Hallo zusammen
Wernerbauer schrieb:
Zur Kommunikation mit den Daheimgebliebenen kann ich folgendes berichten: Solange ich in Kapstadt wohnte, war der Schriftverkehr mit meiner Familie sehr rege. Telefoniert habe ich innerhalb eines Jahres nur einmal mit daheim, und zwar kurz bevor wir unsere Reise in die Heimat antraten.
Als wir dann im Mai 1971 unseren Trip starteten, schrieb ich nicht mehr so oft und telefoniert wurde gar nicht mehr. Die wehrpflichtigen Schweizer Männer mussten sich damals immer mal zwischendurch in den Schweizer Botschaften melden und ich glaube sogar das Dienstbüchlein vorweisen. Das war dann in Nairobi/Kenia, Delhi/Indien und Ankara/Türkei. Dorthin ließen wir auch jeweils unsere Post schicken. Die Freude über Briefe von daheim war natürlich immer gross.
Eigentlich war es gut, dass man nicht immer auf dem neusten Stand der Dinge war, denn sonst wären wir z.B. niemals nach Uganda gefahren. Klar, hatten wir auch einen knisternden Weltempfänger dabei, aber der Empfang war trotz Zusatzantenne meistens so schlecht, dass das Teil selten eingeschaltet wurde. So kam es dann auch, dass wir völlig unbeschwert einen Monat lang in Uganda rumfuhren und erst mit der Zeit so nach und nach merkten, dass hier etwas Unfassbares im Gange war. Idi Amin war frisch an die Macht gekommen. Dass sogar ein gigantischer Völkermörd stattfand, haben wir erst erfahren, als wir schon lange wieder in der Heimat angekommen waren. Ich möchte heute nicht näher auf das Erlebte eingehen, sondern das vielleicht später mal beschreiben.
Zusammenfassend kann ich über die Navigation oder Kommunikation sagen, dass wir nichts, was es heute an elektronischen Hilfsmitten gibt, vermisst haben. Das gab es damals nicht und basta.
Im Vergleich zu den asiatischen Ländern, wie Indien, Pakistan, Afghanistan, Iran usw. war das Reisen in Afrika total entspannend und eigentlich einfacher als heute. Korruption und Abzockerei waren unbekannt.
Zur damaligen Zeit war ein ganz anderer Typ Leute unterwegs als heute. Man hielt zusammen und gab anderen Reisenden jede erdenkliche Info gerne weiter. Für Memmen und Feiglinge war diese Art des Reisens sicher nichts. Wichtig war, dass man nervlich und körperlich fit und robust war.
Der Stress, den die heutigen Touristen sich selbst auferlegen ist ja manchmal wirklich nicht mehr zu überbieten. Da wird schon Monate voraus gebucht und jeder Streckenabschnitt zig-mal hinterfragt. Fragen über Zahnbürsten, Haarfön, Handyempfang, Faserpelz ja oder nein, Schuhe, Kreditkarten, Sicherheit, wie steht‘s mit dem Wetter im April 2015, Reservereifen, Versicherungen, Broteinkauf, Mietwagen, Preise, Insektenmittel usw. werden in verschiedenen Foren jeweils geduldig und mit Freude beantwortet. Man erhält dank dem Internet auf jede Frage eine Antwort und reist genau nach Exel-Liste und Stundenplan, und trotzdem noch mit der Überzeugung, sich auf ein riesen Abenteuer einzulassen. Auch diejenigen, welche im heutigen Computerzeitalter Afrika durchqueren, tun das auf eine ganz andere Art und Weise wie früher, da bald jeder eine Homepage eingerichtet hat und unterwegs Stunden und Tage dafür aufwendet, diese zu aktualisieren.
Obwohl auch ich mich dieser Hilfsmittel bediene, gilt für mich oft folgender Spruch: Computer helfen uns, Probleme zu lösen, die wir ohne sie gar nicht hätten.
Erika
Wernerbauer schrieb:
Ich finde, dass zu diesem Thema noch ein paar Gschichtln zu Routenplanung/Orientierung/Navigation in der Zeit vor GPS und Navi passen würden und glaube, dass Lilytrotter, Erika, Gernot, Camelthorn und……… einige Erfahrungen und Anekdoten über das (Ver-)Fahren in dieser Zeit in petto hätten.Eigentlich kann ich mich nicht daran erinnern, dass wir uns auf unserer Reise oft verfahren haben, und wenn, dann merkten wir es bald und kehrten einfach wieder um. Für Afrika war die Michelin-Karte Gold wert, da praktisch alle Strassen eingezeichnet waren. Ganz anders sah es ab Indien aus, aber hier schreiben wir ja über Afrika
Zur Kommunikation mit den Daheimgebliebenen kann ich folgendes berichten: Solange ich in Kapstadt wohnte, war der Schriftverkehr mit meiner Familie sehr rege. Telefoniert habe ich innerhalb eines Jahres nur einmal mit daheim, und zwar kurz bevor wir unsere Reise in die Heimat antraten.
Als wir dann im Mai 1971 unseren Trip starteten, schrieb ich nicht mehr so oft und telefoniert wurde gar nicht mehr. Die wehrpflichtigen Schweizer Männer mussten sich damals immer mal zwischendurch in den Schweizer Botschaften melden und ich glaube sogar das Dienstbüchlein vorweisen. Das war dann in Nairobi/Kenia, Delhi/Indien und Ankara/Türkei. Dorthin ließen wir auch jeweils unsere Post schicken. Die Freude über Briefe von daheim war natürlich immer gross.
Eigentlich war es gut, dass man nicht immer auf dem neusten Stand der Dinge war, denn sonst wären wir z.B. niemals nach Uganda gefahren. Klar, hatten wir auch einen knisternden Weltempfänger dabei, aber der Empfang war trotz Zusatzantenne meistens so schlecht, dass das Teil selten eingeschaltet wurde. So kam es dann auch, dass wir völlig unbeschwert einen Monat lang in Uganda rumfuhren und erst mit der Zeit so nach und nach merkten, dass hier etwas Unfassbares im Gange war. Idi Amin war frisch an die Macht gekommen. Dass sogar ein gigantischer Völkermörd stattfand, haben wir erst erfahren, als wir schon lange wieder in der Heimat angekommen waren. Ich möchte heute nicht näher auf das Erlebte eingehen, sondern das vielleicht später mal beschreiben.
Zusammenfassend kann ich über die Navigation oder Kommunikation sagen, dass wir nichts, was es heute an elektronischen Hilfsmitten gibt, vermisst haben. Das gab es damals nicht und basta.
Im Vergleich zu den asiatischen Ländern, wie Indien, Pakistan, Afghanistan, Iran usw. war das Reisen in Afrika total entspannend und eigentlich einfacher als heute. Korruption und Abzockerei waren unbekannt.
Zur damaligen Zeit war ein ganz anderer Typ Leute unterwegs als heute. Man hielt zusammen und gab anderen Reisenden jede erdenkliche Info gerne weiter. Für Memmen und Feiglinge war diese Art des Reisens sicher nichts. Wichtig war, dass man nervlich und körperlich fit und robust war.
Der Stress, den die heutigen Touristen sich selbst auferlegen ist ja manchmal wirklich nicht mehr zu überbieten. Da wird schon Monate voraus gebucht und jeder Streckenabschnitt zig-mal hinterfragt. Fragen über Zahnbürsten, Haarfön, Handyempfang, Faserpelz ja oder nein, Schuhe, Kreditkarten, Sicherheit, wie steht‘s mit dem Wetter im April 2015, Reservereifen, Versicherungen, Broteinkauf, Mietwagen, Preise, Insektenmittel usw. werden in verschiedenen Foren jeweils geduldig und mit Freude beantwortet. Man erhält dank dem Internet auf jede Frage eine Antwort und reist genau nach Exel-Liste und Stundenplan, und trotzdem noch mit der Überzeugung, sich auf ein riesen Abenteuer einzulassen. Auch diejenigen, welche im heutigen Computerzeitalter Afrika durchqueren, tun das auf eine ganz andere Art und Weise wie früher, da bald jeder eine Homepage eingerichtet hat und unterwegs Stunden und Tage dafür aufwendet, diese zu aktualisieren.
Obwohl auch ich mich dieser Hilfsmittel bediene, gilt für mich oft folgender Spruch: Computer helfen uns, Probleme zu lösen, die wir ohne sie gar nicht hätten.
Erika
Meine Reiseberichte:
1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa
http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120
2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle)
http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm
2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania
http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html
2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania
http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html
2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia
http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html












