Been there. Done it! Got it? - Namibia Okt. 2017

Reisebericht 278 Antworten · 64,2k Aufrufe · gestartet 09. Feb. 2018 von Blende18.2
Themenstarter1'165 Beiträge · seit 201713. Apr. 2018 · #181
marilou schrieb:Hallo Robin
Ich war/bin zwar nur als stille Mitleserin auf deiner Reise unterwegs - trotzdem vermisse ich die Fortsetzung deines so tollen Reiseberichtes sehr! Hoffentlich kommst du bald wieder zum Schreiben 😉 Ich freue mich jedenfalls und bin gespannt auf die weiteren Etappen.
Liebe Grüsse, marilou
Ich war einfach beruflich zu eingebunden und bin auch die nächsten Wochen viel unterwegs. Also bleibt in Kombination mit gut durchgeplanten Wochenenden UND schönem Wetter so verdammt wenig Zeit. #GrillwetterIstEndlichWieder

ABER, ich bin nur so lange wach, weil gerade die Bilder hochladen für den nächsten Tag, es geht also morgen endlich weiter und geplant dann in etwas regelmäßigeren Abständen, wenn vielleicht auch die Tage etwas aufgeteilt. 🙂


@ Alle die mitgesucht haben auf dem Oster-Suchbild
Ich glaube Daxiang ist der einzige der alles gesehen hat. Sein vermeintlicher Löwe ist die Silhouette eines Küken in Schale, getarnt als Bodenmalerei. Scharfe Augen!!! 😎 *Respekt*

Hier die Auflösung:
PA170199-2-2.jpg


@ Nadine*76
Ohja, der Adrenalinkick beim Nashorn hatte dann auch definitiv erstmal ausgereicht. Bin mal gespannt ob wir in Botswana mit eurem vergleichbare Elefantenerlebnisse haben werden. 😐 🙂

@ BerndW
Auf die Größe will ich mich beim Abdruck gar nicht festlegen, kann auch wie von dir beschrieben Handballen groß gewesen sein. Da macht die Erinnerung nicht mehr mit und leider habe ich nichts zum Größenvergleich auf dem Foto. (dazu mache ich mir mal eine Gedankennotiz)

Von Löwen in dem Gebiet ist mir nichts bekannt. Laut den Farmern hat es dort nur Leoparden als einzige Großkatzen und davon soll einer auch in der Nähe der "Bushman Cave" leben. Aber selten zu sehen, da zum Glück sehr scheu.


Gruß und Gute Nacht,
Robin
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zuletzt bearbeitet 13. Apr. 2018
Themenstarter1'165 Beiträge · seit 201714. Apr. 2018 · #182
Tag 12 - 17.10.: Ein magischer Moment





Wir stehen wie so oft früh auf, es warten zwar nur wenige Kilometer auf uns, aber wir wollen ja auch etwas Zeit für die Day-Area in Palmwag haben. Wir kochen Kaffee und schmieren „Pausenbrote“, das Frühstück nehmen wir heute direkt mit auf Safari.

Und nachdem wir ja auf „Löwengebiet“ übernachtet haben und reinfahren werden heute, entschließe ich mich dazu, doch mal eine andere, als die mit Kudublut durchtränkte Hose anzuziehen. 🙄 😉

Jetzt kommt auch zum ersten Mal unser Eimer mit Deckel zum Einsatz. Wir haben oft gelesen, dass ein verschließbares Gefäß und etwas Waschmittel auf den Rumpelpisten ein porentief-reines Ergebnis liefert. Wir packen also alles was passt in den Eimer, Waschmittel drauf, warmes Wasser drüber, den Eimer noch in einen Müllsack zur Sicherheit gestopft und dann geschickt hinten im Hilux eingeklemmt, damit er möglichst nicht umfallen kann. Wir sind gespannt ob das Ergebnis „Weißer Riese“ oder doch nur „Blauer Billig-Eimer“ sein wird. 🤨

Wir fahren zur Lodge, checken aus und treffen wieder auf Uno, der uns kurz die Strecken in Palmwag erklärt und uns rät bis maximal zum Aub-River zu fahren, sonst schaffen wir es kaum durch das ganze Gebiet. (komisch, sind doch nur ein paar Kilometer Strecke… wir tun mal so, als ob wir das auch so sehen)

Uno hat heute etwas länger Dienst und verabschiedet uns mit den Worten: „Ich fühl mich wohler, wenn ich weiß, dass ihr sicher und ohne Probleme die Concession besucht habt. Wäre nett, wenn ihr kurz Bescheid sagt. Dann habe ich einen schöneren Tag!“ – namibianische Freundlichkeit. 🙂

Wir machen uns auf, es sind knapp 17km bis Gate 2, das weiter nördlich der Lodge liegt, aber weit kommen wir nicht. Nach guten 2 Kilometern sehen wir eine kleinere Gruppe Giraffen neben der Straße stehen. Mitten im Schatten der Berge, das schreit nach Fotostopp mit schlechtem Licht.







Angekommen am Gate zeigen wir kurz unser Permit und dann geht es anhand der DIN-A4 Karte auch schon rein ins Gebiet. Wir werden von einem Schakal begrüßt der sich durch die Steine trollt und fahren unsere ersten Meter in ein etwas unwirklich erscheinendes Gebiet. Es hat überall Geröll, die Wege sind eng, es rumpelt und abseits der Piste liegen so viele spitze Reifenschlitzer, dass wir höllisch aufpassen müssen. Eines wird sehr schnell klar, in Palmwag kann man keine Kilometer machen. Wir kommen zum ersten Abzweig und fahren erstmal Richtung Aub River. Es geht noch langsamer voran, aber der Weg ist landschaftlich ein Traum und auch die Faune wacht auf und es zeigen sich ein paar Oryx und Springböcke auf dem Weg.





Benguela Long-billed Lark - danke Maddy!



maennlicher Southern Fiscal - Lanius collaris - danke Maddy!










Wir gucken Landschaft und kommen an unserem Wendepunkt an. Der Aub River, natürlich nur ein ausgetrocknetes Flußbett und wir haben viel länger dank Schneckentempo hier hin gebraucht als gedacht. Wir drehen um und ich sehe ein Schild, dass den Weg zum Aub Canyon ausschildert mit 300m. „Wir fahren auch nur kurz hin, ich mach‘ nen Foto vom Canyon und dann fahren wir direkt weiter, versprochen. Vielleicht hat man ja ne coole Landschaft?!“

Das war einer der besten Entscheidungen des Urlaubs… Nein, das war die BESTE Entscheidung des Urlaubs. Ohne jegliche Erwartung kommen wir oberhalb des Aub-Canyons an die Plateaukante und blicken auf eine kleine, grüne Oase hinab, die sich etwas unwirklich inmitten dieser staubigen, steinigen, etwas trostlosen Landschaft gehalten hat. Und da stehen ein paar Giraffen und 4 der berüchtigten Wüstenelefanten im hohen Gras. 🤩



Dieser Moment lässt sich ganz schwer beschreiben. Es ist so eine friedliche Szenerie, wir werden zwar wahr genommen, aber sind so weit weg, dass man uns ignorieren kann. Irgendwie hat es etwas, es wird jetzt total kitschig: Erhabenes, ein ganz magischer Moment. Wir machen den Motor aus, ich klettere auf die Rückbank und wir beziehen unsere Logenplätze und beobachten einfach nur die sanften, grauen Riesen. Genau das hier haben wir uns vorgestellt, wie es sein sollte, obwohl wir uns das so, wie es jetzt und hier ist, vorher nie so vorgestellt hatten. 🙂

Deswegen kommen jetzt auch einfach Bilder:

Erst mal das weiße Ding aus dem Versteck heraus taxieren…




Etwas schüchtern…


… aber…


… das Wasser ist zu verlockend!






Nach guten 45 Minuten ziehen sich die Elis langsam zurück und verlassen das Tal, ich versuche noch ein Foto mit offenen Ohren zu kriegen und werde on-top noch mit zwei schrumpeligen Hintern belohnt. 😄







In unserer kleinen Reisegruppe gibt es eine klare Verteilung. Mara ist der Elefanten-Fan und ich freue mich am meisten auf Katzen aller Art, besonders Geparde. Aber auch bei mir hat es plötzlich „Klick“ gemacht. Ich bin mittlerweile arg fasziniert von den Elis. 😎

Nichtsdestotrotz, es muss jetzt weiter gehen, fast unser Glück, dass die Elefanten gegangen sind, sonst hätten wir da den ganzen Tag gestanden. Wir fahren zurück und scheuchen ein paar Springböcke auf. Super schlau diese Springböcke, zumindest einer der Truppe. Er weicht nicht nach links oder rechts aus, sondern nutzt unsere Fahrspur zur Flucht, da die ja so schön steinfrei ist. Blöd nur, dass wir den jetzt 10 Minuten lang „verfolgen“ und er immer weiter von seinen Kumpels getrennt wird. Aber es hilft nix. Bleiben wir stehen, dann bleibt er auch mitten auf dem Weg stehen, fahren wir ein Stück haut er immer entlang der Pad ab. 🤪



Nach einer gefühlten Ewigkeit hat er es endlich geschnallt, und stellt sich neben die Pad der Schlaumeier. Wir steuern jetzt stracks auf den Viewpoint V2 an, wir müssen mal raus aus der Karre und das ist nur auf den Viewpoints erlaubt. Von oben hat man einen guten Rundumblick und die Viewpoints sind von Bäumen gesäubert, so gibt es auch keinen Schatten, so verirrt sich auch kein Löwe oder sonst ein Tier hierhin. Man hat von dort einen schönen Blick auf das Awaxas-Wasserloch.







Der weitere Verlauf unseres Palmwag Besuchs läuft eigentlich ziemlich Ereignislos ab. Man kann auf dem Weg Richtung Süden immer mal wieder zum Kawaxab Flussbett/Canyon abbiegen, wir nutzen auch einige der Möglichkeiten, sehen mal ein paar Baboons oder Giraffen vorbeitraben. Es hat die hier typischen Vertreter Oryx und Springböcke und auch Richtung Van Zyl‘s Gat machen wir noch einen Abstecher.











Danach wollen wir es mit Viewpoint V5 versuchen, aber den Aufstieg brechen wir ab, da der Weg irgendwann komplett aus spitzen Steinen und ordentlicher Steigung besteht. Wir wenden den Wagen in einer abenteuerlichen Aktion auf dem schmalen Pfad und machen halt eine Pause auf halber Höhe. Auf dem Weg zum südlichen Gate nutzen wir noch einen letzten Schlenker durch das Flussbett des Uniab und über den Leopard-Trail. Leoparden sehen wir zwar keine, aber dafür ein paar Giraffen direkt an der Pad, womit dann der Safari-Tag so endet, wie er angefangen hat. 😉









Wir sagen nicht Tschüss, sonder auf ein Wiedersehen Palmwag.


Natürlich halten wir kurz noch mal in der Lodge an und Uno freut sich, dass wir wirklich noch schnell reingeschneit sind. (vermutlich freut er sich nicht, dass wir REINGESCHNEIT sind, er kennt vermutlich gar keinen Schnee, aber egal…) Wir quatschen noch etwas, erzählen von unseren Sichtungen und dann geht es auch schon doch noch recht pünktlich irgendwann so um 14.30h zum Vet-Fence.

Es kommt uns ein Auto entgegen und wir merken erst jetzt, dass wir die knapp 7 Stunden im Palmwag kein anderes Fahrzeug, keinen anderen Menschen gesehen haben. 😮

Das erste Mal Nord nach Süd
Da gab‘ es ja noch das Thema Vet-Fence. Wir fahren auf der Nordseite vor und es tut sich was, langsam und gemächlich, aber es tut sich was. Etwas unmotiviert schlurft einer um den Wagen und spritzt die Reifen ab, ein zweiter kommt ans Fenster und deutet uns an, den Wagen hinten zur Kontrolle zu öffnen. Wir hören ein „Die sind in Ordnung, die haben nix dabei! – Die haben mir gestern ihr ganzes Fleisch gegeben.“ Schneller als wir gucken oder Hallo sagen können sitzt auch schon ein Sergeant Geingob bei uns hinten im Auto und räumt erstmal die halbe Rückbank um, damit er Platz hat. „Na, wie geht’s. Gut. Ach das ist schön, fahr‘ mal da vorne zu dem kleinen Shop, da hab ich eure Sachen gelagert.“ 😗 😄

Er hat unsere Eier im Vorrat verstaut und das Fleisch über Nacht im Freezer eingefroren. Wir nehmen glücklich über den reibungslosen Ablauf unsere Sachen entgegen, er wünscht uns einen schönen Tag und wendet sich zum Gehen. Nicht ganz so schnell, ich rufe ihn zurück und erkläre ihm, dass ich das wahrscheinlich bei einem deutschen Polizisten nicht machen würde, aber jetzt wo wir unser Fleisch wiederhaben, ist ja gar kein Platz mehr für das Sixpack, eiskalte Windhoek-Lager in unserem Engel?!

Sergeant Geingob lächelt uns wissend an. „Nana, ich bin ja im Dienst, da trinke ich nix… aber in 2 Stunden hab‘ ich Feierabend.“ Wir wünschen einen schönen Tag und am meisten hat uns gefreut, dass er eigentlich gar nix haben wollte. Es war einfach eine reine Nettigkeit. 🙂

Es geht jetzt nur noch einen kleinen Hopser zur Hoada Campsite, ein weiteres Highlight, auf das wir uns vor der Abreise schon sehr gefreut haben, aber leider nur einen Tag dort bekommen konnten. Gerne hätten wir dort zwei Tage verbracht… zum Glück haben wir das nicht.




FORTSETZUNG FOLGT…


Gruß,
Robin
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zuletzt bearbeitet 15. Apr. 2018
3'883 Beiträge · seit 201114. Apr. 2018 · #183
Ein Hoch auf Sergeant Geingob! Ich war sehr gespannt, ob ihr euer Fleisch zurückbekommt. den 6pac hatte er sich wirklich verdient.
Wir haben Palmwag bisher nur als Übernachtungsplatz gesehen. Auch die Morgentour zu den keine Wüstenelefanten hat uns nicht vom Hocker gerissen. Nach deiner Schilderung weiß ich, beim nächsten Mal, so es eines gibt, machen wir es wie ihr.
Einen sonnigen Tag wünscht
freshy
Reiseberichte und Videos Video:Bootsafari auf dem Kwando 2018 Forum(2016): Südafrika & KTP Forum(2013): Zwei Gruftys in Botswana Forum(2013): Fünf Tage in Johannesburg Web:Namibia & Botswana 2017 Video:Sani Pass 2015 Web:Südafrika & Lesotho 2015 Web:Auf Pad im südl. Afrika 2014 Video:Elefanten im Senyati Safari Camp 2013 Web:Namibia 2011
2'167 Beiträge · seit 200914. Apr. 2018 · #184
Hallo Robin,

Dein Palmwag-Vogel ist ein Benguela Long-billed Lark, und der Wuerger ist schon einer: ein maennlicher Southern Fiscal - Lanius collaris - in Namibia hat der eine weisse Augenbraue! (ssp. subcoronatus).

Herzlichen Dank fuer deinen Resebericht und die tollen Bilder - ja, genau dort haben wir damals auch Elefanten gesehen! 🤩

Gruss aus Sodwana
Maddy
Reiseberichte: Camping Tour Northern Namibia, August 2010 Dlinza Forest, Eshowe, KZN, South Africa Die erste Reise - Loggerhead Camping trip 2020: KNP-Mapungubwe-Magoebaskloof-Mt.Sheba
1'523 Beiträge · seit 201114. Apr. 2018 · #185
"Uno" fühlt sich wirklich wohler, wenn Ihr Euch aus der Conzession zurückmeldet.........

Das Ganze hat einen Hintergrund: Am 3.Februar ist ein Junges Paar aus SA haarscharf an einem

Drama vorbeigeschrammt........Hatten tief in der day visitor area einen Achsbruch......mit viel Glück

wurden sie gefunden (die ganze story würde jetzt zu lang) .....in der Palmwag landete jedenfalls ein Notsignal

und die Leute an der Reception reagierten nicht......daher hat der Fritz Schenk seinen Staff wieder mal

etwas "nachtrainiert ". Die Beiden waren auf unserer Nachbarcampsite (der verlassene Trailer mit aufgestelltem Zelt darauf)

die ganze Nacht nicht aufgekreuzt ....wollte schon am morgen Meldung machen,,,,,,da war die Rettungsaktion

schon im Gange.......durften dann Juanita Falkenberg kennen lernen, die mit zwei Angestellten 7Std in der brüllenden

Hitze die Karre notdürftig reparierte........

lg.......................BMW
zuletzt bearbeitet 14. Apr. 2018
Themenstarter1'165 Beiträge · seit 201715. Apr. 2018 · #186
Hallo Mitreisende,

freut uns sehr, dass immer noch ein paar unsere Reise mitverfolgen. Wir haben gerade das Reisetagebuch für die nächsten Tage in Word übertragen und es ist schon verrückt, wie viel man schon wieder vergessen hat. Gut, dass wir das Tagebuch geschrieben haben. 🙂


@ freshy
Mach' das. Man sieht vielleicht nicht viel und es braucht bestimmt mehr Glück als im Etosha, aber die Einsamkeit dort und das Gebiet hat uns so gut gefallen, dass zumindest ich gerne mal die komplette Tour-Route bis hoch zum Hoanib fahren würde.

@ Maddy
Vielen Dank für deine Bestimmung!!! 😘
Das wird direkt nachgetragen.

@ BMW
Auch dir danke für die Erklärung. Was mich aber daran sehr wundert ist, dass man sich ja sowohl an, als auch abmeldet in der Day-Area. Es wird bei Ein- und Ausfahrt alles notiert und bei Einfahrt auch die Anzahl Tage oder ob man Day-Visitor ist.

Ich hätte schon gedacht, dass die Abends mal abgleichen ob auch die Leute raus sind, die raus sein sollten. 😐


Gruß,
Robin
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1'523 Beiträge · seit 201115. Apr. 2018 · #187
@ Robin...

in ein Buch geschrieben und notiert wird schon..........das ist korrekt...

im ungünstigen Falle wars das dann.................... 😄 😄 😄 😄

deswegen das "Nachtraining " von Fritz Schenk ( 9 mal geht alles gut, beim 10.mal dann eben nicht )

lg.........................BMW
zuletzt bearbeitet 15. Apr. 2018
766 Beiträge · seit 200715. Apr. 2018 · #188
Hallo Ihr Zwei,
nach 22 Tagen Namibia heute in Frankfurt gelandet und auf Heimfahrt.
Bei mir kam es anders als geplant, da ich zum einen krank wurde und zum anderen der Regen uns manche Location nicht anfahren lies.

Ich freue mich, bei eurem Bericht wieder dabei sein zu können!

Liebe Grüße Giraffen-Lisa
Meine Aufenthalte in Südwest/Namibia: 1978/79 Besuch auf Farm am Waterberg, 1980 Praktikum im Schülerheim Otjiwarongo/Caprivi, 1981 Bulli-Rundreise mit crockydile: Namibia – Kapstadt – Gardenroute – Zymbabwe – Victoriafälle – Botswana (10Tage mit dem Mokoro im Okawango-Delta) – Namibia, 1983 Arbeiten auf Farm Otjikaru am Waterberg lange Pause Tolle Urlaube folgenten: 2007 Namibia, 2008 Namibia/Botswana, 2009 Namibia 2018 Wunderschöne 2-Familientour mit Familie tim.buktu
708 Beiträge · seit 201515. Apr. 2018 · #189
Blende18.2 schrieb:
Es geht jetzt nur noch einen kleinen Hopser zur Hoada Campsite, ein weiteres Highlight, auf das wir uns vor der Abreise schon sehr gefreut haben, aber leider nur einen Tag dort bekommen konnten. Gerne hätten wir dort zwei Tage verbracht… zum Glück haben wir das nicht.
Hallo Robin,

danke für deinen Bericht. Der hoffentlich bald weitergeht! Denn gerne erfahre ich, wieso du es als Glück empfandest, nur eine Nacht Hoada Campsite zu haben... 😐 Ich werde im Oktober zwei Nächte da sein 🤩

Cheerio
trsi
Meine Afrikaerfahrungen: 2003 Tunesien und Libyen (2 Wochen) ¦ 2009 Namibia & Botswana (3 Wochen) ¦ 2011 Nambia, Sambia & Botswana (7 Wochen) ¦ 2016 Namibia & Botswana (4 Wochen) ¦ 2018 Kamerun (12 Tage) ¦ Namibia & KTP (5 Wochen) ¦ 2019 Uganda & Tansania (5 Wochen) ¦ 2020 Namibia (3 Wochen) ¦ 2021 Tansania (2 Wochen) ¦ Namibia (6 Wochen) ¦ 2022 Sabbatical in Namibia und Kapstadt (6.5 Monate) ¦ 2023 Namibia (2x 3 Wochen) ¦ 2024 Namibia (3 Wochen) ¦ 2025 Namibia & KTP (6 Wochen) ¦ 2026 Namibia (3 Wochen)
Themenstarter1'165 Beiträge · seit 201715. Apr. 2018 · #190
Giraffen-Lisa schrieb:Hallo Ihr Zwei,
nach 22 Tagen Namibia heute in Frankfurt gelandet und auf Heimfahrt.
Bei mir kam es anders als geplant, da ich zum einen krank wurde und zum anderen der Regen uns manche Location nicht anfahren lies.

Ich freue mich, bei eurem Bericht wieder dabei sein zu können!

Liebe Grüße Giraffen-Lisa
Herzlich willkommen zurück! 🤩

Dein ersten paar Worte zu deiner Reise hören sich ja nicht sooo erbaulich an. 🙁
Ich hoffe ihr hattet dennoch eine spannende und schöne Reise. Ich würd' mich auf jeden Fall freuen etwas mehr darüber zu lesen. (ich bau' schon mal Druck auf) 😛


@trsi
Es hat Licht und Schatten, aber in erster Linie sicher auch zu hohe Erwartungen. Ich denke heute Abend komme ich noch dazu, den Tag zu Ende zu schreiben. Aber erstmal Derby im Pott!
749.jpeg





Besten Gruß,
Robin
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zuletzt bearbeitet 15. Apr. 2018
210 Beiträge · seit 201715. Apr. 2018 · #191
Hallo Robin,
Bin schon gespannt auf die Fortsetzung, denn wir haben auch Hoada auf der Planung (genau wir Omandumba). Das Fazit des Tages vermisse ich noch... wir fliegen in 2 Wochen.
Grts
Marianne
2018 Erfahrungen unserer Reise nach Namibia 2017 Stippvisite im Iran
Themenstarter1'165 Beiträge · seit 201716. Apr. 2018 · #192
Fortsetzung - Tag 12 - 17.10.: Hoada Campsite

Die kurze Fahretappe über den Grootberg-Pass entlang der C40 bleibt komplett ereignislos, so freuen wir uns als wir am Rand ein Schild entdecken, dass uns den Weg nach Hoada weist.



Wir werden von Musita empfangen, einer quirligen Dame mit südländischen Wurzeln. Sie erklärt uns die Anlage, wo wir unsere Campsite finden und wir nehmen noch ein Braai-Set mit. Das Schaf hier ist fantastisch erklärt sie uns. Dann fragt Sie noch ob wir morgen einen Walk mitmachen wollen, zu einer Farm. Wir verstehen das als einen der typischen Walks zu einem Eingeborenen-Dorf. Da sind wir nicht so sehr erpicht drauf, also schlagen wir das vorerst aus und nehmen unsere Campsite in Beschlag.

Die Campsite ist sehr schön angelegt und quetscht sich zwischen diverse Findelfelsen. Vorne erwartet einen die Grillstelle mit Warmwasser-Donkie, Küche mit fließend Wasser und Sonnenschutz. Die Ablutions verstecken sich an den Enden kleiner, verwinkelter Wege die in die Mitte der Felsen führen. Die einzelnen Campsites liegen etwas verstreut und man hat durch die Felsen seine Privatsphäre.

Wir räumen den Wagen aus und schnappen uns unseren Eimer, die Spannung ist groß. Die Wäsche wird hervorgeholt und siehe da, das Ergebnis ist „Kleiner, blauer Eimer in dem ein Weißer Riese steckt.“ 😎

Die Wäsche ist sauber und riecht auch wieder gut. Sogar das Blut aus der Hose ist rausgegangen, auch ohne Schleudergang. So eine Eimer-Waschmaschine funktioniert ganz wunderbar, mindestens mal wenn man 7 Stunden über Palmwags Pisten rumpelt.
...
..
.
Wir wollen es uns etwas bequem machen, aber daraus wird nichts. Wir werden fies attackiert, es hat hier überall Mopane Bäume, was eigentlich ganz nett ausschaut, aber ein riesiges Problem birgt.

Mopane Fliegen! 😣

Egal was man macht, die Viecher versammeln sich zu Dutzenden und schwirren einem immer um den Kopf rum, um genau zu sein direkt vor’m Gesicht und den Augen. (das heißt wirklich 2cm vor’m Auge, man wird irre) Wir haben alles an Spray draufgehauen was wir dabei hatten, aber auch nach Rücksprache mit Musita hilft da einfach nix dagegen. Sie probieren seit Jahren alles aus, aber man kann da nix machen. Das verleidet uns den Platz schon ziemlich, man muss es erlebt haben, es ist brutal nervig und die Viecher kommen morgens zwischen 11-12Uhr aus den Bäumen und verschwinden erst wieder nach 18 Uhr. 🙁



Die Ladestation wird installiert, Sonne hat es reichlich…


… und Echsen überall auf den Felsen. / weibl. Namibische-Felsagame


Und das männliche Pendant dazu.


---------------------

Da wir auf der Campsite nicht vor den Fliegen entkommen können, machen wir uns lieber zum Bar und Pool Felsen auf. Vorne an der Rezeption ist der Weg hinauf auf einen der höchsten Felsen der Gegend und dort wurde alles installiert für das Campleben. Es hat Sitzgelegenheiten auf verschiedenen Ebenen. Mal überdacht mit Sonnenschutz, mal als Kreis mit Feuerstelle oder oben an der Bar unter einem großen Baum, um hier den Sundowner einzunehmen.

Die Bar ist leider nicht besetzt, ein Paar treffen wir oben an die zwar Getränke haben, aber auf ein nettes Hallo nicht reagieren. Jeder wie er will. Im Pool haben es sich zwei ältere Damen bequem gemacht. Sie tragen Hüte… mit Fliegennetzen um den Kopf. Auch hier hat es überall die Fliegen. Wir versuchen die Sitze im Schatten, da scheint es für ein paar Minuten etwas besser zu sein, aber dann kommen die Geschwader wieder hinterher und da wir so keine Lust auf Pool haben, auch keine kalten Getränke kriegen entschließen wir uns einfach die Dusche auf unserer Campsite zu nutzen und 18 Uhr abzuwarten, bis die Fliegen verschwinden. (was dann tatsächlich schlagartig auch passiert)













Auch hier hat es überall Echsen! – noch eine männl. Namibische-Felsagame




An unserer Campsite treffen wir Deschka. Er befeuert gerade unseren Donkie und spricht uns auf eine Tanzvorführung von Schulkindern an, die heute Abend über die Campsite zieht. Die werden so gegen 20 Uhr kommen, AHA… wir wissen nicht so recht, was wir davon halten sollen, aber ok. (der erste Gedankengang ist halt, Kohle machen ohne das der Touri weg kann)

Kurz bevor er geht fragt er noch ob wir morgen früh bei dem Walk dabei sind? – Er ist der Guide und wohnt selber dort, bzw. gehört ihm die Farm und seit ca. 3 Wochen haben sie die Besichtigung seiner Farm mit ins Programm genommen. Das hört sich jetzt wirklich interessant an, also authentisches Leben der heutigen Zeit und kein arrangiertes Einheimischen-Dorf. Da sind wir gerne dabei und sagen ihm, dass er uns für morgen früh einfach mit anmelden soll. 😎

Damit wir nicht gerade beim Essen sitzen, wenn die Tanztruppe kommt, beeilen wir uns mit dem Duschen, dem Kochen und Vorbereitungen. Das Schaf und die Würstchen, die so fantastisch sind kommen auf den Grill… fantastisch sind sie leider nicht. Eher zähe Brocken dritter Wahl. Und es ist alles drin was man braucht, auch Wurst und… es ist leider alles schlecht bis ungenießbar. Also hier direkt mal die Empfehlung. Lieber weglassen und sein eigenes Grillgut mitbringen. Abgesehen vom Abend mit dem zähen Zebra haben wir nie so schlecht gegessen in diesem Urlaub. 🤢





Dusch-Besuch… ich schätze eine etwas dicke Glucken-Motte.


Und auch wenn thematisch abweichend… ich habe doch noch ein Bild mit unseren geliebten Sortier-Obstkisten gefunden! 😉


Wie versprochen waren ab 18 Uhr die Fliegen weg und so konnten wir in Ruhe kochen und essen, waren dann auch soweit fertig und beim Absacker als sich eine größere Gruppe unserer Campsite näherte, die Tanztruppe der Kinder ab 11 Jahren aufwärts der nahe gelegenen Schule in Erwee. Die Truppe kam in Begleitung von Deschka und 2 Lehrern. Die Kinder sammeln auf den umliegenden Campsites und Lodges Geld ein für einen Ausflug nach Swakopmund. Die Kinder kommen sonst nicht in die Städte und sie legen sich richtig ins Zeug um sich die Fahrt finanzieren zu können. Jedes Jahr gibt es eine Fahrt der Tanzgruppen.

Das schönste an der Performance war, dass die Lehrer uns ein bisschen erklärt haben, es aber keinen festen Plan der Kinder gab. Sie haben sich immer wieder abgesprochen, was sie als nächstes machen wollen und hatten wirklich sichtlich Spaß dabei. 😎

Wir haben unsere Lampen zusammengesucht um etwas Licht zu machen. Die Mädels hatten Felle an und liefen teilsBarfuß durch die Nacht… Thema Skorpione und so. Die Jungs in Hemden und langen Hosen und Sneakers, aber seht am besten selbst.





Und das Video empfehle ich euch auf jeden Fall auch bis zum Ende zu gucken, denn zum Glück habe ich ein Lied mitgefilmt. Mal ganz unabhängig von der Freude mit der die dabei waren, die waren auch noch richtig gut!!! 🤩
12-07-F Erwee Schulkinder Tanz by Blende18.2, auf Flickr

Unser AHA des Tages bezieht sich mal wieder auf die ganz praktische Seite des Camperlebens. Wir konnten in Swakopmund eine Waschmaschine nutzen und wussten das auch, deswegen haben wir es vorher nicht genutzt, aber eine ganz klare Empfehlung…



FAZIT Hoada
Die Campsites an sich sind schön angelegt, speziell die Dusche wurde leider als Freilufttoilette aller Vögel genutzt und war sehr dreckig. Da könnte man einfach mal drüberfegen bevor neue Gäste kommen, da man nicht einmal wusste wo man sein Handtuch noch hinlegen sollte. Ansonsten aber war die Campsite selber sehr ordentlich. Der Bar/Pool Bereich hatte teils ein ähnliches Problem, war aber grundsätzlich schon sauber und eigentlich toll angelegt. Schade, dass niemand da war, so konnten wir das auch nicht so wirklich nutzen.

Man sollte noch Bedenken, dass durch die Lage in den Felsen die Luft stehen kann, wenn es sehr heiß wird UND dann natürlich die Mopane-Fliegen. Die, dass muss man leider so sagen, haben uns die Campsite in Hoada komplett vermiest. Auch Familie Glück hatte diese Probleme und haben damals ihre 2 Nächte abgebrochen und auf eine Nacht verkürzt.

Ich würde sagen als Stop-Over ok, nicht aber für länger. Das gilt nicht:
1.) Wenn keine Mopane Fliegen da sind...
2.) …oder man eine effektive Methode kennt, die abzuwehren!

Ein großes Plus bekommt sein eigenes Fazit, aber erst nach dem Walk mit Deschka.

Dennoch, leider nur 2-3 von 5 Sternen. Die Nummer mit den Fliegen war zu unserer Reisezeit zu nervig. Und weitere Abzüge gibt es für teils mangelnde Sauberkeit, das sehr schlechte Braai-Paket und weil wir hier nicht noch mal buchen würden. (kann aber auch nur eine N=2 Erfahrung sein)

UPDATE / INFO: Ich habe gerade gelesen, dass die vermehrt auftreten zur Mopane-Blüte, also ist die Belastung auch Jahreszeit abhängig. Schon leichter Wind treibt die Biester mit, die sind ja nur 2mm groß. Und als wir da waren ging dort einfach Null Wind und es war sehr heiß, alles trocken und die fixieren sich auf feuchte Augen und Nasen. Das kann auch alles einfach unglücklich zusammengepasst haben. 😕

-----------
So, genug davon, schließe ich mit einem Traditionsbild… Nachthimmel über Namibia. 🙂




Gruß,
Robin
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zuletzt bearbeitet 16. Apr. 2018
4'129 Beiträge · seit 200822. Apr. 2018 · #193
Hallo, Blende18.2,

abgesehen davon, dass euer launig geschriebener und schön gestalteter Reisebericht eine echte Freude ist, gehen uns einige eurer Beschreibungen sehr nahe. Ganz besonders haben uns eure Empfindungen in der PalmwagConcession zu uns selbst geführt.
Es liegt halt am Individuum, ob Landschaften, Menschen und Erlebnisse einen tiefen Eindruck hinterlassen oder nur ein Done-it-Häkchen sind.
Nicht viele können sich auf den Moment wirklich einlassen, auch erfahrene Afrikareisende häufig nicht. Was mal wieder zeigt, dass man nicht erfahren sein muss, um etwas von Afrika zu begreifen.
Ich kann euch nur in eurem Vorhaben bestärken, eure bisherigen Eindrücke auf einer weiteren Reise zu vertiefen! Ihr werdet stauen, es ist endlos... - das, wovon ihr schon jetzt gekostet habt... 🙂

Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 22. Apr. 2018
4'528 Beiträge · seit 200722. Apr. 2018 · #194
Hallo, Blende18.2,
Egal was man macht, die Viecher versammeln sich zu Dutzenden und schwirren einem immer um den Kopf rum, um genau zu sein direkt vor’m Gesicht und den Augen. (das heißt wirklich 2cm vor’m Auge, man wird irre) Wir haben alles an Spray draufgehauen was wir dabei hatten, aber auch nach Rücksprache mit Musita hilft da einfach nix dagegen. Sie probieren seit Jahren alles aus, aber man kann da nix machen. Das verleidet uns den Platz schon ziemlich, man muss es erlebt haben, es ist brutal nervig und die Viecher kommen morgens zwischen 11-12Uhr aus den Bäumen und verschwinden erst wieder nach 18 Uhr.
Wir waren ca. einen Monat vor Euch in Hoada und haben es zu 100% genauso empfunden. Du hast das perfekt beschrieben.
Meine Frau hatte bei mir schon schwer Werbung für Euren Reisebericht gemacht. Zu Recht 😎

Viele Grüße
Casimodo
Profilseite mit 28 Reiseberichten südliches Afrika sowie Kenia, Bangkok Kambodscha, Marokko und Lofoten Vesteralen
898 Beiträge · seit 201630. Apr. 2018 · #195
Moin Robin,

habe mich erstmal durch Deinen Bericht gefräst. Hach, da will ich doch gleich wieder los! Sind zwar erst ein paar Tage wieder da, aber eigentlich will ich überhaupt nicht hier sein!
Danke für die Fortsetzung, freue mich auf die das, was noch kommt!
HG
Martin
Im Land der grünen Wiesen! - Namibia 2018 Wir sehen uns am Boteti! - Namibia/Botswana 2021 Botswana 2025 - Erholungsurlaub mit der Familie
zuletzt bearbeitet 30. Apr. 2018
3'883 Beiträge · seit 201130. Apr. 2018 · #196
TinuHH schrieb:
Danke für die Fortsetzung, freue mich auf die das, was noch kommt!
HG
Martin
Hi Robin, ich hoffe, du verstehst, dass das ein Wink mit dem Zaunpfahl ist 😗 !

@Martin: So kann es gehen! Als wir im vergangenen Jahr aus Namibia und Botswana zurückkamen, dachten wir: Okay, das war's jetzt. Es gibt noch viele andere schöne Ecken auf dem Erdball, und die Zeit unserer Haltbarkeit neigt sich immer mehr dem Ende zu.

Und dann gingen wir zum Forumstreffen nach Büsnau ... 😄 😄 😄
Also, das mit unserer voraussichtlichen Haltbarkeit hat sich nicht geändert 🤪

LG freshy
Reiseberichte und Videos Video:Bootsafari auf dem Kwando 2018 Forum(2016): Südafrika & KTP Forum(2013): Zwei Gruftys in Botswana Forum(2013): Fünf Tage in Johannesburg Web:Namibia & Botswana 2017 Video:Sani Pass 2015 Web:Südafrika & Lesotho 2015 Web:Auf Pad im südl. Afrika 2014 Video:Elefanten im Senyati Safari Camp 2013 Web:Namibia 2011
898 Beiträge · seit 201601. Mai 2018 · #197
freshy schrieb:
@Martin: So kann es gehen! Als wir im vergangenen Jahr aus Namibia und Botswana zurückkamen, dachten wir: Okay, das war's jetzt. Es gibt noch viele andere schöne Ecken auf dem Erdball, und die Zeit unserer Haltbarkeit neigt sich immer mehr dem Ende zu.
Hi Freshy,

ganuso war es! Am Anfang der Reise waren wir eigentlich der Meinung, dass das das letzte Mal sein wird. Es gibt noch so viele andere schöne Länder auf der Welt. Schon nach wenigen Tagen haben wir da leichte Korrekturen vornehmen müssen 🤩

Aber zurück zu Robin, Dein Einsatz!

HG
Martin
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Themenstarter1'165 Beiträge · seit 201713. Mai 2018 · #198
Hallo zusammen,

ewig her, dass ich Zeit hatte wirklich mal wieder weiter zu machen hier und es wird jetzt wirklich Zeit. Die Wochen waren dicht gepackt und die Wochenenden komplett verplant, aber Petrus hat ein Einsehen heute und schenkt uns einen Gammel-Sonntag DELUXE. Es regnet seit Stunden durch und endlich bin ich dazu gekommen ein paar Fotos weiter zu entwickeln und den nächsten Tag zu schreiben, also zumindest die erste Hälfte. Hälfte 2 muss heute Abend noch folgen wenn es klappt.

Also sorry, dass es so eine lange Sendepause gab. Um zu vermeiden, dass im "Sonnenbericht" das ganze Geseiere hier steht, nutze ich mal den Doppelpost. 😉
lilytrotter schrieb:Hallo, Blende18.2,

abgesehen davon, dass euer launig geschriebener und schön gestalteter Reisebericht eine echte Freude ist, gehen uns einige eurer Beschreibungen sehr nahe. Ganz besonders haben uns eure Empfindungen in der PalmwagConcession zu uns selbst geführt.
Es liegt halt am Individuum, ob Landschaften, Menschen und Erlebnisse einen tiefen Eindruck hinterlassen oder nur ein Done-it-Häkchen sind.
Nicht viele können sich auf den Moment wirklich einlassen, auch erfahrene Afrikareisende häufig nicht. Was mal wieder zeigt, dass man nicht erfahren sein muss, um etwas von Afrika zu begreifen.
Ich kann euch nur in eurem Vorhaben bestärken, eure bisherigen Eindrücke auf einer weiteren Reise zu vertiefen! Ihr werdet stauen, es ist endlos... - das, wovon ihr schon jetzt gekostet habt... 🙂

Gruß lilytrotter
Hallo Lilytrotter... vielen Dank für die warmen Worte. Das freut uns natürlich, dass wir das so vermitteln können, wie wir das auch empfunden haben und auch speziell es von jemandem zu hören, der selber schon so viel Erfahrung in diesen Reisezielen gesammelt hat. Und was das Vorhaben angeht, unsere Eindrücke zu vertiefen... das geht ja im September schon weiter. 🙂

Also muss weitergehen, wir haben schon wieder Sehnsucht nach Afrika.


@ Casimodo
Also natürlich erstmal willkommen und eine Frage anbei... passend zum nächsten Teil unseres Berichts. Gab' es bei euch schon die Farmtour mit Descka zu buchen?


@ TinuHH
Das ist wirklich schlimmer als jedes Fieber. Wir haben schon grob im Kopf wo es noch hingehen soll... und das bevor wir überhaupt erst los sind dieses Jahr. 🤪
freshy schrieb:
Hi Robin, ich hoffe, du verstehst, dass das ein Wink mit dem Zaunpfahl ist 😗 !
LG freshy
Sieht so aus, als hätte ich eher ein Schäunentor gebraucht! 🙁


Lieben Gruß,
Robin
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Themenstarter1'165 Beiträge · seit 201713. Mai 2018 · #199
Tag 13 - 18.10.: Elefanten im Glashaus, Wächterkatzen und fremde Bräuche

Unerwartet früh 😗 klingelt das Smartphone, in unserem kuscheligen Dachzelt, dass auf einem 3.0l Hilux aufgeschraubt ist, der mit allem Luxus aufwarten kann. Klimaanlage, Navi, Media-Entertainment System… wir schälen uns aus dem Bett, statten der Dusche mit fließend Wasser und dem Keramikklo im Felsen einen Besuch ab, während gerade frischer Kaffee aufbrüht. Nachdem wir unsere Kamera-Ausrüstung und Gore-Tex Wanderschuhe angezogen haben stoppen wir noch kurz am Engel-Kühlschrank, um 2 kleine Flaschen eisgekühltes Wasser einzupacken.

Wie befreiend, einfach mal dem ganzen Luxus zu entsagen und sich mit dem Camper durch die “Wildnis“ zu schlagen. 🤨

Keine Sorge, jetzt kommt kein Plädoyer für „Lasst uns mal selbstreflektiert an die Nase fassen!“. Das ist nämlich Quatsch, es ist einfach nur ein kleiner Opener für unsere Morgenaktivität auf Hoada, bei der ich nur sagen kann: Machen! 😎



Für heute Morgen steht ein Walk mit Descka zu seiner eigenen Farm an. Also mal ein Einblick, was Leben auf einer Farm in der Wildnis eigentlich bedeutet. Wir treffen uns an der Verwaltung mit 2 weiteren Paaren aus Frankreich und Amerika. Es geht früh los, da es ca. eine Stunde zu Fuß bis zu Desckas Farm ist. Oder besser gesagt, mit Touristen dauert es eine Stunde, alleine schafft er es in 30min und wir brauchen die goldene Mitte und nach knapp 45min kommt die Farm in Sicht.

Schon der Hinweg gestaltet sich interessant, weniger wegen der Umgebung, mehr aufgrund dessen, was Descka erzählt. Die Farmer in der Umgebung sind sehr aktiv wenn es um den Tierschutz geht und sie helfen bei Tierzählungen, halten ein Auge auf die Wildtiere in der Region und nicht ohne Stolz, aber auch gemischt mit etwas Trauer, erzählt er, dass sie vor ein paar Wochen vier Wilderer gestellt haben und diese gefasst werden konnten, leider erst nach der Tat.

“Nur wenn die hier ein Rhino sichten, dass umgesiedelt werden soll, ist verrückt… dann ist das hier wie im Krieg. Hubschrauber, überall Jeeps und viel zu viele Leute.“ stellt er amüsiert fest. 😄

Elefantenschulter mit der Farm im Hintergrund


Die Schulter gehört zu einem Problemelefant, der vor ein paar Jahren hier erschossen werden musste. Wir lernen in dem Zuge, dass die Farmer am meisten Angst vor Elefanten haben, die Community alles vom Elefanten behalten und verkaufen darf (außer das Elfenbein natürlich, dass in staatliche „Verwaltung“ über geht) und das Elefantenfleisch nicht schmeckt! 😉

Auf der Farm lebt Descka mit seiner Familie, sprich Vater, seine drei Mütter… äh, ok… ähem… blöd stammeln können wir ja. 😣 Sein blinder Onkel lebt mit auf der Farm, noch andere Tanten und Onkel, Omma und seine Schwester und natürlich seine eigene Familie. Er arbeitet normalerweise 6 Wochen auf der Campsite und dann 2 Wochen auf der Farm. Diese Touren hat er vor ein paar Wochen vorgeschlagen und für ihn ist es die perfekte WIN-WIN Situation. Sonst kam er 6 Wochen nicht zu Farm, jetzt kann er alle paar Tage nach dem Rechten sehen, verdient noch zusätzlich Geld damit, was er auch dringend braucht, denn er ist der einzige mit einem Job und unterhält die Farm alleine.

Die Häuser oder kleinen Siedlungen liegen immer ein paar Hundert Meter voneinander entfernt, als erstes besuchen wir die kleine Ansiedlung, wo auch seine Omma lebt. Hier gibt es Radio, aber da laufen nur Nachrichten den ganzen Tag, weil Omma diese Musik nicht mag erzählt er die Augen verdrehend. Sogar einen Fernseher wollte er mal holen, aber Omma hält das für Teufelszeug. Wenigstens Glühbirnen hat die aus feinem Sand und Kuhmist erbaute Lehmhütte, aber die werden praktisch nie benutzt… das grelle Licht tut Omma in den Augen weh. 🤩 … es ist einfach herrlich schräg, wie Descka jede dieser Storys mit einer Spur Verzweiflung zum Besten gibt.

Das AKTUELLE Familienauto, also das eine das funktioniert.


Müll?


Stromversorgung


Und das EHEMALIG, beste Auto der Familie. Blau scheint ihre Farbe zu sein


Natürlich spielt sich vieles draußen ab und so sind die Küchen nach außen verlagert und hier hat es auch einen kleinen Kräutergarten. Descka wird von Omma dazu verdonnert sich drum zu kümmern, dass der Arbeiter nicht da war, der den Hof aufräumt… generell verstehen wir nicht so ganz, wieso nicht nur hier, sondern auf der ganzen Farm, nicht mehr Ordnung herrscht. Da der Rest nicht arbeitet, könnte man doch zumindest nicht überall Müll rumfliegen haben, aber es scheint hier keiner so wahrzunehmen. 🙄







Auf der Farm verteilt hat Descka mehrere Ziegenställe. Die sind leichter zu halten erklärt er, da die Dürre der letzten Jahre einen hohen Tribut gefordert hat. Nur noch 5, der ehemals 70, Rinder in seinem Besitz haben überlebt. Wasser war kein Problem, aber es war einfach kein Futter mehr für die Tiere vorhanden. Die hiesigen Großfarmer haben das besser weggesteckt, aber er kann ein Rind für 4.000-7.000 N$ verkaufen, was ok ist, wenn man eine Herde hat… sein Problem ist, dass er gut 10.000 N$ für neue Rinder an die Großfarmer zahlen müsste.

Also sind es jetzt Ziegen, die sind genügsamer, aber es kommt nur 1 von 6 Jungtieren durch. Die meisten werden von Hyänen etc. erwischt. (das hat uns doch gewundert, wir wären nicht auf die Idee gekommen, dass dort in der Nähe Hyänen sind??!)





In den einfachsten Hütten des Anwesens leben Desckas blinder Onkel und seine Schwester, allerdings baut er auch hier gerade an. Das „Gerippe“ eines weiteren Gebäudes steht schon und ist gerade im Bau. Die Schwester backt gerade Muffins in der Außenküche, “Für Lunchpakete, die sie an der Schule verkaufen.“ erklärt Descka. Sein blinder Onkel sitzt vor der Hütte. Er orientiert sich an tiefen Furchen im Boden um von A nach B zu kommen und in und um sein Haus hat es immer Katzen… Katzen hassen Schlangen und greifen diese sofort an. Da sein Onkel die Schlangen selber nicht sehen würde, übernehmen die Katzen die Wächterrolle für ihn. 😎

Descka erzählt uns, dass selbst wenn die Katzen gebissen werden, sie manchmal überleben, weil sie das Gift, fein-literarisch gesprochen, wieder auskotzen können. Naja, bei späterer Recherche habe ich nichts dergleichen gefunden, also lassen wir das mal so stehen. 😉





Ein typischer Kühlschrank mit Verdunstungs-Prinzip






Milchgefässe (Kalebassen - danke KarstenB) aus Kürbissen, wenn man draufklopft hart wie Stein




Hochzeits-Kuhschädel


Zum letzten Bild muss ich kurz ausholen. Bei einer Heirat schenkt der Bräutigam der Brautfamilie eine Kuh. Da muss aber alles dabei sein. Jeder Tropfen Blut wird aufgefangen, alle Knochen müssen vorhanden sein etc., sonst bringt es Unglück. Desckas Frau kommt aus Uis und er musste gleich 2x die WELTREISE! antreten um alles für die Hochzeit unter Dach und Fach zu bringen. Geheiratet wurde dann aber bei ihm… “Dann sind nicht sooo viele Gäste da und es wird nicht zu teuer.“ 😄

Und was hat das jetzt mit dem Schädel auf sich? – der bringt Glück und den bewahrt man auf. Das ist aber nicht seiner, sondern der Hochzeits-Schädel seiner Eltern, der seit 30 Jahren in der Hütte dort baumelt. *ein bisschen creepy ist das schon*

Weiter geht es zum größten Haus der Siedlung, mit Gemüsegarten und da werfen wir auch keinen Blick rein. Zweifellos ist es sein Haus und wir schauen uns in erster Linie den Garten an. Der Zaun ist eigentlich nur Attrappe verrät uns Descka, aber die ganzen Dosen und reflektierenden Objekte sollen die Elefanten abhalten, die gerne alles zertrampeln, überall Schäden anrichten und jegliches Grünzeug wegfressen. Elefanten mögen sie hier wirklich nicht…

Wir bekommen noch frische Peri-Peri aus eigen Zucht geschenkt, verabschieden uns von der Familie und gehen noch zum Herzstück der Farm weiter, der Wasserpumpe.











Eine der Wächterkatzen… die hatte schon nen fiesen Blick drauf


…auch eher außer Betrieb


Angekommen bei der Wasserpumpe (inkl. Elefantenschutz = Stahlturm rund um die Pumpe) fragen wir Descka, ob er nicht eher in der Stadt wohnen würde, da es ja schon hart ist, gerade mit der Dürre, die Farm fast in Eigenregie am Laufen zu halten. Die Antwort hatte was:
„Ich habe mal gehört, wenn du in der Stadt arbeitest und dann deinen Job verlierst und mal kein Geld hast, dann schmeißen die dich aus deiner Wohnung raus!!!- das ist doch verrückt. Nein, ich habe hier ja keine Ausgaben, wir können uns fast autark versorgen, ich brauche nur Diesel um den Generator für die Wasserpumpe am Laufen zu halten, das ist alles.“

Wir gehen da so her und man denkt sich, dass die Hütten etc. für unsere Augen eher so aussehen, als wäre hier vieles zerfallen. Aber wenn man sich mal vor Augen hält, dass er seine ganze Familie vor Ort unterhält, knapp ein Dutzend Gebäude sein Eigen nennt und autark leben kann… das ist viel mehr, als die meisten von uns hier von sich behaupten können. Also Hut ab und Respekt. 😎







Komisch, das hier noch das Lebenselixier aus dem Boden quellt…


… und gleich nebenan die Opfer der Dürre liegen.


Wir verlassen die Farm nicht über den Weg, sondern gehen etwas direkter durch den Busch und hier sehen wir, was Descka uns vorher erzählt hat… die Dürre hat Opfer gefordert und die Knochen der verendeten Rinder begleiten unseren Weg zurück. 🙁



-------------------------------------------

Zurück an der Campsite ist es mittlerweile wieder heiß geworden. Die Mopanefliegen sind auch wieder aufgewacht, also machen wir uns nach einer kurzen Dusche und einem kleinen Frühstück fertig für die Weiterfahrt. Es steht nur eine sehr kurze Etappe bis Kamanjab an, in der Nähe dort verbringen wir den Tag im Onjowewe Filmhaus, zum Ausspannen und mal alles für den Etosha neu zu sortieren.

Das bisschen Zeit auf der Campsite wird aber noch dazu genutzt, ein paar der gefiederten Besucher abzulichten.

Glanzstar… aber welcher?


leicht bekiffter Mahaliweber?


Maskenbülbül



FAZIT: Farmtour mit Descka
Ein toller Einblick in das „wahre Leben“ vor Ort. Wir hatten uns schon vor’m Urlaub geeinigt, dass so etwas wie ein bewirtschaftetes Eingeborenen-Dorf nichts für uns ist. Deswegen waren wir erst skeptisch, aber dieser sehr nahe und authentische, weil echte, Einblick hat sich absolut gelohnt und so lange das angeboten wird, wiederhole ich gerne für Alle die da sind mein Credo vom Anfang: Machen!


Nett verabschiedet wurden wir dann auch noch, von einem sehr aufmerksamen, kleinen Gesellen. 🤩



FORTSETZUNG FOLGT…


Gruß,
Robin
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zuletzt bearbeitet 13. Mai 2018
2'397 Beiträge · seit 201113. Mai 2018 · #200
Hallo Robin,
sehr raffiniert, Dein Test, ob wir denn auch sorgfältig mitlesen: Die Kalebassen sind natürlich nicht aus Melonen, sondern aus Kürbissen. 😎
LG aus dem sonnigen und heißen HH,
Karsten
[size =3] Infos NordTZ 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/301813-infos-nordtansania-juni-juli-22.html?start=0 RB Kenia 2020 https://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/299653-kurzer-rb-kenia-sept-2020.html?start=0 Reisebericht Südtanzania 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282710-tanzanias-sueden-daumendruecken-hilft-nicht-immer.html Kurzbericht 7 Wochen Nam-Bots 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/16-unterkuenfte/254072-kurzbericht-7-wochen-nam-bots.html Bericht Zimbabwe 1995: ... 30 Tage Gefängnis http://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/241529--30-tage-gefaengnis.html Reisebericht 2008: 18 Nights in the Bush - ha-ha-ha http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/263931-18-nights-in-the-bush-ha-ha-ha.html Nordtansania Feb. 2015 - Kein RB http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285690-tansania-februar-2015-kein-reisebericht.html?limitstart=0&start=12] Walking Safari Zimbabwe 97 https://www.namibia-forum.ch/forum/148-diverses/287052-walking-safari.html?limitstart=0