TinochikaThemenstarter1'650 Beiträge · seit 201401. Mai 2018 · #82
Hallo Friederike und Gertraude,
nicht irgendwohin, es gibt für uns einfach kein besseres Land als Mexico um einfach mal abzuhängen. Das seht ihr schon alleine daran, dass es total schwierig ist sich aufzuraffen und den Reisebericht weiter zu schreiben. 😉
Hallo Gudrun,
schön dass ihr wieder zurück seid. Wir freuen uns auch schon auf Deinen nächsten Bericht.
Hallo Kordula,
schön dass Du dabei bist. Auch wenn wir schon in den ersten Tagen viel Strecke gemacht haben, erinnern wir uns auch gerne an diese Tage unseres Urlaubs zurück.
Hallo Claus,
ja das stimmt, wenn man manche Fotos sieht, könnte man wirklich meinen, dass die Kinder geistesabwesend sind oder irgendetwas in den Milipap gerührt bekommen haben.
Dem war aber nicht so, sobald die Kinder gesehen haben, dass wir sie fotografieren, wurden Posen gemacht. Dazu gehört auch ein etwas gleichgültiger Gesichtsausdruck. In unbeobachteten Momenten kamen die Kinder ihrer Arbeit, dem Ziegen zusammen treiben, nach. Dabei lachten und scherzten sie und tobten herum. Nicht anders wie es alle Kinder in diesem Alter tun.
rolfhorst schrieb:
Ehrlich gesagt, ich habe auch Tage, wo ich mich ohne Spiegel schöner fände - vielleicht ging's ihm auch so?
Hallo Rolf,
da sind wir schon Drei. 😎
Hallo Sabine,
kaum zurück aus México hat uns erst einmal jede Menge Arbeit im Garten erwartet. Der Rasen muß gemäht, Blumen und Kräuter gepflanzt und Unkraut gejätet werden. Wir sind natürlich fleißig am Bilder sortieren. Hoffen natürlich, dass es bald weiter gehen kann. In Büsnau sind wir natürlich wieder beim Frühstück dabei.
freshy3'883 Beiträge · seit 201101. Mai 2018 · #83
Tinochika schrieb:Hallo Friederike und Gertraude,
nicht irgendwohin, es gibt für uns einfach kein besseres Land als Mexico um einfach mal abzuhängen. Das seht ihr schon alleine daran, dass es total schwierig ist sich aufzuraffen und den Reisebericht weiter zu schreiben. 😉
Herzlich willkommen zurück in Deutschland, ihr beide! In Mexiko einfach mal abhängen? Nach den vielen Horrornachrichten aus diesem Land, die alle Nachrichten über Kriminalität aus dem südlichen Afrika übertreffen, fände ich das schwierig. Aber ihr lest euch, als ob ihr euch gut erholt hätte - was ich euch gönne. Um so drängender der Wunsch vieler Fomis, jetzt am RB weiter zu schreiben. Bei den Temperaturen heute habt nicht nur ihr, sondern auch die neugierige Leserschaft viel Zeit, ins Forum zu gucken 🙂 .
Nun denn, raus aus den Startlöchern! Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.
TinochikaThemenstarter1'650 Beiträge · seit 201430. Dez. 2018 · #86
Aktueller Stand unseres Reiseberichtes.
Von Ende März bis Anfang November haben wir uns am Red Drum Pass häuslich niedergelassen. Wir dachten ein Aussteigerjahr tut uns gut und hier ist genau der richtige Platz dazu.
Uns kamen aber Zweifel, ob das die richtige Entscheidung ist ein Jahr zu pausieren und nichts außer Steinen und ab und zu mal einen Himba mit seiner Kuhherde zu sehen. Die Sehnsucht nach den wilden Tieren wurde schließlich so groß, dass wir kurzerhand beschlossen uns ausfliegen zu lassen um am 09.11.18 wieder nach Namibia zurückzukehren und den KTP so richtig kennen zu lernen. Was wir so alles erlebt haben, schildern wir in unserem Reisebericht der demnächst beginnen wird.
PS. Unser Auto haben wir mit Stacheldraht gesichert und zurückgelassen. Wir werden irgendwann nächstes Jahr zurückkehren und weiterfahren. Falls jemand von Euch also unser eingezäuntes Auto findet, nichts dabei denken, wir holen es schon wieder ab.
Tinochika schrieb: Von Ende März bis Anfang November haben wir uns am Red Drum Pass häuslich niedergelassen. Wir dachten ein Aussteigerjahr tut uns gut und hier ist genau der richtige Platz dazu.
Das erklärt die Ruhe hier. Ich habe mal irgendwo gelesen, die Netzanbindung dort wäre eher schlecht 😉
Die Sehnsucht nach den wilden Tieren wurde schließlich so groß, dass wir kurzerhand beschlossen uns ausfliegen zu lassen um am 09.11.18 wieder nach Namibia zurückzukehren und den KTP so richtig kennen zu lernen. Was wir so alles erlebt haben, schildern wir in unserem Reisebericht der demnächst beginnen wird.
Ähhhm ist dieser hier schon zu Ende? Nicht dass ich scharf auf einen KTP-Bericht bin, nachdem ich nun auch mal dort war 😉
Falls jemand von Euch also unser eingezäuntes Auto findet, nichts dabei denken, wir holen es schon wieder ab.
Ich werde es nicht finden, für uns geht es 2019 nach Schottland. Afrika ist 2020 wieder dran.
TinochikaThemenstarter1'650 Beiträge · seit 201416. Aug. 2024 · #89
„Also, frisch auf ans Werk, das passt doch überhaupt nicht zu euch, so ´ne Unvollendete“.
Dieser Satz von Matthias (fotomatte) in unserem aktuellen Kurzbericht über die Steinmännchen vom Kaokoveld veranlasst und gibt uns auch den Mut dazu, unser unvollendetes „Werk“ nach sieben Jahren doch noch fortzusetzen. Es ist im Moment die beste Zeit dafür. Unsere diesjährige Reise im Oktober führt uns wieder zu einigen Orten, die wir schon auch 2017 besucht hatten. So schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe. Erstens findet der angefangene Bericht von damals seine Fortsetzung und damit auch eine Steigerung der Vorfreude auf unsere diesjährige Reise. Zweitens steht der Mietwagen nicht länger hinter Stacheldraht an der roten Tonne und kann jetzt im Oktober wieder von uns in Windhoek in Empfang genommen werden. So der Plan! Ob wir es allerdings bis zum Ende nach Windhoek wirklich schaffen? Mal sehen. Etwas Unterstützung von euch wäre da von Vorteil. Was wir allerdings versprechen, wir kommen aus dem Kaokoveld heraus und der Löwenwelt bestimmt einen großen Schritt näher. Natürlich werden hier einige Dinge vorkommen, die aktuell so nicht mehr anzutreffen sind. Wer sich also fragt, was soll ich mit den ‚alten Kamellen‘, der kann es einfach lassen, uns auf dieser Reise zu begleiten. Wer allerdings an dem, was wir damals erlebt und gesehen haben, interessiert ist, den laden wir gerne ein, mit uns zu fahren. Da der Reisebericht damals nicht aus seinen 'Kinderschuhen herausgewachsen ist, empfehlen wir allen, die uns gerne begleiten wollen, einfach kurz von vorne anzufangen (keine Angst, es sind nicht viele Seiten und mit *Sonne* schnell und einfach zu lesen). In unseren Erzählungen benutzen wir fast immer die Gegenwartsform (ja, wir wissen, das ist grammatisch nicht korrekt).
21.10.2017
Etaambura - Camp Syncro
Auf nach Camp Syncro
Info : Im Camp Syncro hatten wir vor zwei Jahren die beiden Schweizer Sarah und Ryan kennengelernt. Sie waren die Besitzer dieses kleinen Paradieses. Sie zimmerten und schweißten gerade an einem Dach für einen Bungalow. Geplant waren zwei Häuschen, die auch im „Rohbau“ schon fertig waren. Damals versprachen wir ihnen, dort einzuziehen, wenn diese fertig sind. Der Gedanke gefiel uns gut, denn bisher gab es außer der teuren Okahirongo River Camp Lodge nur Campingplätze. Da wir aber keine Camper sind, bot sich jetzt die Möglichkeit, im äußersten Norden, an der Grenze nach Angola, einige Tage zu verbringen. Wir nahmen also vor unserer Tour wieder Kontakt zu den beiden auf und erfuhren, dass die Häuschen nun fertig seien. Sie erinnerten sich noch gut an die beiden Verrückten, die 2015 einen Tagesausflug von Etaambura aus zu ihnen gemacht hatten. Die Reservierung war daher schnell perfekt und jetzt freuen wir uns auf unsere zweite Tour in dieses sehr entlegene Gebiet.
Wir beamen uns jetzt in das Jahr 2017 zurück und fahren weiter.
Blutrot geht die Sonne über den Bergen von Etaambura auf.
Was für ein schöner Morgen.
Jetzt heißt es Abschied nehmen von einem Platz, den wir in Namibia so lieb gewonnen haben. Wieder hat uns die Einsamkeit dieses Ortes in den Bann gezogen und die Menschen dort haben wir in unser Herz geschlossen. Wer weiß schon, wann wir uns je wiedersehen.
Hilft alles nichts, wir haben es nicht eilig, frühstücken in aller Ruhe und verabschieden uns herzlich von Kahambu und Kaku. Wir wünschen ihnen alles Gute zur Geburt ihres ersten Kindes. Ein Rotschulter-Glanzstar genießt die Morgensonne. Er darf noch hier bleiben.
Los geht’s.
Grob geplant für heute ist, den Rooidroom Pass und die Tonnenroute zu fahren. Diese Strecke hat so von uns diesen Namen am 14.05.2015 erhalten. (RB: Fiffi zeigt Tinochika seine Heimat). Mittlerweile hat die Bezeichnung 'Tonnenroute’ Einzug hier ins Forum genommen und jeder weiß, was damit gemeint ist. Leider hatten wir es 2015 nicht bis zur grünen Tonne geschafft, das wollen wir jetzt nachholen. Danach soll die Fahrt weiter bis nach Camp Syncro gehen.
Wir verlassen Etaambura um 09:15 Uhr. Im Laufe der Jahre ist es nun unsere dritte Überquerung des Rooidroom Passes von Süd nach Nord. Auch wenn wir nur eine einfache SUV-Bereifung auf unserem Ranger haben, kommen wir wieder problemlos auf die andere Seite.
Unten angekommen, geht es jetzt etwas schneller voran.
Hinter dem Pass entdecken wir irgendwo ein weiteres Steinmännchen.
Wir fahren an den Straßenrand. Unsere Erfahrung aus 2015 hat uns gelehrt, dass man selbst an den abgelegensten Orten niemals mitten auf der Straße halten sollte, da die Polizei immer allgegenwärtig sein kann. Von einem Polizisten daran erinnert zu werden, dass das einfache Anhalten widerrechtlich sei und noch eine Strafe zu riskieren, das wollten wir auf keinen Fall 🙂 🙂 🙂 Wäre es dann noch der gleiche Polizist wie vor zwei Jahren, hätten wir bestimmt auch keine Ausrede mehr gefunden.
Viel weiter kommen wir nicht, das nächste Motiv wartet schon am Straßenrand. Wir meinen nicht den Schrott, sondern die kleine Stachelagame.
An der roten Tonne machen wir den obligatorischen Fotostopp.
Auf einer Steinplatte halten wir uns für die Ewigkeit fest! Das ist aber nur ein Wunschgedanke, denn die heiße Sonne Afrikas trägt dazu bei, dass der Stein wieder zu dem wird, was er einmal war … einfach nur ein Stein. So werden all die Grüße und Andenken, die Reisende hier hinterlassen, zu dem, was das Kaokoveld ausmacht … zu einer riesigen Steinlandschaft. Leider ist das bei anderen Botschaften in der Natur nicht so, man denke nur an die vielen „Schnitzereien“ in den Baobabs. Diese sind bedauerlicherweise nicht vergänglich und da helfen selbst der Regen und Sonnenschein Afrikas nicht.
Wir bleiben noch ein Weilchen, natürlich machen wir für uns, die Nachwelt und für den Reisebericht noch Selfies.
Anschließend biegen wir nach links ab und fahren weiter auf der Tonnenroute. Das Ziel ‚grüne Tonne‘ immer vor Augen. Unterwegs begegnen uns noch Himbas auf der Wanderschaft, die in dieser unwirklichen Landschaft zurechtkommen müssen. Die Hirtenvölker führen hier schon ein hartes und entbehrungsreiches Leben.
Da ist ein Apfel ein willkommenes Geschenk. Dazu noch ein Ikea-Bärchen, die Freude hält sich bei der Mutter in Grenzen, während der kleine Junge, der sie zu Fuß begleitet, glücklich darüber ist.
Etwas später sehen wir einige bewohnte Hütten.
Ein paar Kinder kommen angelaufen und schauen uns etwas misstrauisch an.
Sie betteln nicht. Wir schenken ihnen Ikea Bärchen und kleine Matchbox Autos. Neugierig wird das Geschenk begutachtet.
Zwei Frauen bitten uns um Salz und Zucker. Glücklicherweise haben wir genügend davon in unserem Gepäck. Wir fragen, ob wir Fotos von ihnen machen dürfen, sie sind damit einverstanden.
Sie wirken dabei aber etwas angespannt und nach ein paar Bildern lassen wir es sein.
Wir zeigen ihnen die Aufnahmen im Display, erst dann ist das Eis gebrochen. Wir verabschieden uns von ihnen mit gegenseitigem Lächeln. An anderer Stelle wurden wir auch nach Alkohol befragt, diesen haben wir aber nicht verteilt. Auf der Weiterfahrt zur blauen Tonne begegnen uns weder Mensch noch Tier. Uns kommt der Gedanke, dass es schon ein wenig verrückt ist, so einen weiten Weg in der Ödnis zurückzulegen, um bei einem alten Blechfass anzukommen.
Blaue Tonne
Aber irgendwie ist der Mensch ja auch ein Jäger und Sammler. Also Augen zu und durch.
Orange Tonne.
Um 14:35 Uhr erreichen wir unser Etappenziel, die Grüne Tonne.
Darüber scheint sich selbst ein Strauß zu freuen. Er legt für uns ein Tänzchen aufs Parkett.
Der Strauß, die Tonne und wir. Um uns herum absolute Ruhe und Einsamkeit. Ein schönes Ziel, diese „Blecheimer“. Wir genießen es einen Moment lang, ein Teil der Szenerie zu sein.
Auf der Rückfahrt überlegen wir an der blauen Tonne, ob wir nicht den Short Cut ins Marienflußtal nehmen sollen. Es ist schon spät am Nachmittag und wir wissen nicht, wie lange wir für diese „Abkürzung“ brauchen würden. Dann doch lieber die reguläre Straße in Richtung Kunene. Die Landschaft ist einfach fantastisch und das herrliche Abendlicht bringt das Gras zum Leuchten. Wir durchqueren eine goldene Märchenlandschaft, wie sie schöner kaum sein kann.
Um 18:30 Uhr erreichen wir Camp Syncro und werden von Ryan und Sarah begrüßt.
Der fertige Bungalow ist sehr schön geworden und wir fühlen uns sofort wohl und willkommen.
fotomatte2'511 Beiträge · seit 200916. Aug. 2024 · #90
Liebe Ingrid, lieber Hartwig,
das freut mich jetzt aber, dass ich bei euch den richtigen Trigger gefunden habe, da hat sich das Insistieren endlich gelohnt. Und es wäre doch schade gewesen, wenn ihr uns die schönen Fotos und den Bericht dazu vorenthalten hättet.
Ich jedenfalls freue mich sehr über den Restbericht, wobei, sehr viel ist ja noch nicht passiert, obwohl ihr schon kilometermäßig einiges abgerissen habt.
Champagner8'666 Beiträge · seit 201016. Aug. 2024 · #91
Hello Ihr Zwei,
heute früh kurz vor 6 Uhr habe ich hier reingespickelt und war maximal verwirrt 😐 - nein, nicht weil Ihr endlich weiterschreibt .... oder vielleicht doch 😗 ? Aber darüber freue ich mich eher, denn wir hatten uns 2019 ja vor Ort schon so unsere Gedanken gemacht, was euch passiert sein könnte 🤩 .
Irritiert bin ich von eurem Gedenkstein 2017 - erst steht da "Tinochika"
und dann "Tinoschika" :
JA WAS NU???? 🤨 😕 🙄
Ich dachte ja, wenn ich dann mal richtig wach bin, wird das "S" schon verschwunden sein, aber nichts da.... von daher bitte ich um Aufklärung!
Herzlich lachen musste ich über diesen Satz 😄 😄 😄 :
Auf der Rückfahrt überlegen wir an der blauen Tonne, ob wir nicht den Short Cut ins Marienflußtal nehmen sollen. Es ist schon spät am Nachmittag und wir wissen nicht, wie lange wir für diese „Abkürzung“ brauchen würden.
TinochikaThemenstarter1'650 Beiträge · seit 201416. Aug. 2024 · #92
fotomatte schrieb:
das freut mich jetzt aber, dass ich bei euch den richtigen Trigger gefunden habe, da hat sich das Insistieren endlich gelohnt. Und es wäre doch schade gewesen, wenn ihr uns die schönen Fotos und den Bericht dazu vorenthalten hättet.
Ja Matthias, nochmal danke und du wirst dafür im Laufe des Berichtes noch durch reichlich Federvieh belohnt.
Champagner schrieb:
JA WAS NU????
Ich dachte ja, wenn ich dann mal richtig wach bin, wird das "S" schon verschwunden sein, aber nichts da.... von daher bitte ich um Aufklärung!
Hallo Bele,
den Gedenkstein hatte Ingrid schon in Etaambura vorausschauend vorbereitet. Den Brocken haben wir tatsächlich im Auto über den Rooidroom Pass geschleppt. Leider ist uns hinterher aufgefallen, dass ein “s“ als blinder Passagier mitgefahren war. Also wurde die Sonne beauftragt, etwas schneller zu arbeiten. Schwups war es verblichen und die Welt wieder in Ordnung. 😗 🙂
Bele schrieb am 11-09-19 an Joe67
Wir sind jetzt im August den Shortcut vom Hartmannstal rüber ins Marienflusstal (dann hoch zum Camp Syncro) gefahren, ich denke den meinst du - zumindest den Anfang, oder? Wenn du dich noch ein paar Tage geduldest, kannst du es in meinem Reisebericht nachlesen und Fotos und Videos dazu anschauen. Kurz gesagt vorab: er ist schwierig zu fahren, große Steine, zum Teil rutschig weil mit Sand drauf, große Absätze, teilweise steil. Wir sind es ganz langsam und mit viel Einweisen gefahren (also ich habe es natürlich nur als Beifahrerin mitgefahren, wenn ich nicht sowieso gelaufen bin ) und sind ohne Schaden durchgekommen. Also wenn eine Krise - dann eher hier als beim Fearless Pass ! LG Bele.
Herzlich lachen musste ich über diesen Satz : Auf der Rückfahrt überlegen wir an der blauen Tonne, ob wir nicht den Short Cut ins Marienflußtal nehmen sollen. Es ist schon spät am Nachmittag und wir wissen nicht, wie lange wir für diese „Abkürzung“ brauchen würden.
Hättest Du das schon 2017 geschrieben, dann wären wir natürlich bei der blauen Tonne abgebogen und den Shortcut gefahren. 😄 😄 😄 😄
TinochikaThemenstarter1'650 Beiträge · seit 201418. Aug. 2024 · #95
22.10.17
Camp Syncro
Wir haben den Sonnenaufgang verschlafen. Hier im Camp Syncro brauchen wir keinen Wecker. Wir machen einfach das, worauf wir gerade Lust und Laune haben, daher freuen wir uns auf den dreitägigen Aufenthalt. Weite Strecken müssen wir nicht fahren. Ein Game Drive steht hier sowieso nicht auf dem Programm. Wir wollen einfach nur das Camp genießen, die nähere Umgebung erkunden und faulenzen. Um acht Uhr decken wir den Frühstückstisch. Ryan hat uns bereits in einer Thermoskanne heißes Wasser für den Kaffee hingestellt. Eine nette Geste von den beiden, sich so um uns zu kümmern. In den Häuschen gibt es keine Küche und auch keine Elektrizität. Töpfe, Pfannen und Geschirr sind vorhanden. Die Feuerstelle bzw. der Grill befindet sich auf dem Vorplatz.
Aber für ein Spiegelei oder ein gekochtes Ei extra den Grill anzufeuern, ergibt irgendwie keinen Sinn. Die meisten Selbstfahrer im Kaokoveld sind als Camper unterwegs und daher bestens ausgerüstet. Wir haben nur einen Kompressor, Spaten, Akkukühltaschen und diversen Kleinkram wie z. B. Besteck dabei. Mehr passt nicht in den Rollenkoffer. Einen Gasgrill können wir nicht auch noch einpacken. 🙂 Ryan hat uns darauf angesprochen, was wir als Ausrüstung mitführen. Wir haben geantwortet, dass es uns auch ohne Frühstücksei gut geht. Das kochende Wasser für den Kaffee hat er uns ja schon hingestellt. Daher ist ein Gaskocher nicht notwendig. Bacon haben wir sowieso nicht dabei, weil wir diesen gar nicht so lange kühlen könnten. Unser Essen beschränkt sich während unseres Aufenthalts auf Marmelade, getrocknete Wurst, Gemüse, Kürbis, die geliebten Kartoffeln und Dosenfutter. Wenig später erscheint Ryan mit seinem privaten Gaskocher; er stellt ihn kostenlos zur Verfügung und wir können ihn während unseres Aufenthaltes gerne benutzen. Sollen das aber nicht unbedingt an die große Glocke hängen!
Jetzt dürfen wir das aber hier schreiben, denn das Gute bei der Verarbeitung eines alten Reiseberichts ist, dass man die Zukunft schon kennt.
Bestens versorgt, widmen wir uns einem ausgiebigen Frühstück. Ryan will uns später am Nachmittag noch einmal besuchen. Wir freuen uns auf ein ausgiebiges Schwätzchen mit ihm.
Nach dem Frühstück räumen wir auf und beschließen, eine kleine Runde zu fahren.
Im nicht weit entfernt gelegenen Okahirongo River (Nobel-) Camp soll es Wi-Fi geben. Vielleicht können wir uns ja mal kurz einwählen und nach Hause chatten. Außerdem sind wir auch ein bisschen neugierig, wie es dort aussieht.
An unserem Ranger treffen wir auf einen selbstverliebten Rostsperling (Great Sperling), der uns während unseres Aufenthaltes noch Kopfzerbrechen bereiten sollte.
Wir passieren das Tor von Camp Syncro und verschließen es wieder sorgsam. Auf der Fahrt genießen wir die schöne Landschaft, die ab und zu einen Blick auf den Kunene River freigibt.
Wir kommen im Okahirongo River Camp an und sehen niemanden. Es scheint so, als ob hier zurzeit keine Gäste wohnen, was uns hinsichtlich der Preise für diese Unterkunft auch nicht wundert.
Wir steigen aus dem Auto aus und gehen zur Lobby. Aus einem angrenzenden Zimmer hören wir Stimmen.
Zwei Angestellte unterhalten sich, nehmen aber weiter keine Notiz von uns.
Wir sprechen sie an und fragen, ob wir uns hier noch ein wenig umschauen dürfen. Sie haben nichts dagegen. Unsere Frage nach Wi-Fi wird nur mit einem Kopfschütteln beantwortet. Das ist uns im Grunde genommen auch egal. Das Camp besteht aus dem Haupthaus mit Lobby und „Speisesaal“. Auch ein kleiner Pool ist vorhanden. Etwas weiter auf einem kleinen Hügel stehen kleine Chalets. Diese haben wir aber nicht von innen gesehen.
Das Camp fügt sich schön in die Landschaft ein und ist auch in der Einrichtung dezent und nicht überladen. Viele Dekorationselemente stammen direkt aus dem natürlichen Umfeld der Lodge. Besonders schön ist allerdings die Lage. Von hier hat man einen weiten Blick über den Kunene bis auf die angolanische Seite. Dort fahren gerade einige Autos entlang. Ob es sich dabei um eine geführte Selbstfahrer-Tour handelt oder ob dort eine Grenzpatrouille unterwegs ist, können wir nicht erkennen.
Am anderen Flussufer liegt ein Krokodil und obwohl es ewig weit weg ist, hat es eine furchteinflößende Größe.
So große Krokos wie sie hier am Kunene vorkommen, haben wir noch nie zuvor auf einer unserer Reisen gesehen. Für alle, die mit und von dem Fluss leben müssen, ist das nicht ungefährlich. Es ist bekannt, dass öfters Kühe oder Ziegen ihr Leben lassen müssen und komplett verspeist werden. Wir haben davon gehört, dass selbst Menschen den Krokodilen hier zum Opfer fallen.
Auf der Rückfahrt stoppen wir an einer Grabstätte. Es ist immer wieder interessant, wie unterschiedliche Kulturen mit der Bestattung ihrer Toten umgehen. Hier im tiefen Kaokoland fällt uns der eigenwillige Grabschmuck aus Kuhhörnern auf.
Auch die Grabinschrift lässt keinen Zweifel daran, was die Verstorbenen in ihrem Leben einmal gemacht haben.
Hoch über uns zieht ein Afrikanischer Habichtadler? (African Hawk-Eagle?) seine Kreise.
Gegen Mittag sind wir von unserem Ausflug zurück im Camp Syncro.
Wir machen es uns gemütlich und faulenzen ein wenig. Es ist sehr heiß, aber im Schatten der großen Bäume lässt es sich aushalten.
Die beiden Hütten liegen am Rand des eingezäunten Areals von Camp Syncro. Am anderen Ende der Anlage befindet sich der Campingplatz und dazwischen liegt das Wohnhaus von Sarah und Ryan. Teile des Hauses stammen noch aus der Zeit, als die Südafrikaner hier einen Militärstützpunkt aufgebaut hatten, um gegen die namibischen Befreiungstruppen vorzugehen, die vom Nachbarland Angola unterstützt wurden. Wir beschließen, einen kleinen Rundgang durchs Camp zu machen.
TinochikaThemenstarter1'650 Beiträge · seit 201418. Aug. 2024 · #96
Dabei sehen wir, mit wie viel Liebe die jetzigen Besitzer die Anlage gestalten und wie viel Mühe es kostet, das kleine Paradies zu erhalten.
Racing-stripe Darkling Beetle
Bergstare
Kurz nachdem wir zurück an unserem Häuschen sind, kommt Ryan auf ein Schwätzchen vorbei. Er erkundigt sich, ob alles in Ordnung ist und wir laden ihn auf ein Getränk ein. Sie sind jetzt etwas über drei Jahre hier im Camp Syncro und es stehen entscheidende Veränderungen in ihrem Leben an. Wir konnten schon gestern Abend sehen, dass Sarah schwanger ist. Er freut sich schon sehr auf seinen kleinen Sohn, der Ende Dezember auf die Welt kommen soll. Sie haben dafür schon alle Vorbereitungen getroffen und wollen etwa vier Wochen vor dem Geburtstermin nach Windhoek zu Freunden fahren. Das Kind soll dort im Krankenhaus zur Welt kommen. Anschließend wollen alle drei hier in Camp Syncro leben. Wir freuen uns mit ihm. Er erinnert sich noch genau an uns, als wir 2015 zu einem Tagesbesuch hier waren und freut sich darüber, dass wir unser damaliges Versprechen wiederzukommen eingehalten haben. Wir erinnern uns auch noch daran, dass die beiden damals zwei Rhodesian Ridgeback Hunde hatten. In Deutschland dachten wir darüber nach, wie wir Sarah und Ryan eine Freude machen könnten und haben extra dafür Hundeleckerlis gekauft und mitgenommen. Diese geben wir jetzt Ryan. Er erzählt uns, dass sich die Hunde kurze Zeit, nachdem wir sie damals besuchten, selbstständig gemacht hatten. Sie waren zum Fluss gelaufen. Dort wurden beide Opfer von Krokodilen.
Daraufhin haben sie sich einen anderen Ridgeback aus dem gleichen Wurf geholt und anschließend auch noch zwei Jack Russell Terrier angeschafft. Diese hören auf jedes Wort und sind so erzogen, dass sie nie alleine weglaufen. Aber erneut erfahren wir von einer kleinen Tragödie. Einer der beiden Terrier hatte sich vor etwa vier Wochen mit einer Zebraschlange (Speikobra) im Gelände angelegt. Dabei ist er leider gebissen worden. Dieses Mal lauerte die Gefahr, sozusagen direkt vor der Haustüre. Der Tod des kleinen Hundes sei sehr schnell eingetreten und er musste nicht lange leiden. Ryan freut sich dennoch über unser Mitbringsel; so ein Leckerli erhalten der Ridgeback und der Terrier schließlich nicht alle Tage. Um unsere Unterhaltung wieder auf ein freudigeres Thema zu lenken, zeigen wir ihm ganz stolz unsere Entdeckungsfotos der Steinmännchen. So begeistert wie wir es sind, ist er darüber aber nicht. Er erzählt uns die Entstehungsgeschichte, die sich hinter den Steinmännchen verbirgt.
Wir erzählen ihm von unserem Rundgang durchs Camp und erfahren, dass das Flaschenhaus eine Bar werden soll. Die beiden haben schon gute Ideen und ein großes Umweltbewusstsein. Sie haben sich immer über die vielen Flaschen, die hier achtlos in die Landschaft geworfen werden, geärgert. Also sammelten sie alle Flaschen und Getränkedosen auf und bauen jetzt daraus eine Bar. Das Material ist ja genau das Richtige für dieses Projekt. Ryan verabschiedet sich von uns. Es wird nicht das letzte Schwätzchen während unseres Aufenthaltes bleiben.
So, genug herumgesessen. Wir wollen noch einen kleinen Spaziergang in der schönen Abendsonne machen. Dazu bietet sich der Weg ins Flusstal an.
Der Fluss führt zurzeit wenig Wasser, aber wir halten die Augen trotzdem offen; man weiß ja nie, ob auf irgendeiner Sandbank noch ein Krokodil lauert. Von hier unten am Fluss hat man einen wunderschönen Blick auf Camp Syncro. Es sieht wie eine grüne Insel in der kargen Steinlandschaft aus.
Wir sind von der schönen Flusslandschaft begeistert.
An einer Stelle gelangen wir an einen großen, vom Wasser glatt geschliffenen Felsen. Wie ein zu Stein gewordener riesiger Delfin liegt er hier im Flussbett.
Das Licht ist fantastisch und genau richtig zum Fotografieren. Die Sonne geht langsam unter und erzeugt eine mystische Stimmung.
Kurz vor Sonnenuntergang sind wir wieder zurück und beginnen mit den Vorbereitungen für unser Abendessen. Wir schnippeln einfach etwas zusammen.
Oliven, Paprika, Champignons aus dem Glas, Zwiebeln, Tomaten und Droewors wandern in den Potje. Ein Brühwürfel gibt dem Ganzen noch etwas Geschmack.
Dazu kochen wir uns Nudeln mit Tomatensoße. Das alles funktioniert prima auch ohne Kühlschrank und geschmeckt hat es auch noch.
TinochikaThemenstarter1'650 Beiträge · seit 201420. Aug. 2024 · #100
23.10.2017
Ausflug zu den Stromschnellen
Wir sind gestern Abend zeitig schlafen gegangen und wachen bei Sonnenaufgang auf. Nachts ist es hier mucksmäuschenstill still, wir haben gut und fest geschlafen, daher sind wir im Gegensatz zu unseren Gewohnheiten in Deutschland zu dieser frühen Zeit schon voller Tatendrang. Gemeinsam bereiten wir unser Frühstück vor. Ryan kommt mit der Thermoskanne mit heißem Wasser für den Kaffee. Jetzt, wo wir den Gaskocher haben, kochen wir uns noch ein Frühstücksei. Ryan fragt uns, was wir heute so vorhaben. Da wir eigentlich nichts geplant haben, aber doch gerne etwas mehr von der herrlichen Landschaft sehen wollen, schlägt er uns vor, zu den Kunene Stromschnellen zu fahren. Er erklärt uns genau den Weg. Die Idee finden wir super und um 07:15 Uhr stehen wir vor unserem Ranger. Dort sitzt wieder der verrückte Rostsperling und hüpft ständig gegen den Außenspiegel. Bei unserer Rückkunft müssen wir etwas unternehmen. Der arme Kerl donnert so fest gegen die Spiegelscheibe, dass er sich verletzen könnte. Der folgende Videoclip veranschaulicht das sehr gut.
Der erste Teil der Strecke führt uns, wie gestern schon, über die Sandstraße durchs Mariental.
Ein paar Springböcke kreuzen die Straße. Sie sind im weichen Morgenlicht wunderschön anzusehen.
Nach einer viertel Stunde Fahrzeit folgen wir links einer Fahrspur, die uns hinter dem Okahirongo River Camp wieder zum Kunene führt.
Es geht ein kleines Stück bergauf und die Fahrspur besteht jetzt nur noch aus tiefen ausgewaschenen Fahrrillen. Es ist trocken und auch dieses Stück ist so kein Problem für uns und unser Auto. Der Weg endet auf einem Plateau. Von hier geht es ringsum nur noch steil bergab.
Die Landschaft, die sich vor uns auftut, ist einfach zum Träumen … langgezogenes SEUFZ.
Wir können uns kaum satt sehen und machen auch einige Panoramafotos. Die herrliche Bergwelt rund um uns herum ist so schön, dass ein normales Bildformat einfach nicht ausreicht, um die Szenerie nur annähernd abzubilden.
Der Kunene der jetzt Ende Oktober nur wenig Wasser führt, liegt tief unten im Tal.
Die Stromschnellen sind leider nur ansatzweise zu erkennen.
Die Gegend scheint auch besiedelt zu sein, denn wir sehen in einem Gehege eine Ziegenherde und einige Maispflanzen.
Auf der gegenüberliegenden Flussseite entdecken wir einen kleinen Turm, dessen Zweck und Bestimmung wir nicht kennen.
Wir bleiben eine Stunde an diesem herrlichen Ort, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machen.
Um 10:00 Uhr sind wir wieder zurück. Den Rest des Tages verbringen wir im Camp Syncro, aber davon später mehr.