maddy2'167 Beiträge · seit 200927. Feb. 2017 · #81
Hallo Matthias,
Na ja, ganz raushalten werde ich mich wohl gar nicht koennen, dazu bin ich viel zu angefressen! 🤪
Hier sind mal die Verbreitungskarten, die obere vom Roberts Bird Guide 1st Edition, die untere von Roberts Bird Guide 2nd edition Sept 2016.
Deshalb dachte ich die Locality ist borderline....
Lass dich nicht verunsichern, wir sind doch schon gut wenn wir wissen dass es sich um eine Cisticola handelt... 😉 Da gaebe es natuerlich noch ein weiteres Buch: Chamberlain's LBJs! Hast du das noch nicht? 😉
fotomatteThemenstarter2'516 Beiträge · seit 200928. Feb. 2017 · #82
Hallo,
@ Guggu : Du darfst 😎 😉 Musst allerdings damit rechnen, daß es zu einer Lernkontrolle kommen kann... 😗 Vielleicht mal wieder beim Italiener?
@ maddy : Danke für die Karten, und wenn ich das richtig sehe, liegt Etosha voll im grünen Bereich, uff. 🙂 Denn ich lehne mich nach nochmaliger Überprüfung aus dem Fenster: ich bleibe bei der Fan- tailed ( Zitting ) Cisticola, denn auf den Fotos kann ich erkennen, daß die Kappe schwarz gestreift ist und nicht einheitlich rötlich wie bei der Tinkling C. Dazu kommt, daß der Schwanz deutlich mit einer weissen Endbinde abschliesst. Und letzlich das Biotop. Spricht alles für den Zistensänger.
Egal, ich verspreche, das war die letzte Cisticola in diesem Bericht. 😄
Den LBJ- Führer habe ich ( noch ) nicht, aber ich kenn jemand.... 😗
fotomatteThemenstarter2'516 Beiträge · seit 200928. Feb. 2017 · #83
Freitag, 20. Januar :
Pünktlich bin ich am Gate. Ich nehme wiederum die Pad Richtung Westen zum ersten Wasserloch Rietfontein.
Wenn man sich an die im Park erlaubte Höchstgeschwindigkeit hält, wird man sehr oft als Hindernis empfunden. Diese Typen sind mit jenseits der 80 km/ h vorbeigebrettert.
Da, wo gestern die beiden Hyänen gekreuzt haben, stehen heute ein Rudel Zebras äsend verteilt.
Bei Rietfontein sehe ich im hinteren Teil, da wo gestern noch die Abdimstörche herumstolzierten, ein paar braune "Bollen" rumliegen. Beim Näherkommen entpuppen sie sich als fünf Löwen, die ganz zufrieden auf dem gelben Blumenteppich liegen und die Morgensonne geniessen.
Kein weiteres Auto ist da, und ich kann die Idylle für eine dreiviertel Stunde geniessen. Wenn die Sonne höher steigt, wird es den Katzen irgendwann zu warm werden, und sie werden Schatten aufsuchen. Solange will ich warten.
Eine der Katzen geht nochmals ans Wasser, um zu saufen.
Nachdem der weiter hinten liegende Kuder als Erster aufbricht, dauert es nicht lange, und seine Mädels folgen ihm.
Dann verlasse ich Rietfontein, und ich fahre wieder über Salvadora die Nebenstrecke.
Ich finde zwei Blue Cranes direkt neben der Pad, und bald gewahre ich die zwei Daunenpuschel, die in dem hohen Gras nicht leicht zu entdecken sind. Ein Elternvogel trägt einen grünen Ring. Lange stehe ich bei den Vögeln, von denen ich schon gedacht hatte, ich werde ausser den drei zuvor gesichteten Tieren keine mehr sehen. Jedenfalls bin ich völlig hin und weg, denn zum Einen weiss ich, daß Blue Cranes in Namibia zu den "endangered Species" gehören, zum Anderen habe ich für Kraniche generell ein besonderes Faible.
Ich fahre an Charitsaub vorbei weiter bis nach Sueda. Hier liegen zwei Hyänen im brackigen, faulig stinkenden Wasser und geniessen ein erfrischendes Bad-- nach ihren Maßstäben.
Eine Hyäne kommt den Abhang hoch getrottet und hält genau auf mich zu. Sie schnuppert an meinem Hinterrad, und setzt ihren Weg fort in Richtung Steppe.
Das andere Tier zerrt einen Antilopenlauf aus der grauen Matschpampe und versucht ihn im Maul ausbalancierend davonzutragen.
Red- capped Lark. Die kenne ich mittlerweile ohne Blick ins Buch.
Wieder auf der Hauptpad überholt mich ein LKW in hohem Tempo, und kurz darauf finde ich eine Schlange im Geröll.
Der Lkw hat sie überfahren, aber sie lebt noch. Sie windet sich und versucht davon zu kriechen. Eigentlich sollte ich sie überfahren, aber ich bringe es nicht übers Herz. Es ist eine junge, vielleicht dreissig Zentimeter lange Leopard Whip Snake. Hoffentlich wird sie bald von einem Greif entdeckt.
Nicht weit davon liegen ein paar Löwen direkt neben der Pad im Schatten, aber hier auf der Hauptstrasse bleibt man nicht lange alleine, und so fahre ich bald weiter. Kurz vor Okaukuejo finde ich nochmals zwei Löwen direkt neben der Strasse unter einem einzelnen Baum. Ein Löwe trägt ein Senderhalsband. Da es gegen Mittag geht und die Farben nichts mehr taugen, und die Katzen ohnehin nur faul daliegen, fahre ich weiter.
Fiscal Shrike
In Okaukuejo checke ich für eine Nacht auf dem Campingplatz ein. Mittlerweile bin ich der Dame vom Lindequist- Gate dankbar, daß sie mir das Permit nur für vier Tage ausgestellt hat, denn die ewige Fahrerei, ohne daß man aussteigen und etwas pirschen kann, geht mir langsam, aber sicher auf den Zeiger.
Champagner8'681 Beiträge · seit 201028. Feb. 2017 · #84
Hallo Matthias,
was für eine schöne Überraschung am Abend nach einem anstrengenden Faschengsdaischdig 🙂 ! Nein, nein, keine Sorge, ich bin (habe?) nicht zu den Narren, zumindest nicht zu den Faschingsnarren, konvertiert 😎 - hab einfach nur viel Kopfarbeit geleistet heute...).
fotomatte schrieb:
Ich finde zwei Blue Cranes direkt neben der Pad, und bald gewahre ich die zwei Daunenpuschel, die in dem hohen Gras nicht leicht zu entdecken sind. Ein Elternvogel trägt einen grünen Ring. Lange stehe ich bei den Vögeln, von denen ich schon gedacht hatte, ich werde ausser den drei zuvor gesichteten Tieren keine mehr sehen. Jedenfalls bin ich völlig hin und weg, denn zum Einen weiss ich, daß Blue Cranes in Namibia zu den "endangered Species" gehören, zum Anderen habe ich für Kraniche generell ein besonderes Faible.
ZUCKERSCHOCK 😘 😘 😘 (Ich weiß, das ist nicht sehr ornithologisch gekreischt - aber die sind soooo süß, egal ob endangered oder nicht....! 🤩 )
Am liebsten würde ich noch mehr Fotos kopieren - da sind so viele nette dabei (die Hyäne neben dem "Stay-in-your-car-Hinweis 😄 , der Löwe, der aussieht wie ich gestern nach der Gartenarbeit 🤢 , nur dass es bei mir noch nicht so viele gelbe Blümchen auf der Wiese gibt, die Zebras im Morgenlicht....). Ich konnte ja 2015 meine Mädels selten mal zum Frühpirschen bewegen, das habe ich bedauert, aber wir hatten eh nie Sonnenschein und klare Luft, von daher.... Schwamm drüber. Schau ich mir halt deine Fotos an 😉
Dass du die Schlange nicht vollends totgefahren hast, um sie zu erlösen, wundert mich 😕 . Ich könnte das nie, aber ich dachte, du kannst so was (soll nicht negativ gemeint sein). Wieder was dazu gelernt.
Den LBJ- Führer habe ich ( noch ) nicht, aber ich kenn jemand.... 😗
franzicke2'085 Beiträge · seit 201228. Feb. 2017 · #85
Hey Matthias, da ist ja heute mal richtig was für mich und mein Löwenherz dabei 🙂 Löwenmädels in Blumenwiese - ganzganz herrlich!
Und im übrigen finde ich das plüschige Vögelchen, bei dem sich die Spezialisten noch immer nicht ganz eins sind, einfach zuckersüß! Bis zum nächsten Büsnau-Treffen hast du diesen unqualifizierten Kommentar ja vielleicht wieder vergessen und strafst mich nicht mit völliger Verachtung 😎 Auch aus der Landeshauptstadt völlig unnärrische Grüße Ingrid
fotomatteThemenstarter2'516 Beiträge · seit 200901. März 2017 · #86
Blue Cranes in Namibia
Bei einem Besuch in dem winzigen Eco- Museum in Okaukuejo ( gegenüber der Reception ) habe ich gelernt, daß der Paradieskranich nur in zwei Ländern in Afrika vorkommt. Eine grössere Population siedelt in Südafrika, während die winzige Teilpopulation in Namibia nur im Etosha- Park und nördlich davon, je nach Jahreszeit, vorkommt. Nicht restlos geklärt ist, ob beide Populationen im Austausch stehen, es scheint aber eher unwahrscheinlich. Auf einem Poster wird das noch immer Wenige, was man über diese Vögel weiss, dargestellt, und es wird darum gebeten, Nachweise über Kraniche aller drei vorkommenden Arten ( Blue C., Wattled C. und Grey Crowned Crane ) zu melden. Leider habe ich mir nicht notiert, wohin man sich wenden kann, aber wieder zuhause habe ich schnell eine Adresse herausgefunden: ecoserve@iway.na
Über die Seite http://www.nnf.org.na/CRANES/bluecraneproject.htm habe ich viel Wissenswertes herausgefunden, z. B. ist die namibische Restpopulation noch viel kleiner, als ich angenommen habe. Einige Zahlen: 1992 ca. 80 Ex. geschätzt 1994: 60 Ex. 2009: 35 Ex. 2010: 32 Ex. 2011: 24 Ex. 2012: 18 Ex. 2015: 17 Ex. 2016: 16 ad. + 2 chicks
Bezogen auf die 2016- Population habe ich also ein Drittel der gesamten Vögel gesehen.
Ich habe dann meine Daten gemeldet inkl. einiger Fotos, und schon zwei Stunden später hatte ich eine sehr freundliche Antwort von Ann und Mike Scott, die das Blue- Crane- Projekt betreuen. Daraus hat sich ein netter Emailverkehr entwickelt. Ich kann also nur jeden Orni animieren, meldet eure Kranichdaten aus Namibia, denn alle drei Arten sind bedroht. Ihr helft den Naturschützern vor Ort.
So habe ich erfahren, daß der Andonivogel offensichtlich brütet. Ich hatte mit dieser Möglichkeit gar nicht gerechnet, aber für die Scotts war es klar. Und es ist dies der erste fotografische Beweis einer Brut dort. Die Familie von südlich Salvadora ist der erste diesjährige Nachweis, daß dieses Paar Junge führt. Der Neststandort war wohl bekannt, es wurde aber bislang nur registriert, daß das Nest Ende Januar verlassen war. Bislang wurde vermutet, daß die Eier/ Jungen ertrunken sein könnten. Umso grösser die Freude über das Familienglück. Hoffentlich gelingt es den beiden Altvögeln, die zwei Kleinen bis zum Flüggewerden vor Beutegreifern zu schützen.
der unberingte Elternvogel
Vogel NHM mit beiden Chicks.
Futterübergabe
Stretching
Insgesamt habe ich etwa fünfundzwanzig Minuten bei den Kranichen zugebracht, dann haben die Elternvögel die beiden Kleinen immer weiter von der Pad weggeführt. Für mich war der Tag gelaufen, ich war glückselig. Nicht umsonst gelten die Kraniche ja als Vögel des Glücks.
Viele Grüsse, Matthias
P.S.: Habe nun einen Link auf die Homepage gesetzt, da können sich Interessierte weiter ins Thema einarbeiten. Wenn man auf "Products" klickt, kann man auch die newsletter lesen. Und im Neuen, der irgendwann im April oder Mai rauskommt, werden auch meine Meldungen dabei sein. 😎
Daxiang5'049 Beiträge · seit 201401. März 2017 · #87
Hi Matthias,
mit den Paradieskranichen hast du ja wirklich Glück gehabt! Ich bin schon froh, wenn ich überhaupt welche vor die Linse bekomme und du präsentierst sie uns dann gleich auch noch mit Nachwuchs!
Mir war gar nicht bewusst, dass es in Namibia nur noch so wenige gibt. Im April 2015 hatten wir jeweils 2 Tiere bei Charitsaub und Nebrownii gesehen.
LG Konni - die sich noch auf ganz viele tolle Fotos von dir freut!
Champagner8'681 Beiträge · seit 201001. März 2017 · #88
Ach Matthias,
da geht einem ja echt das Herz auf 😘 Was für ein tolles Erlebnis für dich - und damit auch für uns! Danke für die höchst interessanten Informationen und die traumhaften Kranichfotos!
Ich freu mich grad ganz doll für dich, dass du so in die Blue-Crane-Forschung involviert wurdest.....das muss ein tolles Gefühl sein und sowas vergisst man ja nie 🙂 !
Flash20101'425 Beiträge · seit 201501. März 2017 · #89
Hallo Matthias,
was ein tolles Erlebnis! Und auch für mich als Null in Vogelkunde eine wirklich interessante Erklärung und Schilderung. Kann mir vorstellen, dass dies ein ganz besonderer Moment gewesen sein muss 🙂
Chrigu7'272 Beiträge · seit 200601. März 2017 · #90
Hallo Matthias
Danke für die Info zu den Paradiskranichen. In der Etosha habe ich diese schon recht oft angetroffen. Ausserdem habe ich in Südafrika am Kap in der Nähe von Caledon schon mehrmals sehr viele (gefühlt einige Hundert) gesehen.
Da bin ich gar nicht auf die Idee gekommen, dass sie so selten sind.
Herzliche Grüsse Chrigu
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fotomatteThemenstarter2'516 Beiträge · seit 200901. März 2017 · #91
Ehrlich,
ich freue mich sehr, daß die Kraniche so eine Resonanz finden. Ich habe eben noch einen link auf die Homepage gesetzt, da können sich Interessierte noch etwas mehr mit diesen faszinierenden Vögeln beschäftigen.
@ chrigu: die südafrikanische Population ist einige Tausend Vögel zählend, aber die namibische ist winzig. Hoffentlich reicht der Genpool noch.
@ Laura: Ich freue mich sehr, wenn so wie du auch Nicht- Birder meine Begeisterung verstehen können.
@ Bele: Das war eines der absoluten Highlights meiner diesjährigen Tour.
@ Konni: Fotos kommen schon noch ein paar, aber keine Kraniche mehr. Die Blue Cranes waren DER Hauptgrund, weshalb ich überhaupt nach Etosha gefahren bin, neben der Neugier auf den Westteil und Olifantsrus.
@ franzicke: Ingrid, die Chancen stehen nicht schlecht, daß ich jedwede Äusserung bis Büsnau vergessen habe. Weisst schon: zuviel Input, zu kleine Festplatte....
Champagner8'681 Beiträge · seit 201001. März 2017 · #92
fotomatte schrieb:
@ Bele: Das war eines der absoluten Highlights meiner diesjährigen Tour.
Das glaub ich dir gerne!
Hab eben mal kurz auf die HP geschaut und bissle Newsletter gelesen - schade, dass es da schon lange nicht mehr weitergeht.... 😕 Vielleicht tauchen ja deine Sichtungen dort mal auf???
LG Bele
P.S.: Hatte dein P.S.nicht gelesen, sondern nur oben den Link gesehen und angeklickt 😊 : fotomatte schrieb:
P.S.: Habe nun einen Link auf die Homepage gesetzt, da können sich Interessierte weiter ins Thema einarbeiten. Wenn man auf "Products" klickt, kann man auch die newsletter lesen. Und im Neuen, der irgendwann im April oder Mai rauskommt, werden auch meine Meldungen dabei sein. 😎
Danke für die Info zu den Paradies Kranichen. Wir haben im Oktober 2014 ein Paar bei Twe Palms gesehen. Zu weit weg, zu heiss und die Luft flimmernd. Die Fotos haben es nichtmal ins Fotobuch geschafft. Und niemals ahnend, dass wir 11% der Population vor uns hatten. LG Andreas
Beatnick1'712 Beiträge · seit 201601. März 2017 · #94
Hallo Matthias,
ganz toll, die Kraniche! Aber was für erschütternde Zahlen. Und die Tendenz stimmt ja leider auch nicht gerade positiv 🙁 Wir haben sie - sicherlich auch Jahreszeiten-bedingt - noch nie gesehen. Ganz toll abgelichtet übrigens ganz nebenbei auch!
fotomatteThemenstarter2'516 Beiträge · seit 200902. März 2017 · #97
weiterhin der 20. Januar :
Nachdem ich auf meiner Campsite etwas gegessen habe, bin ich zu meinen Nachbarn, einem jungen Pärchen aus Irland, die heute morgen eine Zeit auch bei den Löwen gestanden haben, gegangen, und wir plauschen eine ganze Weile übers Woher und Wohin. Dann beschliesse ich, dem Pool einen Besuch abzustatten und esse nach dieser Erfrischung einen heissen Meatpie. Ich steige auf den Turm des Forts und schaue mir die Umgebung ringsum des Camps an. Hier hat es noch nicht ( viel ) geregnet, der Boden scheint fast ohne Bewuchs zu sein, und ausser ein paar wenigen Zebras und Springböcken sind keine Tiere zu sehen.
Als das Licht wieder besser wird, fahre ich in östlicher Richtung nach Gemsbokvlakte.
die Steppenzebras stehen noch im Schatten, noch ist es zu heiss.
Dann fahre ich in Richtung Andersson Gate, geradewegs in ein aufziehendes Gewitter.
Es regnet zwar mal für eine viertel Stunde, dann ist der Spuk schon wieder vorbei. Auf dem kleinen Drive zum Ombika- Wasserloch finde ich auf der Pad einen Amethyst- Glanzstar, der in einer Regenlache badet. Er schillert intensiv lila in der gleissenden Sonne, aber wie so oft zuvor, hält er nicht aus.
Mir bleibt nur ein Notschuß auf den nun im Gegenlicht sitzenden Violet- backed Starling.
jüngerer Shikra, oder Little Banded Goshawk.
Über die Teerpad fahre ich zurück, und da es noch früh am Abend ist, weiter bis nach Wolfsnes im Norden.
die puscheligen Kitze begeistern mich immer wieder.
beim Airstrip hat ein Singhabicht aufgeblockt.
das Gewitter befindet sich mittlerweile mehr im Westen und formiert sich neu.
Zebras ziehen stur nach Norden.
der Springbock begnügt sich mit ein paar trockenen Halmen.
Auf der Rückfahrt passiere ich einen einzelnen Minibaum, vielleicht vier Meter hoch, aber weit und breit der Einzige. Unter der Krone liegt eine einzelne Löwin mit einem frischen Zebrariss. Das Licht ist schlecht, ich begnüge mich mit Beobachten, weiss aber, wohin es morgen Früh als Erstes geht.
Zurück im Camp brate ich mir ein Oryx- Steak, das ich im Shop gekauft habe. Dann unterhalte ich mich mit neuen Nachbarn, die anhand ihrer Optik sofort als Birder auffallen, einem älteren Paar aus Ostkanada. Ich geniesse den Plausch auf Englisch. Eine Schleiereule fliegt kreischend über den Platz. Nach dem Abwasch mach ich mirs in meinem Stuhl bequem, süffle einen GT und beobachte das muntere Treiben hier auf dem Platz. Einige Tourbusse sind eingetroffen, sogar ein knallroter Rotelbus mit Anhänger. Wie kann man es in diesen Särgen aushalten?
Mit dem irischen Pärchen gehe ich noch ans beleuchtete Wasserloch, aber ausser zwei Zebras tut sich eine knappe Stunde lang Nichts. Zufrieden krabble ich in meinen Condor.
Gila.Bend522 Beiträge · seit 201702. März 2017 · #98
@fotomatte
"Rotelbus". Es gibt Menschen, die lieben genau dieses gemeinsame Erlebnis einer Rundreise und buchen jedes Jahr eine andere Tour mit diesem Veranstalter. Sie können es sich nicht vorstellen alleine unterwegs zu sein. Ggf. kommt auch noch der Preisaspekt hinzu.
Gila
fotomatteThemenstarter2'516 Beiträge · seit 200902. März 2017 · #99
Hallo Gila,
ich habe grade mal auf der Rotel- seite nachgeschaut. 17 Tage kosten 2.400.- Euro. Ich habe jetzt nicht nachgeschaut, ob da der Flug drin ist oder nicht, aber ich habe für meine Tour ( 25 Tage ) insgesamt All- in rund 2500.- Euro gebraucht. Das Geld kann also kein Argument sein. Überdies habe ich nichts gegen diese Art des Reisens geschrieben, sondern ich wundere mich nur, wie man in so einem Blechsarg schlafen kann. Ich würde wahnsinnig werden. Völlig klar, daß es Leute gibt, die so eine Bustour lieben, sonst gäbe es dieses Unternehmen schon lange nicht mehr.
Applegreen1'796 Beiträge · seit 201402. März 2017 · #100
Lieber Matthias,
bevor ich heute Abend gen Afrika starte möchte ich mich auch nochmal kurz zu Wort melden 😎
Vielen Dank für die tollen Eindrücke und die lehrreichen Informationen! Deine Berichte verfolge ich immer ganz besonders gerne, denn man lernt immer etwas dazu 🙂 Besonders begeistert bin ich diesmal von dieser anscheinend paradiesisch immergrün und blühenden Pracht im Etosha. Wir sind sowohl im Februar als auch im August ähnliche Loops gefahren wie Du - aber es war immer - auch im Februar - echt staubtrocken im Vergleich zu Deinen Fotos! Da würde ich nimmer drauf kommen, dass diese Fotos aus dem Etosha stammen 🤩
Sodele, jetzt muss ich mich aber sputen - ich muss der lieben Ingrid noch eine kurze Mail schreiben 😁
Liebe Grüße und bis in zwei Wochen, dann lese ich gespannt den Rest nach!