DillingerThemenstarter796 Beiträge · seit 201527. Nov. 2016 · #1
Ein herzliches Hallo,
nach dem ich so viele Berichte und Ratschläge, zu unserer geplant Afrika-Reise, hier aus dem Forum hatte, möchte ich mich mit einem kleinen Reisebericht bedanken. Unsere Reise sollte ein Familienabenteuer werden. Wir (die Eltern mit unseren beiden Söhnen 13 und 16 Jahre) buchten daher eine 3-wöchige Selbstfahrer-Tour durch Namibia und Botswana. Erstmal eine kurze Zusammenfassung unserer Reise.
Namibia und Botswana vom 15. Juli bis 07. August 2016
2015 entschieden wir uns, das erste Mal unseren Familienurlaub in Afrika zu verbringen. Also begann ich (Markus) mit der Planung und Verwirklichung unseres Traumurlaubes. Nach kurzer Suche im Internet fand ich die Seiten von Carsten Möhle und seiner Firma Bwana Tucke-Tucke. Nach wenigen Telefonaten, er fragte mich was wir wollen und ich antwortete "Richtiges Abenteuer und viele Tiere" . Einige Wochen später, bekamen wir unsere Tourbeschreibung, an der fast nichts mehr geändert wurde und freuten uns immer mehr auf den Start im Sommer 2016. Um es kurz vorweg zu nehmen, die von Carsten ausgearbeitet Tour war perfekt und besser als ich es je zu hoffen gewagt hätte. Er hat unseren Geschmack zu 200% getroffen. Einen Flug habe ich bei Condor gebucht, Impfungen wurden auf Vordermann gebracht, Reiseführer und Karten besorgt, usw. usw. usw. Langsam verging die Zeit bis es am 15.07.2016 endlich losging.
Kinder aus der Schule holen, Gepäck verladen, Hunde bei der Oma abgeben und 3 Stunden zu früh an den Flughafen nach Frankfurt (wir wohnen 20 Minuten entfernt), aber wir wollten nun endlich los.
Nach unserem Nachtflug, mit sehr wenig Schlaf, betraten wir in der Morgendämmerung erstmalig afrikanischen Boden. Unser gesamtes Gepäck ist gut angekommen und auch der versprochene Abholer stand bereit. Nun ging es nach Windhoek zu Bwana Tucke-Tucke, wo uns Carsten mit einem tollen Frühstück und unseren Reiseunterlagen erwartete. Hier lernten wir einen zweite 4er Truppe kennen, die uns noch einige nützliche Ratschläge (von alten Hasen an uns Frischlinge) geben konnten. Satphone (mußte sein, sonst hätte meine Frau die Reise nicht angetreten) und Potje eingepackt und Transfer von Carsten in unsere Unterkunft Pension Tamboti. Pension Tamboti ist eine nette Stadtpension und für eine Übernachtung absolut OK. Mittags erkunden wir Windhoek zu Fuß und staunten über das doch sehr andere Leben in Namibia. Am Nachmittag machten wir mir Carsten Möhle noch eine abenteuerliche Stadtrundfahrt in seinem Oldtimer.
Auch durch Gegenden, die sich sonst sicher keine Touristen ansehen (Katutura das Armenviertel in Windhoek) und Aussichtsberge, die nur mit seinem Fahrzeug erreichbar sind. Am Abend gab es leckeres Essen in Joe´s Beerhouse und eine ausführliche Einweisung in unsere Tour. Abends fielen wir alle extrem müde in unsere Betten. Am Morgen wurde wir zur Autovermietung Savanna Care Hire gebracht und übernahmen schnell unser super ausgestatteten Toyota Double Cab 3.0 mit Dachzelten und allem Schnick-Schnack. Tolles Auto das uns die gesamte Reise nicht im Stich lassen sollte. Nagel neue Reifen, von denen einer bereits vor der Autovermietung einen schlappen Eindruck machte. Der Vermieter lies Ihn aufpumpen und sagte nur " Der ist Neu, die Jungs haben den nicht richtig befüllt." Ein Mitarbeiter von Bwana brachte uns noch bis zum Supermarkt und wünschte uns 3 tolle Wochen. Schnell wurden unsere Vorräte eingekauft und verstaut. Auch lernte ich die verschiedenen Tücken des afrikanischen Bezahlsysthemes. Gleich beim ersten Einkauf wurde eine meiner Kreditkarten gesperrt. Stand zumindest auf dem Display der Kasse, auch wenn Sie später noch funktionieren sollte. Mit guter Laune und jeden Pavian am Straßenrand bestaunend, ging es mutig in den Linksverkehr nach Otjivarongo.
Hallo Dillinger, oh wie schön, mal wieder ein Reisebericht. Genau richtig zum einstimmen auf meinen Urlaub, in genau 50 Tagen. Ein tolle Tour habt ihr da gehabt. Wahrscheinlich sieht meine Reise ähnlich aus. Jetzt freue ich mich aber erst einmal auf's Lesen und auf auf die Fortsetzung und schöne Fotos.
Danke schon mal im voraus. 🙂
Liebe Grüße Paula
DillingerThemenstarter796 Beiträge · seit 201527. Nov. 2016 · #3
Auf unserem Weg zur Aloegrove Safari Lodge wurde uns zum ersten Mal so richtig heiß, 40km vor unserem Ziel stand die Tankanzeige auf o,oo. Meine Nachfrage an den Vermieter bei der Abfahrt kam mir in den Sinn "langt ein halber Tank bis Otjiwarongo?" seine Antwort: "Keine Problem, ganz locker, dort tankt Ihr voll." Also jeden Hügel das Auto rollen lassen, beschleunigen nur wie eine Schildkröte, beten und bitten und die ersten Häuser der Ortschaft herbeiwünschen. Puh, wir hatten es geschafft und rollten mit den aller letzten Tropfen auf die Tankstelle. Dort beide Tanks (80 und 60, also 140 Liter und es waren knapp über 140) füllen und weiter zu unserer ersten Unterkunft. Nun wesentlich entspannter mußten wir ein Tor durchfahren, dass Jurasicpark alle Ehre gemacht hätte.
Auf dem Gelände der Farm kamen wir kaum vorwärts, jede Menge toller Tiere konnten das erste Mal in Freiheit beobachtet werden. Als Afrikaneulinge fragten wir uns allerdings, das ein oder andere Mal, "sind wir noch richtig, dürfen wir auf solchen Wegen fahren?" (im Nachhinein echt lustige Gedanken) Der Weg führte uns einen Hügel hoch und endete vor einer super Unterkunft. Wir wurden von dem Personal mit einem Lied empfangen und brachten unsere Sachen in eine Appartement mit einem grandiosen Ausblick. Bei einer geführten Farmfahrt konnten wir Löwen, Leoparden und Geparden, leider nur in großräumigen Gehegen, beobachten.
Zurück auf der Lodge erwartete uns unser erster richtiger afrikanischer Sonnenuntergang mit 360° Rundumblick. Mit einem kühlen Getränk und meiner Familie im Arm hatte ich erstmalig auf dieser Reise Gänsehaut und ein wenig feuchte Augen.
Nach einem super Abendessen, einer guten Nacht und einem tollen Frühstück mußten wir uns von diesem herrlichen Ort verabschieden.
Man erinnere sich an unseren nicht ganz gefüllten Reifen bei der Fahrzeugübergabe, dieser war nun komplett platt. Kompressor raus und aufgefüllt, der nette Besitzer der Lodge beschrieb uns noch den Weg zu einer Werkstatt und wir düsten in Richtung der nächsten Ortschaft. Für uns Afrikaneulinge nun das nächste Abenteuer, Reifenwechsel in einem afrikanischem Hinterhof.
Aber auch dies klappte super und nach 10 Minuten war der Reifen geflickt und wir um eine Afrika-Erfahrung reicher. Weiter zu unserem nächsten Ziel, Etosha. Auch hier gab es absolute Premieren, einchecken in einen Nationalpark, große Augen machen über gigantische Listen die ausgefüllt werden sollen, suchen einer Campsite, erstmaliges Aufbauen der Dachzelte, einrichten einer Feuerstelle mit Besorgung des Brennholzes, Duschen, Toiletten, usw. Alles halb so schwer, nach gefühlten 100 Grenzübergängen, Veterinärkontrollen und Parkeintritten lachen wir heute über all diese Gedanken.
Abends totale fasziniert von dem beleuchtetem Wasserloch und der dort herrschenden sehr ruhigen Stimmung. Elefanten, Nashörner und Giraffen auf einer tollen aber doch sehr künstlich wirkenden Bühne. Auch die erste Nacht im Dachzelt überlebte die Familie ohne größere Zwischenfälle. Es stellte sich doch schnell heraus, das die Dachzelte in eine "Horror-Zelt (Simon der ältere Sohn und meine Wenigkeit) und ein Kuschel-Zelt (Moritz mein Jüngster und meine Frau) eingeteilt wurden. Diese Einteilung hat sich bis zum Ende des Urlaubs als richtig und sehr gut erwiesen.
DillingerThemenstarter796 Beiträge · seit 201527. Nov. 2016 · #4
Der zweite Tag in Etosha beginnt mit einem gutem Frühstück in der wärmenden Sonne. Die Abende und Nächte werden sehr schnell sehr kalt, aber am Morgen wenn die Sonne uns anlächelte wurde es auch schnell warm und angenehm. Wir wurden den gesamten Urlaub über nicht unbedingt die Frühpirschfahrer, erlebten aber dennoch genug. Den ganzen Tag ging es kreuz und quer durch Etoscha. Wunderbare Wildsichtungen und einzigartige Landschaft. Besonders beeindruckend fand ich den Etosha Lookout. Ein Ort, der einem die Größe dieses Parks erst bewusst macht. Ein toller Platz an dem wir unser Frühstück genossen, bis ein Touribus mit 20 Leuten ankam.
Auch unsere zweite Unterkunft in Etoshe, Halali Camping hat uns gut gefallen. Schnell unsere Zelte aufbauen, grillen, essen und ab zum Wasserloch. Es ähnelt dem von Okaukuejo und wir hatten einen abwechslungsreichen Anblick (3 Nashörner, 21 Elefanten, 1 Hyäne und 1 Leoparden!!!). Danach schnell in unsere Zelte und die warmen Schlafsäcke, Augen zu und abschnarchen.
Am neuen Morgen, schafften wir es tatsächlich mal um 6 Uhr auf zu brechen. Von Wasserloch zu Wasserloch ging es mit tollen Tiersichtungen. Etosha eine super Sache. Sehr trocken und staubig aber dennoch immer wieder gerne. Am Ausgang wurden wir von einer "netten Beamtin" befragt und unsere Fleischvorräte wurden eingezogen. Ob dies so OK war? Naja hoffe es hat Ihr geschmeckt. Über das Lindequist Gate ging es nun nach Grootfontein zur Tigerquelle Guestfarm. Dort wurden wir von dem Besitzer, dem Mäusel, herzlich empfangen.
Seine Hunde brachten uns zu unserer Campsite (wurde noch nie von Hunden, ca. 10 Min durchs Gelände geführt!!) und bewachten uns die ganze Nacht. Super Sanitäranlagen und echt schöne Campsites. Zum Abendessen wurden wir vom Mäusel bekocht. Es gab ein hammerhaftes Abendessen (Elandschnitzel mit Unmengen toller Gemüsevariationen). Die Jungs durften den Pool nutzen und wir entspannt im Garten und auf der Terrasse.
Nach dem Frühstück wurde uns die Farm gezeigt und wir bekamen einen Einblick in das afrikanische Arbeitsleben. Es gab Oska den Eber mit seinen Damen, Rinderherden, schlafende Arbeiter in Schubkarren und Frauen die hier einiges kontrollieren. Der Mäusel war ein netter Gastgeber und es hat uns sehr gut gefallen. Nachdem wir unseren Wassertank, Fleisch- und Gemüsevorräte aufgefüllt hatten, ging es weiter nach Tsumkwe zu einem Historic Living Village, welches von den Ju/Hoansi-San betrieben wird.
Dort lernten wir Johannes kennen der uns sein Dorf mit Schule, Garten und den üblichen Unterkünften zeigte. Im Anschluß brachte er uns zu unserer Campsite und wir konnten eine Nacht auf einem extrem romantischen Stellplatz verbringen. Die San kümmerten sich sehr um uns und versorgten uns mit Feuerholz und einem sehr sauberen Stellplatz. Für den kommenden Tag hatten wir uns mit Johannes und seinen Leuten für einen gemeinsamen Tag verabredet.
DillingerThemenstarter796 Beiträge · seit 201527. Nov. 2016 · #5
Nach dem Frühstück trafen wir Johannes und seine Freunde, nun in traditionellem Umfeld. Das Leben von früher wurde uns gezeigt und wir wurden zum Mitmachen animiert. Wir hatten erst Bedenken vor einer solchen Aufführung, änderten aber unsere Meinung von Minute zu Minute bis zur totalen Begeisterung. Es wurde getanzt, gejagt, Schmuck und Bögen gebaut, geraucht und Wasser gesucht und wir machten bei allem mit. Diese Menschen mit Ihrer Lebensfreude und Begeisterung, uns Ihre traditionellen Lebensweise zu zeigen, werde ich nie mehr vergessen.
Nach diesem tollen Tag ging es in die Einsamkeit zum Baobab Camping. Weit ab von jeder Zivilisation wurde es langsam dunkel und wir fanden keine Campsite. Nachdem langsam Verzweiflung im Auto aufkam, tauchten am Horizont plötzlich, in der untergehenden Sonne, gewaltige Baumriesen auf. Solche Bäume mit diesen Ausmaßen, hatten wir noch nie gesehen. Schnell wurden die Zelte aufgeschlagen und das Essen zubereitet. Dies war ein magischer Ort der einem das Gefühl der absoluten Einsamkeit vermittelt hat. Sauber und ordentlich, allerdings absolut einsam und sehr einfach. Keine Sanitären Anlagen oder Wasser.
Nach einer sehr stillen und kühlen Nacht ging es nun zu einem echten Höllenritt. Wir hatten eine über 8 Stunden lange Fahrt nach Divundu, durch Botswana vor uns. Die Strecke beinhaltete eine Ausreise aus Namibia, eine Einreise nach Botswana, eine Ausreise aus Botswana und eine Einreise nach Namibia und alles über die abenteuerlichsten Straßen die ich bisher befahren hatte. Tiefsandpassagen, Monster-Schlaglöcher, Baustellen und vieles mehr, machten die Strecke unendlich lang und die Grenzschließung bei Divundu rückte immer näher. Wir schafften die Strecke und wurden mit einer super Unterkunft im Ngepi Camp belohnt.
Old Women1'543 Beiträge · seit 201327. Nov. 2016 · #6
Hallo Dillinger, Afrika ist sooo schön, das weißt nun auch du. Wie hat es deinen Kindern gefallen? Vielen Dank für das Teilen deiner Erlebnisse. Herzliche Grüße Beate
DillingerThemenstarter796 Beiträge · seit 201527. Nov. 2016 · #7
Hallo Beate,
du hast absolut recht, Afrika mit Land, Menschen und der Tierwelt ist der absolute Hammer. Meinen Jungs hat es super gefallen. Wir sind über 4.000 km gefahren und es gab kein Wort des Unmutes. Im Gegenteil, wir hatten eine echt gute Stimmung. Gruß Markus
Am Ausgang wurden wir von einer "netten Beamtin" befragt und unsere Fleischvorräte wurden eingezogen. Ob dies so OK war?
Ja, war es! Die Grenze des Etosha ist gleichzeitig der Vet Fence.
LG Logi
DillingerThemenstarter796 Beiträge · seit 201528. Nov. 2016 · #9
Unser "Baumhaus" mit Terrasse über dem Kavango River war für zwei Tage unser traumhaftes Zuhause. Schlafen, duschen und leben im Freien, aus dem Bett mit dem Fernglas Elefanten, Büffel und Hippos beobachten, der Hammer. Tagsüber machten wir einen Ausflug in den Mahango Nationalpark (sehr schöner Park mit vielen Tieren) und zu den Popa Falls (naja, muß man nicht gesehen haben). Den Abend haben wir mit einigen Getränken an der Bar und einer Flasche Wein auf unserer Terrasse, bei Vollmond und Hippogegrunze ausklingen lassen. Unsere Jungs genossen Wlan und konnten testen, ob Ihre Handys noch funktionieren. 😉 Auch meine Mutter hatte bereits aus Deutschland die Damen der Rezeption aufgemischt um zu erfahren, ob die Familie heil im Camp angekommen ist. Hat am Abend an der Bar, bei uns und den Mitarbeiter, für einige Lacher gesorgt.
Nach einer erholsamen Nacht und einem üppigen Frühstück ging es weiter zu unserer nächsten Unterkunft. Nach 3 Stunden und einer ruhigen Fahrt (eine Herde von einigen Elefanten kreuzte die Straße) erreichten wir das Livingstones Camp. Zwischendurch ein kurzer Besuch in einem Kiosk. Die Campsite war super. Wir hatten unsere eigenes Küchengebäude mit Dusche und Toilette. Alles super sauber und ordentlich. Am Ankunftstag drehten wir noch eine Runde durch den Mamili-Nationalpark, der uns jedoch wegen der extremen Trockenheit nicht so gefallen hat.
In der Nacht wurde das Kuschelzelt von merkwürdigen, unheimlichen Geräuschen wach gehalten. Wie sich herausstellte handelte es sich um Perlhühner!!! 😄 Mittlerweile waren wir ein echt gut eingespieltes Team. Zelte aufbauen, Feuer mach, Kochen, usw. alles ging sehr schnell, weil alle mitmachten. Unseren zweiten Tag im Livingstone Camp verbrachten wir mit Pirschfahrten im Mudumu-Nationalpark. Toller Park, nur wir und tausende Elefanten. Einmal gerieten wir etwas in Bedrängnis: Tiefsandpiste, vor uns Elefanten, anhalten und schauen, Elefanten kommen näher, zurück geht nicht weil auch Elefanten, rechts und links? auch Elefanten. Also Motor aus, ruhig verhalten und die grauen Riesen bestaunen. Wir waren mittendrin in einer sehr großen Herde. Der Hammer, mit Garantie für zitternde Knie und einen sehr beschleunigten Puls.
Nach einiger Fahrzeit durch sehr tiefen Sand gelangten wir an eine Stelle, die dem Paradies sehr ähnlich sein muß. Oberhalb einer Flussbiegung machten wir eine Pause und konnten aus unserem Wagen raus. Eine atemberaubende Stelle, mit badenden und tauchenden Elefanten, jeder Menge bunter Vögel und einer einfach mystischen Stimmung. Könnte das der Horse Shoe gewesen sein??
Pünktlich zum Sonnenuntergang erreichten wir unser Camp und krochen müde in die Dachzelte.
Nach einem guten Frühstück in der einsamen Wildnis, ging es zurück in die Zivilisation nach Kasane.
felix__w705 Beiträge · seit 201428. Nov. 2016 · #10
Wir haben diesen Herbst einen ähnliche Route mit unseren Jungs (13+15) gemacht. So verfolge ich diesen Bericht gespannt (ich bin auch gerade am Schreiben).
DillingerThemenstarter796 Beiträge · seit 201528. Nov. 2016 · #12
Tag 12 unserer Reise ist angebrochen und wir verlassen die Wildnis und brechen nach Kasane in Botswana auf. (Das Schreiben im Präsens macht mir mehr Spass, daher wechsele ich ab nun in die Gegenwart 😊 ) Der Grenzübergang gestaltete sich leider etwas zäher, da vor uns ein Bus einreisen möchte und bei mir der Nachweis der gezahlten oder auch nicht gezahlten (ich habe bei all den Grenzformalitäten den Überblick verloren) Straßengebühr fehlt. Komisch, dass diese erst beim zweiten Einreisen nach Botswana gefordert wird. Nachdem uns noch ein Päckchen Schinken abgenommen wird und wir durch die braune Desinfektionsbrühe gelatscht sind, dürfen wir einreisen. Ein Mangel an unserer Superkarre hat sich nun doch gezeigt, bei größerem Geruckel (und wo in Afrika ruckelt es beim Fahren nicht? ) löst sich die Stromverbindung zu unserem Kühlschrank. Dieses Problem wurde jedoch von unserem technisch sehr fitten Sohn Simon schnell erkannt und behoben. Übrig blieb nur etwas matschiges, in geschmolzener Butter schwimmendes, übel riechendes Gemüse-Käse-Obstgemisch.
DillingerThemenstarter796 Beiträge · seit 201528. Nov. 2016 · #13
In Kasane angekommen würde ich gerne etwas Geld aus einem Automaten beziehen. Doch auch der Dritte von uns gefundene und getestete ist außer Funktion, naja versuchen wir es halt am Abend nochmal. Schnell unsere Unterkunft, die Chobe River Cottages gesucht und das Zimmer bezogen. Nette und saubere Unterkunft für eine Nacht. Katzenwäsche und alle Mann auf die Toilette und weiter gehts zu dem gebuchten Sundowner Cruise auf dem Chobe. Dieser startet in der neben an gelegen Water Lilly Lodge und ist einer der absoluten Höhepunkte. In der Bar lernen wir unseren Bootsführer kennen und bunkern einige sehr kalte Getränke. Ab gehts auf das Bötchen und uns wird eine unvergleichliche Vielfalt an afrikanischen Tieren, zum anfassen nahe, gezeigt. Der Sonnenuntergang mit Elefanten im Hintergrund und einem kühlen Getränk in der Hand erzeugt bei mir, auch jetzt wenn ich darüber berichte, noch eine Gänsehaut.
Und nun noch ein wenig Sonnenuntergang:
Nach diesem super Sundowner Cruise gehen wir, mittlerweile im dunkeln, auf die suche nach einem Lokal zum Abendessen. (Geldautomaten immer noch ohne Funktion) Wir landen im Old House, einem echt schönem Restaurant. Freundlicher Service mit kaltem Bier und etwas zähem Fleisch. Meine Sorgen wegen der immer noch fehlenden Pulla sind unbegründet, da hier bezahlen mit allen Kreditkarten und sogar meiner EC-Karte kein Problem ist. Auf dem Fußweg zu unserer Unterkunft, rennen noch Unmengen Warzenschweine, mitten in der Stadt, über die absolut unbeleuchtet Straße. Das es hier nicht alle 5 Minuten kracht verwundert mich doch sehr.
Nach diesem tollen Tag gehts ab ins richtige!!! Bett. Am Morgen besuche ich die alt bekannten Geldautomaten und wer hätte es gedacht, sie geben Geld. Dies ist bereits aus weiter Ferne an den etwa 100 Meter langen Menschenschlangen erkennbar. Also weiter ohne Pulla. Aufstocken unser Vorräte (einschl. Unmengen an Feuerholz, da uns gesagt wurde das in den nun folgenden Parks kein Holz gekauft werden kann) für die kommenden 5 Tage. Erstaunlich was man in einem Auto so alles Unterbringen kann. Auf dem Parkplatz finde ich eine Wechselstube und bekomme die so ersehnten Pullas. Nun nur noch Getränke bunkern und es kann losgehen. Leider müssen wir noch eine 3/4 Stunde warten bis sich die Pforten zum Getränkehimmel öffnen 😠 . Schnell noch Vollgetankt und ab gehts zur legendären Chobe River Front und unserem nächsten Ziel dem Ihaha Camp. Im Tagebuch meiner Frau steht: "Wir sehen zahlreiche Elefanten, Giraffen, Affen, Büffel, Impalas!! EIN TOTALER WAHNSINN!" und es ist echt der Hammer. Eine Strecke für Männer die nicht nur auf Asphalt fahren möchten und Tiere zum anfassen mit herrlichen Blicken auch den Chobe.
Eulenmuckel2'097 Beiträge · seit 200629. Nov. 2016 · #14
Hallo Markus,
wir haben euren bisherigen Reisebericht gelesen und freuen uns vor allem über eure Begeisterung. Ihr wart sicherlich nicht zum letzten Mal im südlichen Afrika unterwegs. Die Runde war ja auch sehr abwechslungsreich. Besonders die Tour durch Chobe und Moremi ist für das erste Mal schon recht anspruchsvoll. Am 1. August haben wir übrigens auch in Third Bridge übernachtet (Nr. 3). Vielleicht sind wir also dort aneinander vorbeigefahren. Im Livingstone's Camp hat es uns auch super gut gefallen. Freuen uns auf die weiteren Erlebnisse.
DillingerThemenstarter796 Beiträge · seit 201529. Nov. 2016 · #16
Habe leider nur ein Bild von den Leuten auf Platz 1, ist aber die Nacht mit dem Hyänen gejammer und dem morgentlichem Wildhundrudel Besuch gewesen. Die Wildhunde haben wir leider nicht gesehen, die sind zu schnell hinter dem Waschhaus verschwunden. Third Bridge hat uns gut gefallen und du hast recht, wir würden sofort den gleichen Urlaub noch mal machen.
DillingerThemenstarter796 Beiträge · seit 201529. Nov. 2016 · #17
Am Gate müssen wir unsere Reservierungen vorzeigen, werden auf Platz 5 geschickt und gefragt wie viel Feuerholz wir gerne hätten. Einen Rat bekommen wir noch mit auf den Weg, wir sollen aufpassen, da mehrere Löwen im Camp gesehen wurden. Der Ranger hatte ein solches Grinsen im Gesicht, dass wir seinen Worten nicht recht glauben schenkten (meine Frau drohte mit Abreise). Vorweg genommen, wir haben keine Löwen gesehen unsere Freunde einen Tag nach uns sehr wohl.
Nach dem das Abendessen zubereitet ist geben wir uns dem Sundowner hin und geniessen diesen unbeschreiblich schönen Ort.
Morgens noch im Dunkel werde ich durch Plätschern und Grunzlaute geweckt. Zeltplane hoch und Fernglas ans Auge. Und ab jetzt nur noch staunen und schnell den Rest der Familie geweckt. Auf der anderen Flussseite alles schwarz, schwarz vor Büffel und alle wollen zu uns. Wie an einer Perlenschnur überqueren unzählige (sicher um die 2.000 und das ist keine Übertreibung) den Fluss vor unserem Standplatz. Meine Frau möchte noch alles einpacken und den Platz räumen, doch wir entscheiden uns für das Richtige und bleiben ganz still und unbeweglich in unseren Dachzelten. Die Büffel umringen unser Auto und es dauerte 2 Stunden bis wir die Zelte verlassen können. Mehr Spannung und Natur zum Anfassen nahe kann es kaum geben. Eine tolle Erfahrung für uns alle.
Nach diesem aufregenden Start in den Tag, geht es nun weiter entlang der Chobe Riverfront. Was wir hier zu sehen bekommen, stellt jeden Tierfilm in den Schatten. Naja da gibt es schon tolle Filme, aber hier ist es wunderschön. Uns faszinieren große Pelikanschulen beim Fischen, ein atemberaubender Kampf zweier Giraffenbullen und große Herden an Zebras. Im Nachhinein muss ich anmerken, dies war eine der absolut schönsten Tagesetappen und gründliche Leser mögen es mir verzeihen, dass ich fast jeden Tag als den Schönsten und mit Superlativen ausschmücke. (War aber auch ein echt toller Urlaub.)
Nun mußten wir den Fluss verlassen 😊 und es geht für die kommende 3 Stunden in den Tiefsand, durch den Chobe Forest, nach Savuti. Reifendruck absenken und mit Bleifuß hinter zwei Ranger-Autos durch den Sand. Die Jungs kennen die besten Spuren und dies nutzen wir aus und hängen uns an Ihre Stoßstangen. Eine echt heiße Fahrt.
Begrüßt werden wir im Savuti Camp von badenden Elefanten im Schlamm vor dem Eingang und dem Hauselefanten im Camp. Leider ist unser reservierter Platz nicht frei (einige nicht mehr auffindbare Säcke, haben den Platz belegt) und wir landen auf einem Notplatz. Die Nacht ist etwas unruhig, erst stört ein Generator und danach werden wir von einem Elefanten an unserem Dachzelten wachgehalten. Naja unsere Jungs schlafen den Schlaf der Gerechten und ich beobachte den Elefantenbullen zwischen unserem Tisch und dem Dachzelt, also auf ca. 1,50m.
Tag 15 beginnen wir sehr früh und brechen ohne Frühstücke auf nach Xaxanaxa.
felix__w705 Beiträge · seit 201429. Nov. 2016 · #18
Dillinger schrieb:Einen Rat bekommen wir noch mit auf den Weg, wir sollen aufpassen, da mehrere Löwen im Camp gesehen wurden. Der Ranger hatte ein solches Grinsen im Gesicht, dass wir seinen Worten nicht recht glauben schenkten (meine Frau drohte mit Abreise).
Uns wurde das auch gesagt und am Morgen fragte der Ranger, als er den Abfall leeren kan ob wir den Löwen gesehen hätten. Dann zeigte er 2m hinter dem Auto die grossen Löwenspuren. Wir hatten ihn brüllen nur gehört. Eventuell hatte es deswegen ausser ein paar Impalas nichts auf dem Platz oder in der Chobe-Ebene vor Ihaha (immer so wie dein zweites Foto).
Wir waren in Third Bridge auch auf Platz 2. Der gefiel uns sehr gut.
DillingerThemenstarter796 Beiträge · seit 201530. Nov. 2016 · #19
Savuti Camping finden wir nicht so prickelnd und verlassen zeitig das Camp Richtung Xaxanaxa. Unterwegs besteigen wir, als erfahrene Steiermark-Urlauber (Anmerkung: die Steiermark liegt nicht in Afrika sondern in Österreich 😗 ) den "einzigen" Berg Botswanas, auch mal ein komisches Gefühl, durch Büsche und Felsen auf einen Hügel zu klettern, ohne den Schutz des bereits an den Hinter angewachsenen Autos. Im Hinterkopf immer den Gedanken, würde ein Löwe hinter dem nächsten Felsen eher unseren Jüngsten oder doch eher den etwas fülligeren Vater nehmen? Wir kommen am Gipfelchen an ohne Schlangen, Löwen oder sonstige Tiere zu sehen 😉 . Belohnt werden wir mit einem 360° Rundblick über eine herrliche Landschaft.
Auch den Abstieg schaffen wir problemlos und finden die im Führer angepriesenen sehr, sehr alten Felszeichnungen. Für uns sehen sie eher so aus, als hätte die jemand vor einer Woche für die Touristen neu an den Felsen gepinselt.
Weiter geht der Weg durch eine sehr trockene und äußerst üble Strecke. Unserem Expeditionsfahrzeug und vor allem der Federung wird alles abverlangt. Nach 30 Minuten fahrt (also gar nicht so weit von unserem Hügel) finden wir endlich unsere ersten und einzigen Löwen (mal abgesehen von einem Löwen auf 200 Meter und für 10 Sekunden in Etosha) in freier Wildbahn. Ein tolles Erlebnis diese Tiere zu beobachten.
Nach einem nun endlosen Höllenritt checken wir aus dem Chobe Park aus und erreichen über die Transitstrecke den Moremi Nationalpark. Nach Erledigung der üblichen Eintrittsformalitäten haben wir noch eine nette Pirschfahrt zu unserer Campsite Xaxanaxa Nr. XA5. Eine herrliche Campsite für die kommenden zwei Tage. Habe ich übrigens erwähnt, dass es überall Feuerholz gibt und dass, das in Massen in unserem Auto lagernde Holz unnötig mitgeschleppt wurde und mir etliche Bierdosen zerlöchert hat? Naja gab es halt am Ende unserer Reise noch ein größeres Lagerfeuer. Nun noch schnell die Zelte aufgestellt, Feuer gemacht, lecker gegessen und ab in die Federn. Eine Befürchtung kommt langsam auf, die Rotwein und wichtiger noch die Trinkwasservorräte neigen sich doch sehr gegen Null und unser Autotankwasser müffelt sehr verdächtig. Tja, wir sind wohl doch Afrikaneulinge, obwohl wir dem Staub und Schmutz nach, aussehen als würde wir nie etwas anderes machen, als Botswana zu durchqueren. Am Morgen starten wir nach einem gemütlichen Frühstück in der Sonne zur Pirsch. Die Region ist auch sehr trocken und es gibt kaum Tiere. Doch als wir unsere Köpfe bereits hängenlassen, entdecken wir einen Leoparden der sich sogar noch fotografieren lässt, ehe er im Busch verschwindet.
An einem der noch wenigen Pools erleben wir ein besonderes Naturschauspiel. Der ehemalige See ist bis auf wenige Quadratmeter ausgetrocknet und in Ihm tummeln sich hunderte, etwa 1m große Welse und ein riesiges Krokodil. Kroko öffnet das Maul, das Wasser fängt an zu kochen durch die panischen Welse und zack, ein Wels 50 cm links und 50 cm rechts des riesigen Maules und der Rest dazwischen. Da das Kroko den Wels nicht durchbeissen kann, fängt es an sich 1 oder 2 Meter aus dem Wasser zu katapultieren und den Fisch dabei vor rechts nach links zu schleudern, um Ihn zu zerreissen. Dies gelingt nach mehreren Versuchen und zwei Welsteile fliegen durch die Luft, die von wartenden Fischadlern schnell gesichert werden. Der mittlere Teil des Fisches bleibt dem Kroko. Noch oft , nach unserer Reise, bei einem Blick auf das andauernd trockene Wetter, fragen wir uns, wie es dem Uhrzeitriesen in seiner doch sehr ausgetrockneten Pfütze ergangen ist.
Nach einer kurzen Mittagspause im Camp, starten wir zu einer erneuten Pirschfahrt zu den Paradiespools, die wir bei einer super Abendstimmung erreichen. Diese Gegend ist der absolute Hammer, traumhaft schön und besitzt etwas magisches. Tiere sehen wir kaum, was daran liegen könnte, dass sich hier Löwen rumtreiben sollen. Leider bekommen wir diese Könige nicht zu sehen. Und nun ist es soweit, eine erste Wasserdurchfahrt steht an (man könnte auch drumherum fahren). Nach kurzer Diskussion und einer familiären Abstimmung steht es 3 (2xJungs und ich) zu 1 (meine Frau) und es geht ab ins Wasser. Die Reifen wurden gerade mal feucht und die Durchfahrt hat unter Protest der weiblichen Mitreisenden problemlos funktioniert.
Zurück im Camp werden wir von unseren wild winkenden Nachbar empfangen. Der Grund ist schnell erkannt, ein alter Elefantenbulle nascht Früchte unter unserem Stellplatzbaum. Wir warten ob er den Platz freiwillig räumt, was er natürlich nicht macht. Also ab ins Auto (nur ich, Familie in sicherem Abstand) und langsam auf Ihn zu. Sowas sollte man sicherlich nicht unbedingt machen aber er legte absolut kein aggressives Verhalten an den Tag. Nach etlichen hin und her und Motorgeheule wurde es Ihm doch zu doof und er trollte sich.
Wir im letzten Licht die Zelte aufgeschlagen, gegessen und ab ins Bett. Es kam wie es kommen mußte. Der Elefant kommt mitten in der Nacht zu seinem Obstbaum zurück und hält durch seine Atem- und Schmatzgeräusche meine Frau für einige Stunden sehr wach. Fazit, klaue niemals einem Elefanten seinen Lieblingsbaum. Am Morgen ging es los, Richtung Third Bridge.
PEPetz081577 Beiträge · seit 201030. Nov. 2016 · #20
Danke für diesen schönen Bericht. Wir planen gerade unsere Tour August 2017 und ich war gerade auf der Suche nach einem Boattrip auf dem Chobe. Das haben wir 2013 nicht gemacht und wollen es nun nachholen. Traum war ja 2 Nächte auf dem Hausboat, aber das ist uns wirklich zu teuer. Die Erfahrungen mit den Geldautomaten haben wir auch gemacht. Da kommt man ganz schön ins schwitzen. In Divundu waren alle Automaten defekt und wir hatten eine Panne am Auto. Die "Werkstatt" nahm nur bares, da waren unser Tankgeld fast weg und kein Bargeld in Sicht. Ngepi Camp fanden wir auch super. Dort hatten wir eine phantastische Fahrt mit einem Einbaum - zum Glück ging dort Kartenzahlung! Bei deinen Bildern bekomme ich schon wieder fernweh! Lieben Gruß Petra