Die Eulenmuckels auf der Nordschleife

Reisebericht 365 Antworten · 72,5k Aufrufe · gestartet 03. Dez. 2018 von Eulenmuckel
3'883 Beiträge · seit 201112. Dez. 2018 · #61
Guten Morgen liebe Eulenmuckels,
nachdem ich eure Fotos vom Hwange NP gesehen und den Text gelesen habe, tut es mir doppelt leid, dass wir Simbabwe streichen mussten. Der Titel wäre sooo schön gewesen "5 Länder in 5 Wochen" 🙁 . Ich finde zwar auch, dass das Hippobaby knuddelig aussieht, aber mir gefällt dieses minimalistische Motiv besonders gut:
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Wenn ich mich richtig erinnere, ziert es das Deckblatt von Uwes Fotobuch.

Nun warte ich auf die Fortsetzung der Reise. Ich weiß, weshalb wir nicht in RAW fotografieren - macht zu viel Arbeit 😉 .

Lieben Gruß von
freshy,

P.S. @Bele: Gute Besserung.
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Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200612. Dez. 2018 · #63
Tag 6 – 19. Juli 2018 – Eine interessante Begegnung mit Godfrey

Masuma Dam, Hwange

Am Morgen in Masuma warfen wir nur einen kurzen Blick auf den Damm, denn außer ein paar friedlichen Hippos waren dort keine Tiere. Unseren Gamedrive richteten wir nach Norden. Das spätere Ziel war Sinamatella. Auf dem Weg dorthin kamen wir durch Mopanewald und hielten am Mandavu-Damm. Am Ufer lagen unzählige Elefantenhaufen, nur die Elefanten fehlten.

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Hirtenregenpfeifer

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Ein Stück weiter gibt es einen erhöht liegenden Picknickplatz, von dem man einen guten Blick über den See hat. Dort vertraten wir uns ein wenig die Füße, schauten über das Wasser und genossen die Aussicht. Es wehte ein kühler Wind, und wir hatten eine fast geschlossene Wolkendecke, weshalb das Fotolicht nicht sehr gut war. Unser Beleuchter hatte uns heute etwas im Stich gelassen. Auf den Felsen über dem Wasser und am Rande der Anlage saßen einige Klippschliefer-Familien, beäugten uns misstrauisch, wenn wir ihnen zu nahe kamen, kletterten herum oder kuschelten sich aneinander.

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In den Büschen rund um die Picknicksite zwitscherte und raschelte es überall, und so krabbelten wir durch die angrenzenden Sträucher.

Schneeballwürger

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Meves-Glanzstar

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Wir tippen auf einen mehr als üblich braunen Jameson’s Firefinch (Rosenamarant) wegen des dunklen Schnabels.

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Sumpfwürger

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Brauner Zistensänger (Neddicky)?

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Peter fand einen kleinen Fotoapparat. Auf dem Picknickplatz standen zwei verlassene Autos. Wir nahmen die Kamera mit und hinterließen einen Zettel. Anschließend fuhren wir nach Sinamatella.

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Dieses große Camp hat seine besten Jahre schon lange hinter sich. Dennoch gibt es dort viele Angestellte, die sich bemühen, die Anlagen instand zu halten. Wege und Bepflanzung waren gepflegt, und es war alles ordentlich und sauber.

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Wir hielten auf dem Campingplatz und machten Pause. Das Camp liegt auf einem Hügel mit unschlagbarer Aussicht über die Ebene.

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Während wir an einem großen, überdachten Steintisch mit Bänken frühstückten, gesellte sich Godfrey zu uns.

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Er ist Ranger im Hwange und arbeitet dort seit 2005. Er erkundigte sich, ob es uns gefalle und erzählte, dass viel zu wenige Touristen in seinen Park kämen. Wir luden ihn auf einen Kaffee ein und unterhielten uns lange. Es war sehr interessant, von ihm Informationen über den Park, die Tiere, Pflanzen und das Leben in Zimbabwe zu bekommen.

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So erzählte er, dass alleine im letzten Jahr die Preise auf mehr als das Doppelte gestiegen seien und die Bevölkerung sich daher keinerlei Luxusartikel mehr leisten könne. Dazu gehöre beispielsweise auch Kaffee.
Er berichtete von der Nashornwilderei. Das Horn der Tiere werde regelmäßig gekürzt, was die Wilderer aber dennoch nicht abhalte. Und obwohl die Drahtzieher im Hintergrund sitzen und das meiste Geld an dem Handel verdienen, erhalten die Wilderer und Zwischenhändler meistens nichts, weil sie einfach nach der Lieferung erschossen werden.
Die Mahaliweber helfen bei der Orientierung, da sie fast ausschließlich auf der Westseite von Bäumen sitzen. Eine kleine gelbe Frucht sei stark giftig und heißt Goat’s Apple.

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Es gibt neben den Nationalparks auch Tiergebiete, in denen gejagt werden darf. Des Weiteren gibt es Zonen, in denen sich die Tiere ungestört vermehren können. Alte Elefanten kennen die Unterschiede und halten sich daher nicht in Jagdgebieten auf. Hyänen können viele verschiedene Laute anderer Tiere imitieren.

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Godfrey erzählte und erzählte, und wir hörten ihm gespannt zu. Um uns herum wuselten Baumhörnchen, Zwergmangusten, hüpften Rotschnabeltokos, Glanzstare und ein Haubenbartvogel.

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Haubenbartvogel

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Der Himmel klarte immer weiter auf, und die Sonne schaute zwischen den Wolken hervor.

von Karin:
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zuletzt bearbeitet 12. Dez. 2018
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200612. Dez. 2018 · #64
Die zwei Autos vom Mandavu-Damm trafen ein. Es waren Holländer, und die gefundene Kamera gehörte wirklich ihnen. Peter gab sie ihnen zurück, und sie freuten sich sehr darüber.
Wir hatten es nicht eilig und spazierten durch das Camp.

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Goldbugpapagei

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Sumpfwürger

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Während drei von uns mit Fotografieren beschäftigt waren, spähte Peter mit dem Fernglas umher und entdeckte tatsächlich weit unterhalb in der Ebene am trockenen Flussbett eine Löwin. Mit bloßem Auge war sie nicht viel mehr als stecknadelkopfgroß zu erkennen. Wir waren beeindruckt und beschlossen nach vier Stunden Pause, auf Löwenjagd zu fahren.

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Wir fuhren also in Richtung der Löwin am Fluss entlang, konnten aber überraschenderweise außer ein paar Warzenschweinen nichts mehr entdecken. An einer eingestürzten Brücke mussten wir eine sehr steile Umfahrung nehmen. Auch hier ist schnell ersichtlich, warum es wohl besser ist, nicht im Dunkeln unterwegs zu sein, denn ein Hinweisschild auf ein plötzliches Ende der Straße gab es natürlich nicht.

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Ein entgegenkommendes Safarifahrzeug hielt neben uns. Wir tauschten uns über unsere Sichtungen aus, was nicht sehr lange dauerte. Etwas später sahen wir eine Gruppe Impalas und an einem kleinen Wasserloch einen Goliathreiher.

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Drongos flogen knapp über dem Wasser und schnappten sich Fluginsekten. Manchmal tauchten sie sogar kurz ein. Dieses Verhalten hatten wir bisher noch nicht beobachten können.

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Erneut hielten wir auf unserem Rückweg am Mandavu-Damm.

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Auf einer Insel im See zählten wir 28 Krododile. Außerdem saßen dort Skimmer, ein Nimmersatt, zwei Schreiseeadler und weitere Vögel. Am gegenüberliegenden Ufer erschienen einige Kudus um zu trinken.
Zurück bei Masuma sahen wir gerade noch das, was vom Sonnenuntergang hinter den Wolken auszumachen war. Anschließend erglühte der Horizont in allen möglichen Rot-, Lila- und Pinktönen.

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Zum Abendessen machten wir zur Abwechslung Pizza im Potije. Mit einer großen Menge an Glut gelangen die Pizzen gut.

von Karin:
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von Karin:
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Als Geräuschkulisse bekamen wir wieder das volle Programm geboten: Elefanten-Grollen und -Trompeten, Hyänen- und Eulenrufe, sogar Löwengebrüll und möglicherweise das Husten eines Leoparden.

Kilometer: 69
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zuletzt bearbeitet 12. Dez. 2018
761 Beiträge · seit 201013. Dez. 2018 · #65
Hallo, Eulenmuckels,

ich les die ganze Zeit schon mit und bin schwer begeistert. 😁
Im Hwange waren wir 1997 und 2014 - ein großer Unterschied, was die Anzahl der Besucher angeht.
Aber die Aussicht von Sinamatella bleibt einzigartig.
Das Gespräch mit Godfrey war wohl aufschlussreich. Man kann nur hoffen, dass sich die Situation im landschaftlich so wunderschönen Zimbabwe mal ändert.

Gruß Doro
~ Africa is a feeling ~
2'167 Beiträge · seit 200913. Dez. 2018 · #66
Liebe Eulenmuckels,

Mit Freuden lese ich euren Reisebericht, vielen Dank fuer's teilen!

Beim Zistensaenger tippe ich auf eine Tawny-flanked Prinia.
Das Insektenfangen des Fork-tailed Drongo ueber (und sogar auch im ) Wasser habe ich auch mal beobachten koennen, im Mkhuze Game Reserve in Suedafrika.

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Gruss aus Sodwana
Maddy
Reiseberichte: Camping Tour Northern Namibia, August 2010 Dlinza Forest, Eshowe, KZN, South Africa Die erste Reise - Loggerhead Camping trip 2020: KNP-Mapungubwe-Magoebaskloof-Mt.Sheba
5'479 Beiträge · seit 200913. Dez. 2018 · #68
Eulenmuckel schrieb:
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Hallo,

Eure Berichte aus Zimbabwe wecken sehr viele Erinnerungen bei mir. Neben dem Shelter haben wir schon mehrere Nächte gecampt und die Aussicht genossen.
Godfrey haben wir zweimal als Ranger in Masuma getroffen. Er ist schon ein ganz besonderer Mensch. Die Gespräche mit Ihm waren immer hoch interessant. Viele Begegnungen verblassen mit der Zeit, aber Godfrey haben wir noch immer intensiv in Erinnerung.

Alles Gute
Thomas
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
2'085 Beiträge · seit 201213. Dez. 2018 · #69
Liebe Ruth, lieber Uwe,
bei uns ist Afrika in diesem Jahr sehr sehr (zu?) kurz gekommen - umso mehr drückt euer Bericht bei mir jetzt den Sehnsuchtsknopf ... mal wieder richtig toll mit euch! Und bei den Eindrücken vom Gespräch mit Godfrey wird's mir echt heiß und kalt. Sicher eine Situation, die ihr nicht so schnell vergessen werdet.
Danke-Grüße Ingrid

Ach - und das da:
So unzuverlässig sind wir doch gar nicht, was unsere Reiseberichte angeht. 🙂
wollte ich natürlich in keinster Weise unterstellen 😎
reisebericht tansania 2016 repeat in mashatu, premiere im kruger 2017 kaokoveld&etosha herbst 2017
zuletzt bearbeitet 13. Dez. 2018
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200613. Dez. 2018 · #70
@Doro: Wir hoffen auch für Simbabwe. Aber zurzeit sieht es ja mal wieder nicht so rosig aus. Wie viele Leute waren denn 1997 im Park unterwegs?

@maddy: Mit der Tawny-flanked Prinia (Rahmbrustprinie) könntest du richtig liegen. Aber müsste das Auge nicht rötlicher sein?
Der im Wasser jagende Drongo ist wirklich interessant.

@Thomas: Toll, dass du Godfrey ebenfalls begegnet bist und ihn auch so kennengelernt hast. Er hat eine sehr ruhige, angeheme Art, und es war total interessant, sich mit ihm zu unterhalten.

@Ingrid: Es freut uns, wenn wir ein bisschen Sehnsucht wecken können. Dafür sind Reiseberichte ja da.

Liebe Grüße
Uwe und Ruth
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761 Beiträge · seit 201014. Dez. 2018 · #71
Ich weiß natürlich nicht , wie viele Besucher der Hwange damals hatte.
Nur - im Main Camp war es voll, wo auch immer man hinblickte, in Sinamatella hatten wir gar keine Chance zu übernachten. Die sanitären Anlagen waren ok.
Zu der Zeit hatten wir noch Dias gemacht - daher kein Foto. 😉

2014 im Main Camp dann so:



Außer uns 3 Campern waren noch zwei weitere Autos vor Ort.

Gruß Doro
~ Africa is a feeling ~
37 Beiträge · seit 201814. Dez. 2018 · #72
Hallo,
Wir verstehen das ganse nicht mehr in Sachen das mitfuhren von frischen Gemüse und Fleisch über die grenze und die vet fences. Da wir vorhaben in 2019 dieselbe strecke zu fahren bis Maun, könnt ihr uns da ein wenig aufklären was man wo mitfuhren darf und wo man am besten was einkauft um Probleme zu vermeiden ?
874 Beiträge · seit 200814. Dez. 2018 · #73
ach ihr zwei,
schöne fotos, liebevoll geschriebener bericht - ich schwelge und genieße. danke dafür
anita
ab 23.April 2019 für immer nach Namibia unser Blog: www.outinafrica.com.na
2'167 Beiträge · seit 200914. Dez. 2018 · #74
Hallo Uwe und Ruth,
@maddy: Mit der Tawny-flanked Prinia (Rahmbrustprinie) könntest du richtig liegen. Aber müsste das Auge nicht rötlicher sein?
Der im Wasser jagende Drongo ist wirklich interessant.
Die Augenfarbe haengt sehr von den Lichtverhaeltnissen sowie auch dem Alter des Vogels ab - die koennen von dunkel ueber braun und rotbraun alles sein.

Gruss aus dem heissen Sodwana
Maddy
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Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200615. Dez. 2018 · #75
@Doro: Bei uns waren alle Camps (Robins, Sinamatella und Main Camp) so gut wie leer.

@on4ajt: Ihr habt zum Thema Vet Fences ja in eurem Thread schon viele Antworten erhalten. Auf der Strecke von Windhoek nach Maun gibt es drei Stellen, an denen ihr kontrolliert werden könnt: Grenzübergang nach Botswana und zwischen Ghanzi und Maun den Kuke Fence und dahinter noch einen Posten. Sog. Red Meat (Rind- oder Wildfleisch) ist nicht erlaubt, Gemüse und Früchte sowie Milch werden unterschiedlich gehandhabt, da kann man sich nie sicher sein.

@maddy: Dann vermute ich anhand der Augenfarbe, dass es eher ein junger Vogel ist. Vielen Dank für die Info.

Liebe Grüße
Uwe und Ruth
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Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200615. Dez. 2018 · #76
Tag 7 – 20. Juli 2018 – Hwange-Ost mit vielen Wolken

Masuma Dam, Hwange – Gwango Lodge

An unserem zweiten und letzten Morgen in Masuma ließen wir uns ein bisschen mehr Zeit. Mit einer Tasse Kaffee und Tee setzten wir uns in den Hide und schauten auf das Wasser.

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Wie üblich schwammen einige Hippos herum. Vor der Abfahrt füllten wir mit einem Schlauch unseren Wassertank auf. Dann verabschiedeten wir uns von Edward und fuhren los nach Südosten.

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Irgend ne Coucal

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Junger Kampfadler (Danke an Bele und Lothar)

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Bis Shumba hatten wir keine nennenswerten Sichtungen. Obwohl die Elefanten die ganze Nacht über zu hören gewesen waren, sahen wir heute Morgen keinen einzigen.

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Nichts ließ sich auf den weiten Grasflächen blicken: Kein Gnu, kein Zebra, kein Schwein, lediglich ein Trupp Perlhühner war unterwegs. Dann, fast an der gleichen Stelle wie zwei Tage zuvor, sahen wir wieder den Serval im Gras.

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Ob es sich um dasselbe Tier oder um ein Familienmitglied handelte, wussten wir nicht, aber es war uns auch egal. Diesmal suchte die Katze nicht sofort das Weite, sondern blieb in der Nähe. Sie schlich langsam parallel zur Fahrbahn neben dem Auto.

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Dennoch war es sehr schwer, sie nicht aus den Augen zu verlieren, denn sie nutzte geschickt jede mögliche Deckung und hielt sich stets im trockenen Gras verborgen.

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Unsere Fotoausbeute von vielen scharfen Gräsern mit einem matschigen Fleckenmuster im Hintergrund war ganz enorm. Schließlich überholten wir den Serval, um ihn an der Stelle abzufangen, an der die hohen Gräser endeten und ein kleines Fleckchen trockener Lehmboden zu erkennen war. Doch den Gefallen tat er uns nicht. So sehr wir auch schauten, das Tier tauchte nicht auf. Uwe behielt die Straße hinter uns im Blick, Ruth spähte angestrengt ins hohe Gras. Dummerweise bewegte ein leichter Wind die Halme, so dass uns auch keine Bewegung im Gras die Position des Servals hätte verraten können. Karin und Peter, die ein wenig hinter uns angehalten hatten, konnten auch nichts entdecken. Uns blieb lediglich, wieder ein Stück zurück zu fahren und die Gegend ein zweites Mal abzuscannen. Leider erfolglos, denn der Serval blieb wie vom Erdboden verschluckt. Aber Ruth wollte nicht aufgeben. Sie war sich sicher, dass er noch da sein musste. Also verließ sie das Auto, spazierte ein paar Meter entlang der Straße auf und ab und dann ein wenig durch das Gras. Gerade in dem Moment, als sie meinte, dass sie absolut nichts sehen könne, vielleicht gleich über eine nicht erfreute Servalfamilie stolpere und sie das Gefühl habe, dass ihr gleich eine zu allem entschlossene Servalmutter auf dem Rücken landen würde, sprang das Tier keine anderthalb Meter vor ihr aus der Deckung, verschwand wie ein geölter Blitz in ein paar Sätzen über die Straße und war sofort wieder zwischen den Gräser verschwunden. Ruth hatte sich riesig erschrocken und machte große Augen. Aber was hatte sie auch erwartet? Dass der Serval freundlich lächelnd in seinem Versteck liegen bleiben würde, bis er in aller Ruhe fotografiert wäre? Man hätte vielleicht doch mit genau diesem Verhalten rechnen und einfach geduldiger abwarten können.

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Diesmal waren wir uns sicher, dass wir ihn nicht noch einmal wiederfinden würden, und so rumpelten wir über eine ziemlich ramponierte Teerstraße weiter nach Osten.

Gabelracke

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Männlicher und weiblicher Coquifrankolin

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Eine Erstsichtung für uns, an der wir fast vorbeigefahren wären. Die kleinen Hühnervögel bewegten sich mit ihrem gut getarnten Federkleid sehr unauffällig zwischen der kurzen Vegetation.
Ein Abzweig führte nach wenigen hundert Metern zur Nehimba-Lodge. Der Manager begrüßte uns freundlich und bot uns an, uns ein wenig umzusehen. Die Lodge hat Platz für 22 Gäste und besitzt ein eigenes Konzessionsgebiet.

Immer wieder zweigten kurze Sackgassen von der Hauptstraße ab, die zu einem Wasserloch führten. Mal schwammen dort Sporengänse, mal liefen Waffenkiebitze auf und ab, und manchmal waren auch keine Tiere zu sehen.

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Nach einem kurzen Fotostopp an diesem kleinen See war Ruth dann erst mal eine Weile damit beschäftigt, ihre Crocs zu entdornen. Unfassbar, was sich dort so alles sammelt.

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Wir folgten einem Flickenteppich aus Gravel- und Teerpad durch eine abwechslungsreiche Landschaft aus Mopanebusch und Grassavanne mit vereinzelten hohen Bäumen. Wolken malten interessante Muster an den Himmel und Schattenspiele auf die Erde.

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Zwergbienenfresser

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Perlkauz

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zuletzt bearbeitet 20. Dez. 2018
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200615. Dez. 2018 · #77
An einer großen Wasserstelle auf einer Ebene, auf welcher viele Gnus, Zebras und Wasserböcke grasten, stand ein breiter Hide, der über eine Treppe zu erreichen war.

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Am Wasser waren Krokodile und Hippos zu sehen. Als wir oben im Hide waren, näherte sich ein Reisebus.

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Wir befürchteten schon eine Horde lärmender Touristen, lagen aber völlig falsch. Aus dem Bus stieg eine Schulklasse aus Harare, die auf einer fünftägigen Rundreise durch Zimbabwe war. Begleitet von ein paar Lehrerinnen und Betreuern kamen die etwa 40 Kinder in den Hide. Am erstaunlichsten war, wie ruhig die Schüler waren. Keiner redete ein Wort, es war mucksmäuschenstill. Auf Ruths Frage an eine Lehrerin, wie sie das erreicht habe, antwortete diese, sie habe den Kindern einfach gesagt, dass sie leise sein sollten. Aha, so geht das also! Wir verliehen unser Fernglas an die Lehrer und Kinder und kamen ein wenig mit ihnen ins Gespräch. Es war ein sehr angenehmer, unaufgeregter Kontakt mit der Gruppe, und am Ende wollten sie noch Fotos zusammen mit uns machen. Das wollten wir umgekehrt dann natürlich auch.

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Rotschulter-Glanzstar

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Eine gute halbe Stunde später setzten wir unseren Weg fort.

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Wir fuhren den gar nicht mal so kurzen Loop über Doppies Pan, weil uns der Manager der Nehimba-Lodge erzählt hatte, dass dort gestern ein großes Löwenrudel gesehen worden sei. Die Strecke führte zunächst durch dichten Wald, später erreichten wir eine freie Ebene.

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Braunkopfliest

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Von den Löwen war keine Schwanzspitze zu erblicken, dafür sahen wir eine kleine Herde Pferdeantilopen.

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Durch ständig wechselnde Landschaft fuhren wir bis zum Main Camp. Dort legten wir gegen 15.00 Uhr endlich eine längere Picknickpause ein. Dabei unterhielten wir uns ein wenig mit einem Bremer, der mit seinem eigenen Wagen unterwegs war, den er von Deutschland nach Walvis Bay verschifft hatte.

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Anschließend verließen wir den Park. Unser Aufenthalt im Hwange hat uns sehr gut gefallen. Die abwechslungsreiche Landschaft, die gute Infrastruktur und die äußerst freundlichen Menschen bleiben uns in bester Erinnerung.
Die Gwango-Lodge befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Nationalparkgrenze. Auf einer guten Teerstraße ging es die letzten Kilometer bis dorthin.

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Wir checkten auf der Campsite ein, die wir ganz für uns alleine hatten. Die Anlage war äußerst gepflegt und der Stellplatz mit sauberem weißen Sand ausgestreut. Es gab eine riesige Feuerstelle, auf der ein entsprechend großes Feuer entfacht wurde.

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Wir duschten mit mehr oder weniger heißem Wasser und mehr oder weniger funktionierendem Licht und rückten danach näher ans Feuer, denn nach Sonnenuntergang war es schnell recht kühl geworden.

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Dann gingen wir zum Restaurant der Lodge, wo wir nur etwas trinken und whatsappsüchtig das Wifi nutzen wollten. Schon verrückt! Da kommt man die ganze Zeit prima ohne aus, aber wenn’s möglich ist …

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Aber schließlich bestellte sich Peter auch etwas zu essen, und alle anderen nahmen eine Portion Pommes. Eigentlich war es uns zu kalt, um dort lange zu sitzen, und als wir gerade wieder gehen wollten, bat uns ein Angestellter, noch etwas zu warten, denn gleich würde eine Sing- und Tanzvorführung der Angestellten beginnen. Da außer unserem nur noch zwei andere Tische besetzt waren, taten wir ihm den Gefallen. Die Tanz-, Gesang- und Trommeleinlage war unterhaltsam und lustig, als die Angestellten zwischenzeitlich Tiere imitierten. Obwohl so eine Touristenbespaßung eigentlich nicht unser Ding ist, ließen wir uns auf die Melodien und Rhythmen, die lediglich mit Stimme, ein paar Rasseln und Trommeln erzeugt wurden, ein und hatten eine wirklich kurzweilige Zeit. Während sich Uwe und Peter erfolgreich weigerten, den Sandkreis in der Mitte des Restaurants zu betreten, hopsten und stampften Ruth und Karin am Ende sogar mit einigen Gästen und den Tänzern munter zusammen im Kreis herum. Nur gut, dass es zu dunkel fürs Fotografieren war, vielleicht hatte Uwe sich aber auch schon genug fremd geschämt. Auf jeden Fall hatten zumindest die Damen im Gegensatz zu den halb blau gefrorenen Herren deutlich bessere Laune, als wir zurück zu unserer Campsite marschierten. „Hättest ja mittanzen können.“ – „Im Leben nicht! Lieber erfriere ich.“
Dort schichteten wir das Feuer neu auf und grillten die Spingbock-Steaks, die wir schon nachmittags aus dem Freezer genommen hatten. Lange saßen wir noch an unserem großen Feuer und drehten immer wieder die Stühle, um wie ein Brathähnchen von allen Seiten gleichmäßig warm zu werden.

Kilometer: 133
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zuletzt bearbeitet 20. Dez. 2018
8'684 Beiträge · seit 201015. Dez. 2018 · #78
Eulenmuckel schrieb:
Irgend ne Coucal
😄 😄 😄
?
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Ist das ein ernstgemeintes Fragezeichen? Ein juveniler Marschall (so mal in einer SA-Birdergruppe auf Facebook gelesen 😛 ) ...
ähhh.... Martial Eagle 🙂 Diesen Blick hat nur er drauf, finde ich - ich übe den schon lange und erfolglos für die Schule 😗

Die Servalsichtung ist toll - und ich sehe Ruth vor mir, wie sie da rumhirscht und dann zu Tode erschrickt 🤩 🤪 !

Edit: jetzt sind alle Fotos drin! Um den Coqui-Frankolin beneide ich euch, hab eben nachgeschaut: theoretisch hätte ich den im Caprivi und in Nordbotswana auch schon sehen können. Theoretisch.... 🙄 😕

LG Bele
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zuletzt bearbeitet 15. Dez. 2018
269 Beiträge · seit 201616. Dez. 2018 · #80
Hallo ihr Beiden,
es macht Spaß euren Bericht zu lesen. Bei dem unbekannten Greifvogel könnte es sich um einen jungen Kampfadler handeln. Ich fahre weiter gerne mit euch mit.
LG Lothar
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