Erika2'338 Beiträge · seit 200725. Sept. 2016 · #141
Reise 1971
Transkei/Südafrika Auf unserem Weg von Kapstadt nach Ostafrika durchfuhren wir zum ersten Mal ein Gebiet, in welchem nur Schwarze wohnten, das sogenannte Homeland Transkei. In Kapstadt kam man mit ihnen - abgesehen vom Hauspersonal oder Tankwart - kaum in Kontakt. In dieser landschaftlich schönen und fruchtbaren Gegend wohnten die Xhosa (Nelson Mandela war auch einer).
Die weissen Südafrikaner mieden dieses Homeland, da sie es als zu gefährlich einstuften und nahmen um z.B. nach Durban zu gelangen lieber einen riesigen Umweg in Kauf oder das Flugzeug. Für uns war diese Umfahrung aber keine Option. Wir waren neugierig auf Neues und Unbekanntes.
Von der Freundlichkeit dieser Menschen waren wir sehr angetan und begeistert von ihrer unkomplizierten Zugänglichkeit und Offenheit.
Hier ein paar Bilder:
Pfeifenraucherin Unsere weisse Hautfarbe ist den Kindern etwas unheimlich
Spielende Kinder. Schuhe trugen nur die Erwachsenen, jedoch auch nicht alle.
Dorfleben. Damals besaß man emailliertes Geschirr oder Blecheimer. Plastikbehälter, die nun halb Afrika zumüllen, waren noch weitgehend unbekannt.
Scheinbar bequem
Bekanntschaft am Wegesrand
Etwas Scheu, aber freundlich
Frau mit Wassereimer
Alles wird auf dem Kopf transportiert, sogar eine Milchflasche
Maputo828 Beiträge · seit 201626. Sept. 2016 · #142
... Unsere erste Reise ins südliche Afrika...1970er Jahre kann ich nicht bieten, da war ich noch viel zu jung...es war 1988 noch zu Zeiten der Apartheit. Damals war es nicht möglich einen 4*4 zu mieten. Wir kannten aber einen Südafrikaner der uns seinen alten Landcruiser ausgeliehen hat. Das Teil hat pro 100km sagenhafte 20 Liter Benzin gesoffen und hatte nur einen 60 Liter Tank. Wir sind etwa 16'000 km durch Südafrika, Namibia und Botswana gefahren.
Die Transkei haben wir auch bereist, trotz aller Bedenken und Warnungen der Südafrikaner, es hat sich gelohnt, die Leute dort waren extrem freundlich...
Vögali154 Beiträge · seit 201026. Sept. 2016 · #143
Wooooow 🤩 Das ist aber mal ein interessanter Faden! Kompliment an alle, die hier ihre Erinnerungen mit uns teilen. Die viele Arbeit und die tollen Bilder - einfach umwerfend!
Liebe Grüsse - Esther
Es stolpern mehr Menschen über ihre Zunge als über ihre Füsse.
Erika2'338 Beiträge · seit 200726. Sept. 2016 · #144
Reise 1971
Transkei/Südafrika Fortsetzung Es war für uns ausgesprochen leicht, die Menschen in der Transkei zu fotografieren. Sie waren sogar fast stolz darauf, dass wir uns überhaupt für sie interessierten.
Schönheit in der Transkei
Frau mit Kind
Charakterkopf
Ochsengespann
Fleissige Holzsammlerin
…und der erschöpfte Mann ruht sich aus
Fröhliche Kinder
….und noch ein paar Fotos von unseren Fahrzeugen:
Ich mit meiner schönen, selbst genähten, bunten Hose 😁
Camping in der Transkei am Strassenrand
Camping in der Transkei im Busch
Campingplätze gab’s damals sehr wenige, aber ein Nachtlager zu finden war nie ein Problem.
Hmmm ja, die Hose ist echt hübsch, der VW-Bus auch. Die Landschaft sowieso. Früher hätte ich ja gesagt, da ist noch was Hübsches auf dem Bild, aber das traue ich mich heutzutage nicht mehr. 😉 Danke für die Eindrücke aus Zeiten, in denen ich von Südafrika noch nicht mal träumte. Meine Zeit dort begann erst 1984. Aber vielleicht machen wir ja auch mal einen 80er-Jahre thread... Grüßle Martin
Graskop960 Beiträge · seit 201326. Sept. 2016 · #147
Hallo! Auch von mir hier mal ein fettes Dankeschön an alle die hier diese alten Geschichten erzählen. Ich werde beim lesen in diesem Thread oftmals an meine Kindheit erinnert, als mein Opa mir beim Angeln Geschichten aus längst vergangenen Zeiten erzählte. Und das meine ich im allerpositivsten Sinne... Vielen Dank nochmal und bitte weitermachen! LG Silvio
CuF4'382 Beiträge · seit 201527. Sept. 2016 · #148
Heute habe ich mich zum ersten Mal nicht über meine senile Bettflucht geärgert - weil ich diese schönen Beiträge und Bilder gefunden habe - lieben Dank für die Einblicke in frühere Zeiten und die wunderschönen analogen Bilder, besonders die von Erika haben es mir angetan und Lillytrotters Beiträge und...und...und! Bitte weitermachen! Vielleicht kramen wir jetzt doch mal wieder die Dias und Fotos von 1983/1986/1987/1988/1989 Namibia/Simbabwe/Ruanda/Zaire aus ihren Särgen.... Friederike von CuF
picco6'369 Beiträge · seit 201127. Sept. 2016 · #149
Hoi Friederike
CuF schrieb: Vielleicht kramen wir jetzt doch mal wieder die Dias und Fotos von 1983/1986/1987/1988/1989 Namibia/Simbabwe/Ruanda/Zaire aus ihren Särgen....
carl1'287 Beiträge · seit 200828. Sept. 2016 · #150
Randfontein schrieb:Aber vielleicht machen wir ja auch mal einen 80er-Jahre thread... Grüßle Martin
Hallo Martin,
da sind wir ganz entspannt, Du darfst in diesem Thread über Reisen in den 80er Jahren berichten.
Gruß Carl
Madam und Boss Unterwegs (2014/15)
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"I will go anywhere, provided it be forward" (David Livingston)
Maputo828 Beiträge · seit 201628. Sept. 2016 · #151
...hier noch ein paar Fotos von etwa 1988 mit Kodachrome fotografiert, alles weit weg von den gestylten und "perfekten" Photoshop Bildchen von heute...Die Menschen haben mich schon damals mehr fasziniert als Dünen und Elefanten am Wasserloch. Es ist wie Erika schreibt, die Leute waren stolz fotografiert zu werden und ich war überall unterwegs auch im berüchtigten Hillbrow in Johannesburg. Es war früher alles relaxter. Die Südafrikaner waren aber schon damals etwas paranoid und hatten irgendwie eine Heidenangst irgendwo hinzugehen wo es nur Schwarze hatte. Als Tourist war man zu dieser Zeit relativ sicher -klar es gab auch noch fast keine- und die Schwarzen waren immer überrascht, dass ein Weisser sich für sie interessiert und mit ihnen spricht...
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200628. Sept. 2016 · #152
Erika schrieb: So ist man früher gereist. Ohne GPS, Internet, Handy und 4x4 und es ging auch.
... geht heute auch noch, weiß aber kaum noch jemand. Für Viele scheint ja schon zweifelhaft, ob man einen Tag "in freier Wildbahn" (also außerhalb der eigenen Wohnung) ohne Handy überleben kann.
Vielen Dank für die Fotos und Geschichten aus einer Zeit, in der Cowboys noch auf Dinosauriern ritten. 😉
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Dankeschön !!!!! Wie sich die Bilder doch ähneln! Und auch die Erfahrungen. 🙂 Wenn wir unsere Bilder endlich mal digitalisiert haben, können wir auch gern noch was dazu beisteuern... - bisher ist das einzeln-abfotografieren der alten Dias enorm aufwändig.
Grüßles lilytrotter
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
maggus785 Beiträge · seit 200828. Sept. 2016 · #154
Hi,
wirklich total spannend und interessant so zu lesen, was das Reisen in Afrika vor einigen Jahren betrifft!
Na ja, die Paranoia der weißen Südafrikaner war damals insofern berechtigt, daß viele genau wußten, daß sie sich ein Problem geschaffen hatten, aus dem sie nicht mehr richtig rauskamen. Zitat eines weißen Südafrikaners aus den 80er Jahren: "wir wollten die Schwarzen dumm halten. Das ist uns gelungen und nun haben wir den Salat".
Ein (englischer) Kumpel von mir wohnte damals übrigens in Hillbrow und war ganz entspannt. Hillbrow war damals einfach der "Kiez" von Jo'burg. Der Rest kam erst später.
Bei der Eisenbahn war's noch interessanter: Lokpersonal mußte weiß sein aus Angst vor Sabotage. Das Schuppenpersonal, also die, die die Lok pflegten, war schwarz. Die hätten alles lahmlegen können. Aber "Eisenbahner" war "Eisenbahner" ob schwarz oder weiß. Depot Springs 1984: wenn du nicht Achtung vor den "Männern" (nicht "Jungs") im Schuppendienst hattest, gab's keine Dampflokfotos. Nein, die Schwarzen hätten dich nicht rauswerfen können, aber die Weißen hätten es für sie getan!
Der besseren Optik wegen aber hier kein Foto aus Springs, sondern aus Germiston. Dort war ich damals zum Entsetzen eines Freundes mit dem von ihm geliehenen Wagen seiner Frau. Und was passierte? Nichts außer schönen Erinnerungen...
Nun geht es mir wie Vielen hier: meine Dias von damals sind zum Großteil noch nicht digitalisiert, aber das wäre ja jetzt ein guter Anlaß... Habe einige Fotos von damals aus dem KNP etc. im Treppenhaus hängen, aber interessanter ist doch eigentlich, wie sich das menschliche (Zusammen-)leben damals gestaltet hat. Da hätte ich noch einige interessante Stories.
Alte und vielleich auch neue Bilder gibt's eher erst im Winter, nach der nächsten Südafrika-Tour im Okt/Nov. Werde demnächst Freunde besuchen, die ich seit 30 Jahren nicht mehr gesehen habe... Vielleicht gibt's was Spannendes her für Leute, die gerne übern Tellerrand (oder sollte das hier heißen "Krügerrand" 😄 ) hinausschauen. 😉
brisen407 Beiträge · seit 201528. Sept. 2016 · #157
Vielen Dank euch Allen, die hier so interessante Dinge aus "alter Zeit" zu erzählen habt. Bitte macht weiter und zeigt Eure Fotos und teilt eure Erinnerungen.
fotomatte2'516 Beiträge · seit 200929. Sept. 2016 · #158
Hi Randfontein,
ich würde mich über weitere ( Dampf- ) Erlebnisse entlang des Schienenstrangs sehr freuen. Ich habe mich damals auf die osteuropäischen Länder beschränkt, habe aber immer diese Giganten, die ja auf Kapspur laufen ( 1067 mm ), bewundert.
Hi fotomatte, deinen Wunsch erfülle ich dir gerne, im Rahmen meiner Möglichkeiten. Und nur so lange in diesem thread, bis wir die anderen fomis langweilen. Dann machen wir einen extra-Faden auf, vielleicht kommt ja noch jemand dazu, der mehr beitragen kann...
Ich bin in den 80ern dem Südafrika-Virus aus beruflichen Gründen verfallen. Mit dem "Dampf" hatte ich da geistig schon abgeschlossen gehabt, da das frei zugängliche Europa abgegrast bzw. dampffrei war und ich mit der Ernährung einer jungen Familie ein neues spannendes Hobby gefunden hatte...
Jugoslawien hatte ich nach der dritten Festnahme ohnehin aufgegeben, in der DDR keine Verwandtschaft, Rumänien hatte sich durch Festnahme eines 14-Jährigen, der mit mir im Zug saß und mir nur das Dampflokdenkmal in Bukarest zeigen wollte, auch disqualifiziert. Der Junge hätte während der Fahrt wohl nicht sagen sollen, in seinem Land sei einiges "crazy". Keine Ahnung, wer das mitgehört hatte...
Eine glückliche Berufswahl und Verbindungen der Fa. für die ich arbeitete nach Südafrika ließen mich dann plötzlich noch einen Zipfel der Kapspur-Giganten erhaschen. Erst mußte ich mich aber mit dem komplexen Südafrika der 80er Jahre vertraut machen und ein paar mir wohlgesonnene Leute finden, die meine ambivalente Haltung zur Politik tolerieren konnten.
Das war insofern schwierig, als ich einerseits Gegner der Apartheid war, andererseit nicht so naiv, daß ich der gängigen Stammtischmeinung gewesen wäre "one man one vote" würde alle Probleme lösen. Aber zwischen den Stühlen sitzt es sich ja mindestens interessant, wenn auch nicht immer bequem.
Ich glaube, ich bin mit dieser Position hier nicht allein. Wer sich mit der Geschichte des (in dem Fall südlichen) Afrika beschäftigt, der wird wohl immer wieder hin- und hergerissen sein. Die Verehrung für Mandela und die Abscheu vor Zuma mögen hier als Beispiel stehen.
Schon damals habe ich meiner lieben Frau versprochen, ihr "mein südliches Afrika" zu zeigen, wenn wir es uns mal leisten können. Tiere gucken und so. Aber es liegt uns nicht, ein Land auf "Kätzchen" und "Elis" zu reduzieren.
Nach dieser eher schweren Kost noch ein "Bahnerlebnis" das auch für Nicht-Eisenbahner interessant sein könnte: Kimberley-de Aar war die letzte "große" Dampfstrecke und meine südafrikanischen Freunde waren sich sicher, daß ich jetzt endgültig verrückt geworden war, als ich auf ein (weiteres) Wochenende im schöne Kapstadt verzichtete, um nach Kimberley zu fliegen.
Nun wollte ich dort nicht nur das Depot besuchen (wo ich übrigens auch Wardale's "Red Devil" der Class 26 getroffen habe (!), sondern wollte an die Strecke. Ein in Ehren ergrauter Taxifahrer mit seinem ebendo in Ehren ergrauten Mercedes karrte mich also hinaus in die Karoo und setzte mich dort ab.
Er sollte mich um 18:00 in diesem Niemandsland wieder abholen. Tatsächlich konne ich ein paar Güterzüge mit den Giganten der Class25NC (einen auch mit Doppeltraktion) fotografieren. Dann zog ein Gewitter auf. Nicht witzig, wen du der höchste Punkt auf 50 km bist. Wurde leicht ungemütlich und es war erst 16:30 Uhr. Und was gurkt da die Straße entlang? "Mein" alter Merc mit "meinem" Taxifahrer.
Er hätte die Belichtung mit seinem eigenen Belichtungsmesser geprüft und hätte gemeint "das wird nix mehr, besser, du holtst den Jungen aus der Prärie", bevor noch was passiert. Ich war ihm dankbar.
Gut, das ist jetzt für viele hier nicht so spektakulär, wie 3 Kätzchen bei einem Riß, aber es ist halt eine Erinnerung an Südafrika, wie es für mich zu einer Art "zweiten Heimat" wurde.
Wie ich zu meinem Nick "Randfontein" kam und doch noch mal auf einer GMA "Garratt" stehen konnte etc. dann später. Ist lang geworden, ich weiß...
Grüßle Martin
Graskop960 Beiträge · seit 201330. Sept. 2016 · #160
Hallo! Randfontein schrieb: deinen Wunsch erfülle ich dir gerne, im Rahmen meiner Möglichkeiten. Und nur so lange in diesem thread, bis wir die anderen fomis langweilen.
@ Randfontein Ich hab mit Eisenbahnen wenig am Hut, aber selbst damit werden bei mir Erinnerungen geweckt:
Ich war damals 16, da erzählte mir mein Lehrausbilder, daß er sich jedes freie WE an die Bahnstrecke setzt und dort die Nummern von vorbei fahrenden Lokomotiven aufschreibt. Er freute sich dann wohl immer wenn er eine Lok sah die er noch nicht kannte. Ich muss ihn damals angesehen haben als käme er von einem anderen Stern, denn er hat nie wieder davon erzählt. Heut denke ich: Eigentlich ist er auch nur auf Safari gegangen. Nur das seine Big Five Räder statt Beine hatte.
Du siehst also niemand langweilt sich (außer bei meinen Ausführungen vielleicht gerade)