DillingerThemenstarter796 Beiträge · seit 201501. Dez. 2016 · #21
Hallo Petra,
unser Sundowner Cruise wurde über die Water Lily Lodge durchgeführt. Hat alles super funktioniert und war der absolute Hammer. Kann ich uneingeschränkt empfehlen. Muss jedoch anmerken, dass ich auch keine anderen kenne, nur die Boote die wir noch so gesehen haben waren oft total überfüllt. Da hätte ich keine Lust dazu gehabt.
DillingerThemenstarter796 Beiträge · seit 201502. Dez. 2016 · #22
Die Fahrt nach Third Bridge Camping ist toll und macht eine Menge Spaß. Auf der Suche nach einer Wasserstelle verlässt uns unser Navi und wir folgen einem Weg der kaum zu erkennen ist und nach einer halben Stunde, sich so langsam im hohen, dürren Gras verliert. Wir haben keine Ahnung wo wir sind und wo es langt geht. Zurück ist eine schlechte Option, da sicher ein Umweg von 2 bis 3 Stunden. Also langsam durch das hohe Gras weiter in die vermutete Himmelsrichtung. Extremes aufpassen auf Termitenbauten oder andere versteckte Hindernisse im hohen Gras. Nach unendlichen 20 Minuten erscheint auf dem Navi ein Weg und wir haben unsere Orientierung zurück. Ist ein komisches Gefühl, in der Weite Botswanas die Orientierung zu verlieren. Im Gegensatz zu den meisten Gebieten die wir in Namibia, besonders auch im Etosha kennen gelernt haben, ist man in den Parks Botswanas, eher sehr einsam unterwegs. Wir sind oft Stunden auf Achse, ohne auch nur einen anderen Menschen zu treffen, ein absolut neues Gefühl, das man im Rhein-Main-Gebiet so sicher nie empfinden kann. Für mich macht dies, gerade den Reiz einer solchen Reise aus. Ach ja, unsere Trinkwasservorräte sind erschöpft. Nun gibt es nur noch Bier und stinkendes, braunes Wasser aus den Tanks von Xaxanaxa. Kurz vor Third Bridge kommen wir noch durch ein kleines Dorf mit einem Kiosk. Leider gibt es kein Wasser, nur eine komische Pfeffer Cola, die ich noch nie gesehen habe. 4 Dosen gekauft, mit absoluter Lust geöffnet, getrunken und das Gesicht verzogen. Übles Getränk nach dem einem der gesamte Mund- und Rachenraum brennt. Habe ich erwähnt, dass es hier Brennholz in un rauen Massen gibt?
Und dann kommt die berühmte Brücke in all Ihrer Bracht in Sicht. Im Internet 100mal gesehen und nun steht man selbst vor diesem Knüppeldamm. Drei Autos lassen uns, ganz Gentleman, den Vortritt. Wir mutig los und hoppeln über die Knüppel, um am Ende doch erstaunlich tief in das Wasser abzutauchen. Alles kein Problem, die hessischen Superhelden schaffen es locker. Bei der Aufstellung für das obligatorische Selfie, trauen sich auch die übrigen Helden über den Fluß.
Kurz auf der Campsite angemeldet und..... Das kleine Gebäude im Hintergrund des letzten Bildes, ist ein nagelneuer Kiosk. Dies bedeutet Wasser!!!!!!!! Wir beziehen unseren echt schönen Stellplatz Nr. 2 und machen eine Pause. Kurz nach Mittag, brechen wir zu einer Mokoro Tour nach Mboma Island auf. Der Weg ist toll, nur die letzten 800 Meter bestehen aus heftigem Tiefsand, der unserem Motor alles abverlangt. Die Leute an der Boot-Station sind sehr nett und erzählen einiges von Ihrem doch sehr einsamen Leben in dieser Wildnis. Wir starten zu einer absolut entspannten Mokoro Tour. Unser Jüngster Moritz meint nach 10 Minuten zu mir: " Papa, dass ist der Hammer hier, ich entspanne total und kein Motor brummt." Recht hat er und wir geniessen das ruhige dahingleiten der Einbäume.
Entspannung pur! Zurück am Anleger, gönnen wir uns noch ein kühles Getränk und fahren langsam zurück zur Campsite.
DillingerThemenstarter796 Beiträge · seit 201502. Dez. 2016 · #23
So etwa eine Stunde vor Third Bridge finden wir ein festgefahrenes Auto im extremen Tiefsand. Kuhfänger und der gesamte vordere Teil des Autos ist ziemlich demoliert und mit diversen Schnüren gesichert. Am Auto steht eine sehr verzweifelte französische Familie mit zwei Mädels im Alter unserer Jungs. Wir halten an und fragen was los ist. Die Franzosen wollten mit drei Autos zur Mboma Boots Station um von dort zu einem Zeltcamp im Delta, per Einbaum, über zu setzten. Alle drei Wagen hatten sich festgefahren und bei den Befreiungsversuchen wurde, in der Verzweiflung auch mal das Abschleppseil am Kuhfänger befestigt. So sieht das Auto nun auch aus. Zwei Wagen haben Sie nach drei Stunden flott bekommen und die sind ohne die letzte Familie zurück nach Third Bridge gefahren. Ich habe dies nicht so ganz verstanden, bin aber auch kein Franzose. Wir fragen on wir helfen können und merken, dass die Familie völlig mit den Nerven am Ende ist, Sie wollten gerade die Dachzelte für die Nacht aufbauen. Ich biete Ihnen mein Satfon an und da fliesen die Tränen der Erleichterung. Nach kurzer Besprechung hänge ich Ihr Fahrzeug an unsere Superkarre und ziehe Sie ohne größere Probleme aus dem Sand. Was unsere europäischen Nachbarn mit drei Autos mehrere Stunden gemacht haben wird sich mir nie erschliessen. Habe jedoch den Eindruck, dass der Fahrer mit der Geländesituation total überfordert ist und von Kleinigkeiten wie Luft ablassen, noch nie etwas gehört hat. Wir fahren mit den Franzosen zurück im Konvoi, da Sie extreme Angst hatten sich nochmals festzufahren. Im Camp kommt uns der Rest der französischen Truppe entgegen und hat einen Wildhüter LKW im Schlepptau. Wir werden herzlich verabschiedet und bauen schnell unser Nachtlager auf. Am Abend besucht uns eine Hyäne am Lagerfeuer und wir sind doch sehr verwundert, welche beeindruckende Größe diese Tiere haben. Um Sie zu fotografieren bin ich leider viel zu langsam. Dafür können wir die gesamte Nacht Ihre, doch sehr eigenen Lauten, lauschen.
Am Morgen begrüßt uns dieses sehr schöne aber unbekannte Tier. Nach kurzem Frühstück packen wir und werden doch tatsächlich noch von einem Affen beklaut. Er hat sich hinter dem Auto angeschlichen und sich Chips und andere Naschereien aus der Heckschublade geschnappt. Trotz wilder Verfolgungsjagd, lässt er es sich bereits auf der Flucht schmecken und schmeißt uns nur die lehre Tüte zu.
Leider bricht beim Zeltabbau, der bereits seit längerer Zeit wackelnde, Außenspiegel ab. Doch kein Problem, wir haben natürlich Panzerband dabei und können das kleine Malöhr beheben. Third Bridge hat uns sehr gut gefallen, wir hätten längen bleiben wollen. Die Fahrt nach Maun ist schön, aber anstrengend und wir können noch einige tolle Tiere beobachten. Elefanten 1m neben dem Fenster, bearbeitet doch sehr beeindruckend einen Baum. Unsere Jungs können sich im Autofahren üben, auch wenn der jüngste noch nicht ganz an die Pedale kommt.
Gegen späten Nachmittag erreichen wir Maun und unsere Unterkunft Discovery B&B. Wir werden sehr herzlich empfangen und entspanne in einem grünem Paradies, zurück in der Zivilisation.
Auch ein richtiges Bett und eine saubere Dusche lassen unsere Herzen höher schlagen.
felix__w705 Beiträge · seit 201402. Dez. 2016 · #24
Dillinger schrieb:Nach kurzem Frühstück packen wir und werden doch tatsächlich noch von einem Affen beklaut. Er hat sich hinter dem Auto angeschlichen und sich Chips und andere Naschereien aus der Heckschublade geschnappt. Trotz wilder Verfolgungsjagd, lässt er es sich bereits auf der Flucht schmecken und schmeißt uns nur die lehre Tüte zu.
Da ist uns (auch auf Platz 2) das selbe passiert. Wir hatten am zweiten Morgen einmal vergessen, alles zu schliessen. Er hat zuerst den Cornflakes Sack au gerissen und dann ein Tupper mit Resten (habe am Vorabend extra viel Pasta gekocht, damit wir am nächsten Mittag noch hätten ..) genommen.
Dillinger schrieb:Auch ein richtiges Bett und eine saubere Dusche lassen unsere Herzen höher schlagen.
Waren bei euch die Duschen in den Parks nicht sauber?
DillingerThemenstarter796 Beiträge · seit 201502. Dez. 2016 · #25
Hallo Felix,
doch, die Duschen sind alle OK gewesen. Alt und nicht immer warmes Wasser, jedoch im Großen und Ganzen recht sauber. Der Affendiebstahl wurde von dem Kerl so cool und genial durchgeführt, dass ich Schmunzeln musste. Das Bild, dass sich mir bot war einfach klasse. Der Affe mit vollen Händen und einem entsetzten Gesichtsausdruck, weil er gerade von uns entdeckt wurde, lautes Gebrüll von allen Beteiligten, aufspringende Kinder und eine Horde rennender Gestalten. Vorweg der Pavian, dahinter meine Jungs. Das hätte ich filmen müssen. Habt Ihr die Wildhunde gesehen, die sich da morgens rum treiben?? Wir hörten nur wilde Aufregung und die Rufe "Wild Dogs", waren jedoch zu langsam um sie noch zu sehen. Gruß Markus
felix__w705 Beiträge · seit 201402. Dez. 2016 · #26
Dillinger schrieb:Der Affe mit vollen Händen und einem entsetzten Gesichtsausdruck, weil er gerade von uns entdeckt wurde, lautes Gebrüll von allen Beteiligten, aufspringende Kinder und eine Horde rennender Gestalten. Vorweg der Pavian, dahinter meine Jungs. Das hätte ich filmen müssen.
Das war bei uns genau gleich. Die Jungs (und ein Angestellter) verfolgten den Affen schreiend und waren ziemlich wütend, dass ich feines Mittagessen weg war. Der Schwarze brachte dann später das leere Tupper zurück, das der Affe auf der anderen Seite der Brücke geleert hatte.
Dillinger schrieb:Habt Ihr die Wildhunde gesehen, die sich da morgens rum treiben?? Wir hörten nur wilde Aufregung und die Rufe "Wild Dogs", waren jedoch zu langsam um sie noch zu sehen.
Bei uns hatte es keine Wildhunde. Dafür einen Elefanten vor allem auf Platz 1 und Richtung Ablution. Und ich der ersten Nacht waren Hippos direkt vor unserem Zelt im 'Sumpf'. Hyänen haben wir in der Nacht nur gehört.
Third Bridge war für uns einer der schöneren Plätze (deutlich besser als Ihaha, Savuti und NorthGate/Khwai)
Über das kalte Wasser beschwerten sich die Jungs auch. Da es bei uns 35-40C hatte, duschten meine Frau und ich sowieso kalt. In Ghanzi war das Problem gerade umgekehrt: auch bei kaltem Wasser kam nur so heiss, dass man es fast nicht ausshielt.
DillingerThemenstarter796 Beiträge · seit 201505. Dez. 2016 · #28
Nach einem längerem Durchschnaufen in unserer grünen Insel der Erholung, und einigen kühlen Getränken, brechen wir auf zur benachbarten Okavango River Lodge, um dort unseren Abendhunger zu stillen. Nette Bar mit hübschen Blick auf den Fluß. Essen eher etwas eingeschränkt.
Essen war OK aber...... Nach fast einer Woche der Einsamkeit und Ruhe in der Natur, kommt einem ein Tisch am Ufer des Okavango, mit Feuer und netter Beleuchtung, jedoch bei leiser Musik und Gelächter vor, als ob man in Frankfurt am Main, am Römer unter hunderten japanischer Touristen, ein Handkäse mit Musik essen würde. Grausam. Heute, ein halbes Jahr später, könnte ich mir keinen besseren Ort für ein Abendessen vorstellen. So verschieden sind die Empfindungen bei einer solchen Reise. Daher brechen wir kurz nach dem Essen zu unserem sehr beschaulichem B&B auf und genießen dort noch in Ruhe einen Absacker am Lagerfeuer. Es ist der Wahnsinn, wie einen so ein par Tage in der Natur, verändern.
Recht früh am Morgen und sau kalt ist es auch noch, begeben wir uns zum Frühstück. Das weibliche Familienoberhaupt versucht immer noch verzweifelt, uns von dem geplantem Tagesprogrammpunkt abzubringen. Auch meine Mutter hat einiges versucht und geboten, dies zu erreichen. Leicht angesäuert wird meine Frau mit 3 (männliche) zu 1 (weiblich) überstimmt und wir brechen zu unserem Rundflug ins Delta auf. Schnell finden wir den Flughafen und unser Büro zur Ticketübergabe. Die Kreditkarte gezückt und die Nagelschere abgegeben, schon kann es losgehen. Nach kurzer Wartezeit in der "Abflughalle" werden wir auf das Rollfeld, zu unserer top modernen, sicher über 50 Jahre alten, 5-sitzigen Flugmaschine gebracht. Der Anblick dieses Oldtimers versetzt meine Frau nicht unbedingt in bessere Laune. Ein echt netter australischer !!! Pilot begrüßt uns und wir steigen ein.
Nach einem kurzen Start, sehen wir die gewaltigen Ausmaße des Deltas von oben. Auch wenn wir bei unserem 1-stündigem Flug nur den Rand kratzen, ist die Landschaft und das Wassernetz unglaublich. Mit dem Auto hat man den Eindruck alles ist extrem trocken und staubig, aber aus der Luft kann man die gewaltigen Wasserarme und Flächen erahnen. Auch meine Frau bekommt nach einigen Minuten ein etwas entspannteres Lächeln ins Gesicht. Wir Männer sind sowieso nur am Grinsen und genießen den Flug.
Man hat am Anfang einen Blick auf Maun und die Weitläufigkeit der Stadt, doch schnell sind alle Anzeichen von Zivilisation verschwunden und es gibt nur noch eine traumhafte Wasserlandschaft mit Inseln, Flüssen und Seen. Immer wieder können wir Elefanten, Giraffen, Hippos, Büffel und viele andere Tiere am Boden erkennen.
Leider geht der Flug viel zu schnell zu ende und wir verabschieden uns (Gott sei Dank, (Anmerkung meiner Frau)) von unserem sehr nettem Piloten. Der Flug war klasse und wir würden ihn sicher nochmals machen, nur etwas länger. 😎
Von Maun aus ging es zu unserer letzten Campsite, Sunnyside Camping.
_Matthias_284 Beiträge · seit 201406. Dez. 2016 · #29
Keine Angst, runter kommen sie alle 🤩 Schon alleine wegen der Gesichter deiner Jungs im ersten Bild im Flieger hat sich das Ganze doch schon gelohnt 🙂 Ich kann das total nachvollziehen, bin schon drei Mal übers Delta geflogen und es ist immer wieder toll. (Nur Flüge am Nachmittg können wegen der Thermik manchmal etwas "holprig" sein) Danke für den Bericht, schön dass es neben den ganzen Berichten der alten Hasen auch mal wieder Berichte mit Nachwuchs gibt.
DillingerThemenstarter796 Beiträge · seit 201506. Dez. 2016 · #30
Nach 4 harten und langweiligen Stunden über Asphalt biegen wir in der Nähe von D´kar, nach Süden zur "Grassland Bushman Lodge" ab. Wir wollen dort nur Campen, die Zimmerpreise auf dieser herrlichen Lodge, betragen (gerade nachgeschaut) heute als "Last Minute Special" für ein Doppelzimmer US$ 805. Habe dies gerade nachgeschaut. Auf dem Weg zur Lodge muß man ca. 70km, teils sehr tiefsandige Piste und etwa 25 Farmtore öffnen und schließen. Kurz vor dem Hauptgebäude stehen plötzlich zwei Nashörner auf wenige Meter neben unserem Auto. Begeistert beobachten wir diese faszinierenden Tiere.
Nach dieser doch sehr anstrengenden Fahrt werden wir von der Besitzerinn der lodge sehr freundlich begrüßt und nehmen erstmal eine Erfrischung im Hauptgebäude der Lodge zu uns.
Nach der kurzen Getränkepause brechen wir mit unserem Wagen, der eigentlich vorgesehene Geländewagen der Farm ist mit anderen Gästen noch auf dem Gelände unterwegs, mit einem sehr nettem und schüchternem San-Mitarbeiter zum gebuchten Großkatzenprojekt auf. Gemeinsam im Gehege mit Wildhunden und Löwen, können wir diese tollen Tiere noch mal ausführlich beobachten. Nach den Erlebnissen der letzten Tage, mit all den in freier Wildbahn lebenden Tieren, hat diese "Gatterschau" für mich etwas befremdliches. Auch wenn hier Löwen ein Zuhause gefunden haben, die sonst in den Farmgebieten erschossen worden wären.
Auch der sehr putzige Wildhundnachwuchs traute sich nach einigen Minuten, unter Aufsicht der skeptischen Eltern, nahe an unseren Wagen. Unser Guide bringt uns nach der Rundfahrt zu der etwas abgelegenen, aber hübschen und sehr gepflegten Campsite. In die Einsamkeit der Kalahari. Da wir die einzigen Gäste sind, können wir unseren Stellplatz frei wählen. Schnell facht der Guide noch ein gewaltiges Feuer unter dem Wasserbehälter an und lässt uns danach alleine.
DillingerThemenstarter796 Beiträge · seit 201506. Dez. 2016 · #31
Das Anheizen des Tanks hat nicht den gewünschten Effekt von heißem Wasser, meine Jungs fachen jedoch mit den ausgeliehenen brennenden 1 Meter langen Feuerscheiden ein ordentliches Lagerfeuer an. Wir bereiten uns auf die letzte Nacht im Dachzelt vor und beginnen mit den Vorbereitungen für unser letztes Essen am Feuer unter freiem Himmel. Hier in der Kalahari wird es doch empfindlich kälter als in den letzten Tagen. Schnell wird auch im Rücken unseres Sitzplatzes und unter den Stühlen, kleine Feuer und Gluthaufen in Position gebracht. Ein paar brennende Kohlen unter dem aller Wertesten, macht das Sitzen im Freien, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, doch wieder sehr angenehm.
Nachdem die Letzten Bier- und Weinvorräte verbraucht sind, kuscheln wir uns ein letztes Mal in unsere Dachzelte. Es wird die eisigste Nacht unserer Reise. Am Morgen wird unser Horrorzelt (also mein Sohn Simon und ich) sehr unsanft von eiskalten Tropfen, der an der Zeltplane hängenden und in der Sonne langsam schmelzenden Eiszapfen!!! geweckt. Um nicht komplett durchnässt zu werden, müssen wir panisch unser Dachzelt verlassen und schaukeln dabei unsere Karre so umher, dass auch schnell der Rest der Familie sich aus dem "Tussizelt" schält und wir unsere Morgentoilette bei frischen Temperaturen verrichten können.
Sobald die Sonne unsere durchgefrorenen Glieder erreicht, wird es sehr angenehm und man kann die Ärmel erneut hochkrempeln. Dieser sehr einsame Platz vermittelte uns in dieser Nacht und wir konnten es regelrecht spüren, nochmal die Größe, Einsamkeit und Weite dieses beeindruckenden Landes. Schnell unsere Sachen gepackt, den restlichen Proviant an unseren netten San-Guid verschenkt und ab ging es zurück, natürlich wieder durch alle Farmtore, zur Hauptstraße und Richtung Namibia. 550km bringen wir in 6,5 Stunden hinter uns und erreichen um 15.30 Uhr unser letztes Ziel die "Okambara Elephant Lodge".
DillingerThemenstarter796 Beiträge · seit 201506. Dez. 2016 · #32
Die Familien geführte Okambara Lodge ist ein Traum. Wir bekommen ein Turmzimmer mit gigantischen Ausmaßen und das gesamte Gebäude hat ein wenig etwas von einer Burg mit afrikanischem flair. Vor dem Gebäude wird man von Pfauen und Ziegen begrüßt. Nach einem herzlichen "Hallo" beziehen wir unser Zimmer. Mit einem kühlen Bier erforschen wir den weitläufigen Garten und die tolle Anlage mit Wasserloch, Geparden-, Leoparden- und Caracalgehege.
Vor unserer Abreise aus Deutschland gab es einen Wehmutstropfen, wir mußten unsere beiden Hunde Baghira (eine Brandlbracke) und Thora einen (Bayrischen Gebirgsschweishund BGS) zu Hause bei meiner Mutter lassen. Hierfür nochmal vielen Dank, falls du den Bericht lesen solltest. Auf der Terrasse der Lodge begrüssen uns 3 BGS, darunter ein Welpe, der exakt unserem Eigenem zum verwechseln ähnlich sieht. Absolut unglaublich.
Der Hauseigene Papagei ist der absolute Boss im Garten und nimmt sich was er möchte. Zumindest versucht er es.
Meine Frau mag das bunte Federvieh nicht so gerne und versucht Ihn zu missachten.
DillingerThemenstarter796 Beiträge · seit 201506. Dez. 2016 · #33
Auf Okambara treffen wir auch noch eine Reistruppe die wir am ersten Tag im Bwanana Hauptquartier bei Carsten Möhle kennen gelernt hatten. Sie hatten uns echt gute Ratschläge gegeben uns sind zu einer anderen Tour aufgebrochen und beendeten Ihre Reise, wie wir auf Okambara. Gemeinsam nehmen wir an einem Abend-Game-Drive teil (der einzige geführte Drive unserer Reise) und kommen nochmal in den Genuss eines herrlichen Sonnenunterganges mit Sundowner Getränken und einer super Nashornsichtung. Mama Nashorn mit Jungtier, meint unsere Truppe angreifen zu müssen und verfolgt uns recht flott über einige hundert Meter. Extrem schnell können diese Riesen sein und wir sind froh, dass unser Auto noch schneller ist.
In der großzügigen Halle der Lodge wird gemeinsam mit allen Gästen und den Eigentümern das gemeinsame Abendessen eingenommen. Bei einem großen Kaminfeuer und Kerzenschein wird ein vorzügliches und mit einheimischen, kulinarischen, Köstlichkeiten bestücktes Menü gereicht. Ein Absoluter Highlight sind das Zebragulasch und der hausgemachte Schinken.
Bei einem Verdauungsspaziergang auf der Terrasse werden wir von zahlreichen Stachelschweinen empfangen.
Zwei Tage entspannen wir an diesem tollen Ort und würden jeder Zeit hier nochmal verweilen. Leider gehen auch diese Tage wie im Flug vorbei und so müssen wir zu unserer letzten Etappe zurück nach Windhoek aufbrechen.
Diese hübsche Dame öffnet uns netter Weise das Farmtor. Zurück in Windhoek fahren wir zur Nachbesprechung zu Bwana Tucke-Tucke und treffen dort Carsten, der uns mit einem Grinsen und den Worten " Puh, alle vier sind zurück" begrüßt. Wir geizen nicht mit Lob für seine tolle Planung und Berichten von unseren Abenteuern die wir auf dieser super Reise erlebt haben.
Herzlich verabschieden wir uns von Carsten und auch von unserer parallelen Reisegruppe und starten Richtung Innenstadt, um unseren treuen Gefährte auf 4 fetten Rädern, mit einem weinendem Auge, bei Savanna abzugeben. Die Wagen Rückgabe klappt absolut problemlos, trotz einiger Kratzer, einem abgebrochenem Spiegel und hundert Tonnen Staub im Auto. Ich würde dort jeder Zeit wieder einen Wagen mieten, es gab nichts zu bemängeln.
Ein Mitarbeiter bringt uns zum Flugplatz und wir checken ein.
DillingerThemenstarter796 Beiträge · seit 201507. Dez. 2016 · #34
Leider geht nun unser Afrika-Abenteuer langsam zu Ende und wir warten am Flughafen auf unseren Rückflug. Etwas geschafft und voll mit neuen Eindrücken, ist die Stimmung etwas bedrückt.
Noch schnell im Duty free geschoppt, ich bekommen ein Verbot, die letzte Möglichkeit zum Biltong Einkauf zu nutzen, widersetze mich jedoch der Anordnung und erstehe 3 Päckchen. Mein Sohn bevorzugt eher süßere Teile.
Unser Rückflug verläuft planmäßig und ohne Vorkommnisse. Bei dem ersten Leuchten der Sonne über Deutschland, beginnen wir den Landeanflug und werden am Flughafen von meiner Mutter und unseren Hunden abgeholt.
So, unsere erste Reise nach Afrika ist zu ende und ich möchte mich bei allen bedanken, die Interesse an unserem Bericht gefunden haben und uns auf diesem Abenteuer Gesellschaft geleistet haben.
Eins möchte ich noch anmerken:
Wir waren noch nie in Afrika, wir waren noch nie Campen, wir haben noch nie einen Urlaub planen lassen. Aber es war wunderbar und wir fanden es alle super. Auch unsere Kinder sind von der Reise total begeistert, trotz der sehr langen Fahrstrecken. Mein Dank gilt Carsten Möhle, der mit seiner Truppe eine perfekte Route für uns vorgesehen hat. Ganz besonders bewundere ich meine Frau, die der ganzen Sache doch sehr skeptisch gegenüber stand, aber nun auch zu 100% vom Afrikafieber erfasst ist. Eine Situation wird mir nicht mehr aus dem Kopf gehen, unsere erste Elefantensichtung in freier Wildbahn. Wir am Straßenrand angehalten, da dutzende Elefanten links der Straße im Busch entdeckt wurden, Entfernung ca. 100 Meter. Einer der Elefanten, meinte zumindest meine Frau, stellt die Ohren und droht. Wir werden durch Silke zum sofortigen Rückzug und Weiterfahrt, wegen der Gefahr eines angreifenden Elefantenbullens aufgefordert. Er war wirklich über 80 Meter entfernt und hat nur wegen der Hitze etwas mit den Ohren gefächelt. Diese Angst hatte sich schnell erledigt und nur einen Tag später, wurden in aller Ruhe die grauen Riesen auf 5 Meter betrachtet und genossen. Auch die Angst vor Schlangen hat sich schnell gelegt. Einmal wurde mit Abreise gedroht, als sich ein längliches Teil im Busch bewegte. Gott sei dank handelte es sich nur um den Schwanz eines Waranes und wir konnten die Reise fortsetzen. An das afrikanisch Leben mußten wir uns erst gewöhnen, einkaufen in sehr überschaubaren Läden, Fleisch ohne Etiketten aus riesigen Kühltruhen kramen, keine Ahnung zu haben was man da kauft und essen wird, Getränke in kleinen Straßenkiosken kaufen, Tanken (eigentlich kein Problem, jedoch das Bezahlen immer wieder ein Abenteuer) usw. usw. usw. Ich möchte im Nachhinein nichts davon missen.
Namibia und Botswana sind geniale Länder mit echt netten Menschen und einer atemberaubenden Natur und Tierwelt. Wir haben nur an der Oberfläche gekratzt und werden sicher wieder kommen. Meine Planung für 2018 wir bald beginnen.
Ich hoffe Ihr hattet Spaß mit den 4 Schmidts aus Hessen.
Hallo Dillinger, ich habe euren Reisebericht und die schönen Bilder mit Genuss verschlungen. Ja, einmal Afrika erlebt, macht total süchtig!!! Ihr könnt nun lange davon träumen oder eine neue Tour planen. Danke, für den schönen Reisebricht 🙂 . Eine schöne Adventszeit wünscht euch
Paula
binca751'567 Beiträge · seit 201507. Dez. 2016 · #36
Hallo ihr 4 Schmidts aus Hessen,
auch ich habe euren Reisebericht begeistert mitgelesen und fühle mich seitdem inspiriert und motiviert, doch auch einmal das "Wagnis" Campen einzugehen... Für nächsten Sommer ist nun alles schon komplett durchgebucht, aber vielleicht 2019? 🤩 Wir waren im Juli das zweite Mal in Namibia. Mein Mann wollte nach unserer ersten Reise 2005 in dieses wunderschöne Land eigentlich auf dieser Tour schon unbedingt ein Dachzelt, nur ich habe mich geziert: das ganze Gepäck (ich bin eh leicht chaotisch...), die Kälte in der Nacht und dann das Ganze mit 2 fast 8jährigen...? Nee, lieber nicht... 😗 Die Empfindungen deiner Frau konnte ich genau nachempfinden. Ich war anfangs auf unserer Reise völlig nervös, als die Jungs allein draußen die Welt entdeckten. Wir hatten ihnen natürlich gesagt, dass sie niemals Steine einfach so mit der Hand anfassen dürften wegen der vielen kleinen Tiere etc... Natürlich entwickelten die Kids ihre eigene Haltung dazu und gingen damit etwas anders um. Mein Mann war da um einiges entspannter... 😎 Aber irgendwann erwartete auch ich nicht mehr den todbringenden Skorpion in jeder Felsspalte und konnte mich sehr entspannen, gerade weil die Kinder so große Entdeckerfreude an allem entwickelten... 😁 Für nächsten "Sommer" habe ich mir jetzt erstmal das Linksfahren als kleines Ziel vorgenommen... Danke nochmal an alle Ladys vom Forumstreffen in Hermannsburg für den großartigen Zuspruch! Der Toyota Hilux ist mit Zweitfahrer gemietet, ich muss also ran... 😛
Tja, nochmals danke! Ich bin jetzt tatsächlich so richtig gedanklich ans Campen herangeführt worden... Und 2019 wären die Kinder 11 Jahre alt. Wahrscheinlich ein geeignetes "Campingalter"... 😉
MatzeHH441 Beiträge · seit 201407. Dez. 2016 · #37
Als wir das erste mal mit unserer Tochter in NAM waren, war sie knapp 2 jahre alt. Unser Sohn gerade 16 Monate beim ersten Mal, Töchterlein dann 4. Sie erinnert sich immer noch daran wie der Elefant in der Etosha direkt vor dem Auto Pipi gemacht hat. Jetzt ist sie 19 Es geht alles wenn man will 😉
Fahrt einfach los !
Danke und Gruß
Matze
DillingerThemenstarter796 Beiträge · seit 201507. Dez. 2016 · #38
Hallo Bianca, hallo Matze,
muß Matze recht geben, einfach losfahren, es wird toll. Man gewöhnt sich schnell an alles und es gibt weniger Probleme als man im Vorfeld denkt. Wir haben uns über Alles Gedanken gemacht und viele Bedenken gehabt (wie im Bericht geschrieben, hatten wir von Camping keine Ahnung, da wir das eigentlich nicht mögen). Man sollte etwas Geschick beim Fahren und im Umgang mit den Tieren haben, alles andere ergibt sich von selbst.
Wir reisen mit unserer kleinen Tochter um die Welt seitdem sie bei uns ist. Wir sind sicher es ist für Ihre und unsere Entwicklung als Familie absolut bereichernd. Etwas davon wird bleiben.
Aber jedes mal vor einer Reise, egal wohin, grummelt mein Bauch etwas und spielt mit alle möglichen unwahrscheinliche Stenarien durch... Von Flugangst bis Spinnenphobie alles dabei. Allerdings rückt mein Kopf die Dinge dann glücklicherweise wieder zurecht. Mit gesundem Menschenverstand beste Aussichten auf eine Riesenzeit. Wir haben es nie bereut.
Viel Spaß
2x Australien, brunei, vietnam, 3x Indonesien, namibia, südafrika, mosambik, swaziland, chile, argentinien, mexiko, 2x kanada, Kalifornien, Florida, Singapur, nevada, ruanda, nepal, kambodscha, vietnam und brasilien sowie einmal durch südeuropa mit dem camper in der elternzeit
Daxiang5'049 Beiträge · seit 201408. Dez. 2016 · #40