Prolog Winterzeit – Reiseberichtzeit. Auch dieses Jahr waren wir im Juli und August im südlichen Afrika unterwegs. Als Schwerpunkte unserer Reise hatten wir uns Simbabwe und Sambia ausgesucht. Der Plan und die erste grobe Route entstanden im Oktober 2016 während eines Besuchs in Wien bei unseren Freunden Karin und Peter, mit denen wir vor drei Jahren bereits ein paar Tage durch das Kaokoveld gefahren waren. Wenn die ersten Ideen im Raum stehen, geht es meistens ziemlich schnell, bis es konkret wird. Die Wunschziele wurden zu einer möglichst sinnvollen Rundreise zusammengestellt. Zunächst wollten wir noch bis zum South Luangwa fahren, verwarfen den Plan aber, um die zu fahrenden Kilometer nicht zu sehr in die Höhe zu treiben. Wir fahren zwar gerne auch längere Strecken, aber das wäre uns dieses Jahr doch zu weit gewesen. Schließlich einigten wir uns auf die folgende Route:
Vor sechs Jahren waren wir von Mana Pools aus schon einmal die Strecke unterhalb des Kariba-Sees nach Westen gefahren. Nun wollten wir uns für die Gegenrichtung mehr Zeit lassen und die uns noch unbekannten Nationalparks besuchen. Von den Wahlen in Simbabwe Ende Juli ließen wir uns nicht abschrecken.
Liebe Fomis, wie ihr euch schon denken könnt, haben wir in dieser Zeit wieder sehr viel erlebt. Auch wenn wir natürlich immer auf der Suche nach spannenden Tieren und besonders Vögeln sind, hatten wir dieses Mal auch viele Begegnungen mit Menschen. Die Leute, die wir in Simbabwe und Sambia getroffen haben, waren sehr offen und ausgesprochen nett. Die meisten Ranger, Verkäufer und Passanten hatten ein Strahlen im Gesicht und winkten uns im Vorbeifahren freundlich zu. Es war eine rundum gelungene Reise. Von Nata bis Grootfontein waren wir vier Wochen lang mit Karin und Peter unterwegs – eine lange Zeit, während der wir uns prima verstanden haben. Wie schon in den vergangenen Jahren hatten wir großes Glück mit unseren Reisepartnern. Bessere kann man sich nicht wünschen. Wir freuen uns über eure Begleitung bei unserer Lieblingsbeschäftigung – dem Reisen und Fotografieren im südlichen Afrika. Wer die Kommentare und Antworten zwischen den Etappen nicht lesen möchte, klickt oben rechts auf die Sonne.
Liebe Grüße Uwe und Ruth
Teil 203. Dez. 2018
Tag 0 – 13. Juli 2018 – Ein ziemlich perfekter Tag
Und wieder ging es los. Seit wir letztes Jahr zu Hause angekommen waren, freuten wir uns schon auf die nächste Reise. Und die begann heute. Ruth durfte noch ein letztes Mal in die Schule, um ihre Kinder in die Ferien zu verabschieden. Währenddessen packte Uwe die Taschen. Er hatte gerade die Vollmacht für Ruths Vater zur Entgegennahme von Einschreibe-Briefen während unserer Abwesenheit gedruckt, als die erwarteten BVB-Dauerkarten eintrafen. Der Tag entwickelte sich äußerst positiv. Nachmittags holten uns Uwes Eltern ab und brachten uns nach Siegburg zum ICE, wo auch Ruths Schwester und unser Neffe waren, um uns zu verabschieden. Jan hatte vor ein paar Tagen gefragt, ob wir ihn mitnehmen. Das machen wir sogar sehr gerne, aber erst in ein paar Jahren. Am Bahnsteig herrschte ein wenig Verwirrung bezüglich der Wagenreihenfolge. So liefen wir vom Bereich E zunächst ans andere Ende des Gleises bis B, um dann festzustellen, dass unser Wagen wohl im Bereich G halten würde. So bestiegen wir etwas abgehetzt den Zug, verstauten das viele Gepäck und ließen uns in die Sitze fallen. Trotz ein paar Minuten Verspätung kamen wir noch vor 17.00 Uhr in Frankfurt an. Der nächste Programmpunkt war das Abholen der bestellten US-Dollar am Schalter von Travelex. Davon gibt es am Flughafen einige, doch nur einer ist der richtige. Nachdem wir mit der Rolltreppe und unserem Gepäckwagen einmal umsonst in den Keller und wieder zurück gefahren waren, fanden wir schließlich den Schalter und erhielten das Bargeld. Durch die Vorbestellung bekamen wir auch einen deutlich besseren Kurs. Mit dem Shuttlebus fuhren wir zum Terminal 2 und checkten für unseren Flug ein. Außer uns war fast niemand da, und alles klappte ohne Probleme. Ruth war kurz davor zu fragen, was man tun müsse, um Sitzplätze mit etwas mehr Beinfreiheit zu bekommen. Da dies jedoch aussichtslos erschien, verkniff sie sich die Frage. Dennoch sollte sie später die Antwort bekommen. Bis zum Boarding durften wir uns in die Priority-Lounge setzen. Bestens gelaunt ließen wir uns das Essen und die angebotenen Getränke in der „Lumpensammler-Lounge“ ( 😉 ) schmecken und waren mit uns und der Welt zufrieden.
Recht spät verließen wir die Oase, ließen uns und unser Handgepäck durchleuchten und begaben uns zum Gate. Als wir gerade in der Schlange standen, wurde Ruth von einer Frau angesprochen. Ruth guckte irritiert, und die Frau erklärte, dass wir sie zwar nicht kennen, sie aber durch unsere Berichte im Forum ein wenig zu ihrer Namibia-Reise animiert hatten. Das freute uns sehr. Leider kamen wir nicht mehr dazu, uns nach ihrem Namen zu erkundigen (vielleicht möchtest du dich ja nochmal bei uns melden), denn bei der Kontrolle der Bordkarten hielt der Mitarbeiter inne, schaute in seinen Computer und schickte uns nochmal zurück zu seinen Kolleginnen. Es gäbe für uns eine Änderung, es sei aber etwas Gutes. Die Damen am Schalter bestätigten dies. Wir seien heute in die Business-Class versetzt worden. Damit waren wir aber sowas von einverstanden. Die Antwort auf Ruths nicht gestellte Frage lautete also: Man muss nichts tun, außer Glück zu haben. Für den Rest des Tages bekamen wir das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. In Reihe 1 im Flugzeug machten wir es uns bequem und ließen uns außer den bequemen Sitzen auch das Verwöhnprogramm gefallen. Besser kann ein Urlaub nicht starten.
Nach dem Abendessen holte uns die Müdigkeit ein, und wir legten uns in die Waagerechte.
Teil 304. Dez. 2018
Tag 1 – 14. Juli 2018 – Einkauf
Casa Piccolo, Windhoek
Zuhause schläft man natürlich noch besser. Aber für einen Nachtflug war das schon sehr bequem und erholsam. Wir frühstückten, füllten die Einreiseformulare aus und landeten im Dunkeln bei fünf Grad in Windhoek. Die Einreise verlief schnell, aber das Gepäck ließ ziemlich lange auf sich warten.
Auch unser Fahrer wartete bereits und brachte uns in die Stadt zur Autovermietung. Ganz ungewohnt waren die vielen Wolken am Himmel, zwischen denen mühsam die Sonne aufging. Bei Savanna wurde noch der Kühlschrank im Auto befestigt, während wir das Fahrzeug übernahmen, einen wieder mal ziemlich neuen Landcruiser mit Bushcamper-Aufbau. Wie gewohnt ließ der Wagen keine Wünsche offen. Bis wir uns alles angesehen und besprochen hatten, waren aber dennoch zwei Stunden vergangen.
Wie immer führte uns der Weg zur Pension Casa Piccolo. Dort erwartete uns bereits ein lieber Gruß von unserer Freundin Meike aus Swakopmund, die uns selbstgemachte Guavenmarmelade schickte. Unser Zimmer war noch nicht fertig, und so ließen wir lediglich unser Gepäck dort und machten uns auf zur Maerua Mall für den Großeinkauf. Alles genau wie in den letzten Jahren. Uwe musste sich weder an das Auto noch an den Verkehr gewöhnen. Es fühlte sich an, als seien wir erst gestern hier gewesen. Der Einkauf zog sich sehr lange hin. Obwohl wir recht genau wissen, was wir benötigen, machen wir uns auch immer recht viele Gedanken. Mehrere Einkaufswagen später und mit einem Auto voller Kartons und Tüten verließen wir den Parkplatz.
Eigentlich wollten wir noch bei Fruit and Veg vorbei, mussten aber feststellen, dass der Laden an der bekannten Stelle nicht mehr existierte. Also ging es ohne weiteren Stopp zurück in die Pension. Verhungern werden wir wohl trotzdem nicht.
Wie immer folgte das große Räumen. Kühlschrank, Vorratsregale und –Kisten, Küche und alle Fächer, Winkel und Hohlräume des Aufbaus wurden mit Sachen vollgestopft und Betten gerichtet. Zwischendurch fühlten sich die Dinge und vor allem Mengen, die wir mitnehmen, schon etwas bekloppt an. Aber was soll’s?
Am späten Nachmittag hatten wir die meisten Sachen verstaut und ruhten uns aus. Wieder verschwand die Sonne einige Male hinter Wolken und hinterließ Kälte, die wir dann mit einer heißen Dusche bekämpften. Kurz vor sieben waren wir parat, um uns von unserem Taxifahrer Laston zu Joe’s Beerhouse bringen zu lassen. Unter einem Heizpilz aßen wir das erste Wildfilet des Urlaubs. Besser hätte es nicht schmecken können. Zum Nachtisch gab es einen Brownie und Malva-Pudding, der völlig anders aussah als unser selbstgemachter zu Hause. Er schmeckte aber auch gut. Ziemlich müde kehrten wir ins Casa Piccolo zurück und schliefen schnell ein.
Teil 405. Dez. 2018
Tag 2 – 15. Juli 2018 – Unter Wolken nach Botswana
Casa Piccolo, Windhoek – El-Fari Bushcamp, Ghanzi
Schon in der Nacht merkten wir, dass es draußen ziemlich windig war. Immer wieder fielen Schoten vom Baum scheppernd auf das Dach und weckten uns auf. Es stürmte ganz ordentlich. Kurz vor Sonnenaufgang hörten wir nicht nur Wind, sondern noch etwas anderes: Es regnete in Windhoek, und zwar nicht nur ein paar Tröpfchen. Was war das denn? Wir trauten unseren Augen kaum, als wir aus dem Fenster schauten.
Das bremste uns ein wenig aus, denn eigentlich wollten wir heute recht früh los, da wir eine weite Strecke vor uns hatten. Wir erledigten erstmal alle Dinge im Zimmer, bevor wir uns nach draußen wagten. Zum Glück kann man sich in Namibia darauf verlassen, dass es um diese Jahreszeit niemals sehr lange regnet. So konnten wir auch schon vor acht Uhr weitere Sachen zum Auto bringen und verstauen. Beim Frühstück ließen wir uns Toast, Rührei und Speck schmecken. So brachen wir doch erst um neun Uhr auf, holten Geld, tankten über 160 Liter Diesel und fuhren zu Savanna. Dort ließen wir ein paar Sachen, die wir während der Reise nicht benötigen und nahmen noch zwei große Tassen mit. Um zehn Uhr fuhren wir aus der Stadt nach Osten.
Den ganzen Tag über begleiteten uns Wolken, ein für uns völlig fremder Anblick. Die Temperatur stieg von 8 Grad in Windhoek langsam auf 14, dann auf 20 Grad. Nachmittags kletterte das Thermometer sogar auf 25 Grad. Die B6 zog sich dahin. Wir passierten Witvlei, umfuhren Gobabis und kamen an die Grenze nach Botswana. Nach den Grenzformalitäten, die sehr schnell vonstatten gingen, mussten wir nur noch eine letzte Schranke überwinden. Dort hielten uns zwei Beamte auf, die einen Blick in unseren Kühlschrank werfen wollten. Sie beanstandeten zwei eingeschweißte Gurken, die oben auf lagen. Letztes Jahr habe es ein Problem mit Fruchtfliegen gegeben, weshalb die Mitnahme verboten sei. Wir diskutierten nur kurz, denn so ganz verstanden wir das Problem nicht. Uwes Versuch, die Gurken zu retten, indem er behauptete, sie kochen zu wollen, scheiterte kläglich, und so ergaben wir uns und ließen die beiden Früchte zurück. In Botswana war die Hauptstraße etwas breiter als in Namibia, und wir kamen gut vorwärts. Ab und zu liefen Ziegen oder Kühe über die Straße oder täuschten die Überquerung zumindest an. Für die letzten 150 Kilometer übernahm Ruth das Steuer und sammelte etwas Erfahrung mit dem Landcruiser. Entlang der Straße sahen wir viele Trappen, einige Gabelracken, Drongos und Perlhühner.
Sechzig Kilometer hinter Ghanzi bogen wir zum El-Fari Bushcamp ab. Wir waren die einzigen Gäste auf dem Campingplatz und sahen im Registrierungsbuch, dass unsere Freunde Karin und Peter die letzte Nacht hier verbracht hatten. Morgen werden wir die beiden einholen. Wir stellten das Zelt auf, machten Feuer und genossen den Sonnenuntergang zwischen vielen Wolken.
Webervögel, Astrilde, Drosslinge und Drongos hüpften durch die Bäume. Sogar ein paar Schakale riefen. Wir duschten, machten Salat und grillten Oryx-Filet. Es hätte uns nicht besser gehen können.
Auch nach dem Essen saßen wir noch einige Zeit am Feuer und schauten in die Sterne.
Kilometer: 595
Teil 506. Dez. 2018
Tag 3 – 16. Juli 2018 – Gamedrive – früher als erwartet
El-Fari Bushcamp, Ghanzi – Nata Lodge
Bei knapp 10 Grad standen wir um halb acht auf. Auch einige Vögel waren schon da und warteten vermutlich auf Krümel von unserem Frühstück.
Rotstirn-Bartvogel
Aber daraus wurde nichts. Wir tranken lediglich Kaffee und Tee und packten unsere Sachen zusammen. Denn wir freuten uns auf ein ausgiebiges spätes Frühstück in Maun bei Hilary’s. Hier ein Einblick in den Bushcamper:
Auf der Hauptstraße richteten wir uns auf eine ereignislose Fahrt nach Maun ein, als bereits nach wenigen Kilometern vor uns zwei Wilddogs die Straße kreuzten. Einer von ihnen trug ein Halsband. Die Hunde jagten direkt an der Straße entlang an uns vorüber, und obwohl wir möglichst schnell anhielten und zurücksetzten, waren sie schon bald im Gebüsch verschwunden. Trotzdem freuten wir uns, denn mit so einer Sichtung an der A2 hatten wir nicht gerechnet.
Beim Kuke-Zaun wurden wir zum ersten Mal heute angehalten. Während eine Beamtin nach unseren Vorräten fragte, sprühte eine andere unsere Reifen ein. Auf dem Weg nach Maun folgte eine weitere Veterinärkontrolle, bei der wir dann aussteigen und unsere Schuhe desinfizieren mussten. Immer wieder fuhren Eselkarren neben der Straße, saßen oder liefen Leute am Straßenrand, Ziegen und Kühe grasten oder überquerten die Fahrbahn. Ein Dutzend Marabus kreiste über uns und freute sich offensichtlich über einen Kadaver in der Nähe. Bis Maun zog sich die Strecke dahin, und wir erreichten die Stadt erst kurz vor 11.00 Uhr.
Uwe holte Geld und kaufte neue Gurken, während Ruth das Auto bewachte. Dann bogen wir auf die Airport-Road ein und freuten uns sehr auf eine Pause mit Kaffee, Sandwiches und anderen Leckereien. Aber leider hatte unser Lieblingscafe geschlossen. Es stand auch kein Schild dort, aus dem wir hätten erkennen können, wann wieder geöffnet würde. So tankten wir und nahmen uns lediglich eine Portion Pommes bei Wimpy mit auf dem Weg. Das war allerdings nur ein schwacher Trost für die entgangenen Jumbo-Sandwiches, die wir bei Hilary bekommen hätten. Wir überquerten den Thamalakane und fuhren Richtung Südosten. Bei einem weiteren Vet-Gate wurde mal wieder unser Kühlschrank inspiziert und unsere Schuhe desinfiziert.
Die restlichen 250 Kilometer bis Nata waren zwar auch geteert, aber die Straße war mit unzähligen Schlaglöchern aller Größen und Tiefen gespickt. Wir mussten über weite Abschnitte Slalom fahren und schafften es dennoch nicht, allen Löchern auszuweichen. Zum Glück war nicht viel Verkehr, denn entgegenkommende Fahrzeuge fuhren ebenfalls in Schlangenlinien oder zum Teil auch neben der eigentlichen Straße her.
Früher als erwartet entwickelte sich unsere heutige Fahrt bereits zu einem ersten Gamedrive. Am Straßenrand entdeckten wir Zebras, Giraffen und sogar Elefanten. Ein einzelner Bulle stand unter einem Baum und fraß gemütlich. Weitere Elefanten überquerten vor uns die Straße.
Strichelracke
Kurz vor Nata hielten wir bei einem kleinen See und beobachteten einen jungen Sattelstorch und einige Stelzenläufer.
Als wir gerade in der Nata Lodge angekommen waren, liefen auch schon Karin und Peter auf uns zu. Die beiden waren bereits am frühen Nachmittag eingetroffen.
Schön, dass das Treffen mit unseren Reisepartnern so reibungslos funktioniert hatte. Wir freuten uns sehr auf die gemeinsame Zeit, checkten ein und stellten uns zu den beiden auf den Campingplatz. Die Lodge ist schön unter vielen Bäumen und Palmen gelegen. Überall hüpften Vögel umher: Bartvögel, Drosslinge und ein paar Papageien. Wir drehten zu Fuß eine Runde, machten Feuer und kochten Abendessen. Karin machte Couscous, und wir grillten Springbock. Es gab viel zu erzählen, doch Ruth war nur mit halbem Ohr dabei. Hatten wir doch vor etlichen Jahren hier auf der Campsite ein paar Bushbabies entdeckt. Ruth hatte an der Rezeption sogleich nachgefragt und die Bestätigung erhalten, dass sie selbstverständlich noch immer da seien. Ein wenig misstrauisch ob einer solchen Aussage („jaja, der Leopard liegt gleich dort hinten im Baum“, „gerade gestern noch wurden Wale, Löwen und Gepardenkinder nicht weit von hier gesichtet …“), aber doch mit einer kleinen Hoffnung lauschte sie auf jedes Geräusch in den umliegenden Büschen. Und tatsächlich verriet ein leises Rascheln im Geäst die Ankunft der kleinen Äffchen. Sie bewegten sich sehr geschickt und äußerst flink im meist dichten Buschwerk, so dass es uns wirklich schwer fiel, sie auch nur mit unseren Blicken zu verfolgen. Obwohl sicher ein halbes Dutzend der kleinen Galagos während des ganzen Abend über uns durch die Bäume turnte, sie sich gegenseitig beschnupperten oder das hinabtropfende Harz vom Stamm leckten, gelang uns keine ganz überzeugende Aufnahme.
So brachen wir mal wieder fasziniert von der Wendigkeit und Sprungkraft der kleinen Burschen ihre Verfolgung ab und saßen noch einige Zeit zusammen am Feuer. Spät gingen wir ins Zelt.
Kilometer: 539
Teil 608. Dez. 2018
Tag 4 – 17. Juli 2018 – Ungeplanter Nightdrive im Hwange
Nata Lodge – Shumba Dam, Hwange
Wir schliefen aus und starteten gemütlich in den Tag. Es waren wieder viele Wolken am Himmel, und da der Campsite der Nata Lodge unter hohen Bäumen lag, hatten wir kaum Sonne beim Frühstück. Dennoch war es nicht allzu kalt, und so aßen wir in Ruhe Müsli und Nutellabrote. Anschließend pirschten wir einigen Vögeln hinterher, hauptsächlich Drosslingen und Tauben.
Es war bereits halb zehn, als wir die Lodge verließen. Wir hatten uns auch nicht sonderlich beeilt, weil wir von einer im Vergleich zu den Vortagen kurzen Etappe ausgingen. Trödelig kauften wir im Supermarkt Brot und Muffins und füllten an der Tankstelle Diesel nach. Dann ging es auf die A33 nach Norden. Die Straße war sehr gut ausgebaut, fast ohne Schlaglöcher, und es herrschte nicht viel Verkehr. Meist ging es schnurgeradeaus. Wir überholten vielleicht ein halbes Dutzend Lastwagen. Es gab eine weitere Veterinärkontrolle, bei der wir jedoch durchgewunken wurden.
Am Straßenrand sahen wir Hornraben, Elefanten und Giraffen. Nach knapp 200 Kilometern erreichten wir Pandamatenga, wo wir nochmals tankten. Der Tankwart ließ es gemütlich angehen. Er hatte alle Zeit der Welt, nacheinander die Autos zu befüllen und einzeln das Wechselgeld zu holen. Unserer Ansicht nach wäre es durchaus möglich gewesen, beide Autos gleichzeitig zu betanken. In Afrika trifft man auf eine völlig andere Einstellung zur Zeit, die wir immer meinen, nicht zu haben. Derart zwangsentschleunigt war Mittag schon deutlich vorbei, als wir den kleinen, beschaulichen Grenzübergang erreichten. Nach der Ausreise in Botswana kamen wir zu den Kollegen nach Zimbabwe. Die Fahrzeugpapiere wurden kontrolliert, eine Versicherung für das Auto abgeschlossen und die Visa in die Pässe geklebt. Auch wenn wir die einzigen Touristen waren, dauerte das Prozedere mit Listen und Stempeln sicherlich eine Stunde. Gerne hielten wir auch noch ein Schwätzchen mit den netten Jungs am Schlagbaum.
Danke an Karin für das Bild:
Hinter der Grenze fuhren wir auf einer schmalen, unbefestigten Straße weiter nach Südosten. Im Gegensatz zum Vormittag kamen wir nun deutlich langsamer voran. Die Strecken waren landschaftlich sehr schön und abwechslungsreich. Bäume, Palmen und Grasflächen wechselten sich ab. Wir hielten auf und neben mehr oder weniger passierbaren Brücken und querten einige Flussläufe. Teilweise erinnerten uns mehrere Hügel an die Gegend um Savuti, dann wieder feuchtere Gebiete an das Okavango-Delta.
So krochen und rumpelten wir dahin, und die Nachmittagssonne, die die Landschaft bereits in schönstes Licht tauchte, sorgte für den ein oder anderen zusätzlichen Fotostopp.
von Karin:
von Karin:
Teil 708. Dez. 2018
Am Eingang zum Hwange-Park unterhielten wir uns mit zwei Rangern. Schon hier fiel uns auf, wie fröhlich und gut gelaunt die Menschen uns begegneten. Das bisschen Smalltalk wurde begleitet von einem strahlenden Lächeln und den besten Wünschen. Wir fühlten uns sogleich sehr willkommen.
von Karin:
Mohrenralle
Nach weiteren 12 Kilometern kamen wir zum Robins Camp, wo wir unsere Reservierungen zeigten und noch eine Gebühr entrichteten. Das Camp befand sich gerade im Umbau, und die Anlage wurde an vielen Stellen renoviert und sehr hübsch neu gestaltet. Also machten wir dort eine Pause und picknickten in der Sonne, denn außer Muffins, Biltong und ein paar Keksen hatten wir seit heute Morgen nichts mehr gegessen.
Die kleine Auszeit tat uns allen gut, auch wenn uns so langsam dämmerte, dass wir unser Camp erst ziemlich spät erreichen würden. Bis zur Picknick Site am Shumba Dam waren es noch über 60 Kilometer, als wir um halb fünf aufbrachen. Zum Glück waren die Wege im Park in einem sehr guten Zustand, so dass wir gut vorwärts kamen.
Nachtflughuhn
Wir sahen Giraffen, Elefanten, die den Weg versperrten und Impalas.
von Karin:
von Karin:
Und so kam es, wie es kommen musste: Die Sonne ging langsam unter, und wir hatten immer noch 30 Kilometer vor uns.
Auch ein paar Giraffen und Elefanten mussten selbstverständlich noch genau betrachtet werden.
Wir machten aus der Not eine Tugend und interpretierten die Fahrt zum Camp als Nightdrive, wohl mit schlechtem Gewissen, da wir keine Ahnung hatten, ob man im Dunkeln überhaupt im Park unterwegs sein durfte. Nun ging es eben noch langsamer voran. Im Scheinwerferlicht sahen wir viele Hasen, und ab und an flog ein Nightjar vor uns auf. Im Kegel der Taschenlampe entdeckten wir eine Ginsterkatze im Gebüsch, die aber zügig das Weite suchte.
Am Masuma Dam machte uns der dortige Camp Attendent Edward Mut, dass wir nun nur noch 13 Kilometer vor uns hätten. Wir sollten die Abkürzung direkt durch das Camp nehmen. Hierfür öffnete er uns flink das Tor auf der gegenüberliegenden Seite und wünschte uns einen tollen Aufenthalt auf Shumba. Wieder fiel uns seine herzliche Art auf, und wir freuten uns darauf, ihn morgen wiederzusehen. Eigentlich hatten wir eher mit einem Rüffel gerechnet, dass wir so spät noch unterwegs waren. Die letzte Fahretappe war aber trotzdem noch einmal ziemlich anstrengend, weil wir sehr konzentriert auf die Strecke und die Umgebung waren. Man sollte nicht umsonst das Fahren in der Dunkelheit vermeiden. Und hätten wir zu dem Zeitpunkt schon gewusst, wie viele Elefanten es in dieser Gegend gibt, wären wir bestimmt noch langsamer unterwegs gewesen. Schließlich erreichten wir die Shumba Site. Dort warteten tatsächlich zwei Camp Attendents auf uns. Als wir zögerlich auf den Platz rollten, kamen sie sogleich aus der Dunkelheit auf uns zu und entzündeten ein Feuer für uns. Wir machten große Augen und unterhielten uns ein wenig, bevor die beiden auch endlich Feierabend machen konnten. Dann klappten wir die Zelte auf und bereiteten unser Abendessen. Wir grillten Eland und aßen Folienkartoffeln und Grillbrote. Wir hatten viel gutes Holz, und so war das Feuer sehr groß und heiß. Peter entdeckte noch eine Ginsterkatze. Als plötzlich ein kräftiger Wind aufkam und es ungemütlich wurde, verzogen wir uns rasch in die Zelte.
Kilometer: 330
Teil 810. Dez. 2018
Tag 5 – 18. Juli 2018 – Ein Serval und viele Elefanten
Shumba Dam – Masuma Dam, Hwange
Der Wind wehte die ganze Nacht mehr oder weniger stark. Wir wachten vor Sonnenaufgang auf und hörten in großer Entfernung Hyänen heulen. Schnell standen wir auf, packten zusammen und fuhren los. Bereits ein paar hundert Meter hinter dem Camp lief ein Tier auf der Straße. Unsere erste Vermutung war ein Schakal. Aber schnell merkten wir, dass es kleiner war und auch anders lief – mehr wie eine Katze. Nur Augenblicke später war uns klar, dass es sich um einen Serval handelte. Unser Puls schnellte nach oben. Wir waren ganz aus dem Häuschen, denn diese Art hatten wir noch nie zuvor gesehen. Schnell versuchten wir ihn einzuholen, aber der scheue Serval bog von der Straße ab und verschwand im hohen Gras. Zweimal ließ er sich noch kurz blicken. Wir waren völlig euphorisch. Was für ein Start in den Gamedrive!
Auf zum Teil zugewachsenen Pfaden drehten wir eine kleine Runde um eine Pfanne und entdeckten einen Sekretär, zwei Schakale und ein paar Zebras.
Von der hinteren Seite erreichten wir wieder das Shumba-Camp. Die beiden Camp-Attendents erschienen, zeigten uns eine Karte der Umgebung und gaben Tipps für den weiteren Game Drive. So fuhren wir über 20 Kilometer Richtung Nordosten. Die meiste Zeit führte die Strecke durch dichten Mopane-Busch, der keinerlei Aussicht bot. Ziel der Fahrt waren ein paar kleine Seen und Dämme. Aber außer einigen Vögeln, einem Elefanten und wenigen Impalas blieb es ruhig. Ruth pirschte alleine einer Gruppe Brillenwürger hinterher, bis es ihr im dichten Busch zu unheimlich wurde und sie zum Auto zurückkehrte.
von Karin:
Am späten Vormittag kamen wir zurück zum Shumba Camp und machten eine lange Mittagspause. Wir frühstückten in der Sonne, und Karin machte eine leckere Guacamole. Dann ging jeder irgendeiner Beschäftigung nach. Ruth suchte mit ihrer Kamera Vögel und Schmetterlinge, Peter hielt nach größeren Tieren Ausschau, Uwe kramte im Auto, und Karin hatte ebenfalls den Fotoapparat im Anschlag. Wir duschten, räumten auf und ließen uns in der Sonne reichlich Zeit.
Graulärmvogel
Trauerdrongo
Im Wurzelgewirr eines großen Baumes auf der Campsite hauste eine Großfamilie Zwergmangusten. Die kleinen Gesellen steckten neugierig ihre Nasen aus dem Bau und ließen sich die Sonne auf den Pelz brennen. Nach und nach wurden sie mutiger und wuselten flink über den Platz.
Karin fühlte sich ein bisschen erkältet und war daher warm eingepackt.
Braundrossling
Angola-Schmetterlingsfink
Mahaliweber
Bei Schmetterlingen kennen wir uns immer noch nicht aus. Matthias, vielleicht magst du uns noch einmal helfen …
Mohrenmeise
Teil 910. Dez. 2018
Am frühen Nachmittag fuhren wir in Richtung Masuma Dam. Einer der Camp-Attendents saß hinten bei Karin und Peter im Auto, weil er in Masuma sein Funkgerät aufladen wollte. Deswegen hielten wir nur kurz am Shumba Dam und bestiegen den großen Hide. Von dort hatten wir eine tolle Aussicht auf den See, in dem aber leider außer ein paar Wasservögeln keine Tiere waren.
Langsam fuhren wir danach die 14 Kilometer nach Masuma.
Dort setzten wir uns in den Hide hoch über dem See und sahen Hippos, Krokodile, Kudus und Impalas. Kaum waren wir angekommen, als sich eine große Elefantenherde näherte. Die Elefanten liefen unmittelbar unter uns vorbei und tranken. Unter ihnen waren auch einige Jungtiere. Kaum hatte sich die Herde wieder entfernt, erschien die nächste auf der Bildfläche. So ging es den ganzen Nachmittag. Die Elefanten gaben sich die Klinke in den Rüssel. Es war ein einziges Kommen und Gehen, und so waren wir schnell entschlossen, das Auto heute nicht mehr zu bewegen. Auch die Hippos wurden aktiv und grunzten. Es war ein tolles Schauspiel.
Auf ihm wirken die Madenhacker so groß.
Der Camp Attendent Edward fragte uns, ob wir etwas dagegen hätten, wenn ein südafrikanisches Paar ebenfalls heute bei Masuma übernachtet. Als Mieter dieser Örtlichkeit hatten wir die Campsite exklusiv gebucht und damit die Entscheidungsgewalt. Natürlich war das für uns in Ordnung.
Lange saßen wir im Hide, beobachteten Elefanten, Hippos, einen Wasserbock, Frankoline und Wassertriele. Bis zum Sonnenuntergang war ständig etwas los.
Dann brachte uns Edward Feuer, und wir machten Abendessen. Heute kam wieder ein Stück Oryx auf dem Grill. Dazu gab es Salat mit Tomaten, Feta, Gurke und Broccoli. Wir saßen noch einige Zeit am Feuer. Den ganzen Abend ertönten das tiefe Grollen oder das Trompeten der Elefanten um uns herum, das Grunzen der Hippos oder das ferne Rufen der Hyänen. Diese Kulisse war traumhaft schön. Leider war es bewölkt, so dass heute Abend keine Sterne zu sehen waren.
Kilometer: 74
Teil 1012. Dez. 2018
Tag 6 – 19. Juli 2018 – Eine interessante Begegnung mit Godfrey
Masuma Dam, Hwange
Am Morgen in Masuma warfen wir nur einen kurzen Blick auf den Damm, denn außer ein paar friedlichen Hippos waren dort keine Tiere. Unseren Gamedrive richteten wir nach Norden. Das spätere Ziel war Sinamatella. Auf dem Weg dorthin kamen wir durch Mopanewald und hielten am Mandavu-Damm. Am Ufer lagen unzählige Elefantenhaufen, nur die Elefanten fehlten.
Hirtenregenpfeifer
Ein Stück weiter gibt es einen erhöht liegenden Picknickplatz, von dem man einen guten Blick über den See hat. Dort vertraten wir uns ein wenig die Füße, schauten über das Wasser und genossen die Aussicht. Es wehte ein kühler Wind, und wir hatten eine fast geschlossene Wolkendecke, weshalb das Fotolicht nicht sehr gut war. Unser Beleuchter hatte uns heute etwas im Stich gelassen. Auf den Felsen über dem Wasser und am Rande der Anlage saßen einige Klippschliefer-Familien, beäugten uns misstrauisch, wenn wir ihnen zu nahe kamen, kletterten herum oder kuschelten sich aneinander.
In den Büschen rund um die Picknicksite zwitscherte und raschelte es überall, und so krabbelten wir durch die angrenzenden Sträucher.
Schneeballwürger
Meves-Glanzstar
Wir tippen auf einen mehr als üblich braunen Jameson’s Firefinch (Rosenamarant) wegen des dunklen Schnabels.
Sumpfwürger
Brauner Zistensänger (Neddicky)?
Peter fand einen kleinen Fotoapparat. Auf dem Picknickplatz standen zwei verlassene Autos. Wir nahmen die Kamera mit und hinterließen einen Zettel. Anschließend fuhren wir nach Sinamatella.
Dieses große Camp hat seine besten Jahre schon lange hinter sich. Dennoch gibt es dort viele Angestellte, die sich bemühen, die Anlagen instand zu halten. Wege und Bepflanzung waren gepflegt, und es war alles ordentlich und sauber.
Wir hielten auf dem Campingplatz und machten Pause. Das Camp liegt auf einem Hügel mit unschlagbarer Aussicht über die Ebene.
Während wir an einem großen, überdachten Steintisch mit Bänken frühstückten, gesellte sich Godfrey zu uns.
Er ist Ranger im Hwange und arbeitet dort seit 2005. Er erkundigte sich, ob es uns gefalle und erzählte, dass viel zu wenige Touristen in seinen Park kämen. Wir luden ihn auf einen Kaffee ein und unterhielten uns lange. Es war sehr interessant, von ihm Informationen über den Park, die Tiere, Pflanzen und das Leben in Zimbabwe zu bekommen.
So erzählte er, dass alleine im letzten Jahr die Preise auf mehr als das Doppelte gestiegen seien und die Bevölkerung sich daher keinerlei Luxusartikel mehr leisten könne. Dazu gehöre beispielsweise auch Kaffee. Er berichtete von der Nashornwilderei. Das Horn der Tiere werde regelmäßig gekürzt, was die Wilderer aber dennoch nicht abhalte. Und obwohl die Drahtzieher im Hintergrund sitzen und das meiste Geld an dem Handel verdienen, erhalten die Wilderer und Zwischenhändler meistens nichts, weil sie einfach nach der Lieferung erschossen werden. Die Mahaliweber helfen bei der Orientierung, da sie fast ausschließlich auf der Westseite von Bäumen sitzen. Eine kleine gelbe Frucht sei stark giftig und heißt Goat’s Apple.
Es gibt neben den Nationalparks auch Tiergebiete, in denen gejagt werden darf. Des Weiteren gibt es Zonen, in denen sich die Tiere ungestört vermehren können. Alte Elefanten kennen die Unterschiede und halten sich daher nicht in Jagdgebieten auf. Hyänen können viele verschiedene Laute anderer Tiere imitieren.
Godfrey erzählte und erzählte, und wir hörten ihm gespannt zu. Um uns herum wuselten Baumhörnchen, Zwergmangusten, hüpften Rotschnabeltokos, Glanzstare und ein Haubenbartvogel.
Haubenbartvogel
Der Himmel klarte immer weiter auf, und die Sonne schaute zwischen den Wolken hervor.
von Karin:
Teil 1112. Dez. 2018
Die zwei Autos vom Mandavu-Damm trafen ein. Es waren Holländer, und die gefundene Kamera gehörte wirklich ihnen. Peter gab sie ihnen zurück, und sie freuten sich sehr darüber. Wir hatten es nicht eilig und spazierten durch das Camp.
Goldbugpapagei
Sumpfwürger
Während drei von uns mit Fotografieren beschäftigt waren, spähte Peter mit dem Fernglas umher und entdeckte tatsächlich weit unterhalb in der Ebene am trockenen Flussbett eine Löwin. Mit bloßem Auge war sie nicht viel mehr als stecknadelkopfgroß zu erkennen. Wir waren beeindruckt und beschlossen nach vier Stunden Pause, auf Löwenjagd zu fahren.
Wir fuhren also in Richtung der Löwin am Fluss entlang, konnten aber überraschenderweise außer ein paar Warzenschweinen nichts mehr entdecken. An einer eingestürzten Brücke mussten wir eine sehr steile Umfahrung nehmen. Auch hier ist schnell ersichtlich, warum es wohl besser ist, nicht im Dunkeln unterwegs zu sein, denn ein Hinweisschild auf ein plötzliches Ende der Straße gab es natürlich nicht.
Ein entgegenkommendes Safarifahrzeug hielt neben uns. Wir tauschten uns über unsere Sichtungen aus, was nicht sehr lange dauerte. Etwas später sahen wir eine Gruppe Impalas und an einem kleinen Wasserloch einen Goliathreiher.
Drongos flogen knapp über dem Wasser und schnappten sich Fluginsekten. Manchmal tauchten sie sogar kurz ein. Dieses Verhalten hatten wir bisher noch nicht beobachten können.
Erneut hielten wir auf unserem Rückweg am Mandavu-Damm.
Auf einer Insel im See zählten wir 28 Krododile. Außerdem saßen dort Skimmer, ein Nimmersatt, zwei Schreiseeadler und weitere Vögel. Am gegenüberliegenden Ufer erschienen einige Kudus um zu trinken. Zurück bei Masuma sahen wir gerade noch das, was vom Sonnenuntergang hinter den Wolken auszumachen war. Anschließend erglühte der Horizont in allen möglichen Rot-, Lila- und Pinktönen.
Zum Abendessen machten wir zur Abwechslung Pizza im Potije. Mit einer großen Menge an Glut gelangen die Pizzen gut.
von Karin:
von Karin:
Als Geräuschkulisse bekamen wir wieder das volle Programm geboten: Elefanten-Grollen und -Trompeten, Hyänen- und Eulenrufe, sogar Löwengebrüll und möglicherweise das Husten eines Leoparden.
Kilometer: 69
Teil 1215. Dez. 2018
Tag 7 – 20. Juli 2018 – Hwange-Ost mit vielen Wolken
Masuma Dam, Hwange – Gwango Lodge
An unserem zweiten und letzten Morgen in Masuma ließen wir uns ein bisschen mehr Zeit. Mit einer Tasse Kaffee und Tee setzten wir uns in den Hide und schauten auf das Wasser.
Wie üblich schwammen einige Hippos herum. Vor der Abfahrt füllten wir mit einem Schlauch unseren Wassertank auf. Dann verabschiedeten wir uns von Edward und fuhren los nach Südosten.
Irgend ne Coucal
Junger Kampfadler (Danke an Bele und Lothar)
Bis Shumba hatten wir keine nennenswerten Sichtungen. Obwohl die Elefanten die ganze Nacht über zu hören gewesen waren, sahen wir heute Morgen keinen einzigen.
Nichts ließ sich auf den weiten Grasflächen blicken: Kein Gnu, kein Zebra, kein Schwein, lediglich ein Trupp Perlhühner war unterwegs. Dann, fast an der gleichen Stelle wie zwei Tage zuvor, sahen wir wieder den Serval im Gras.
Ob es sich um dasselbe Tier oder um ein Familienmitglied handelte, wussten wir nicht, aber es war uns auch egal. Diesmal suchte die Katze nicht sofort das Weite, sondern blieb in der Nähe. Sie schlich langsam parallel zur Fahrbahn neben dem Auto.
Dennoch war es sehr schwer, sie nicht aus den Augen zu verlieren, denn sie nutzte geschickt jede mögliche Deckung und hielt sich stets im trockenen Gras verborgen.
Unsere Fotoausbeute von vielen scharfen Gräsern mit einem matschigen Fleckenmuster im Hintergrund war ganz enorm. Schließlich überholten wir den Serval, um ihn an der Stelle abzufangen, an der die hohen Gräser endeten und ein kleines Fleckchen trockener Lehmboden zu erkennen war. Doch den Gefallen tat er uns nicht. So sehr wir auch schauten, das Tier tauchte nicht auf. Uwe behielt die Straße hinter uns im Blick, Ruth spähte angestrengt ins hohe Gras. Dummerweise bewegte ein leichter Wind die Halme, so dass uns auch keine Bewegung im Gras die Position des Servals hätte verraten können. Karin und Peter, die ein wenig hinter uns angehalten hatten, konnten auch nichts entdecken. Uns blieb lediglich, wieder ein Stück zurück zu fahren und die Gegend ein zweites Mal abzuscannen. Leider erfolglos, denn der Serval blieb wie vom Erdboden verschluckt. Aber Ruth wollte nicht aufgeben. Sie war sich sicher, dass er noch da sein musste. Also verließ sie das Auto, spazierte ein paar Meter entlang der Straße auf und ab und dann ein wenig durch das Gras. Gerade in dem Moment, als sie meinte, dass sie absolut nichts sehen könne, vielleicht gleich über eine nicht erfreute Servalfamilie stolpere und sie das Gefühl habe, dass ihr gleich eine zu allem entschlossene Servalmutter auf dem Rücken landen würde, sprang das Tier keine anderthalb Meter vor ihr aus der Deckung, verschwand wie ein geölter Blitz in ein paar Sätzen über die Straße und war sofort wieder zwischen den Gräser verschwunden. Ruth hatte sich riesig erschrocken und machte große Augen. Aber was hatte sie auch erwartet? Dass der Serval freundlich lächelnd in seinem Versteck liegen bleiben würde, bis er in aller Ruhe fotografiert wäre? Man hätte vielleicht doch mit genau diesem Verhalten rechnen und einfach geduldiger abwarten können.
Diesmal waren wir uns sicher, dass wir ihn nicht noch einmal wiederfinden würden, und so rumpelten wir über eine ziemlich ramponierte Teerstraße weiter nach Osten.
Gabelracke
Männlicher und weiblicher Coquifrankolin
Eine Erstsichtung für uns, an der wir fast vorbeigefahren wären. Die kleinen Hühnervögel bewegten sich mit ihrem gut getarnten Federkleid sehr unauffällig zwischen der kurzen Vegetation. Ein Abzweig führte nach wenigen hundert Metern zur Nehimba-Lodge. Der Manager begrüßte uns freundlich und bot uns an, uns ein wenig umzusehen. Die Lodge hat Platz für 22 Gäste und besitzt ein eigenes Konzessionsgebiet.
Immer wieder zweigten kurze Sackgassen von der Hauptstraße ab, die zu einem Wasserloch führten. Mal schwammen dort Sporengänse, mal liefen Waffenkiebitze auf und ab, und manchmal waren auch keine Tiere zu sehen.
Nach einem kurzen Fotostopp an diesem kleinen See war Ruth dann erst mal eine Weile damit beschäftigt, ihre Crocs zu entdornen. Unfassbar, was sich dort so alles sammelt.
Wir folgten einem Flickenteppich aus Gravel- und Teerpad durch eine abwechslungsreiche Landschaft aus Mopanebusch und Grassavanne mit vereinzelten hohen Bäumen. Wolken malten interessante Muster an den Himmel und Schattenspiele auf die Erde.
Zwergbienenfresser
Perlkauz
Teil 1315. Dez. 2018
An einer großen Wasserstelle auf einer Ebene, auf welcher viele Gnus, Zebras und Wasserböcke grasten, stand ein breiter Hide, der über eine Treppe zu erreichen war.
Am Wasser waren Krokodile und Hippos zu sehen. Als wir oben im Hide waren, näherte sich ein Reisebus.
Wir befürchteten schon eine Horde lärmender Touristen, lagen aber völlig falsch. Aus dem Bus stieg eine Schulklasse aus Harare, die auf einer fünftägigen Rundreise durch Zimbabwe war. Begleitet von ein paar Lehrerinnen und Betreuern kamen die etwa 40 Kinder in den Hide. Am erstaunlichsten war, wie ruhig die Schüler waren. Keiner redete ein Wort, es war mucksmäuschenstill. Auf Ruths Frage an eine Lehrerin, wie sie das erreicht habe, antwortete diese, sie habe den Kindern einfach gesagt, dass sie leise sein sollten. Aha, so geht das also! Wir verliehen unser Fernglas an die Lehrer und Kinder und kamen ein wenig mit ihnen ins Gespräch. Es war ein sehr angenehmer, unaufgeregter Kontakt mit der Gruppe, und am Ende wollten sie noch Fotos zusammen mit uns machen. Das wollten wir umgekehrt dann natürlich auch.
Rotschulter-Glanzstar
Eine gute halbe Stunde später setzten wir unseren Weg fort.
Wir fuhren den gar nicht mal so kurzen Loop über Doppies Pan, weil uns der Manager der Nehimba-Lodge erzählt hatte, dass dort gestern ein großes Löwenrudel gesehen worden sei. Die Strecke führte zunächst durch dichten Wald, später erreichten wir eine freie Ebene.
Braunkopfliest
Von den Löwen war keine Schwanzspitze zu erblicken, dafür sahen wir eine kleine Herde Pferdeantilopen.
Durch ständig wechselnde Landschaft fuhren wir bis zum Main Camp. Dort legten wir gegen 15.00 Uhr endlich eine längere Picknickpause ein. Dabei unterhielten wir uns ein wenig mit einem Bremer, der mit seinem eigenen Wagen unterwegs war, den er von Deutschland nach Walvis Bay verschifft hatte.
Anschließend verließen wir den Park. Unser Aufenthalt im Hwange hat uns sehr gut gefallen. Die abwechslungsreiche Landschaft, die gute Infrastruktur und die äußerst freundlichen Menschen bleiben uns in bester Erinnerung. Die Gwango-Lodge befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Nationalparkgrenze. Auf einer guten Teerstraße ging es die letzten Kilometer bis dorthin.
Wir checkten auf der Campsite ein, die wir ganz für uns alleine hatten. Die Anlage war äußerst gepflegt und der Stellplatz mit sauberem weißen Sand ausgestreut. Es gab eine riesige Feuerstelle, auf der ein entsprechend großes Feuer entfacht wurde.
Wir duschten mit mehr oder weniger heißem Wasser und mehr oder weniger funktionierendem Licht und rückten danach näher ans Feuer, denn nach Sonnenuntergang war es schnell recht kühl geworden.
Dann gingen wir zum Restaurant der Lodge, wo wir nur etwas trinken und whatsappsüchtig das Wifi nutzen wollten. Schon verrückt! Da kommt man die ganze Zeit prima ohne aus, aber wenn’s möglich ist …
Aber schließlich bestellte sich Peter auch etwas zu essen, und alle anderen nahmen eine Portion Pommes. Eigentlich war es uns zu kalt, um dort lange zu sitzen, und als wir gerade wieder gehen wollten, bat uns ein Angestellter, noch etwas zu warten, denn gleich würde eine Sing- und Tanzvorführung der Angestellten beginnen. Da außer unserem nur noch zwei andere Tische besetzt waren, taten wir ihm den Gefallen. Die Tanz-, Gesang- und Trommeleinlage war unterhaltsam und lustig, als die Angestellten zwischenzeitlich Tiere imitierten. Obwohl so eine Touristenbespaßung eigentlich nicht unser Ding ist, ließen wir uns auf die Melodien und Rhythmen, die lediglich mit Stimme, ein paar Rasseln und Trommeln erzeugt wurden, ein und hatten eine wirklich kurzweilige Zeit. Während sich Uwe und Peter erfolgreich weigerten, den Sandkreis in der Mitte des Restaurants zu betreten, hopsten und stampften Ruth und Karin am Ende sogar mit einigen Gästen und den Tänzern munter zusammen im Kreis herum. Nur gut, dass es zu dunkel fürs Fotografieren war, vielleicht hatte Uwe sich aber auch schon genug fremd geschämt. Auf jeden Fall hatten zumindest die Damen im Gegensatz zu den halb blau gefrorenen Herren deutlich bessere Laune, als wir zurück zu unserer Campsite marschierten. „Hättest ja mittanzen können.“ – „Im Leben nicht! Lieber erfriere ich.“ Dort schichteten wir das Feuer neu auf und grillten die Spingbock-Steaks, die wir schon nachmittags aus dem Freezer genommen hatten. Lange saßen wir noch an unserem großen Feuer und drehten immer wieder die Stühle, um wie ein Brathähnchen von allen Seiten gleichmäßig warm zu werden.
Kilometer: 133
Teil 1417. Dez. 2018
Tag 8 – 21. Juli 2018 – Besuch im Dorf
Gwango Lodge – Mucheni Gorge, Chizarira
Heute war der bislang kälteste Morgen. Als wir um kurz nach sechs zur Toilette gingen, hatten wir nur knapp über drei Grad. Nach Sonnenaufgang stieg die Temperatur aber rasch. Wir setzten uns in die Sonne und frühstückten. Nicht weit von uns zogen ein paar Elefanten durch das Unterholz und fraßen. Immer wieder knackten die Äste. Bis wir gemütlich gefrühstückt, gespült und alles eingepackt hatten, verging die Zeit.
Dann setzten wir uns noch kurz an die Lodge und schauten in unsere Handys. So war es bereits halb elf, als wir nur ein paar Kilometer weiter unseren ersten Stopp machten und bei der Painted Dog Conservation anhielten. Die Organisation zum Schutz der Wildhunde hat dort ein sehr schönes kleines Museum, das wir uns anschauten. Es ist liebevoll eingerichtet und voller interessanter Informationen.
Wir erstanden ein paar Souvenirs, die aus ehemaligen Wilderer-Drahtschlingen angefertigt waren. Dann wurde es höchste Zeit, Strecke zu machen. Zum Glück war die Straße geteert, und wir kamen zügig voran. Am Straßenrand waren Arbeiter damit beschäftigt, das trockene Gras kontrolliert abzubrennen.
Am Abzweig Richtung Binga füllten wir an der Tankstelle Diesel auf und kauften Brot und Tomaten. Auffällig war, dass der Treibstoff nahezu so teuer war wie bei uns zu Hause.
Die Strecke war landschaftlich sehr schön. Wir überquerten Brücken, fuhren bergauf und –ab und hatten immer wieder schöne Aussichten. Viele Menschen liefen am Straßenrand und schleppten Bündel mit sich. Die Kinder riefen oder pfiffen, wenn wir sie passierten und winkten uns zu. An einer Stelle lag eine Schlange auf der Straße, und wir konnten gerade noch ausweichen. Dann war sie aber so schnell verschwunden, dass wir sie nicht mehr entdeckten.
von Karin:
Teil 1517. Dez. 2018
Kurz vor Binga bogen wir auf die Schotterstraße nach Nordosten, die unterhalb des Karibasees verläuft. Hier hatten wir vor sechs Jahren bei einem Dorf zwei Trommeln gekauft und Fotos gemacht. Heute existierte der kleine Verkaufsstand überraschenderweise nicht mehr. Schade, denn wir hatten zwei Dutzend Abzüge für die Leute dabei, die damals so nett mit uns geplaudert und so schön getrommelt hatten. Also hielten wir einfach beim nächsten Dorf, marschierten kurz entschlossen mit unseren Fotos bewaffnet hinein und fragten nach. Dorfchef Lameck nahm uns in Empfang.
Er war ausgesprochen gastfreundlich, obwohl wir ihn doch unangemeldet überfallen hatten. Sofort wurden aus sämtlichen Hütten ein paar Sitzgelegenheiten für uns herbeigetragen.
Wir wurden neugierig von einigen Kindern beäugt, während sich Lameck genau unsere Fotos anschaute.
Tatsächlich kannte er einige der Personen. Manche lebten noch ganz in der Nähe, andere waren fortgezogen. Besonders traurig fanden wir, dass zwei der jüngeren Mädchen bereits verstorben waren. Lameck bot uns an, uns zu seinen Nachbarn zu bringen, damit wir ihnen die Fotos übergeben könnten. Zunächst wollte er jedoch – ganz Geschäftsmann – die günstige Gelegenheit nutzen und uns ein paar handgeflochtene Körbe zeigen. Sie waren wirklich schön, und natürlich kauften wir ihm je einen ab.
Obwohl wir es recht schwierig finden, Menschen zu fotografieren, fragten wir um Erlaubnis. Niemand hatte etwas dagegen, obwohl eine ältere Frau zunächst in ihrer Hütte verschwand und danach ein wenig Geld von uns wollte. Als Ruth dies aber ablehnte, nahm sie sie lachend in den Arm und fragte auch nicht weiter nach. Wir durften uns noch ein wenig zwischen den Hütten umschauen und den ein oder anderen Schnappschuss machen.
Anschließend druckte Uwe am Auto als Dankeschön für jeden ein Erinnerungsfoto.
Die Leute freuten sich sehr darüber. Mit Lameck fuhren wir ein paar hundert Meter zum Nachbardorf,
aber leider war niemand dort. Daher ließen wir die Fotos, die wir von damals mitgebracht hatten, bei ihm, und er versprach, sie weiterzugeben. Nun war schon einige Zeit verstrichen, und wir mussten weiter.
Auf recht holpriger Schotterstraße fuhren wir nach Osten und bogen zum Chizarira-Nationalpark ab.
Die Straße wurde steiniger und vor allem deutlich steiler, sowohl nach oben als auch nach unten.
Beim Tor registrierten wir uns und fuhren noch die letzten sieben Kilometer bis zur Mucheni View Campsite oder zumindest bis zu dem Platz, den wir für Mucheni View hielten.
Die Straße führte durch dichten Wald und endete an einer steilen Abbruchkante mit Aussicht über eine Schlucht.
Obwohl Uwe unseren Platz von Fotos aus dem Internet ein wenig anders in Erinnerung hatte, machten wir uns keine großen Gedanken. Wir hatten die Koordinaten ins GPS gespeichert, wir waren hier gelandet, und die Aussicht gefiel uns, obwohl Ruth und Karin es ein wenig unheimlich fanden. So völlig abgeschieden am Rande der Welt hätten die beiden gerne noch ein wenig mehr Zeit vor der Dämmerung gehabt, um sich mit dem Platz vertraut zu machen. Also klappten wir die Zelte auf und machten Abendessen. Im Potije kochten wir eine große Menge Gemüse und grillten dazu Eland-Filet.
Als es bereits dunkel war, näherten sich die Scheinwerfer eines Autos, welches zielstrebig auf unsere Campsite zusteuerte. Das Auto blieb aber in einiger Entfernung stehen, und während wir uns wunderten, wer da so spät noch auftauchte und was er wohl von uns wolle, berieten die Insassen des Fahrzeugs vielleicht in ähnlicher Weise. Wir waren auf jeden Fall erleichtert und nicht unglücklich darüber, als die unbekannten Besucher wieder rückwärts fuhren und sich entfernten. Bei hellem Halbmond saßen wir noch etwas am Feuer, das seinen Rauch heute unkontrolliert in alle Richtungen verteilte. Wohin man sich auch setzte, wurde man eingeräuchert, und so gaben wir es nach mehrmaligem Umziehen mit Tisch und Stühlen auf. Während wir in die Zelte kletterten, rief in weiter Entfernung eine Hyäne.
Kilometer: 240
Teil 1620. Dez. 2018
Tag 9 – 22. Juli 2018 – Chizarira
Mucheni Gorge – Mucheni View, Chizarira
Bereits vor dem Aufstehen hörten wir mehrfach, jedoch sehr weit entfernt einen Löwen brüllen. Erst nach Sonnenaufgang krabbelten wir aus dem Zelt und freuten uns über die Wärme auf unserem Platz. Wir setzten uns zum Frühstück zusammen und ließen den Tag langsam beginnen, denn heute stand keine weite Fahrt auf dem Programm.
Uwe versuchte, mit der Kelly Wasser zu kochen. Irgendwie wollte es ihm aber nicht so recht gelingen. Die kleinen Hölzchen gingen immer wieder aus, und es qualmte fürchterlich. So dauerte es eine ganze Weile, bis er sich endlich seinen Kaffee verdient hatte. Ruth lief mit dem Fotoapparat den wenigen Vögeln hinterher. Ein Falke sauste unmittelbar an ihr vorbei. Sofort nahm sie die Verfolgung auf, da es hier die seltenen Taitafalken geben sollte. Jeder, der schon mal quer durch den Wald einem Greif im Tiefflug gefolgt ist, weiß, wie aussichtsreich solch eine Idee ist, und so wurde sie auch bald wieder verworfen. Möglicherweise ist es auch gar nicht so schlau, wie Hans-Guck-in-die-Luft durch Dornen und über Wurzeln zu stolpern.
Rotschwanzschmätzer
Gelbbauchammer
Nachdem wir ausgiebig gefrühstückt und mehrere Tassen Kaffee getrunken hatten, spülten wir und packten zusammen.
Tische und Stühle ließen wir stehen, da wir ja noch einmal hier übernachten würden.
Ein kleines Stück wollten wir noch zu einem weiteren Aussichtspunkt fahren, der auf der Karte eingezeichnet war. Als wir diesen nach ein paar Minuten erreichten, machten wir große Augen. Das war Mucheni View, der Platz, den wir eigentlich gebucht und erwartet hatten. Die Aussicht von der Abbruchkante war gigantisch.
Sofort war klar, dass wir die kommende Nacht hier verbringen würden. Also fuhren Peter und Uwe zurück und holten Tische und Stühle. Auf unserem neuen Platz gefiel es uns so gut, dass wir dort lange blieben und den Ausblick über die gegenüberliegenden Hänge und das Flusstal genossen. Auf einem der nächstgelegenen Berge uns gegenüber erklomm ein Elefant langsam, aber stetig die Anhöhe.
Ein Felsenadler startete unterhalb aus der Wand und schraubte sich nach oben.
Hier konnte man es aushalten.
Brillenwürger
Frau Scharlachweber
Wir saßen in der Sonne und konnten uns gar nicht satt sehen. Irgendwo aus den Felsen schallte das laute „Woahoo“ der Paviane herüber, ansonsten war es absolut still. Ruth erschrak, als einige Tok Tokkies ihre Crocs enterten. Zielstrebig krabbelten sie immer wieder in Richtung der Schuhe, egal wohin Ruth ihre Füße stellte. Schließlich blieb ihr nur, die Schuhe aus der Reichweite der Käfer zu bringen.
An diesem himmlischen Platz drängte sich ein zweites Frühstück geradezu auf. Nun ja, wir müssen gestehen: nur für uns. Karin und Peter waren nicht so verfressen.
Teil 1720. Dez. 2018
Erst gegen Viertel vor zwölf rissen wir uns dann doch los und fuhren einen kleinen Schlenker über einen weiteren Aussichtspunkt. Der Weg war so zugewachsen, dass Ruth aussteigen und einen über die Straße ragenden Ast beiseite halten musste, damit wir unsere Autos nicht zerkratzten.
Brown-veined Whites (Danke an Matthias)
Dann ging es weiter zum Park-Office. Der Ranger, bei dem wir uns registrieren wollten, war gerade in der Mittagspause. Also drehten wir eine kleine Runde durch den Chizarira-Park. Die Wege waren teilweise steinig und oft sehr steil. Wir fuhren nur langsam. An einer Brücke stand etwas Wasser im Fluss, und wir beobachteten viele bunte Schmetterlinge.
Common Joker (Danke an Matthias)
männlicher Eyed Pansy (Danke an Matthias)
Einzelne Bienenfresser saßen auf Ästen über dem Wasser und jagten Insekten. Die Sonne brannte heiß. Im Wald stießen wir auf Paviane und ein Frankolinpärchen. An einem Picknickplatz ließen wir die Autos stehen und liefen durch hohes, scharfes Gras zu einem fließenden Bach.
Hier fanden sich ein paar Spuren, jedoch keine Tiere, außer einigen Libellen und ein paar Käfern, die wie irre an der Wasseroberfläche hin und her sausten und sich im Kreis drehten.
Als wir weiterfahren wollten, saß plötzlich ein spannendes Insekt im Auto. Eine Stabheuschrecke war durch das offene Fenster hineingekommen. Ruth entfernte sie vorsichtig aus dem Innenraum, und wir bewunderten ihre Gestalt. Dünn wie Stroh und mit Gliedmaßen wie Halme hatte sie die perfekte Tarnung für ihren Lebensraum im hohen, gelben Gras. Als wir sie dorthin zurücksetzten, war sie kaum noch zu erkennen.
Mahaliweber
Ist das eine Schwarzweihe (Black Harrier)? Das Verbreitungsgebiet stimmt nicht, aber welcher Greifvogel hat sonst noch so einen dunklen Rumpf? (Liebe Beles, Mattes und Maddys, wir brauchen wieder einmal eure Hilfe!)
Brauner Schlangenadler (Danke an Bele)
Am Ende der Runde sahen wir noch ein paar Wasserböcke.
Bei der Ranger-Station registrierten wir uns
und erfuhren, dass wir – wie bereits seit heute Morgen vermutet – gestern die falsche Campsite gewählt hatten. Statt Mucheni View hatten wir bei Mucheni Gorge gestanden. Der Fahrer des Autos, welches am Vorabend im Dunklen so zielstrebig unseren Platz angesteuert hatte, hatte eigentlich Mucheni Gorge reserviert und war dann zum Viewpoint ausgewichen. Na großartig! Wir wären an seiner Stelle mehr als bedient gewesen. Gestern hatten wir uns noch gewundert, wer so spät im Park herumgeistert, und was der wohl von uns will, und nun waren wir selbst zu Campbesetzern geworden 😗. Wir bezahlten die Gebühr für die Autos und fuhren zum Stellplatz.
von Karin:
Bei dem anderen Camper, einem Südafrikaner, der alleine unterwegs war, entschuldigten wir uns für unseren Irrtum. Er nahm es uns nicht krumm und war ausgesprochen nett. Den späten Nachmittag verbrachten wir auf unserem ganz besonderen Campingplatz mit der tollen Aussicht. Wir probierten die Dusche in unserem Camper aus. Da wir zu bequem waren, den Duschvorhang anzuknüpfen, positionierten wir das Auto so, dass die Dusche im Windschatten des Autos lag und unsere Tische auf der anderen Seite standen. Das Wasser aus dem Durchlauferhitzer war wunderbar warm, und es tat gut, sich den Staub vom Körper zu spülen. Dabei ist es immer wieder erstaunlich, mit wie wenig Wasser man auskommen kann.
Nachdem alle geduscht hatten, las Peter, Karin und Uwe sicherten Fotos, und Ruth machte neue. Sie lief auf der Suche nach Vögeln durch das Gebüsch und entfernte sich immer weiter. Zwischendurch machten wir uns schon Sorgen um sie, weil sie auch auf unser Rufen nicht mehr reagierte.
Rotschwanzschmätzer
Zum Sonnenuntergang färbte sich der Himmel am Horizont pastellig rötlich-orange. Wir freuten uns über die unterschiedlichen Lichtstimmungen. An keinem Platz der Welt hätten wir in diesem Moment lieber sein wollen.
Danach kochten wir eine leckere Butternut-Suppe mit Möhren und Ingwer im Potije.
Dazu gab es Folienkartoffeln und Avocado-Salat mit Thunfisch, Mais und Zwiebeln. Das war natürlich viel zu viel, und so blieb für morgen noch etwas Salat übrig. Wir spülten und packten schon fast alles zusammen. Karin entdeckte im Schein ihrer Stirnlampe ein paar Bushbabies, die in eindrucksvollem Tempo durch die Äste turnten. Sie waren teilweise so schnell, dass wir sie immer wieder aus den Augen verloren.
Morgen werden wir den Chizarira wieder verlassen und versuchen, den Matusadona-Park am Kariba-See zu erreichen.
Kilometer: 29
Teil 1825. Dez. 2018
Tag 10 – 23. Juli 2018 – Allrad, Tsetses und Feuer
Aus Respekt vor der Tagesetappe standen wir früh auf, tranken lediglich einen Kaffee mit ein paar Rusks und packten zusammen. Natürlich nicht, ohne den Sonnenaufgang am Mucheni View gebührend zu bewundern.
Durch den Wald ging es mit den ersten Sonnenstrahlen zum Gate des Chizarira. Die Straße wand sich durch waldige Schluchten bergab. Einige Tauben flogen auf.
Bronzefleckentaube
Am Gate öffnete uns der Ranger, nachdem er sich per Funk vergewissert hatte, dass wir auch wirklich beim Park-Office gewesen waren.
von Karin:
Zunächst fuhren wir bis zur Hauptstraße, wo wir nach Osten abbogen und ca. 100 Kilometer bis zum Abzweig nach Bumi Hill fuhren. Wir kamen zügig voran entlang der von uns so getauften Baobab-Route. Zahlreiche dieser eindrucksvollen Bäume standen entlang der Straße.
Wir passierten viele Dörfer und Menschen, die ihrem Tagewerk nachgingen. Während die Frauen Wäsche wuschen, große Bündel oder Taschen auf dem Kopf trugen, waren die Männer meist ohne Gepäck unterwegs.
Manche fuhren auf Fahrrädern, andere peitschten die Esel und Ochsen vor ihrem Karren. Säcke mit Baumwolle lagen am Straßenrand, Wasser wurde geholt, Kinder in Schuluniformen standen beisammen. Gelegentlich winkten sie uns zu, hielten aber auch ihre Hände mit der typischen Essbewegung vor ihren Mund, um uns anzubetteln.
Durch das bunte Treiben am Straßenrand vergingen die gut zwei Stunden Fahrt bis an den Abzweig zum Matusadona Nationalpark wie im Flug. Immer gab es etwas zu entdecken. Manchmal fuhren wir auf Brücken über fast ausgetrocknete Flussläufe, mal ging es durch hügelige Landschaften auf gut zu befahrender, aber staubiger Schotterpiste.
von Karin:
Teil 1925. Dez. 2018
Für die letzten 80 Kilometer benötigten wir den halben Tag. Der Weg führte durch Wald, über unzählige Furten und war manchmal sandig, aber fast immer ausgewaschen, steinig und steil. Es war eine ordentliche Rumpelei. Wir fuhren mit Allrad und manche Abschnitte in Untersetzung.
Spatelracke ohne Spatel
von Karin:
Oft hielten wir an, um über die beste Spur zu beraten und die Reifen nicht zu sehr zu beanspruchen, bevor wir schließlich weiterholperten.
Im Wald gesellten sich dann auch leider viel früher als erwartet die ersten Tsetse-Fliegen zu uns. Bevor wir ihre Anwesenheit registrierten und die Fenster schlossen, waren bereits ein paar der Biester ins Auto gelangt, und Ruth hatte den ersten Stich am Knöchel. Wir packten die elektrische Insektenklatsche aus und luden sie mit Batterien. Ruth entwickelte eine ordentliche Rückhand und erwischte eine Fliege nach der anderen. Es blitzte kurz, und dann stank es. Die Tsetse fiel zu Boden. Es passierte jedoch auch, dass sie den Schlag parierte, sich kurz schüttelte und mit leicht schräg hängendem Flügel erneut angriff. Unfassbar, wie zäh diese Zombie-Fliegen sind! Uwe wurde leicht panisch, wenn ihm etwas um den Kopf schwirrte. Wir mussten ein paar Mal anhalten und im Auto Jagd machen. Ab sofort wurden jeder Fotostopp und jede Toilettenpause genauestens abgewogen. Lohnte es sich, das Auto zu verlassen, um im Anschluss daran erneut den Kampf mit den Tsetses aufzunehmen? Der Hinweis, dass die Fliegen auf Wärme und Bewegung anspringen, bleibt dabei leider auch nicht mehr als ein guter Rat. Es ist uns völlig schleierhaft, wie man vollkommen gelassen, fliegenumschwirrt und –bedeckt, gemütlich seine Arbeit machen kann. Daran hatten wir uns noch nicht gewöhnt und bevorzugten daher die hektisch um sich schlagende Variante. Karin und Peter fuhren tapfer hinter uns her, als in einiger Entfernung vor uns plötzlich Rauch aufstieg. An einem Berghang brannte das trockene Gras, und auch die beiden nächsten Hügelflanken waren von mehr oder weniger hohen Feuerschneisen durchzogen. Unsere Spur führte genau hindurch.
Bald brannte das Gras bis an den Straßenrand, und einzelne kleinere Büsche standen in Flammen. Das Feuer entwickelte eine ganz schöne Hitze, es qualmte zunehmend, und ein starker Rauchgeruch hing in der Luft. Wir hielten und beratschlagten.
von Karin:
Peter hatte Sorge, dass wir vom Feuer eingeschlossen werden könnten. Auch der starke Rauch war nicht angenehm. Wir wollten jedoch nicht so einfach umkehren, da sich eine weitere Chance, den Park zu besuchen, sicher nicht wieder so rasch ergeben würde und wir auch keine Übernachtungsalternative in der Nähe sahen. Wir entschieden daher mit etwas flauem Gefühl, vorsichtig noch ein Stückchen weiterzufahren und gegebenenfalls doch umzudrehen. Nach einem Kilometer lichtete sich der Rauch zum Glück, die Feuer wurden weniger und die Flammen niedriger und hörten dann auf. Wir konnten diesen Buschbrand nicht einschätzen, hofften jedoch, dass er uns nicht folgen würde. So fuhren wir weiter.
Bei einer kleinen Rangerstation mit Schlagbaum meldeten wir uns an. Wir sollten uns wegen des Feuers keine Sorgen machen, das sei alles kontrolliert. Gut zu wissen! Man teilte uns mit, dass wir für die verbleibenden 40 Kilometer noch zweieinhalb Stunden bräuchten, was auch in etwa hinkam. Nach weiteren Furten und steinigen Passagen wurde die Straße besser, und auf den letzten 18 Kilometern kamen wir sogar recht schnell vorwärts.
von Karin:
Das Tashinga-Camp liegt auf einer Landzunge im Kariba-See. Bei der Anfahrt querten ein paar Elefanten vor uns den Weg, und Impalas und Kudus standen im Gebüsch. Wir checkten ein und bezahlten die Campinggebühr, die uns recht hoch erschien. Pro Auto waren 10 Dollar, pro Person 8 Dollar fällig. Und für die Übernachtung mussten wir 17 Dollar pro Person und Tag (!) bezahlen. Wohlgemerkt nicht je Übernachtung, sondern für jeden begonnenen Kalendertag, bei zwei Nächten also drei, wobei man zwei komplette Tage ja bereits für die An- und Abreise kalkulieren muss. Dafür waren wir aber auch ganz alleine an diesem schönen Ort. Wir suchten uns einen Stellplatz direkt am Wasser und ruhten uns aus.
von Karin:
Alle waren nach dieser langen, anstrengenden Fahrt ohne Pause ziemlich geschlaucht. O-Ton Peter: „Neun Stunden im Auto für knapp 200 Kilometer – geh, bist du deppert?“ Wir aßen eine Kleinigkeit und schauten uns dann in der Umgebung um. Viele Lappenstare liefen herum, flogen aber sofort auf, wenn man sich ihnen näherte.
Zwergspint
Die Infrastruktur des Tashinga-Camps hat wohl die besten Zeiten bereits hinter sich. Grillstellen und Ablutions zerfallen zusehends, und man kann an vielen Stellen nur noch erahnen, wie schön sie einst waren. Im Gebälk zieren wahre Vorhänge an Spinnweben die Dachkonstruktionen, und man muss ein wenig suchen, um den einzig funktionierenden Tröpfelwasserhahn in den beiden Duschhäuschen ausfindig zu machen.
Von den Angestellten des Camps wurden wir wieder sehr freundlich begrüßt, und man brachte uns aufmerksam einige Bündel Brennholz. Wir marschierten ein bisschen am See entlang und freuten uns darüber, nicht mehr im Auto zu sitzen. Da sich das Camp recht breit am See entlang zieht, entfernten wir uns dabei ziemlich weit von unserem Stellplatz. Obwohl wir in erster Linie nach Vögeln ausschauten, behielten wir so gut es ging die angrenzenden Büsche und Bäume im Blick, um nicht von anderen Tieren überrascht zu werden.
Junger Sunbird?
Wir bestaunten den Sonnenuntergang mit den abgestorbenen Baumgerippen und machten uns dann auf den Rückweg zum Camp, um zu Fuß nicht in die Dunkelheit zu geraten.
Kurz nachdem die Sonne untergegangen war, erstrahlte der Horizont orange. Das Licht war toll.
Wir machten zum Abendessen lediglich einen Käse-Wurstsalat, denn wir hingen ziemlich in den Seilen. Der Vollmond ging auf und erleuchtete den Platz, so dass wir auch ohne Stirn- und Taschenlampe alles gut erkennen konnten.
Wir gingen früh ins Zelt und wurden von den Wellen des Karibasees in den Schlaf gesungen. Im Laufe des Abends kam ein wenig Wind auf, neben uns schlugen die Wogen mittlerweile laut ans Ufer, und wir hatten das Gefühl, bald mitsamt den Autos davongespült zu werden.
Kilometer: 195
Teil 2030. Dez. 2018
Tag 11 – 24. Juli 2018 – Ein Tag am Kariba-See – faulenzen
Tashinga Camp, Matusadona
Heute hatten wir Urlaub. D. h., es stand eigentlich nichts auf dem Programm. Dennoch standen wir bereits kurz vor Sonnenaufgang auf und spazierten nach der Morgentoilette ein wenig am Seeufer entlang.
Ein paar Vögel waren auch schon wach:
Witwenstelze
Die Zwergspinte spähten von ihren Aussichtsästen mit ruckartigen Kopfbewegungen nach Insekten, starteten flink und kehrten in weitem Bogen mit oder ohne Schnapp auf einen Ast zurück. Wir setzten uns einige Meter entfernt von ihnen auf den Boden und sahen ihren Bemühungen zu.
Ein paar kleinere Hirtenregenpfeifer stocherten im feuchten Sand nach Fressbarem.
Ganz in der Nähe des Ufers schwamm ein Hippo, welches immer wieder prustend und schnaufend seinen Kopf aus dem Wasser streckte, um zu kontrollieren, ob wir ihm auch ja nicht zu nahe kamen. Das taten wir natürlich nicht und behielten es umgekehrt genau so aufmerksam im Blick.
Immer wenn wir nicht mehr weiter wissen, tippen wir auf Weidelandpieper:
Weißscheitelkiebitz
Schreiseeadler
Mit dem Frühstück ließen wir uns sehr viel Zeit. Müsli, Maracuja, Joghurt, Nutella, Marmelade, Tee und Kaffee sorgten für einen ruhigen Start in den Tag. Karin und Peter zelebrierten ihre Kaffeezubereitung mit viel aufgeschäumter Milch. Ab und zu grunzte ein Hippo. Die Laune war sehr sonnig.
Orangebrustwürger
Die Temperaturen waren den ganzen Tag über angenehm. Die Camp-Assistents waren sehr aufmerksam und kamen mehrfach, um sich nach unserem Wohlbefinden zu erkundigen. Wir baten sie darum, eines der Becken zum Wäschewaschen zu säubern. Sie boten sogleich an, unsere Wäsche ebenfalls zu waschen. Das erledigten wir dann aber selbst.
Nach 10 Tagen gab es einiges zu tun, und die Wäscheleine bog sich bedrohlich Richtung Boden. Es wehte ein ordentlicher Wind, und im Laufe des Tages trockneten alle Klamotten.
Es gab nicht viel zu erledigen. Ruth konnte mal wieder nicht gut stillsitzen, und so marschierte sie mit der Grillzange und einem Beutel bewaffnet am Seeufer entlang und sammelte etwas Müll ein. Sie wollte nicht den ganzen Tag über den angeschwemmten Unrat hinwegsehen, und so landeten etliche Flaschen, verrostete Getränkedosen, Plastikbehälter, ein paar alte Schuhe und weitere Schätze in ihrem Sack.
Kuhreiher
In der Zwischenzeit sicherte Uwe Fotos, und wir saßen den restlichen Vormittag einfach in der Sonne und unterhielten uns mit Karin und Peter. Trotz der beschwerlichen Anfahrt waren wir uns einig, dass dies hier wieder mal ein ganz besonderer Ort ist, dessen Besuch sich für uns gelohnt hat, obwohl sich außer einer kleinen Herde Impalas, die ganz am Rande der Campsite ein paar Halme zupfte, keine weiteren Tiere blicken ließen.