ONon4ajt37 Beiträge · seit 201817. Dez. 2018 · #82
Hallo Ruth und Uwe, Erstmalls Vielen dank für eure Antwort auf unsere fragen. Ja ihr habt recht, wir haben schon einige antworten bekommen auf unsere fragen in Sachen transport von Frischen Fleisch und Gemüse über grenzen und vetfence im eigenen threat. Bitte um Verständnis das wir nochmal nachfragen bei reisenden die den gleichen weg gefahren sind dem wir vorhaben denn wenn man hier und in sonstigen foren im netz die reise berichte so nachliest dann kommt es einen vor als wenn man die regeln nur anwendet als Vorwand sich selbst zu bedienen als wäre man im Selbstbedienung supermarkt (ZB eure gurken, verstehe wer kann) Nur deswegen die nachfrage
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200617. Dez. 2018 · #83
@Bele und Lothar: Ja, das Fragezeichen war ernst gemeint. Wir hatten zwar genau diese Vermutung, aber bei Greifvögeln sind wir uns einfach nie sicher. Danke für eure Hilfe.
@Chrissie: Mit der Serval-Sichtung klappt es bestimmt irgendwann. Wir mussten auch lange darauf warten.
@on4ajt: Kein Problem, ihr könnt immer gerne fragen. Das mit den Gurken haben wir auch nicht verstanden. Aber auch wenn wir gerne ein paar Witze in diese Richtung machen, handelt es sich bestimmt nicht grundsätzlich um Willkür.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200617. Dez. 2018 · #84
Tag 8 – 21. Juli 2018 – Besuch im Dorf
Gwango Lodge – Mucheni Gorge, Chizarira
Heute war der bislang kälteste Morgen. Als wir um kurz nach sechs zur Toilette gingen, hatten wir nur knapp über drei Grad. Nach Sonnenaufgang stieg die Temperatur aber rasch. Wir setzten uns in die Sonne und frühstückten. Nicht weit von uns zogen ein paar Elefanten durch das Unterholz und fraßen. Immer wieder knackten die Äste. Bis wir gemütlich gefrühstückt, gespült und alles eingepackt hatten, verging die Zeit.
Dann setzten wir uns noch kurz an die Lodge und schauten in unsere Handys. So war es bereits halb elf, als wir nur ein paar Kilometer weiter unseren ersten Stopp machten und bei der Painted Dog Conservation anhielten. Die Organisation zum Schutz der Wildhunde hat dort ein sehr schönes kleines Museum, das wir uns anschauten. Es ist liebevoll eingerichtet und voller interessanter Informationen.
Wir erstanden ein paar Souvenirs, die aus ehemaligen Wilderer-Drahtschlingen angefertigt waren. Dann wurde es höchste Zeit, Strecke zu machen. Zum Glück war die Straße geteert, und wir kamen zügig voran. Am Straßenrand waren Arbeiter damit beschäftigt, das trockene Gras kontrolliert abzubrennen.
Am Abzweig Richtung Binga füllten wir an der Tankstelle Diesel auf und kauften Brot und Tomaten. Auffällig war, dass der Treibstoff nahezu so teuer war wie bei uns zu Hause.
Die Strecke war landschaftlich sehr schön. Wir überquerten Brücken, fuhren bergauf und –ab und hatten immer wieder schöne Aussichten. Viele Menschen liefen am Straßenrand und schleppten Bündel mit sich. Die Kinder riefen oder pfiffen, wenn wir sie passierten und winkten uns zu. An einer Stelle lag eine Schlange auf der Straße, und wir konnten gerade noch ausweichen. Dann war sie aber so schnell verschwunden, dass wir sie nicht mehr entdeckten.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200617. Dez. 2018 · #85
Kurz vor Binga bogen wir auf die Schotterstraße nach Nordosten, die unterhalb des Karibasees verläuft. Hier hatten wir vor sechs Jahren bei einem Dorf zwei Trommeln gekauft und Fotos gemacht. Heute existierte der kleine Verkaufsstand überraschenderweise nicht mehr. Schade, denn wir hatten zwei Dutzend Abzüge für die Leute dabei, die damals so nett mit uns geplaudert und so schön getrommelt hatten. Also hielten wir einfach beim nächsten Dorf, marschierten kurz entschlossen mit unseren Fotos bewaffnet hinein und fragten nach. Dorfchef Lameck nahm uns in Empfang.
Er war ausgesprochen gastfreundlich, obwohl wir ihn doch unangemeldet überfallen hatten. Sofort wurden aus sämtlichen Hütten ein paar Sitzgelegenheiten für uns herbeigetragen.
Wir wurden neugierig von einigen Kindern beäugt, während sich Lameck genau unsere Fotos anschaute.
Tatsächlich kannte er einige der Personen. Manche lebten noch ganz in der Nähe, andere waren fortgezogen. Besonders traurig fanden wir, dass zwei der jüngeren Mädchen bereits verstorben waren. Lameck bot uns an, uns zu seinen Nachbarn zu bringen, damit wir ihnen die Fotos übergeben könnten. Zunächst wollte er jedoch – ganz Geschäftsmann – die günstige Gelegenheit nutzen und uns ein paar handgeflochtene Körbe zeigen. Sie waren wirklich schön, und natürlich kauften wir ihm je einen ab.
Obwohl wir es recht schwierig finden, Menschen zu fotografieren, fragten wir um Erlaubnis. Niemand hatte etwas dagegen, obwohl eine ältere Frau zunächst in ihrer Hütte verschwand und danach ein wenig Geld von uns wollte. Als Ruth dies aber ablehnte, nahm sie sie lachend in den Arm und fragte auch nicht weiter nach. Wir durften uns noch ein wenig zwischen den Hütten umschauen und den ein oder anderen Schnappschuss machen.
Anschließend druckte Uwe am Auto als Dankeschön für jeden ein Erinnerungsfoto.
Die Leute freuten sich sehr darüber. Mit Lameck fuhren wir ein paar hundert Meter zum Nachbardorf,
aber leider war niemand dort. Daher ließen wir die Fotos, die wir von damals mitgebracht hatten, bei ihm, und er versprach, sie weiterzugeben. Nun war schon einige Zeit verstrichen, und wir mussten weiter.
Auf recht holpriger Schotterstraße fuhren wir nach Osten und bogen zum Chizarira-Nationalpark ab.
Die Straße wurde steiniger und vor allem deutlich steiler, sowohl nach oben als auch nach unten.
Beim Tor registrierten wir uns und fuhren noch die letzten sieben Kilometer bis zur Mucheni View Campsite oder zumindest bis zu dem Platz, den wir für Mucheni View hielten.
Die Straße führte durch dichten Wald und endete an einer steilen Abbruchkante mit Aussicht über eine Schlucht.
Obwohl Uwe unseren Platz von Fotos aus dem Internet ein wenig anders in Erinnerung hatte, machten wir uns keine großen Gedanken. Wir hatten die Koordinaten ins GPS gespeichert, wir waren hier gelandet, und die Aussicht gefiel uns, obwohl Ruth und Karin es ein wenig unheimlich fanden. So völlig abgeschieden am Rande der Welt hätten die beiden gerne noch ein wenig mehr Zeit vor der Dämmerung gehabt, um sich mit dem Platz vertraut zu machen. Also klappten wir die Zelte auf und machten Abendessen. Im Potije kochten wir eine große Menge Gemüse und grillten dazu Eland-Filet.
Als es bereits dunkel war, näherten sich die Scheinwerfer eines Autos, welches zielstrebig auf unsere Campsite zusteuerte. Das Auto blieb aber in einiger Entfernung stehen, und während wir uns wunderten, wer da so spät noch auftauchte und was er wohl von uns wolle, berieten die Insassen des Fahrzeugs vielleicht in ähnlicher Weise. Wir waren auf jeden Fall erleichtert und nicht unglücklich darüber, als die unbekannten Besucher wieder rückwärts fuhren und sich entfernten. Bei hellem Halbmond saßen wir noch etwas am Feuer, das seinen Rauch heute unkontrolliert in alle Richtungen verteilte. Wohin man sich auch setzte, wurde man eingeräuchert, und so gaben wir es nach mehrmaligem Umziehen mit Tisch und Stühlen auf. Während wir in die Zelte kletterten, rief in weiter Entfernung eine Hyäne.
chris p382 Beiträge · seit 200618. Dez. 2018 · #86
Liebe Eulenmuckels, vielen Dank für das Erzählen und Bebildern Eurer Reise. Es ist immer wieder schön mit Euren Erlebnissen den dunklen und kalten Winter zu überbrücken. Wieder tolle Bilder dabei und ganz besonders gefällt uns natürlich der Besuch im Dorf, schön das Ihr Euch da so drauf eingelassen habt und mit diesen tollen Begegnungen belohnt wurdet.
LG und wir freuen uns auf die Fortsetzung Christian +
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200818. Dez. 2018 · #87
Liebe Eulenmuckels, ihr Beiden habt wirklich besonderes Sichtungsglück! Das kriegen wir ja schon seit Jahren mit. So hoffen wir mittlerweile eine halbe Ewigkeit auf die (erneute) Sichtung eines Bushbabys, - immer liegen sie im Südwinter schlafend in ihren Kobeln. Auch in der NataLodge... – wieso hat sich da für euch einer bewegt, in der Kälte, Mitte Juli... ?? 🙄 😁 Das ist nicht fair... 😎 😄 ...wir dachten schon, vielleicht darf man sie nur ein mal im Leben sehn... 😉 Nun, denn, wir bleiben dran...
Herzlichen Dank für euren erlebnisreichen Bericht!! Und natürlich auch eure schöne Bilder – sehr informativ für uns ist z.B. das Bild mit den Klipschleifern, die alle einen hellen Scheitel tragen, - so was ist uns noch nie aufgefallen! Man lernt immer wieder dazu! 🙂
Wir spicken grad sehr genau... 😗
LG lilytrotter
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
Champagner8'684 Beiträge · seit 201018. Dez. 2018 · #88
😄 Da musste ich lachen - Karin und Peter sollten dringend an einer afrikanisch entspannten Sitzhaltung arbeiten (wie war das nochmal mit den Füßen auf dem Tisch? 😗 😎 🤪 ).
Davon abgesehen: ein wunderbares Kapitel voller Leben und schöner Bilder - danke 😘 !
Eure Tour gefällt mir bisher außerordentlich gut und Ihr habt mir einen kleinen Floh ins Ohr gesetzt... 😏 2021 ist ja quasi um die Ecke 🤩
So schön beschriebene und bebilderte menschliche Begegnungen und tierische Momente. Dazu wundervolle Aufnahmen (wie immer 😉 ) Das Bügeleisen ist ja der Hammer!
Dankeschön dafür, dass Ihr mir etwas Farbe in die kürzesten und dunkelsten Tage des Jahres bringt!
Ihr schreibt: Am Abzweig Richtung Binga füllten wir an der Tankstelle Diesel auf und kauften Brot und Tomaten. Auffällig war, dass der Treibstoff nahezu so teuer war wie bei uns zu Hause.
Wie war das denn grundsätzlich mit der Treibstoffversorgung? Erst vor kurzem habe ich gelesen, dass es hier große Engpässe gibt.
Freu mich auf weitere Geschichten aus Sim und Sam
Liebe Grüße Simone
Historie meiner 16 bisherigen Reisen ins südliche/östliche Afrika => 11/2001: NAM die Erste * 12/2003 - 01/2004: NAMIBIA Südtour * 03/2005: NAMIBIA ein runder Geburtstag in Windhoek/Tour mit Witti + Landy * 12/2007 -01/2008: NAMIBIA Südtour zum 2. mit Familie * 10-11/2008: Kurztrip nach NAM/wieder ein runder Geburtstag * 03/2011: NAMIBIA ~ Hochzeit der Schwägerin in Windhoek und kleine Tour * 09-10/2013: TANZANIA ~ 4 Wochen Familienbesuch * 12/2014 - 01/2015: NAM zum ersten Mal mit Dachzelt unterwegs * 07-08/2016: SÜDAFRIKA ~ 4 Wochen Kap und Gardenroute/Familienbesuch * 05/2018: KTP und mal wieder der Süden von NAMIBIA * 01-02/2020: NAMIBIAS Norden, Caprivi und ein bißchen BOTSWANA * 08-09/2021: BOTSWANA ~ Private Campingtour mit Bushways * 09/2O22: 3 Wochen SÜDAFRIKA mit Fokus auf Familie und Drakensbergen * 08-09/2023: BOTSWANA ~ 2. Private Campingtour mit Bushways * 02-03/2024: NAMIBIA ~ KTP und Südtour * 01-02/2026: 3. Private Campingtour mit Bushways
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200620. Dez. 2018 · #90
@Christian+: Es war tatsächlich ein merkwürdiges Gefühl, einfach in das kleine Dorf zu spazieren. Man steht sofort im Mittelpunkt, was ich nicht so gerne habe. Aber die Leute waren so freundlich, und wir konnten uns in aller Ruhe unterhalten. Es hat großen Spaß gemacht, mal etwas mehr Kontakt zu haben. Diese Erfahrung werden wir im Laufe der Reise noch öfter machen. Schön, dass ihr dabei seid. Liebe Grüße an die Damen.
@lilytrotter: Auf die Bushbabies waren wir auch ganz scharf. Bei der Nata Lodge hatten wir eigentlich gar nicht mit ihnen gerechnet. Schließlich hatten wir sie dort vor über 10 Jahren gesehen, und zwischenzeitlich war die Lodge ja abgebrannt. Selbst als die Dame an der Rezeption auf unsere Frage sagte, dass wir sie ganz sicher auf dem Campingplatz sehen würden, glaubten wir noch nicht daran. Und es waren mehrere, die dort durch die Bäume huschten. Also darf man sie offensichtlich nicht nur einmal im Leben zu Gesicht bekommen. Und mal schauen, vielleicht sehen wir ja im Laufe der Reise noch eins . . . 😉 Die Scheitel der Klippschliefer sind uns auch zum ersten Mal aufgefallen. Dadurch sehen sie ein bisschen wie Sparschweine aus. 🙂
@Bele: Soweit ich das beurteilen kann, waren Karin und Peter total entspannt. Aber bei Fremden legt man ja nicht die Füße auf den Tisch. 😉
@Simone: Beim Anblick des Bügeleisens haben wir uns auch gewundert. In unseren Köpfen ist eben das Vorurteil, dass Leute, die in einfachen Hütten im Staub wohnen, wohl kaum ihre Anziehsachen bügeln. Von den aktuellen Engpässen bei der Treibstoffversorgung haben wir auch gelesen. Im Juli gab es damit noch keine Probleme. An allen Tankstellen bekamen wir Diesel.
Guggu2'261 Beiträge · seit 201120. Dez. 2018 · #91
Liebe Muckels,
meine Dankeklicks verschwinden immer wieder unter „und weitere…“ Ihr habt einfach zu viele begeisterte Leser 😄 Daher ein ganz herzliches DANKE für den tollen Bericht. Es ist immer wieder schön mit euch auf Reisen zu gehen.
Wir wünschen euch ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200620. Dez. 2018 · #92
Tag 9 – 22. Juli 2018 – Chizarira
Mucheni Gorge – Mucheni View, Chizarira
Bereits vor dem Aufstehen hörten wir mehrfach, jedoch sehr weit entfernt einen Löwen brüllen. Erst nach Sonnenaufgang krabbelten wir aus dem Zelt und freuten uns über die Wärme auf unserem Platz. Wir setzten uns zum Frühstück zusammen und ließen den Tag langsam beginnen, denn heute stand keine weite Fahrt auf dem Programm.
Uwe versuchte, mit der Kelly Wasser zu kochen. Irgendwie wollte es ihm aber nicht so recht gelingen. Die kleinen Hölzchen gingen immer wieder aus, und es qualmte fürchterlich. So dauerte es eine ganze Weile, bis er sich endlich seinen Kaffee verdient hatte. Ruth lief mit dem Fotoapparat den wenigen Vögeln hinterher. Ein Falke sauste unmittelbar an ihr vorbei. Sofort nahm sie die Verfolgung auf, da es hier die seltenen Taitafalken geben sollte. Jeder, der schon mal quer durch den Wald einem Greif im Tiefflug gefolgt ist, weiß, wie aussichtsreich solch eine Idee ist, und so wurde sie auch bald wieder verworfen. Möglicherweise ist es auch gar nicht so schlau, wie Hans-Guck-in-die-Luft durch Dornen und über Wurzeln zu stolpern.
Rotschwanzschmätzer
Gelbbauchammer
Nachdem wir ausgiebig gefrühstückt und mehrere Tassen Kaffee getrunken hatten, spülten wir und packten zusammen.
Tische und Stühle ließen wir stehen, da wir ja noch einmal hier übernachten würden.
Ein kleines Stück wollten wir noch zu einem weiteren Aussichtspunkt fahren, der auf der Karte eingezeichnet war. Als wir diesen nach ein paar Minuten erreichten, machten wir große Augen. Das war Mucheni View, der Platz, den wir eigentlich gebucht und erwartet hatten. Die Aussicht von der Abbruchkante war gigantisch.
Sofort war klar, dass wir die kommende Nacht hier verbringen würden. Also fuhren Peter und Uwe zurück und holten Tische und Stühle. Auf unserem neuen Platz gefiel es uns so gut, dass wir dort lange blieben und den Ausblick über die gegenüberliegenden Hänge und das Flusstal genossen. Auf einem der nächstgelegenen Berge uns gegenüber erklomm ein Elefant langsam, aber stetig die Anhöhe.
Ein Felsenadler startete unterhalb aus der Wand und schraubte sich nach oben.
Hier konnte man es aushalten.
Brillenwürger
Frau Scharlachweber
Wir saßen in der Sonne und konnten uns gar nicht satt sehen. Irgendwo aus den Felsen schallte das laute „Woahoo“ der Paviane herüber, ansonsten war es absolut still. Ruth erschrak, als einige Tok Tokkies ihre Crocs enterten. Zielstrebig krabbelten sie immer wieder in Richtung der Schuhe, egal wohin Ruth ihre Füße stellte. Schließlich blieb ihr nur, die Schuhe aus der Reichweite der Käfer zu bringen.
An diesem himmlischen Platz drängte sich ein zweites Frühstück geradezu auf. Nun ja, wir müssen gestehen: nur für uns. Karin und Peter waren nicht so verfressen.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200620. Dez. 2018 · #93
Erst gegen Viertel vor zwölf rissen wir uns dann doch los und fuhren einen kleinen Schlenker über einen weiteren Aussichtspunkt. Der Weg war so zugewachsen, dass Ruth aussteigen und einen über die Straße ragenden Ast beiseite halten musste, damit wir unsere Autos nicht zerkratzten.
Brown-veined Whites (Danke an Matthias)
Dann ging es weiter zum Park-Office. Der Ranger, bei dem wir uns registrieren wollten, war gerade in der Mittagspause. Also drehten wir eine kleine Runde durch den Chizarira-Park. Die Wege waren teilweise steinig und oft sehr steil. Wir fuhren nur langsam. An einer Brücke stand etwas Wasser im Fluss, und wir beobachteten viele bunte Schmetterlinge.
Common Joker (Danke an Matthias)
männlicher Eyed Pansy (Danke an Matthias)
Einzelne Bienenfresser saßen auf Ästen über dem Wasser und jagten Insekten. Die Sonne brannte heiß. Im Wald stießen wir auf Paviane und ein Frankolinpärchen. An einem Picknickplatz ließen wir die Autos stehen und liefen durch hohes, scharfes Gras zu einem fließenden Bach.
Hier fanden sich ein paar Spuren, jedoch keine Tiere, außer einigen Libellen und ein paar Käfern, die wie irre an der Wasseroberfläche hin und her sausten und sich im Kreis drehten.
Als wir weiterfahren wollten, saß plötzlich ein spannendes Insekt im Auto. Eine Stabheuschrecke war durch das offene Fenster hineingekommen. Ruth entfernte sie vorsichtig aus dem Innenraum, und wir bewunderten ihre Gestalt. Dünn wie Stroh und mit Gliedmaßen wie Halme hatte sie die perfekte Tarnung für ihren Lebensraum im hohen, gelben Gras. Als wir sie dorthin zurücksetzten, war sie kaum noch zu erkennen.
Mahaliweber
Ist das eine Schwarzweihe (Black Harrier)? Das Verbreitungsgebiet stimmt nicht, aber welcher Greifvogel hat sonst noch so einen dunklen Rumpf? (Liebe Beles, Mattes und Maddys, wir brauchen wieder einmal eure Hilfe!)
Brauner Schlangenadler (Danke an Bele)
Am Ende der Runde sahen wir noch ein paar Wasserböcke.
Bei der Ranger-Station registrierten wir uns
und erfuhren, dass wir – wie bereits seit heute Morgen vermutet – gestern die falsche Campsite gewählt hatten. Statt Mucheni View hatten wir bei Mucheni Gorge gestanden. Der Fahrer des Autos, welches am Vorabend im Dunklen so zielstrebig unseren Platz angesteuert hatte, hatte eigentlich Mucheni Gorge reserviert und war dann zum Viewpoint ausgewichen. Na großartig! Wir wären an seiner Stelle mehr als bedient gewesen. Gestern hatten wir uns noch gewundert, wer so spät im Park herumgeistert, und was der wohl von uns will, und nun waren wir selbst zu Campbesetzern geworden 😗. Wir bezahlten die Gebühr für die Autos und fuhren zum Stellplatz.
von Karin:
Bei dem anderen Camper, einem Südafrikaner, der alleine unterwegs war, entschuldigten wir uns für unseren Irrtum. Er nahm es uns nicht krumm und war ausgesprochen nett. Den späten Nachmittag verbrachten wir auf unserem ganz besonderen Campingplatz mit der tollen Aussicht. Wir probierten die Dusche in unserem Camper aus. Da wir zu bequem waren, den Duschvorhang anzuknüpfen, positionierten wir das Auto so, dass die Dusche im Windschatten des Autos lag und unsere Tische auf der anderen Seite standen. Das Wasser aus dem Durchlauferhitzer war wunderbar warm, und es tat gut, sich den Staub vom Körper zu spülen. Dabei ist es immer wieder erstaunlich, mit wie wenig Wasser man auskommen kann.
Nachdem alle geduscht hatten, las Peter, Karin und Uwe sicherten Fotos, und Ruth machte neue. Sie lief auf der Suche nach Vögeln durch das Gebüsch und entfernte sich immer weiter. Zwischendurch machten wir uns schon Sorgen um sie, weil sie auch auf unser Rufen nicht mehr reagierte.
Rotschwanzschmätzer
Zum Sonnenuntergang färbte sich der Himmel am Horizont pastellig rötlich-orange. Wir freuten uns über die unterschiedlichen Lichtstimmungen. An keinem Platz der Welt hätten wir in diesem Moment lieber sein wollen.
Danach kochten wir eine leckere Butternut-Suppe mit Möhren und Ingwer im Potije.
Dazu gab es Folienkartoffeln und Avocado-Salat mit Thunfisch, Mais und Zwiebeln. Das war natürlich viel zu viel, und so blieb für morgen noch etwas Salat übrig. Wir spülten und packten schon fast alles zusammen. Karin entdeckte im Schein ihrer Stirnlampe ein paar Bushbabies, die in eindrucksvollem Tempo durch die Äste turnten. Sie waren teilweise so schnell, dass wir sie immer wieder aus den Augen verloren.
Morgen werden wir den Chizarira wieder verlassen und versuchen, den Matusadona-Park am Kariba-See zu erreichen.
Champagner8'684 Beiträge · seit 201021. Dez. 2018 · #94
Eulenmuckel schrieb: Ist das eine Schwarzweihe (Black Harrier)? Das Verbreitungsgebiet stimmt nicht, aber welcher Greifvogel hat sonst noch so einen dunklen Rumpf? (Liebe Beles, Mattes und Maddys, wir brauchen wieder einmal eure Hilfe!)
Guten Morgen Ihr Zwei,
also der Black Harrier passt alleine schon vom Verbreitungsgebiet her gar nicht, wie Ihr ja selber sagt. Dankenswerterweise hat mein Raptor Guide hinten ein paar Vergleichsseiten "Raptors in flight" (ich bin sicher, Maddy und Matte hätten dafür kein Buch gebraucht, aber immerhin bin ich schneller 😄 ) und die sagen mir zweifelsfrei, dass dies nur ein Brown Snake Eagle sein kann (eventuell immatur 😐 , sieht noch ein kleines bisschen fleckig aus).
Davon abgesehen finde ich aber die Schmetterlingsfotos sehr schön (kam das neue Makro zum Einsatz?) und die Stabheuschrecke ist der KNALLER! Ich habe in der Oberstufe eine zeitlang den Bioraum mitbetreut und damals war es noch erlaubt, dort Tiere zu halten. Unsere Stabheuschrecken sind sehr gerne ausgebüxt - und ich kann auch sagen, auch in einem profanen Raum können sie sich sehr leicht unsichtbar machen 😮 . Da kamen bei euren Fotos viele Erinnerungen hoch 🙂 . Allerdings waren unsere im Vergleich zu eurer Zwerge 😄 .
Vielen Dank für die schöne Frühstückslektüre und jetzt geht's in den Endspurt - ich glaube, Ruth hat heute schon frei, von daher: einen gelungenen Start in die Ferien wünsche ich und bis ganz bald 😘 !
Schön, dass Ihr Mucheni View noch gefunden habt. Es ist ein traumhafter Platz. Mir war beim ersten Foto schon klar, dass Ihr den ersten Abend falsch abgebogen wart und auf Mucheni Gorge gelandet seit.
So sah übrigens Mucheni Gorge 2011 nach einem Brand aus.
Ich freu mich auf Matuasadona. Schöne Erinnerungen für mich.
LG Christa
www.botswanadreams.de
"Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach."
Ernest Hemingway
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200621. Dez. 2018 · #96
@Bele: Ein Hoch auf den Raptor Guide! Vielen Dank. Habe gerade mal im "normalen" Roberts nachgeschaut. Das passt ganz gut. Zum Makro: Ja, damit haben wir die Schmetterlinge auch fotografiert, aber die gezeigten Bilder hat Ruth alle mit dem 100-400 gemacht. Im direkten Vergleich waren die Makro-Aufnahmen nicht "besser". Über die Stabheuschrecke haben wir uns sehr gefreut. So ein faszinierendes Tier!
@Christa: So passiert es eben: Da bereitet man sich ewig auf diese Reise vor, und vor Ort vertut man sich dann beim Stellplatz. Ich war am ersten Abend auch total irritiert. Auf Fotos hatte die Aussicht ganz anders ausgesehen. Und am nächsten Morgen wollten wir eigentlich zuerst Richtung Headquarter fahren, haben uns dann aber doch entschieden, noch kurz "diesen Aussichtspunkt" mitzunehmen. Da wäre uns fast ein Highlight entgangen. Das war einer der schönsten Stellplätze, an denen wir je übernachtet haben. Auf deinem Foto sieht es so aus, als habe es auch vor dem Brand nur die Plattform gegeben. Das Schattendach muss erst später gebaut worden sein.
Das Schattendach auf Mucheni Gorge gab es früher schon, es war aber bei einem Brand total zerstört, das nur die Plattform übrig blieb. Gut, das es wieder aufgebaut wurde. Wenn man schon so oft in Afrika war wie Ihr, dann müssen für mich Parks wie Chizarira einfach besucht werden. Einen ganzen National Park oft für sich ganz allein zu haben, das hat doch was, auch wenn große Tiere seltener sind. Es freut mich sehr, das es Euch gefallen hat.
LG Christa
www.botswanadreams.de
"Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach."
Ernest Hemingway
Martina56573 Beiträge · seit 201421. Dez. 2018 · #98
Liebe Eulenmuckels, ein grandioser Bericht, grandiose Landschaften und tolle Fotos. Gut, dass Ihr irrtümlich die Campsite getasucht habt 🙂 Vielen Dank dafür - ich bin weiterhin begeistert dabei! Doch nun wünsche ich erstmal allseits ein entspanntes Weihnachtsfest. Ganz liebe Grüße Martina
Hallo Eulenmuckels, jetzt sind wir auch mit an Bord und haben uns in den vergangenen Tagen jeden Morgen ein Stück herangearbeitet. Vielen Dank für das tägliche Grinsen, mit dem wir dann in den Tag starten durften. Es geht einfach nichts über einen Eulenmuckel-Bericht zum Frühstück.. 🙂
Vor kurzem haben wir einen Bericht über Simbabwe gelesen. Danach waren wir der Meinung, daß das eher nichts für uns ist. Kaum seid ihr in eurem Bericht dort angekommen, hat sich das aber irgendwie schlagartig geändert. ("...da müssen wir auch mal hin...") Habt ihr mal darüber nachgedacht mit den Tourismusministerien der Länder einen Sponsorenvertrag abzuschliessen?
Danke nochmal für den tollen Bericht und Frohe Weihnachten
Katja und Christian
Applegreen1'796 Beiträge · seit 201423. Dez. 2018 · #100
Hallo liebe Eulenmuckels,
von mir ein großen Zwischendurch-Danke für den tollen Bericht! Eure Fotos sind wie immer ein Hochgenuss, die Impressionen von Land, Leuten, Fauna & Flora machen richtig Lust auf eine Tour in diese Gegend!