ApplegreenThemenstarter1'796 Beiträge · seit 201422. März 2018 · #122
15. Februar 2018 – Further Down South
Auch heute Morgen werde ich mit frischem Kaffee geweckt. Wir genießen ein letztes Mal, und diesmal ohne Kamera vor der Nase 😗, die wunderschöne Morgenstimmung.
Nach dem Frühstück liegt nun ein kurzer Morning Walk zurück zum Farmhaus vor uns. Nachdem wir uns von Willie und Theresa verabschiedet haben, machen wir uns auf den kurzen Weg. Ein paar letzte Impressionen.
Obgleich wir sehr früh den Rückweg antreten, steigen die Temperaturen doch wieder recht schnell. Wir wandern überwiegend auf „ausgetretenen“ und wenig hügeligen Pfaden, daher ist die heute Strecke eher ein „Klacks“.
Unterwegs entdecken wir Spuren einer Hornviper und das Nest einer Dancing White Lady. Sebastian öffnet den „Deckel“ des Spinnenbaus und belässt es dann dabei. Früher hat er die Tiere auch ausgegraben – das macht er heute glücklicherweise nicht mehr, denn für die Spinne wäre es wohl eine tagelange Arbeit, das Nest wieder neu zu bauen. Auch die emsigen „Harvester Ants“ können wir entdecken.
Für Ornis sicher ein „Leckerbissen“ – Sebastian entdeckt eine seltene Dünenlerche – leider ebenfalls ohne „Fotobeweis“.
Nach lockeren 8,4 Kilometern, 11.595 Schritten und 8 Stockwerken erreichen wir am späten Vormittag das Farmhaus.
Dort schälen wir uns aus den völlig verschwitzten Klamotten und machen uns frisch. Der bevorstehende Abschied wird uns mit einem selbstgebackenen Gemüsekuchen, Kaffee, Tee und Eistee versüßt.
Irgendwann heißt es dann endgültig unseren mehr als sympathischen Wegbegleitern „Adieu“ zu sagen. Mit den allerbesten Wünschen verabschieden wir uns von Sebastian, den beiden Flitterwöchnern aus der Schweiz und dem alleinreisenden Belgier. Für Lea und Stefan geht es heute weiter nach Desert Homestead und Björns Wege führen weiter in den Süden nach Aus.
Etwas wehmütig lassen wir das Farmhaus hinter uns und erreichen bald die Gravelroad, der wir nun gemütlich weiter Richtung Süden folgen.
Entlang der Pad läuft uns kurz darauf eine Löffelhundfamilie quasi direkt vor die Räder 🤩 – wir freuen und wie Bolle, denn diese putzigen Kerlchen sind für uns eine Erstsichtung 😘 !
Und da es in diesem Bericht ohnehin recht „tierarm“ zugeht, müsst Ihr von diesen niedlichen Kerlchen überproportional viele Fotos ertragen 😛.
Und nochmal Löffelhund an Oryx 😎
Irgendwann verschwindet die Bande dann hinter den Oryx (und dem Oryxkadaver 🤢 ) in die Savanne. Wir sind total begeistert – mit so einer Zufallsbegegnung entlang der Pad hätten wir gar nicht gerechnet!
Auch auf dem weiteren Weg begegnet uns leider auch immer wieder das traurige Bild vieler Oryxkadaver entlang der Farmzäune. Die Landschaft um uns herum ist allerdings einmalig schön.
Zu unserer großen Überraschung entdecken wir im weiteren Verlauf ungewohnte Farbtupfer 😮. Das gelbgetupfte Grün ist doch ein sehr ungewohnter Anblick. Wir freuen uns, dass es hier offensichtlich ein wenig Regen gegeben hat.
Die ungewohnte Farbgebung und Vegetation wird im weiteren Streckenverlauf noch intensiver. Zeitweise sind wir von einem Meer aus gelben Blüten umgeben.
Millionen Samen warten oft Jahrzehnte geduldig unter der Oberfläche bis der erste Regen fällt. Die Wüste lebt!
Auf Schloss Duwisib wollten wir eigentlich bei einer Tasse Kaffee den schon häufiger gelobten Apfelkuchen testen - Armin gefällt es hier aber gar nicht 😗 und es bleibt bei einem Foto des skurrilen Bauwerks in der Wüste.
Etwas erstaunt sind wir über die gut ausgebaute Gravelroad auf dem ersten Abschnitt der D707 – wir hatten diese Strecke irgendwie rot-sandig in Erinnerung – aber vielleicht ist die Erinnerung nur sehr verblasst 😕.
Die grün-gelbe Farbenpracht haben wir längst hinter uns gelassen. Wir erleben die Gegend entlang der legendären D707 als die trockenste und staubigste Region unserer Tour.
Kurz vor Kanaan geht die Pad dann endlich über von Gravel auf Sand und kurze Zeit später erreichen wir auch schon das unscheinbare Farmtor.
Wir befinden uns nun in dem 33.000 Hektar großen Gebiet der ehemaligen Farm Kanaan am Rande des Namib Naukluft Parks. Seit dem Besitzerwechsel der Farm und dem dazugehörigen Land werden hier weitere Anstrengungen unternommen, das Land zu renaturieren. Dazu gehört aktuell die aufwändige Entfernung sämtlicher Farmzäune und die Sperrung nicht mehr benötigter Farmwege.
Wir fahren nun einige Kilometer durch weites, unwirtliches Land – wie der frühere Besitzer Hermi Strauss einen Farmbetrieb in dieser Gegend aufrechterhalten konnte ist für uns beim Anblick dieser sandigen und vegetationslosen Umgebung nur schwer vorstellbar. Kanaan war - wenn ich richtig informiert bin - eine der letzten Farmen in dieser Gegend, auf der noch Karakulschafe gezüchtet und Viehhaltung betrieben wurden.
Wir erreichen das neu errichtete „Empfangshäuschen“ am Fuße des Berges. In einem sehr modernen Ambiente werden wir von dem Managerehepaar Marlize und Kai begrüßt. Die Beiden sind uns auf Anhieb sympathisch und wir besprechen unseren „Terminplan“ für die kommenden Tage. Wir haben relativ kurz entschlossen die „Photographic Safari“ im Gesamtpaket gebucht. Daher erwartet uns – aber erst ab morgen - ein recht gefülltes Programm auf Kanaan.
Nachdem wir die recht steile Anfahrt auf den Berg gemeistert haben, installieren wir uns in unserem Zelt Nummer 4 (Dank an Ingrid & Hartwig für die Empfehlung 😘).
Auch wenn das von den neuen Besitzern durchgeführte „Upgrade“ durch den Bau der Stelzenzelte sicherlich polarisiert – die Zelte sind zurückhaltend-schlicht, ohne Firlefanz und Schnickschnack, wenn auch sehr modern gehalten.
Auch der Restaurantbereich hat eher das Ambiente eines modern aus Glas und Holz mit vielen Designermöbeln gestalteten privaten Wohn- und Esszimmers.
Kanaan zählt nun offensichtlich zu den Luxusherbergen entlang der D707 – auch Angelina Jolie war im Juni letzten Jahres mit ihren Kindern hier zu Gast. Ein Eintrag im Gästebuch als auch ein riesiges Foto im Rezeptionsgebäude machen uns auf diesen prominenten Besuch erst aufmerksam.
Später begeben wir uns auf den doch recht steilen Anstieg zu dem am Berg befindlichen Restaurantbereich. Dort erwartet uns ein Welcome-Drink vor atemberaubender Kulisse.
Während unseres gesamten Aufenthaltes werden wir übrigens die einzigen Gäste bleiben. Darauf stoßen wir erst einmal an - Cheers 😄!
Später machen wir es uns auf unserer Zeltveranda gemütlich und behalten das – leider während unseres gesamten Aufenthaltes ziemlich verwaiste – Wasserloch im Auge.
Gegen Abend marschieren wir erneut bergauf Richtung Restaurant, wo uns ein vorzügliches Dinner erwartet. Die Küchenchefin „Beauty“ zaubert phantastische Kreationen – rückblickend mit Abstand die beste Küche auf dieser Tour!
Unser Lob nimmt sie nur allzu gerne entgegen und wir verplaudern uns sehr nett.
Hier oben weht heute Abend ein kräftiger Wind und bewaffnet mit einer Kanne heißem Wasser und unseren Stirnlampen machen wir uns auf den steilen und windigen Abstieg in unser Zelt.
Ein bisschen wehmütig denken wir an die letzten Tage und Nächte zurück - besonders vermissen wir den Blick in die Sterne und unsere gemütlichen Bedrolls unter freiem Himmel.
Morgen früh haben wir eine nicht ganz alltägliche Verabredung – was diese mit der Romanfigur Hannibal Lecter zu tun hat, erfahrt Ihr dann im nächsten (sehr) bilderreichen Kapitelchen.
ich finde deinen Bericht wunderbar, und die Fotos sind eine Wucht! Ich lese schon länger mit und möchte dir ein großes Lob aussprechen für die Beschreibungen und auch die ganz tollen Bilder! Das Namibrand-Gebiet ist einfach unglaublich schön. Der Tok Tokkie Trail reizt mich schon seit längerem und jetzt weiß ich ganz sicher, dass ich den mal machen muss 🙂
Da wir im Dezember auch auf Kanaan sein werden (wenn auch nur für eine Nacht; die Preise sind doch ziemlich gepfeffert...), möchte ich mal fragen, warum Zelt Nr. 4 besonders zu empfehlen ist. Dann würde ich versuchen, auch dieses zu bekommen 😉
Liebe Grüße und mach bitte ganz schnell weiter Tanja
loeffel1'412 Beiträge · seit 201322. März 2018 · #124
Also Sabine, hier jagd ja ein Highlight das nächste ... Tok Tokkie, Löffelhunde (LÖFFELhunde), Kanaan ... 🤩 Alles eigentlich genau unser Beuteschema, mal abgesehen von den Voraussetzungen für uns 😉 . Obwohl, für die Löffelhunde brauchts ja keine besonderen Voraussetzungen, ausser einer supernetten Sichtungsfee. Und die war euch gewogen 🙂 . Kanaan hatten wir vor 2 Jahren lange überlegt, aber zu der Zeit war dort alles im Umbruch und wir waren sehr unsicher ob wir dort zurechtkommen würden. Deiner Beschreibung nach wohl eher nicht. Dann werden wir uns eben ganz entspannt zurücklehnen und Kanaan anhand deiner angekündigten Bilderflut geniessen. Ich ahne ja schon was ... immerhin habe ich ja seinerzeit auch den Reisebericht der Tinochikas sehr genossen ...
Eigentlich sollte ich als Vorbereitung auf unsere Reise ja eher Kaokoveld-Reiseberichte lesen, aber von eurer Südtour komme ich einfach nicht los ... 🤩
Gabi-Muc2'191 Beiträge · seit 201623. März 2018 · #125
Hallo Sabine,
auch ich lese Deinen wunderbaren Bericht. Der TokTokkie Trail steht auch noch auf meiner Wunschliste und ich hoffe, dass nach 2 x Nambia meine Kids und mein Mann nochmal Lust auf "Afrika" haben. Du hast ja geschrieben, dass man den Trail ab 8 Jahre begehen kann. Meine sind schon Teenager, somit dürfte das sicherlich kein Problem sein. Wahrscheinlich bin ich es, die hinter her hechelt.
Du hast doch geschrieben, dass abends die Skorpione gekommen sind. Hattet Ihr da nicht Angst, dass die am Bettgestell hochkrabbeln und über Euch drüber? Das stelle ich mir gerade etwas gruselig vor.
Ich freue mich auf Eure weiteren Tage.
LG
Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
Daxiang5'049 Beiträge · seit 201423. März 2018 · #126
Hallo Sabine,
was für eine tolle Begegnung mit den Löffelhunden!
Morgen früh haben wir eine nicht ganz alltägliche Verabredung – was diese mit der Romanfigur Hannibal Lecter zu tun hat, erfahrt Ihr dann im nächsten (sehr) bilderreichen Kapitelchen.
Ich hoffe, da spannst du uns nicht so lange auf die Folter! Ich freue mich jedenfalls auf jede Menge toller Bilder von dir!
Mit deinen super Aufnahmen hast du mich für die FZ1000 überzeugt - obwohl du an der Bildqualität natürlich den größten Anteil hast. Die Aufnahme der roten Sandmilbe macht Hoffnung, dass sie dann auch für meine Mantiden geeignet ist.
@CuF
Der Trend zur Zweitkamera hält an!
Hallo Friederike, da hast du vollkommen Recht. Ich hatte die letzten Urlaube als Zweitkamera die Lumix FZ300 dabei. Nach der letzten Namibiatour hat sie jedoch ihren endgültigen Wohnsitz bei Bruno auf Teufelsbach. Ich hatte mir dafür zu Weihnachten die Canon EOS 7d gegönnt und wollte eigentlich keine weitere Kamera mehr kaufen. Aber gerade wenn wir mit den Hunden unterwegs sind, oder auch um nur mal schnell ein paar Fotos von unseren Haustieren zu machen, ist eine Bridge doch die bessere Wahl.
Netti59847 Beiträge · seit 201523. März 2018 · #127
Applegreen schrieb:Hallo Miteinander,
🤩 🤩 ! Was ist denn hier los 😮 ?! Ich bin echt überwältigt 😘 😘 !
Danke Euch allen für das tolle Feedback!
@ Netti: Der ganze Trail ist jede Anstrengung wert! 😗 ... ich kann mich aber gar nicht erinnern, dass Nina (LolaKatze) vom Trail berichtet hat 😮 😕 ?? Ich vermute Du verwechselt das vielleicht mit Bettina oder einem kürzlichen Bericht von Sorimuc 😕 ?!
Sabine
Ups, sorry wenn es nicht die Nina war, aber die zwei genannten von dir waren es nicht. 😉 macht aber nix, jedenfalls eine ganz ganz tolle Wanderung, die einen einfach sprachlos macht. Und jetzt Kanaan ................ wunderbar, da wir uns damals für Koiimasis entschieden hatten, bin ich gespannt, was bei euch noch so passiert.
TinuHH898 Beiträge · seit 201623. März 2018 · #128
Hallo Sabine,
viiiielen Dank für den Bericht! Großartige Bilder! Jetzt freuen wir uns doppelt auf unseren Besuch auf Kanaan in ca. drei Wochen. Ich bin auf die Fortsetzung sehr gespannt!
Hanne6'152 Beiträge · seit 200623. März 2018 · #129
hallo Sabine, ja Kanaan hat uns letztes Jahr auch super gute gefallen, wir waren auch die einzigen Gäste, haben das aber sehr genossen, allerdings war das Essen nur wenn Marlize gekocht hat super, wir hatten mal ein Dinner nach dem Sundowner im Gelände, unvergesslich. Freut mich, dass sie eine gute Köchin gefunden haben, denn ein gutes Essen gehört zu so einem ausgewöhnlichen Platz einfach dazu. Ich finde auch , gewonnen hat Kanaan durch den neuen Platz der Unterkünfte/Zelte, vorher im Haupthaus hatte man nicht den Blick in die Weite. Hi Martin, Du kannst Dich wirklich auf Kanaan freuen, es ist einfach ein schöner Platz mitten in der Wüste. Ein schönes Wochenende wünscht Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
ApplegreenThemenstarter1'796 Beiträge · seit 201423. März 2018 · #130
Hallo zusammen,
@ Tanja: Ja in der Tat, das Namibrand-Gebiet ist wunderschön. Ich finde, auf einem Trail kann man die Landschaft erst richtig genießen. Also macht das 🙂!
Das Zelt Nr. 4 hat unserer Meinung nach den besten Blick auf das Kleine Wasserloch. Bei uns war da halt nix los – aber das kann zu Eurer Reisezeit ja ganz anders sein. Außerdem ist der Weg nach oben von hier aus nicht sooo weit.
@ Stefan: Über die LÖFFELhunde haben wir uns mega gefreut!
Also ich würde mal sagen wollen, dass die Stelzenhäuser auf Kanaan für Euch eher nicht geeignet sind. Der Weg rauf und runter ist steil und steinig – zu den Häusern führt auch nochmal eine Treppe. Aber fragt doch einfach mal bei Marlize und Kai an. Vielleicht haben die ja eine Lösung für Euch.
Ich muss dann auch mal die ganzen Kaoko-Berichte lesen 🤩 – das wird ja unsere nächste Tour. Aber erst mal lese ich die "angefangenen" mit und schreibe meinen fertig - die laufen ja nicht weg 😎 Wann geht es bei Euch nochmal los? Könnt Ihr in Büsnau schon berichten?
@ Gabi: Also mit Teenagern dürfte der Trail überhaupt kein Problem sein. Sofern sie keine Bewegungsmuffel sind 😉 Ehrlich gesagt habe ich mir bezüglich der Skorpione überhaupt keine Gedanken gemacht. Die kommen eigentlich nur raus zum Jagen und wir sind ja nicht das Beuteschema 😄 In die Betten werden die wohl kaum kriechen, zumal die Bedrolls fest verschlossen sind und auf Bettgestellen stehen. Aber sag niemals nie – keine Ahnung 😕 – wie gesagt hat sich mir diese Frage gar nicht gestellt. Man sollte nur festes Schuhwerk anziehen und schon schauen, wohin man tritt. Die Schuhe werden Abends auch auf die kleinen Bänkchen gestellt – vor dem Anziehen ausschütteln und gut ist.
@ Konni: Ich würde Dir ja anbieten, die Kamera mal bei einem Treffen auszuprobieren, wenn Du noch unschlüssig bist. Wir wohnen ja nicht allzu weit voneinander entfernt. Melde Dich einfach, wenn Du Interesse hast.
Dein Wunsch ist mir Befehl – und eine Bilderflut wird’s allemal, obwohl ich schon kräftig aussortiert habe 😮
@ Netti: Macht ja nix – bei den vielen Berichten im Forum kann man schon mal den Überblick verlieren 😗
@ Martin: Ich will mit 🤪 ! Freut Euch auf Kanaan!
@ Hanne: Wir haben den quasi VIP-Status auf Kanaan auch sehr genossen. Wenn ich das richtig verstanden habe, gehen die Angestellten dort nach einer gewissen Einsatzzeit für ein oder zwei Wochen nach Hause und dann kommt die andere "Schicht". Ich meine mich zu erinnern, dass Beauty schon länger dort als Köchin arbeitet. Auf jeden Fall hat uns Kai erzählt, dass Marlize die Köchinnen schult und die Rezepte alle von ihr stammen. Auch die Menus legt Marlize selbst fest. Wir fanden den Blick von den Zelten aus atemberaubend schön und uns hat es dort super gefallen. Wir haben die Farm leider nicht mehr zu Hermis Zeiten erlebt und haben keinen Vergleich.
Es geht hier auch gleich bzw. bald weiter!
Liebe Grüße und Euch allen ein schönes Wochenende!
ApplegreenThemenstarter1'796 Beiträge · seit 201423. März 2018 · #131
16. Februar 2018 – Gepardengeschichten
Geparden in Namibia haben es nicht leicht: Sie werden gejagt und getötet. Oft bleiben verwaiste Junge zurück. Manchmal haben sie Glück im Unglück und eine Auffangstation nimmt sie auf und wildert sie später wieder aus. Geparden sind nicht selten Vertriebene und Gejagte in ihrer eigenen Heimat.
Hannabella alias "Hannibal Lecter" und KFC alias "Kanaan’s Finest Cheetah" sind Waisen, deren Mutter von einem Farmer erschossen wurde. Leider mussten wir auf dieser Reise noch häufiger erfahren, dass Farmer gegenüber Katzen egal welcher Art auf ihrem Farmgelände weder Mitgefühl noch Mitleid kennen. Katzen sind für sie zumeist wilde, unberechenbare Bestien, die es schnellstmöglich zu „Entsorgen“ gilt.
Auf N/a'an ku se wurden die halbwilden Jungspunte im Alter von 4 Monaten aufgenommen und leben nun in einem gut 8 Hektar großen Wildgehege auf Kanaan. Eine Auswilderung der beiden Cheeta-Damen ist nicht mehr möglich, sie gelten als „Halbwild“. In den ersten vier Monaten noch geprägt von der Mutter in freier Natur und seit der „Adoption“ an Menschen gewöhnt. Eine Auswilderung würde den sicheren Tod für die Beiden bedeuten. Kai erläutert, dass sie durchaus in der Lage sind, eigene Nahrung zu jagen und zu erlegen – kein Tier, das sich in das Gehege verirrte wurde je wieder lebend gesehen. Würde man sie in die Wildnis entlassen, ginge für die beiden die größte Gefahr von den Menschen aus, denen gegenüber sie keinerlei Scheu zeigen.
Bevor sich die gut gesicherte Tür zu den bereits wartenden Katzendamen öffnet, erhalten wir eine kurze Einweisung in die Verhaltensregeln. Der von jedem mitgeführte Holzstab dient nicht etwa als Verteidigungsinstrument, sondern vielmehr der Einhaltung und Anzeige des angemessenen „Sicherheitsabstands“ zwischen uns und den Tieren. Kai hat einen Eimer mit Fleischstückchen dabei und selbstverständlich warten die Ladies auf ihre „Leckerlies“.
Schon in den ersten Minuten zeigt die wohl häufiger übellaunige und auf Krawall gebürstete Hannabella (deren Alias sicher kein Zufall ist 🤢) eine deutliche Abneigung mir gegenüber - und zwar überdeutlich 😮 🤢!
Ehrlich gesagt, rutscht mir in diesem Moment das Herz ziemlich weit in die Hose – die Signale sind respekteinflößend, so dass ich mich erst einmal sammeln muss. Und ich bin normalerweise kein Hosenscheißer 😣.
Diese negative Grundhaltung meiner Person gegenüber wird sich während der gesamten gemeinsamen Zeit mit den Cheeta-Damen nicht mehr ändern. Kai muss Hannabella häufiger in die Schranken weisen und auch ich behalte sie argwöhnisch im Auge 😕. Kai und Lucas geben mir das Gefühl, die Situation hier sicher und professionell im Griff haben zu – wenngleich Kai selbst von der Aggressivität der Krawallschachtel mir gegenüber doch erstaunt ist 🤨. Ich hole tief Luft, nehme all meinen Mut zusammen und es kann weitergehen.
Während Kai insbesondere Hannabella nicht aus den Augen lässt erklimmen wir nun gemeinsam mit den Cheetas langsam den Dünenkamm.
Nun aber genug der vielen Worte - und entschuldigt bitte die nun folgende Bilderflut (Unmengen habe ich aussortiert und unter den hier gezeigten konnte ich mich irgendwann nicht mehr entscheiden 😖).
Die Cheetas vor dieser unglaublichen Landschaft gefallen mir besonders gut 😘
Buddeln im Sand....
„Action“ auf dem Dünenkamm.....
Kleine Pause.....
Wettrennen um die letzten Häppchen ......
und das Finale.....
Langsam begeben wir uns nun wieder Richtung Ausgang – die Katzen folgen uns auf leisen Pfoten – wahrscheinlich aber nicht aus Sympathie, sondern eher in der Hoffnung auf ein weiteres Fleischbröckchen 😗. Hannabella und ich werden in diesem Leben sicher keine Freunde mehr 😮 - aber ich bin hier unversehrt wieder rausgekommen 😛.
Am Nachmittag werden wir die Beiden noch einmal von unserer Veranda aus in weiter Ferne hoch oben auf dem Dünenkamm entdecken - ein schöner Anblick.
Ich weiß, es gibt durchaus kritische Stimmen gegenüber N/a'an ku sê und dieser Art der Vermarktung der angefütterten „Viecher“ 😎 Auch wir hätten den „Sunrise with Cheeta“ vermutlich als Einzelerlebnis eher nicht „extra“ gebucht – dies war im Gesamtpaket enthalten.
Unsere anfänglichen Bedenken – die wir durchaus hatten – haben sich zwar nicht in Luft aufgelöst aber relativiert. Die Tiere leben hier nicht in einem zooähnlichen „Gehege“, sondern können sich in einem riesigen Areal mit mehr als ausreichenden Rückzugsmöglichkeiten frei und in natürlicher Umgebung bewegen. Da hatten wir bei CCF vor drei Jahren einen anderen Eindruck gewonnen.
Kanaan’s Finest Cheetah und Hannabella sind Botschafter für den Schutz ihrer Art und derjenigen, die sich für eine Lösung des Mensch-Tier-Konflikts und dem Erhalt der Geparden als Bestandteil eines natürlichen Ökosystems einsetzen. Dazu dienen hoffentlich auch die Einnahmen des Lodgebetriebes – das ist zumindest unserer Hoffnung. Wir haben Kai und seine Mitarbeiter als äußerst engagiert und offen - mit Begeisterung für die "Sache" und großem Sachverstand erlebt.
Dazu hier noch eine kurze Geschichte am Rande:
Kai zeigt uns ein weiteres „Gehege“ - das aktuell wirklich als solches zu bezeichnen ist, wenn auch riesig groß - in dem derzeit ein dritter Gepard aufgrund von Behördenversagen seit neun Monaten leben MUSS. Dieser Gepard wurde Kais Erzählungen nach von einem benachbarten Farmer als „Hauskatze“ gehalten, mit Katzenfutter gefüttert und fast zu Tode „gestreichelt“. Kai wurde von diesem Farmer selbst zu Hilfe gerufen, da der Kater aufgrund der völlig falschen Ernährung bis auf die Knochen abgemagert und erkrankt war. Nach einem heftigen Disput und vielen Beschimpfungen hat Kai sich durchgesetzt, die arme Kreatur in seine Obhut nehmen zu können. Nun muss man wissen, dass in Namibia der Transport eines Wildtieres nur nach vorheriger Genehmigung seitens der zuständigen Behörden legal durchgeführt werden darf. Von Nachbar zu Nachbar war dies wohl nur ein kleineres Problem. Dieser Gepard müsste aber dringend schon längst in Windhuk in der Auffangstation von N/a'an ku sê sein, da dort eine wesentlich bessere Versorgung und Betreuung sichergestellt werden könnte - Kai wartet nun immer noch neun Monate seit Antragstellung auf das Permit für den Transport nach Windhuk. Unglaublich!
Für uns geht es am späten Nachmittag weiter mit einer Farmrundfahrt und auch der spätere Abend hält für mich noch eine Lehrstunde bereit.
Gabi-Muc2'191 Beiträge · seit 201623. März 2018 · #132
Hallo Sabine,
was für tolle Fotos und sicherlich ein tolles Erlebnis, auch wenn Dir der Gepard nicht gut gesonnen war.
Diese Bilder, die Lodge selbst und Dein TokTokkie Trail machen Lust auf eine Südrunde. Für uns geht es in 4 Wochen allerdings erstmal Richtung Etosha.
LG
Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
loeffel1'412 Beiträge · seit 201323. März 2018 · #133
Wundervoll, sowohl das Erlebnis als auch die Bildersession! Ganz große Klasse. Die FZ1000 und du, ihr seid doch ein gutes Team 🙂 .
Und das hier ist mein Lieblingsbild:
Applegreen schrieb:
Applegreen schrieb: @ Stefan: Über die LÖFFELhunde haben wir uns mega gefreut!
Also ich würde mal sagen wollen, dass die Stelzenhäuser auf Kanaan für Euch eher nicht geeignet sind. Der Weg rauf und runter ist steil und steinig – zu den Häusern führt auch nochmal eine Treppe. Aber fragt doch einfach mal bei Marlize und Kai an. Vielleicht haben die ja eine Lösung für Euch.
Ich muss dann auch mal die ganzen Kaoko-Berichte lesen 🤩 – das wird ja unsere nächste Tour. Aber erst mal lese ich die "angefangenen" mit und schreibe meinen fertig - die laufen ja nicht weg 😎 Wann geht es bei Euch nochmal los? Könnt Ihr in Büsnau schon berichten?
Ich gebe gerne zu, Kanaan wäre schon noch so ein Traumziel, war es auch schon zu Hermis Zeiten. Aber ob wir noch eine fünfte Reise nach Namibia realisieren können, steht derzeit in den Sternen. Und es gibt noch sooo viele Traumziele, die auf uns warten ... Davon realisieren wir ja dieses Jahr zwei - NAM, die vierte 🙂 🙂 und dann ja noch die Dezembertour, über die wir ja schon kurz "PM't " haben 🙂 🙂 🙂 . Danach müssen wir erst mal kleinere Brötchen backen und die Reisekasse wieder aufstocken. Dazu kommt ja noch der Zeitfaktor - wie lange können wir noch solche Touren machen ? Aber eins nach dem anderen - jetzt startet erst mal unsere vierte Namibiatour am 20. April, in Büsnau gibt es dann mit Sicherheit viel zu berichten 🤩 .
Daxiang5'049 Beiträge · seit 201423. März 2018 · #134
Hallo Sabine,
danke für das Angebot, aber die Kamera ist fast schon bestellt. 🙂 Wenn das Wetter besser ist, können wir uns aber gerne mal bei uns zum "Braaien" treffen - auf Wunsch mit kleiner "Zooführung".
Die Gepardenbilder sind der Hammer, da dürfen es gerne ein paar mehr sein. Wann sieht man die Tiere schon mal in so toller Kulisse!
Dandelion547 Beiträge · seit 201723. März 2018 · #135
Hallo Sabine, auch ich bin schon wieder ganz hingerissen von den tollen Fotos " Geparden an endloser Weite und Wildnis". Ich sollte aufhören, so wunderschöne Reiseberichte zu lesen, sie fachen das Afrikafieber viel zu sehr an. Wenn das hier im Forum so weitergeht wird es nix mit unserem Vorsatz, 2019 eine andere Ecke der Welt zu bereisen. Liebe Grüße und zum wiederholten Mal "Danke" fürs Teilen eurer Erlebnisse Kordula 🙂
Guggu2'261 Beiträge · seit 201123. März 2018 · #136
Liebe Appelgreenin,
kaum ist man ein Weilchen fort und schon gibt es so viel Schönes zum Nachlesen. Ich habe jetzt dein Bericht mit sämtliche Kommentare in einem Rutsch gelesen. Das ist im Moment schöner als wieder am eigenen Bericht weiter zu klöppeln. 😄 😄
Tolle Fotos hast du gemacht, und das du und die neue Knipse noch nicht so richtig miteinander klar kommt – ha, ha. Den Gegenbeweis hast du selbst gebracht. 😉 🙂
Den Ausflug mit Georg und ein Besuch von Kanaan habe ich auch noch auf meine To-Do-Liste.
Deine Gepardenfotos sind richtig Klasse. Schön, dass du dich bezüglich der Fotos nicht entscheiden konntest. 😛 🤪
Aber das aller, aller schönste ist deine Beschreibung von TT-Trail. Das versetzt mir einen Stich ins Herz und weckt einmalige Erinnerungen. Das war eine unserer schönsten Urlaubserlebnisse und mitunter der Grund warum ich mich ins Schreibvergnügen gestürzt und meinen ersten RB geschrieben habe. Ich brauche nur die Augen schließen und schon glaube ich in meine Bettrolle zu liegen und den unfassbaren Sternenhimmel zu beobachten. 🙂
Danke, dass du dich nicht so kurz fasst wie am Anfang angekündigt.
Tinochika1'651 Beiträge · seit 201423. März 2018 · #137
Hallo Sabine,
die Tage auf Kanaan haben sich ja jetzt schon gelohnt. Ganz einmalige Geparden Fotos sind Dir gelungen.Ihr hattet ein wundervolles Licht und man sieht direkt, dass es Kai mit Euch Spaß gemacht hat. Er konnte die Geparden so richtig animieren sich zu bewegen. Bei uns hatte er nicht so viele Fleischbrocken dabei. Die Fotos, wo die Geparden hoch zum Himmel schauen und wie Sie sich dann bewegen gefallen uns besonders gut. Kompliment, wie Du die richtige Schärfe in dieser schwierigen Situation getroffen hast 😘 😘 😘 Wir erinnern uns noch an unser Gespräch, da hattet ihr große Bedenken, was die Wildtierhaltung betrifft. Auch wir erleben die Tiere lieber im natürlichen Umfeld. Aber wenn es die einzige Überlebenschance für die verwaisten Geparden ist, dann gehört Kanaan schon zu einem der besten „ Waisenhäuser“. Wir hatten letztes Jahr den Eindruck, dass mit der Philosophie von N/a’an ku sê doch in vielen Belangen ein guter Weg in die richtige Richtung gegangen wird. Auf Kanaan wird etwas ganz besonderes aufgebaut und es sind die richtigen Leute, die auch in Hermis Sinn das ehemalige Farmland mit Herzblut verwalten. Auch das Essen was wir in den zwei Tagen serviert bekommen haben, zählte zu den Highlights und wir sind im Allgemeinen sehr sparsam mit einem Lob über das Essen in den einzelnen Lodges. Nur eine Veränderung ist jedoch noch erwähnenswert und könnte einem allseits im Forum bekannten Mitglied aus Süddeutschland negativ auffallen 😠 gelle Schorsch 🤩 Die Betten standen bei uns im Bungalow Nr. 4 noch zusammen. 😛
Liebe Grüße Ingrid und Hartwig
ONS LEWE BEGIN WAAR DIE TEERPAD EINDIG
Den Wolken zwei Tage voraus, Fiffi zeigt Tinochika Heimat, Rock and Roll mit Tinochika 2016, Tinochika, Waltzing Mathilda KTP 17,Mit Tinochika vom Kaokoveld in Löwenwelt,Tinochika mit dem Rollenkoffer,Tinochika, 32 Tage im KTP, Die Tinochikas! Hier parkste richtig.
Netti59847 Beiträge · seit 201524. März 2018 · #138
Guggu schrieb:
Aber das aller, aller schönste ist deine Beschreibung von TT-Trail. Das versetzt mir einen Stich ins Herz und weckt einmalige Erinnerungen. Das war eine unserer schönsten Urlaubserlebnisse und mitunter der Grund warum ich mich ins Schreibvergnügen gestürzt und meinen ersten RB geschrieben habe. Ich brauche nur die Augen schließen und schon glaube ich in meine Bettrolle zu liegen und den unfassbaren Sternenhimmel zu beobachten. 🙂 Guggu
Liebe Sabine,
dann war es die liebe Guggu, die mich damals in Schockstarre versetzt hat. 😄 Aber nun zu deinem, wieder wunderbaren Erlebnis. Was für eine Kulisse für diese wunderbaren Tiere. 🤩 Wahnsinnig schön ................ ohne Worte und gerne noch mehr davon 😉
LolaKatze846 Beiträge · seit 201424. März 2018 · #139
Liebe Sabine, den TT-Trail und den Aufenthalt auf Kanaan hast du einfach wunderschön beschrieben und toll bebildert. Das macht einfach Lust auf mehr 😎 . Zum Glück hast du nicht allzuviele Bilder aussortiert 🤩 . Und weil ich auch mal so tolle Bilder machen möchte 😈 , bin ich nun die glückliche Besitzerin einer FZ1000 🤩 . Dann muss ich nur noch schauen, dass ich auch so ein gutes Händchen habe beim Fotografieren wie du 🤩 . Bin mal gespannt, ob ich das hinbekomme. Auf jeden Fall freue ich mich über die Fortsetzung eurer Reise. Liebe Grüsse Nina
franzicke2'085 Beiträge · seit 201224. März 2018 · #140
Liebe Sabine, was für ein tolles und eindrückliches Erlebnis! Der TokTokkieTrail steht bei uns schon eine ganze Weile auf dem Plan - es wird allerdings wohl 2020 damit werden. Ich hatte immer gedacht, nach dem TTT im Anschluss ein paar Tage Wolwedans (ist auch so ein Träumchen von mir) ist die perfekte Kombination, aber jetzt hast du mich tatsächlich ins Wanken gebracht. Da müssen wir noch mal reden 😗 Völlig begeistert bin auch ich über deine Cheetah-Fotos - diese Runde beim deinem Kämpfchen mit deiner Kamera geht auf jeden Fall ganz ohne Frage an dich 😘 Ich kann's nur immer mal wieder und wieder wiederholen: eine tolle Reise habt ihr da gemacht! Sehr inspirierend 😎 Liebe Grüße mit Frühlingssonne Ingrid