Die Fortsetzung (mehr Bilder gehen anscheinend nicht auf ein Mal): Zimbabwe strip road
Botswana hatte einige wenige Kilometer Teerstraße in und um die größeren Orte, ansonsten nur Schotterstraßen und Pisten. Bis Nata war die Straße nach Maun durch viel Schwerverkehr sehr schlecht. Danach wurde es viel besser (stellenweise waren 60 bis 70 km/h möglich) und in der trockenen Zeit auch mit PKW und ein bisschen Anschieben befahrbar. Einige Fahrzeiten zur Veranschaulichung (trockene Saison): Pretoria nach Maun waren mindestens 2 Übernachtungen; Maun nach Gobabis war 1 x Übernachten, nicht schwierig aber langsam. Von Maun nach Ghanzi 1977 Mozambigue war marginal besser als Botswana aber weit unter SA/ZIM/NAM-Standard. Bis ca. 1973 war LM (Maputo) nach Beira mit PKW streckenweise eine Zitterpartie, später gut, aber die Stichstraßen zur Küste waren mit PKW teilweise schwierig. Weiter nördlich als Gorongoza waren wir nicht. Dagegen waren die Pisten in Moremi und Makgadikgadi NP viel besser als jetzt, weil die Besucherfrequenz gering und die Parks im Sommer gesperrt waren und das Gras auf der Spur sich jährlich regenerieren konnte. Im Moremi gab es praktisch keine tiefen Sandpassagen. Leute sind mit dem VW-Bus bis Third Bridge gefahren, das war zwar keineswegs sinnvoll oder wünschenswert aber möglich (wenn man Mechaniker und Ersatzteile dabei hatte). Etwas mehr zu Botswana, weil das vermutlich am Meisten interessiert: Die möglichen touristischen Ziele waren nur das Delta (nur mit Safariunternehmen möglich) und für Selbstfahrer die Moremi-, Savuti , -Chobe- Tour und der Makgadikgadi NP. Alles andere hatte schon eher Expeditionscharakter, total einsam und mit üblichen Touristenfähigkeiten und damaligen Möglichkeiten alleine nicht machbar. Auch wenn Manches nicht so wild gewesen wäre, die erforderlichen Informationen waren kaum zu kriegen. Die Zentralkalahari war terra incognita, dort sind nur ein paar Jäger, Prospektoren und Wildbiologen hingekommen (schlag nach bei den Owens). Gute Karten für abseits der Hauptstraßen gab es zwar nicht, das hat aber eigentlich nichts gemacht. Wegen der geringen Besiedlungsdichte und Besucherzahl gab es das verwirrende Labyrinth von abzweigenden Pisten und Spuren nicht. Zu den Standardzielen hat eine klar erkennbare Piste geführt, eine total zugewachsene Piste war sowieso ein No-Go für eine junge Familie, alleine unterwegs, denn diese Gegenden waren damals sehr einsam. Planungen, die die diversen Foren füllen: „welche alternative Route nach… wo übernachten…wo, was einkaufen…?“, erübrigten sich und alles wurde sehr einfach: Es gab nur eine Straße, keine Campingplätze (übernachtet wurde, wo man um 17 Uhr war), nichts oder wenig zu kaufen, kein Telefon. Dachzelte gab es damals nicht, also immer Bodenzelt auf- und abbauen. Unser LC war so eingerichtet, dass wir für eine Nacht zur Not auch alle im Auto schlafen konnten, das sparte Arbeit und Zeit für unterwegs. Nata und Gweta waren ein paar Hütten, eine Wasserpumpe und ein paar Fässer mit Benzin, wenn man Glück hatte. Die einzigen Campingplätze mit Dusche und WC, an die ich mich in Botswana erinnern kann, waren in Maun. Am 3rd Bridge Campingplatz (nach meiner Erinnerung damals der einzige in Moremi) gab es keine Infrastruktur, also: Latrine graben und Wasser vom Fluss holen. Maun war ein großes, traditionelles afrikanisches Dorf mit Riedhütten und nur ein paar dutzend festen Häusern aus Ziegel/Beton/Wellblech; einige Geschäfte, Riley’s Garage, Tankstelle, Hotel und Bar (wo auch die Wahnsinnigen, die mich zuvor mit 80 kmh überholt haben, ihre Wunden an Auto und Psyche geheilt haben). Zu kaufen gab es wenig, nur Grundnahrungsmittel, Konserven, kaum Frisches, aber gut abgehangenes, butterweiches Fleisch (keine Kühlanlage und beim Einkauf nichts für empfindliche Nasen!!). Man musste also fast alles aus SA mitbringen, so hatte man zwei Tage mehr Arbeit vor der Abreise, dafür aber kein shopping unterwegs.
Versorgung: Das führt zu der Frage, wie man 2 bis 3 Wochen in Moremi verbracht hat, ohne dass die Kinder Skorbut und die Erwachsenen das „Heinz-Syndrom“ (von spagetti in tomato sauce) gekriegt haben, zumal wir auch keine Kühlbox hatten, also: Fleisch wurde im Plastikkübel mit dichtem Verschluss in einer Marinade (Essigbasis, Curry, Gewürze) eingelegt und hielt problemlos für den ganzen Aufenthalt. Kartoffel, Zwiebel, Orangen, Bananen in Säcken, mit Zeitungspapier umhüllt und in Kisten (dunkel und trocken) verstaut. Die Kisten mit Vorhängeschloss, damit baboon-sicher. Die Elefanten waren damals nicht so keck wie jetzt, dieses anormale Verhalten einzelner Tiere kam erst später durch viele Besucher und Gewöhnung. Mit Brot/Dosenbrot musste man sparen, pap zum Frühstück essen oder selber backen. Alt-Moremi Bäckerei Wasser zum Trinken und Baden gab es an der 3rd bridge, für Erwachsene problemlos trinkbar, für die Kinder haben wir sicherheitshalber abgekocht. Alt-Moremi Badezimmer Die Getränke wurden über Nacht im Freien und dann untertags im Verdunstungskühler oder im Fluss kühl gehalten. Bei späteren Besuchen in moderner Zeit war zwei Mal der Kühlschrank zeitweise oder ganz defekt und er ist uns nicht wirklich abgegangen. Man verschwendet sowieso zu viel von der schönsten Zeit des Jahres für Kochen und das leibliche Wohl; wichtig ist nur dass der sundowner nicht ausgeht. Zum Spritsparen wurde „car-sharing“ mit anderen praktiziert. Man durfte am Dach sitzen, so dass 6 bis 8 Personen/Auto kein Problem waren. Es war aber auch nicht nötig weit zu fahren, weil die Umgebung von 3rd Bridge unwahrscheinlich tierreich war.
Nationalparks im südlichen Afrika, Moremi und Delta: Eine persönliche Bemerkung vorweg: Für uns war ein NP-Besuch immer eine Woche mindestens (netto, am Platz), in Moremi 2 bis 3 Wochen. Für schöne Tier- und Naturbeobachtungen braucht man Zeit. Nur ein bis zwei Nächte hier und dann wieder weiter, war nie unser Geschmack und machte wegen der langen Anreisen auch wenig Sinn. Mit Ausnahme von Botswana waren die damaligen Nationalparks per PKW möglich. Botswana war für Interessierte zwar der Traum vom „ultimativen Afrikaerlebnis“, aber durch die damals generell geringe Besucherzahl boten alle Parks der Region eine hohe Erlebnisqualität, Ruhe und Naturnähe. Manche waren, so zu sagen, wie „Botswana mit Komfort“ zu moderaten Preisen. Die Standardquartiere waren meist ohne eigenes WC und Bad und preiswert. Die Überentwicklung des Krugerparks begann erst Mitte der 1970er Jahre, der Nordteil war sehr ruhig und im Sommer überhaupt gesperrt. Zimbabwe (damals Rhodesien) hat durch ein knapp gehaltenes Beherbergungsangebot einer Überentwicklung und Überforderung vorgebeugt. Hwange (damals Wankie) bot mit den Beobachtungsplattformen und hides auch dem PKW-Touristen Gelegenheit für tolle Tierbeobachtungen, mit relativem Komfort zu moderaten Preisen, auch in privater Abgeschiedenheit ohne Zaun (Nentwich). Wir haben bei der Abreise immer schon für das nächste Jahr gebucht. Jetzt sind zwar auch nur wenige Besucher, weil abgewirtschaftet, aber der Tierbestand und damit die Beobachtungsmöglichkeiten haben gelitten. Wunderschön war Gorongoza in Mozambique, aber von SA aus leider zu weit für oftmalige Besuche. Durch die Befreiungskriege und anschließend Renamo war Gorongoza leider komplett verkommen, Gott sei Dank wird es jetzt durch den privaten Gönner Carr, EU u.a., wieder aufgepäppelt, was aber dauern wird. Der Gemsbok Park in SA war kaum besucht und ein Geheimtipp. Etosha hatte schon die gute Infrastruktur wie jetzt, war aber mehr auf Camping und Selbstversorger orientiert als jetzt. Andererseits gibt es jetzt so viele neue game reserves und sehr abgeschiedene Camps und Lodges, allerdings kostet das. Dieses ganz naturnahe Erlebnis „ohne Zaun“ gab es aber eben nur in Botswana und das war weniger abenteuerlich als manche glauben mögen: Moremi war auch damals schon der teuerste NP in der Region, bei ca. 4000 Besuchern/Jahr waren Vorbestellungen nicht nötig. Man musste einen guide nehmen, den Extrasitzplatz im Auto musste man einplanen. Moremi verlangt zwar nicht viel Eigeninitiative, heute aber wohl mehr als damals. Der guide brachte sein eigenes Zelt, musste aber mit verköstigt werden. Dieses System, das heute kaum praktikabel ist und auch Besucher abgeschreckt hat, brachte aber viele Freiheiten: Man konnte die Piste oder das Auto für eine besser Beobachtungsposition verlassen oder um Spuren zu folgen, das Sitzen am Autodach war sowieso normal und oft wurde querfeldein gefahren. Die Führer waren durch ihre Naturkenntnisse eine absolute Bereicherung und sie sorgten auch für Disziplin (kein Westerwald-Gegröle in der Nacht, kein Hyänenfüttern, kein Müll oder Abbrechen von Ästen für Feuerholz) und für Sicherheit. Beispielsweise hatten sich Löwen für einige Tage direkt beim Campingplatz niedergelassen und die Brücke öfters beim letzten Tageslicht überquert und es war wirklich gut, dass eine kompetente Person für angepasstes Verhalten sorgte. Man musste sich auch nicht um die Orientierung kümmern, Wasserdurchfahrten auskundschaften etc., der guide weiß wo es geht. Für Abenteuerlustige hätte dies das Erfolgserlebnis sicherlich gemindert, für Anfänger machte das aber einen sehr entspannten Urlaub. Wenn man wenig Zeit hatte, konnte man (so wie jetzt) das Delta nur per teurer Flugsafari erleben. Motorboottouren in das Delta waren sehr teuer und eigentlich verpönt, weil sie die Tiere störten. Mit mokoro oder Kanu dauerte aber bereits die Anfahrt einige Tage und man musste halt entsprechend Zeit vorsehen und Sitzfleisch, mit Kleinkindern nicht machbar. Hierher passt noch etwas zu Klima und Wasser. Die Mitte der 1970er Jahre waren sehr regenreich.1974 war besonders feucht, die Owens (Cry of the Kalahari) brauchten 11 Tage (!) von Francistown nach Maun, Moremi war unbefahrbar bzw. geschlossen. 1976 haben wir den Lake Ngami wahrscheinlich noch in voller Größe gesehen, bevor er in den trockenen Jahren danach fast verschwunden war. Im August 1976 und 1977 haben wir die Gegend so erlebt: Wasser von Ufer bis Ufer beim Island Safari Lodge, unter der 3rd Bridge war ein Fluss mit kräftiger Strömung, und der Überlauf von Maun zum Lake Ngami und der Boteti waren wasserführend.
Den derzeitigen Wasserstand nach den guten Regenfällen der letzten Jahre hat es vermutlich seit 25 bis 30 Jahren nicht mehr gegeben. Wildbiologen meinen auch, dass die Bestände im Deltagebiet bei Zebra und den großen Antilopen in dieser Zeit bis zu 80 % abgenommen haben. Das war auch unser Eindruck als wir 1997 und 2002 wieder in Moremi waren. Die Wasserführung dürfte sich auch mehr nach Norden verlagert haben (die Gegend ist tektonisch aktiv). Generell hatte ich die Vegetation in viel besseren Zustand in Erinnerung, die großen vegetationslosen Flächen um die Wasserstellen in Etosha gab es 1977 nicht, m. E. wegen zu vieler Elefanten bei zu wenig Wasser.
So war’s also, und auch immer schön einsam. Ich glaube, die höchste Besucherdichte bei 3rd bridge waren 5 Partien. In Sesriem waren zwei Zelte. Bei Spitzkoppe, Brandberg, Fishrivercanyon waren wir alleine und es gab dort keine Bungalows oder Campingplätze mit Sanitäreinrichtungen, ein totaler Mangel an Fotomotiven für Reiseberichte. Im Gemsbok Park waren wir fast alleine und im Naukluft haben wir 6 Tage lang kein Auto gesehen. Logisch dass das nicht so bleiben konnte, aber schön war‘s schon. Unglaublich wie sich das in nur 20 bis 30 Jahren verändert hat. Camping in Sesriem 1977 Camping im Gemsbok Park 1977
Das einzige, das ich aus dieser Zeit nicht vermisse, sind die Tsetsefliegen. Im Buschland und Wald waren sie zu Millionen, im offenen Gelände weniger. Schutz gegen Bisse war unerlässlich, ein paar Bisse hat man immer abgekriegt, aber viele Bisse machten krank (starke Schwellungen, leichtes Fieber und Infektionsrisiko). Der einzige Schutz war feste Vollkörperbekleidung, Halstuch und Kopfbedeckung. Am Auto haben wir die Fenster außen mit einem kräftigen Fliegengitter mit Klebeband überklebt, so konnte man mit offenen Fenstern fahren, weil es damals noch keine Klimaanlage im Auto gab.
PS. Einige der vor zwei Jahren gemachten Bemerkungen sind heute natürlich nicht mehr aktuell. Grüße Werner
cfm2010326 Beiträge · seit 201122. Mai 2013 · #123
wernerbauer schrieb:... haben wir uns zuletzt entschieden nicht selbst zu fahren und haben mit Hanspeter Meier aus Upington (siehe www.magicdesert.com oder www.kalahari-safari.de ) eine wunderschöne zwölftägige KTP- und Mabuasehube-Tour erlebt und diese „Privatsafari“ sehr genossen. Neben den Kalaharitouren macht er auch jede andere gewünschte Tour in der Region, von Camping light bis zünftig, Lodges, gemischt. Eine echte Alternative für Leute, denen es hauptsächlich um das Erlebnis geht und die nicht unbedingt selbst fahren können oder wollen; weil es ihnen nicht (mehr) so wichtig ist, oder weil es an Erfahrung oder Zeit fehlt (kein Kümmern um Buchungen, Proviant, Auto und Ausstattung mit notwendigen Extras etc.). Die, die als Bonus zum spartanischen Buscherlebnis auch etwas abspecken wollten, muss ich allerdings warnen: Keine Chance, Hanspeter war in seiner ersten Karriere Gastwirt und Koch. Grüße, Werner
Ich war soeben ein wenig auf der Suche und habe die folgende, neue Webseite von ihm gefunden: Private Kalahari Safari
Erika2'338 Beiträge · seit 200719. Sept. 2016 · #124
Hallo zusammen
Aus freudigem Anlass hole ich diesen alten Thread wieder hervor. Kürzlich wurden endlich nach 45 Jahren die unzähligen Dias unserer Reise von 1971 digitalisiert 🙂 🙂 🙂 . Jetzt bin ich natürlich damit beschäftigt, die vielen Bilder anzuschauen und zu sortieren. Ich schwelge in Erinnerungen und bin total glücklich, dass ich nach so vielen Jahren diese Reise nochmals erleben darf - wenn auch nur virtuell.
Wie ich bereits weiter vorne erwähnt habe, waren wir mit zwei VW-Bussen und einem VW Käfer unterwegs. Die Reise ging von Kapstadt bis Ostafrika, Verschiffung nach Indien - Pakistan - Afghanistan - Persien usw. zurück in die Schweiz.
Anbei ein Bild von unserem Camp in Entebbe/Uganda am Virctoriasee
Waschtag am (im) Victoriasee
So ist man früher gereist. Ohne GPS, Internet, Handy und 4x4 und es ging auch.
NamiBilly444 Beiträge · seit 201119. Sept. 2016 · #125
😁 Liebe Erika, hoffentlich gibt es noch ein paar Bilder mehr! Ich liebe diese nostalgischen Sachen. Und dann schon solche Touren 1971!!! Wir haben es erst 1989 geschafft, mit einem VW Bus nach Afrika zu starten... Gruß Wilfried Mit Unimogfreunden vor dem Mount Kenia:
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201219. Sept. 2016 · #126
Danke für die schönen Bilder und den Bericht. Und immer wieder zeigt es sich, daß man damals die bereisten Gebiete mit den alten VW Kombi´s mit ihren luftgekühlten 1500er und 1600er Motoren genauso erreichen konnte wie heute mit den schicki-micki 4x4 mit Dachzelt und Kühlbox. Man mußte nur etwas überlegter fahren.
Wow! Kannte den thread noch nicht, großes Kino! Natürlich danke ich auch allen, die früher hier geschrieben haben.
Der "Fortschritt" ist ein zweischneidiges Schwert. Okay, eine Klimaanlage empfinde ich auch als angenehm. Früher dachte man gar nicht an diese Möglichkeit und "that's what separated the boys from the men" (and the ladies from the girls, for that matter).
Heute gurkt jeder Dödel durch die Welt und beklagt sich über sein Navi, weil "Karten lesen" eine aussterbende Kunst ist. Und wer weiß heute noch, wie's unter der Motorhaube aussieht? Ich auch nicht mehr. Nix mehr mit dem erotischen Gaszug des Käfers und den (für Afrika ohnehin unangebrachten) Nylonstrümpfen zu seiner Reparatur... O glorious days of our youth! 😛 Aber ist halt so: alles hat seine Vor- und Hinterteile... 😉
Weiterhin allen (mich eingeschlossen) viel Freude an Afrika, aber gerne mit a bissle Nachdenken über die "Selbstverständlichkeiten" des 21. JH. Und gerne mehr von "damals"
Wehmütige bis begeisterte Grüße Martin
carl1'287 Beiträge · seit 200819. Sept. 2016 · #128
Hallo Erika,
super! Dies war ja sowieso einer meiner Lieblingsthreads und nun geht es weiter. Hurra! Für mich hat das Jahr 1971 ja eine andere Bedeutung 😗
Danke und Gruß Carl
Madam und Boss Unterwegs (2014/15)
"Bacon and Eggs - A day's work for a chicken; A lifetime commitment for a pig." (Anon)
"I will go anywhere, provided it be forward" (David Livingston)
Erika2'338 Beiträge · seit 200721. Sept. 2016 · #129
Reise 1971
Auf unserer Fahrt von Mombasa nach Malindi stieg auf halber Strecke leider der Motor unseres VW-Busses aus. Es gab ein unschönes Geräusch und dann verstummte er. Unser Freund, der kurze Zeit später bei uns eintraf, hängte uns an seinen schwachbrüstigen VW-Bus an und schleppte uns mit stinkender Kupplung zurück nach Mombasa zur Kenyatta Beach, wobei bei jeder Steigung - und davon gab es viele - einige Einheimische helfen mussten, unser Fahrzeug zu schieben.
Wir konnten dann einen Mechaniker vom Hafen in Mombasa ausfindig machen, der sich den Schaden ansah und uns den Vorschlag machte, den Motor an Ort und Stelle auszubauen, mit in die Werkstatt zu nehmen und dann repariert zurück zu bringen. Der Vorteil war natürlich, dass wir weiterhin am Strand in unserem Campingbus wohnen konnten - halt ohne Motor - aber das war ja kein Problem. Begeistert von dieser Idee willigten wir sofort ein.
Kenyatta Beach, damaliger Treffpunkt der Afrika-Fahrer
unser Motor liegt im Sand. Kenyatta Beach nördlich von Mombasa.
Nach einigen Tagen kam der Motor repariert zurück, wurde eingebaut und sprang sofort an 🤩 🤩 🤩 . Für Malindi reichte die Zeit nun leider nicht mehr, da wir kurze Zeit später mit der MS Karanja nach Bombay/Indien übersetzten. Wir waren ja schon froh, dass der Wagen noch rechtzeitig repariert worden war, sonst hätten wir doch tatsächlich das Schiff verpasst.
Hafen von Mombasa, im Hintergrund unser Schiff nach Indien, die Karanja
Nenette1'309 Beiträge · seit 200921. Sept. 2016 · #130
Danke für diesen nostalgischen Thread, der viele schöne Erinnerungen in mir weckt. Ich hoffe, dass ihr noch viele weitere alte Geschichten ausgrabt und mit uns teilt.
Ich habe auch so meine Erfahrungen mit der malawischen Kleiderordnung gemacht und habe mir dort den ersten und einzigen, maßgeschneiderten Rock machen lassen (müssen).
Maun mit 1km Teer und zwei Kreuzungen ist mir auch gut im Gedächtnis geblieben. Wir haben im Croc Camp nach einer Woche Wildnis das erste Mal wieder richtig geduscht.
Ganz so unpolitisch war es damals nicht: man hat unserem Reiseleiter "irgendwo in Zambia" im November 1989 davon berichtet, dass in Deutschland eine Mauer gefallen sei. DIE Mauer ?!? Unser damaliger Reiseleiter (DDR Flüchtling und in Botswana lebend) hat es nicht geglaubt und wir auch nicht 🤪 Liebe Grüße, Nenette
Logi16,9k Beiträge · seit 201221. Sept. 2016 · #131
Was für ein toller Thread! Vielen Dank dafür.
Loriot hatte doch recht: früher war mehr Lametta!
LG Logi
Erika2'338 Beiträge · seit 200722. Sept. 2016 · #132
Reise 1971 Vielen Dank für euer Interesse an meinen alten Bildern und Kurzgeschichten. Heute zeige ich euch ein paar Bilder aus Malawi.
Dorfschneiderin. Leider ist dieses Handwerk heute wegen der vielen Altkleiderlieferungen fast ausgestorben.
Übernachtungsplatz am Malawisee (vermutlich auf den Platz der heutigen Nkopola Lodge)
Nicht schlecht, oder 😎 ?
Baumeister in Monkey Bay. Der Hausbau ist Männersache.
Hauptverbindungsstrasse zwischen den zwei Grossstädten Lilongwe - Blantyre. Nix Teerstrasse 😁 .
Unser Übernachtungsplatz auf dem Zomba-Plateau. Über den VW Käfer lache ich mich heute halb tot 🤩 . Damals fanden wir ihn aber ganz o.k. Klaus, der Besitzer hatte alle Sitze mit Ausnahme des Fahrersitzes ausgebaut und konnte somit im Fahrzeuginneren schlafen. Auf dem Wagendach sieht man ein Pfännchen, in welchem er fast tagtäglich sein Lieblingsgericht “Karotten mit getrocknetem Rosmarin” kochte. Am Pfannenboden entstand mit der Zeit ein dicker, eingebrannter Belag, was ihn aber nicht daran hinderte, immer wieder neue Karotten einzufüllen und einfach die oberste, nicht verkohlte Schicht zu verspeisen 😄 .
Erika2'338 Beiträge · seit 200723. Sept. 2016 · #133
Hallo zusammen
Bevor es in meinem Bericht weiter geht, möchte ich mich ganz herzlich für eure freundlichen Kommentare bedanken. Ebenfalls ein Dankeschön an die zahlreichen Dankeknopfdrückerinnen und -drücker 😘 . Es macht mir wirklich grosse Freude, die alten Erinnerungen aufzufrischen und mit euch zu teilen.
Erika2'338 Beiträge · seit 200723. Sept. 2016 · #135
Reise 1971 Nun sind wir in Tansania und es geht auf den höchsten Berg Afrikas, den Kilimanjaro. Mit dabei waren mein Freund Peter, unser Klaus (VW Käfer-Besitzer) und ich. Für den Trip hatten wir einen Bergführer, plus pro Person einen Träger angeheuert. Die drei Träger trugen Gummistiefel, aber unser Bergführer hatte ein Paar richtige Bergschuhe an. Unsere Schweizer Freunde mit dem alten, grünen VW-Bus wollten nicht mit und besuchten stattdessen in der Zwischenzeit den Ngorongoro-Krater.
Ich möchte über die Besteigung keinen Roman schreiben, sondern nur einige Bilder mit kurzer Beschreibung zeigen.
Marsch zum Kilimanjaro. Unsere drei Träger mit dem Gepäck.
Unsere Träger machen Pause. Die mit dem roten Pulli bin ich 😁 .
Nero und ich
Im Hintergrund unter dem roten Punkt befindet sich auf ca. 4’700 m die letzte Übernachtungs-Hütte, bevor es dann steil den Gipfel hoch geht.
Sicht auf den Nachbarberg Mawenzi
Unser Bergführer
Gilmans Point. Mein frierender Freund Peter, dem ich diese Fotos verdanke 😘 .
Unser Klaus. Mangels geeignetem Schuhwerk hat er für den Aufstieg zum Krater seine Schuhe mit Jutesäcken umwickelt.
Ewiger Schnee auf dem Kilimanjaro
Nach fünf anstrengenden Tagen wieder unten. Unser Nachtlager irgendwo in der Gegend von Moshi mit endlich ausnahmsweise fast wolkenfreier Sicht auf den Kilimanjaro und Mawenzi.
Der Grenzübergang von Tansania nach Kenia 1971 in Namanga. Wer diesen heute sehr unangenehmen, stark frequentierten Übergang kennt, weiss, wie sehr sich hier alles verändert hat.
carl1'287 Beiträge · seit 200823. Sept. 2016 · #136
Hallo Erika,
wunderbar Deine Fotos. Ich finde die haben eine sehr schöne Ausstrahlung. Gibt es denn kein Foto von Dir auf dem Gipfel? Oder hast Du es so wie weiland Sir Edmund Hillary gemacht und nur Deine Begleiter fotografiert?
Danke fürs Teilhaben und viele Grüße Carl
Madam und Boss Unterwegs (2014/15)
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kalachee1'059 Beiträge · seit 200623. Sept. 2016 · #137
Liebe Erika
Wow - sensationell! Danke dafür, es macht richtig Spass, deine Kurzgeschichten zu lesen und die tollen Fotos von damals (die jungen Männer von heute sehen ja alle wieder gleich aus mit ihren Bärten und Karohemden 😛 ) anzuschauen.
Auch eindrücklich gut zu sehen, wie viel Schnee/Eis es da noch auf dem Kili hatte... 🙄
back to the roots! Es ist schon beeindruckend auf was man alles verzichten kann, um trotzdem ans Ziel zu kommen! Wenn ihr und Klaus heutzutage eine Nostalgietour mit gleichem Equipment zwischen den high-tech-ausgerüsteten Gipfelstürmern auf den Kili starten würdet, gäbe es endlich mal wieder eine neue, sehenswerte TV-Dokumentation! Leider dreht sich die Welt immer schneller und produziert damit einhergehende Veränderungen…
Prima, dass du die Möglichkeit hattest, diese Erfahrungen deinem Erinnerungsschatz hinzuzufügen.
Herzliche Grüße und Dank fürs Zeigen Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
Erika2'338 Beiträge · seit 200724. Sept. 2016 · #139
Hallo zusammen
Zum von Swakop1952 angesprochenen Thema Kühlschrank: Natürlich hatten wir als anspruchsvolle 😉 , verwöhnte 😎 Luxusreisende 😄 in unserer Hightech-Campingküche einen Einbaukühlschrank. Er funktionierte sowohl mit Strom als auch mit Gas. Da wir jedoch eh fast nie die Gelegenheit hatten, am Strom anzuschließen, lief er durchwegs mit Gas und zwar auch während der Fahrt.
Eine Macke hatte dieser Kühlschrank aber. Wenn sich unser Fahrzeug eine Weile in Schräglage befand, versagte er den Dienst. Dann hieß es das Teil ausbauen, ne Zeitlang auf den Kopf stellen und wieder einbauen.
Die Gasflasche befand sich (bitte Ohren zuhalten 🙄 ) im Motorenraum und nein, sie ist nie explodiert 😁 .
@Carl
Gibt es denn kein Foto von Dir auf dem Gipfel?
Nein, leider nicht 😊 , aber später werdet ihr mich schon noch in meiner vollen jugendlichen Schönheit bewundern können 😎 .
@kalachee
die jungen Männer von heute sehen ja alle wieder gleich aus mit ihren Bärten und Karohemden
Öhm, so lange ist‘s nun auch wieder nicht her. Nur 45 Jahre. Da ist man nicht mehr im Bärenfell rumgelaufen 😠 .
@Butterblume
Wenn ihr und Klaus heutzutage eine Nostalgietour mit gleichem Equipment zwischen den high-tech-ausgerüsteten Gipfelstürmern auf den Kili starten würdet, gäbe es endlich mal wieder eine neue, sehenswerte TV-Dokumentation
Nix Nostalgietour. Ich glaube, ich würde es heute nicht mal mehr viel weiter, als bis zur ersten Hütte schaffen 🙁 .