ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200713. Juni 2013 · #1
Hallo zusammen
Falls ihr Lust und Interesse habt, möchten wir euch gerne einladen, uns auf unserer diesjährigen Reise durch Nordmosambik und ein kleines Stück durch Südtansania zu begleiten.
Ich hoffe, dass wir es ähnlich lustig und gemütlich zusammen haben werden, wie in meinem kleinen Reisebericht über den wilden Westen Tansanias:
Obwohl wir zwei Jahre zuvor bereits schon mal durch Nordmosambik nach Tansania gefahren waren, wollten wir diesen Teil des Landes mit einigen Abänderungen nochmals durchqueren. Irgendwie waren wir einfach fasziniert von der grandiosen Landschaft. Im Gegensatz zum Süden ist der nördliche Teil noch sehr rückständig und für den Tourismus wenig erschlossen, aber das ist ja eigentlich das, was wir suchen.
Voraussetzung für eine solche Reise ist ein zuverlässiges, geländegängiges Fahrzeug mit Schlafmöglichkeit, ein Mann, der bei einer Panne selbst was reparieren kann und die Bereitschaft, weitgehend auf Luxus zu verzichten.
Gestartet sind wir am 4. Dezember 2012 ab Windhoek mit Ziel Arusha/Tansania, wo nun unser Fahrzeug untergestellt ist und von wo es am 29. März 2013 wieder ab in die Heimat ging.
Unsere Route, gelb eingezeichnet
10. Januar 2013 Ich beginne meinen Bericht mit der letzten Nacht in Zimbabwe, wo wir auf dem Gelände der HIVU-Nursery hoch oben in den Vumba-Bergen bei sintflutartigem Regen campieren. Es ist kalt und gruselig, aber wenigstens ist die Dusche schön heiß, da es zufällig Strom gibt. Der pflichtbewusste Nachtwächter schreibt jeden Gegenstand, welcher sich außerhalb unseres Fahrzeugs befindet feinsäuberlich in ein Heftlein. Nichts entgeht seinen Adleraugen: 1 Dachzelt auf dem Autodach, 1 Aluminiumkiste auf dem Autodach, 1 Reserverad auf dem Autodach, 3 Benzinkanister links am Auto, 3 Benzinkanister rechts, 1 Reserverad an der Hecktüre, 1 Regenplane, 2 Zeltstangen usw. 1 Tisch, 2 Stühle, “Nein die Stühle und den Tisch werden wir wieder im Auto verstauen”. “Also gut, dann streich ich das wieder”. Alles, aber auch gar alles wird notiert, sogar die Seitenspiegel und Scheibenwischer. Wir sitzen noch eine Weile unter unserer aufgespannten Regenplane, aber da es immer ungemütlicher wird, verziehen wir uns bald ins Dachzelt.
HIVU Nursery vor zwei Jahren bei genialem Wetter. Von diesem Jahr hab ich leider kein Foto, da meine Kamera nicht wasserdicht ist.
Hallo Erika, jaaaa da bin ich dabei 🤩 Ich sitz zwar noch im Büro, aber später... Ooooooh ich freu mich drauf 😘 "die Hülle" war schon Weltklasse und bei den Farben der ersten beiden Bilder könnt ich schon die Tasche packen 😉
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200713. Juni 2013 · #6
Hallo zusammen
In diesem Kapitel gibt es ausnahmsweise keine Bilder, es war einfach zu feucht.
11. Januar 2013 Das Dachzelt müssen wir an diesem Morgen triefend nass zusammen packen. Der Nachtwächter kommt mit seinem Heftlein daher und hakt sichtlich erleichtert alle am Vorabend aufgelisteten Gegenstände ab. 🙂
Wir fahren bei Regen und dickem Nebel den Berg runter. Irgendwo sehen wir im letzten Moment einen umgefallenen Baum quer über die Strasse liegen und fahren nach kurzem Zögern einfach darüber. Es rumpelt zwar ein wenig, aber es klappt. Bald darauf erreichen wir bei Mutare die Grenze zu Mosambik. Die Ausreise aus Zimbabwe ist in wenigen Minuten erledigt. Die Einreise nach Mosambik dauert ca. eine Stunde. Nachdem wir je einen Zettel ausgefüllt haben, werden wir in einen separaten Raum geführt, wo wir fotografiert werden und wo vom linken und rechten Zeigefinger ein Fingerabdruck genommen wird. Eine spezielle Maschine wird mit unseren Daten gefüttert und dann druckt dieses Teil ein wunderschönes Visum mit Foto inkl. Quittung aus. 🤪
Der Mann vom Customs, welcher unser Carnet fürs Fahrzeug abstempeln soll, macht einen sehr besäuselten Eindruck auf uns 😣 . Wir müssen ihm zeigen, wo der Einreisestempel hin kommt, was er dann auch schwungvoll tut, aber leider steht dieser Stempel auf dem Kopf 🙄 . Ist ja eigentlich egal, Hauptsache gestempelt, sagen wir uns…..
Bei immer noch dichtem Nebel und Regen fahren wir auf einer relativ guten Teerstrasse bis Chimoio. Unser Ziel ist das Milford Hotel, wo wir vor zwei Jahren bei schönem Wetter im Garten campierten. Aber heute sieht es anders aus. Wegen des starken Regens beschliessen wir, ein Bungalow zu beziehen. Auf der sehr kleinen, gedeckten Veranda kochen wir unser Abendessen, was irgendwie gemütlich ist, aber nach dem Duschen stellen wir fest, dass das Abwasser in den Raum hinaus läuft und das Waschbecken leckt und nun läuft im Schlafzimmer auch noch Wasser die Wände runter, weil das Dach undicht ist 🤢 . Alles in allem eine sehr feuchte Angelegenheit möchte ich sagen. Um während des Schlafens nicht nass zu werden, schieben wir sicherheitshalber die Betten von der Wand weg und stellen unser Gepäck auf die Möbel 🤩 .
Kosten Milford Hotel ca. 80 U$ inkl. Frühstück Gefahrene Kilometer: 149
Hallo Erika, ich muss unbedingt mit, denn zusammen macht das Reisen doch viel mehr Spaß. Im nächsten Jahr wollen wir alleine durch Mosambik, es sei denn es findet noch jemand, der auch im August eine Reise plant? Bin schon ganz aufgeregt, wie es mit uns weiter geht! 🙂 Liebe Grüße Biggi
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200714. Juni 2013 · #13
Hoi Picco
Ich habe schon befürchtet, dass die gelbe Linie auf meiner Karte nicht gut zu sehen ist, besonders, wenn der Bildschirm klein ist. Auf meinem grossen PC ist die Route gut erkennbar, auf dem kleinen nicht. Ich habe mich lange mit verschiedenen Programmen rumgequält, um diese Route aufzuzeichnen, leider war das (für mich) nicht so einfach, da teilweise die von uns gefahrenen Strassen gar nicht vorhanden waren und mich diese blöden Programme über Malawi oder sonst wo geschickt haben. So hab ich einfach wieder mal die gute, alte Michelin-Karte fotografiert und die Strecke von Hand eingezeichnet.
Unsere Route führte uns von Mutare/Zimbabwe über Chimoio, Beira, am Gorongosa NP entlang nach Caia am schönen Zambezi, Quelimane an der Küste, Gurué (etwas abseits der Route), Nampula, Ilha de Mocambique an der Küste, Pemba an der Küste, dann durchquerten wir das ganze Land von Osten nach Westen über Montepuez, Marrupa bis Lichinga (in der Nähe des Lake Niassa/Malawisee) Chuwanga bei Metangula direkt am Niassasee und schlussendlich von Lichinga direkt gegen Norden über die Unity2-Brücke nach Tansania, Songea/Tansania, Peramiho-Benediktinermission ausserhalb Songena usw. Fahr einfach bis zum Schluss mit, dann weisst du, wo genau wir waren, gell.
@Nana76, Butterblume, tiggi, Anita40 take off und AfricaDirect Klar ist noch Platz für euch da, aber macht euch auf etwas gefasst, hoch oben im Norden wird’s dann ein wenig wild.
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200714. Juni 2013 · #17
12. Februar 2013 Nachdem es die ganze Nacht gestürmt, gewittert und gepisst hat, steht das Wasser am Morgen im Bungalow bis zu Türschwelle 🙄 . Wir waten mit unseren Gummilatschen kichernd durch die Räume und tragen unser Gepäck ins Fahrzeug. Als ich die Beifahrertür aufmache, glaube ich, mich trifft der Schlag. In den Ausbuchtungen der Mittelkonsole steht das Wasser bis zum Rand 🤢 . Unser armer Höhenmesser schaut mich mit feuchten Augen traurig an und verlangt, sofort abgetrocknet zu werden. Das hat es in all den vielen Jahren noch nie gegeben und ist auch später nie mehr passiert.
Auch das Restaurant, wo das Frühstück aufgetischt wird, steht unter Wasser. Als Toni eine Scheibe Brot in den Toaster schiebt, wird er von einem Stromschlag getroffen 😵 , kein Wunder, wenn man bedenkt, dass ein Bächlein über die Steckdose läuft. Ich kann mich auch täuschen, aber irgendwie hab ich plötzlich den Eindruck, dass mein Mann durch den Stromschlag nun so was Ähnliches wie eine Dauerwellenfrisur bekommen hat 🤩 . Ausser Butter ist nichts da, was man hätte aufs Brot streichen können und jaja, Bohnen sind auch noch im Angebot und ölige Spiegel- und Rühreier, aber uns ist irgendwie der Appetit vergangen. Das Personal ist pausenlos damit beschäftigt, mit Gummiabstreifern das eindringende Wasser ins Freie zu bugsieren, was auch nicht unbedingt zur Gemütlichkeit beiträgt 🙁 .
Bevor wir weiterfahren, melden wir bei der Rezeption, dass das Bungalow unter Wasser steht und dass das Frühstück nicht gerade das ist, was man sich darunter vorstellt.
Unser nächstes Ziel ist die Hafenstadt Beira. Über viele Kilometer ist die Strasse tiptop, aber dann folgt eine üble Schlaglochpiste, auf der es fast nur noch im Schritttempo weiter geht. Die Löcher sind mit Wasser gefüllt, sodass man schlecht einschätzen kann, wie tief sie sind. Wir quälen uns mit unzähligen LKWs und PKWs Slalom fahrend durch diesen langen Streckenabschnitt.
Endlich, kurz vor Beira wird die Strasse etwas besser und der Regen hört auf, dafür wird es schlagartig extrem heiß und schwül und das mag mein Toni überhaupt nicht.
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200716. Juni 2013 · #18
Hallo zusammen,
bitte einsteigen, es geht weiter 🙂 .
Im Shoprite in Beira decken wir uns mit Lebensmitteln ein. Beim Verlassen des Ladens fällt uns eine Frau auf, welche eine Perücke mit langen, schwarzen Plastikhaaren trägt und damit versucht, ihr Gesicht so gut es geht zu verdecken. Was wir hinter diesem künstlichen Vorhang entdecken, erschreckt uns zutiefst. Ein Teil der Nase fehlt und es sieht aus, als ob ihr jemand die Lippen weggeschnitten oder abgebissen hat. Grauenhaft, dieses entstellte Gesicht. Ihr kleines Kind bettelt laufend mit weinerlicher Stimme die Passanten an. Die Mutter nimmt es immer wieder in die Arme und tröstet es. Wir beschliessen, diese armen Kreaturen mit Lebensmitteln zu versorgen und gehen nochmals einkaufen, aber als wir wieder rauskommen, sind die beiden verschwunden. Wir mochten gar nicht daran denken, was diese Frau erlebt haben muss. Man wird ja mit der Zeit ein wenig abgehärtet, und trotzdem gehen einem gewisse Sachen hin und wieder an die Nieren 🙁 .
Wir fahren durch die Stadt und schauen uns die verschiedenen, teilweise fürchterlich hässlichen und verkommenen Gebäude an. Ganz besonders zieht uns das ehemalige “Grande Hotel” in seinen Bann. Hier leben scheints ca. 2’000 bis 3’000 Menschen an einer eigentlich bevorzugten Wohnlage mit Meerblick, aber ohne Toilette, Wasser und Strom in diesen morschen, vergammelten Gemäuern. Das riesige, einsturzgefährdete Haus ist dermaßen am Verrotten, dass bereits grosse Mangobäume aus der Fassade wachsen.
Grande Hotel
Für alle Interessierten: Es gibt im Netz sehr viele Berichte und Bilder von diesem einstigen Prunkpalast.
Da uns nach dem spartanischen Frühstück im Milford Hotel der Hunger plagt und nach Seafood gelüstet, fahren wir schnurstracks zum sehr schön am Meer gelegenen Restaurant Biques, wo wir uns schon bei unseren letzten Beira-Besuch 2001 jeweils die Bäuche vollgestopft hatten. Leider sieht der nebenan gelegene Campingplatz nicht mehr sehr einladend aus. 2001 hatten wir hier zwischen zwei explodierten Wohnwagen gecampt und uns nicht mal unwohl gefühlt. Aber nun latschen andauernd Leute durch den Platz, was der Privatsphäre eher abträglich gewesen wäre.
Strand
Unsere Unterkunft heisst nun “Jardim das Velas” und liegt in der Nähe des Restaurants Biques in einem ruhigen, vornehmen Quartier. Unser Familienflat-Bungalows ist sehr ansprechend und großzügig gebaut, mit Klimaanlage, gratis WLAN, Wohn- und Schlafzimmer und einer netten, beschatteten Veranda mit Blick auf den gepflegten Garten. Unser Fahrzeug können wir im geschlossenen Innenhof parkieren. Hier lässt es sich aushalten. Vor der Anlage sind zwei Männer, bewaffnet mit AK47 postiert, sodass auch für die Sicherheit gesorgt ist.
Den Abend verbringen wir bei 30 Grad und extrem hoher Luftfeuchtigkeit quatschend und saftelnd mit unseren Nachbarn, dem Grosswildjäger und dessen Freundin. Er besitzt ganz im Norden ein Jagdcamp, welches nun überflutet und derzeit nicht erreichbar ist. Hä? Überflutet? Wir wollen ja auch ganz hoch in den Norden. “Das geht schon”, meint er zuversichtlich, naja, er muss es ja wissen. Irgendwann zu später Stunde verziehen wir uns in unser angenehm herunter gekühltes Bungalow.
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200816. Juni 2013 · #19
Hallo, Erika!
Mann, sieht das Gebäude vom Grande Hotel deprimierend aus! Ich hab mir mal seine Geschichte durchgelesen, ebenso depri.
Das ist ja ganz schön nass, so in der Regenzeit... 😗 Ein Glück, dass ihr immer mit Zeit unterwegs seid. Da könnt ihr dann wenigstens zwischendurch mal durchtrocknen, - wenn’s im Hotelzimmer nicht grad durchregnet... Aber egal, es liest sich gut und wir freuen uns, dass du dich zu einem weiteren feinen Reisebericht eurer spannenden Strecken entschlossen hast. Vielen Dank! Wir folgen euch... - erstmal nur auf dem Papier.
Liebe Grüße lilytrotters
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
Anita40874 Beiträge · seit 200817. Juni 2013 · #20
ich finde ja das frühstück überbewertet wird 😉 toastbrot ist eh ungesund und da kann ein stromschlag gerade mal dran erinnern.
soviel wasser von oben und schwüle ist nicht unser ding - wie war denn die mossi-situation?
das grand hotel ist wirklich furchtbar und dann noch nicht einmal toiletten für all die vielen bewohner. -kopf-schüttel-
da sollte die vielgerühmte hilfe mal ankommen.
aber es wird bestimmt schöner auf eurer pad, oder ????