EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200618. Jan. 2020 · #101
Hallo Alm,
wir waren im Oktober 2018 unterwegs. So aktuell ist unser Bericht daher nicht. Hoffe, das stört dich nicht. 😉 Dann könnt ihr euch ja schon auf den Khwai freuen. Wir planen auch wieder einen Aufenthalt dort.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200618. Jan. 2020 · #102
Tag 11 – 23. Oktober 2018 – Nicht viel los am Northgate
North Gate, Moremi
Wir verbrachten einen ganzen Tag am North Gate. Nach dem Aufstehen bei Sonnenaufgang fuhren wir bald schon los nach Osten. Entlang des Khwai war es ähnlich ruhig wie am Vorabend. Ein paar Hippos lagen im Fluss, Wasservögel standen am Ufer, und Letschwes, Wasserböcke und Zebras liefen über die Flutebenen.
Alle Tiere wirkten ruhig und entspannt, so dass auch nicht davon auszugehen war, dass sich etwas im Gebüsch versteckte. Kein angestrengtes Schauen in eine bestimmte Richtung, kein Alarmschnauben. Womöglich waren alle Grasfresser genauso blind wie wir, die Beuteschleicher besonders gut verborgen, auf Urlaub oder einfach nur satt. Mit der Löwen- und Leopardensichtung von gestern konnte der heutige Tag diesbezüglich also nicht mithalten. Ein paar Vögel ließen sich aber überall entdecken.
Graufischer
wieder mal ein Coucal
Waffenkiebitz
Mangrovenreiher
Wir fuhren sehr weit nach Osten am Fluss entlang und anschließend auf einem weiter vom Wasser entfernten Weg wieder zurück zum Camp. Nach dem Regen waren viele Löcher auf der Pad noch mit Wasser und Schlamm gefüllt. Uwe versuchte, sie so gut wie möglich zu umfahren. Wo es nicht ging, steuerte er den Wagen mittig hindurch – nicht zu langsam, um nicht in einer matschigen Untiefe stecken zu bleiben. Dies führte zwangsläufig dazu, dass das schwarze Modderwasser am Auto hochspritzte. So sah der Wagen hinterher nach deutlich mehr Abenteuer aus, als es tatsächlich war.
Mohrenmeise
Büffelweber
Schneeballwürger
Am Ende des Vormittagsdrives fuhren wir auch noch ein Stück nach Westen. Aber auch hier war es sehr ruhig. Ein Schabrackenschakal stand auf der Ebene, und am Fluss beobachteten wir einen Ibis, der sich mit einem erbeuteten Frosch abmühte. Da er ihn im Ganzen nicht schlucken konnte, versuchte er, Teile herauszupicken. Erschwert wurde sein Tun durch einen weiteren Ibis sowie einen Reiher, die ihm auf den Fersen waren. Immer wieder nahm er seine Beute auf und lief ein Stück weiter, bis plötzlich alle drei Vögel abhoben und den Frosch zurückließen. Ein Schreiseeadler war gestartet und hatte für den Alarm gesorgt.
Auf dem Rückweg ins Camp sahen wir noch ein paar Brachschwalben
und einen kleinen Trupp Wasserböcke.
Wir machten eine lange Mittagspause und frühstückten Spiegeleier – drei Eier hatten die letzte Fahrt überlebt, der Rest war zerdeppert – die letzte Scheibe Vollkornbrot, Möhren mit Kräuterfrischkäse, Rauchfleisch, Müsli und Camembert. Obwohl das Picknick ausschließlich aus Resten bestand, schmeckte es sehr gut. Dazu gab es Kaffee und Saft.
Da wir nur noch zwei Portionen Fleisch hatten, stellten wir das Gefrierfach auf Normaltemperatur und konnten es nun auch für Getränke nutzen. Wir bestellten bei einer Campangestellten Brennholz. Für eine halbe Schubkarre bezahlten wir 50 Pula. Auf der Campsite kamen immer wieder ein paar Vögel vorbei, insbesondere zwei Spechte, die auf dem Boden nach Termiten pickten.
Bronzeflecktaube
Bennettspecht
Weiblicher Büffelweber
Braundrossling
Im Himmel beobachteten wir ein für uns besonderes Phänomen, eine sogenannte Halo. Rund um die Sonne war ein kreisförmiger Bogen zu sehen, einem Regenbogen ähnlich. Innerhalb des Kreises war es etwas dunkler. Es sah äußerst faszinierend aus. Wir hatten so etwas bisher noch nicht gesehen.
Ruth hielt ein Mittagsschläfchen, und später gingen wir zum Duschen. Erst danach brachen wir zur Nachmittagsrunde auf. Wieder fuhren wir am Fluss entlang nach Osten, aber nicht einmal die Wasservögel konnten uns heute so richtig begeistern. Nach einer Woche Moremi ist irgendwie der Elan dahin. Wir waren nicht unzufrieden, uns fehlte nur ein wenig die Motivation, neue Wege zu erkunden. So beschlossen wir, uns mit unserem kleinen Safari-Burnout nicht allzu weit vom Camp zu entfernen, sahen den Hippos eine ganze Weile beim Baden zu und beobachteten einen Waran.
Auf dem Weg zurück ins Camp sahen wir die Tiere vom Vormittag. Sie hatten sich ähnlich wie wir nicht sonderlich weit fortbewegt.
Als wir North Gate erreichten, hatten Helga und Michael bereits Feuer gemacht. Heute gab es Folienkartoffeln mit dem restlichen Tsatziki, Eland-Steaks und Bohnensalat. Es war wieder besonders lecker. Viele große Falter umschwärmten uns und hatten es in erster Linie auf unsere Weinbecher abgesehen. Wir spülten, packten alles zusammen und saßen noch ein wenig am Feuer. Morgen steht eine sehr lange Fahretappe bis Shakawe auf dem Plan.
Hallo ihr Zwei, auch wenn die Tiersichtungen an dem Tag nicht spektakulär waren, so macht der Halo doch alles wieder wett! Wirklich ein toller Kreis! Ich habe "nur" mal zwei Nebensonnen gesehen und fand das schon irre! Und was die Tiere anbelangt, kommt bestimmt noch noch was nach... 😉
2012 Südafrika - Einsteiger Gruppenreise
2017 Südafrika - Selbstfahrer
2018 Botswana - Zeltsafari
2020 Namibia - Frauen Power 4 x 4 wegen Corona verschoben auf 2021
.....da kommt sicher noch viel mehr!
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200627. Jan. 2020 · #104
Tag 12 – 24. Oktober 2018 – Rund ums Delta
North Gate, Moremi – Drotsky’s Cabins, Shakawe
Um halb sechs standen wir auf. Unser Plan war es, heute sehr früh aufzubrechen und zügig bis Maun zu fahren. Die zweite Etappe bis Drotsky’s kurz vor Shakawe wollten wir so unter die Räder nehmen, dass wir rechtzeitig für eine Bootstour am Nachmittag dort wären. Der Anfang war schon fast pünktlich. Nach Toilette, Einpacken und einer Tasse Kaffee und Tee mit Rusk kamen wir um zehn nach sechs los.
Die direkte Verbindung zum South Gate ist normalerweise ziemlich eintönig. Nach dem Regen vor drei Tagen standen aber auch auf dieser Strecke einige Löcher unter Wasser. Bei manchen gab es Umfahrungen, bei den meisten jedoch nicht. Wir mussten stark abbremsen und am Rand oder mittendurch fahren. Es ging immer gut, aber ein paar Mal rutschte das Heck in die Tiefe, und der Wagen schlingerte langsam aus dem Matschloch. Zum Glück ist es uns erspart geblieben, uns wie Tinochikas in einem Loch festzufahren. 😉
Am South Gate registrierten wir uns und fuhren weiter nach Maun. Uns begegneten noch einige Elefanten, Giraffen, Zebras und Gnus. Das war eine schöne Verabschiedung aus dem Moremi.
Vet-Gate
Auf der Pad krabbelten unzählige Tausendfüßer. Bisher haben wir von dieser Art lediglich die Überreste des verblichenen Panzers entdecken können. Lebend hatten wir nur ein Exemplar vor einigen Jahren im KTP gesehen. Solche Massen an Tieren waren für uns neu, und Uwe musste höllisch aufpassen, sie zwischen und nicht unter die Räder zu nehmen.
Ein Stückchen weiter halfen wir einer Schildkröte über die Straße.
Kurz vor Shorobe pumpten wir wieder Luft in alle Reifen. In Maun trennten wir uns. Während wir unser bei Aliboats deponiertes Reserverad abholten, kauften Helga und Michael noch ein paar Kleinigkeiten im Supermarkt.
Schnell war das Rad nach einigen Witzchen mit dem Inhaber der Firma in unserem Auto verstaut, und wir bedankten uns für die Hilfe. Als wir den Hof verließen, trauten wir unseren Augen und Ohren kaum. Kratzende Geräusche und lautes Getrappele von kleinen Hufen hatten uns aufmerksam werden lassen. Da standen doch tatsächlich ein paar Ziegen auf der Motorhaube und der Windschutzscheibe eines am Straßenrand parkenden PKWs. Um an die grünen Blätter eines Baumes zu gelangen, hatten sie das Auto erklommen und schubsten sich nun gegenseitig zur Seite. Dabei verursachten ihre Hufe fiese, quietschende Geräusche auf den Scheiben und dem Lack. Wir mochten uns nicht so genau ausmalen, ob die zugehörigen Kratzer weniger fies anzusehen waren. Ruth klatschte einmal laut in die Hände, was zur Folge hatte, dass die Ziegen vom Auto sprangen, nur um es unmittelbar danach wieder erneut zu besteigen. Da sich außer uns auch niemand für die Ziegen zu interessieren schien (der Halter des PKWs war weit und breit nicht zu sehen) und wir sie auch schlecht irgendwo anleinen konnten, gönnten wir ihnen ihren Blättersnack und waren froh, unser Auto an einer anderen Stelle geparkt zu haben.
Bei Riley’s Garage tankten wir über 100 Liter Diesel und trafen unsere Freunde natürlich an dem Ort, an dem es sich am besten ausspannen lässt: Bei Hilary’s ließen wir uns Kaffee und Sandwiches schmecken. Diese Pause konnten wir uns zwar zeitlich kaum erlauben, war aber dringend nötig und sehr schön.
Die Strecke aus dem Moremi hatte viel mehr Zeit als geplant verschlungen. Nun war es schon recht spät, als wir Maun nach Südwesten verließen.
Bei Sehitwa bogen wir nach Norden ab und fuhren den Panhandle des Okavango-Deltas hinauf. Die Straße war auf einigen Abschnitten sehr schlecht, mit großen und zahlreichen Schlaglöchern. Daher kamen wir nicht schnell voran und verloren weitere Zeit. Nach vielen Brems-, Ausweich- und Überholmanövern kamen wir ziemlich geschafft erst nach halb fünf bei Drotsky’s Cabins an. Nun war es in jedem Fall zu spät für eine Bootstour. Umso wichtiger bestätigten wir noch einmal die Buchung für die Tour am Morgen. Auf unserer Campsite Nummer 12 richteten wir uns ein. Eine freche Meerkatze beobachtete uns und klaute Helga ein paar Essensreste. Wir liefen zum Deck an der Rezeption und sahen trotz Wolken einen schönen Sonnenuntergang.
Zurück auf der Campsite gingen wir duschen und bereiteten danach unser Abendessen zu. Wir grillten unsere letzte Portion Fleisch und aßen den Rest Bohnensalat und Tsatsiki von gestern. Helga füllte Gemsquash mit Feta und Chakalaka. Es schmeckte toll, war aber wieder mal viel zu viel. Und als ob das noch nicht genug gewesen wäre, gab es noch Grillbrote mit Knoblauchbutter. Aus den Bäumen unmittelbar über uns riefen zwei Waldkäuze. Man konnte die beiden Stimmen gut unterscheiden, und es entwickelte sich ein interessantes Gespräch. Frau Kauz fragte nach, der Herr antwortete, die Dame erzählte, und der Mann stimmte ein. Vielleicht war es aber auch umgekehrt. So ging es eine ganze Zeit lang hin und her, und wir lauschten in die Dunkelheit. Selten hatten wir ein so schönes Eulenkonzert gehört.
Nach dem Spülen verschwanden wir schon bald in unseren Zelten.
franzicke2'085 Beiträge · seit 201228. Jan. 2020 · #105
Guten Morgen liebe Muckels, das ist ja eine noch größere Freude als Überraschung! Ich hab schon mal vor ein paar Tagen beim Reinspickeln gesehen, dass es einen Bericht von euch gibt, jetzt hab ich endlich angefangen zu lesen und bin mal wieder begeistert! Einfach toll, wenn es aus einer der schönsten Ecken so ziemlich die schönsten Bilder gibt! Und das Abendgespräch von Kauzens im Baum könnte ziemlich original von franzickens auf dem Sofa stammen 🤪 Danke-Grüße Ingrid
H.Badger1'823 Beiträge · seit 201628. Jan. 2020 · #106
Liebe Eulenmuckels,
die Fotos der Käuze sind euch ganz wunderbar gelungen. Was habe ich in diesem Sommer im Caprivi versucht, einen Blick auf die Tiere zu erhaschen - bei uns ist es bei dem akustischen Eindrücken geblieben. Aber die waren natürlich auch toll. Eine schöne Zeit im Moremi scheint ihr gehabt zu haben!
fotomatte2'516 Beiträge · seit 200928. Jan. 2020 · #107
Liebe Ruth, lieber Uwe,
wenn ich das Sehnsuchtsfoto vom Sonnenuntergang von der Terrasse sehe, sticht ´s mir ins Herz. Wie gern wäre ich genau jetzt genau dort.
Ein bisschen schwer tue ich mich mit der eingedeutschten Wood Owl. Gemeinhin wird die als Woodford- Kauz bezeichnet, während man unter Waldkauz den europäischen Strix aluco versteht. Den gibt es natürlich nicht am Okavango.
Cruiser2'530 Beiträge · seit 201128. Jan. 2020 · #108
Danke für den Reisebericht und ich lese nicht viele aber manche. Super Bilder, wie immer, und coole Beschreibung, nur die deutsche Vogelbestimming macht mir etwas zu schaffen. 🤩
Nochwas, es erstaunt mich immer wieder das die wilden Hunde, alle, so weiße Zähne haben.
Best Regards
Adolf
Conservation is our passion!
Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'!
Sponsor of Desert Elephant Conservation.
Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA.
Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
Tinochika1'651 Beiträge · seit 201428. Jan. 2020 · #109
Eulenmuckel schrieb:
Zum Glück ist es uns erspart geblieben, uns wie Tinochikas in einem Loch festzufahren.
Hallo liebe Muckels,
kaum regnet es in der Khwai Region füllen sich die tiefen Fahrspuren innerhalb kurzer Zeit mit Wasser so stark, dass es an manchen Stellen kaum ein durchkommen gibt.
Dass Ihr schon 2018 wußtet, dass wir uns ein Jahr später genau auf dieser Strecke festfahren werdet, macht Euch ja zu wahren Propheten. 🤩
Liebe Grüße Die Tinochikas
ONS LEWE BEGIN WAAR DIE TEERPAD EINDIG
Den Wolken zwei Tage voraus, Fiffi zeigt Tinochika Heimat, Rock and Roll mit Tinochika 2016, Tinochika, Waltzing Mathilda KTP 17,Mit Tinochika vom Kaokoveld in Löwenwelt,Tinochika mit dem Rollenkoffer,Tinochika, 32 Tage im KTP, Die Tinochikas! Hier parkste richtig.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200629. Jan. 2020 · #110
@Ingrid: Herzlich willkommen bei unserer Reise, die nun schon bedenklich auf die Zielgerade einbiegt. Und danke für euer Lob.
@Sascha: Es war nicht sehr schwer, die Käuze zu finden. Sie saßen fast unmittelbar über uns in den Bäumen. Vielleicht nehme ich aber auch den Mund etwas voll. Sagen wir so: Für Ruth war es nicht schwer, sie zu finden . . .
@Matthias: Uns geht es genauso. Gerne könnten wir auch gemeinsam jetzt dort sein. Mit den deutschen Vogelnamen ist es so: Wenn unser deutschsprachiges Taschenbuch ("Ein Taschenführer für Vögel im südlichen Afrika") den Vogel nicht enthält, schlage ich unter dem englischen Namen bei dict.cc nach. In diesem Fall ergibt "African wood owl" den Namen "Afrikanischer Waldkauz". Und selbst Wikipedia nennt den "Strix woodfordii" auf Deutsch "Afrika-Waldkauz". Wir sind also total unschuldig. 😉
@Cruiser: Wir freuen uns, dass du auch dabei bist. Warum die Wildhunde so weiße Zähne haben, wissen wir auch nicht, aber offensichtlich sind die Beißer gut in Schuss.
@Tinochika: Das sollte euch ja nicht wundern, schließlich habt ihr hier mit den Zeitreisen angefangen. Niemand sonst kann sich gleichzeitig an mehreren Orten im südlichen Afrika aufhalten. So ein bisschen Prophezeiung ist da harmlos. 😉
Skotch120 Beiträge · seit 201930. Jan. 2020 · #111
Hallo ihr Lieben,
euer Reisebericht ist wirklich super toll. Sehr schön geschrieben und die Bilder sind einsame Spitze! Ich hoffe, dass wir bei unserer Tour im Herbst auch nur ansatzweise so schöne Tiersichtungen wie ihr haben!
Da ich bald anfangen werde unsere Fotoausrüstung zusammen zu stellen, interessiert es mich, welche Objektive ihr benutzt habt. Würde mich freuen, wenn ihr dazu was schreiben könntet 🙂
Liebe Grüße, Marcel
Dillinger796 Beiträge · seit 201530. Jan. 2020 · #112
Hallo,
danke für den super Bericht mit den tollen Fotos. Immer sehr interessant euch auf euren Reisen zu folgen.
@Cruiser, ich denke die weißen Zähne kommen von dem Kauen und Nagen an vielen Knochen. Unsere Haushunde bekommen in der Regel nicht so viele Knochen und haben daher weniger hübsche bzw. gepflegte Zähne. In der Natur wird jeder Knochen (außer dem Oberschenkelknochen eines Elefanten 😄 ) mit verputzt. Unsere Hunde bekommen die Abwurfstangen eines Hirsches und kauen daran etliche Wochen herum. Bei den Kau- und Schabgeräuschen würde jeder denken, die machen Ihre Zähne dabei total kaputt, das Gegenteil ist der Fall. Super saubere Zähne und entspannte Hunde.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200602. Feb. 2020 · #113
@Marcel: Vielen Dank. Wir wünschen euch für eure Tour ganz viele schöne Erlebnisse. Folgende Objektive haben wir benutzt: EF 17-40, EF 24-105, EF 100 Macro, EF 100-400, EF 500 (alle Canon)
Heute konnten wir gemütlich ausschlafen, da die Bootsfahrt erst um halb acht startete. Wir machten Frühstück und behielten unser Essen genau im Blick, da schon überall die Meerkatzen in den Bäumen herumlungerten und darauf spekulierten, jede Unachtsamkeit sofort auszunutzen. Trotzdem gelang es einem flinken Affen, sich Helgas Brottüte zu schnappen, während wir bereits am Tisch saßen. Er näherte sich Ruth von hinten und klaute das Brot. Während alle anderen schon entsetzt waren über so viel Abgebrühtheit, kriegte sich Ruth gar nicht mehr ein. Sie wollte diese Niederlage nicht auf sich sitzen lassen und verfolgte die Meerkatze so lange, bis diese die Tüte wieder fallen ließ. Nach dem Essen räumten wir alles zusammen und schnappten uns die Fotoausrüstung. Wie vereinbart wartete unser Guide Otto am Anleger auf uns. Wir freuten uns sehr, ihn wiederzusehen, und die Erwartungen waren hoch, denn wir hatten Helga und Michael während unserer Reise immer wieder damit in den Ohren gelegen, dass die Fahrten mit Otto kaum zu überbieten seien. In einem kleinen Boot schipperten wir los. Wir sahen sehr viele Vögel, und Otto verstand es, uns in gutem Winkel, ruhig und so nah heranzubringen, dass wir mit dem Sonnenlicht im Rücken fotografieren konnten. Alle Vogelarten aufzuzählen, wäre eine lange Liste, aber insgesamt waren es an die 50 verschiedene.
Weißstirnspint
Malachiteisvogel
Hier haben wir keine Ahnung. Könnte es vielleicht eine Whydah, ein Widowbird oder Bishop sein?
Die leuchtend blau-grünen Eier eines Reihers stachen zwischen den braunen Ästen deutlich hervor. Trotzdem hätten wir das Gelege ohne einen Hinweis von Otto wohl übersehen. Das Nest war in überhängenden Ästen über dem Wasser angebracht, wohl um es vor Plünderungen zu schützen und für Diebe schwer erreichbar zu machen.
Einer von ihnen war an anderer Stelle bereits unterwegs und bewies im Steilhang seine akrobatischen Kletterkünste.
Ein gut überlegter Nistplatz ist aus diesem Grund sicherlich sinnvoll.
Bronzefleckentaube
Seidenreiher
Graufischer
Mangrovenreiher
Stelzenläufer
Lange beobachteten wir die rasante Flugshow der Scherenschnäbel. Sie ruhten am Ufer auf einer Sandbank, hoben immer mal wieder ab, um ein paar Kurven zu fliegen oder im Jagdflug dicht über der Wasseroberfläche mit aufgeklapptem Schnabel nach Beute zu fischen.
Auffällig war, dass die Pärchen ziemlich synchron unterwegs waren.
Schlangenhalsvogel
Oft wussten wir gar nicht, wohin wir als erstes schauen sollten, da es so viel zu entdecken gab. Und so geschah es nur selten, dass wir einfach nur still auf den Wellen schaukelten und die Fotoapparate ungenutzt blieben. Trotz der Vielzahl an Motiven erinnern wir uns immer wieder daran, auch einfach mal den Augenblick zu genießen, obwohl dieser Plan abends am Lagerfeuer wesentlich einfacher umzusetzen ist als auf einer Bootsfahrt mit Otto.
Natürlich wurde auch wieder die einstudierte Nummer mit Fisch und Schreiseeadler aufgeführt. Ein Tipp für Fotografen: Mit einer langen Festbrennweite hatte Uwe dabei keine Chance, den Vogel auch nur ansatzweise ins Bild zu bekommen: Wasser, Wellen, ein halber Flügel, ein aus dem Bild flüchtender Vogel, … Alles ging unglaublich schnell. Ruth war mit 100 mm deutlich besser aufgestellt.
Witwenenten
Langzehenkiebitz
Graufischer
Karminspint beim Baden
Neben Vögeln konnten wir auch das Leben am und auf dem Fluss beobachten. Fischer und Leute, die Schilf für Zäune oder Hütten schnitten, waren in Mokoros unterwegs, und das Nutzvieh kam zum Trinken.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200602. Feb. 2020 · #115
Wir waren schon recht weit den Fluss hinauf gefahren, als Otto anhielt und zu Fuß auf Pirsch ging. Er kennt die bevorzugten Bäume am Ufer, an denen sich die Bindenfischeule besonders gerne aufhält. Und wir hatten Glück. Nach kurzer Zeit kehrte Otto zurück und wies uns an auszusteigen. Wir liefen ein kleines Stück am Ufer entlang und sahen schon bald die große Eule weit oben zwischen den Blättern versteckt auf einem Ast. Tatsächlich waren es sogar zwei.
Ein paar Karminspinte entdeckten wir ebenfalls.
Nach diesem kurzen Ausflug ging es auf direktem Weg recht zügig wieder zurück zum Camp, denn wir waren für die Eulen wirklich weit gefahren.
Trotzdem mussten wir Otto nicht lange überreden, doch noch den ein oder anderen Zwischenstopp einzulegen.
Riesenfischer
Goliathreiher
Und vor allem für diesen Graukopffischer, der zu unserer sonst üblichen Reisezeit nicht zu entdecken ist.
Als wir die Sandbank der Scherenschnäbel passierten, stand dort ein Marabu. Auf diesen Besuch waren die Grundbesitzer allerdings wenig erpicht. Mit vereinten Kräften flogen sie den Eindringling so lange an, bis dieser entnervt das Weite suchte.
Der Marabu ist Ruths Favorit im Buch „Die hässlichen Fünf“ (von Axel Scheffler):
Der Marabu bin ich, ihr seht doch wohl ein: Niemand und nichts könnte hässlicher sein! Bin bucklig, geh rucklig, mein Kehlsack ist schwer und baumelt beim Laufen so blöd hin und her. Die Beine sind dreckig und fleckig im Nu, und ich fresse fast alles, zur Not einen Schuh.
Als wir nach über drei Stunden wieder zurückkamen, waren wir total glücklich und uns mal wieder einig, dass dies eine Birding Cruise der besonderen Art gewesen war. Otto ist einfach ein fabelhafter Guide. Auf der Campsite wurden wir bereits erwartet
und klappten schnell die Bushcamper ein, bevor wir zur Lodge fuhren, um unsere Rechnung zu bezahlen. Ruth entdeckte noch eine schöne afrikanische Maske, die wir als zusätzliches Gepäck mitnahmen. Vor der Abfahrt gönnten wir uns noch einen Blick in den hübschen Garten der Lodge.
Weber
Bis nach Mohembo zur Grenze brauchten wir nicht lange, und auch die Formalitäten waren schnell erledigt. Im Caprivi ging es auf der B8 nach Westen. Die Strecke zog sich zunächst bis nach Rundu, wo wir einen Tankstopp einlegten. Danach ging es weiter nach Süden bis Grootfontein. Die Sonne schien, und ein paar Wolken hingen am Himmel.
Erst spät erreichten wir Maori und begrüßten Conny und Peter. Conny zeigte uns drei kleine Kätzchen, die erst wenige Wochen alt waren. Am liebsten hätte Ruth eines davon mitgenommen.
Weißbauchnektarvogel
Wir waren wieder mal die einzigen Gäste auf der Campsite, und auf dem Turm genossen wir einen letzten gemeinsamen Sonnenuntergang.
Der Abend zog sich ziemlich in die Länge. Zum Einen machten wir Pizza, wozu wir sehr viel Glut benötigten, zum Anderen saßen wir nie alle zusammen, weil fotografieren, duschen, Internet und Feuer uns immer wieder außeinander rissen. Dennoch waren wir froh, wieder bei Maori zu sein. Auf einer langen Transitstrecke von Ost nach West oder umgekehrt ist es mittlerweile eine feste Anlaufstelle für uns geworden. Zwischen Faszination und Gruseln betrachteten wir später noch diesen Bewohner unserer Feuerholztüte, der sich zwischen den einzelnen Scheiten eingenistet hatte.
Unsere Freundin Meike aus Swakopmund hatte sich gemeldet, und wir haben uns für morgen in Otijwarongo verabredet. Es wäre schön, wenn dieses Spontantreffen klappen könnte.
erdferkel414 Beiträge · seit 200903. Feb. 2020 · #116
😮 Aus gutem Grund hole ich mein Feuerholz auch immer *sehr vorsichtig* aus der Tüte, man weiß ja nie, welcher blinde Passagier da mitreist. Sieht nach einer goldenen Radspinne aus.
Daxiang5'049 Beiträge · seit 201403. Feb. 2020 · #117
Hallo liebe Eulenmuckels,
was für eine tolle Bootsfahrt - besser kann der Tag gar nicht starten. Eure Vogelausbeute war ja wieder enorm und dann noch die Fischeule als Highlight - einfach nur genial! Vielen Dank fürs Zeigen!
KAKarinK106 Beiträge · seit 201305. Feb. 2020 · #118
Servus, ihr Lieben!
Nach Toilette, Einpacken und einer Tasse Kaffee und Tee mit Rusk kamen wir um zehn nach sechs los.
Ähm ... das sind natürlich nicht die ersten Gedanken, wenn man sich auf die nächste Reise freut 😵 Ich blend das mal aus ... 😉
Großartige Bilder wie immer und so schön geschrieben! Danke, Karin
franzicke2'085 Beiträge · seit 201205. Feb. 2020 · #119
Liebe Ruth und lieber Uwe, nachdem ich eure Extratour ja so spät entdeckt habe, war jetzt mal ausführliches Zurückblättern dran - und jetzt ausgiebiges Schwelgen! Tolle Geschichten und tolle Sichtungen und eure Fotos sorgen für ganz große Sehnsucht ... Und was man auch gut sehen kann - wenn mal nicht so richtig viel Zeit ist, muss man gar nicht so viel jammern, sondern einfach die Zeit nutzen, die es eben gibt. Gefällt mir sehr! Ganz herzliche Zwischendurch-Danke-Grüße Ingrid ... und auch noch ein ausgeschriebenes Chapeau für eure Bushcamper-Neulinge-Mitfahrer