Reisebericht

Die Eulenmuckels auf Extratour im Okavango-Delta

von Eulenmuckel · begonnen 22. Dez. 2019 · 25 Teile

Teil 122. Dez. 2019
Liebe Fomis,
alle, die auf unseren Bericht der Reise im vergangenen Sommer warten, müssen wir leider für's Erste enttäuschen. Dieses Jahr werden wir damit nicht mehr beginnen. Aber als Entschädigung gibt es einen anderen Reisebericht, nämlich über den Oktober im letzten Jahr. Da waren wir außer der Reihe in Botswana. Und um nicht durcheinander zu kommen, möchten wir gerne chronologisch vorgehen. Also kann Bele ihren Zaunpfosten getrost wieder einpacken, denn hier fängt unsere Reise an.

Wer den Reisebericht ohne Kommentare lesen möchte, klickt auf die Sonne oben rechts.

Prolog

Was passt perfekt zwischen zwei Afrika-Reisen? Richtig – ein weiterer Aufenthalt in unserer Lieblingsregion. Letztes Jahr ergab sich der wunderbare Umstand, dass wir in den Herbstferien noch einmal ins südliche Afrika aufbrechen konnten. Während der zwei Wochen besuchten wir hauptsächlich das Moremi Game Reserve in Botswana. Wir werden uns Mühe geben, diesen „Zwischenbericht“ einigermaßen zügig hier einzustellen, damit sich keine langen Durststrecken ergeben.
Hier sind unsere Route und die Stationen:

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12.10.2018 – Hinflug mit Air Namibia
13.10.2018 – Casa Piccolo, Windhoek
14.10.2018 – El Fari, Ghanzi
15.10.2018 – Baine’s Baobabs
16.10.2018 – South Camp, Nxai Pan
17.10.2018 – South Gate, Moremi
18.10.2018 – Third Bridge, Moremi
19.10.2018 – Xakanaxa, Moremi
20.10.2018 – Xakanaxa, Moremi
21.10.2018 – Khwai Community
22.10.2018 – North Gate, Moremi
23.10.2018 – North Gate, Moremi
24.10.2018 – Drotsky’s Cabins, Shakawe
25.10.2018 – Camp Maori, Grootfontein
26.10.2018 – Casa Piccolo, Windhoek
27.10.2018 – Rückflug mit Air Namibia

Wie immer freuen wir uns über eure Begleitung.
Teil 222. Dez. 2019
Tag 0 – 12. Oktober 2018 – Start mit Hindernissen

Dieses Mal mussten wir nicht fast ein ganzes Jahr bis zur nächsten Afrika-Reise warten. Durch eine glückliche Fügung durften wir bereits in den Herbstferien wieder starten. Ein Kollege von Uwe wollte nach mehreren Afrika-Reisen, die er in Lodges verbracht hatte, auch mal eine Campingreise machen und zählte auf uns. Da es zeitlich in den Sommerferien nicht gepasst hatte, waren wir auf den Herbst gekommen, und wir ließen uns auch nicht lange bitten, Helga und Michael zu begleiten. Als wir uns zu einer Routenplanung trafen, hatten wir den beiden zwei Alternativen vorstellen wollen. Doch nachdem wir die Runde nach Botswana und durch den Moremi besprochen hatten, kamen wir gar nicht mehr zum zweiten Vorschlag. Die beiden waren bereits so begeistert, dass die KTP-Tour unerörtert verworfen wurde.
So hatten wir ein Jahr im Voraus begonnen, diesen Urlaub zu planen, und es waren schon lange alle Vorbereitungen erledigt, als drei Wochen vor der Reise der Augenarzt bei Helga eine beginnende Ablösung der Netzhaut am linken Auge feststellte. Sie wurde zwar sofort operiert, musste jedoch zwei Wochen auf einer Seite liegen und sich möglichst wenig bewegen. Ob sie kurz danach bereits eine längere Flugreise antreten könne, war sehr unsicher. Wir drückten alle Daumen und hofften auf einen positiven Ausgang. Zum Glück gab der Arzt am Montag grünes Licht für unseren Abflug am Freitag.
Am Freitagmorgen brannte ein Wagen des ICE zwischen Köln und Frankfurt. Die gesamte Bahnstrecke und sogar die A3 wurden am Vormittag streckenweise gesperrt. Unseren Zug am Nachmittag von Siegburg nach Frankfurt konnten wir vergessen. So suchten wir kurzfristig nach einer Alternative. Schließlich fuhren Helga und Michael linksrheinisch mit einem anderen Zug ab Köln, und wir wurden von Uwes Eltern mit dem Auto zum Flughafen gebracht. Auf der A3 herrschte dichter Verkehr, und einmal mussten wir bei einer Vollbremsung die Luft anhalten. Zum Glück passierte nichts, und wir erreichten Frankfurt sehr früh.
Beim Check-In trafen wir unsere Reisepartner und setzten uns bis zum Boarding in die Lounge. Dort gab es dann auch etwas zu essen, und die Anspannung fiel langsam von uns ab. Bei der Handgepäckkontrolle wurden wir durch den Mann vor uns aufgehalten, dem nach und nach mehrere Bierflaschen und Flachmänner aus dem Rucksack gezogen wurden. Als wir uns vor dem Einsteigen ins Flugzeug zwischen den Wartenden umsahen, entdeckten wir unseren Schulfreund Michael, der mit seinem Sohn zusammen nach Namibia flog. Er war sehr überrascht, uns zu dieser Jahreszeit auf dem Weg nach Afrika anzutreffen.
Der Flug war recht ereignislos: Das Essen war essbar, das Sitzen einigermaßen erträglich.
Teil 322. Dez. 2019
Tag 1 – 13. Oktober 2018 – Windhoek bei Wärme

Casa Piccolo, Windhoek

Morgens kämpfte Ruth ziemlich lange mit einer Kontaktlinse. Sie hatte die Idee gehabt, die bisherigen Monatslinsen am Abend wegzuwerfen und morgens zwei neue zu nutzen. Aber eine davon hatte wohl einen Produktionsfehler und kratzte am Auge. So oft Ruth die Linse auch wieder herausnahm, untersuchte und reinigte, sie wollte nicht besser passen. Schließlich entsorgte sie auch diese und hoffte für später auf die Ersatzlinsen aus der Reisetasche. Das Lesen der Erfolgsmeldungen über den BVB gelang aber auch ohne.

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Wir landeten bei Helligkeit und 18 Grad in Windhoek – wie ungewohnt. Die Einreise ging schnell vonstatten, und auch das Gepäck lief uns bald auf dem Band entgegen. Am längsten warteten wir auf unsere große Reisetasche, die aufgrund ihrer Abmessungen wohl einen eigenen Wagen bekommen hatte.
Unser Lieblingsfahrer von Savanna holte uns ab, und nachdem wir noch etwas Bargeld aus den Automaten vor dem Flughafen bekommen hatten, fuhr unsere kleine Reisegruppe in die Hauptstadt. Ruth entdeckte bereits die ersten Tiere im Feld. Bei der Autovermietung waren wir die ersten Kunden des Tages und bekamen zwei fast neue Landcruiser in einer neuen Fahrzeughalle übergeben. Gegenüber den vorigen Modellen waren nochmal ein paar Details verbessert worden. Die Hecktür öffnet sich nun zur Küchenseite hin. Der Spannungswandler ist in der Fahrerkabine angebracht. Und zu guter Letzt erhielten wir einen nagelneuen Kühlschrank. Die Liste der offenen Wünsche an ein perfektes Safarifahrzeug ist wieder kürzer geworden.
Schließlich hatten wir uns alle Details angesehen, die Autos übernommen und unser Gepäck eingeladen. Hintereinander fuhren wir zur Pension. Unsere Zimmer waren noch nicht fertig, und so luden wir lediglich die Taschen aus und steuerten die Maerua Mall an. Unsere Stationen dort hießen Bottle Store, Fruit and Veg und schließlich Superspar.

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Wir hatten uns vorab zwar einen Speiseplan und eine passende Einkaufsliste gemacht, kauften aber dennoch mehr ein. Wir sind es einfach gewöhnt, für eine längere Reise zu planen und das Auto zu füllen. Michael und Helga fuhren tapfer mit ihrem Einkaufswagen hinterher und packten Lebensmittel ein. Am Ende waren wir uns sicher, während der nächsten zwei Wochen nicht zu verhungern.
Inzwischen war das Thermometer auf über 30 Grad geklettert, und wir waren ziemlich platt. Solche Temperaturen sind wir in Windhoek nicht gewohnt. Wir fuhren zurück in die Pension und machten eine Pause, saßen im Garten und aßen Brote. Dann räumten wir das Auto ein. Mittlerweile müssen wir uns kaum noch Plätze für alle Sachen im Wagen suchen, sondern kennen schon die für uns optimale Belegung. So dauerte es nicht lange, bis alle Vorräte und Ausrüstungsgegenstände verstaut waren.

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Obwohl Helga und Michael zum ersten Mal mit einem Camper unterwegs waren, standen sie uns in nichts nach und hatten ihre Vorräte ebenfalls sehr schnell eingeräumt.
Wieder mal wurden wir von einem Forumsmitglied angesprochen. Namib-Fan hatte uns erkannt, und wir wechselten ein paar Worte.
Schließlich waren die Autos fertig, und wir ruhten uns noch ein wenig aus. Dann duschten wir und fuhren früh mit dem Taxi zu Joe’s Beerhouse. Dort waren wir mit unseren Forumsfreunden Christian, Petra und Nele verabredet. Kurze Zeit herrschte Verwirrung, weil wir weder die Tischreservierung finden, noch unsere Freunde telefonisch erreichen konnten. So erhielten wir zunächst einen anderen, zeitlich begrenzten Tisch. Aber nachdem unsere Freunde eintrafen, wurde etwas umgebaut, und wir bekamen eine größere Tafel für das Abendessen.

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Während wir sonst immer im Dunkeln drinnen möglichst in der Nähe eines Heizpilzes im Beerhouse sitzen, war es diesmal für uns eine ganz andere Erfahrung, bei lauen Temperaturen im offenen Innenhof zu essen. Es gab leckere Wildgerichte, Nachtisch und interessante und lustige Gespräche. Während Nele zurzeit zwei Monate in Katutura wohnt, reisten ihre Eltern in den letzten Wochen ohne Auto durch Ruanda und Uganda. Sie erzählten von ihren Erlebnissen bei einer Vulkanbesteigung und bei der abenteuerlichen Personenbeförderung in Afrika (zum Reisebericht). Es war ein schöner Abend. Nachdem wir mit dem Taxi zurück im Casa Piccolo waren, fielen wir todmüde in die Betten. Morgen steht ein langer Fahrtag nach Botswana bevor.
Teil 423. Dez. 2019
Tag 2 – 14. Oktober 2018 – Lange Fahretappe

Casa Piccolo, Windhoek – El Fari, Ghanzi

Bei herrlicher Wärme und Sonnenschein standen wir auf. Von unseren Freunden Sarah und Philipp erfuhren wir, dass es im Unterschied dazu in Johannesburg schon seit 10 Stunden regnete. Noch vor dem Frühstück räumten wir die letzten Sachen ins Auto. Dann setzten wir uns in den Frühstücksraum und ließen uns Toast und Eier schmecken.

Guineataube

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Für die nächsten zwei Wochen verabschiedeten wir uns von Claudia und machten uns auf den Weg. Bei einer Tankstelle füllten wir Diesel auf. Dann hielten wir kurz bei Savanna und brachten unsere Kiste zurück. Außerdem ließen wir die Mechaniker nach unserem Blinker schauen, der ungefähr doppelt so schnell schaltete wie üblich. Aber alle Lampen funktionierten, und so blieb es dabei. Michael ließ sich noch ein paar fehlende Unterlegbretter geben, und wir alle vergaßen nachzuschauen, ob wir auch eine Schaufel an Bord hatten. Später stellten wir fest, dass in beiden Autos keine vorhanden war.

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Bevor wir die Stadt verließen, hielten wir nochmal am Straßenrand.

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Die leuchtenden Jacarandas waren einfach zu schön und noch dazu für uns ein ganz neuer Anblick.

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Wir fuhren von Windhoek nach Osten bei immer weniger werdendem Verkehr über die B6. Am Straßenrand sahen wir ein Warzenschwein und einen einzelnen Schakal, der offensichtlich die Staupe hatte. Beim ersten Vorbeifahren erkannten wir das abgemagerte Tier gar nicht und drehten noch einmal um. Dann sahen wir den schlechten Zustand des Schakals.
Vor Gobabis machten wir eine erste Pause. Michael erzählte uns, dass wir eine Schlange überfahren hatten. Die hatte Uwe wohl leider übersehen. Kurz vor der Grenze tankten wir nochmal voll und aßen in der Sonne ein paar Schokomuffins.

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An der Grenze waren außer uns kaum andere Ein- und Ausreisende. Eine Reisegruppe machte Pause bei einem Picknick, und so brachten wir die Aus- und Einreiseprozedur sehr schnell hinter uns. Der Polizeibeamte bei der Ausfahrt nach Botswana erschrak etwas vor den beiden Gummischlangen auf unserem Armaturenbrett. Nachdem klar war, dass sie nicht echt waren, lachten wir zusammen.
Hinter der Grenze übernahm Ruth das Steuer. Wenige Kilometer später stand eine Polizistin am Straßenrand, und erst als wir sie passierten, sahen wir das Radargerät. Da wir deutlich langsamer als die gedacht erlaubten 120 km/h gefahren waren, machten wir uns keine Sorgen. Aber Michael und Helga hinter uns wurden angehalten. Erlaubt seien nur 80 km/h, die beiden waren 93 gefahren. Ruth lag mit 89 gerade noch innerhalb der Toleranz. Wir hatten kein entsprechendes Schild gesehen, aber darüber kann man wohl nicht diskutieren. Schließlich bezahlten die beiden 300 Pula Strafe.
Dieses Foto steht stellvertretend für einige hundert Kilometer Straße, die wir heute gefahren sind.

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Ghanzi

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Gegen 17.00 Uhr erreichten wir das El-Fari Camp. Noch waren wir die einzigen Gäste und suchten uns einen schönen Stellplatz, parkten die Autos und stellten die Zelte auf. Es waren immer noch über 30 Grad. In den Bäumen saßen Mahaliweber, und Frankoline zeterten durch das Gebüsch und plusterten sich auf.

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Als die Sonne unterging, machten wir Feuer, und Ruth bereitete Salat zu. Da das Holz sehr lange brannte, gingen wir vor dem Grillen noch duschen. Dann ließen wir uns Springbock mit Folienkartoffeln und gemischten Salat schmecken.

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Wir hörten mehrere African Scops Owls rufen, ein paar Nightjars und später auch einen Perlkauz. Es war herrlich, so viele unserer Lieblingsgeräusche gleich am ersten Abend in Botswana zu hören.
Schließlich spülten wir, und Ruth zeichnete ihre ersten Spuren mit der Taschenlampe in die Kamera.

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Schließlich gingen wir bei immer noch warmen Temperaturen ins Zelt.

Kilometer: 600
Teil 524. Dez. 2019
Tag 3 – 15. Oktober 2018 – Baine’s Babobabs

El Fari, Ghanzi – Baine’s Baobabs

Am Morgen war es kühler als erwartet. Bei 13 Grad lagen wir mehr neben als unter unseren dünnen Schlafsäcken und spürten die morgendliche Kühle. Aber nach dem Aufstehen um kurz nach sechs ging bereits die Sonne auf und wärmte sehr schnell. Wir tranken nur einen Kaffee und aßen ein Nutellabrot bzw. ein Rusk und packten unsere Sachen zusammen. Das übrige Holz packten wir ein.
Während Helga und Michael ihr Zelt einklappten und Michael duschte, pirschte Ruth ein paar Vögeln hinterher. Viele Mahaliweber und Glanzstare sprangen uns zwischen den Beinen umher.

Mahaliweber

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Brustbandprinie

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Rotstirn-Bartvogel

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Als Uwe den Laptop zum Laden während der Fahrt an die im Auto eingebaute Steckdose anschließen wollte, stellte er fest, dass diese keine Spannung führte. Auch in dem anderen Auto war es so, unabhängig davon, ob der Inverter oder die Zündung eingeschaltet waren. Offensichtlich funktioniert diese Steckdose nur dann, wenn der Wagen an eine externe Stromversorgung angeschlossen ist. Also bleibt uns nur der eine Anschluss am Inverter zum Aufladen.
Auf der Hauptstraße A3 fuhren wir Richtung Nordosten. Der Weg nach Maun zog sich lange dahin. Am Straßenrand standen viele Esel, und Kühe und Ziegen kreuzten häufig die Fahrbahn. Auch sahen wir am Morgen viele Steinböckchen. Obwohl wir nicht spät aufgebrochen waren, erreichten wir Maun erst am frühen Nachmittag.

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Die Stationen waren: Geldautomat, Supermarkt für Helga und Michael, wo sie sich die im Auto fehlenden Tassen kauften, Tankstelle. Beim Diesel-Nachfüllen fragten wir den Tankwart nach einem Laden, wo wir Schaufeln kaufen könnten. Zuerst verstand er Shower statt Showel und wollte uns in eine Lodge schicken. Aber dann meinte er, dass sie im Tankstellen-Shop sowas hätten, wir aber lieber zu einem Heimwerkermarkt fahren sollten, weil dieser billiger sei. Da wir aber keine Zeit verlieren wollten, liefen Helga und Ruth in den Autozubehör- und Hardware-Laden und kamen mit zwei leuchtend gelben Damen-Spaten wieder heraus. Nun kann der Sand kommen.
Besonders freuten wir uns auf den Besuch bei Hilary’s Coffee Shop mit ihren frisch zubereiteten Speisen. Wir aßen leckere Sandwiches, Quiche und gefüllte Avocado. Anschließend verdrückte Uwe noch ein Stück Pekanusskuchen, und wir tranken selbstgemachte Limonade und Kaffee.

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Pappsatt setzten wir uns in die glühend heißen Autos. Das Thermometer zeigte 38 Grad.
Auf schnellstem Weg verließen wir Maun nach Osten. Die Straße durch die Makgadikgadi-Pans war wie vor drei Monaten bereits mit zahllosen Schlaglöchern gesät, und trotz aufmerksamem Slalomfahren mussten wir durch den einen oder anderen Krater hindurch.

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Auch die anderen Fahrzeuge, die uns begegneten, fuhren wie die Besoffenen in Schlangenlinien. Dadurch kamen wir wieder nicht besonders zügig voran. Irgendwann erreichten wir das Nationalpark-Gate zu den Nxai Pans. Zwei super freundliche Ranger empfingen uns, und wir hatten eine Menge Spaß mit ihnen.
Wir ließen Luft aus den Reifen uns begaben uns auf die Sandstrecke zu den Baine‘s Baobabs.

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Sehr tief war der Sand jedoch nicht, und so kamen wir wenigstens hier vorwärts. Viele Tiere sahen wir noch nicht. Eine Straußenfamilie mit kleinen Küken, einige Gackeltrappen, die zeternd davonflogen und viele Termitenschmätzer waren neben einer Handvoll Steinböckchen unsere Sichtungsausbeute.

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Junger Erdschmätzer?

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Rebhuhnfrankolin

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Das späte Nachmittagslicht wurde immer schöner. Als wir kurz vor unserem Ziel über eine kleine Pfanne fuhren, entdeckten wir große Löwenspuren, die uns entgegen kamen. Wir blieben immer öfter zum Fotografieren stehen, und auch bei den Baine‘s Baobabs hielten wir und genossen diesen besonderen Ort. Die Einsamkeit, die Exklusivität und das Abendlicht bescherten uns ganz wunderbare Momente.

Weibliche Trappe

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Ein bisschen schade finden wir, dass einige Leute meinen, sich verewigen zu müssen. So sah der Baobab nur fünf Jahre früher noch aus:

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Auf unserer Campsite auf der anderen Seite der Pfanne stellten wir uns neben einen weiteren schönen Affenbrotbaum und schlugen unser Lager auf. Helga und Michael waren noch satt vom Essen bei Hilary’s, und so grillten nur wir uns zwei Oryx-Steaks. Zuvor probierten wir die einladende Eimerdusche aus. Leider kamen aus der Brause nur ein paar Tropfen Wasser, und so dauerte das Abseifen ziemlich lange. Ein einzelner Bellgecko rief ein paar Mal aus dem Gras. Sein abendlicher Gesang gehört zu unseren absoluten Lieblingsgeräuschen in Afrika.

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Wir saßen zu viert ein wenig am Feuer, waren dann aber auch ziemlich müde nach der langen Autofahrt und durch die Hitze. Wir spülten, programmierten die Fotoapparate für ein paar nächtliche Sternenaufnahmen und krabbelten ins Zelt. Irgendwo auf der Insel rief eine Schleiereule.

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Kilometer: 401
Teil 625. Dez. 2019
Tag 4 – 16. Oktober 2018 – Gehen wir heute auf Löwenjagd?

Baine’s Baobabs – Nxai Pan South Camp

Baine’s Baobabs ist für uns ein ganz besonderer Ort. Es ist so einsam und friedlich dort, dass man am liebsten länger bleiben würde. Wir standen mit Sonnenaufgang auf und blickten über die Salzpfanne. Vor dieser einmaligen Kulisse frühstückten wir unter dem Affenbrotbaum. Es gab Müsli mit Maracuja, Nutellabrote und natürlich Kaffee und Tee. Anschließend wurden noch schnell Zähne geputzt und alle Sachen im Auto verstaut.

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Da wir etwas schneller waren als unsere Reisepartner, brachen wir schon früher auf und fuhren weiter über die Pfanne, um uns die Campsite Nummer 2 anzuschauen, von der wir bisher nur Fotos gesehen hatten. Sie liegt ebenfalls sehr schön zwischen zwei großen Baobabs.

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Wir sahen uns ein wenig um und fuhren dann zurück zu den Baine’s, wo wir unsere Reisepartner wieder trafen.

Danke an Michael für das Foto

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Steppenfalke

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Denselben Weg, den wir gestern gekommen waren, fuhren wir zurück zur Hauptpiste. In einem großen Bogen führte die Strecke durch ein gelbes Grasmeer mit vereinzelten Büschen, von denen einige in Blüte standen.

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Viele Termitenschmätzer flogen auf, und ein paar Steinböckchen sprangen davon.
Ein wenig hofften wir auf eine besondere Sichtung. Aber so viel wir auch schauten, weitere Wildtiere entdeckten wir nicht.

Foto von Michael:

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Auf der Cutline bogen wir ab nach Norden und fuhren durch teilweise sandige Passagen. Bald entdeckten wir den ersten Elefanten, ein kräftiger Bulle, der neben dem Weg stand und fraß.

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Weitere Elefanten folgten, und die Sandpad war voll mit ihren Fußspuren. Im South Camp checkten wir im Rangerbüro ein. Der Parkangestellte war sehr forsch und wies uns auf die Einhaltung der Parkregeln hin: Kein Feuerholz sammeln, kein Picknick außerhalb des Camps, leises und umsichtiges Verhalten gegenüber Tieren, kein Off-Road-Fahren, … Das versprachen wir gerne.
Zuerst fuhren wir zum künstlichen Wasserloch, wo wir drei weitere Elefanten, Strauße, ein paar Springböcke, einen Milan und einen Wollkopfgeier sahen. Die Luft flimmerte, und die Bedingungen für gelungene Fotos waren mehr als suboptimal.

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Riesentrappe

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Rotscheitellerche

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Außerdem standen viele Waffenkiebitze am Wasser. Wir blieben nicht lange, entdeckten aber am Fuße eines Termitenhügels vier Löwen. Sie lagen faul im Schatten und waren meist von Gebüsch verdeckt. Es war nicht anzunehmen, dass sie sich in der nächsten Zeit sonderlich viel bewegen würden. Also beschlossen wir, es ihnen gleich zu tun und im Camp eine lange Siesta zu machen.
Auf unserer Campsite Nummer 1 war es trotz des Schattens unter den Bäumen brüllend heiß.
Wir bauten die großen Sonnen-Markisen auf und setzten uns darunter. Nach einem kleinen Picknick mit Wildschinken und Käsebroten waren wir so träge, dass wir uns längere Zeit nicht mehr bewegen konnten. Der gemütliche Hängesack-Campingstuhl, den Ruth extra noch bei der Autovermietung gegen den vorhandenen eingetauscht hatte, erwies sich nun als gar nicht mehr so praktisch. Hier scheiden sich bei uns die Geister. Während man auf dem einen besser am Tisch sitzen und essen kann, sammelt das andere Modell Punkte im Einfach-nur-gemütlich-Abhängen. Was Ruth bis dahin aber noch nicht bedacht hatte, war die Hitze. Man konnte darin zwar wunderbar herumflätzen, hatte aber auch nach kürzester Zeit bereits einen nassen Rücken, da der gespannte Stoff durchgängig war, und so kein ohnehin nicht vorhandenes Lüftchen durchließ. Da half nur eins: sich einfach Uwes Stuhl schnappen.

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Uwe war damit erstaunlicher Weise aber gar nicht einverstanden. Er sicherte Fotos, Ruth machte neue von ein paar Vögeln. Ein Gelbschnabeltoko attackierte sein Spiegelbild in unserem Autofenster. Wie wild hieb er mit seinem Schnabel immer wieder auf den vermeintlichen Eindringling, der einfach nicht zurückweichen wollte.

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Ähnlich unermüdlich wie der Toko zeigte sich Ruth, die über eine längere Zeit hinweg einem Buntastrild nachstellte. Der kleine, hübsche Vogel hielt keine Sekunde lang still, während er im Boden nach Insekten stocherte.

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Es ist schon schön, mit Leuten unterwegs zu sein, die sich bei einem solchen Anblick nicht fragen, aus welcher Anstalt man soeben entlaufen ist. (Zumindest haben sie sich bisher nicht in diese Richtung gehend geäußert.) Uns ist aber doch klar, dass wir hier schon ein wenig speziell sind. Während Helga und Michael sich mit entsprechendem Spott taktvoll zurückhielten, schaute sich dieser Milan Ruths Anstrengungen mit eindeutigem Blick skeptisch von oben herab an.

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Elfenastrild

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Anschließend gingen wir zum Duschen und Wäschewaschen. Hinter dem Duschhaus stand ein großer Elefant und sog Wasser aus einem unterirdischen Reservoir.

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Auch wir schütteten immer weiter Wasser und andere Getränke in uns hinein. Es war einfach unglaublich heiß. Ruth versprach bereits jetzt, sich nie wieder über die Temperaturen im Winter zu beschweren.

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Teil 725. Dez. 2019
Kurz nach vier war es mit über 40 Grad zwar noch ziemlich heiß, aber wir machten uns nochmal auf den Weg, denn wir wollten die Löwen vom Vormittag aufsuchen. Im Rangerbüro erfragten wir die genauen Öffnungszeiten. Von 5.30 bis 19.00 Uhr darf man täglich durch den Park fahren. Wir steuerten das Wasserloch an, fanden jedoch von den Löwen keine Spur mehr. Stattdessen war dort eine Familie mit ihrem Mietwagen, den sie aber verlassen hatten. Trotz der anwesenden Elefanten wurde munter herumspaziert und sich lautstark unterhalten. Wir wiesen sie darauf hin, dass wir vor ein paar Stunden an dieser Stelle noch Löwen gesehen hatten und sie doch besser wieder einsteigen sollten. Zum Glück taten sie das auch.
Am Wasserloch waren viele einzelne Elefanten, und es kamen immer neue hinzu.

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Sie tranken und bewarfen sich dann mit Schlamm. Eine Schar Perlhühner kam ebenfalls zum Wasser und wuselte den Elefanten um die Beine.

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Eine gute halbe Stunde lang beobachteten wir das Treiben der Elefanten, dann beschlossen wir, doch noch mal nach den Löwen zu suchen. Während sich Helga und Michael noch nicht losreißen konnten, fuhren wir ein Stück an der Wasserstelle vorbei und hielten nach den Katzen Ausschau. Hier war jedoch alles wie ausgestorben. Noch nicht einmal ein Springbock oder Waffenkiebitz ließ sich blicken. Wir waren nicht lange gefahren und drehten wieder um. Am Wasserloch hatte sich in der Zwischenzeit nicht viel geändert. Die Elefanten hielten noch immer die Stellung.

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Raschen Schrittes trabten zwei Schakale herbei.

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Obwohl uns hier durchaus etwas geboten wurde, hatten wir die leise Ahnung, dass das Löwenrudel doch noch in der Nähe sein könnte, und so informierten wir Helga uns Michael, dass wir vor Sonnenuntergang noch eine kleine Runde drehen wollten. Die beiden waren einverstanden, fuhren vor und bogen nach Norden ab. Nach ein paar hundert Metern hielten sie an. Unser Verdacht hatte sich bestätigt. Acht Löwen dösten im Gras neben der Fahrbahn. Das war keine 100 Meter von der Stelle entfernt, an der wir zuvor gedreht hatten. So nah können Glück und Pech für eine besondere Sichtung liegen. Heute Abend hatten wir also doch noch Glück. Zunächst lagen die Löwen noch faul herum, aber bald reckten sie sich, gähnten ausgiebig und standen nacheinander auf.

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Eine ältere Löwin machte den Anfang, und alle anderen folgten mit Abstand. Wir überholten sie mehrfach und warteten dann wieder auf das Rudel. Die Tiere ließen sich durch uns nicht stören und spazierten gemütlich entlang der Straße in Richtung Camp.

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Wir begleiteten sie bis nach Sonnenuntergang. Als es zu spät und zu dunkel wurde, rissen wir uns los und fuhren zum Camp. Kurz davor stand noch ein großer Elefantenbulle neben der Spur.

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Helga machte sich Gedanken, wohin die Löwen wohl unterwegs gewesen seien. Immerhin lag unser Camp genau auf ihrem Kurs. Wir beruhigten sie, dass es doch eher unwahrscheinlich sei, dass sie im Dunkeln genau über unsere Campsite spazieren würden. Wir machten ein großes Feuer und backten Pizza. Ruth stellte ein paar Kerzen auf. Im Dunkeln hörten wir Schakale rufen, und einer huschte in einigem Abstand immer wieder zwischen unseren Autos hindurch. Unser Abendessen wurde vom Gesang einiger Nightjars und einer Schleiereule begleitet. Unsere Löwenfreunde hörten wir jedoch nicht mehr. Wir wussten nicht, ob wir darüber erleichtert oder enttäuscht sein sollten. Gemeinsam liefen wir mit der Taschenlampe bewaffnet noch einmal zu den Ablutions. Es ist doch so, dass Löwen sich bewegende Lichter eher meiden, richtig? Bevor wir uns in unsere Zelte verkrochen, entdeckte Ruth in einem Baumloch einen Bilch, der aus großen schwarzen Knopfaugen neugierig nach Nahrung Ausschau hielt.

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Kilometer: 64
Teil 826. Dez. 2019
Tag 5 – 17. Oktober 2018 – Mal wieder die Hecktüre

Nxai Pan South Camp – South Gate, Moremi

Eigentlich wollten wir heute Morgen sehr früh aufbrechen, um am Wasserloch der Nxai Pans etwas zu entdecken. Wir freuten uns über die angenehmen Temperaturen, als Uwe wie jeden Morgen die Hecktür von innen öffnen wollte. Aber leider hatte das Schloss andere Pläne, vielleicht auch gar keine. Irgendwie hatte sich der innere Verschlussmechanismus verklemmt, so dass mit dem Hebel in keine Richtung etwas zu bewirken war. Wir riefen Helga und Michael zu Hilfe. Aber auch von außen gelang es nicht, die Türe zu öffnen. Fürs Erste waren wir gefangen. Mit einem Hebeleisen und dem Potije-Haken gelang es Uwe nach einiger Zeit schließlich, den Schnapper so weit nach innen zu drücken, dass er sich gegen die Türe werfen und sie so öffnen konnte. Offensichtlich hatte das Schloss einen mechanischen Schaden, den wir aber nicht beheben konnten. Die Männer gaben ihr Bestes, was an dieser Stelle leider nicht besonders viel war. Ratlose Blicke von allen Seiten wurden getauscht.

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Schmarotzermilan

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Sichelhopf

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Nach ausgiebiger Beratung und Beleuchtung des Problems stellte Mann fest, dass es für den Ausbau des Schlosses an nötigem Werkzeug fehlte. So riefen wir bei Savanna an, und uns wurde geraten, in Maun zu Riley’s Garage zu fahren. Kein Problem, was wäre ein Urlaub ohne einen Aufenthalt in irgendeiner Werkstatt?
Wir packten alles zusammen, überlegten genau, welche Dinge wir aus dem Canopy besser nach vorne in die Kabine holen sollten und warfen die Tür von außen ein letztes Mal zu, nicht ohne vorher die Reißverschlüsse am Zelt offen zu lassen. Zur Not konnten wir nun über das Reserverad in den Aufbau klettern.

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Dann drehten wir eine kleine Runde bis zum Wasserloch. Dort waren ein paar Gnus versammelt, und einige Perlhühner rannten herum. Ein Kronenkiebitz hatte einen der wenigen erhöhten Sitzplätze erklommen und putzte sein Gefieder.

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Wir wollten gerade weiter nach Norden fahren, als wir von Helga einen Funkspruch erhielten, dass sie eine Katze entdeckt hatten. Sie waren sich noch nicht sicher, ob es ein Leopard oder Gepard sei. Auf jeden Fall sei es groß. Wir kehrten sofort um.
Als wir bei den beiden eintrafen, lief in einiger Entfernung ein stattlicher Gepard durch das Gras.

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Wir konnten ihm ein Stück weit folgen und ihn beobachten, bis er sich in einem Dickicht niederließ. Nun war er nur noch zu entdecken, wenn man wusste, an welcher Stelle er sich niedergelegt hatte. Da wir wegen des kaputten Schlosses ein wenig Zeitdruck hatten, ging es direkt weiter zum Wasserloch. Dort waren inzwischen eine große Herde Springböcke und weitere Gnus eingetroffen. Nacheinander genossen sie am aufgeweichten Matschrand ein Schlammbad, wälzten sich dabei mal links, mal rechts herum, strampelten auf dem Rücken liegend mit den Beinen in der Luft und vergaßen auch die Gesichtsmaske nicht.

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Das Ergebnis konnte sich durchaus sehen lassen, schließlich ist die verjüngende Wirkung einer Schlammpackung ja hinlänglich bekannt.

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Sogleich kamen Ruth die Zeilen ihres aktuellen Lieblings-Kinderbuches in den Sinn:
Was für ein Scheusal läuft da denn herum?
Auf Beinen wie Stöcken, den Rücken so krumm?
Von vorne zu breit und von hinten zu dünn,
mit wehendem Bärtchen am pelzigen Kinn?

Ich bin so hässlich,
ich bin so hässlich. *
Wir blieben eine kurze Weile, beobachteten ein paar Strauße, eine kleine Gruppe Kudus und eine Schar Perlhühner, die vor sich hin gackelnd in den Elefantenbollern scharrten.

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Gegen kurz nach neun brachen wir auf, da wir den weiteren Tagesverlauf nur schwer einschätzen konnten. Am Office hinterließen wir noch das ausgefüllte Feedback-Formular und fuhren dann durch den Sand nach Süden zur A3. Viele Steinböckchen sprangen über die Pad davon, und die Straußenfamilie mit den Küken, die uns vor zwei Tagen begrüßt hatte, ließ es sich nicht nehmen, uns wieder zu verabschieden.

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Danke an Michael für das Bild
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Am Gate trugen wir uns in das große Buch ein, pumpten Luft in die Reifen und halfen einem französischen Fahrer, der gerade in den Park unterwegs war, mit dem Tausch einiger Pula gegen US-Dollar aus. Ruth ließ sich noch schnell ein wenig Wasser über den Kopf laufen. Wie praktisch: Wo es keine Frisur gibt, kann auch nichts ruiniert werden! Mit nassen Haaren war die Hitze deutlich besser auszuhalten, denn es war bereits jetzt schon wieder arg heiß.

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Angelockt von dem wenigen Nass ließen sich sogleich ein paar Schmetterlinge und Fluginsekten auf dem feuchten Stein nieder.

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Wieder schlängelten wir uns über die Schlaglöcher zurück nach Maun, und es war auch diesmal kein Spaß. Einen kurzen Stopp legten wir noch bei diesem Elefantenbullen ein, der unmittelbar neben der Hauptstraße an einer betonierten Wasserstelle seinen Durst stillte.

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In Maun steuerten wir direkt Riley’s Garage an und fragten während des Tankens nach einem Mechaniker. Dieser schaute sich das kaputte Schloss an und versicherte uns, dass er da nichts für uns machen könne. Schade, aber das wäre ja auch viel zu einfach gewesen! Stattdessen beschrieb er uns den Weg zu Aliboats, einem Bootsgeschäft mit Werkstatt, die das bestimmt hinbekommen würden.

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Wieder überquerten wir den Thamalakane und fanden die Werkstatt auf Anhieb. Der Chef war sehr nett und besah sich gemeinsam mit einem Mitarbeiter während seiner Mittagspause unser Problem. Ein neues Schloss könne man uns zwar nicht einbauen, aber man werde uns das defekte Schloss ausbauen. Dazu öffneten wir nach der am Morgen einstudierten Methode die Tür – Uwe klappte den Buschcamper auf, kletterte durch die geöffnete Zeltplane und hebelte von innen den Verschluss auf – und warteten auf das Ende der Mittagspause.

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Eine halbe Stunde gammelten wir im immerhin schattigen Hof von Aliboats herum und leerten eine Getränkedose nach der anderen. Michael und Helga hielten tapfer mit uns gemeinsam die Stellung, obwohl wir ihnen angeboten hatten, bei Hilary’s auf uns zu warten. Dann war es endlich 14 Uhr, der Mechaniker holte Werkzeug und versuchte, das Schloss zu entfernen. Das aber wehrte sich.

Bilder von Michael
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Schließlich riefen wir direkt beim Hersteller der Canopies in Swakopmund an. Wir sollten Fotos schicken. Auch das bekam Uwe hin, und wir erhielten zur Antwort, dass wir die beiden sichtbaren Schrauben entfernen müssten. Das hatten wir bisher auf normalem Weg nicht hinbekommen. Daher holte der Mechaniker zuerst eine Metallsäge. Das sah abenteuerlich aus, und Ruth überlegte bereits, ob sie prophylaktisch schon einmal die Nummer der örtlichen Klinik in Maun heraussuchen sollte und wie das noch gleich mit der Lagerung von abgetrennten Fingern im letzten Ersthelferkurs empfohlen worden war.

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Endlich kamen die Fachleute zu der Erkenntnis, dass den Schrauben auch auf diese Weise nicht beizukommen war, und so wurden schließlich mit einer Flex die Schraubenköpfe abgetrennt.

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Als wir das Schloss in den Händen hielten, konnten wir immer noch nicht erkennen, worin das mechanische Problem lag. Der Plan war, unsere Reise ohne ein richtiges Türschloss fortzusetzen, denn wir konnten die Hecktür auch noch mit den beiden anderen, kleinen Schlössern von außen notdürftig verriegeln. Während wir nachts im Zelt schliefen, würde uns bestimmt niemand klauen, außerdem hatten wir ja noch Helga und Michael dabei, die schon auf uns aufpassen würden. Um aber das Gewicht an der Hecktür zu verringern und damit die kleinen Verschlüsse zu entlasten, entfernten wir das Ersatzrad. Mit nur drei Reserverädern für zwei Autos waren wir uns sicher, immer noch mehr als ausreichend für die Tage im Moremi versorgt zu sein und ließen das Rad von unserer Hecktüre bei Aliboats, um es in einer Woche dort wieder abzuholen.
Bei Checkers kauften wir Wasser und Brot. Dann setzten wir uns noch für eine halbe Stunde zu Hilary’s und tranken etwas Kaltes. Die kurze Pause tat allen gut. Würden wir in einem fremden Reisebericht lesen, dass jemand einen ersten Gamedrive im Moremi gegen eine Rast in einem Café eintauscht, so würden wir auf jeden Fall verständnislos den Kopf schütteln. Das tun aber auch nur diejenigen, die noch nie bei Hilary‘s gewesen sind. Das kleine Café direkt in der Nähe des Flughafens gehört zu unseren Lieblingsorten in Botswana. Kein Café hier in Deutschland, in welchem wir öfter gewesen wären. Bereits bei unserer Urlaubsplanung wird überlegt, ob wir etwa an einem geschlossenen Sonntag in Maun vorbeikommen. Wer unsere vorherigen Berichte aufmerksam gelesen hat, wird festgestellt haben, dass es schon etliche Besuche von uns in diesem kleinen Hof gegeben hat. Jedes einzelne Gericht, jeder Kuchen, jedes Sandwich, jedes Omelett, Süppchen und jeder Kaffee hat uns bisher absolut überzeugen können.
Rasch war die ohnehin nie schlechte, vielleicht nur ein wenig auf die Probe gestellte gute Laune wieder hergestellt, und es ging auf die letzte Etappe zum South Gate des Moremi.

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Wir verließen Maun nach Norden und kauften hinter Shorobe ein paar Bündel Feuerholz.

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Im schönsten Nachmittagslicht steuerten wir dem South Gate entgegen.

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Ein paar Frankoline flitzten über die Pad, ab und an sahen wir eine Giraffe, und schließlich in einiger Entfernung eine größere Herde Elefanten. Längst hatten wir unserem Türschloss verziehen, dass es uns mehrere Stunden gekostet hatte. Wer braucht schon eine Fahrt im Moremi, wenn man bereits auf dem Weg dorthin so viel entdecken kann?

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Wir parkten unsere Autos am Straßenrand und stellten die Motoren ab. Ein Jungelefant hatte eine Feder gefunden, mit der er spielte und die er begeistert herumschwenkte.

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Nach und nach setzte sich die ganze Herde langsam in Bewegung und überquerte vor uns die Straße.

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Bis auch der letzte Elefant im Gebüsch verschwunden war, hatten wir gut eine halbe Stunde mit ihnen verbracht. Ohne weiteren Halt ging es nun aber wirklich zum Office.

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Am South Gate checkten wir ein und besetzten unseren Stellplatz Nummer 7. Nachdem die Autos richtig geparkt waren (Das ist gar nicht so einfach, denn schließlich will frau ja nicht leicht schräg mit dem Kopf nach unten liegen, so dass der armen das ganze Blut in den Kopf läuft!) und das Feuer brannte, gingen wir duschen. Anschließend grillten wir Eland-Steaks.

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Im Dunkeln sahen wir eine Wildkatze, die jedoch schnell wieder verschwunden war und etwas später eine Ginsterkatze, die über den Boden huschte.

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Bei unserem Abendessen raschelte es plötzlich über uns im großen Baum. Äußerst gewandt turnte die Katze mit dem langen Schwanz nun über uns in den Ästen herum.

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Unser Dinner wurde heute außerdem von mehreren Nightjars, zwei Scops Owls und einem Perlkauz begleitet. Ab und an untermalte das langgezogene „Huuuoooop“ zweier Hyänen den Gesang der Vögel. Wir lauschten den Geräuschen des Abends, sahen hin und wieder den Schatten einer Hyäne vorbeihuschen und entdeckten zu guter Letzt auch noch ein paar Springhasen, die im trockenen Gras herumknusperten.

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Ein wirklich perfekter Abend. Uwe versuchte sich noch an einer Nachtaufnahme. Das Ergebnis ersparen wir euch wegen fehlender Schärfe. 😉
Nach einem raschen Abwasch wurde der Abend dann auch recht bald beendet, und wir kletterten ins Zelt.

Kilometer: 302

* Tipp für kleine und große Tierliebhaber: Die Zeilen über das Gnu stammen aus einem Kinderbuch von Axel Scheffler, welcher sich sehr treffend in Reimen über „Die hässlichen Fünf“ auslässt. Die Bilder sind liebevoll mit vielen kleinen Details gestaltet. Ruth hat sich auf den ersten Blick in das Buch verliebt.
Teil 929. Dez. 2019
Tag 6 – 18. Oktober 2018 – Moremi-Süd

South Gate – Third Bridge

Ruth war die halbe Nacht wach geblieben und hatte aus dem Zelt heraus die Hyänen beobachtet. Die waren immer wieder über den Platz getrabt, hatten um unsere Feuerstelle geschnüffelt und herumgeraschelt. Von irgendwoher hatten sie sich einen Müllsack besorgt, dessen Inhalt dann hinter unserem Auto im Gras in seine Einzelteile zerlegt wurde. Trotzdem standen wir schon kurz vor Sonnenaufgang auf und packten zusammen. Schnell wurde auch noch ein wenig Luft abgelassen.

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Unser Gamedrive führte uns zuerst zu den Black Pools. Bei schönstem Morgenlicht fuhren wir nach Süden und sahen Zebras, Impalas und Warzenschweine. Dann ging es weiter mit einigen Vögeln.

Gabelracke

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Elsterwürger

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Raubadler

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Gelbbauchammer

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Ruth entdeckte eine Zimtracke, die aber leider im Gegenlicht saß und schnell verschwand. Trotzdem freuten wir uns über diese Erstsichtung, und das Foto-Ziel für diesen Urlaub war schnell gesetzt: Eine Zimtracke musste es sein!
Im Mopane-Gebüsch stand eine Herde Elefanten und fraß.

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Dabei kamen sie dem Weg immer näher, so dass wir bald die Beobachtung aufgaben und weiterfuhren. Entlang der Spur wuchs allerlei verschiedenes Gestrüpp, und es roch stark nach wildem Salbei. Ein paar unscheinbare braune Vögelchen turnten in den trockenen Halmen und Gräsern herum.

Cistensänger

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Bei den Black Pools gab es nur noch sehr wenig Wasser. Ein Warzenschwein und einige Tauben fanden sich dort ein, und wir kehrten bald wieder um. Bei der Picknicksite machten wir eine Frühstückspause.

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Uwe hatte eine Thermoskanne Kaffee vorbereitet, und wir aßen Müsli, Nutella- und Käsebrote. Die Temperaturen waren bis dahin noch einigermaßen erträglich, stiegen nun aber schnell an.
Im klimatisierten Auto war es bereits ab halb zehn deutlich angenehmer. An den verbliebenen Wassertümpeln trafen nach und nach Impalas ein, um ihren Durst zu stillen.

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Rotschnabelmadenhacker

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Auf unserem weiteren Weg nach Norden kamen wir an einem kleinen See vorbei, wo sich Krokodile und unzählige Wasservögel tummelten: Störche, Pelikane, die in Formation fischten, verschiedene Reiher, Enten, Gänse und Kampfläufer standen im Wasser oder am Ufer bzw. liefen unruhig hin und her. Wir kamen aus dem Schauen nicht heraus. Als wir es durch die Hitze im Auto nicht mehr aushielten und auch genügend Fotos gemacht hatten, ging es weiter.

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In den Xini-Lagoons selbst fanden wir kein Wasser, fuhren aber auch nicht alle Wege, sondern lediglich auf der Hauptstrecke hindurch. Uns kam ein deutsches Fahrzeug mit einem Pärchen entgegen. Sie hatten den Hinweis erhalten, dass in den Xini-Lagoons am Wasser einige Löwen zu finden seien. Da wir weder Wasser noch Löwen entdeckt hatten, konnten wir ihnen nicht weiterhelfen.
Die Strecke auf der Hauptstraße in Richtung Third Bridge zog sich wie immer etwas. Es gab auch einige tiefsandige Abschnitte, bei denen wir über fiese, versetzte Bodenwellen fuhren, die das Auto aufschaukelten. Zu Beginn sahen wir ab und zu noch ein paar Tiere.

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Aber als es Mittag und nochmal heißer wurde, ließen sich kaum noch Vierbeiner blicken. Sowohl bei der First als auch bei der Second Bridge gab es Wasser, und wir fuhren über die Knüppelbrücken. Hinter der Second Bridge nahmen wir die sog. Wet Route. Diese führte zunächst durch eng stehendes Gebüsch.

Rallenreiher

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Als wir am Wasser herauskamen, sahen wir dort einige Büffel im Matsch liegen und ein paar weitere herumstehen.

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Langsam setzten wir unseren Weg fort, bemerkten aber dann, dass sich noch weitere Büffel zu ihren Artgenossen in die Schlammmulde gesellen wollten. Immer weitere Tiere tauchten etwa 20 Meter vor uns aus den Büschen auf und querten vor uns den Weg. Da wollten wir nicht zwischen geraten und stellten den Motor ab, um die ohnehin schon finster dreinblickenden Gesellen nicht unnötig zu verärgern.

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Büffel an Büffel zog an uns vorüber. Manche trabten schnell über die Pad, andere blieben stehen oder kehrten noch einmal um, um uns skeptisch zu mustern. Jedes Mal, wenn wir dachten, weiterfahren zu können, tauchten erneut ein paar Hörner im Gebüsch auf, und wir blieben lieber an Ort und Stelle und ließen sie passieren.

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Hinter uns und dem Auto unserer Reisegefährten stand bald ein weiteres Auto in der Spur. Der Fahrer konnte von dem ganzen Spektakel vor uns leider nichts sehen und wurde verständlicher Weise nach einiger Zeit ungeduldig, da er uns durch die Büsche am Rand auch nicht überholen konnte. Irgendwann fing er an zu hupen. Wir wollten unser Auto aber trotzdem nicht durch die Büffel schieben und sahen auch keine Möglichkeit, aus der Spur zu kommen, um ihn vorbeizulassen. Nach einiger Zeit gab er genervt auf, fuhr ein wenig zurück und wendete dann. Hier hatten wir uns sicher keine Freunde gemacht. Am Ende standen wir dort ca. 30 Minuten und hatten wohl 200 Büffel aller Altersstufen beobachtet.

Weidelandpieper

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Teil 1029. Dez. 2019
Vor Third Bridge gab es dieses Mal noch einen See, an dem eine kleine Herde Zebras stand.

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Brauner Sichler

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Nilgänse

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Wir checkten ein und fuhren zu unserem Stellplatz Nummer 4. Dieser ist nicht sonderlich groß, aber ausreichend für zwei Autos. Wir stellten uns in den Schatten und öffneten unsere Hecktür. Dahinter offenbarte sich das Chaos.

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Durch die holperige und vor allem schaukelige Piste waren sämtliche Vorräte aus den Seitenfächern in den Laderaum gefallen und hatten sich dort verteilt. Ein Sechserpaket Eier war ebenfalls dabei und nun leer. Die kaputten Schalen klebten überall im Teppich, und die Eiergnapsche war gleichmäßig in sämtliche Ritzen geflossen und getrocknet. Auch ein paar Getränkedosen waren zu Bruch gegangen, und zwei Avocados waren zermatscht. Wir retteten den Rest, sortierten die Vorräte neu und waren erst einmal eine Zeit lang mit der Reinigung des Autos beschäftigt.
Während einer verspäteten Mittagspause sicherte Uwe Fotos, Ruth duschte, und wir ruhten uns ein wenig aus. Das tat auch ein Elefant im Schatten des großen Leberwurst-Baumens auf der Nachbarsite, weshalb wir auf unserer Vogelpirsch ein wenig eingeschränkt waren.

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Schwarzkehlchen

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Von einem der Nachbarcamps kam ein Holländer und fragte uns, ob wir mit ihm und seinem Bruder morgen früh eine Birding-Bootstour machen wollten. Sie wollten sich mit uns die Kosten für das Boot teilen. Wir beratschlagten und entschieden uns dafür.
Gegen halb fünf machten wir uns nochmal auf den Weg. Südlich von Third Bridge fanden wir ein paar besondere Wasservögel an dem kleinen See:

Hottentotten-Enten

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Schnepfenpärchen (Bunt-/ Goldschnepfe)

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Bruchwasserläufer

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Riesenglanzstar

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Helmperlhuhn

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Auf unserem weiteren Weg Richtung Second Bridge sahen wir nicht viele Tiere. Ab und an stand ein Impala oder ein einzelner Waffenkiebitz neben der Pad.

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Als eine kleine Gruppe Impalas plötzlich Warnrufe ausstieß und die ganze Herde in großen Sätzen an uns vorübergeflogen kam, waren wir alarmiert. An ähnlicher Stelle hatten wir vor zwei Jahren ein Rudel Wildhunde beobachten können.

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Das hätten wir dieses Mal auch gerne wieder genommen. Obwohl wir mit dem Fernglas die umliegenden Gräser, Büsche und Bäume genau untersuchten, blieb uns heute der Grund für die wilde Flucht der Impalas verborgen.
Das geschwätzige Gezeter der Weißbürzeldrosslinge auf einem Stück Totholz war jedoch nicht zu überhören. Ein kleiner Trupp sprang sich munter unterhaltend auf dem Boden und im Geäst umher.

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Ein Stück weiter wurden wir auf einen dunklen, hektischen Schatten im Dickicht aufmerksam. Er tat uns den Gefallen, sein Versteck zu verlassen und kam wenig später in dem für ihn so typisch schlenkernden Gang zielstrebig über die Wiese auf uns zugetrabt.

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In einigem Abstand folgten wir ihm, bis er direkt neben der Straße auf einen Baum kletterte.

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Mit Leichtigkeit erklomm er den Stamm und versuchte auf halber Höhe an ein Bienennest oder eine andere Köstlichkeit zu gelangen, die im Baum verborgen war. Dabei hing er mit drei Füßen senkrecht am Baum und riss mit den Krallen seiner freien Vorderpfote Stücke aus der Rinde, um seinen Kopf immer tiefer in den größer werdenden Spalt zu stecken. Ein paar Mal rutschte er vom Stamm, purzelte auf den Boden, wo er sich kurz schüttelte, um sogleich wieder den Baum zu besteigen und sein Glück erneut zu versuchen. Ab und zu lächelte er in unsere Kamera, vergewisserte sich, dass wir ihm seine Beute auch nicht abnehmen würden und arbeitete emsig weiter.

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Wir konnten aus unserer Perspektive nicht genau erkennen, für welche Beute er sich so anstrengte, vermuteten aber, dass es sich nicht um Bienen handelte, da er hierfür zu wenig umschwirrt war. Seine Beute hatte sich anscheinend einen guten Unterschlupf gesucht, denn so sehr der Dachs den Baum auch mit seinen Krallen bearbeitete, er hatte keinen Erfolg. Wieder und wieder rutschte er mal mehr, mal weniger elegant vom Stamm, bis er schließlich genug hatte und aufgab. Ein letztes Mal schnaufte er in Richtung der kleinen Höhle, schüttelte verärgert den Kopf und verließ die Bühne.
Auch wir entschieden, zurück ins Camp zu fahren. Einen kurzen Stopp gab es noch bei einigen scharrelnden Perlhühnern

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und einem Elefanten.

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Kurz vor dem Office entdeckten wir zwei Tüpfelhyänen. Die eine lief sofort davon, die andere lag entspannt auf der Seite und hob nur leicht den Kopf, als wir an ihr vorüberrollten.

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Zurück im Camp hatten Helga und Michael bereits Feuer gemacht. Wir grillten Oryx und machten dazu Gemüse im Potjie. Bei lauen Temperaturen aßen wir anschließend im Dunkeln und lauschten dem Gemeinschaftskonzert von Hippos, Grillen, Fröschen und Eulen. Großartig! Es gibt nicht viele Orte, an denen man eine vergleichbare Geräuschkulisse erleben kann.

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Kilometer: 75
Teil 1130. Dez. 2019
Tag 7 – 19. Oktober 2018 – Moremi-West

Third Bridge – Xakanaxa

Heute Nacht waren wir zwei Mal wach. Zuerst suchten wir erfolglos eine Mücke im Zelt, und beim zweiten Mal stand ein Elefant im Dickicht neben der Campsite und riss Äste von den Bäumen. Wir fuhren bereits vor Sonnenaufgang und unserer Bootsfahrt eine kleine Runde südlich von Third Bridge.

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In der Nacht hatte sich wohl nicht viel ereignet, denn wir entdeckten dieselben Tiere wie am Vorabend.

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Helmperlhuhn

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Waffenkiebitz

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Auf der Wet Road nach Second Bridge sahen wir auch wieder den/ einen Honigdachs, der aber sehr schnell im Gebüsch verschwand, ehe wir weit genug rückwärts fahren konnten.
Auf dem Rückweg zum Camp entdeckten wir schließlich auch wieder eine Tüpfelhyäne.

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Bindenschwalbe

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Wir waren kurz vor sieben Uhr zurück bei Third Bridge und packten unsere Fotosachen für die Bootstour zusammen. Gemeinsam mit Helga und Michael und den beiden Holländern bestiegen wir das erste Boot, übrigens ein Modell von Aliboats, bei denen wir unser Ersatzrad eingelagert hatten. Kurz nach dem Ablegen gab es aber ein Problem mit dem Motor, und so wechselten wir das Schiff. Unser Guide gab uns eine kurze Einführung in die Verhaltensregeln während der Tour und erzählte interessante Fakten über das Okavango Delta. Anschließend fuhren wir durch mal enge und mal breite Kanäle zwischen Papyrus und Riedgras.

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Auf den Halmen schaukelten einige Libellen, größere Tiere und Vögel sahen wir aber nur wenige.

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Eine Elefantenherde kreuzte vor uns den Kanal und ein paar Hippos lagen im Wasser.

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An Vögeln ließen sich zwei Coucals, ein paar Cisticolas und ein Schwarzkehlchen blicken.

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Auch ein Malachit-Eisvogel saß mit einem Fisch im Schnabel im Gegenlicht. Wir machten so wenig Fotos wie noch bei keiner anderen Bootstour. Unser Guide hatte keine Schuld daran, es waren einfach wenige Tiere unterwegs.
Außerdem war das Wasser sehr niedrig, und immer wieder wickelten sich Gräser um die Schraube des Motors, so dass unser Fahrer sich darum kümmern musste. Wir besahen uns derzeit das gezackte Gemüse auf dem Wasser.

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Die Fahrt endete, wie sie begonnen hatte.

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Wir waren ein klein wenig enttäuscht, obwohl wir eigentlich schon fast damit gerechnet hatten, dass die Sichtungen hier nicht mit Drotsky‘s würden mithalten können. Daher hatten wir gestern auch erst gezögert, als wir gefragt wurden, ob wir ebenfalls an der Tour teilnehmen wollten. Andere Leute hatten aber von zahlreichen Reihern, Eisvögeln und Bienenfressern geschwärmt. Die waren heute wohl alle Verwandte besuchen oder auf Urlaub. Außerdem ist uns schon klar, dass eine Bootstour auch ohne Eisvogel mit Wal-Schnapp ein besonderes Erlebnis ist. Nach etwas über zwei Stunden waren wir zurück im Camp.

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Teil 1230. Dez. 2019
Safranweber

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Wir frühstückten mit Avocado-Thunfisch-Salat, Brot und Mü(e)sli 😉. Dann fuhren wir über die Third Bridge

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und die alte fourth Bridge. Die neuere Brücke war gesperrt.
Über Dead Tree Island und Luigis Pools näherten wir uns Xakanaxa.

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Ruth entdeckte mehrere Zimtracken und tataa:

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Noch ausbaufähig, aber zumindest erwischt!
Kurz vor Xakanaxa standen vier Büffel wiederkäuend im Schatten. Während wir noch einen kurzen Stopp einlegten, verschwanden Michael und Helga bereits Richtung Camp. Unsere Faszination erschloss sich ihnen nicht, denn die grimmigen Gesellen waren ihnen nicht geheuer.

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Wir belegten unsere Lieblingscampsite Nummer 8 und wurden wie bei „Hase und Igel“ lachend mit einem „Ich-Bin-Schon-Da!“ begrüßt.

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Während einer längeren Mittagspause war es unter den Schattendächern gerade so auszuhalten.

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Wir sicherten Fotos, fotografierten Vögel, tranken Kaffee und aßen Schokomuffins sowie den restlichen Avocado-Salat. Es war ein sehr schöner, fauler Mittag.

Streifenliest

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Kapsteinsperling (Yellow-throated Petronia)

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Rotbrust-Glanzköpfchen

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Aber dies ist doch nicht sein Weibchen, oder doch? Wir hätten eher auf das des Amethyst Sunbirds getippt.

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Als wir gegen halb vier wieder aufbrechen wollten, kamen am Schilfrand zwei Elefanten anmarschiert und fraßen direkt neben unserem Stellplatz Gras. Wir beobachteten die beiden friedlichen Tiere eine ganze Weile. In einem Matschloch deckten sie sich mit einer Schlammschicht ein, bevor sie weiterzogen.

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Wir fuhren zum Gate und checkten offiziell für die beiden Nächte ein. Dabei bemerkten wir, dass unsere Reservierung nicht für Stellplatz Nummer 8, sondern für Nummer 4 erfolgt war. Somit standen wir falsch. Mist! Da außer uns bislang aber keine weiteren Gäste im Camp waren, verschoben wir das Problem auf später und drehten eine ausgiebige Runde durch die Paradise Pools.

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Außer der üblichen Herde Letschwes fanden wir dort sehr viele Vögel, darunter erneut die Zimtracke

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und einige Lappenstare.

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Steppenbaumhopf

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Mohrenralle

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Nilgans

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Eine Weile sahen wir noch dem ausgelassenen Treiben der Meerkatzen zu, beobachteten ein Schlankichneumon (was für ein Name!) und drehten dann um.

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Bennettspecht

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Früher als nötig kehrten wir zum Campingplatz zurück. Helga und Michael waren dort geblieben und hatten sich ausgeruht. Eine Dame von Kwalate Safaris kam zu uns, um unseren Voucher zu kontrollieren. Obwohl dort eine andere Stellplatznummer vermerkt war, hatte sie nichts zu beanstanden und checkte uns ein. Der zum Platz gehörende Streifenliest saß brav auf seinem Ausguck und präsentierte uns die Ergebnisse seiner zahlreichen Beutezüge.

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Aus der anderen Perspektive sah das entsprechend so aus:

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Als wir sicher waren, dass heute niemand mehr die Stellplatznummer 8 für sich beanspruchen würde, machten wir Feuer, Uwe duschte, und anschließend kochten wir Nudeln mit Soße im Potjie. Wir genossen den lauen Abend auf unserem Lieblingsplatz in Botswana. Ein Perlkauz schaute vorbei.

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Kilometer: 65
Teil 1302. Jan. 2020
Tag 8 – 20. Oktober 2018 – Rund um Xakanaxa

Xakanaxa

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Als die Sonne über den Horizont lugte und die Gräser orange färbte, standen wir auf, klappten das Zelt ein und fuhren schon früh los.

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Wir schlugen den Weg zu den Paradise Pools ein.

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Dabei sahen wir viele Hippospuren, die Verursacher waren jedoch nicht zu entdecken. An den Pools gab es wie immer Letschwes und Impalas. Die Hörnchen keckerten von den Bäumen und wärmten sich in den ersten Sonnenstrahlen.

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An Vögeln fielen uns sofort die unterschiedlichsten Bienenfresser auf. Besonders freuten wir uns über die roten Segler, die wir im Winter ja nur vereinzelt entdecken können.

Zwergspint

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Schwalbenschwanzspint

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Scharlachspint

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Natürlich begutachteten wir auch den Baumstumpf, der vor Jahren einem Leopardenkind als Ausguck gedient hatte genau. Völlig plemplem, hier irgendetwas anzunehmen, aber man legt sich ja die fantasievollsten Geschichten zurecht, warum vielleicht … Zumindest gucken wir an solchen Stellen immer dreimal so genau wie irgendwo anders.
Wäre hier etwas im Busch gewesen, hätte der aufmerksame Letschwe-Bock sicher längst Alarm geschlagen.

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So war es heute Morgen aber sehr friedlich. Die Perlhühner gackelten zufrieden vor sich hin, und wir vertrieben uns die Zeit mit dem Beobachten einiger Vögel.

Helmperlhuhn

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Riesenglanzstar

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Gelbbauchammer

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Bald stießen auch Michael und Helga zu uns. Die fest eingebauten Funkgeräte der Autovermietung haben wirklich eine hohe Reichweite und sind daher sehr praktisch. So konnten wir uns jederzeit austauschen und verabreden.

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Anschließend fuhren wir Richtung Südosten und ein wenig in der Gegend bei Dead Tree Island.

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und noch ein Riesenglanzstar

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Ein einzelner Elefant kreuzte während seines Frühstücks unseren Weg und blieb unmittelbar neben der Pad stehen, so dass wir uns nicht vorüber trauten und eine Weile warten mussten.

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Irgendwann meldete Michael, dass er das Stück der Schwimmnudel verloren habe, das wir ihm als Auflage für seinen Fotoapparat gegeben hatten. Wo genau, könne er nicht sagen. Daher drehten wir um und versuchten das durch seine rose Farbe auffällige Stück wieder zu finden. Aber obwohl wir exakt den gleichen Weg zurück nahmen, den unser GPS aufgezeichnet hatte, fanden wir die Schwimmnudel nicht mehr. Wir hofften, dass sie bereits einen neuen Besitzer gefunden hatte, denn so ein Schaumstoffding muss ja nicht unbedingt im Delta herumliegen.
Danach trafen wir wieder auf die Büffel, die sich seit gestern in der Nähe unseres Camps aufhielten. Gleiches Spiel wie gehabt: Michael und Helga düsten voraus, wir gönnten uns noch einen Schnappschuss.

Gelbschnabelmadenhacker

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Die beiden haben schon Recht. Dieser leicht abwesende, gelangweilte Blick ist wirklich schlecht zu deuten. Will er womöglich gerade seinem Ruf als eines der gefährlichsten Tiere Afrikas gerecht werden und einen Frontalangriff starten oder einfach nur friedlich seine Halme bekauen? Wir warteten seine Entscheidung lieber nicht ab, sondern machten uns ebenfalls aus dem Staub.
Kurz vor zehn Uhr waren wir zurück im Camp und machten eine sehr lange Pause.

Lappenstar

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Schmarotzermilan

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Zunächst klappten wir das Schattendach auf und wärmten uns den Rest Nudeln mit Soße auf. Dabei behielten wir eine kleine Gruppe Elefanten im Auge, die sich im Schatten einiger Bäume auf Campsite Nummer 9 ausruhten.

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Danach legte sich Ruth ins Zelt und las. Uwe sicherte Fotos. Es war ein fauler Mittag. Irgendwann hatten die vier Elefanten von der Nachbarsite ausgeträumt und näherten sich langsam. Sie liefen durchs Schilf und kamen dann genau zu unseren Autos, die sie umrundeten. Sie waren sehr entspannt, fraßen Gras, rupften einige Wurzeln aus dem Boden, die sie zuvor mit den Füßen gelockert und dann durch Hin- und Herwedeln mit dem Rüssel vom Sand befreit hatten und würdigten uns keines Blickes. Trotzdem waren wir lieber in den Camperaufbau geflüchtet und beobachteten sie aus erhöhter Position.

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Sie bewegten sich nur einige Meter von unserem Auto entfernt. Natürlich hatten wir keine Orangen oder ähnliches in unserem Camper, aber Ruth hatte trotzdem ein mulmiges Gefühl. Das Video „Apples in the tent“ ging uns durch den Kopf. Wer weiß schon sicher, was Elefanten eigentlich mögen? Vielleicht gehörten ja genau zu diesem Exemplar hier als Lieblingsspeise Kartoffeln, Müsli, Kekse, Mintbonbons, … im Zweifel aber bestimmt Passionsfrüchte? Was lagerten wir noch gleich alles in den Vorratsregalen unseres Autos? Klar, man soll keine Vorräte mit ins Zelt nehmen, aber ist es wirklich besser, direkt über den vollen Regalen im Aufbau des Landcruisers zu sitzen? Die Elefanten beachteten auch weiterhin zum Glück weder unsere Autos noch uns selbst. Als sie sich in Richtung des Schlammlochs bewegten und mit ihrer Körperpflege beschäftigt waren, kamen wir auch wieder aus dem Auto heraus.

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Teil 1402. Jan. 2020
Am Nachmittag gingen wir zu den Ablutions, um Wäsche zu waschen. Zwei der vier Elefanten standen unmittelbar vor dem Eingang für Frauen. So erledigten wir die Wäsche im Herrenwaschraum, während die Elefanten um uns herum mal hier, mal dort ein paar Blättchen oder Äste abzupften. Als wir uns auf den Rückweg machen wollten, sahen wir, dass einer der Elefanten auf einer Campsite bei vier jungen Leuten stand. Die Männer saßen noch auf ihren Stühlen, während der Elefant sich bereits bis auf zwei Meter genähert hatte. Es wurde gelacht und gewunken. Dann rückten sie ihre Stühle zurecht, während einer von ihnen mit dem Handy Selfies machte. Wir hielten die Luft an bei so viel Dummheit und hofften, dass nichts Schlimmes passieren würde. Nachdem der Elefant sich wieder entfernt hatte, gingen wir zu den Leuten und versuchten ihnen klar zu machen, dass ihr Verhalten sehr gefährlich gewesen war. Es ist kein Spaß, so ein Risiko einzugehen, das ungeahnte Konsequenzen für alle Beteiligten haben kann.
Inzwischen war ein Camper von Site Nummer 10 zu uns gekommen und hatte gefragt, ob wir etwas über das kaputte Dachzelt wüssten, das dort herumläge. Er war sehr verunsichert und wollte sein Zelt nicht aufschlagen, falls aggressive Elefanten in der Nähe seien. Wir hatten nichts mitbekommen. Es stellte sich später heraus, dass während unserer Pirschfahrt am Morgen andere Camper ihr Auto verlassen hatten, um zu duschen und ihren Wagen offen gelassen hatten, also wohl nicht nur nicht abgeschlossen, sondern mit geöffneten Fenstern und Türen. Ob sie Lebensmittel im Zelt gelagert hatten, konnten die Ranger nicht beurteilen. Während ihrer Abwesenheit hatten Elefanten versucht, an irgendetwas im Wagen heranzukommen und dabei das Dachzelt völlig demoliert. Es war kaum noch als solches zu erkennen. Wir sahen es uns später an, da es als Schrott einfach zurückgelassen worden war.

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Verständlich, dass man bei einem solchen Anblick Angst bekommen kann.
Am Nachmittag drehten wir eine weitere Runde durch die Gegend um Xakanaxa. Vorbei an Luigis Pool und durch Dead Tree Island entdeckten wir wieder viele Vögel.

Rotschnabelmadenhacker

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Afrikanischer Wiedehopf

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Grünschwanz-Glanzstar

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Ein Wasserwaran schlängelte sich durch das Gras auf der Suche nach Beute.

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Die Pools waren weitgehend ausgetrocknet. Es gab viel Schlamm und trockenen Matsch und nur in der Mitte einige übrig gebliebene Tümpelchen. Vereinzelt lagen Krokodile reglos am Ufer, und ein großer Reiher versuchte sein Glück im Fischen.

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Silberreiher

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Immer wieder passierten wir Herden von Impalas oder Zebras, beobachteten Meerkatzen und schlängelten uns dabei langsam wieder die gewundenen Wege in Richtung und durch die Paradise Pools.

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Und noch ein Wiedehopf

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Gabelracke

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Bei den Paradise Pools waren wir schließlich ganz alleine. Obwohl keine Tiere anwesend waren, blieben wir eine knappe halbe Stunde und sahen fast andächtig dabei zu, wie sich Licht und Schatten auf Gräsern, Bäumen und im Himmel änderten und die Landschaft in die unterschiedlichsten Pastelltöne getaucht wurde. Mal wieder der absolute Luxus.

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Auf dem Weg zur Campsite begegnete uns noch eine kleine Elefantenfamilie. Ein Elefantenkind hatte eine Verletzung am Rüssel, die aber schon recht gut verheilt war. Wenn der Kleine größer wird, wird er es sicherlich nicht leicht haben.

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Zurück auf der Campsite hatten Helga und Michael bereits Feuer gemacht und Kartoffelscheiben mit Speck gedünstet. Wir grillten dazu Wildfleisch, und Ruth machte noch einen Rote Beete Salat. Nach dem Spülen saßen wir ein wenig draußen, als eine Scops Owl rief und eine Hyäne im Gras auftauchte. Hippos grunzten, Elefanten grollten, und wir fühlten uns rundum wohl.

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Kilometer: 61
Teil 1506. Jan. 2020
Tag 9 – 21. Oktober 2018 – Ein großes Donnerwetter

Xakanaxa – Khwai Concession

Kurz vor halb sechs standen wir bei etwa 18 Grad auf und fuhren ohne Frühstück mit einem kurzen Halt bei den Ablutions los.

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Der erste Weg führte uns wie üblich in die Paradise Pools, wo wir im Morgenlicht einige Vögel entdeckten.

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Grünschenkel

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Stelzenläufer

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Kampfläufer

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Nilgänse

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Bruchwasserläufer

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Auf einem Baum saßen einige Karminspinte, für eine gute Fotoperspektive jedoch zu hoch. Sie spähten nach Insekten und flogen in großen Schleifen von einem Aussichtsast zum nächsten.

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Ein Grünschwanz-Glanzstar sammelte Nistmaterial.

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Auf direktem Weg

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fuhren wir schon bald nach Osten und machten beim Dombo Hippo Pool eine lange Frühstückspause am Tisch unterhalb des Hides.

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Im Wasser lagen einige Flusspferde, die ab und an zufrieden grunzten und sich hin und her rollten, und im Gras saßen wieder viele Libellen.

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Einige Enten hockten im seichten Uferwasser, darunter auch die hübschen Witwenenten.

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Hagedasch-Ibis

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Wir ließen uns viel Zeit, beobachteten während des Frühstücks Graufischer, Gänse, Hammerkopf und Blatthühnchen und freuten uns an den warmen Sonnenstrahlen. Danach stiegen wir noch auf den Hide, dessen Treppe mit den Jahren auch immer wackeliger wird.
Als es wieder heißer und schwüler wurde, fuhren wir auf dem Hauptweg weiter zum Khwai North Gate und verließen für heute den Moremi über die Holzbrücke.

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In Khwai Village hielten wir am „Colgate“-Shop und kauften Feuerholz. Helga und Michael stockten ihre Wasservorräte auf. Was für ein gut sortierter Laden! Sie fanden sogar den so lang vermissten Topfschwamm. 😉

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Als wir auf dem Weg zur Khwai Concession auf der Brücke über den Fluss anhielten, verließ ein Hippo das Wasser und kam nach oben ein Stück in unsere Richtung. Nähere Bekanntschaft wollten wir dann aber einvernehmlich nicht machen, und der grimmige Geselle verschwand in den angrenzenden Büschen.

Blaustirnblatthühnchen

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Auch im Gebiet der Concession war es abseits des Flusses sehr trocken. Viele Bäume hatten kein einziges grünes Blatt mehr.

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Je näher wir dem Fluss kamen, umso mehr Laub besaßen die Bäume. Endlich stießen wir auch auf die ersten Elefanten, die den Schatten nutzten und sich mit ihren Ohren ein wenig Luft zufächelten, denn es war wieder sehr schwül.

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Auf dem Weg zu unserer Campsite sahen wir einige unfertige Hütten, die – wenn sie eines Tages erwachsen sind – ein paar neue Ablutions werden könnten.

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Teil 1606. Jan. 2020
Noch vor unserer Campsite trafen wir am Khwai auf eine Elefantenherde mit ein paar Jungtieren, die in den feuchten Flussauen stand und fraß. Die Kleinen spielten miteinander, rupften Gras wie die Erwachsenen und tranken zwischendurch etwas Milch bei ihrer Mutter.

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Auf der Suche nach unserem Stellplatz fuhren wir am Fluss entlang und kamen an anderen Campsites vorbei. Die Nummer 4 war von vier Leuten besetzt. Als wir um ein Gebüsch bogen, trauten wir unseren Augen nicht. Drei von ihnen saßen mit Badeanzügen zwischen Campsite und Fluss in einem aufblasbaren Planschbecken und kühlten sich ab. Wir waren so perplex, dass wir ihnen lediglich zuwinkten und weiterfuhren. Erst ein paar Sekunden später realisierten wir, was wir gerade gesehen hatten: Ein Planschbecken am Khwai. Im Nachhinein bedauern wir zutiefst, die Leute nicht um die Erlaubnis für ein Foto gefragt zu haben. Das glaubt uns doch kein Mensch! So etwas werden wir dort wohl nie wieder zu Gesicht bekommen.
Wir brauchten ein bisschen, bis wir unseren Stellplatz Nummer 2 gefunden hatten. Der große, staubige Platz lag nicht am Fluss, sondern etwas abseits unter großen Akazien. Das Toiletten-Gebäude auf der Wiese war ebenfalls noch nicht fertiggestellt, und so hob Michael ganz motiviert neben einem umgestürzten Baumstamm ein Loch für unseren Toilettengang aus. Etwas enttäuscht war er dann, als niemand von uns diesen Donnerbalken auf dem Präsentierteller benutzen wollte. War die Stelle doch von allen Seiten, außer von unserer Site ziemlich einsehbar. Stattdessen verschwand Ruth hinter einem Busch und trat sich dabei einen Dorn durch ihre Crocs in den Fuß, der beim Herausziehen abbrach. Na wunderbar! Same procedure as every year: Sie humpelte zurück zum Auto und war in den nächsten zehn Minuten leider nur mit mäßigem Erfolg damit beschäftigt, den Holzsplitter aus ihrem Fuß herauszupopeln.
Wir richteten uns provisorisch auf dem Stellplatz ein und klappten die Dachzelte auf, da wir uns nach einer kurzen Brotzeit eigentlich zu einer verspäteten Mittagspause etwas hinlegen wollten.

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Mit der Zeit zog sich der Himmel immer weiter zu, und es wurde dunkler.

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Wir beeilten uns, aus Camembert, Brie, Butter, Zwiebeln und Gewürzen Obatzda zu knetschen. Dieser war gerade fertig, als die ersten Tropfen vom Himmel fielen. Obwohl wir gewettet hätten, dass die Wolken an uns vorbei ziehen, ging schließlich doch ein kurzer Schauer nieder. Schnell räumten wir alles ins Auto und klappten auch das Zelt wieder ein. Danach saßen wir im Wagen, aßen Schwarzbrot mit Obatzda und beobachteten das für uns so ungewohnte Wetter in Botswana. Während nicht viele, dafür aber dicke Tropfen auf unsere Scheibe klopften, operierte sich Ruth in einer langwierigen Aktion mit einer Splitterpinzette und feuchten Händen den abgebrochenen Dorn aus dem Fuß. Die Dame stellt sich da immer ein wenig an.
Nach der Pause brachen wir – immer noch von dunklen Wolken begleitet – zu einer Nachmittagspirsch entlang des Flusses auf.

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Außer ein paar Elefanten und Wasserböcken waren dort aber nicht mehr viele Tiere zu entdecken.

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Graufischer

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Wir waren noch nicht weit gekommen, als wir an einer Stelle zwei offene Safari-Autos fernab des Weges sahen. Wir näherten uns vorsichtig und konnten bald erkennen, warum sie dort standen: Ein Rudel Wildhunde lag verteilt um ein Gebüsch herum. Wir stellten uns dazu und beobachteten die Hunde. Es war ein großes Rudel mit einigen Jungtieren.

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Anfangs waren sie noch träge, wurden dann aber langsam munter, gähnten und sprangen umeinander.

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Immer mehr Safari-Wagen trafen ein und rangierten wild umher. Die meisten waren dabei sehr rücksichtsvoll und versuchten, weder Hunde, noch andere Autos zu bedrängen. Ein wenig Mitleid hatten wir mit einem Guide, der seinen Gästen die Lebensweise der Hunde näherbringen wollte. Diese waren aber augenscheinlich gelangweilt und mehr an Chips, Erdnüssen und Getränken interessiert, die sie sich unter lautem Palaver von ihrem Fahrer reichen ließen.
Die Hunde wurden zusehends unruhiger und liefen schließlich in einer langen Reihe hintereinander zur nahegelegenen Wasserstelle um zu trinken. Auch der Autokorso setzte sich in Bewegung und folgte ihnen.

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Durch die Wolken war das Licht bereits eine Stunde vor Sonnenuntergang sehr trüb. So verzichteten wir darauf, uns der Schlange am Wasserloch anzuschließen, wünschten den Hunden eine erfolgreiche Jagd/ Nacht und machten uns schon recht früh auf den Rückweg. Dieser frühe Rückzug sollte sich später noch als Glücksfall herausstellen.
Zurück an den Campsites sahen wir, dass der Stellplatz Nummer eins noch frei war. Dieser gefiel uns viel besser als unserer und lag auch näher am Wasser. Da wir davon ausgingen, dass heute keine weiteren Camper mehr eintreffen würden, zogen wir um und schlugen dort unser Lager auf. Besonders freuten wir uns über einsetzendes Löwengebrüll auf der anderen Flussseite.
In der Mitte des großen Platzes starteten wir die Vorbereitungen für das Abendessen: Wir machten Feuer, wickelten Kartoffeln in Folie, rührten Quark und Joghurt mit Knoblauch und Kräutern an. Helga und Michael schnitten Gemüse und dünsteten es in der Pfanne. Wieder zog der Himmel zu, und wir beobachteten sorgenvoll das Wetter. Wie nachmittags hofften wir, dass es kein Unwetter geben würde, als plötzlich von einem Moment auf den nächsten der Wind deutlich zunahm. Wir wussten gar nicht, wie uns geschah, als der aufkommende Sturm unsere Sachen vom Tisch wehte, Stühle umfielen und schließlich die volle Gemüsepfanne von Helgas Gaskocher kippte. Alles landete im Sand, und wir versuchten, möglichst schnell die Einzelteile an uns zu raffen und im Auto in Sicherheit zu bringen. Der Sturm wirbelte uns den Staub in die Augen, und die Funken unseres Feuers wurden weit in die Grasebene gepustet, so dass wir schon befürchteten, das ganze Veld in Brand zu stecken. Es war gar nicht so einfach, die Flammen zu ersticken. Wir zogen zwar die brennenden Scheite auseinander, der Sand, den wir darauf schaufeln wollten, wehte aber in alle Richtungen davon.
Zusammen mit dem Wind setzte auch wieder Regen ein. Diesmal fielen aber keine einzelnen Tropfen, sondern wahre Sturzbäche ergossen sich vom Himmel, und wir flüchteten ins Fahrzeuginnere, nachdem wir alles Schützenswerte ebenfalls irgendwo ins Auto geschmissen hatten. Da saßen wir nun im Dunkeln und spürten, wie der Sturm den Wagen hin- und herschaukelte. Um dem Wind weniger Angriffsfläche zu bieten, stieg Uwe nochmal aus, um das Dachzelt herunterzuklappen. Die wenigen Handgriffe, die normalerweise in einer Minute erledigt sind, erwiesen sich an diesem Abend als unmöglich. Da der Wind von hinten kam, gelang es Uwe selbst unter Aufbietung aller Kräfte und unter Einsatz seines Körpergewichts nicht, das Zelt an dem langen Band herunterzuziehen. Erst als Ruth zu Hilfe kam und zusätzlich mit anpackte, konnten wir den Buschcamper schließen.
So etwas hatten wir noch nicht erlebt. Das Unwetter hatte etwas von einem Hexentanz. Windzerzaust, staubig und nass begann für uns zurück in der Fahrerkabine ein langer Abend. Dass es mit einem Abendessen nichts mehr würde, war ziemlich schnell klar. Das Gemüse lag im Sand, das Fleisch lag ungegrillt in einer Schüssel. Zwar stand der lecker angerührte Quark hinter uns auf dem Kühlschrank und verströmte einen zunehmenden Knoblauch-Geruch, aber unser Brot lag für uns unerreichbar hinten im Aufbau. Nun gut, ein verpasstes Abendessen würde uns nicht umbringen. Wir angelten uns stattdessen ein paar Getränke aus dem Kühlschrank und tauschten uns mit Helga und Michael per Funk aus, die ebenfalls in ihrem Auto gefangen waren.
Zu Regen und Wind gesellten sich bald die ersten Blitze. Zusammen mit dem Donner konnten wir gut beobachten, wie das Gewitter stetig näher kam. Hier am Khwai gefiel es ihm aber offensichtlich genau so gut wie uns, denn es wollte einfach nicht weiterziehen. Dies war auch der Grund, warum wir uns nicht einfach ins Zelt legten. Einen möglichen Blitzeinschlag in den Dachcamper wollten wir nicht unmittelbar unterhalb des Metalldaches erleben.
Während wir ein wenig ratlos im schaukelnden Auto verharrten, mäanderten die Scheinwerfer der letzten heimkehrenden Gamedrives in einiger Entfernung durch die dunklen Regenschwaden. Die Lichter zwischen den Bäumen hatten etwas Gespenstisches. Wir konnten uns gut vorstellen, wie es den armen Menschen auf den offenen Fahrzeugen erging und wie wohl die Stellplätze der anderen Camper aussahen, die nicht rechtzeitig zurück gewesen waren, um ihre Sachen in Sicherheit zu bringen. Während wir zumindest im Trockenen saßen, sahen wir auf den Nachbarcampsites Taschenlampenkegel durch den Regenguss wabern. Auch hier wurden in aller Hektik die Sachen geschnappt, die noch zu retten waren.
Wir starrten gebannt auf die immer näher kommenden Blitze, die in wildem Zickzack die Dunkelheit durchschnitten, und Michael gelang es sogar, ein paar von ihnen mit der Kamera einzufangen.

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Mit der Zeit wurde uns kalt, und wir vermissten unsere warmen Schlafsäcke. Zum Glück hatten wir zum Schutz unseres Fotoapparates eine Decke untergelegt, die wir nun hervorzogen.

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So dösten wir nach einigen Stunden des Blitze-Guckens immer wieder ein, bis uns der Knall eines besonders lauten Donners aufschreckte. Zwischendurch unterhielten wir uns mit Helga und Michael. Uwe bemerkte einen Balken Empfang auf dem Handy und schrieb eine SMS an die liebe Bele nach Deutschland, um sich nach der aktuellen Wettersituation zu erkundigen.

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Als weit nach Mitternacht das Gewitter endlich ein Stück weitergezogen war und wir uns sicher genug fühlten, klappten wir die Zelte auf und krochen müde und erleichtert in die Schlafsäcke.

Kilometer: 100
Teil 1712. Jan. 2020
Tag 10 – 22. Oktober 2018 – Khwai at its best

Khwai Concession – North Gate, Moremi

Was für eine Nacht! Nach dem Abzug des Gewitters hatten wir noch bei Regen das Zelt aufgeklappt und uns endlich in unsere warmen Schlafsäcke gekuschelt. Draußen prasselten die Tropfen auf das Dach des Bushcampers. Da wir todmüde waren, dauerte es trotzdem nicht lange, bis wir eingeschlafen waren. Mit Sonnenaufgang standen wir auf. Der Regen hatte aufgehört, aber der Himmel war weiterhin wolkenverhangen, und die Sonne hatte ihre liebe Mühe, sich hindurch zu kämpfen, was für eine dramatische Färbung sorgte.

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Von unserer überhasteten Flucht in den Camper war an diesem Morgen nicht mehr viel zu sehen. Unsere Feuerstelle war nicht mehr erkennbar, lediglich Stühle und Tisch lagen zusammengeklappt draußen im Staub oder im Gras. Wir hatten wirklich Glück gehabt, zu Beginn des Unwetters bereits in unserem Camp gewesen zu sein. Beim Aufklappen von Ruths Stuhl entdeckten wir einen kleinen, gutgelaunten Frosch, der hier Unterschlupf gesucht hatte.

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Wir räumten alle Sachen auf und ordneten die Dinge im Auto. Uwe kochte Kaffee und Tee, und Ruth putzte die Scheiben. Die Luft war frisch und klar, der Himmel vollständig bewölkt.

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Wir fuhren am Khwai entlang Richtung Südwesten. Im Gegensatz zu gestern Nachmittag sahen wir keine Elefanten. Als von rechts ein Gamedrive-Fahrzeug aus dem Gebüsch kam, deutete der Fahrer in die Richtung, aus der er gekommen war. Wir folgten seinem Tipp und schlugen die Fahrspur ein. Bereits nach hundert Metern sahen wir noch andere Autos im Dickicht stehen. Dort lag ein Elefantenkadaver und müffelte vor sich hin. Lebendig sind sie uns eindeutig lieber!

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Im Gebüsch schlief ein großes Löwenmännchen und bewachte mehr oder weniger motiviert seine Beute. Meist hielt es die Augen geschlossen und bewegte sich kaum. Weißrücken- und Kappengeier saßen auf den Bäumen bzw. machten sich an dem Aas zu schaffen.

Kappengeier

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Hatten sich die Vögel endlich vorsichtig bis zum Kadaver vorgepirscht, musste der Löwe sichtlich widerwillig seiner Arbeit nachkommen, aufspringen und die Futterkonkurrenten verscheuchen.

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Nach zwei halbherzigen Attacken auf die Geier entschied er schließlich, dass die Vögel seine Anstrengungen nicht wert waren und legte sich erschöpft unter einen Busch. Zuvor scharrte er allerdings mehrfach verärgert Sand über den Elefanten und kratzte auch an verschiedenen Stellen den umliegenden Boden auf. Wir haben keine Ahnung, ob er wirklich verärgert war. Vielleicht weiß jemand sein Verhalten besser zu erklären.

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Schmarotzermilan

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Auch Helga und Michael trafen bald ein, und obwohl der Löwe ziemlich inaktiv war und meist nur herumlag, blieben wir doch fast eineinhalb Stunden vor Ort.

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Der Elefant war aus naheliegenden Gründen ebenfalls sehr träge und stank bestialisch nach Verwesung. Regelmäßig wehte eine süßlich-moderige Schwade durch unser Auto. Es war widerlich. Wir rangierten ein wenig herum. Aus einer anderen Perspektive war der Gestank ein wenig besser zu ertragen, und so nutzten wir die Wartezeit, um den restlichen Obazda von gestern mit Schwarzbrot zu verspeisen. Als wir schließlich selbst nicht mehr so genau wussten, auf was wir eigentlich warteten, tat uns der Kater den Gefallen, noch einmal seinen Kopf zu heben, und wir verabschiedeten uns.

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Weiter ging es durch die Khwai Concession. Eigentlich wollten wir immer am Fluss entlang fahren. Es gab jedoch noch ein paar Seitenarme, die wir uns nicht trauten zu durchqueren. An einer Stelle hatten wir schon andere Fahrzeuge bei der Wasserdurchfahrt gesehen. So konnten wir ebenfalls erfolgreich einen Wasserarm überwinden. Michael zeigte uns eine Giant Eagle Owl (Milchuhu) in einem Baum.

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An einer Stelle standen mehrere Autos in der Nähe eines Baumes. Schon von weitem war der Grund hierfür schnell ausgemacht: Wir sahen einen Leoparden auf einem Ast liegen.

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„Leopard im Baum“ – so sehen Safariträume aus. Mit Leoparden waren wir in unseren Urlauben bisher nicht so reich gesegnet, mit solchen im Baum erst recht nicht. Daher freuten wir uns sehr über diese Sichtung. Das schöne Tier lag zunächst entspannt, gähnte von Zeit zu Zeit und besah sich den Trubel unter ihm.

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Mittlerweile hatten sich mit uns bereits sieben Autos unter seinem Ausguck versammelt. Das war ihm dann wohl doch ein wenig viel. Der Leopard erhob sich,

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besah sich die Lage erst von der einen,

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dann von der anderen Seite

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und sprang vom Baum. Für einen kurzen Moment entschwand er unserem Blickfeld, lief um die Autos herum und kam direkt vor uns wieder aus dem Gras heraus. Das war wirklich ausgesprochen kooperativ von ihm.

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Er lief ein Stück entlang der hohen Gräser parallel zu unserer Spur, leckte sich hin und wieder seine Schnauze, auf welcher sich ein kleiner blutiger Kratzer befand und überquerte schließlich vor uns die Pad, bevor er im Gebüsch verschwand.

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Außer uns suchten noch drei Guides nach dem Leo. Bisher waren wir rückwärts vor ihm her gefahren. Nun wendeten wir und konnten ihn tatsächlich noch einmal zwischen den Büschen und ein kurzes Stück dahinter auf dem Weg entdecken.

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Seine Verfolger zerstreuten sich, und wir wogen unsere Möglichkeiten ab. Würde der Leo seine Richtung beibehalten, so würde er irgendwann den Fluss erreichen. Bis dahin war es jedoch noch ein ziemliches Stück. Trotzdem beschlossen wir, es zu versuchen und auf seinen Durst zu setzen.
Um die von uns auf der Karte auserwählte Stelle zu erreichen, mussten wir einen ziemlichen Umweg auf uns nehmen, aber unsere Hartnäckigkeit wurde belohnt. Nach einigem Warten und Suchen, entdeckten wir das Fleckentier erneut. Der Leopard saß etwas erhöht neben einem Baum auf einem Termitenhügel und beobachtete die Umgebung.

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Als er sich niederlegte, verabschiedeten wir uns und fuhren weiter. Wieder einmal verloren wir uns im verwirrenden Wegenetz. Bis wir einen gewünschten Abzweig realisiert hatten, waren wir auch schon daran vorbei gefahren. Nicht schlimm – alle Wege führen zum Khwai!
Wir begegneten noch einem Trupp Elefanten, der ebenfalls am Fluss seinen Durst löschte

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und mussten noch eine etwas tiefere Furt überwinden,

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bevor wir irgendwann die Hauptstraße Richtung Khwai erreichten. Auf allen Straßen standen kleine und große Pfützen vom gestrigen Regen.

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Teil 1812. Jan. 2020
Am North Gate checkten wir wieder in den Moremi ein, als gerade zwei südafrikanische Gespanne mit Wohnanhänger und völlig entnervten Insassen den Park verließen. Sie seien heute von Third Bridge gekommen und hatten mehrfach aus dem Matsch geborgen werden müssen. Die Strecke sei im Moment für sie nicht passierbar.
Auch um das North Gate herum sahen die Wege lustig aus. Alleine zum Camp mussten wir tiefe Matschlöcher und schlammige Spurrillen umkurven. Es war gar nicht so einfach, unseren Stellplatz zu erreichen. Dort machten wir eine Mittagspause und aßen Apfel- oder Nutella-Pfannkuchen und Nudeln von Helga und Michael.

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Mit uns speiste auch ein Meves Glanzstar, der um uns herum Fluginsekten fing.

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Eine Schar Braundrosslinge veranstaltete in der nahegelegenen Pfütze ihren Badetag. Die geschwätzigen Gesellen haben im Trupp ohnehin ein keckes Auftreten, sahen in nassem Zustand aber noch verwegener aus.

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Michael musste zwischenzeitlich ein paar zu aufdringliche Meerkatzen in ihre Schranken weisen, und wir passten höllisch auf, dass uns nicht irgendein flinker Affe den Pfannkuchen vom Teller stahl, während wir von den Vögeln abgelenkt wurden.

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Rotschnabeldrossel

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Meckergrasmücke

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Bennettspecht auf der Suche nach Ameisen.

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Dann spülten und duschten wir und machten uns allein auf in Richtung Osten. Entlang des Flusses war alles sehr grün und von hohem Gras bewachsen.

Junger Sattelstorch

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Wir sahen einige Hippos und Wasserböcke, wenige Zebras. Es war wirklich nicht viel los, aber wir genossen die Abendstimmung.

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Blaustirnblatthühnchen

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Besonders schön waren zwei Elefanten, die vor der untergehenden Sonne durch den Fluss liefen.

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Zum Abendessen grillten wir das Fleisch von gestern und machten Kartfoffeln mit unserem Tsatsiki. Es schmeckte sehr gut, war aber auch recht viel. Beim Abspülen passierten die ersten Elefanten unseren Campingplatz. Als wir schon im Zelt waren, liefen noch ein paar weitere Elefanten in unmittelbarer Nähe an uns vorbei. Die ganze Nacht über raschelte und knusperte es um unser Zelt herum.

Kilometer: 54
Teil 1918. Jan. 2020
Tag 11 – 23. Oktober 2018 – Nicht viel los am Northgate

North Gate, Moremi

Wir verbrachten einen ganzen Tag am North Gate. Nach dem Aufstehen bei Sonnenaufgang fuhren wir bald schon los nach Osten. Entlang des Khwai war es ähnlich ruhig wie am Vorabend. Ein paar Hippos lagen im Fluss, Wasservögel standen am Ufer, und Letschwes, Wasserböcke und Zebras liefen über die Flutebenen.

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Alle Tiere wirkten ruhig und entspannt, so dass auch nicht davon auszugehen war, dass sich etwas im Gebüsch versteckte. Kein angestrengtes Schauen in eine bestimmte Richtung, kein Alarmschnauben. Womöglich waren alle Grasfresser genauso blind wie wir, die Beuteschleicher besonders gut verborgen, auf Urlaub oder einfach nur satt. Mit der Löwen- und Leopardensichtung von gestern konnte der heutige Tag diesbezüglich also nicht mithalten. Ein paar Vögel ließen sich aber überall entdecken.

Graufischer

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wieder mal ein Coucal

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Waffenkiebitz

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Mangrovenreiher

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Wir fuhren sehr weit nach Osten am Fluss entlang und anschließend auf einem weiter vom Wasser entfernten Weg wieder zurück zum Camp. Nach dem Regen waren viele Löcher auf der Pad noch mit Wasser und Schlamm gefüllt. Uwe versuchte, sie so gut wie möglich zu umfahren. Wo es nicht ging, steuerte er den Wagen mittig hindurch – nicht zu langsam, um nicht in einer matschigen Untiefe stecken zu bleiben. Dies führte zwangsläufig dazu, dass das schwarze Modderwasser am Auto hochspritzte. So sah der Wagen hinterher nach deutlich mehr Abenteuer aus, als es tatsächlich war.

Mohrenmeise

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Büffelweber

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Schneeballwürger

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Am Ende des Vormittagsdrives fuhren wir auch noch ein Stück nach Westen. Aber auch hier war es sehr ruhig. Ein Schabrackenschakal stand auf der Ebene, und am Fluss beobachteten wir einen Ibis, der sich mit einem erbeuteten Frosch abmühte. Da er ihn im Ganzen nicht schlucken konnte, versuchte er, Teile herauszupicken. Erschwert wurde sein Tun durch einen weiteren Ibis sowie einen Reiher, die ihm auf den Fersen waren. Immer wieder nahm er seine Beute auf und lief ein Stück weiter, bis plötzlich alle drei Vögel abhoben und den Frosch zurückließen. Ein Schreiseeadler war gestartet und hatte für den Alarm gesorgt.

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Auf dem Rückweg ins Camp sahen wir noch ein paar Brachschwalben

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und einen kleinen Trupp Wasserböcke.

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Wir machten eine lange Mittagspause und frühstückten Spiegeleier – drei Eier hatten die letzte Fahrt überlebt, der Rest war zerdeppert – die letzte Scheibe Vollkornbrot, Möhren mit Kräuterfrischkäse, Rauchfleisch, Müsli und Camembert. Obwohl das Picknick ausschließlich aus Resten bestand, schmeckte es sehr gut. Dazu gab es Kaffee und Saft.

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Da wir nur noch zwei Portionen Fleisch hatten, stellten wir das Gefrierfach auf Normaltemperatur und konnten es nun auch für Getränke nutzen.
Wir bestellten bei einer Campangestellten Brennholz. Für eine halbe Schubkarre bezahlten wir 50 Pula. Auf der Campsite kamen immer wieder ein paar Vögel vorbei, insbesondere zwei Spechte, die auf dem Boden nach Termiten pickten.

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Bronzeflecktaube

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Bennettspecht

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Weiblicher Büffelweber

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Braundrossling

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Im Himmel beobachteten wir ein für uns besonderes Phänomen, eine sogenannte Halo. Rund um die Sonne war ein kreisförmiger Bogen zu sehen, einem Regenbogen ähnlich. Innerhalb des Kreises war es etwas dunkler. Es sah äußerst faszinierend aus. Wir hatten so etwas bisher noch nicht gesehen.

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Ruth hielt ein Mittagsschläfchen, und später gingen wir zum Duschen. Erst danach brachen wir zur Nachmittagsrunde auf. Wieder fuhren wir am Fluss entlang nach Osten, aber nicht einmal die Wasservögel konnten uns heute so richtig begeistern.
Nach einer Woche Moremi ist irgendwie der Elan dahin. Wir waren nicht unzufrieden, uns fehlte nur ein wenig die Motivation, neue Wege zu erkunden. So beschlossen wir, uns mit unserem kleinen Safari-Burnout nicht allzu weit vom Camp zu entfernen, sahen den Hippos eine ganze Weile beim Baden zu und beobachteten einen Waran.

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Auf dem Weg zurück ins Camp sahen wir die Tiere vom Vormittag. Sie hatten sich ähnlich wie wir nicht sonderlich weit fortbewegt.

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Als wir North Gate erreichten, hatten Helga und Michael bereits Feuer gemacht. Heute gab es Folienkartoffeln mit dem restlichen Tsatziki, Eland-Steaks und Bohnensalat. Es war wieder besonders lecker. Viele große Falter umschwärmten uns und hatten es in erster Linie auf unsere Weinbecher abgesehen. Wir spülten, packten alles zusammen und saßen noch ein wenig am Feuer. Morgen steht eine sehr lange Fahretappe bis Shakawe auf dem Plan.

Kilometer: 66
Teil 2027. Jan. 2020
Tag 12 – 24. Oktober 2018 – Rund ums Delta

North Gate, Moremi – Drotsky’s Cabins, Shakawe

Um halb sechs standen wir auf. Unser Plan war es, heute sehr früh aufzubrechen und zügig bis Maun zu fahren. Die zweite Etappe bis Drotsky’s kurz vor Shakawe wollten wir so unter die Räder nehmen, dass wir rechtzeitig für eine Bootstour am Nachmittag dort wären. Der Anfang war schon fast pünktlich. Nach Toilette, Einpacken und einer Tasse Kaffee und Tee mit Rusk kamen wir um zehn nach sechs los.

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Die direkte Verbindung zum South Gate ist normalerweise ziemlich eintönig. Nach dem Regen vor drei Tagen standen aber auch auf dieser Strecke einige Löcher unter Wasser. Bei manchen gab es Umfahrungen, bei den meisten jedoch nicht. Wir mussten stark abbremsen und am Rand oder mittendurch fahren. Es ging immer gut, aber ein paar Mal rutschte das Heck in die Tiefe, und der Wagen schlingerte langsam aus dem Matschloch. Zum Glück ist es uns erspart geblieben, uns wie Tinochikas in einem Loch festzufahren. 😉

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Am South Gate registrierten wir uns und fuhren weiter nach Maun. Uns begegneten noch einige Elefanten, Giraffen, Zebras und Gnus. Das war eine schöne Verabschiedung aus dem Moremi.

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Vet-Gate

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Auf der Pad krabbelten unzählige Tausendfüßer. Bisher haben wir von dieser Art lediglich die Überreste des verblichenen Panzers entdecken können. Lebend hatten wir nur ein Exemplar vor einigen Jahren im KTP gesehen. Solche Massen an Tieren waren für uns neu, und Uwe musste höllisch aufpassen, sie zwischen und nicht unter die Räder zu nehmen.

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Ein Stückchen weiter halfen wir einer Schildkröte über die Straße.

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Kurz vor Shorobe pumpten wir wieder Luft in alle Reifen. In Maun trennten wir uns. Während wir unser bei Aliboats deponiertes Reserverad abholten, kauften Helga und Michael noch ein paar Kleinigkeiten im Supermarkt.

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Schnell war das Rad nach einigen Witzchen mit dem Inhaber der Firma in unserem Auto verstaut, und wir bedankten uns für die Hilfe. Als wir den Hof verließen, trauten wir unseren Augen und Ohren kaum. Kratzende Geräusche und lautes Getrappele von kleinen Hufen hatten uns aufmerksam werden lassen. Da standen doch tatsächlich ein paar Ziegen auf der Motorhaube und der Windschutzscheibe eines am Straßenrand parkenden PKWs. Um an die grünen Blätter eines Baumes zu gelangen, hatten sie das Auto erklommen und schubsten sich nun gegenseitig zur Seite. Dabei verursachten ihre Hufe fiese, quietschende Geräusche auf den Scheiben und dem Lack. Wir mochten uns nicht so genau ausmalen, ob die zugehörigen Kratzer weniger fies anzusehen waren. Ruth klatschte einmal laut in die Hände, was zur Folge hatte, dass die Ziegen vom Auto sprangen, nur um es unmittelbar danach wieder erneut zu besteigen. Da sich außer uns auch niemand für die Ziegen zu interessieren schien (der Halter des PKWs war weit und breit nicht zu sehen) und wir sie auch schlecht irgendwo anleinen konnten, gönnten wir ihnen ihren Blättersnack und waren froh, unser Auto an einer anderen Stelle geparkt zu haben.

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Bei Riley’s Garage tankten wir über 100 Liter Diesel und trafen unsere Freunde natürlich an dem Ort, an dem es sich am besten ausspannen lässt: Bei Hilary’s ließen wir uns Kaffee und Sandwiches schmecken. Diese Pause konnten wir uns zwar zeitlich kaum erlauben, war aber dringend nötig und sehr schön.

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Die Strecke aus dem Moremi hatte viel mehr Zeit als geplant verschlungen. Nun war es schon recht spät, als wir Maun nach Südwesten verließen.

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Bei Sehitwa bogen wir nach Norden ab und fuhren den Panhandle des Okavango-Deltas hinauf. Die Straße war auf einigen Abschnitten sehr schlecht, mit großen und zahlreichen Schlaglöchern. Daher kamen wir nicht schnell voran und verloren weitere Zeit. Nach vielen Brems-, Ausweich- und Überholmanövern kamen wir ziemlich geschafft erst nach halb fünf bei Drotsky’s Cabins an. Nun war es in jedem Fall zu spät für eine Bootstour. Umso wichtiger bestätigten wir noch einmal die Buchung für die Tour am Morgen.
Auf unserer Campsite Nummer 12 richteten wir uns ein. Eine freche Meerkatze beobachtete uns und klaute Helga ein paar Essensreste. Wir liefen zum Deck an der Rezeption und sahen trotz Wolken einen schönen Sonnenuntergang.

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Zurück auf der Campsite gingen wir duschen und bereiteten danach unser Abendessen zu. Wir grillten unsere letzte Portion Fleisch und aßen den Rest Bohnensalat und Tsatsiki von gestern. Helga füllte Gemsquash mit Feta und Chakalaka. Es schmeckte toll, war aber wieder mal viel zu viel. Und als ob das noch nicht genug gewesen wäre, gab es noch Grillbrote mit Knoblauchbutter.
Aus den Bäumen unmittelbar über uns riefen zwei Waldkäuze. Man konnte die beiden Stimmen gut unterscheiden, und es entwickelte sich ein interessantes Gespräch. Frau Kauz fragte nach, der Herr antwortete, die Dame erzählte, und der Mann stimmte ein. Vielleicht war es aber auch umgekehrt. So ging es eine ganze Zeit lang hin und her, und wir lauschten in die Dunkelheit. Selten hatten wir ein so schönes Eulenkonzert gehört.

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Nach dem Spülen verschwanden wir schon bald in unseren Zelten.

Kilometer: 504

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