KarstenB2'398 Beiträge · seit 201113. Nov. 2022 · #61
Hallo B.-B., das kommt davon, wenn man meint, beim Campen auf vermeintlichen Luxus nicht verzichten zu können. 😈 (Salz in die Wunde reib!) An ein Pfffffft - KLONG! kann ich mich bei unserem Bodenzelt jedenfalls nicht erinnern. 😗 😎 LG Karsten
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201614. Nov. 2022 · #62
Good morning, ihr Lieben,
erst einmal Entschuldigung für die etwas verspätete Antwort auf eure tollen und lustigen Kommentare, ich habe es einfach vorher nicht geschafft, freue mich aber total über meine sensationellen Mitfahrer!
Champagner schrieb:Unser gemeinsamer "Freund" schreibt auf jeden Fall weiter Geschichte im südlichen Afrika - er kann wohl von den sozialen Medien nicht genug bekommen.
Dieses Auto... Da muss was in frühester Kindheit so richtig schiefgelaufen sein. Wie es da so kläglich im Schlamm steckt, tut es mir ja schon fast wieder leid. Wir haben es ihm leichter gemacht. Aber gedankt hat es uns das irgendwie nicht...
Champagner schrieb:Mal schaun, was ihm noch so einfällt.
Noch ist nicht aller Tage Abend...
Sadie schrieb:Ich bin glücklich dass ich gerade deinen Bericht entdeckt habe. Ich quetsche mich noch zwischen all die andern Mitreisenden
Hallo Katrin, wie schön, dass du auch noch zugestiegen bist! Ich hatte dich ehrlich gesagt schon vermisst. Deine Camping-Weisheiten kommen mir allesamt sehr bekannt vor...
CuF schrieb:Schöne Grüße von der sehr amüsierten Friederike
😉 Du bekommst gleich eine PN.
tigris schrieb:Ich sehe Thomas, wie er mit der Axt in Jack Nicholson-Shining-Manier aus dem Bushcamper stürmt und die Heckklappe erbarmungslos niedermetzelt.
Yep, ich hatte genau auch den zähnefletschenden JN vor Augen...
tigris schrieb:Ich bin ja mal gespannt, was sich das geltungsbedürftige Gefährt noch so alles hat einfallen lassen.
...
tigris schrieb:Auf alle Fälle ist Dein Bericht mal wieder Lesevergnügen pur und weckt größtes Fernweh und Reiselust…
😘
pleinete schrieb:Jedesmal wenn von dir ein Bericht kommt schaue ich dann ganz regelmäßig nach ob es etwas Neues gibt. Ganz herzlichen Dank für diese tollen Berichte
Oh, Simone, toll! Ich freue mich sehr über dieses schöne Kompliment!!!
Schneewie schrieb:Uns war das im Oktober leider nicht vergönnt, da es sehr heiß war (36- 38 Grad) und daher sehr diesig/dunstig. Kein blauer Himmel und daher auch keine schönen roten Dünen.
Das ist schade, auch nicht morgens und abends? Ich möchte ja immer gern mal im April nach Namibia, dann sollte die Luft klar sein. Irgendwann...
Champagner schrieb:Natürlich hatte ich dieses Problem auch einmal
Geteiltes Leid...
Champagner schrieb:Allerdings hatte ich selbstkritisch den Fehler bei mir gesucht, beziehungsweise beim abendlichen GinTonic und dem Amarula-Nachtisch 🤢
Gegen die Verschlagenheit dieses Autos kannst du nicht antrinken...
Champagner schrieb:und seit heute weiß ich nun, dass ich weiterhin getrost meinen GT und Amarula in Afrika trinken kann
Kannst du! Prost!
Champagner schrieb:Im Übrigen freut es mich, dass Ihr auch dieses sagenhafte Himmelsleuchten genießen durftet - was für ein Geschenk, oder?
Ja, absolut. Ich hatte mich auf dieser Reise mehrfach gefragt, ob es das schon immer gab, ich bislang blind gewesen war oder es an der Jahreszeit lag. Geschenk trifft es aber nun ja zu 100 Prozent.
franzicke schrieb:Hmmm - also bei Pfffffft. KLONG. fällt mir auch nicht mehr viel ein zur Verteidigung des Camper-Lebens 🤪
😄
franzicke schrieb:... hier übrigens alles very well - but still a lot to do 😮
😘
KarstenB schrieb:das kommt davon, wenn man meint, beim Campen auf vermeintlichen Luxus nicht verzichten zu können. 😈 (Salz in die Wunde reib!) An ein Pfffffft - KLONG! kann ich mich bei unserem Bodenzelt jedenfalls nicht erinnern. 😗
Kreisch!!! Luxus??!! Echt jetzt?? 😎
Ich schreib jetzt mal weiter, damit wir von dieser denkwürdigen Nacht erwachen... Liebe Grüße, Betti
Toll! Ihr als Erstcamper unterwegs. Mein Sohn und ich ebenfalls im Oktober, aber mit 2 Bodenzelten. Wir waren im kleinen Konvoi mit Track4Africa an der Skelettküste unterwegs zur Kunene Mündung. Probecampen war in Mirabib, da freute ich mich noch nicht drüber, weil ich beim Aufstellen die Steine darunter nicht bemerkte, was sich aber während der ganzen Reise nicht mehr wiederholte. Im Bodenzelt konnte ich stehen und alle meine Habseligkeiten nahe bei mir haben. Das Aufstellen im Wind war wohl eine Herausforderung, aber die Mühe alleweil wert. Ich liebte mein Zelt. Jetzt bin ich auf deinen Bericht und die fantastischen Bilder von Thomas gespannt und freue mich auf die Fortsetzung.
Liebs Grüessli Judith
sphinx1'624 Beiträge · seit 201514. Nov. 2022 · #64
Was für eine Story mit Eurem Auto. Aber wenn alles klappen würde, wäre es ja so langweilig. Wechselweise oder auch mal alle Gefühle zusammen, leide ich mit, amüsiere mich und bin froh mich bisher immer gegen ein Dachzelt entschieden zu haben. Es spricht so vieles dagegen, außer, dass man weniger auf Skorpione und Schlangen aufpassen muss. Ich sehe schon, hier wird noch die Boden- versus Dachzelt - Diskussion aufflammen 😄 und klar ich bin 100%iger Bodenzeltverfechter. Abseits dieser Story, herzlichen Dank für die farbenfrohen Fotos. Wie Schneewie hatten wir im Oktober leider auch häufig Staub in der Luft und viele Sonnenunter- und aufgänge fielen aus - nicht schön. Viele Grüße Elisabeth
fotomatte2'517 Beiträge · seit 200914. Nov. 2022 · #65
Hallo Betti,
hier muss ich doch mal Karsten beipflichten. Luxusprobleme! Jawoll!
Ich jedenfalls habe von all den geschilderten, fast schon traumatischen Erfahrungen meiner Co-Pilotin nicht viel mitgekriegt. Okay, bis auf die Aussperraktion am ersten sehr, sehr frühen Morgen auf Teufelsbach. Ich habe den Eindruck, je länger die Tour zurückliegt, umso schlimmer und gemeiner war das Auto. 😈
Ich kann nichts Negatives berichten, gefahren ist die Kiste problemlos und angenehm. Und mein Zelt hat auch keinerlei Nebengeräusche produziert.
Aber ich gebe zu: für die Schtorrie ist das schon ein netter Aufhänger. 😛
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201614. Nov. 2022 · #66
Hallo ihr Lieben,
Malbec schrieb:Mein Sohn und ich ebenfalls im Oktober, aber mit 2 Bodenzelten. Wir waren im kleinen Konvoi mit Track4Africa an der Skelettküste unterwegs zur Kunene Mündung.
Hi Judith, da bist du ja, ich freu' mich! 🙂 Das klingt nach einer supertollen Tour!
sphinx schrieb:Ich sehe schon, hier wird noch die Boden- versus Dachzelt - Diskussion aufflammen.
Immer gern, aber da bin ich raus. 🙂
sphinx schrieb:Wie Schneewie hatten wir im Oktober leider auch häufig Staub in der Luft und viele Sonnenunter- und aufgänge fielen aus - nicht schön.
Ja, die Reisezeit ist leider unter diesem Aspekt eher ungünstig, das hatten wir zuvor auch schon einmal festgestellt. Also musst du nochmal hin. 😉
fotomatte schrieb:je länger die Tour zurückliegt, umso schlimmer und gemeiner war das Auto.
Mag sein. Allerdings ist es bei uns noch nicht sehr lange her. Was soll ich sagen, so hat es sich zugetragen. 😣
fotomatte schrieb:Ich kann nichts Negatives berichten, gefahren ist die Kiste problemlos und angenehm.
Da greifst du dem Fazit quasi voraus. Das Auto selbst, Fahrerkabine, Mechanik, einwandfrei (mal von der Batterie abgesehen), vorne zum Wohlfühlen. Aufbau - speziell die Heckklappe - zum Abgewöhnen.
fotomatte schrieb:Köstliche Lektüre.
Merci! Allerdings, und das meine ich absolut ernst, war das im echten Leben dann oft gar nicht mehr so heiter. Aber zum Glück haben wir ja Humor. 😉
Liebe Grüße, wahrscheinlich geht es später noch weiter, Betti
Katma1722560 Beiträge · seit 202114. Nov. 2022 · #67
Liebe Bettina! Ich bin mal wieder zu spät dran, quetsche mich aber ungeniert noch mit in euer Auto! Bei euch muss ich einfach dabei sein! Eure Berichte wecken die Sehnsucht nach Afrika.... vielen Dank, dass du uns mitnimmst! Eure Bilder sind einfach nur traumhaft! Freu mich schon auf mehr! Viele Grüße, Kathrin
Guggu2'262 Beiträge · seit 201115. Nov. 2022 · #68
Liebe Betti, lieber Thomas,
zugegeben, ich war aus unerquicklichen Gründen dieses Jahr nicht viel im Forum. Jetzt bin ich aus Norwegen zurück und denke ich riskiere mal wieder ein Blick ins Forum. Und siehe da, ein neuer Bericht von den Neucampern. Ich amüsiere mich, was wäre die Story ohne diversen KLONGs, ich schwelge in Erinnerungen beim Betrachten der schönen Fotos und habe großen Spaß euch auf die Campingrunde zu begleiten.
Ein Bericht mit deiner vergnüglichen Schreibe und Thomas` schönen Fotos, das verspricht Feinste Ware.
Ich begleite euch gerne und sitze zur Not auch auf den Kotflügel.
Ich freue mich sehr auf eure weiteren Erlebnisse und Grüße mit einem lauten KLONG Guggu
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201615. Nov. 2022 · #69
Hallo ihr Lieben,
Katma1722 schrieb:Ich bin mal wieder zu spät dran, quetsche mich aber ungeniert noch mit in euer Auto! Bei euch muss ich einfach dabei sein!
Spät, liebe Kathrin, aber niemals zu spät! Welcome on board, wir freuen uns!
Guggu schrieb:Ich amüsiere mich, was wäre die Story ohne diversen KLONGs, ich schwelge in Erinnerungen beim Betrachten der schönen Fotos und habe großen Spaß euch auf die Campingrunde zu begleiten.
Ach mein Guggufoss, wie schön! 😘
Guggu schrieb:Ein Bericht mit deiner vergnüglichen Schreibe und Thomas` schönen Fotos, das verspricht Feinste Ware.
Oha! 😊
Guggu schrieb:Ich begleite euch gerne und sitze zur Not auch auf den Kotflügel.
Ehrenplatz!
Guggu schrieb:und Grüße mit einem lauten KLONG
😄 😄 😄
Und nun geht es weiter, Schlaf aus den Augen reiben und ab ins Deadvlei 😉
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201615. Nov. 2022 · #71
8. September: Vom Sand zum Felsen und ins Nichts
Trotz der unruhigen Nacht bin ich in überraschend guter Verfassung, als uns der Wecker aus dem Schlaf reißt. Wir freuen uns einfach auf den Tag - wie auf jeden Tag unserer Reisen. Mit der Stirnlampe auf dem Kopf mache ich mich auf den Weg ins Waschhaus, wo einige Mitcamper einen ziemlichen Saustall hinterlassen haben. Die Katzenwäsche kostet mich eine kleine Überwindung.
Sandra und Christoph haben Tee und Kaffee gezaubert, essen werden wir später. Auch auf den Campsites um uns herum herrscht schon rege Betriebsamkeit, ein Auto nach dem anderen macht sich auf den Weg zum "inneren Gate", das deutlich vor Sonnenaufgang öffnet. Ein klarer Standortvorteil.
Ganz pünktlich schaffen wir es nicht, doch alles in allem sind wir gut organisiert und rollen mit nur zehnminütiger Verspätung am geöffneten Schlagbaum vorbei. Unterwegs kündigt das Leuchten den Tag an und schließlich steigt die Sonne über den Horizont.
Wir waren schon mehrfach im Sossusvlei und fotografieren wohl auch deshalb auf der rund 60 Kilometer langen Strecke kaum, was uns aber erst im Nachhinein auffällt.
Als die Teerstraße endet, stellen wir uns auf den Parkplatz. Bei unserer Premiere viele Jahre zuvor waren wir auf den letzten Kilometern steckengeblieben, eine unliebsame Erfahrung, die mir Fahrten durch Tiefsand nachhaltig verleidet hat. Bei den darauffolgenden Besuchen waren wir organisiert unterwegs, diesmal wollen wir erstmals den Shuttle nutzen, der in regelmäßigen Abständen zwischen Deadvlei, Sossusvlei und 4×4-Parkplatz hin und her fährt. Er steht tatsächlich schon bereit, sehr unkompliziert wechseln wir hinüber und fahren direkt los, bezahlt wird erst nach der Rückkehr.
Wir schlingern durch die außergewöhnliche Dünenlandschaft, befreien unterwegs einen steckengebliebenen Touristen aus seiner misslichen Lage, klettern schließlich aus dem Wagen und machen uns zu Fuß auf die letzten 20 Minuten ins Deadvlei.
Mit einem Guide der Sossus Dune Lodge waren wir schon einmal richtig früh dran und weit vor Sonnenaufgang im Vlei. Das war diesmal zeitlich schon allein aufgrund der Öffnungszeiten des Gates nicht möglich. Die ganz große Licht-Schatten-Show gibt es somit nicht und auch nicht das Privileg, ganz allein in der berühmten Pfanne zu sein.
Dennoch sind wir noch weit vor den Massen und können uns auf die Magie dieses Ortes ungestört einlassen.
Wir wandern von Baum zu Baum und sind wie immer beeindruckt von den Kunstwerken der Natur. Ein Aufpasser ist da, schade, dass das nötig ist, beim letzten Mal war er mir zumindest nicht aufgefallen.
Sandra und Christoph bei ihrer Deadvlei-Premiere
Sandra und Christoph wollen noch ins Sossusvlei und laufen zurück zum Shuttle, Thomas und ich sind wieder bei der Rubrik "Was wir schon immer einmal machen wollten".
Noch nie sind wir auf den Big Daddy gestiegen. Das werden wir auch diesmal nicht tun, denn dafür bräuchten wir mehr Zeit, schließlich haben wir noch knapp 230 Kilometer Strecke nach Mirabib vor uns. Aber zumindest rauf auf den Dünenkamm wollen wir und von oben hinunter ins Deadvlei blicken. Auch das ist eine Premiere.
Um von Beginn an den leichteren Weg über den Dünenkamm zu nehmen, müssten wir ziemlich weit in Richtung Parkplatz zurücklaufen.
Wir kürzen also ab, wie schon einige andere vor uns. Fußspuren an der Flanke zeugen davon. Eine Strecke von vielleicht 20 Metern müssen wir überwinden. Doch die hat es in sich. Es geht steil bergauf, im tiefen Sand versinken wir bis über die Knöchel und rutschen bei jedem Schritt auch wieder ein gutes Stückchen abwärts. Puh, ist das anstrengend!
Als wir den Dünenkamm erreicht haben, geht es dann ganz leicht.
Begeistert balancieren wir ihn entlang, rechts und links geht es steil hinunter und wir müssen uns mehrfach daran erinnern, dass ein Sturz in den weichen Sand folgenlos bliebe. Das Gefühl sagt etwas anderes: Vorsicht, hier ist es steil und hoch!
Blick zurück in Richtung Sossusvlei. Wer genau hinschaut, kann hinten die mit Wasser gefüllte Pfanne entdecken.
Wir laufen parallel zum Deadvlei bis ganz an sein Ende, dann biegen wir in einen ausgeprägten Trampelpfad ab, der uns in einem weiten Bogen über die steile Flanke hinunterführt ins grelle Weiß der Pfanne.
Runter geht wie immer problemlos, aber rauf... Uns kommen zwei ältere Herren entgegen, mit hochroten Köpfen und dick vermummt zum Schutz vor der Sonne, die auch um kurz nach Neun schon heiß vom Himmel brennt. Sie sind auf allen Vieren unterwegs, um überhaupt im tiefen Sand vorwärtszukommen, schnaufen bedenklich und der Weg ist noch weit. Ich kann mir kaum vorstellen, dass sie oben angelangt sind. Merke: Immer über den Grat auf die Düne.
Links im Bild der Trampelpfad. Aus dieser Perspektive ist kaum zu glauben, wie unfassbar fordernd es ist, über die Flanke auf den Dünenkamm zu gelangen.
Quer durch die Pfanne schlendern wir zurück zum Parkplatz am Deadvlei, wo der Shuttle kurz darauf hält. Das läuft nun wirklich wie geschmiert. Der Wagen hält noch am Sossusvlei, wo immer noch Wasser in der Pfanne steht, wir hatten es schon von oben gesehen. Ein ungewohnter Anblick. Dann verabschieden wir uns vom Sossusvlei, wer weiß, vielleicht gibt es ein Wiedersehen. Es hängt vor allem davon ab, wie sich die Dinge dort entwickeln.
Unsere Reisegefährten sehen wir mittags wie verabredet im NWR-Bistro in Sesriem wieder, wir brunchen und tanken noch, dann fahren wir auf der C19 und später C14 nach Mirabib.
Thomas und ich sind diese Strecke erst einmal nach Swakopmund gefahren, und wir hatten vergessen, wie schön sie ist. Wir lassen Solitaire links liegen, halten aber andernorts immer wieder an.
Die Weite weicht einer hügeligen Landschaft, wie aus dem Auenland, nur nicht so grün, und ich nehme mir fest vor, beim nächsten Mal im Valley of 1.000 Hills eine Übernachtung einzuplanen. Dann die Schroffheit des Kuiseb Canyons, die Straße hat deutlich weniger Wellblech als bei unserem Namibia-Debüt 2012 und ich kann die Fahrt so richtig genießen.
Schließlich biegen wir nach links ab. Noch 30 Kilometer. Weder ist die Piste so rau wie erwartet, noch umgibt uns staubig-graues Einerlei. Rechts und links wogt goldenes Gras. Die Regenzeit war wohl auch hier ergiebig.
Von Weitem schon sehen wir Mirabib. Fahren gebannt darauf zu. Ein riesiger Felsbrocken mitten in der Wüste. Wie es dort wohl sein wird?
Bild vom nächsten Morgen. Am Nachmittag hat man bei der Anfahrt Gegenlicht.
Bei den Stellplätzen haben wir die Qual der Wahl, denn wir sind in dieser Nacht alleine hier. Am Ende wird es die etwas erhöhte Fläche inmitten der Felsen mit weitem Blick über die Namib und in Richtung Sonnenaufgang.
Eine Kulisse wie im Film: Zwei markante Felsen schweben über unseren Stellplätzen. Ich habe sie "die Wächter" genannt. So ganz allein sind wir also nicht.
Die Nachmittagssonne steht unterdessen schon tief. Und kaum haben wir unsere endgültige Parkposition erreicht, macht sich Thomas ans Werk. Doch schon als er die Axt aus dem Aufbau kramen will, steht er vor dem nächsten Problem: Unterwegs ist eine der Schrauben verlorengegangen, an denen die Leiter befestigt ist. Als wir sie herunterklappen, hängt sie auf der rechten Seite frei in der Luft - und gefühlt nur noch am seidenen Faden. Noch können wir sie benutzen, doch lange halten wird das nicht. Hoffentlich aber bis Swakopmund. Dort muss dann eine Lösung her.
Ich klettere lieber in den Felsen herum, als Thomas mit der Axt als Hammer den Metallstift in den Rahmen drischt. Was sich als ebenso unkonventionelle wie erfolgreiche Maßnahme entpuppt: Die beiden Löcher sind nun so geweitet, dass sie wieder aufeinanderpassen und die Klappe ohne großen Aufwand verlässlich schließt.
Mein erster Streifzug ergibt eine überwältigende Bestandsaufnahme: Wir sind in einer Kulisse wie im Film. Und das nicht nur sprichwörtlich. Im Klassiker "2011: Odyssee im Weltraum" von Stanley Kubrick (1968) beginnt an diesem Ort das Leben auf unserem Planeten.
Wenn auch ein karges Leben, aber das haben wir ja so gewollt. Und uns vorbereitet. Zum ersten (und einzigen) Mal kommt das Porta Potti zum Einsatz.
Am Abend sitzen wir am Feuer, Christoph ist im Weltmeister-Grillmodus und über uns leuchten die Sterne. Wir sind weit weg von jeder Zivilisation, und das ist einfach wunderbar.
Hier gibt es nichts - und doch so viel. Absolute Stille zum Beispiel. Und weil ich ihr so gerne zuhöre, mache ich mich allein auf die Socken und wandere eine Weile um den Felsen herum. Keine Tiere, noch nicht einmal Geckos, keine Insekten - nichts. Wer Einsamkeit sucht, wird sie hier finden. Stadtmensch durch und durch, ist sie mir erst nicht geheuer. Doch dann genieße ich sie uneingeschränkt. Auch, weil mich die vielen Eindrücke der vergangenen Tage fast erschlagen.
In der Nacht werde ich immer wieder wach. Nicht wegen der doofen Klappe. Sondern weil ich es will. Sie ist einfach zu schön. Mild, windstill, der kugelrunde Mond strahlt fast wie eine Sonne und so hell, man könnte in seinem Licht spielend über die Felsen klettern. Aber das haben wir uns erst für den Morgen vorgenommen.
An Mirabib denke ich auch noch sehr sehnsüchtig - ich habe eines meiner Fotos seitdem als Bildschirmschoner auf dem PC. Es ist interessant, dass deine Felsen so ganz anders aussehen, denke ihr wart auf der anderen Seite 🙂. Wir waren dieses Jahr im Mai die einzigen Camper dort und hatten die Einsamkeit zwar sehr genossen, aber waren schon froh, dass am nächsten Tag das Auto problemlos angesprungen ist. LG Gaby
Ja !! Mirabib und die Einsamkeit………..ich denke gerne daran zurück und freue mich, dass es euch auch so erging. Anders als in Joes Beerhouse wo es mir auch nicht besonders gut gefiel. Liebs Grüessli Judith
Die ersten 6 Stationen eurer Reise hatten wir 2019 auch auf unserer Route. Gerade schwelge ich in Erinnerungen an Namibrand und Mirabib. Wiederholungswürdig! Jupiter ist tatsächlich die neueste Campsite und die einzige behindertengerechte. Oshana hat wenig natürlichen Schatten und kaum Sichtschutz zur Nachbarn, punktet allerdings mit dem eigenen Sanitärhäuschen. Allerdings mussten wir auch mit Pommes und Co. im Restaurant auf der Sesriem Campsite vorlieb nehmen, Oshana Camper sind weder zum Diner noch an der Bar in der Dead Valley Lodge willkommen.
Die Fotos sind, wie immer, ein Genuss!!! Sehr gern reise ich noch mit.
LG Lisolu
Guggu2'262 Beiträge · seit 201116. Nov. 2022 · #76
Liebe Betti,
ach wie schön mal wieder. 😛
Wir haben auch das Sossusvlei 2x mit Wasser erlebt. Das ist schon ein Erlebnis, wenn die Sonne das Wasser zum Glitzern bringt und um herum ist nix wie Sand. Auf „deine“ Düne bin ich noch mit Herzrhythmusstörungen 2015 gekrakzelt. Auf halben Weg nach oben habe ich gedacht es wird doch nicht so sein, dass nomen est omen und ich in Dead Vlei die Grätsche mache 🤩 . Mit ein paar Päuschen habe ich es aber geschafft. Herunterkommen war dann easy peasy. 😄
Namibs Valley of a 1000 Hills war die einzige Unterkunft letztes Jahr die wir nicht nochmal buchen wurden. Die Bungis waren so olala mit kaputter Klospülung und angelutschter Drops vom Vorgänger am Waschbeckenrand. Angebotene Activities war nope, das Auto war kaputt und der Mann nicht da, nur seine bessere Hälfte. Das Essen war „na ja“, wir haben uns wenigsten den Magen nicht verrenkt. Das kam erst später. So blieb uns nur vor der Hütte zu sitzen, uns an GTs (Mehrzahl) festhalten und versuchen zu zählen ob es auch wirklich 1000 Hügel sind 🙄 . Die Aussicht war aber grandios. Dieses Programm war uns für 2 Tage zu viel und so sind wir am nächsten Morgen nach Swakop abgedüst.
Da wir auf die alten Tage nicht zu Camper werden, müssen wir leider auf das Mirabib versichten. Nach den vielen tollen Beschreibungen ist das schon jammerschade. 🙁
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201617. Nov. 2022 · #77
Hallo ihr Lieben,
GabyB schrieb:und hatten die Einsamkeit zwar sehr genossen, aber waren schon froh, dass am nächsten Tag das Auto problemlos angesprungen ist.
😄 😄 😄 Das kann ich nachvollziehen! 😉
Malbec schrieb:Mirabib und die Einsamkeit………..ich denke gerne daran zurück und freue mich, dass es euch auch so erging. Anders als in Joes Beerhouse wo es mir auch nicht besonders gut gefiel.
Dann sind wir uns ja mal wieder einig. 🙂
lisolu schrieb:Die ersten 6 Stationen eurer Reise hatten wir 2019 auch auf unserer Route.
Toll! Und vielen Dank für die hilfreichen Informationen! Dass Camper von der Dead Valley Lodge "ausgeschlossen" sind, hatte ich so auch schon irgendwo gelesen.
lisolu schrieb:Die Fotos sind, wie immer, ein Genuss!!! Sehr gern reise ich noch mit.
🙂 🙂 🙂
Guggu schrieb:Auf „deine“ Düne bin ich noch mit Herzrhythmusstörungen 2015 gekrakzelt. Auf halben Weg nach oben habe ich gedacht es wird doch nicht so sein, dass nomen est omen und ich in Dead Vlei die Grätsche mache.
😮
Guggu schrieb:Namibs Valley of a 1000 Hills war die einzige Unterkunft letztes Jahr die wir nicht nochmal buchen wurden. So blieb uns nur vor der Hütte zu sitzen, uns an GTs (Mehrzahl) festhalten und versuchen zu zählen ob es auch wirklich 1000 Hügel sind.
😄 😄 😄
Sehr lustig und ich sehe euch beiden ganz genau vor meinem geistigen Auge. Aber auch gut zu wissen!
Guggu schrieb:Da wir auf die alten Tage nicht zu Camper werden, müssen wir leider auf das Mirabib versichten. Nach den vielen tollen Beschreibungen ist das schon jammerschade.
Ja, ist es sicherlich, aber es gibt auch soooo viele andere tolle Plätze auf dieser schönen Welt... 🙂
Liebe Grüße, wahrscheinlich gibt es nachher noch ein Kapitel (eine feste Zusage mache ich lieber nicht, sonst kommt Bele mit ihrem Zaundingsda, wenn es nicht klappt...) Betti
RMrik m.608 Beiträge · seit 202017. Nov. 2022 · #78
Hallo Betti!
Mich packt angesichts dieser Bilder und der dahinter steckenden Erlebnisse der Neid, das solltest Du wissen! Großartig, wie ihr die Natur aufs Bild bannt! Danke für diese tiefgehenden Eindrücke!
Champagner8'686 Beiträge · seit 201017. Nov. 2022 · #79
Beatnick schrieb:
Champagner schrieb:Klemmt die Heckklappe oder warum fahrt Ihr nicht los? 😛
Bittschön die Dame 😉 😎
Dankschön die Dame, geht doch 😛 !
Unterwegs ist eine der Schrauben verlorengegangen, an denen die Leiter befestigt ist. Als wir sie herunterklappen, hängt sie auf der rechten Seite frei in der Luft - und gefühlt nur noch am seidenen Faden. Noch können wir sie benutzen, doch lange halten wird das nicht. Hoffentlich aber bis Swakopmund. Dort muss dann eine Lösung her.
🤩 😮 Dieser Trick ist neu!
Beatnick schrieb: Liebe Grüße, wahrscheinlich gibt es nachher noch ein Kapitel (eine feste Zusage mache ich lieber nicht, sonst kommt Bele mit ihrem Zaundingsda, wenn es nicht klappt...) Betti
Pföschdle, Betti, Pföschdle 😗 !
Sehr schöne Bilder sind das wieder 🙂 , sowohl die aus der Kamera als auch die, die der Text in meinem Kopf entstehen lässt. Vielen Dank!
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201617. Nov. 2022 · #80
9. September: Temperatursturz
Thomas und Christoph haben schon am Abend miteinander verabredet, dass sie mit Sonnenaufgang auf den Beinen sein und den Ausblick genießen wollen. Ich habe mir eigentlich vorgenommen, diesmal ein wenig länger auf der faulen Haut zu liegen als zuletzt, doch der Afrika-Rhythmus ist mir längst in Fleisch und Blut übergegangen.
Also steige ich mit nur leichter Verzögerung nach unten und durch die bereits geöffnete Luke nach draußen und brauche diesmal noch nicht einmal einen Pullover, so warm ist es.
Die Stille, die Weite und die Einsamkeit nehmen mich an diesem Morgen genau so gefangen wie am Abend zuvor. Wir stromern durch die Gegend und lassen die entspannte Morgenstimmung auf uns wirken, während die fleißige Sandra schon Kaffee aufsetzt.
Ich entdecke einen natürlichen Pfad, der ohne größere Kletteraktionen weiter nach oben führt, und nach dem Frühstück...
...machen wir Vier uns auf zu einer morgendlichen Exkursion auf diesem fremden Planeten. Anderes Leben entdecken wir nicht, auch nicht in den Nischen um den Felsen herum, wir sind also tatsächlich ganz allein an diesem Ort.
Wir steigen auf ein riesiges Plateau und sind sofort im Entdeckermodus. Fast eine Stunde lang lassen wir uns hier oben treiben, und können in alle Himmelsrichtungen schauen.
Die Weite der Namib, die sich zu unseren Füßen erstreckt, ist scheinbar grenzenlos. Wir schlendern umher und lassen die Kulisse auf uns wirken. Wir haben keine Eile und ohnehin jedes Gefühl für Zeit und Raum verloren. Es ist grandios.
Ich quatsche mit Sandra und sie hat Sorge, dass uns das Campen so gar nicht gefällt. Sie spürt, dass es uns immer wieder stresst. Doch gerade an diesem Ort kann ich sie beruhigen: Egal, was am Ende beim Fazit rauskommt, wir werden das Campen auf dieser Reise nicht bereuen. Schon allein, weil es uns hierher geführt hat. An einen Platz, den wir sonst nicht erleben würden.
Die Sonne steigt schnell höher, es ist Zeit zu gehen. Leider. Denn obwohl hier praktisch nichts ist, könnte ich auch noch gut bleiben. Zurück bei den Autos packen wir zusammen und fahren los.
Weit sind wir glücklicherweise noch nicht gekommen, als Thomas plötzlich sein Handy vermisst. Wir suchen im Auto. Finden es nicht. Echauffieren uns über die ewige Sucherei. Und fahren notgedrungen wieder zurück.
Der olle Murphy und ich, wir können nicht miteinander. Er hat mal wieder ganze Arbeit geleistet: Das Handy ist Thomas anscheinend aus der Tasche geplumpst und in den Sand gefallen, und wir sind überglücklich, als wir es am Boden entdecken. Doch dann sehen wir das Malheur: Beim Rückwärtsfahren auf dieser großen Fläche bin ich nun offenbar ausgerechnet über das kleine Teil gefahren. Die Abdeckung ist zerbrochen, aber - oh Wunder - das Handy funktioniert noch. Immerhin. Was wir dann später allerdings für so eine schnöde neue Oberfläche blechen müssen, verschlägt mir noch einmal kurzfristig die Sprache.
Knapp 180 Kilometer sind es bis Swakopmund, unserem Tagesziel. Wieder keine weite Strecke, und schon nach rund zwei Stunden taucht am Horizont Walvis Bay auf - verpackt in dichtem Nebel.
In dieses Schlamassel fahren wir nun hinein. Von jetzt auf gleich aus der gleißenden Wüstensonne in die dicke Suppe, die Temperatur stürzt um satte 20 Grad. Wir bekommen es deutlich zu spüren, als wir an der Lagune nach Wasservögeln Ausschau halten. Es sind auch einige Flamingos da, aber das Licht ist schlecht und ich friere wie ein Schneider. Schlotternd krame ich Pulli, Halstuch und Jacke raus, trotzdem zieht es uns schnell zurück ins warme Auto und auf die letzten 30 Kilometer nach Swakopmund.
Als wir an der Atlantikküste entlang rollen, staunen wir nicht schlecht. Zehn Jahre ist es her, dass wir hier waren, doch was ist nicht alles gebaut worden entlang des Küstenstreifens. Wir erkennen die Gegend kaum wieder. Auch Swakopmund ist gewachsen. Es ist, wie es ist, aber schön finden wir das nicht.
In Meike's Guesthouse werden wir nicht nur superfreundlich aufgenommen, sondern sehen auch unsere Freunde wieder, die eine halbe Stunde vor uns angekommen sind. Wir telefonieren mit Bushlore und bitten sie wegen der angeknacksten Leiter um Unterstützung. Am nächsten Tag soll jemand kommen und Abhilfe schaffen, auch am Landcruiser von Sandra und Christoph sind ein paar Kleinigkeiten zu tun.
Während die beiden zu einer kleinen Sightseeing-Tour in die Stadt aufbrechen, breiten Thomas und ich uns in unserem gemütlichen und abends sogar beheizten Zimmer genussvoll aus. Wir herrlich es ist, Platz zu haben. Ein richtiges Bett. Ein Bad. Und Türen, die sich widerstandslos öffnen und schließen, wann immer man es will. Im kleinen Garten zwitschern die Vögel.
Auf Empfehlung der durch und durch sympathischen Meike gehen wir abends im Farmhouse Deli an der Mole essen. Eine guter Tipp, auch für Vegetarier wie mich. Satt und bettschwer fahren wir mit dem Taxi zurück. Es ist kalt und es nieselt, kein Wetter für unsere Pläne am nächsten Tag. Denke ich und sinke ich in die weichen Kissen. Und dann bin ich auch schon weg.