ca. 50 km.

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Das schmale Weglein war recht gut befahrbar.

Links und rechts reihte sich ein Dorf nach dem anderen. Als wir die Hauptpiste erreichten, fuhren wir noch eine Weile durch besiedeltes Gebiet, dann wurde es einsam.

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Wir durchfuhren schöne, hügelige Miombowälder mit hohen Bäumen und kamen dem Katavi NP immer näher.

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Sicherheitshalber montierten wir unsere selbstgenähten Moskitonetze an den Seitenfenstern (haben keine Klimaanlage 😐 ) und genau am Parkeingang waren sie da, die verflixten Tsetses. Sie klebten an den Netzen und auch sonst überall, aber ins Wageninnere schafften sie’s nicht, bäää 😄 . Wir wurden von den Viechern noch einige Kilometer eskortiert und dann waren sie plötzlich weg.

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Die Durchfahrt durch den Katavi NP ist genau 50 km lang. Der Park ist stark bewaldet und das Gras ist mannshoch, sodass die Sicht sehr schlecht ist.

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Trotzdem entdeckten wir unmittelbar am Strassenrand zwei Giraffen und vier Zebras, aber das war’s dann auch. Die letzten ca. 30 km durch den Park waren vom Regen aufgeweicht und sehr schlecht, weil hier die zahlreichen Lastwagen die Strasse zu Brei gestampft haben und auch die riesigen Löcher liessen einem nur langsam voran kommen. Eigentlich wären ja nur Fahrzeuge bis 10 Tonnen im Park zugelassen, aber da es nirgends eine Brückenwaage gibt, macht jeder, was er will. Für die Durchfahrt mussten wir nichts bezahlen, es war auch nirgends ein Gate zu sehen.

In Sitalike, am Nordende der Transitstrasse durch den Katavi NP, suchten wir das denkbar einfache River Side Camp auf und bekamen gleich einige Tsetse-Begrüssungsbisse verpasst 🙁 .

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Campingwiese

Die Lage direkt am Katavi River ist recht schön, aber die Duschen/WCs sind mehr als einfach (räusper-räusper) 😵 .

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WC

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Dusche

Wasser gibt es nur auf Anfrage und auch dann nicht gern, weil der Besitzer das kostbare Nass irgendwo besorgen muss. Immerhin ging er aber mit uns ins Dorf einkaufen und betätigte sich als Übersetzer, da hier sonst niemand Englisch spricht und wir kein Suaheli.

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Sitalike

Wieder im Camp angekommen, montierten wir das Regendach, da sich der Himmel bedrohlich verdunkelt hatte. Kaum im Trockenen, schüttete es wie aus Kübeln 😠 . Der niederprasselnde Regen übertönte sogar das Grunzen der zahlreichen Hippos. Es pisste und pisste, das Wasser lief unter unserer Regenplane durch und füllte unsere Schuhe, und überhaupt, das war das Letzte, was wir für die morgige Strecke brauchen konnten, denn vor diesem ca. 200 km langen Streckenabschnitt zwischen Mpanda und Uvinza wurden wir eindringlich gewarnt. Wir lauschten die ganze Nacht dem Regen, der einfach nicht aufhören wollte und machten uns so unsere Gedanken 🤨 . Zu allem Elend hörten wir auch noch plötzlich, wie der Katavi River immer lauter rauschte. Das kann ja heiter werden.
Camping: 6 U$ pro Pers.
Tageskilometer: 189
Fahrzeit: 5,5 Std.

Fortsetzung folgt.

Grüessli Erika
Teil 608. Apr. 2013
Hallo zusammen

Nun kommen wir zur Hülle:

Sitalike - ca. 93 km vor Uvinza

20. Februar 2013:
Pünktlich zur Aufstehenszeit hörte der Regen auf. Ein normalerweise kleiner, meist trockener Bach war über die Ufer getreten und hat Teile des Campingplatzes überflutet und der Katavi River führte Hochwasser und wir standen in einem See 😮 . Eigentlich war geplant, nochmals in den Katavi NP zu fahren, aber wir verzichteten.


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Der Katavi River vom Duschhäuschen aus

Nach dem Morgenessen packten wir zusammen. Es pflatschte unter unseren Füssen, die Campingwiese war total aufgeweicht 😐 . Die Toilettenspülung ging nicht und von der Dusche wollen wir lieber nicht reden, sie wäre auch mit Wasser eh nur kalt gewesen 😠 (sind überzeugte Warmduscher).

Bis Mpanda wäre die relativ breite Schotterstrasse bestimmt nicht schlecht gewesen, aber der starke Regen hatte sie total aufgeweicht.

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Kurz vor Mpanda, im Hintergrund chinesisches Baucamp

In Mpanda machten wir eine kleine Stadtrundfahrt und tankten Benzin. Kurz nach Mpanda mutierte die Schotterstrasse zum Waldweglein, aber es ging, abgesehen von einigen aufgeweichten Stellen, eigentlich immer noch gut vorwärts.


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Während wir gemütlich dahinfuhren, hupte es plötzlich wie wild von hinten, ein Toyota fuhr uns fast in den Hintern und setzte dann zum Überholen an.
Werden wir jetzt überfallen, oder was 😕 ?
Da er uns beinahe von der rutschigen Fahrspur gedrängt hätte, wollten wir ihn vorbei lassen und machten Platz. Als er auf unserer Höhe war, sahen wir einen Inder, welcher übers ganze Gesicht strahlte.
“Ich war schon mal in Lausanne”, schrie er. “Haltet an, ich hab ein Geschenk für euch!”
Wir hielten an und ehe wir’s uns versahen, hatten wir schon eine brandneue Reifenhülle am Reserverad.

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die Hülle 🤩

Wir bedankten uns, tauschten kurz die Namen aus, der Inder brauste davon und wir tuckerten hinterher. Er war wahnsinnig in Eile, da er noch heute bis Kigoma wollte. Ein Stück weiter vorne war dann für den Inder vorerst mal Zwangspause, da er in einem Schlammloch steckte. Er und seine Passagiere (die fahren ja nie alleine, sondern haben immer den Wagen voller Helfer, bzw. Schlammschaufler) waren ausgestiegen und erwarteten uns sehnsüchtig.
“Mister Toni, du hast doch bestimmt ein Abschleppseil”.
Ja, Mister Toni hat eines.

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Der Toyota wurde rückwärts rausgezogen und beim zweiten Anlauf klappte es dann mit der Durchfahrt.

Ein paar Kilometer weiter war plötzlich Verkehrsstau, da ein Scania-Anhängerzug im Schlamm stecken geblieben war.


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Fortsetzung folgt.

Grüessli
Erika
Teil 709. Apr. 2013
Leona schrieb:
Da kommt mir doch grad Tom Hanks und sein Ball Wilson in den Sinn!
Tatsächlich, jetzt wo du's sagst 😄

Wir Stecken immer noch im Stau.
20. Februar 2013:
Mit dem Inder zusammen überlegten wir, ob wir das Gefährt irgendwie überholen können. Der Boden war so schwammig, dass Toni gleich tief einsank und erst mal seinen Schuh im Dreck ausbuddeln musste. Da gab es kein Vorbeikommen. Da der Inder ein temperamentvoller Mensch ist und nicht warten wollte, setzte er plötzlich ein paar Meter zurück, gab Vollgas und verschwand, nachdem er winkend mit einem Satz einen Erdwall überflogen hatte, im Wald 🤩 . Nach ca. 30 Metern steckte er fest, gab immer noch Gas und versenkte sich bis aufs Chassis im tiefgründigen, schwammigen Waldboden. Endstation 🙁 .

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Der High-Lift Jack wurde eingesetzt um den schweren Wagen zu heben, aber außer dass der High-Lift immer tiefer und tiefer im Boden versank und dann auch noch verklemmte, passierte nichts. Die Karre bewegte sich keinen Millimeter. 😐
“Mister Toni, du musst mir helfen!”
“Du fährst da nicht rein”, sagte ich.
“Doch, da fahr ich jetzt rein”, sagte Toni.
“Nein”,
“Doch, schließlich hat er uns die Hülle geschenkt, das verpflichtet”.
Also setzt auch Toni zum Sprung über den Erdwall an und landet ebenfalls im Wald.
“Mister Toni, du musst näher an mich ran fahren, dann können wir das Abschleppseil doppelt nehmen.
Ich: “nein, tu da nicht”,
Toni: “doch”.
Toni fährt näher ran, der Inder wird angehängt, Toni gibt Gas…….und verbuddelt sich auch 😮 . So ein Mist. Ich hab’s ja gleich gewusst! Was wollte der eigentlich dort im tiefen Wald? Na den Lastwagen überholen, dieser Armleuchter!

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In der Zwischenzeit war das Scania-Zugfahrzeug längst ausgegraben, ein Stück vorgefahren, der Anhänger war abgehängt und konnte so mittels Kette vom Zugfahrzeug aus dem Dreck gezogen werden. Der Fahrer parkierte sein Fahrzeug ein Stück weiter vorne, wo’s nicht mehr ganz so schlammig war und kam mit der ganzen Helferschar, bewaffnet mit allen möglichen Werkzeugen zu uns. Ich wurde von den Jungs getröstet, obwohl ich gar nicht geheult habe, aber ich fand die wirklich extrem nett. 😘 Dann wurde mit vereinten Kräften geschaufelt und gebuddelt, Bäume gefällt und noch weitere Register gezogen, wie Einsatz von Sandblechen und Habegger-Seilwinde, leider ohne Erfolg.

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Wir sassen einfach zu tief im Morast fest.

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Ein inzwischen eingetrudeltes Ambulanzfahrzeug probierte auch noch, uns rückwärts rauszuziehen, aber keine Chance.

Dann kamen nochmals zwei Lastwagen angefahren. Der erste versuchte ebenfalls, uns rauszuziehen, drückte uns aber nur gegen einen Baum, er zog und zog, bis unser Auto fast umkippte und dann glücklicherweise das Abschleppseil riss 🙄 . Unser armes Fahrzeug war in eine gefährliche Schräglage geraten 🤢 . Ich hatte meine Kamera leider im Auto verstaut und hatte die Nerven nicht, sie rauszuholen um Fotos zu machen. Der Baum wurde kurzerhand von den Helfern gefällt und der zweite Lastwagen probierte es dann auch noch, aber mit dem Stahlseil von unserer Seilwinde. Dieses Mal klappte es! Unter tosendem Applaus der Jungs standen wir plötzlich wieder auf der Strasse, puh 🤩 . Dann wurde der Wagen des temperamentvollen Inders auch noch geborgen, alles gut gegangen.
“Da könnt ihr aber euren Freunden was erzählen, wenn ihr wieder in der Schweiz seid, das ist Afrika, herrlich”, jubilierte er.
Dann brauste er mit Vollgas einige Pirouetten drehend durch die Schlammstelle und hielt hinter den drei Lastwagen an. Einer der Helfer nahm mich bei der Hand und führte mich durch die tiefgründige kleisterhafte, klebrige Schlammpappe zu unserem Fahrzeug.
“Komm Mama Erika, ich halte dich fest”, sagte er immer wieder, was mich zutiefst rührte.
Ich muss ja wirklich einen völlig tatterigen Eindruck auf ihn gemacht haben 🤨 .

Alle verabschiedeten sich herzlich von uns und dann ging die Fahrt ins Ungewisse endlich weiter, aber nicht lange. Ein paar Kilometer weiter vorne steckte er wieder, dieser Scania-Anhängerzug und hinter ihm die zwei anderen LKWs. Der temperamentvolle Inder hatte natürlich abermals versucht, zu überholen und, na was wohl?

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Er steckte auch und zwar in einer ziemlich miesen Lage, da er seitlich gerutscht war und mit seinem Toyota fast am Lastwagen anlehnte.

Wir hatten für diesen Tag die Schnauze voll. Die Chance, noch weiter zu fahren, war auf null gesunken. Da wir einige Kilometer zurück ein geeignetes Übernachtungsplätzchen gesehen hatten, drehten wir um, wuschen uns unterwegs in einem Bächlein den Schlamm ab und schlugen dann unser Dachzelt auf. Es wurde langsam dunkel. Ein paar Einheimische huschten scheu grüssend an uns vorbei und entschwanden. Wir hatten erst jetzt bemerkt, dass wir auf einem unscheinbaren Trampelpfad parkierten waren und dass irgendwo in der Nähe im tiefen Wald eine Siedlung sein musste.

Wir verzogen uns ins Dachzelt, nachdem wir im Auto sitzend ein paar Brote gegessen und 1 bis 2 (oder waren es gar 3?) Gläsli Wein getrunken hatten 😊 . Es hatte nämlich wieder angefangen zu regnen.
Tageskilometer 150
Fahrzeit: Schwer zu sagen, da wir ja lange steckten, jedenfalls waren wir den ganzen Tag unterwegs.

Grüessli
Erika
Teil 810. Apr. 2013
Hallo zusammen,
bitte einsteigen zur Weiterfahrt:

Übernachtung am Pistenrand ca. 93 km vor Uvinza - Kigoma

21. Februar 2013:
Am Morgen wurden wir von den schönsten aller Wecktöne sanft daran erinnert, dass nun der Tag anbricht. Das laute, kunstvolle Vogelgezwitscher um uns herum war einfach herrlich und es regnete nicht mehr 🙂 . Total erholt und ausgeschlafen standen wir auf. Der Wald war in dichten Nebel gehüllt und hatte etwas Gespenstisches an sich. Wir stellten Tisch und Stühle auf und frühstückten in aller Ruhe.

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Wie gestern, huschten ein paar Waldbewohner scheu grüssend an uns vorbei, und blieben auf Distanz stehen um uns kichernd zu begutachten.
“Jambo!” rief Toni
“Jambo!” tönte es zurück
“Salama!”
“Salama!”
“Nutella!”
“Nutella!”

“Nutella? Na sag mal, gibst du schon wieder Sprachunterricht? “ 😵

Nur einer kam näher und starrte entsetzt auf unser Dachzelt. Toni erklärte ihm mit Händen und Füssen, dass das unser Schlafzimmer sei. Der Mann konnte es kaum glauben, kratzte seine ganzen Englischkenntnisse zusammen und sagte mit angewiderter Mine: “I don’t like this”.

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Unser Übernachtungsplatz kurz vor der Weiterfahrt.

Dann fuhren wir in der Hoffnung los, dass der Anhängerzug und die beiden Lastwagen nicht mehr die Strasse blockierten und der Inder ausgebuddelt ist. Aber wie befürchtet, standen die drei LKWs immer noch da, aber wenigstens war der Inder weg.

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Die Jungs begrüssten uns freudig und fragten, wo wir denn so lange geblieben seien. Sie machten alle einen völlig erschöpften und übernächtigten Eindruck. Stolz zeigten sie uns eine Umfahrung, welche sie durch den Wald gemacht hatten, indem sie Bäume gefällt und Äste auf den morastigen Waldboden gelegt hatten. Leider taugte diese Umfahrung nur für kleine Fahrzeuge wie unseres, nicht aber für schwere Lastwagen. Sie sassen deshalb nach wie vor fest. Ganz nebenbei stellte sich heraus, dass sie keinen Tropfen Trinkwasser mehr besassen. Wir hatten mehr als genug dabei und gaben ihnen welches, sodass sie all ihre leeren Flaschen auffüllen konnten. Auch plünderten wir unsere Essensvorräte und verschenkten alles, was wir entbehren konnten. Wir verabschiedeten uns herzlich von unseren Freunden, denn wir waren wahrhaftig gute Freunde geworden. Die Umfahrung hielt und wir waren endlich frei 🤩 .

Erst nach einigen Kilometern wurde uns bewusst, in welch zauberhafter Landschaft wir uns befanden. Zuvor war die Anspannung zu gross, um sich mit der Gegend zu beschäftigen.

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Wir waren inmitten einer grandiosen Berglandschaft mit schroffen Felsen, Wasserfällen und tiefen Schluchten. Ab und zu gab der dichte Wald kurz einen Blick auf die endlose Weite frei. Hier in dieser unberührten Wildnis schien wirklich keine Menschenseele zu wohnen. Wir tuckerten gemütlich über Stock und Stein, immer hoch und runter. Es folgten noch viele, teilweise heftige Schlammpassagen bei denen wir uns jedes Mal sorgenvoll fragten, ob die Jungs dies wohl schaffen und ob die beiden nachfolgenden LKWs irgendwo eine Stelle finden würden, dieses Monster zu überholen.

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Nach unserer Einschätzung würde es wohl noch Tage, wenn nicht sogar Wochen dauern, bis der Scania-Anhängerzug endlich in Uvinza ankommt. Die Regenzeit hatte ja erst begonnen und mit jedem erneuten Regenguss wurde die Situation schlimmer. Wenn man alle paar Kilometer stecken bleibt und buddeln muss, ist man sehr lange unterwegs. Normalerweise haben sie stets Lebendproviant, wie Hühner und Ziegen dabei, aber diese armen Kerle hatten nichts mehr 🙁 . Wer weiss, wie lange sie schon unterwegs waren.

Auf dem letzten Strassenstück einige Kilometer vor Uvinza ging es über ausgewaschene Felsentreppen runter in eine Ebene, wir überquerten den trägen Malagarasi River und erreichten kurz darauf Uvinza.

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Malagarasi River, im Hintergrund Uvinza

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Malagarasi River

In Uvinza machten wir die obligatorische Stadtrundfahrt und schauten uns die Salzfelder an. Das Nest ist sehr armselig, aber es gibt sogar ein bescheidenes Bahnhofsgebäude und einige wenige einfache Gästehäuser. An den Marktständen wird nebst Grundnahrungsmitteln vor allem Kochsalz in ganz kleinen Einheiten verkauft.

Einige Kilometer nach Uvinza trafen wir plötzlich auf eine breite Teerstrasse. Sie ist weder auf den aktuellen Landkarten, noch im tracks4africa als solche aufgeführt, da ganz neu. Welch ein Luxus! Nach schätzungsweise 840 Kilometern Dreckpiste rumpelte es nicht mehr unter den Rädern, welch eine Wohltat! 😄

Während wir daran waren, unsere Reifen endlich wieder mal auf Normaldruck aufzupumpen, kam ein Toyota dahergebraust und hielt an. Und wer war es? Jaaaa, der Inder 🤩 . Der verrückte Kerl musste die ganze Nacht durchgebrettert sein, war bereits in Kigoma und nun schon wieder auf der Rückfahrt nach Mpanda zu seiner Radiostation:
“MPANDA Radio 97,0 FM, the voice of Katavi, Tuning to your Beats at Kativi Region!”

Die letzten gut 100 km bis Kigoma auf der brandneuen, breiten Teerstrasse waren ein Hochgenuss. Kein Rütteln, kein Schütteln, kein Schlamm. Wir flogen (gefühlt) nur so dahin. Die Landschaft wurde flacher und war nun wieder stärker besiedelt.
Während wir so dahinfuhren, fragten wir uns, was wohl gewesen wäre, wenn der Inder uns die Hülle nicht geschenkt hätte. Wir kamen zum Schluss, dass wir eigentlich ihm das ganze Abenteuer zu verdanken hatten, welches ja im Nachhinein gesehen das Salz in der Suppe auf diesen letzten 200 km zwischen Sitalike und Uvinza war. Was bedeutet schon eine Übernachtung am Strassenrand, wir waren ja nicht in Eile. Die Bekanntschaft mit den außergewöhnlich netten und hilfsbereiten einheimischen Jungs hat uns mehr als entschädigt 😘 .
In der Ferne schimmerte der Tanganyikasee.

Wir sind bald in Kigoma.

Grüessli
Erika
Teil 912. Apr. 2013
Ankunft Kigoma

21. Februar:

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Nachdem wir in der sehr idyllisch gelegenen Hafenstadt Kigoma die obligatorische Stadtrundfahrt gemacht hatten, suchten wir in verschiedenen kleinen Läden nach Essbarem.

Erstaunlich, was es hier alles zu kaufen gibt und wenn einer das Gewünschte nicht hat, kommt er mit und zeigt einem, wo man es findet.


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Wir haben alles gefunden, sogar eine neue Batterie für mein Swatch-Uhr, einen Wein- und Schnapsladen mit erstaunlich grosser Auswahl und alle möglichen Lebensmittel. Und für Nutella-Fans: Ja, es gibt auch Nutella! 😉

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Nur in Sachen Fleisch war das Angebot ein wenig schwach oder besser gesagt nicht unbedingt nach unserem Geschmack, obwohl es zahlreiche Metzgereien gibt. Wir stiefelten in den engen Gässchen rum und hielten da und dort ein Schwätzchen ab.

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“Darf ich ein Foto machen?” “Jaja, sehr gern, dürfen die Kinder auch mit aufs Bild?” Wir waren von dem bunten Treiben in diesen kleinen Gassen mit den vielen Bretterbuden-Geschäften so begeistert, dass wir uns fast nicht mehr losreissen konnten. So einzukaufen macht viel Spass. Das ist Afrika wie wir es lieben 🙂 .

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Bei einem Schneider ließen wir die zerrissene Abschleppgurte zusammennähen. Da der Mann ein wenigen Mühe hatte, mit dem Faden das Nadelöhr zu treffen, schenkte ihm Toni eine Lesebrille.
“Ah, jetzt kann ich endlich wieder was sehen, danke vielmals“.
Wir glauben zwar nicht, dass die Flickstelle bei Belastung hält, aber das ist ja egal.

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Langsam wurden wir vom Hunger geplagt. Nun musste endlich der Magen gefüllt werden. Wir fuhren zum sehr schön gelegenen, hübschen Lake Tanganyika Hotel und verdrückten mit Heisshunger einen prima Fisch mit in Kokosmilch gekochtem Reis.

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Vom ganz vorne am Strand gelegenen Gartenrestaurant aus hat man einen tollen Ausblick auf den See.

Zur einige Kilometer südlich von Kigoma gelegenen Jakobsen’s Beach war es nur noch ein Katzensprung. Der Campingplatz liegt in einer Waldlichtung. Zum Strand sind es nur einige, wenige Treppentritte. Ausgestattet ist der Platz mit Grillstelle, grossem Unterstand und Wasserhahn. Das Waschhäuschen ist sehr sauber und großzügig gebaut und wird jeden Tag fein säuberlich geputzt.

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Die riesige Badewanne namens Tanganyikasee direkt vor unserer Haustür, ähm Autotür.

Den Tag ließen wir geruhsam bei einer Flasche “heilige Maria” Dodoma-Wein ausklingen. Wir waren wieder in der Zivilisation, aber in Gedanken waren wir immer noch im tiefen Wald bei den Jungs mit ihrem Monster-Truck 😐 .

Gefahrene Kilometer: 216, wovon ca. 100 km Piste
Fahrzeit: 5,5 Stunden
Camping Jakobsen’s Beach: 6 U$ pro Person, kein Strom, aber nachts Petrolpfunzeln

Nachtrag:
Die berüchtigte ca. 200 km lange Piste zwischen Mpanda bis Uvinza ist zwar nicht gerade eine Sonntagsspazierfahrt, aber im Normalfall außerhalb der Regenzeit absolut machbar. Man sollte bei “unindischer“, fahrzeugschonender Fahrweise mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 20 bis 25 km/h rechnen.

Falls man auf dieser Strecke irgendwo “wild” übernachten möchte, sollte man sich früh genug für ein geeignetes Plätzchen umsehen, da es wegen des dichten Waldes oft schwierig ist, die Piste zu verlassen und irgendwo reinzufahren.
Und nein, Vorbuchen ist nicht nötig 🤩 .

Fortsetzung folgt.


Grüessli
Erika
Teil 1013. Apr. 2013
Hallo zusammen, bitte einsteigen und Platz nehmen!

Kigoma, Jakobsen’s Beach

22. bis 25. Februar 2013:
Nach einer sehr erholsamen ruhigen Nacht war Putzen und Wäsche waschen angesagt. Unter unserem Fahrzeug klebten mehrere Kilos eingetrockneter Schlamm, weshalb eine Unterbodenwäsche nötig war. Anschliessend legte sich Mister Toni unters Auto und schaute nach, ob noch alles dran und nichts abgebrochen oder abgerissen war. Während wir uns nämlich durch die von den Jungs gebaute Umfahrung gekämpft hatten, krachte es hin und wieder schrecklich unter unserem Fahrzeug. Mister Toni war aber nach genauer Inspektion sehr zufrieden, alles war in Ordnung 🙂 .

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Der Campingplatz

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Obwohl sie eigentlich ganz niedlich wären, können einem diese durch und durch verdorbenen kriminellen Wesen mit ihren angeborenen Hang zum Klauen ganz schön auf den Wecker gehen 🤢 .

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Der Sandstrand der Jakobsen’s Beach liegt in einer kleinen, von malerischen Felsen umgebenen Bucht. Wie in Kipili, ist auch hier das Wasser glasklar und schön warm. Hin und wieder gleiten Fischer lautlos mit ihren Einbäumen über den See. Sehr romantisch, das Ganze. Natürlich kam auch das Baden und Faulenzen nicht zu kurz.

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Irgendwann fuhren wir nochmals nach Kigoma, da uns nach Fleisch lüstete. Leider wurden wir auch dieses Mal nicht so recht fündig und kauften als Notersatz ein tiefgekühltes Halal-Huhn und einige Halal-Würste. Um es vorweg zu nehmen: Die Halal-Würste schmeckten auch mit viel Senf grauenhaft und hatten die Konsistenz von Handcrème oder so 🤢 , und das ausgemergelte Halal-Huhn litt wahrscheinlich an galoppierender Schwindsucht , und nach mehrmaligen Nachzählen mussten wir feststellen, dass auf einer Seite ein Schenkel fehlte 🙄 .

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Grosswäscherei

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Die Stadt wurde diese Mal großräumig erkundet und der Fischerhafen besucht.

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Bahnhof

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Kaiserhaus (fotografieren verboten 😄 )
Es gibt einige gut erhaltene deutsche Gebäude, wie den Bahnhof oder einen ziemlich monumentalen Bau, welcher eigentlich für Kaiser Wilhelm errichtet worden war. Da aber dann der Krieg ausbrach, hat er diesen wilhelmischen Palast nie gesehen.

Nach vier angenehmen Tagen auf dem Jakobsen’s Beach Campingplatz , wo wir übrigens die einzigen Gäste waren, verließen wir am 25. Februar Kigoma.

Fortsetzung folgt

Grüessli
Erika
Teil 1115. Apr. 2013
Hallo zusammen

Achtung, es geht weiter!

Kigoma - Kasulu

25. Februar 2013:
Auf unseren Reisen bringen wir es nur selten fertig, mal früh loszufahren, so auch an diesem Tag. Wir mussten nochmals ausgiebig in Kigoma rumstöbern und am ATM unsere Kasse füllen.

Dann ging es endlich weiter. Wir fuhren zuerst auf der super Teerstrasse einige Kilometer zurück und bogen dann gegen Norden auf die Erdstrasse namens B8 in Richtung Kasulu ab.

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Wieder das gleiche Lied wie gehabt, es ging hoch und runter, nur ohne Schlamm, da hier die Regenzeit anscheinend noch nicht richtig eingesetzt hatte. Dafür Staub, Staub, Staub und immer wieder Schlaglöcher ohne Ende 😠 . Jedes Mal, wenn ein Fahrzeug entgegen kam, mussten wir blitzartig die Fenster hochkurbeln um nicht eingepudert zu werden. So zu sagen Fitnesstraining mit Fensterkurbel. Haben ja keine Klimaanlage und Mister Toni braucht Durchzug. Glücklicherweise hielt sich der Verkehr auf dieser schmalen Piste sehr in Grenzen. So fuhren wir mehr oder weniger von Loch zu Loch, bis wir in Kasulu ankamen.

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Die ziemlich grosse Ortschaft machte einen ordentlichen Eindruck auf uns und als wir an der Hauptstrasse eine relativ nett aussehende Unterkunft names “Unique Lodge” entdeckten, entschlossen wir uns nach Inspektion des Zimmers, hier zu bleiben. Unser Autöli durften wir im bewachten Innenhof parkieren und den Kühlschrank mittels Verlängerungskabel am Strom anschliessen.

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Kasulu
Da wir noch früh dran waren, entschloss ich mich, mal endlich auf die Suche nach einem Airtel Modem für meinen PC zu gehen. Schon im ersten Laden wurde mir geholfen. Man hatte zwar gerade keines am Lager, aber nachdem jemand auf die Suche nach diesem begehrten Objekt geschickt wurde, lag es bald auf dem Ladentisch. Nun musste ich nur noch registriert werden, damit das Ding auch funktionierte. In der Zwischenzeit waren wir mindestens zu zehnt. Jeder gab seinen Senf dazu, und mit vereinten Kräften brachte man es nach einigen Rückschlägen fertig, dass das Teil nach ca. einer Stunde tatsächlich betriebsbereit war. Ich hätte das allein niemals fertig gebracht, da die ganze Korrespondenz in Suaheli lief.

Da unsere Lodge nur Frühstück anbot, gingen wir zum Abendessen zu Fuss in ein ca. 200 m entferntes mehrstöckiges, modernes Hotel. Es gab Huhn, Reis, Bohnen und Gemüse. Alles zusammen kostete umgerechnet 6.- Euro inkl. zwei Flaschen Bier 😄 . Da kann man wirklich nicht meckern, zumal das Essen absolut genießbar und reichlich war.

Wieder in der Unique Lodge angekommen, setzte ich mich draußen unters Schattendach um ein wenig im Internet zu surfen. Mister Toni weilte draussen auf der Strasse und hatte seinen Spass mit den Einheimischen, welche unbedingt wissen wollten, weshalb wir ausgerechnet hier in Kasulu Station machen und wie viele Kinder wir haben und weshalb wir keine haben. Als dann aber im Laufe des Abends noch zwei aufgetakelte Mädels für den Mister herbei geschafft wurden, musste ich doch ein wenig genauer hinschauen 🙄 . Es ist ja schon nett, wenn sie nett sind, aber das war dann wohl schon übertrieben nett, finde ich 🤢 . Wirklich richtig gut sahen die Damen sowieso nicht aus mit ihren Plastikhaaren und so, wenn ihr wisst, was ich meine 😉 .

Wir hatten uns bereits bei unserer Ankunft in Kasulu über die vielen Fahrzeuge von UNHCR und anderen, zahlreichen Hilfsorganisationen gewundert. Ein Mann vom Roten Kreuz erzählte uns, dass um Kasulu, welches ja keine 50 km von Burundi entfernt ist, ca. 60’000 Flüchtlinge aus dem Kongo und Burundi in einem Lager untergebracht sind und von verschiedenen Organisationen betreut und versorgt werden. Er machte aber auch keinen Hehl daraus, dass hier jeder froh wäre, wenn sie endlich verschwinden würden. Dank diesen Flüchtlingen hat aber die Stadt sicherlich einen gewissen Aufschwung erlebt, wie den Bau einiger neuer Unterkünfte, Tankstellen und ein besseres Warenangebot. Die Einladung zum Besuch des Lagers lehnten wir allerdings ab, da wir fanden, dass das etwas “Voieuristisches” an sich gehabt hätte. Helfen kann man ja eh nicht und versorgt werden sie ja schon.

Gefahrene km: 106, wovon ein Grossteil Gravel-Puder-Erdgemisch
Fahrzeit: 3 Std.

Kosten Unique Lodge:
10 Euro, eigene saubere, warme Dusche/WC, TV, Deckenventilator und Moskitonetz, inkl. Frühstück.
Nein, nicht pro Person, sondern total! 🤩

Fortsetzung folgt demnächst……

Grüessli
Erika
Teil 1217. Apr. 2013
Hallo, bitte reinquetschen, es geht weiter!
Kasulu - Nyakanzi
26. Februar 2013:
Nach einer erstaunlich ruhigen Nacht und einem gewöhnungsbedürftigen Frühstück 🤢 konnten wir für unsere Verhältnisse früh, das heisst um 8.30 Uhr, losfahren.

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Auch die heutige Strecke unterschied sich im Wesentlichen nicht von der gestrigen. Die sehr grüne, schöne und hügelige Landschaft konnten wir wegen der zahlreichen Schlaglöcher nur teilweise geniessen.

Ich helfe beim Fahren immer mit, ich kann nicht anders. Es ist für mich genauso anstrengend wie für Mister Toni. Achtung Loch 😮 ! Achtung Ziegen 😮 ! Achtung Bus 😮 ! Ich weiss, dass ich ihm manchmal auf den Geist gehe, aber schließlich konnte ich ihn und vor allem unser Fahrzeug (was mir fast genau so wichtig ist 😄 ) durch meine ewige Einmischerei vor manchem Schlag ins Kreuz, bzw. in die Stossdämpfer bewahren 😉 .

So holperten wir auf der Rumpelpiste dahin, bis wir nach ca. 160 km Kibondo erreichten. Nach der obligatorischen Stadtrundfahrt stellten wir fest, dass es hier für uns keine geeignete Unterkunft gab. Wir legen grossen Wert darauf, dass unser Fahrzeug nachts in einem geschlossenen Hof steht und das gab es hier nicht. Einige Gästehäuser sahen zwar von aussen ganz anständig aus, aber sie hatten keine Parkmöglichkeit und waren eher für Busreisende und Einheimische geeignet.

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Naja, wir waren immer noch früh dran und fuhren deshalb weiter. Zudem hatten wir Sehnsucht nach der jetzt nur noch 93 km entfernten heiß ersehnten Teerstrasse. Die Fahrt zog und zog sich dahin und mit jedem Kilometer verleidete uns dieses nie mehr enden wollene Gerüttel auf dieser betonharten, staubigen Lochpiste 😠 .

Der Verkehr nahm zu und dem entsprechend auch der Staub. Ab und zu fotografierte ich während der Fahrt durch die Frontscheibe, aber die meisten Fotos sind verwackelt und unscharf geworden, deshalb stammen die paar übrig gebliebenen Bilder, welche ich hier gezeigt habe von den besseren Strassenabschnitten.

Wir fingen an, auf dem GPS die Distanz zur Teerstrasse zu beobachten und freuten uns über jeden zurückgelegten Kilometer 🙂 . Genau 35 km vor Nyakanzi entdeckten wir am Pistenrand einen völlig erschöpften und dehydrierten Radfahrer. Wir hielten sofort an, zumal er uns bekannt vorkam. Es war der wahnsinnige Engländer, welchen wir vor genau 16 Tagen kurz vor Sumbawanga schon mal gesehen hatten. Er hat für diese Gewaltsstrecke ab Sumbawanga ohne in Kipili und Kigoma gewesen zu sein über 2 Wochen gebraucht. Nun war er fix und fertig und hatte praktisch kein Wasser mehr. Wir ließen ihn soviel trinken, wie er wollte und füllten dann noch seine Wasserflaschen auf. Eine Weile blieben wir noch bei ihm und erst als er uns versichert hatte, dass er sich erholt habe, fuhren wir weiter. Bitte Leute, haltet jeweils an, wenn ihr auf einsamen Strecken so durchgeknallte radfahrende Europäer seht. Da sie wegen des Gewichtes und der eingeschränkten Transportmöglichkeit oft zu wenig Wasser dabei haben, sollte man jeweils fragen, ob man ihnen aushelfen kann. Bis jetzt hat jedenfalls noch nie einer nein gesagt.

Die ersehnte Teerstrasse kam immer näher und näher, und dann hatten wir sie endlich erreicht. Nach gut 1’100 Kilometern Piste (die paar Teerstücke abgezählt) waren wir Nyakanzi angekommen.

Mein Traum, einmal diese Strecke durch den wilden Westen Tansanias zu fahren ist in Erfüllung gegangen! Danke lieber Mister Toni und danke lieber Puch. Ohne euch wäre das alles nicht möglich gewesen.

Ich musste Mister Toni fest versprechen, dass ich ihn in den nächsten Tagen nicht mehr in die Pampa raus schicke. Er wollte nun eine Weile nur noch Teerstrasse sehen. Gut, für die nächsten paar Tage war das o.k. für mich, da ich ja unter uns gesagt auch langsam die Schnauze voll hatte 😵 .

Da Nyakanzi eigentlich nur aus einer Kreuzung mit vielen Hütten besteht und nirgends eine adäquate Unterkunft zu sehen war, entschlossen wir uns, einfach mal in Richtung Osten weiter zu fahren.

Liebe Schwarzfahrerinnen und Schwarzfahrer, eigentlich wollten wir euch an dieser Kreuzung rausschmeissen, aber ihr dürft wegen der schlechten Busverbindungen noch bis zur nächsten Station mitfahren, dann ist aber wirklich Schluss 😛 .

Fortsetzung folgt

Grüessli Erika
Teil 1318. Apr. 2013
Hallo zusammen

Wir kommen nun zum Ende meines Berichtes.

Nyakanzi - Kahama

26. Februar 2013:
Gemäss t4a durchfuhren wir nun über viele Kilometer das dicht bewaldete, unzugängliche Moyowosi Game Reserve, aber keine Spur von Wild, es standen nur einzelne, armselige Hütten am Strassenrand. Nicht mal ein einziger, ausgetrockneter Elefantenschiss war zu sehen 🙁 .

Die meist gute Teerstrasse ermöglichte uns, zügig voranzukommen und statt in die Schlaglöcher, in die Landschaft zu schauen. Irgendwann war dann fertig Game Reserve und fertig Wald. Die Landschaft wurde nach und nach trockener, die Bäume verschwanden von der Bildfläche und wir kamen in eine völlig überweidete Gegend. Leute trieben ihre Ziegen und ausgemergelten Rinder über die kahl gefressenen Weiden, Esel mit von Stockschlägen aufgeplatzten Hinterteilen grasten am Strassenrand, überall Siedlungen, das Landschaftsbild hatte sich total verändert 😐 .

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Kahama
Man beobachte das Stromkabel-Wirrwarr! 🤩

Da auf dieser ganzen Strecke kein einziges für uns geeignetes Gästehaus zu entdecken war, fuhren wir bis zur relativ grossen Minenstadt Kahama. Dort entdeckten wir mitten in der Stadt ein edel aussehendes Hotel, aber bereits während wir in den schönen, gepflegten Garten einfuhren, fiel uns die Kinnlade runter. 🙄 Aus diversen Boxen dröhnte ohrenbetäubend laute Musik, da gerade eine Gardenparty im Gange war. Wir hatten bereits umgedreht, als der Manager angerannt kam. Er hatte volles Verständnis, dass wir nicht bleiben wollten, pfiff einem “pikipiki taksi” (Motorradtaxi), und setzte sich hinten drauf. Wir wurden durch den Feierabendverkehr gelotst und landeten schließlich kurz vor der Dämmerung in einer ruhigen Gegend im Forest Inn Motel.

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Unsere “Suite” bestand aus Salon und Schlafzimmer, Dusche und “Multikultitoilette“. Ausgestattet war unsere Unterkunft mit TV, Deckenventilator und Moskitonetz. Alles auf Hochglanz poliert in vorwiegend zartem Rosa gehalten. Naja, Geschmacksache, aber pingelig sauber war es.

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Multikultitoilette 😄

Zum Nachtessen im schönen Gartenrestaurant unter schattigen Bäumen gab es Rinder-Schuhsohle vom Feinsten, Reis und Gemüse.
Tipp: Bestellt an untouristischen Orten lieber was Goulaschartiges oder Huhn. Steaks zubereiten ist nicht so ihre Stärke.

Das Forest Inn Motel in Kahama war unsere “teuerste” Unterkunft seit wir in Tansania weilten:
Die “Suite” kostete umgerechnet Euro 22.50
inkl. reichhaltigem Frühstück à discrétion, bestehend aus diversen Früchten, gekochten Eiern, Omeletten, Bohnen, Spaghetti mit Zimt und Zucker,
und
Salzkartoffeln mit Tomatensauce. 🤩

Bei diesen Preisen lohnt es sich wirklich nicht einmal, die Abdeckplane vom Dachzelt zu nehmen. 😄

Gefahrene Kilometer: 452, wovon ca. 250 km Piste
Fahrzeit: 8 Stunden

Nachtrag:
Ich habe ganz bewusst bei jeder Unterkunft die Preise aufgeführt, um aufzuzeigen, wie unglaublich kostengünstig man in Tansania außerhalb der Touristenorte übernachten kann. Auch diejenigen eingeschlossen, in welchen wir wohnten, bevor dieser Bericht entstand. Ausnahmslos alle festen Unterkünfte waren total sauber und hatten eine eigene Dusche (warm) und Toilette und weisse, frisch gebügelte Bettwäsche.

Wir sind eigentlich überzeugte Camper, aber auf Nebenstrecken sind in Tansania Campingplätze rar, weshalb man entweder “wild” campen oder sich eine feste Unterkunft suchen muss.

Unser Fahrzeug ist ein Mercedes/Puch G230 Benziner, Jahrgang 1982 und hat nun ziemlich genau 645’000 Kilometer auf dem Buckel. Ein richtiger Kämpfer ist er und sehr, sehr zuverlässig, für uns das ideale Auto. Und, wir hatten dieses Mal trotz sehr langer , teils heftiger Pistenstrecken (in Nordmosambik waren es auch viele hundert Kilometer) keinen einzigen Plattfuss!

Obwohl ja für uns auf dieser Route Tiersichtungen ganz bestimmt nicht im Vordergrund standen, war sie trotzdem auf ihre Weise außergewöhnlich spannend und
die Begegnungen mit den wirklich einmalig netten und hilfsbereiten Menschen gehören zu den schönsten und nachhaltigsten Erlebnissen, die wir je in Afrika hatten.

Das war sie nun, die Geschichte mit der Hülle und noch ein bisschen mehr……..


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Nun müsst ihr aussteigen, der öffentliche Bus wartet! Bis Arusha sind es nur noch etwa 630 Kilometer auf feinstem Teer. Tschüss zusammen und danke, dass ihr mitgefahren seid 😘 .

Liebe Grüsse
Mama Erika und Mister Toni

Puh, das ist jetzt aber doch viel mehr geworden, als ich eigentlich wollte......
Teil 1420. Apr. 2013
Hallo zusammen

Mister Toni und ich freuen uns wirklich sehr, dass euch dieser kleine Bericht über eine eher unbekannte Region gefallen hat (oder war es nur die Schadenfreude beim Anblick der Schlammbilder?)

Falls ja, hier nochmals zwei Schnappschüsse einige Zeit später, aus einer anderen Ecke Tansanias:


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Duo Steckimschlamm 🤩

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Trio Steckimschlamm 🤩

@mutsel
Unter uns gesagt kommt die Fliegenklatsche trotz der Netze je nach Situation immer noch ab und zu zum Einsatz. 😄

@ KarstenB
Bitte sammeln, sammeln sammeln! Nicht nur immer hier rumlesen! 😠

@Nenette
Danke für deine Begleitung auf unserer Tour. Von dir wäre ja eigentlich auch wieder mal ein Reisebericht fällig!

@Rebecca
Das Kleingedruckte hab ich natürlich zuerst gelesen!
Pfingstbraai 2014 🙂 😄 😘
Der Termin ist notiert, hiermit melden wir uns an.
Über einen Handarbeitskurs “Ich nähe eine TseTse-Haube” könnte man mit mir schon diskutieren. Der würde ja höchstens 5 Minuten dauern, sodass immer noch genügend Zeit zum Rumquatschen bliebe.

Viele Grüsse
Mama Erika und Mister Toni

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