Unterwegs in den 1970er Jahren

550 Antworten · 99,5k Aufrufe · gestartet 24. Juli 2011 von wernerbauer
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ThemenstarterGast24. Juli 2011 · #1
Unterwegs in den 1970er Jahren
Wir haben von 1968 bis 1977 in Südafrika gelebt und die Region 1997, 2002 und 2008 nochmals besucht. Forumsmitglied Carl hat vorgeschlagen: „….wäre es natürlich äußerst spannend ein paar Informationen aus der Zeit Deines Südafrikaaufenthaltes zu bekommen……“ Ich habe nun also versucht zu beschreiben, wie sich Reisen in der Region in 1970er Jahren dargestellt hat und das so strukturiert: Getting around, Nationalparks und Moremi, abschließend noch etwas zu Klima und Wasser…und alles ist viel zu lange geworden.

Was war also anders vor 40 Jahren? Alles natürlich (so wie überall), aber in vielen Belangen war es für den „Selbstfahrer“ eigentlich einfacher als heute, denn, nur wer die Wahl hat, hat auch die Qual.

Getting around: Fahrzeuge, Straßen, Orientierung, Camping, Versorgung

Allradfahrzeuge waren LR (Defender, Rangerover) und Toyota-LC (nur Pick-up). Puch und Jeep waren seltene Exoten. Fast nur Benziner, Diesel waren leistungsschwach und unzuverlässig (LR, Perkins). 4x4’s wurden eigentlich nur angeschafft, wenn/wo sie unbedingt gebraucht wurden (Farmer, Behörden etc.). Die eigentlichen Autos „für’s Grobe“ waren die diversen „bakkies“, die aber nicht mit Allrad ausgestattet und daher billiger waren. Nur wenige Privatpersonen haben sich einen 4x4 geleistet, für den Mittelstand war das eigentlich Luxus. Die durchschnittlichen Südafrikaner sind im Allgemeinen nirgendwo hingefahren, wo sie ihre geheiligte Familienkarosse hätten beschädigen können. Der Krugerpark repräsentierte „Afrika“, dafür braucht man keinen Allrad, der Rest interessierte nicht, weil zu beschwerlich und „gefährlich“. Der internationale Tourismus beschränkte sich auf Jhbg., Krugerpark und die Kapprovinz. Dementsprechend paradiesisch einsam waren die vielen schönen Plätze, die man auch mit einem PKW erreichen konnte und so gab es für viele Jahre PKW-taugliche Reiseziele. Niemand würde heute derartige Touren mit einem PKW machen (ich auch nicht mehr), aber die PKWs waren damals auch robuster. Mit Vorsicht und Umsicht (und Mangels eines 4x4) ging Einiges.
Wir selbst hatten zuerst einen Peugeot 404, der sich (Dank Schmiernippeln an allen neuralgischen Punkten) gut geschlagen hat. Trotz aller Vorsicht waren Bodenberührungen aber unvermeidbar und über die Jahre habe ich auf diese Weise 2 bis 3 Liter Tankkapazität herausgeklopft. Die nasse Jahreszeit war meistens schwierig und nach einigen Erlebnissen dieser Art wollten wir ein Auto mit mehr Watttiefe und wir haben uns dann einen gebrauchten Landcruiser Pick-up geleistet und vom Karosseriespengler eine Kabine aufsetzen lassen. Damit hatten wir dann keine Probleme mehr oder zumindest andere.
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Das Straßennetz in SA und Namibia war schon damals sehr gut, die wichtigen Fernverbindungen geteert, die Schotterstraßen des zweitrangigen Straßennetzes waren gut gepflegt; Zimbabwe war ähnlich gut. In Zimbabwe gab es auch „strip roads“, eine Art low-budget Teerstraße mit breitem Schotterbanket.Bei Gegenverkehr mussten beide runter von einer Teerspur; unübersichtliche Stellen waren potenziell gefährlich, weil der Gegenverkehr das nicht immer machte.
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Botswana hatte einige wenige Kilometer Teerstraße in und um die größeren Orte, ansonsten nur Schotterstraßen und Pisten. Bis Nata war die Straße nach Maun durch viel Schwerverkehr sehr schlecht, danach viel besser, stellenweise 60 bis 70 km/h möglich und in der trockenen Zeit auch mit PKW und ein bisschen Anschieben befahrbar.Einige Fahrzeiten zur Veranschaulichung (trockene Saison): Pretoria nach Maun waren mindestens 2 Übernachtungen; Maun nach Gobabis war 1 x Übernachten, nicht schwierig aber langsam.
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Mozambigue war marginal besser als Botswana aber weit unter SA/ZIM/NAM-Standard. Bis ca. 1973 war LM (Maputo) nach Beira mit PKW streckenweise eine Zitterpartie, später gut, aber die Stichstraßen zur Küste waren mit PKW teilweise schwierig. Weiter nördlich als Gorongoza waren wir nicht.
Dagegen waren die Pisten in Moremi und Makgadikgadi NP viel besser als jetzt, weil die Besucherfrequenz gering und die Parks im Sommer gesperrt waren und das Gras auf der Spur sich jährlich regenerieren konnte. Im Moremi gab es praktisch keine tiefen Sandpassagen. Leute sind mit dem VW-Bus bis Third Bridge gefahren, das war zwar keineswegs sinnvoll oder wünschenswert aber möglich (wenn man Mechaniker und Ersatzteile dabei hatte).
Etwas mehr zu Botswana, weil das vermutlich am Meisten interessiert: Die möglichen touristischen Ziele waren nur das Delta (nur mit Safariunternehmen möglich) und für Selbstfahrer die Moremi-, Savuti , -Chobe- Tour und der Makgadikgadi NP. Alles andere hatte schon eher Expeditionscharakter, total einsam und mit üblichen Touristenfähigkeiten und damaligen Möglichkeiten alleine nicht machbar. Auch wenn Manches nicht so wild gewesen wäre, die erforderlichen Informationen waren kaum zu kriegen. Die Zentralkalahari war terra incognita, dort sind nur ein paar Jäger, Prospektoren und Wildbiologen hingekommen (schlag nach bei den Owens). Gute Karten für abseits der Hauptstraßen gab es zwar nicht, das hat aber eigentlich nichts gemacht. Wegen der geringen Besiedlungsdichte und Besucherzahl gab es das verwirrende Labyrinth von abzweigenden Pisten und Spuren nicht. Zu den Standardzielen hat eine klar erkennbare Piste geführt, eine total zugewachsene Piste war sowieso no-go für eine junge Familie, alleine unterwegs, denn diese Gegenden waren damals sehr einsam.
Planungen, die die diversen Foren füllen: „welche alternative Route nach… wo übernachten…wo, was einkaufen…?“, erübrigten sich und alles wurde sehr einfach: Es gab nur eine Straße, keine Campingplätze (übernachtet wurde, wo man um 17 Uhr war), nichts oder wenig zu kaufen, kein Telefon. Dachzelte gab es damals nicht, also immer Zelt auf/ab. Unser LC war so eingerichtet, dass wir für eine Nacht zur Not auch alle im Auto schlafen konnten, das sparte Arbeit und Zeit für unterwegs. Nata und Gweta waren ein paar Hütten, eine Wasserpumpe und ein paar Fässer mit Benzin, wenn man Glück hatte. Die einzigen Campingplätze mit Dusche und WC, an die ich mich in Botswana erinnern kann, waren in Maun. Am 3rd Bridge Campingplatz (nach meiner Erinnerung damals der einzige in Moremi) gab es keine Infrastruktur, also: Latrine graben und Wasser vom Fluss holen.
Maun war ein großes, traditionelles afrikanisches Dorf mit Riedhütten und nur ein paar dutzend festen Häusern aus Ziegel/Beton/Wellblech; einige Geschäfte, Riley’s Garage, Tankstelle und Hotel (wo auch die Wahnsinnigen, die mich zuvor mit 80 kmh überholt haben, ihre Wunden an Auto und Psyche geheilt haben). Zu kaufen gab es wenig, nur Grundnahrungsmittel, Konserven, kaum Frisches, aber gut abgehangenes, butterweiches Fleisch (keine Kühlanlage, nichts für empfindlichen Geruchssinn). Man musste also fast alles aus SA mitbringen, so hatte man zwei Tage mehr Arbeit vor der Abreise, dafür aber kein shopping unterwegs.

Versorgung:
Das führt zu der Frage, wie man 2 bis 3 Wochen in Moremi verbracht hat, ohne dass die Kinder Skorbut und die Erwachsenen das „Heinz-Syndrom“ (spagetti in tomato sauce) gekriegt haben, zumal wir auch keine Kühlbox hatten, also: Fleisch wurde im Plastikkübel mit dichtem Verschluss in einer Marinade (Essigbasis, Curry, Gewürze) eingelegt und hielt problemlos für den ganzen Aufenthalt. Kartoffel, Zwiebel, Orangen, Bananen in Säcken, mit Zeitungspapier umhüllt und in Kisten (dunkel und trocken) verstaut. Die Kisten mit Vorhängeschloss, damit baboon-sicher. Die Elefanten waren damals nicht so keck wie jetzt, dieses anormale Verhalten einzelner Tiere kam erst später durch viele Besucher und Gewöhnung. Mit Brot/Dosenbrot musste man sparen, pap zum Frühstück essen oder selber backen. Wasser zum Trinken und Baden gab es an der 3rd bridge, für Erwachsene problemlos trinkbar, für die Kinder haben wir sicherheitshalber abgekocht.
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Die Getränke wurden über Nacht im Freien und dann untertags im Verdunstungskühler oder im Fluss kühl gehalten. Bei späteren Besuchen in moderner Zeit war an zwei von drei Autos der Kühlschrank zeitweise oder ganz defekt und er ist uns nicht wirklich abgegangen. Man verschwendet sowieso zu viel von der schönsten Zeit des Jahres für Kochen und das leibliche Wohl; wichtig ist nur dass der sundowner nicht ausgeht.
Zum Spritsparen wurde „car-sharing“ mit anderen praktiziert (am Dach sitzen war erlaubt); es war aber auch nicht nötig weit zu fahren, weil die Umgebung von 3rd bridge unwahrscheinlich tierreich war.

Nationalparks im südlichen Afrika, Moremi und Delta:

Eine persönliche Bemerkung vorweg: Für uns war ein NP-Besuch immer eine Woche mindestens (netto, am Platz), in Moremi 2 bis 3 Wochen. Für schöne Tier- und Naturbeobachtungen braucht man Zeit. Nur ein bis zwei Nächte hier und dann wieder weiter, war nie unser Geschmack und machte wegen der langen Anreisen auch wenig Sinn.
Mit Ausnahme von Botswana waren die damaligen Nationalparks per PKW möglich. Botswana war für Interessierte zwar der Traum vom „ultimativen Afrikaerlebnis“, aber durch die damals generell geringe Besucherzahl boten alle Parks der Region eine hohe Erlebnisqualität, Ruhe und Naturnähe. Manche waren, so zu sagen, wie „Botswana mit Komfort“ zu moderaten Preisen. Die Überentwicklung des Krugerparks begann erst Mitte der 1970er Jahre, der Nordteil war sehr ruhig und im Sommer überhaupt gesperrt. Zimbabwe (damals Rhodesien) hat durch ein knapp gehaltenes Beherbergungsangebot einer Überentwicklung und Überforderung vorgebeugt. Hwange (damals Wankie) bot mit den Beobachtungsplattformen und hides auch dem PKW-Touristen Gelegenheit für tolle Tierbeobachtungen, mit relativem Komfort zu moderaten Preisen, auch in privater Abgeschiedenheit ohne Zaun (Nantwich). Wir haben bei der Abreise immer schon für das nächste Jahr gebucht. Jetzt sind zwar auch nur wenige Besucher, weil abgewirtschaftet, aber der Tierbestand und damit die Beobachtungsmöglichkeiten haben gelitten. Wunderschön war Gorongoza in Mozambique, aber von SA aus leider zu weit für oftmalige Besuche. Durch die Befreiungskriege und anschließend Renamo ist Gorongoza leider komplett verkommen, Gott sei Dank wird es jetzt durch einen privaten Mäzen wieder aufgepäppelt, was aber dauern wird. Der Gemsbok Park in SA war kaum besucht und ein Geheimtipp. Etosha hatte schon die gute Infrastruktur wie jetzt, war aber mehr auf Camping und Selbstversorger orientiert als jetzt. Andererseits gibt es jetzt so viele neue game reserves und sehr abgeschiedene Camps und Lodges, allerdings kostet das.
Dieses ganz naturnahe Erlebnis gab es aber eben nur in Botswana und das war weniger abenteuerlich als manche glauben mögen:
Moremi war auch damals schon das teuerste NP in der Region, Vorbestellungen waren nicht nötig. Man musste einen Führer nehmen, den Extrasitzplatz im Auto musste man einplanen. Moremi verlangt zwar nicht viel Eigeninitiative, heute aber mehr als damals. Der Führer brachte sein eigenes Zelt, musste aber mit verköstigt werden. Dieses System, das heute kaum praktikabel ist und auch Besucher abgeschreckt hat, brachte aber viele Freiheiten: Man konnte die Piste oder das Auto für eine besser Beobachtungsposition verlassen oder um Spuren zu folgen, das Sitzen am Autodach war sowieso normal, oft wurde querfeldein gefahren. Die Führer waren durch ihre Naturkenntnisse eine absolute Bereicherung und sie sorgten auch für Disziplin (kein Westerwald-Gegröle in der Nacht, kein Hyänenfüttern, kein Müll oder Abbrechen von Ästen für Feuerholz) und für Sicherheit. Beispielsweise hatten sich Löwen einige Tage direkt beim Campingplatz niedergelassen und die 3rd bridge öfters beim letzten Tageslicht überquert und es war wirklich gut, dass eine kompetente Person für angepasstes Verhalten sorgte. Man musste sich auch nicht um die Orientierung kümmern, Wasserdurchfahrten auskundschaften etc., der guide weiß wo es geht. Für Abenteuerlustige hätte dies das Erfolgserlebnis sicherlich gemindert, für Anfänger machte das aber einen sehr entspannten Urlaub.
Wenn man wenig Zeit hatte, konnte man das Delta nur per teurer Flugsafari erleben, so wie jetzt. Motorboottouren waren sehr teuer und eigentlich verpönt, weil sie die Tiere störten. Mit mokoro oder Kanu dauerte aber bereits die Anfahrt einige Tage und man musste halt entsprechend Zeit vorsehen und Sitzfleisch, mit Kleinkindern nicht machbar.

Hierher passt noch etwas zu Klima und Wasser.
Die Mitte der 1970er Jahre waren sehr regenreich.1974 war besonders feucht, die Owens (Cry of the Kalahari) brauchten 11 Tage (!) von Francistown nach Maun, Moremi war unbefahrbar bzw. geschlossen. 1976 haben wir den Lake Ngami wahrscheinlich noch in voller Größe gesehen, bevor er in den trockenen Jahren danach fast verschwunden war. Im August 1976 und 1977 haben wir die Gegend so erlebt: Wasser von Ufer bis Ufer beim Island Safari Lodge, unter der 3rd Bridge war ein Fluss mit kräftiger Strömung, der Überlauf von Maun zum Lake Ngami und der Boteti waren wasserführend.
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Den derzeitigen Wasserstand nach den guten Regenfälle der letzten beiden Jahre hat es vermutlich seit 25 bis 30 Jahren nicht mehr gegeben. Wildbiologen meinen, dass die Bestände im Deltagebiet bei Zebra und den großen Antilopen in dieser Zeit bis zu 80 % abgenommen haben. Das war auch unser Eindruck, als wir 1997 und 2002 wieder in Moremi waren. Die Wasserführung dürfte sich auch mehr nach Norden verlagert haben (die Gegend ist tektonisch aktiv). Generell hatte ich die Vegetation in besseren Zustand in Erinnerung, die großen vegetationslosen Flächen um die Wasserstellen in Etosha gab es 1977 nicht, m. E. wegen zu vieler Elefanten bei zu wenig Wasser.

So war’s also, und auch immer schön einsam. Ich glaube, die höchste Besucherdichte bei 3rd bridge waren 5 Partien, in Sesriem waren zwei Zelte, bei Spitzkoppe, Brandberg, Fishrivercanyon waren wir alleine, im Naukluft haben wir 6 Tage lang kein Auto gesehen. Also in August/September etwa so wie jetzt in der grünen Saison, das kenne ich aber nicht. Logisch (und auch gut so), dass das nicht so bleiben konnte, aber schön war‘s schon.
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Das einzige, das ich aus dieser Zeit nicht vermisse, sind die Tsetsefliegen. Im Buschland und Wald waren sie zu Millionen, im offenen Gelände weniger. Schutz gegen Bisse war unerlässlich, ein paar Bisse hat man immer abgekriegt, aber viele Bisse machten krank (starke Schwellungen, leichtes Fieber, Infektionsrisiko). Der einzige Schutz war feste Vollkörperbekleidung, Halstuch, Kopfbedeckung. Am Auto haben wir die Fenster außen mit einem kräftigen Fliegengitter mit Klebeband überklebt, so konnte man mit offenen Fenstern fahren (keine Klimaanlage damals).

Herzliche Grüße und Respekt an alle die bis hierher gelesen haben,
wernerbauer
zuletzt bearbeitet 24. Juli 2011
2'721 Beiträge · seit 200624. Juli 2011 · #2
Hallo Werner
danke für den wirklich schönen und interessanten Bericht. Ich beneide Dich für Deine Erfahrungen und Erlebnisse. Geht es noch weiter?
Ehrlich: so einiges würde ich mir wieder zurück wünschen.
Bazi
2'610 Beiträge · seit 200724. Juli 2011 · #3
Hallo Wernerbauer,

auch von mir ein ganz großes dankeschön!!! Es ist immer wieder schön von den "alten Zeiten" zu hören. Einerseits traurig, dass sich alles verändert, andererseits kann es nicht immer so bleiben - manchmal ein "Gott sei Dank".

Respekt, dass du dir so viele Jahre später die Parks noch einmal angesehen hast; wir haben uns nicht getraut das "alte Kenia", wie wir es aus den 80er Jahren kannten, noch einmal zu bereisen. Wir hatten zu viel Angst vor einer Enttäuschung.

Grüße
Jambotess
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
1'287 Beiträge · seit 200824. Juli 2011 · #4
Hallo Werner,

ich bin begeistert. Nie hätte ich mir träumen lassen, dass meine keck formulierte Bitte so dermassen wunderbar übererfüllt wird. Vielen, vielen Dank für Deine Mühe. Es war mir eine große Freude zu lesen, wie entspannt Ihr damals gereist seit. Oft ist ja gerade ein Blick in Vergangenheit sehr hilfreich die eigenen Befindlichkeiten zu relativieren. Ein bisschen neidisch bin ich nun auch 😉
Gerade wir Forumsnutzer können uns ja (fast) gar nicht mehr vorstellen, dass man auch ohne minütliche Planung jeglicher nur denkbarer Situationen, äusserst präzise vorbereiteter GPS Koordinaten, ohne Telefon, ohne Allrad (!) und nur mit einer Papierkarte durch Botswana zu fahren. Aber genau Deine Beschreibungen helfen mir in jedem Falle alles mal wieder etwas weniger durch "Ausrüstungsbrille" zu sehen.
Diese Sonntagslektüre hat mir extrem gut gefallen.

Das beruhigende für mich ist, dass ich in 20 oder 30 Jahren möglicherweise auch mal so einen Text verfasse und dann ungläubige Nachfragen erhalte wie, echt da war kein Handyempfang und WLAN im Moremi?

Viele Grüße
Carl
Madam und Boss Unterwegs (2014/15) "Bacon and Eggs - A day's work for a chicken; A lifetime commitment for a pig." (Anon) "I will go anywhere, provided it be forward" (David Livingston)
zuletzt bearbeitet 24. Juli 2011
51 Beiträge · seit 201024. Juli 2011 · #5
Hallo,

wow! Vielen Dank für diesen speziellen Reisebericht. Diesen werde ich bestimmt öfter lesen!

Herzlichst

travelkid
886 Beiträge · seit 200724. Juli 2011 · #6
Hallo Werner,

auch von mir herzlichen Dank für diesen besonderen Bericht.
Anfang der 70er jahre wanderte mein damaliger Lehrer nach Angola aus. Als der Bürgerkrieg begann ging er nach Namibia. In den ersten Jahren schrieb er ca 2x im Jahr einen Brief, der dann unter uns mittlerweile ehemaligen Schülern, weitergeleitet wurde. In diesen Briefen erzählte er von seinem Leben in Afrika, den Vor- und auch Nachteilen, von Ausflügen mit großartigen Tiersichtungen etc.

Gerade hat mich Dein Bericht sehr an diese Briefe erinnert.

Vielen Dank
von lisolu
2'048 Beiträge · seit 200724. Juli 2011 · #7
Hallo Werner,
auch ich danke dir für diesen Bericht.
Ich begann zwar erst 1981, möchte aber noch ein paar Anmerkungen machen:
Tankstellen:
waren immer ein Problem. In Botswana sehr weite Distanzen, oft bestanden sie in Botswana nur aus Fass + Handpumpe. In Namibia waren zwar meist Zapfsäulen vorhanden, aber nicht unbedingt auch Strom und Sprit. Ohne Strom konnte meist auch von Hand gepumpt werden. Gefüllt wurde in jede Art von Gefäß. Wir hatten große Plastikfässer im Auto: Tagsüber im Sonnenlicht strömte der Überdruck von alleine aus dem Verschluss oder es musste abgelassen werden , nachts schnurrten die Fässer in der Kälte zusammen und mussten wieder gelüftet werden, da man Angst haben musste, dass sie an den Knickstellen undicht werden. Es gab kein verlässliches Netz (schließlich war auch Bürgerkrieg im Norden von Namibia und Angola) so dass immer komplett gefüllt wurde, wenn es was gab. Das war alles andere als sicher. In Namibia waren Waffen sehr präsent - die Fenster der Häuser waren vergittert und mit Draht gesichert, weil alle Angst vor Granatenwerfern hatten. Dagegen war Botswana richtig friedlich.

Viele Grüße

jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
935 Beiträge · seit 200624. Juli 2011 · #8
Hallo Werner,
vielen Dank für deinen Bericht und die beeindruckenden Fotos.
Ich musste ganz schön schmunzeln - machen wir uns doch allzu oft Gedanken, wie wir unsere Lebensmittel/Sundowner kühlen oder all zu viel Technikkram mit uns rumschleppen der am Abend nach Aufladung verlangt.
Mein Respekt hast DU - und ich könnte noch stundenlang weiter lesen!
Lieben Gruß
Rebecca
521 Beiträge · seit 201124. Juli 2011 · #9
Hallo Werner,

vielen Dank für Deinen Bericht: Er erinnert mich sehr an die Geschichten, die mein Vater, er lebte in den 70ern in SA, mir von seinen Reisen durchs südliche Afrika erzählt hat. Als Kind faszinierten mich diese Berichte über Afrika sehr, und diese Faszination hat sich bis heute gehalten. Sowohl selber dort zu sein und relativ komfortabel zu reisen als auch Erlebnisse anderer hören und lesen zu dürfen ist immer wieder toll.
Vielen Dank Dir.
Nunanani
Südafrika, Botswana, Namibia, Zimbabwe, Mosambik,...
Gast24. Juli 2011 · #10
Hallo Werner,

vielen Dank für den wundervollen Bericht mit den tollen Fotos. Der Bericht ist auf keinen Fall zu lang sondern zu kurz.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Du Zeit (und Fotos) findest um noch mehr von den "alten" Zeiten zu berichten!!!

Viele Grüße und nochmals Danke

baboon
zuletzt bearbeitet 24. Juli 2011
137 Beiträge · seit 201024. Juli 2011 · #11
Hallo Werner,

Ich habe fasziniert Deine liebevoll geschriebenen und mit seltenen Bildern ergänzten Erinnerungen an ein vergangenes Stück Afrika gelesen. Zu dieser beschriebenen Zeit konnte ich über Afrika nur viel lesen, Bilder und Filme bestaunen und träumen. Ich finde diesen Beitrag „besonders wertvoll“.

Vielen Dank und herzliche Grüsse
Manfred
1'182 Beiträge · seit 200625. Juli 2011 · #12
Hallo Werner,

auch ich möchte mich für Deinen großartigen, sehr anschaulich geschriebenen Bericht bedanken. Ich habe ihn mit großem Interesse und viel Freude gelesen. Es ist schon erstaunlich, was sich so alles in der relativ kurzen Zeit verändert hat.

Ich würde auch sehr gern weitere Informationen über die alten Zeiten lesen, wenn es Dir ohne zu viel Mühe möglich wäre.

Nochmals Dank und herzliche Grüße,
Bernd
0
2'612 Beiträge · seit 200725. Juli 2011 · #13
Hallo Werner,

auch ich möchte mich für diesen außergewöhnlichen Reisebericht bedanken. Kaum zu glauben, was sich in 35 Jahren verändert hat. Wie so einige andere Fomis hätte ich nichts gegen weitere Impressionen, sei es Text oder Bild.

Vielen Dank.

Volker
Bye bye Forum
ThemenstarterGast26. Juli 2011 · #14
Guten Abend, mit den diversen buttons zu „antworten“ und „bedanken“ kenne ich mich (noch) nicht aus. Ich bedanke mich also hier „pauschal“ bei allen Lesern für das Interesse und besonders bedanke ich mich für die freundlichen Kommentare.
Mit der Fotoqualität bin ich ehrlich gesagt überhaupt nicht zufrieden, irgendetwas habe ich falsch gemacht. Die Diascans waren eigentlich gut und nach Komprimierung auf ca. 300 bis 500 kb haben sie auch noch passabel ausgeschaut. Beim Einfügen haben Sie dann aber stark an Auflösung und Farbqualität verloren und sie passen auch nicht in den viewer. Keine Ahnung wie man das richtig/besser macht. Was passiert eigentlich, wenn man Bilder als Word-Grafikobjekt direkt im Editor einfügt? Mal sehen.....geht also nicht.

Auf einige der Kommentare möchte ich gerne antworten und mache das hier, anstelle jedem einzeln zu schreiben; ich kopiere auch keine Zitate herein, damit das kompakt bleibt:
An Carl, der das alles „angezündelt“ hat: Es hat schon ein bisschen gedauert, aber es war keine Mühe sondern Spaß, weil ich dabei viele schöne Erinnerungen aufgefrischt habe.
An Jambotess: Wir hatten schon ungefähre Informationen, was sich in 20 Jahre verändert hatte und wollten das einfach (nochmals) sehen. Dann verdirbt uns auch (fast) nichts die Laune, das schmälert nur das Erlebnis, es ist so wie es ist. Wir Europäer nehmen Afrika als ein Naturparadies wahr, für die meisten Afrikaner ist das zwar eine Einnahmequelle aber ansonsten haben sie andere Sorgen. Und es war schon ein Erlebnis und spannend die großen Veränderungen der letzten Jahre zu erleben. Das „Postapartheit“ SA, das selbstbewusste Auftreten der Menschen, die Modernisierung, insbesondere in Botswana etc….
An jaw: Die damaligen Plastikkanister waren, wie Du sagst, eine Plage und auch gefährlich. Blechkanister waren aber teuer und die praktischen roof-racks für eine Kanisterbatterie am Dach gab es damals nicht. Für den LC gab es damals auch keinen Zusatztank. Für die langen Aufenthalte in Moremi habe ich am Schrottplatz zwei schön rechteckig/kompakte 80l Bedford-Tanks gekauft und stabil am Dach befestigt. In 3rdbridge habe ich die Tanks dann unter einem Baum mittels Flaschenzug heruntergelassen, damit waren dann auch die Galerieplätze für die Ausfahrten frei.
Herzliche Grüße
Werner
3'491 Beiträge · seit 200626. Juli 2011 · #15
Hallo Werner,
irgendwie erinnern mich Deine Schilderungen schon fast an den "ollen Vedder" - wunderschön, so etwas zu lesen. Und dann auch noch von einem, der das alles selbst erlebt(und überlebt !!) hat.Zu einem gewissen kleinen Teil kann ich das von Dir Geschilderte auch noch in mein eigenes Afrika-Erleben einordnen und damit eigene Erinnerungen an das "erste Mal" wiederbeleben.Aber eines gefällt mir an Deinem Bericht überhaupt nicht - er stößt mich mit der Nase drauf, wie alt ich inzwischen selber geworden bin.😄
Gruß Joli
ThemenstarterGast28. Juli 2011 · #16
Guten Abend Joli, danke für den Kommentar. Hier ein Tipp für später betr. altersbedingte Reiseeinschränkungen (der in einem „Selbstfahrerforum“ vielleicht verpönt ist): Wegen Rückenproblemen verunsichert, haben wir uns zuletzt entschieden nicht selbst zu fahren und haben mit Hanspeter Meier aus Upington (siehe www.magicdesert.com oder www.kalahari-safari.de ) eine wunderschöne zwölftägige KTP- und Mabuasehube-Tour erlebt und diese „Privatsafari“ sehr genossen. Neben den Kalaharitouren macht er auch jede andere gewünschte Tour in der Region, von Camping light bis zünftig, Lodges, gemischt. Eine echte Alternative für Leute, denen es hauptsächlich um das Erlebnis geht und die nicht unbedingt selbst fahren können oder wollen; weil es ihnen nicht (mehr) so wichtig ist, oder weil es an Erfahrung oder Zeit fehlt (kein Kümmern um Buchungen, Proviant, Auto und Ausstattung mit notwendigen Extras etc.). Die, die als Bonus zum spartanischen Buscherlebnis auch etwas abspecken wollten, muss ich allerdings warnen: Keine Chance, Hanspeter war in seiner ersten Karriere Gastwirt und Koch.
Grüße, Werner
ThemenstarterGast13. Aug. 2011 · #17
Guten Abend, ich habe nun einige Zeit über Reiseerlebnisse zu Plätzen nachgelesen, die wir aus den 1970er Jahren kannten. Doppelt interessant zu erfahren, wie sich einerseits die Plätze selbst verändert haben und wie diese anderseits heute wahrgenommen und geschildert werden. Reichlich Stoff für einige ….ologische Studien über modernes Reisen, das ist aber nicht mein Thema. Gerade habe ich im Mozambiqueforum über den Gorongoza NP nachgelesen und zu einigen Beiträgen betr. „Gorongoza-Neu“ möchte ich etwas loswerden:
Wir waren 1973 in Gorongoza, in der Rückschau leichtsinnigerweise, weil eigentlich bereits Frontgebiet im Befreiungskampf. Das ist aber ein eigenes Thema. Nach meiner Erinnerung gab es keinen Campingplatz, sondern nur Bungalows und Verköstigung im Restaurant, alles über dem Preisniveau in SA oder Zim (Erika weiß vielleicht noch präziser). Der befahrbare Teil des Parks war zwar nur klein, die Tierbeobachtungen und –vielfalt aber erstklassig. Nach der Unabhängigkeit ist die Infrastruktur dann aus Geldmangel verfallen, später wurde der Park durch Renamo zerstört und ausgewildert und war dann eigentlich nicht mehr existent. Ab Mitte der 1990-Jahre begann die Rehabilitation mit internationaler Hilfe und später mit Mitteln der Carr Foundation. Dass es den NP wieder gibt und weiterhin geben wird, ist nicht zuletzt und vor allem den Millionen von US$ von Carr zu verdanken, wobei dieses Projekt nicht bloß als Freizeitpark für Europäer, sondern viel breiter angelegt ist. Vor diesem Hintergrund zu bedauern, „dass dort ein steinreicher Ami das Sagen hat“ (Zitat Erika) ist schon starker Tobak. Den jetzigen Stil von Gorongoza kenne ich nicht aus eigener Anschauung und sicherlich gibt es einiges zu kritisieren (hamwi), aber genauso gut kann/sollte man hinterfragen, warum es im afrikanischen Busch überhaupt 4-Sterneunterkunft, Pool, Restaurant und Bar geben soll. Andererseits trägt aber gerade dieser Hochpreistourismus zum Erhalt der NP bei. Ein echtes Dilemma (?).
Einschränkungen für Selbstfahrer bis zu Sperren in der nassen Jahreszeit machen m. E. unter bestimmten Umständen schon Sinn. Sie sollen in erster Linie die Wege schonen, weil teure Wegereparaturen nicht eingepreist oder möglich sind. Diese aufgewühlten Schlachtfelder sind ja auch Wunden in der Landschaft. Die Pisten liegen auch nach jedem Mal Hobeln ein paar Zentimeter tiefer, das geht auch nur für ein paar Jahre, der nächste Schritt ist dann Asphaltieren. „Guided Tours“ sind eine von mehreren Möglichkeiten, das zu verhindern und beschäftigt auch Leute.
Grüße Werner
273 Beiträge · seit 200913. Aug. 2011 · #18
Hallo Werner,

ich war seit 2008 mehrfach im Gorongosa. Im Prinzip bin ich deiner Meinung, was das Engagement der Carr Stiftung angeht. Ohre die gäbe es Gorongosa NP nicht. Es sind aber auch Millionen aus der EU im Spiel, 2009 warne wir zufällig im Park, als Verhandlungen über 50 Mio EU Gelder stattfanden.

Die Strassensperrungen machen auch Sinn. Dieses Jahr durften wir nicht selbst fahren und machten notgedrungenermassen eine Tour mit einem angeblich FGASA gschulten Guide. Was ja auch ok wäre, wäre der Gute nicht genau so gefahren, wie du es oben geschildert hast. Wirklich jeder gesichtete Vogel flog davon bedingt durch den Speed. Von den anderen Tieren ganz zu schweigen.

Er war auf der Jagd nach einem längst entschwundenen Elefanten, da die anderen Gäste im Wagen bereits drei Tage da waren, sich langweilten und er ihnen etwas bieten wollte, was fast unmöglich ist. Was wir wollten, war ihm sch... egal.

Nahcdem er sich völlig idiotisch und kräftig festgefahren hatte und den Weg somit um 5 Zentimeter vertieft hatte, war unsere letzte Hoffnung dahin, am nächsten Tag eventuell doch noch die Erlaubnis zu bekommen, die befestigte Straße am Rio Musikadzi slebst zu befahren.

Der Straßenzustand liess doch nicht nur uns vermuten, dass man versuchte, die Touristen so lange als möglich in die teuren Game Drives zu bekommen. Während pitschnasse Pisten bereits meterweit an beiden Seiten gemäht waren (Man konnte also sehen, aber nicht hineinfahren), war die einzig befestigte und trockene Piste entlang des Rio Musikadzi bis zum Casa de Leoes nicht gemäht, man konnte also fahren, aber nichts sehen.

Wir trafen zufällig noch einen weiteren Guide aus SA, der genauso enttäuscht war und nach einem Drive einen Tag nach uns völlig empört ob der Qualität des Guides. Wir hatten 8 Tage geplant und gingen nach 2, der Südafrikaner nach einer Nacht.

Ob man bei der Carr Stiftung davon weiß? Ich glaube nicht.

Dennoch ist der Gorongosa NP von Juni bis Oktober ein lohnendes Ziel.
Ich kann aber allen nur raten, vor der Anreise die Webseite des Parks genau zu studieren, die nächste Campingunterkunft ist 150 - 200 km entfernt.

Viele Grüße,


Hans

PS Das Camp im Gorongosa NP ist meilen weit entfernt davon eine 4 Sterne Location zu sein. Die Facilities verfallen bereits wieder.
Reisen können, ist eine der schwierigsten Künste. Eigentlich müßte man es im Hauptberuf betreiben.
ThemenstarterGast14. Aug. 2011 · #19
Hi Hans, danke für die Antwort und die aktuellen Informationen……..oje oje. Hast Du Deine Kritik an die Stiftung (nicht das Management vor Ort)gemeldet?
PS. Schön, dass Gorongoza keine 4* Anlage ist, meine Bemerkung war eher meinem allgemeinen Grant über diese entsprungen.
Grüße, Werner
1'287 Beiträge · seit 200815. Aug. 2011 · #20
Hallo Werner hallo Hans,

auch wir waren 2009 (Oktober) im Gorongoza National Park. Wir sind zwei Nächte in einer der Cabanas geblieben und haben jeweils morgens und abends einen Gamedrive mit dem eigenen Wagen gemacht. Es ist allerdings nicht ganz preiswert, da man ein Permit für die Fahrt zusätzlich zu den eigentlichen Nationalparkgebühren kaufen muss. Pro 24h (also 2x Gamedrive) musste man 500Mts zahlen. Somit gehört der Park sicher nicht zu den "Schnäppchen" in Afrika. Wenn man dann auch noch Tiersichtung zu investiertem Geld ins Verhältnis setzt, schneidet er nicht so gut ab.

Trotz der etwas eintönigen Tierwelt (diverse Antilopen, Paviane, Krokodile) war dies für uns der bisher landschaftlich schönste Park im südlichen Afrika. Die Flora ist sehr abwechslungsreich und in relativ kurzer Zeit ist man in Fieberbaumwäldern, in Palmenhainen. auf offenem Terrain oder in einer Flußlandschaft.
Im zentralen "Lapa" (hier gab es Essen von eher durchschnittlicher Qualität) lief die ganze Zeit eine DVD mit Aufnahmen des Parks aus der Zeit vor dem Bürgerkrieg. Diese vermittelten in der Tat einen Eindruck eines Paradieses für Afrikaurlauber.

Die Art und Weise, in der der Park rekonstruiert wird, empfanden wir auch etwas zu sehr "amerikanisiert". Zu mindestens verstehe ich nicht, warum man Architekten aus New York benötigt, um ein Bushcamp in Afrika zu bauen. Da sollte es meiner Meinung nach sehr gute Ansprechpartner mit viel Erfahrung auf dem Kontinent geben.
Soweit wir gehört haben, sollen im Park Luxus Zeltcamps (nicht umzäunt) entstehen, um die von Werner schon zitierten sehr viel zahlenden Touristen anzulocken. Aber auch hier stimme ich mit Werner und Hans überein, besser so, als gar nicht.

Mein Fazit: Ein wunderschöner Park, mit viel Potential und (fast) auf dem richtigen Weg. Die alten Zeiten werden eben nicht wiederkommen, weil es mittlerweile zu viele Touristen gibt, die sich die richtig teuren Lodges leisten können und wollen.

Gruß
Carl





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