freshy3'883 Beiträge · seit 201105. März 2019 · #261
Guten Morgen Ruth und Uwe, kann man in euren Breiten schon wieder wach und nüchtern sein 😄 🤪 ?
Euer Endspurt in Sambia wird unser Beginn sein. Ich lese deshalb sehr aufmerksam mit, nicht nur weil ich bei der Lehrerin ein gutes Bild abgeben möchte 😘 . Ich bin gespannt auf eure Schilderung über den Grenzübergang nach Katima. In meinem Reiseplan steht als Campsite "Whispering Sands No 1". Ich vermute, das ist nicht Sioma, oder? Jedenfalls hoffe ich sehr, dass wir die Wasserfälle in diesem Jahr noch ohne Baustelle erleben können.
Ich habe mich bei den Straßenszenen einige Male gefragt, wie ihr es fertig brachtet, die Menschen zu fotografieren. Wir haben auch eine ziemliche Scheu davor. Hattet ihr zum großen Rohr noch eine Minikamera dabei? Eine tolle Idee finde ich, dass ihr für Fotos mit Menschen einen Drucker dabei hattet. Welches Modell nutzt ihr denn?
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200606. März 2019 · #263
@freshy: Keine Sorge, wir haben uns im Karneval zurückgehalten. Der Grenzübergang steht ja an unserem nächsten Reisetag auf dem Programm. In Richtung Namibia gibt es natürlich deutlich weniger Formalitäten zu erledigen, insbesondere mit einem in Namibia zugelassenen Wagen. Aber auch in Richtung Sambia halte ich den Grenzübergang in Katima für recht übersichtlich, weil alle Formalitäten in einem Gebäude an nebeneinander liegenden Schalter abgewickelt werden. Whispering Sands und das Sioma Camp sind nur ein paar Kilometer voneinander entfernt. Ihr könnt euch ja beide Camps mal anschauen. Ob es wirklich zum Bau dieser Seilbahn kommt, kann ich nicht beurteilen. Der Plan hörte sich schon recht konkret an, aber in Afrika kann sich so etwas ja auch schnell ändern. Um Straßenszenen aus dem fahrenden Auto aufzunehmen, verwenden wir keine lange Brennweite, da man die Bilder anschließend meist ordentlich beschneiden und geraderücken muss. Als Drucker haben wir ein älteres Modell der Canon Selphy-Serie.
@erdferkel: Nein. Manketti-Öl (auch: Mongongo-Öl) wird aus den Nüssen gepresst, die auf dem Foto zu sehen sind.
KAKarinK106 Beiträge · seit 201306. März 2019 · #264
Hallo Ruth und Uwe! Hab jetzt wieder aufgeholt ...
Der Rosaflamingo in euerem Vogelbuch sieht ja unserem täuschend ähnlich, unglaublich!
Der Marktbesuch war auf jeden Fall ein Highlight, ich glaube auch für Karin und Peter. Wir konnten wunderbar eintauchen, was während eines Safari-Urlaubs ja oft nicht gelingt.
Ja klar war das auch für uns einer von vielen Höhepunkten unserer Reise. Können wir gerne wiederholen. 🙂
Mit Karin und Peter ist es herrlich entspannt und schön gemeinsam zu reisen.
Das freut uns aber sehr! Wir empfinden es als Glück, dass das Reisen mit euch so einfach ist und wir uns oft ohne Worte verstehen. 😘
Lieben Gruß, Karin
KAKarinK106 Beiträge · seit 201306. März 2019 · #265
CuF schrieb: Erlebnisse wie aus dem richtigen Leben, ganz toll, ganz anders! Karins Hemd würde Ruth farbmässig viel besser stehen als das in Kirchentagslila 🤪 aber über Geschmack.....usw. 😉
Ich muss gestehen, dass ich bis jetzt noch nicht mutig genug war, dieses geschmackvolle Hemd zu tragen 😄
Cruiser2'530 Beiträge · seit 201108. März 2019 · #266
Toller Bericht, super Photos. Wann geht es weiter? 😗
Muss wieder mal dringend nach Zambia. 😎
Best Regards
Adolf
Conservation is our passion!
Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'!
Sponsor of Desert Elephant Conservation.
Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA.
Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200610. März 2019 · #267
@Karin: Wir hatten uns schon gedacht, dass du das bunte Oberteil nicht soo häufig trägst. 😄
@Cruiser: Wir planen auch schon an einer weiteren Sambia-Reise. Mit dem Bericht geht es jetzt gleich weiter.
Für die folgenden Tage hatten wir kaum noch Reservierungen. Daher mussten wir uns um Übernachtungsmöglichkeiten kümmern. Wir standen recht früh auf, kochten Kaffee und Tee und überlegten während des Frühstücks, wie wir die nächsten Tage gestalten würden.
von Karin:
Am Vortag hatten wir bereits eine Anfrage für Nambwa abgeschickt, aber am Morgen eine Absage erhalten. Nun versuchten wir es per E-Mail beim Mukolo-Camp südlich von Kongola. Parallel versuchten wir, die Reservierung bei der Gondwana Mubala-Campsite um einen Tag nach vorne zu verschieben, also auf heute.
Nach einem kurzen Frühstück füllten wir unseren Wassertank auf und bezahlten unsere Rechnung. Für das Abendessen am ersten Abend wurden uns pro Person lediglich 100 Kwacha berechnet. Für dieses sensationelle Büffet war das geradezu geschenkt. Wir bedankten uns beim Besitzer und verabschiedeten uns. Auf sehr guter Teerstraße fuhren wir nach Süden. Die Strecke verlief parallel zum Sambesi und ermöglichte immer wieder schöne Ausblicke auf den Fluss.
In Sesheke verfuhren wir uns, weil der Weg zur Grenze nicht ausgeschildert war und wir unserem GPS nicht vertrauten. Im Nachhinein haben wir nochmal gelesen, dass es lilytrotters genauso ergangen war. Aber nachdem wir zweimal über die Sambesibrücke gefahren und uns an LKW-Kolonnen vorbei einen Weg bis zum Grenzgebäude gebahnt hatten, konnten wir ausreisen.
Die Schlange der Wartenden reichte bis auf die Straße. Wir betraten das Gebäude, trugen unsere Fahrzeuge in ein großes Buch ein und stellten uns direkt vorne am Schalter an. Mit unseren europäischen Pässen wurden wir bevorzugt behandelt und erhielten schnell unsere Stempel. Auf namibischer Seite wurden wir per Temperaturmessung auf Ebola kontrolliert und erhielten erst dann das Einreiseformular. Insgesamt dauerte das gesamte Grenzprozedere weniger als eine dreiviertel Stunde.
In Katima Mulilo fuhren wir zum Tutwa Café, das jedoch geschlossen hatte. Leider gibt es dieses nette, gemütliche Café mit dem schönen grünen Innenhof, der Vogeltränke und den vielen Finken nicht mehr. Zum Glück hatte direkt nebenan ein neues kleines Restaurant eröffnet. Dort empfingen wir per E-Mail die Information, dass im Mukolo-Camp ab morgen Platz für uns sei. Wir telefonierten mit Gondwana und erfuhren, dass wir auch bereits heute im Mubala-Camp bleiben können. So ging unser Plan auf, und wir stärkten uns mit Kaffee, Burger, Omelett, Salat und Gemüse.
Nektarvogel
Von der Bedienung erfuhren wir, dass das ehemalige Tutwa-Cafe zwei Gebäude weiter gezogen war. Das schauten wir uns anschließend ebenfalls nochmal an.
Wir tranken Cola und Cappuccino, und eine Portion Fritten passte natürlich auch noch. Leider ist das neue nicht mit dem alten Tutwa-Cafe zu vergleichen. Der Charme des Früheren, direkt neben der staubigen Straße in einer kleinen grünen Oase mit vielen Vögeln einen Burger zu genießen, ist verloren. Das Café ist zwar sauber, wirkt mit Blick auf Beton und Asphalt aber fast steril und war für uns wenig einladend. Vielleicht tut sich hier in nächster Zeit aber noch etwas. Nach dieser langen weil doppelten Mittagspause tankten wir die Autos auf und verließen die Stadt nach Süden. Sowohl auf der Teerstraße als auch später auf der D3508 gab es viele Baustellen. Mit gewohnt hohem Personaleinsatz wurde der Verkehr geregelt.
Das neue Gondwana-Mubala-Camp (ehemalige Island View Lodge) liegt unmittelbar am Sambesi und besteht aus einigen feststehenden Zelten sowie ein paar Campingplätzen mit eigenen Duschen. Wir erhielten einen Stellplatz am Fluss. Es war wieder so heiß, dass wir uns in den Schatten setzten und uns ausruhten. Nacheinander wurde geduscht, Ruth setzte sich in die Sonne und las. Am Wasser waren zwar ein paar Eisvögel, aber sonst nicht sehr viele Vögel unterwegs.
Rieseneisvogel
Uwe rasierte sich zum ersten Mal im Urlaub und sah danach fast fünf Jahre jünger aus. Zum Abendessen grillten wir Rinderfilet, aßen Folienkartoffeln und Grillgemüse. Nach dem Sonnenuntergang leuchtete der Sambesi orange auf, und die Coucals stimmten ihr beruhigendes Lied an.
Im Dunkeln entdeckten wir einen Schmetterling, der sich in unser Badezimmer verirrt hatte.
Für morgen früh haben wir uns zu einer Vogel-Bootstour angemeldet.
fotomatte2'516 Beiträge · seit 200910. März 2019 · #270
Hallo liebe Muckels,
der Schmetterling sollte euch bekannt vor kommen... 😗 Ich sage nur Hoanib, Abdreh Richtung Giribes Plains. Na? Klingelt da was? Wo ist denn das Tutwa Café? Etwa dort, wo wir zusammen drin waren? Also, vor vier Wochen war dort geöffnet.
Liebe Bele,
was man da schwimmen sieht, ist eine orangefarbene Boje zur Signalisierung für Boote, dass hier die "No-wake Zone" anfängt.
Topobär5'479 Beiträge · seit 200911. März 2019 · #271
Eulenmuckel schrieb:Uwe rasierte sich zum ersten Mal im Urlaub und sah danach fast fünf Jahre jünger aus. Zum Abendessen grillten wir Rinderfilet, aßen Folienkartoffeln und Grillgemüse. Nach dem Sonnenuntergang leuchtete der Sambesi orange auf, und die Coucals stimmten ihr beruhigendes Lied an.
franzicke2'085 Beiträge · seit 201211. März 2019 · #272
Liebe Eulenmuckels, auch von mir mal wieder ein ausgesprochenes (und ausgeschriebenes) Danke für euren tollen Bericht! Ich war ja auf Whispering Sand sehr gespannt - der Name klingt ja so geheimnisvoll und sehr romantisch ... und ja, es hat mir dort sehr gut gefallen mit euch! Ich will ja realistisch bleiben und weiß, dass in allernächster Zeit eine Samiba-Reise bei uns wohl nicht sehr wahrscheinlich ist, umso mehr genieße ich die Reise mit euch! Und die großartigen Fotos lassen ja ganz manchmal zumindest das Gefühl aufkommen, ein klitzekleines bisschen mit vor Ort zu sein 😗 Viele Grüße Ingrid (Sambia? Kenn ich 🤪 😄 🤪 )
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200617. März 2019 · #273
@Bele: Matthias hat es ja bereits erklärt. Nicht Ruth schwimmt da zum Sonnenuntergang auf dem Sambesi, sondern eine harmlose Boje.
@Matthias: Danke für die Bestimmung des Foxy Emperor. Ja, wir erinnern uns noch gut an diesen Tag im Hoanib. Da freuen wir uns natürlich, wenn das Tutwa Café doch noch existiert. Uns hatte man erzählt, dass es zugemacht worden sei.
@Thomas: Tja, Vorher-Fotos gibt es einige, aber keine direkten Nachher-Bilder. Aber in den kommenden Tagen folgen sicherlich noch ein paar Bilder, auf denen ich zu sehen bin.
@Ingrid: Es freut uns, dass du nun schon eine Sambia-Expertin geworden bist. 😉
Bevor wir zu unserer Bootstour aufbrachen, tranken wir einen gemütlichen Guten-Morgen-Kaffee, denn die Luft war nicht kalt. In den Bäumen über unserer Campsite sprangen zwei Turakos herum. Aber leider konnten wir sie mangels Licht nicht fotografieren. Gegen sieben Uhr waren wir bereits am Anleger, und kurz darauf kam auch Sylvester, unser Guide, mit dem wir unsere Tour auf dem Sambesi starteten. Zunächst fuhren wir nach Westen und später eine große Schleife, über die wir das Mubala-Camp wieder von Südosten erreichten.
Braunkopfliest
Weibliche Weber
Graufischer
Wir sahen sehr viele verschiedene Wasservögel, und Sylvester war ein aufmerksamer Guide, der das Boot sehr ruhig nahe am Ufer entlang steuerte und auf einen guten Lichteinfall zum Fotografieren achtete.
junger Purpurreiher
Langspornkiebitz
junge Riedscharbe
Rallenreiher
Mohrenralle
Weißbrustkormoran
Wassertriel
Mangrovenreiher
Braunkopfliest
Witwenenten
In respektvollem Abstand fuhren wir an einer Gruppe Flusspferde vorbei. Ruth ist in der Nähe dieser Gesellen immer ein wenig unentspannt. Sie kann sich noch zu gut an unsere Tour mit Dan vom Mavunje Camp und seine Geschichten erinnern und hat außerdem wohl zu viele gruselige Youtube-Videos geschaut. Während die anderen fotografierten, rechnete sie jederzeit mit einem Angriff, behielt die Wasseroberfläche im Auge und hielt nach verräterischen Luftbläschen Ausschau. Sicher ist sicher. Die Hippos betrachteten uns mindestens ebenso misstrauisch. Während die einen wieder abtauchten, prusteten die anderen kleine Wasserfontänen in die Luft und wackelten mit den Öhrchen.
Auch wenn wir keine besonders ausgefallenen Sichtungen hatten, gehörte diese Bootstour sicherlich zu den besseren. Zum einen erwarteten wir nichts Spektakuläres (es wird ja mit der Zeit auch immer schwieriger, etwas wirklich Neues zu entdecken), zum anderen war jeder mit der ruhigen Morgenstimmung und den ganz alltäglichen Tieren am Fluss zufrieden. Bei der Fülle der verschiedenen Arten wäre es wohl auch vermessen gewesen, sich zu beschweren. Bald beobachteten wir den Abflug eines mächtigen Schreiseeadlers, dem unser Boot zu nahe kam, etwas später standen ein paar Seidenreiher am Ufer, und ein Graufischer hielt ein Fisch-Geschenk für seine Liebste bereit.
Vereinzelt entdeckten wir Krokodile auf dem warmen Ufersand, und hin und wieder glitt ein Mokoro mit Fischern oder Arbeitern an uns vorüber.
Lange Zeit standen wir in der Nähe einiger Sandbänke, auf denen sich mehrere Graukopfmöwen und Afrikanische Scherenschnäbel niedergelassen hatten. Wir finden ja, dass letztere an Land ein wenig unproportioniert wirken und wundern uns, warum sie mit ihrem großen Kopf und dem langen Schnabel nicht ständig nach vorne überkippen. In der Luft bewegten sie sich aber umso geschickter. Wir beobachteten ihre Flug- und Wendemanöver, wenn sie sich in großen Schleifen jagten oder mit geöffnetem Schnabel direkt an der Wasseroberfläche nach Fischen jagten.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200617. März 2019 · #275
Als wir Sylvester nach den Karminspinten fragten, erklärte er, dass diese erst im Herbst zur Brutzeit in der Gegend seien. Das hatten wir leider schon geahnt. Trotzdem tat er uns den Gefallen, nach ihnen zu sehen. Wie erwartet war die riesige Kolonie der roten Bienenfresser noch leer, aber ein paar Dutzend Vögel saßen bereits in den Bäumen und flogen ihre Runden. Wir waren begeistert, da wir noch nie so viele dieser Spinte gesehen hatten. Sylvester hingegen winkte ab und meinte, dass er ja gesagt habe, dass sie noch nicht da seien. So freuten wir uns eben über die, die noch nicht da waren! 😉
Danach ging es rasch zurück ins Camp, denn statt der vereinbarten drei Stunden waren wir mittlerweile fast vier Stunden unterwegs.
Diese Schwalbe können wir nicht eindeutig zuordnen. Matthias aber schon: Braunkehl-Uferschwalbe (Brown-throated Martin)
Zurück am Camp fragten wir die Angestellten nach dem Nistplatz der Turakos. Sie zeigten uns das Nest, die Vögel waren jedoch nicht anwesend. Einmal sahen wir sie noch ganz kurz im höchsten Wipfel eines Baumes, bevor sie zwischen dichtem Geäst verschwanden. Einige Schmetterlinge waren zwar nicht weniger flatterhaft, zeigten sich aber deutlich kooperativer.
Common Grass Yellow (Danke an Matthias)
African Common White (dito)
Wir packten unsere Autos und machten uns auf den Weg nach Katima Mulilo.
Bei Pick and Pay hielten wir auf dem Parkplatz, holten Bargeld und gingen einkaufen. Viel brauchten wir nicht und waren auch recht schnell im Supermarkt fertig. An der Kasse dauerte es jedoch deutlich länger. Jedes Teil wurde mit Bedacht über den Scanner gezogen und dann einzeln von der Kassiererin in einer Plastiktüte verstaut. Dabei vergewisserte sie sich mehrfach, dass die Ware auch in der richtigen Tüte gelandet war. Evtl. wurde die eine noch gegen eine andere Ware ausgetauscht oder ein wenig hin und her gedreht, um eine optimalere Lage zu haben. So ging es mit jedem gekauften Stück, und wir wurden bald verrückt. Während die Kassiererin angeregt mit der Kundin schnackte und weiter eifrig ein Teil nach dem anderen in die Tüte bettete, bekamen wir Atemnot und hätten gerne mit angefasst. Ungeduldig trippelten wir von einem Fuß auf den anderen und sahen uns schon nach einer anderen Kasse um, da Karin und Peter, die sich deutlich nach uns angestellt hatten, den Laden bereits verlassen hatten. Irgendwann mussten wir aber über die ganze Situation lachen und mal wieder feststellen, dass die Uhren in Afrika eben manchmal anders ticken. Wir ergaben uns in unser Schicksal und sahen zu, wie innerhalb der nächsten 5 Minuten auch noch die letzten beiden Artikel an den richtigen Platz in der Einkaufstüte wanderten. Trotzdem übernahm Ruth das Verstauen unseres Einkaufs selbst, denn wir wollten heute noch das Mukolo Camp erreichen. Nach dem Einkauf setzten wir uns nochmal in das kleine Restaurant, wo wir bereits gestern gewesen waren. Nach einem Mittagsimbiss waren wir gestärkt und begaben uns auf den Weg aus der Stadt. Richtung Westen fuhren wir eine gute Stunde bis Kongola.
Dort bogen wir auf die C49 ab und erreichten das Mukolo-Camp kurz darauf.
Wir erhielten Campsite Nummer 1, die am Fluss gelegen ist und eine schöne Aussicht hat. Wir bauten unser Lager auf, sicherten Fotos und aßen Blaubeermuffins. Peter kochte leckeren Kaffee.
Trauerdrongo
Guinea Fowl
Im Schilf vor dem Camp entdeckte Ruth ein Purpurhuhn – für uns eine Erstsichtung. Daraufhin schlich sie bestimmt eine Stunde in gebückter Haltung am Ufer entlang, kauerte sich hinter dichte Halme und hoffte, dass das scheue Tier sie nicht bemerken und etwas näher ans Ufer kommen würde. Aber das blöde Huhn tat ihr den Gefallen nicht. Obwohl es ständig im Schilf herumraschelte, ganz in der Nähe mit den Flügeln schlug und merkwürdige hupende oder schnatternde Laute von sich gab (zumindest dachte Ruth, dass die Geräusche von der Henne kamen), konnte man nur durch die Bewegung der Halme schemenhaft ein Tier wahrnehmen. Ansonsten holte sich Ruth lediglich nasse Füße und ersetzte die Challenge „Purpurhuhn“ für heute kurzentschlossen durch „Purpurreiher“.
Das Licht wurde immer weicher und leuchtender.
Wir sahen zu, wie die Sonne verschwand und der Himmel etwas später noch einmal aufleuchtete.
Während die ersten Frösche ihre Stimmbänder in Betrieb nahmen, duschten wir, machten Feuer und bereiteten das Abendessen: Boerewors, Kartoffeln und Salat. Wir hörten ein paar Nightjars rufen. In einem Baum in unmittelbarer Umgebung fiepte ein Flughund. Wir machten uns auf die Suche, aber immer wenn wir uns näherten, hörte er auf, und wir standen etwas verloren zwischen den Bäumen herum. So konnten wir ihn niemals entdecken. Auch wenn wir heute nur eine kleine Etappe zu fahren hatten, waren wir abends hundemüde. Die viele Guckerei und die ganzen Eindrücke strengen an. Trozdem genießen wir jeden einzelnen Moment.
Guten Abend, Eulenmuckels, Ihr packt ja in einen Tag, wofür unsereins einen ganzen Urlaub braucht. Ich bin angemessen beeindruckt! Was für hinreißenden Fotos vom Federvieh! Gruß Friederike
Sadie1'835 Beiträge · seit 201517. März 2019 · #277
Ich kann gut nachvollziehen wie ihr im Supermarkt “gelitten” habt. Mir geht es auch so und es juckt mich in den Fingern alles selber und schneller zu erledigen. Aber eben, Afrika Zeit einschalten und trotzdem höflich bleiben ist ziemlich schwierig für uns Westeners. Ich frage mich ob sich die Einheimischen ab unserem Tempo auch nerven und denken was wir doch für ungeduldige Menschen sind. Man lernt eben so Manches auf einer Afrika Reise... Danke fürs Erzählen LG Katrin
Fortuna77839 Beiträge · seit 201417. März 2019 · #280
Liebe Eulenmuckels,
vielen Dank für den tollen Bericht! Ich habe eben ein paar Tage aufgeholt und musste mehrmals schmunzeln. 😄
Die Gegebenheiten auf dem Markt in Mongu habt ihr super in Bildern festgehalten. Das war sicher ein besonderes Erlebnis! Bisher habe ich immer gedacht "irgendwann probiere ich auch noch mal so einen Mopane Wurm", aber wenn ich Ruth's Gesichtsausdruck sehe, bin ich mir nicht mehr so sicher. 😛
Auch die Wanderung mit den Kindern gefällt mir sehr, ebenso die Idee mit dem portablen Drucker - eine tolle Idee, Kontakt zu knüpfen und etwas zurückzugeben!
Und bei dieser Passage, kriege ich das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht. You made my day!!! 😄
Eulenmuckel schrieb: So gerne hätten wir uns im Wasser abgekühlt, wie es die einheimischen Kinder taten, während sie auf ihre Kühe aufpassten.
Und im Grunde waren wir uns auch sicher, dass es in dem Teich keine Krokodile gab. Aber stellt euch folgendes vor: Wir springen ins Wasser, und ein Krokodil beißt einem von uns ein Bein ab. Zu Hause ist man entsetzt, und wir werden gefragt: „Wie konnte das passieren? Wurdet ihr nicht gewarnt?“ Und dann müssten wir zugeben: „Doch, der Besitzer der Campsite hatte uns gesagt, dass es dort Krokodile gibt.“ — Dann steht man doch irgendwie blöd da.
Vielen lieben Dank dafür und noch einen schönen Sonntag, Nadja