franzicke2'085 Beiträge · seit 201217. März 2019 · #281
Liebe Ruth und Uwe, die Situation im Supermarkt ist so typisch und dass wir davon leicht bis schwer genervt sind, wohl auch! Aber ist es nicht auch herrlich, solche Momente überhaupt zu erleben - genau so wie von euch beschrieben. Ich denke ja immer, wenn man unterwegs auf Leute trifft, die quasi ausschließlich im Flieger von Lodge zu Lodge hopsen, was denen alles entgeht, was Afrika nun mal auch ausmacht. Ich bin jedenfalls einmal mehr begeistert von den vielen Momentaufnahmen in eurem Bericht! Schönen-Sonntag-Grüße Ingrid
Und noch kurz OT: Liebe freshy, es scheint fast so als hättest du meinen Kommentar nicht wirklich gründlich gelesen - ich hatte geschrieben:
Und die großartigen Fotos lassen ja ganz manchmal zumindest das Gefühl aufkommen, ein klitzekleines bisschen mit vor Ort zu sein 😗 Viele Grüße Ingrid (Sambia? Kenn ich 🤪 😄 🤪 )
Und so war Uwes Antwort natürlich gar keine Frage, sondern eine eindeutige Feststellung 😄 😄 😄 Bei euch ist es ja wohl demnächst mit Samba soweit - ganzganz toll finde ich, dass ihr das macht!!!
freshy3'883 Beiträge · seit 201117. März 2019 · #282
franzicke schrieb: Und noch kurz OT: Liebe freshy, es scheint fast so als hättest du meinen Kommentar nicht wirklich gründlich gelesen - ich hatte geschrieben:
Und die großartigen Fotos lassen ja ganz manchmal zumindest das Gefühl aufkommen, ein klitzekleines bisschen mit vor Ort zu sein 😗 Viele Grüße Ingrid (Sambia? Kenn ich 🤪 😄 🤪 )
Ich habe das offensichtlich falsch interpretiert und bin nun zerknirscht 😵 .
Und so war Uwes Antwort natürlich gar keine Frage, sondern eine eindeutige Feststellung 😄 😄 😄 Bei euch ist es ja wohl demnächst mit Samba soweit - ganzganz toll finde ich, dass ihr das macht!!!
Mit Samba wird es bei uns nix mehr, aber Sambia trauen wir uns noch zu. 😄
tigris767 Beiträge · seit 200717. März 2019 · #284
Liebe Eulenmuckels,
so ein Schmuddelwetter-Sonntag ist bestens geeignet für die intensive Forumslektüre 🤪 und Eurer letzter Beitrag lockt mich erneut aus der "stille-Mitleserin-Ecke". Es macht mir wirklich ein Riesenvergnügen Eure so lebendig geschilderten und genial bebilderten Etappen zu begleiten. Da wird für alle Sinne was geboten - nicht nur für die Augen 😉 Und manchmal kommt es mir fast so vor, als sei ich tatsächlich dabei gewesen, so mitreißend ist Euer Schreibstil. Ein riesengroßes DANKE dafür!
Liebe Grüße Simone
Historie meiner 16 bisherigen Reisen ins südliche/östliche Afrika => 11/2001: NAM die Erste * 12/2003 - 01/2004: NAMIBIA Südtour * 03/2005: NAMIBIA ein runder Geburtstag in Windhoek/Tour mit Witti + Landy * 12/2007 -01/2008: NAMIBIA Südtour zum 2. mit Familie * 10-11/2008: Kurztrip nach NAM/wieder ein runder Geburtstag * 03/2011: NAMIBIA ~ Hochzeit der Schwägerin in Windhoek und kleine Tour * 09-10/2013: TANZANIA ~ 4 Wochen Familienbesuch * 12/2014 - 01/2015: NAM zum ersten Mal mit Dachzelt unterwegs * 07-08/2016: SÜDAFRIKA ~ 4 Wochen Kap und Gardenroute/Familienbesuch * 05/2018: KTP und mal wieder der Süden von NAMIBIA * 01-02/2020: NAMIBIAS Norden, Caprivi und ein bißchen BOTSWANA * 08-09/2021: BOTSWANA ~ Private Campingtour mit Bushways * 09/2O22: 3 Wochen SÜDAFRIKA mit Fokus auf Familie und Drakensbergen * 08-09/2023: BOTSWANA ~ 2. Private Campingtour mit Bushways * 02-03/2024: NAMIBIA ~ KTP und Südtour * 01-02/2026: 3. Private Campingtour mit Bushways
fotomatte2'516 Beiträge · seit 200917. März 2019 · #285
Hallo Uwe,
nochmals kurz zum Tutwa Café. Es stimmt eigentlich beides: es hat zu gemacht, und doch gibt´s es noch. 🤢 😄 Die Location nennt sich jetzt Café @ Caprivi Adventures. Ich glaube, es sind noch die selben Leute, ein Riaan Bester und seine Frau.
Die Schwalbe kann eigentlich nur eine Brown-throated Martin sein.
Die Schmetterlinge hören auf die Namen Common Grass Yellow sowie African Common White. Immer mit dem Vorbehalt, dass ich nur die Verbreitungskarte für Südafrika habe, aber es kommt eigentlich nix anderes in Frage.
Bei dem Aufenthalt und der Bootstour beim Mubala Camp habe ich ein paar Mal schmunzeln müssen, manches kam mir sehr bekannt vor, obwohl einiges komplett anders war. 😵 😎
Den Mukolo-Teil verfolge ich sehr gespannt, denn dieses Camp haben wir wegen Starkregens gekippt, obwohl es angedacht war.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200617. März 2019 · #286
@Friederike:
Ihr packt ja in einen Tag, wofür unsereins einen ganzen Urlaub braucht.
Wir hatten Glück. Die Artenvielfalt kam ja zu uns.
@Katrin: Auf jeden Fall führen diese Erlebnisse dazu, die eigenen Verhaltensweisen und Werte zu hinterfragen. Ist schneller wirklich immer besser?
@Bele:
und das Purpurhuhn wagt sich vielleicht auch noch aus der Deckung?
Mal schauen, was die nächsten Tage noch bringen. 😉
@Nadja: Vielen Dank für deine Begleitung. Inzwischen sind wir in unseren parallelen Reiseberichten ja beide am Kwando angelangt. Den Mopane-Wurm kannst du getrost von deiner Todo-Liste streichen, ohne etwas zu verpassen.
@Ingrid: Genau so ist es. Und auch wenn man vor Ort mit den Augen rollt, sind es doch diese Situationen, die Afrika für uns irgendwie sympatisch machen.
@Simone: Dein Kommentar freut uns sehr. Vielen Dank dafür.
@Matthias: Das Schöne an dem Café war ja der schattige Hof mit den vielen Vögeln. Schön, wenn es den noch gibt. Danke für die Bestimmung der Uferschwalbe sowie der Schmetterlinge. Dann sind wir mal gespannt auf deinen Bericht vom Mubala Camp. Dass ihr Mukolo canceln musstet, ist schade.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200624. März 2019 · #287
Tag 27 – 9. August 2018 – Gamedrives bei Nambwa
Mukolo Camp, Kongola
Wir standen noch vor sechs Uhr auf. Wach waren wir eh, denn der Flughund hatte fast die ganze Nacht wie ein rostiges Windrad in seinem Baum gefiept. Während Karin und Peter im Camp blieben und ausschliefen, fuhren wir in den nahe gelegenen Bwabwata-Nationalpark. Als wir um sieben Uhr an der Einfahrt standen, war die Rezeption noch geschlossen. So fuhren wir zunächst ohne zu zahlen in den Park. Wir pirschten langsam voran und nahmen jeden Umweg am Fluss unter die Räder.
Viel war heute Morgen nicht los. Wir sahen einige Kudus, Impalas und verschiedene Vögel. Glanzstare, Bülbüls und Braundrosslinge hüpften durchs Geäst, und in einiger Entfernung saß eine Spatelracke im Baum.
Ein Stückchen weiter schaute uns aus einem zugewachsenen Tümpel eine Gruppe Flusspferde aus dem Spinat entgegen. (Mit Pflanzen kennen wir uns nicht so gut aus.) Verschwanden die Köpfe der Tiere wieder unter dem ganzen Grün, so fiel auf den ersten Blick gar nicht auf, dass darunter Wasser verborgen war.
Wir folgten der unteren Strecke am Fluss entlang
und entdeckten einen Steppenbaumhopf,
zwei Wiedehopfe, von denen uns der eine schließlich sogar den Gefallen tat, seine Federhaube aufzustellen
und ein Pärchen Schreiseeadler. Einer der beiden Vögel hatte einen großen Fisch gefangen, den er jedoch aufgab, als wir mit unserem Auto vorbeifuhren. Um ihn nicht weiter von seiner Beute abzuhalten, hielten wir nur für ein schnelles Foto.
Wir folgten der schmalen Pad durch hohes Gras dem Nambwa-Camp entgegen
und stoppten noch einmal an einem kleinen Hide. Von hier aus hatte man einen guten Ausblick über die angrenzende Schwemmfläche. Etwas entfernt grasten ein paar Letschwes, ein Riesenfischer spähte nach einem lohnenswerten Schnapp, und zwei Wasserläufer stelzten am Ufer entlang.
Wir ließen das Camp links liegen und steuerten weiter Richtung Horseshoe. An einer Stelle führte der Weg direkt am Wasser vorbei. Unzählige Seerosen streckten ihre Blütenköpfe an die Oberfläche, und viele Jacanas spazierten auf ihren großen, bläulichen Füßen von Seerosenblatt zu Seerosenblatt. Wir beschlossen hier eine kleine Rast einzulegen und zu frühstücken. Im Auto aßen wir ein paar Rosinenbrötchen mit Nutella und Marmelade und freuten uns an der absoluten Stille.
Erst einige Zeit später entdeckten wir die kleinen, hübschen Zwerggänse, die zwischen den Wasserpflanzen gut getarnt umherschwammen. Eigentlich haben sie ja eine recht auffällige, bunte Färbung, verschmolzen hier aber total mit der Umgebung. Obwohl wir fast eine ganze Stunde lang an dieser Stelle standen, blieben die Vögel scheu und kamen uns nie richtig nahe.
Außer wenigen Hippos, den bereits genannten Antilopen und ein paar Riedböcken bekamen wir keine größeren Tiere zu Gesicht. Unter der gefiederten Freunden fanden sich noch ein junger Gaukler, eine Gabelracke (die werden wir jetzt immer für Robin und Casimodo einbauen) und ein Riesenglanzstar.
Ein Stück hinter dem Horseshoe kehrten wir um und nahmen die direkte Strecke zurück zur Ausfahrt. Bis dorthin brauchten wir etwa eine Stunde. Nun wollten wir brav den Parkeintritt bezahlen. Aber der zuständige Angestellte war gerade nicht da. Ein anderer Mitarbeiter erklärte uns, dass der Herr sofort wieder zurück sei. Wir warteten. Nach ein paar Minuten erklärten wir, dass wir heute Nachmittag ohnehin wieder kommen würden und die Gebühr auch dann bezahlen könnten. Nein, wir sollten warten, der Kollege sei jetzt gleich wieder da. Wir warteten und warteten, aber niemand kam. Nach weiteren Minuten erklärten wir, dass wir uns nun in das ausliegende Registrierungsbuch eintragen und das Geld dazu legen würden. Ja, das sei wohl in Ordnung.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200624. März 2019 · #288
Wir fuhren zurück zum Mukolo Camp und machten Mittagspause. Dort aßen wir Brot mit Blauschimmelkäse und Salami und Möhren, die wir in den Senf-Frischkäse dippten. Nichts Besonderes, aber mit genügend Hunger und auf dieser schönen Campsite hätten wir die Brotzeit nicht gegen ein Viergänge-Mittagsmenü tauschen mögen. Dann duschte Uwe und rief beim Shametu-Camp an, um nach einem freien Campingplatz für morgen zu fragen. Glücklicherweise gab es noch genau einen freien Platz, den wir reservierten. Dann liefen wir zum Hauptcamp und fragten die Besitzerin Veronica nach einer Bootstour für morgen früh. Sie werde mit ihrem Mann sprechen, und wir sollten später nochmal vorbeikommen.
Gelbbrustbülbül
Männlicher Senegal-Amarant
und seine Partnerin
Guinea Fowl
Kurz hielten wir noch unsere Beine in den kühlen Pool, da es schon wieder ziemlich warm war. Dann brachen wir erneut auf in den Park, diesmal mit Karin und Peter. Das Melden im Office konnte ja nicht allzu lange dauern, schließlich waren wir vormittags ja bereits im Park gewesen und hatten uns eingetragen. So dachten wir. Aber anstelle unsere bereits fertig ausgestellte Quittung nur schnell abzuholen, mussten wir uns nun ein zweites Mal in das Registrierungsbuch eintragen. Denn erst jetzt konnte mit dem neuen Eintrag die Quittung ausgestellt werden, da diese fortlaufend nummeriert sind. Haben wir zwar mal wieder nicht verstanden, aber dazu sind wir ja auch in Afrika. Am Aussichtspunkt bei Fort Doppies machten wir wie immer kurz halt und blickten auf die Feuchtebene. Einige Letschwes standen verstreut herum, sonst war nicht viel zu entdecken.
Auch im Park sahen wir nicht allzu viele Tiere: ein einzelner Elefant kam zielstrebig zum Wasser gelaufen um zu trinken. Was hatten wir hier schon riesige Herden gesehen, manchmal waren wir von Elefanten geradezu eingekesselt gewesen, und es gab weder ein Vor noch Zurück. Wir sahen noch einmal nach den Zwerggänsen. Jetzt wussten wir ja, an welcher Stelle sie zu finden waren.
Etwas weiter sahen wir eine große Herde Säbelantilopen am Ufer stehen und trinken. Als wir uns näherten, wurden die scheuen Tiere allerdings unruhig und zogen bald darauf vor unserem Auto über die Sandpiste. Ehe sie im trockenen Gras verschwanden, warfen sie noch rasch einen Blick zurück, um sicher zu gehen, dass wir sie auch nicht weiter verfolgten.
Ein Coucal hatte seine liebe Mühe mit der Größe seiner Beute. Wie auch immer er sie drehte und wendete, immer passte irgendetwas nicht. Bei uns waren es die Grashalme, die störten.
An den verschiedenen Hides hatten diverse Safariautos geparkt, und viel zu viele Gäste standen in der Gegend herum. So fuhren wir lieber noch ein Stück am Horseshoe vorbei. Im brakigen Wasser stocherte ein Hammerkopf herum. Auch er war erfolgreich und zog mit seinem kräftigen Schnabel einen kleinen schlammigen Frosch nach dem anderen aus dem Boden. Bevor er ihn mit einer ruckartigen Bewegung in seinen aufgesperrten Schlund schleuderte, befreite er seinen Fang durch Schütteln des Kopfes im Wasser vom Dreck.
Wir kehrten wieder um, da noch ein langer Rückweg vor uns lag. Karin und Peter hatten wir unmittelbar nach Einfahrt in den Park aus den Augen verloren und hofften, sie nun auf der Rückfahrt irgendwo wiederzufinden.
An der langen Lagune standen wir dann aber doch noch einige Zeit, denn eine große Familie Paviane hatte sich dort versammelt, und es war mächtig was los. Besonders die kleinen Affen stritten, zankten und jagten sich, übten sich im Hangeln und Klettern und turnten auf ihren älteren Familienmitgliedern herum.
Man widmete sich der gegenseitigen Fellpflege und intensivierte soziale Kontakte. Dazwischen jagten sich einige Impalaböcke, und auch ein paar Kudus kamen zum Trinken.
Wir blieben viel zu lange. Karin und Peter waren sicherlich schon längst wieder aus dem Park heraus, und wir mussten nun auch zusehen, dass wir vor Schrankenschluss zurückkämen. Am späten Nachmittag machte uns bzw. dem Auto der weichere Tiefsand deutlich mehr zu schaffen als am Morgen. Wir hatten aus Faulheit aber auch keine Luft aus den Reifen gelassen. An manchen Stellen mussten wir beim Wiederanfahren im Sand die Untersetzung bemühen. An einer besonders tiefsandigen Stelle kam uns ein Auto entgegen, und wir wichen auf eine weniger befahrene Spur aus. Dort wurden wir immer langsamer, bis wir stehen bleiben mussten. Auch mit der Untersetzung ging es nicht weiter, glücklicherweise aber noch rückwärts. Die Sonne war schon fast untergegangen, als unsere Spur von Elefanten blockiert wurde. Den ganzen Tag über hatten wir kaum einen Dickhäuter zu Gesicht bekommen. Nun waren es dafür umso mehr, und das auch noch ganz nah. Mehrere Tiere standen unmittelbar neben der Sandpiste und fraßen in aller Seelenruhe. Was konnten wir also tun, außer zu warten? Nach 10 Minuten hatte sich nicht sonderlich viel an unserer Situation verändert, und es sah auch nicht so aus, als würde in nächster Zeit viel geschehen. Mit Ruths Seelenruhe war es mittlerweile vorbei, uns lief die Zeit davon. Uwe war dafür, einfach vorsichtig weiterzufahren. Ruth fand die Vorstellung, mindestens einen Elefanten mit dem Auto von der Straße zu schubsen, nur wenig reizvoll. In der Herde befanden sich einige Jungtiere, und wer weiß, wie die Mütter reagieren würden, wenn wir einfach quer durch die Herde fahren. Außerdem standen wir immer noch im Tiefsand und waren nicht sonderlich beweglich. Weitere Minuten verstrichen, und die Gesichter wurden immer länger. Schließlich blieb uns nichts anderes übrig als umzudrehen und einen Umweg zu nehmen. Doch auch das war kompliziert genug. Zuerst fuhr Uwe ein Stück rückwärts, dann musste er aus der schmalen Rinne heraus und im Gestrüpp wenden. Auch hier waren wir wieder nahe daran, uns festzufahren. Wie konnten wir auch nur so dämlich sein, keine Luft aus den Reifen zu lassen? Vermutlich eine Mischung aus Überheblichkeit und Faulheit. Doch alles ging gut. Nach ein bisschen Hin und Her stand unser Auto nun wieder mit der Schnauze nach Süden. Ein tolles Gefühl, ohnehin spät dran und nun auch noch in die falsche Richtung unterwegs zu sein! Es wurde immer ruhiger in unserem Auto. Wir nahmen die nächstmögliche Abzweigung und kehrten in einem großen Bogen zurück. Hier begegneten uns Gott sein Dank keine weiteren Elefanten. Die Herde war anscheinend wirklich nicht weitergezogen. Nun ging es schnurstracks Richtung Parkausgang. Wir hätten nur noch für einen Leoparden angehalten und malten uns schon das genervte Gesicht des Officers an der Schranke aus. In Erwartung einer gehörigen Standpauke erreichten wir schließlich das Gate erst deutlich nach Sonnenuntergang. Zum Glück war das aber kein Problem. Die Schranke war geöffnet. Weit und breit war niemand zu sehen, und keiner schien sich für uns zu interessieren. Wir atmeten erleichtert auf. Da hatten wir ja doch noch mal Glück gehabt. Auf Teer und im Dunkeln ging es über den Kwando und die letzten 20 km zurück zum Mukolo Camp. Karin und Peter würden sich sicherlich schon Sorgen machen. Als wir endlich die Campsite erreichten, mussten wir jedoch mit Schrecken feststellen, dass die beiden noch gar nicht da waren. Das durfte doch nicht wahr sein! Nun waren wir es, die sich Sorgen machten. Wir sahen uns schon umkehren und die beiden nachts im Park zwischen aufgescheuchten Elefanten suchen. Nur nichts überstürzen. Ruth beschloss erst einmal zu duschen. Danach wollten wir weiter überlegen. Zum Glück schimmerte etwa 20 Minuten später der Lichtkegel eines Scheinwerfers durch die Büsche, und die beiden stiegen ähnlich angespannt wie wir zuvor erschöpft aus ihrem Auto. Es war nichts weiter geschehen, aber irgendwie hatten sie sich in der Zeit verschätzt. Wie das nur passieren konnte! Zum Abendessen kochten wir Nudeln mit einer Soße aus Thunfisch, Frischkäse und Zwiebeln. Zum Nachtisch bekamen wir von unseren Freunden Dosenananas mit Amarula. Wieder war ein langer Safaritag zu Ende.
Cruiser2'530 Beiträge · seit 201124. März 2019 · #289
Super. Was mir sehr gefällt sind die deutschen Vogelnahmen.
Best Regards
Adolf
Conservation is our passion!
Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'!
Sponsor of Desert Elephant Conservation.
Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA.
Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
Champagner8'684 Beiträge · seit 201024. März 2019 · #290
Liebe Muckels,
ach, was hatte ich heute für viele Déjà-Vus, schöne Erinnerungen und fettes Grinsen im Gesicht, als ich eure neuen Kapitel gelesen hab. 🙂
Man widmete sich der gegenseitigen Fellpflege und intensivierte soziale Kontakte.
Soziale Kontakte nennt man das jetzt also - aha..... 😛
Ein Stückchen weiter schaute uns aus einem zugewachsenen Tümpel eine Gruppe Flusspferde aus dem Spinat entgegen. (Mit Pflanzen kennen wir uns nicht so gut aus.)
😄 😄 😄
Ein Coucal hatte seine liebe Mühe mit der Größe seiner Beute. Wie auch immer er sie drehte und wendete, immer passte irgendetwas nicht. Bei uns waren es die Grashalme, die störten.
😄 😄 😄
MATTE 🤩 - ist das nicht exakt der Platz, an dem wir auch standen und die Gänschen beobachtet haben? 😐
Und die Sache mit dem Im-Park-Verlieren habt Ihr ja im Mahango mit uns durchexerziert - euch fällt auch kein neuer Sreich mehr ein, den Ihr euren Mitreisenden spielen könnt 🤪 😛
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200607. Apr. 2019 · #292
Tag 28 – 10. August 2018 – Hennie und Henne
Mukolo Camp, Kongola – Shametu Lodge, Divundu
Der Morgen im Mukolo-Camp war sehr entspannt. Wir hatten die Bootstour für 7.30 Uhr vereinbart, und so blieb genügend Zeit, die Fotoausrüstung zusammen zu stellen, eine Tasse Kaffee zu trinken und einige Rusks zu essen. Hennie, der Mann von Veronica und Besitzer des Camps, reparierte noch etwas an der Schiffsschraube, und wir unterhielten uns mit anderen Gästen des Camps. Dann ging es los. Außer uns gab es keine weiteren Teilnehmer, so dass wir das Boot wieder für uns alleine hatten.
von Karin:
Hennie erwies sich als ein sehr aufmerksamer Fahrer und entdeckte viele Vögel, auch wenn er sie nicht alle einwandfrei zu bestimmen wusste. Wir genossen die Fahrt in vollen Zügen. Die Luft war bereits morgens nicht mehr kalt. Die Landschaft war ganz anders als bei den bisherigen Bootstouren dieser Reise. Anfangs fuhren wir durch schmale Kanäle an hohem Schilf vorbei, dann öffnete sich der Blick, und wir schipperten in seichtem Wasser über die endlosen Flutebenen.
Außer einigen Letschwes und ein paar Hippos gab es natürlich sehr viele Vögel zu entdecken.
Rahmbrustprinie (Danke an Matthias)
Schwarzkehlchen
Bindenschwalbe
Wassertriel
Kapturteltaube
Ruhig glitten wir an einer Uferböschung vorüber, in deren Lehmboden die Weißstirnspinte ihre Bruthöhlen gegraben hatten. Viele dieser bunten Vögel saßen auf dem umliegenden Wurzelwerk und im Geäst und spähten nach Insekten. Sie waren nicht sehr scheu und störten sich kaum an unserer Anwesenheit.
Einige Malachit-Eisvögel hielten uns auf Trab, indem sie pfeilschnell zwischen den Riedhalmen hindurchsausten und sich dann nur kurz niederließen. Wieder und wieder wendete Hennie sein Boot, um uns in eine gute Position zu bringen, aber die Bilder waren meist unscharf und rauschig. Obwohl die blitzeblauen Vögel mit dem knallroten Schnabel so auffällig aussehen, verschmelzen sie mit den eng stehenden Papyrushalmen gut. Oft versuchte uns Hennie schon von Weitem auf den nächsten kleinen Kerl aufmerksam zu machen, doch bevor ihn auch der letzte erblickt hatte, war er meist schon wieder davongeflogen. Zu entdecken gab es trotzdem genug. Einige verlassene Webervogelnester baumelten über dem Wasser.
Zur Abwechslung mal ein Farbtupfer aus der Flora. Wären wir hier bei uns zu Hause, würden wir behaupten, dass die Blüte wie eine Winde aussieht, dort unten haben wir keine Ahnung, worum es sich handelt.
Ein Stückchen weiter saß ein Rieseneisvogel ganz entspannt auf einem Ast, als wir nur zwei Meter entfernt vorbeifuhren.
Graufischer
Zwergspinte schaukelten auf Halmen und dünnen Ästen.
Und dann erwischten wir doch noch einen Malachit.
Bei einer Hippo-Familie hielten wir am gegenüberliegenden Ufer und beobachteten die Tiere, während sie immer wieder kurz auftauchten, mit ihren kleinen Ohren wedelten, Luft holten und wieder unter der Wasseroberfläche verschwanden.
Wir sahen einen brütenden Langzehenkiebitz und sogar einige Brachschwalben, die wir auf dem dunklen Boden kaum erkennen konnten.
Zwei Klunkerkraniche standen weit entfernt im Gras, Kormorane flogen vorbei, und ein großer Wasserwaren sonnte sich auf seinem Liegestuhl.
Die Fahrt verlief äußerst entspannt und ruhig und war zu keinem Zeitpunkt langweilig, obwohl wir viele Arten schon an anderer Stelle gesehen hatten. Am Ende kamen wir unmittelbar vor unserer Campsite im Kanal zurück, wo kurz vor Schluss unseres Trips dann doch noch eine ganz besondere Überraschung auf uns wartete. Das Purpurhuhn, von dem wir bereits vorgestern lediglich ein paar Schwanzfedern erblicken konnten und welches Ruth nicht viel mehr als nasse Füße eingebracht und etliche Schimpfwörter entlockt hatte, stand nun parat. Und es war nicht allein, sondern hatte gleich noch eine Partnerin mitgebracht. Vom Boot aus leicht erhöhter Position ließen sie sich bereitwillig beobachten und bestaunen.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200607. Apr. 2019 · #293
Zurück am Camp machten wir eine Frühstückspause mit Wildschinken, Käse, Brot und Rosinenbrötchen mit Marmelade.
von Karin:
Da wir uns mal wieder nicht losreißen konnten, blieben wir noch ein wenig im schönen Mukolo-Camp. Ruth fand den einen oder anderen Schmetterling,
Common Dotted Border (Danke an Matthias)
links: männlicher Banded Gold Tip, rechts: weiblicher Queen Purple Tip (besten Dank an Matthias)
Uwe eher die, die es noch werden wollten. Unter einem Unterlegbrett entdeckte er eine interessante Raupe. Mit ihren langen Haaren erinnerte sie uns an eine Miniatur-Kehrmaschine.
von Karin:
Graukopfwürger
Selbsthilfegruppe der punktlosen Marienkäfer
Schließlich zahlten wir unsere Rechnung und erfuhren, dass das Camp acht Angestellte hat und seit zwei Jahren existiert. Wir hatten zuvor im Gegensatz zum Mavunje Camp noch nicht so viel davon gehört. Es hat uns ausgesprochen gut dort gefallen, denn die einzelnen Campsites liegen ein wenig durch Büsche und Bäume voneinander getrennt und haben einen schönen Ausblick. Die Besitzer waren sehr freundlich, und wir durften uns frei im Gelände bewegen, welches viele Möglichkeiten bietet, verschiedene Vögel zu entdecken.
Auf direktem Weg fuhren wir dann ohne Pause nach Divundu
und kamen gegen halb vier bei der Shametu River Lodge an. Wir erhielten Campsite Nummer 3, wo wir uns nur kurz aufhielten.
Amethystglanzstar (Männchen und Weibchen)
Während Karin und Peter dort blieben, zog es uns noch für zwei Stunden in den Mahango. Der Park ist relativ klein und übersichtlich, aber recht wildreich, und wir haben dort immer viel entdecken können. Gleich zu Beginn sahen wir eine Rotschopftrappe.
Direkt neben dem Weg ließen sich zwei Elefanten ihr Abendbrot schmecken. Unbeeindruckt von den langen Dornen umwickelten sie die Äste mit ihrem Rüssel, rupften sie vom Baum und stopften sie sich ins Maul, als gäbe es nichts Besseres.
Wir fanden viele Impala, Warzenschweine, Zebras, Leierantilopen, Gnus und Giraffen. Allesamt nicht im besten Licht oder ziemlich weit entfernt. Auf den Schwemmebenen am Okavango standen einige Büffel bis zum Bauch im Grünzeug und fraßen. Außerdem gab es die verschiedensten Wasservögel: Reiher, Kiebitze, Witwenenten, Nimmersatt-Störche, Klunkerkraniche und Sporengänse. Die meiste Zeit standen wir einfach nur irgendwo herum und beobachteten entweder vom Auto aus und später auch zu Fuß am großen Baobab das Kommen und Gehen der Tiere. Zwei Riedböcke jagten hintereinander her und störten für kurze Zeit die Ruhe.
Sporengänse
Das Nachmittagslicht war wunderschön, und wir genossen die entspannte Fahrt auf der guten Schotterstraße. Auf dem Rückweg begegneten wir noch einer Gruppe Kudus, bevor wir dann kurz vor Sonnenuntergang den Park wieder verließen.
Gegen halb sieben waren wir wieder auf unserem Campingplatz, duschten und gingen mit Karin und Peter zum reservierten Abendessen der Lodge. Wir freuten uns, dass wir nicht selbst kochen mussten. Das Dinner war sehr gut, aber gegen Ende wurde es uns in den offenen Räumen etwas kühl. Daher saßen wir nach dem Essen auch nicht mehr allzu lange beisammen und verschwanden schon bald in unseren Zelten.
franzicke2'085 Beiträge · seit 201208. Apr. 2019 · #295
Hallo ihr Eulenmuckels, an euch haben wir schon sehr gedacht, wie ihr wohl den Samstagabend weggesteckt habt - mit einem Spitzenspiel hatte das ja leider mal so gar nichts zu tun ... Umso mehr freu ich mich aber an der Fortsetzung eures Berichts! Ganz wunderbare Stimmungen und Szenen von eurer Bootsfahrt habt ihr da eingefangen. Ich bin schon schwer begeistert, dass es bei euch auch nach Wochen auf der Reise so gar nicht nachlässt, immer und immer wieder auf Entdeckungstour zu gehen - die dann auch immer und immer wieder erfolgreich sind. Richtig richtig toll!!! Liebe Grüße Ingrid
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200608. Apr. 2019 · #296
@Carsten: Ja, und nicht nur wir haben geschwächelt. 😉
@Ingrid: Das mit dem Spitzenspiel stimmt leider. Irgendwie war auch recht schnell klar, dass das diesmal nichts wird. Aber unsere Laune war trotzdem gut. Und an unserem Einsatz hat es bestimmt nicht gelegen. 😉
dass es bei euch auch nach Wochen auf der Reise so gar nicht nachlässt, immer und immer wieder auf Entdeckungstour zu gehen
Um ganz ehrlich zu sein: Es gibt schon Momente, in denen ich ein wenig zu faul bin, den Fotoapparat in die Hand zu nehmen. Das gilt jedoch nicht für eine Bootstour, bei der man direkt bis zu den Vögeln gefahren wird. Und ausruhen können wir uns ja zu Hause, da wir ja (fast) nur in Afrika fotografieren.
fotomatte2'516 Beiträge · seit 200909. Apr. 2019 · #297
Hallo Uwe,
wenn ich all eure schönen Fotos sehe, tut es mir schon bissle weh, dass es bei uns mit Mukolo nicht geklappt hat.
Dein Prinienverdacht ist nicht unbegründet, es ist eine Tawny-flanked Prinia. Die ist dort oben ja allgegenwärtig.
Der gelbe Schmetterling sollte dir bekannt sein, den habe ich euch schon mal bestimmt... 😗 😊 🙄 ein Common Dotted Border
Das nächste Foto ist interessant: es zeigt das Abwehrverhalten von einem weiblichen Queen Purple Tip, welches von den Annäherungsversuchen des männlichen Banded Gold Tips nicht erfreut ist.
Bei den Amethyst-Glanzstaren solltest du entweder den Text, oder die Fotos, umstellen. 😛
Schön muckelig sieht das bei euch Vieren wieder aus.
elotse191 Beiträge · seit 201609. Apr. 2019 · #298
Hallo Muckels, endlich habe ich es geschafft und euren Bericht innerhalb von zwei Tagen gelesen. Ups, da ist ja das lesen schon anstrengend. Unglaublich wie ihr die unzähligen Eindrücke beschreibt und mit den fantastischen Bildern wirken lasst. Ein rissiges Kompliment, der Bericht verdient alle Sterne welche zu vergeben sind.
Ihr schafft es Afrika in die gute Stube zu bringen
Tausend Dank Klaus
An Uwe noch eine Frage: Bei einigen Fotos ist es möglich die EXIF Daten anzuschauen. 🙂 Ich mach dies sehr gerne um von guten Fotos zu lernen 😎 Dabei ist mir aufgefallen, dass Du oft mit einer Blendenkorrektur von +0,67 arbeitest. Ist dies eine notwendige kameraspezifische Einstellung oder wie kommst Du auf diesen Wert?
Carpe diem
Hier findest Du mehr zu meinen Aktivitäten:
www.kk4you.de - In dem Blog berichte ich zu den Themen: Reisen, mit dem Schwerpunkt Griechenland, Segeln, Outdoor Aktivitäten und den Dingen die mich sonst bewegen.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200609. Apr. 2019 · #299
@Matthias: Vielen Dank für deine Ergänzungen. Auf dich ist immer Verlass. Woran erkennst du das Abwehrverhalten des weiblichen Schmetterlings? Hast du auch eine Idee zur Herkunft der Raupe? Der Dreher mit den Star-Geschlechtern ist mir auch schon aufgefallen. Hast du gut gesehen. 🙂
@Klaus: Danke für dein Lob, und bitte entschuldige, wenn wir dich bei der virtuellen Reise zu sehr angestrengt haben. 😉 Die Belichtungskorrektur um zwei Blendenstufen verwenden wir oft, wenn uns die Bilder auf dem Kameradisplay zu dunkel (oder zu hell) erscheinen. Das kann auch bei ungünstiger Helligkeitsverteilung passieren, also z. B. bei einem dunklen Motiv (Tier) vor einem hellen Hintergrund (Himmel). Die Kamera belichtet dann aufgrund des Himmels zu dunkel, und das Tier säuft ab. Dann verwende ich auch die Belichtungskorrektur.
fotomatte2'516 Beiträge · seit 200909. Apr. 2019 · #300
Hallo Uwe,
das aufwärts gerichtete Abdomen des Weibchens ist eindeutig. Sie signalisiert, dass sie nicht belästigt werden will, hier wohl, da das Männchen gar nicht "passt". Sie machen das aber auch bei arteigenen Männchen, wenn sie schon begattet wurden.
Zu der Raupe kann ich nur sagen, dass sie zu einem Nachtfalter gehört.