Reisebericht

Been there. Done it! Got it? - Namibia Okt. 2017

von Blende18.2 · begonnen 09. Feb. 2018 · 36 Teile

Teil 109. Feb. 2018


Hallo liebe Fomis,

es wird endlich mal Zeit hier etwas zurückzugeben, außerdem schiebe ich den Reisebericht schon viel zu lange vor mir her. Jetzt anzufangen bringt auch zusätzlichen Druck, endlich mal alle Fotos fertig zu machen. Ich habe immer noch nur eine Grobauswahl der zweiten Hälfte. Damit ist jetzt Schluß, los geht’s!

Als erstes muss ich noch mal Danke sagen für diese tolle Community, die uns so viel geholfen hat für das erste Mal Afrika und jetzt wieder für unseren anstehenden Botswana Urlaub. Ein paar wenige muss man hervorheben, sorry:
  1. - Die Eulenmuckels: Ich habe das noch mal genau nachgeschaut, es hat keine 22 Stunden zwischen erstem Post und einer Einladung zum Abendessen gedauert. *top*
  2. - Picco: dessen altes Objektiv mich begleitet hat, nach einer schier endlosen Episode, bis es bei mir war.
  3. - Logi/Lillytrotter: wegen unzähliger Antworten und Beiträgen im Forum, die uns stets geholfen haben – Achtung, das gilt ja hier für praktisch jeden, aber die zwei Namen sind schon früh hängen geblieben.
  4. - LolaKatze: Einen ganz speziellen Dank, für unseren „Elefant für die Wand“, aber wieso erklärt sich erst am Ende der Reise. 😉
Und jetzt fangen wir wirklich mal an:
Plötzlich WIR?, ja, wir, das sind Robin und Mara. Sagen wir mal noch Mitte dreißig, hört sich besser an und damit ihr ein Bild vor Augen habt, eines unserer typischen „Langarm-Fotos“.


Die Route:
Gehe ich jetzt nicht länger drauf ein, ich habe eine MyMaps erstellt auf der man alle Unterkünfte, Route etc. sehen kann. Grobe Einstieger-Tour, vielleicht etwas abweichend, da wir nur sehr wenige Tiertage eingebaut haben. Die Route war sehr lang und zu wenig Zeit an fast jedem Ort. Wir würden es wieder genauso machen. Um einfach das Gefühl zu tanken und für einen Überblick war es perfekt.

Google-KarteBeim Laden überträgt dein Browser Daten an Google.Karte laden



Was einen erwartet?!
Naja, unser Tagebuch halt… daher rührt auch der Name des Berichts. Dieser Ausspruch stand auf unserem kleinen Reisetagebuch und hat uns auf der Reise immer begleitet. --- Wir waren da. Wir haben es gemacht! Haben wir es verstanden? (ich glaube das braucht mehr Zutrauen und noch etwas mehr Zeit)

- 2 Teile einer Reise, zuerst im Familienclan, später dann als Zweierteam
- Einsame Campsites, Filmkulissen, lang ersehnte - leicht benebelte - Lodges
- Auge in Auge mit dem Einhorn
- Dumme Anfängerfehler
- Verrückte Italiener
- Tanz und Gesang
- Einheimischen-Besuche ohne Museum
- Leider kaum Video, dafür viel Geknipse. (mehr kann man das kaum nennen)

Da trotz mitgenommener Videokamera nie damit gefilmt wurde, wenigstens ein kleiner Teaser als Einstimmung.

VIMEO - Videolink --- Hier klicken! oder unten das Bild über FLICKR
Namibia 2017 - Teaser by Blende18.2, auf Flickr

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Gruß,
Robin
Teil 210. Feb. 2018
Eigentlich wollte ich erst morgen starten, aber da Giraffen-Lisa direkt Druck macht... 😄
@ Lisa, ich erinner mich, dass du schon bei der Routenplanung voll dabei warst. Welche Überschneidungen hast du denn jetzt final mit unserer Route?


Tag 1 - 06.10.: Anreise- Ankunft und Windhoek
>> Sorry, erstmal nur Textlastig. Ab Tag 2 ist’s dann was lockerer.<<

Seit Monaten haben wir uns mit dem Urlaub nicht mehr wirklich beschäftigt. Die heiße Phase des Planens war lange vorbei, die Monate vergehen und dann kommt genau 30 Tage vor Abflug, wie angekündigt, die Zahlungsaufforderung vom Hilltop-Guesthouse in Windhoek. WIRKLICH, in einem Monat geht es los?

Plötzlich ist es wieder da, dieses Kribbeln, die Aufregung, die Vorfreude. So viel muss noch erledigt werden. Mara hat eine Tasche geliehen, ich habe nur Koffer, aber platztechnisch soll es eine Tasche sein. (Sag' mal Robin: Gehört das in einen Reisebericht?) - Ja tut es, lange Geschichte kurz. Auf unserem Dorfplatz findet ein Flohmarkt statt. Vom Balkon aus sieht Mara einen Mann der sich eine Reisetasche anschaut noch bevor es losgeht. Klamotten an und runter geht es, da müssen wir mal schauen. Es stellt sich raus, dass die gute Dame eine schöne Tasche hat. Grün, alt, abgewetzt, keine Teleskopstange, aber Geschichte. Über ein Jahrzehnt war die Tasche im gesamten südlichen Afrika unterwegs. Sie freut sich sehr, dass die Reisetasche da auch wieder hinkommt. Wir uns über den Preis, 8 Euro wollte sie dann doch noch dafür haben! 😎

Der Monat vergeht wie im Flug, oder sagen wir besser bis zum Flug. Am 05.10. geht es nach Frankfurt, wir sind sehr früh da. Nichts riskieren und lieber vor Ort noch ins Cafe. Wir haben einen Flug mit Quatar über Doha. Es ist ein langer Flug, aber Service und Entertainment an Bord machen das wett. Bei knapp über 500 Euro pro Person ist das einfach unschlagbar, der Flug selber ist dann unspektakulär.

Wir landen in Windhoek und man merkt schon, es gibt einfach keinerlei Fotos vom ersten Tag. Wir sind viel zu beschäftigt. Deswegen jetzt mal im Schnellprogramm…
1. Am Flughafen sind wir schnell durch die Kontrolle, das ist gut, da wir dafür mit am längsten auf die Koffer warten, Valentino der uns vom Flughafen abholt kann das nicht stören. Er empfängt uns in der Wartehalle mit einem breiten Grinsen. Wir holen noch Geld (bei VISA wählt man die Option Cheque und nicht Savings, klingt logisch, NICHT!) und eine MTC Karte für unser Dritt-Handy.

2. Valentino unterhält uns auf dem Weg zu Safari-Car Rental mit allen möglichen Infos und wir merken uns für’s nächste Mal, dass er bei seinen Kindern nur der Held ist, wenn er „Sweets“ mitbringt.

3. Die Fahrzeugübernahme macht auch Valentino, er kann alle Fragen beantworten, wir lachen viel und lernen noch mehr. Und das Auto treibt mir ein dümmliches Dauergrinsen ins Gesicht. Ein Hilux 3Liter Expedition mit Automatik, breitem Dachzelt, Highlift, Axt und Schaufel an der Seite, großer Stoßfänger, etc.... ich bin nicht traurig, dass es der etwas übertriebene Expedition der damals günstigste Wagen war den wir bekommen haben. Und für Botswana haben wir ihn wieder. 🙂 (keine Sorge, das ist später auf jedem Foto das einen coolen Vordergrund brauchte)

4. INFO: im entsprechenden Topic habe ich schon unsere Erfahrungen zu SCR gepostet. Kurz gesagt, 100% zufrieden.

5. Ein Foto hat Mara dann doch gemacht, kein unwichtiges… der Kilometerstand bei Übernahme:


Auf nach Windhoek…

Wir fahren also los. Linksverkehr?, wir waren schon oft in England und letztes Jahr erst in Schottland, das ist kein Problem. Und schnell ist unsere Routine wieder da und ich höre von links (daran wiederum muss man sich echt gewöhnen) das vertraute „Rechts lang“, „Links kurz“, was gerade anfangs in der Stadt hilfreich ist. War der Weg nach Windhoek noch easy, kommt mir der Wagen im Stadtverkehr wie ein Schlachtkreuzer vor. Wir fahren sonst Golf. 😉

Nach etwas suchen und ein paar Sackgassen später kommen wir beim Hilltop an und werden freundlich begrüßt von Jamba, dem immer lachenden Security/Einweiser/Einkaufsberater. Wir bekommen das Familienzimmer mit massig Platz, fühlen uns direkt wohl, unsere Fleischlieferung aus der kleinen Windhoek-Schlachterei ist auch schon im Kühlschrank. Wir ordern sofort ein Taxi nach Joes Beerhouse für später und bemerken, dass wir nur noch 2 Stunden haben für den Einkauf. Also fragen wir Jamba wohin am besten. Er schaut uns an, zählt seine beiden Lieblingsläden auf und schickt uns mit den Worten „Aber ihr seid weiß und Deutsche, ihr fühlt euch in der Maeru Mall wohl!“ zum Superspar.

… und Einkaufen?!

Gefragt getan! Wir kaufen so ziemlich alles was uns einfällt und hätten durchaus Geld gespart, wenn wir Zeit gehabt hätten vorher mal zu schauen was eigentlich alles an Ausstattung vorhanden ist. Naja, doppelt hält besser. Man stelle sich nur vor der Weinöffner wäre mal kaputt gegangen oder wir hätten keinen zweiten Dosenöffner. (ich bin mir nicht mal sicher ob wir überhaupt mal eine Dose geöffnet haben) Ein Ümmelchen (kleines, scharfes Küchenmesser) kann ich aber empfehlen.

Einen super Tipp wollten wir auf jeden Fall beherzigen. Obstkisten um alle Einkäufe zu verstauen, wir haben kein Schubladen-System im Auto. Die richtige Kiste gefunden musste ich nur noch einem Angestellten erklären, dass ich 4-5 genau dieser Kisten, aber leer haben wollte. Einfache Nummer, er hat mich angeguckt als ob ich völlig irre wäre, aber nach 5min. ging ich fröhlich mit meinen Leerkisten Mara suchen um stolz meine Beute zu präsentieren. 🤪

Es folgte der Bezahlvorgang und es zeigte sich die unüberwindbare Kluft zwischen Deutschen und Afrikanern. Mein System stand schon fest, alles hatte seinen festen Platz in jeder Kiste. Tetris lässt grüßen… 3 Jungs und eine Dame übernahmen das Einpacken. Ich wollte noch versuchen zu koordinieren, aber das war schnell vergessen. Die freundlichen Helfer schwatzten, lachten, redeten auf uns ein mit der NOCH ungewohnten Frage, „Wo kommst du her, wo willst du hin?“ und packten alles so kreuz und quer ein, dass ich weggucken musste. 😄 Danach bugsierten sie hinterher zu dritt unsere Einkäufe zum Auto. Wir waren in so dicken Lettern mit ANFÄNGER gebrandmarkt, dass ich auch direkt mal beim Trinkgeld abgezockt wurde. Aber egal, wir sind da und es ist alles gut. Es geht los!

Joes Beerhouse

Wir sind gerade noch rechtzeitig zurück eine Viertelstunde bevor unser Taxi kommt. Jamba weist uns ein und wie versprochen haben wir ihm eine Kleinigkeit aus dem Superspar mitgebracht. HARIBO Color-Rado, also Werbung in eigener Sache. 😗 Wir machen uns nur kurz frisch und die obligatorische Ladestation wird aufgebaut.


Dann steht auch schon Levy mit weißem Hut und rotem Taxi vor der Tür. Er wurde nach Levy Strauss benannt, AHA. Und auch er grinst immer breit. Es ist ein kurzer Trip, wir stehen auf der Reservierungsliste ganz oben. Gott sei Dank stand da kein Datum dabei, ich hatte im Februar reserviert für Anfang Oktober!!! 😄

Wir saßen am Tisch mit einem französischen Paar das gerade eine 3 Wochen Tour beendet hatte und tauschten uns etwas aus. Zu Essen gab‘ es Oryx-Carpaccio, marinierte Kudu-Streifen und 2 schöne Steaks, alles sehr lecker. Zwei Castel light zum runterspülen, es könnte einem schlechter gehen. Achja, die Kamera hatte endlich den Weg aus der Tasche gefunden… Joes Beerhouse ist schon ein schräger Laden.








Ein gelungener erster Tag, aber dann ging es schnell zurück, wir waren hundemüde.






Gruß,
Robin

PS. Ab jetzt greift meine Regel. Immer ein neuer Tag, wenn ich einen weiteren Tag aussortiert habe. Aber mit Tag 10 bin ich schon recht weit, dass packe ich morgen evtl., also vielleicht, bestimmt unter Umständen. 😉

PPS. Das "Aha" des Tages war vorhin eine spontane Idee. Aus Fehlern lernt man und ich dachte mir, dass wird einfach mal als Tipps vom Anfänger für Anfänger hier weitergeführt. Eigentlich gibt es jeden Tag mehrere AHAs, vielleicht stelle ich ans Ende des Berichts eine Art Zusatz-Sammlung: "Dumme Fehler zum Nachmachen!" 😉
Teil 311. Feb. 2018
23.04h, es hat gerade noch geklappt, wenn auch nur ein halber Tag, es fehlt auch noch der halbe Tag 10 mit sortieren. Aber wir müssen zu unserer Verteidigung sagen, dass die Muckels uns heute spontan zum Essen nach dem Spiel abgefangen haben, natürlich in weiser Voraussicht, dass wir einen Dortmunder Sieg zu feiern haben. 😎 (toll das Smileys fast immer Schwarz-Gelb sind)

Wir freuen uns sehr, dass sich der ein oder andere einfindet die Reise mit uns noch mal zu erleben. Es macht viel Spaß sich das Tagebuch durchzulesen und aus den Stichpunkten die Erinnerungen aufzufrischen. Hätten wir das vorher gewusst, dann hätten wir auch viel früher angefangen. Andererseits hat man so länger was davon und es überbrückt die Wartezeit bis September.

Weiter geht's...

Tag 2 - 07.10.: Familientreffen
Der Wecker klingelt uns heute früh raus, so wie eigentlich immer. Schließlich ist der Tagesplan vollgeschrieben, so wie eigentlich immer…
Also ran an den Speck, wir fangen erst mal mit dem Chaos im Zimmer an. Gut, dass wir 3 Betten und einen Tisch haben um uns auszubreiten.


Danach geht es raus zum Wagen. Der Kampf beginnt. Das lieber nach hier, Das nach dort. Ne doch nicht, da muss man doch öfter dran, etc. pp. Wir sind die einzigen Camper hier und wahrscheinlich war das witzig anzusehen, wie alle unsere Sachen langsam im Wagen verschwanden. Tetris lässt wieder grüßen, aber diesmal gibt es keine Querulanten die den Plan zerstören und wir kommen zügig voran. Gut geplant ist halb gewonnen und wir ändern tatsächlich wenig über die Reise.

Jede Obstkiste hat ein eigenes Thema: 1. eine Unterwegs-Box mit allem für die Fahrt - 2. Frühstück - 3./4. Boxen für Beilagen, Dosen & Gewürze die wir eher Abends brauchen – 5. Unsere Bad-Box kam dann später dazu, sehr empfehlenswert!!! (so hat man Seife, kleine Handtücher, Zahnpasta, und, und, und.. in einer Box die man immer mitnimmt abends/morgens und überall hinstellen kann, egal ob auf Stock & Stein oder ob man gemeinsame Ablutions hat) 😎

Wir gewinnen also die Schlacht, Victory…


… und haben uns das folgende Frühstück jetzt verdient. Und was für ein Frühstück. Ainer serviert uns alles was das Herz begehrt, wenn was fehlt sollen wir nur fragen, aber hier fehlt einfach nix, auch keine Aussicht. Unter uns breitet sich die Stadt aus mit den irren, lilanen Jacaranda Bäumen.



Dann klingelt unser Namibia-Telefon. Komisch, unsere Freunde haben die Nummer noch gar nicht? --- es ist der Mann vom MCT Laden im Flughafen. Er hat ganz vergessen uns die Codes zu geben um die Karte freigeschaltet zu lassen während unserer Reise. Unsere Telefonnummer, die hat er aber und somit kann er seinen Fauxpas ausbügeln. Irgendwie will das Namibia-Handy allerdings nicht mehr, als Anrufe empfangen. Es werden also Nummern ausgetauscht und er schickt uns die fehlenden Codes per Whatsapp auf eines der deutschen Handys. Oft lesen wir T.i.A. (This is Africa) in Reiseberichten, wenn man einfach mal die Ruhe bewahren muss, weil hier alles etwas anders läuft. Wir werden feststellen, dass auch diese Freundlichkeit hier T.i.A. ist, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass sich in Deutschland einen Tag später der Vodafone Shop meldet, weil Infos zu meiner Prepaid Karte fehlen. 😉


Auf in die Kalahari!
Wir verabschieden uns. Jamba lotst uns wieder vom Parkplatz runter und nach einem kurzen Stop am Superspar und unserer ersten Tankstelle machen wir uns auf in Richtung Bagatelle. Hier wollen wir heute unsere Freunde treffen, die 2 Tage vor uns gelandet sind und mit denen wir die erste Woche unterwegs sein werden.
Dank des Handys und vergessener Einkäufe (komisch, wo wir doch soooo viel Zeit hatten gestern) sind wir später als geplant auf der B1. Heute ist doch ein Dünenritt auf Pferderücken geplant. Natürlich nur unsere Freundin und Mara, ich lasse mir das gerne entgehen. (nach einer Aduktoren-Zerrung beim letzten Versuch, die Biester sind tödlich, aber das ist eine andere Geschichte)

Dennoch bleibt unser Plan bestehen und wir nehmen nicht den direkten Weg. An der D1463 zweigen wir ab und fahren über Dordabis-Uhlenhorst-Hoachanas nach Bagatelle. Unsere erste Gravelroad, anhalten, den mechanischen Reifendruckmesser nehmen und wie gelernt auf 1.8 Bar ablassen. Valentino sagte 2.0 Bar auf Asphalt und wir gehen davon aus, dass der Druck gerade da steht. Der Druckmesser zeigt aber 2.5 Bar an??? – wir trauen der Sache nicht, bestimmt ist der Druckmesser kaputt. Lieber zu viel statt zu wenig.



Also rumpeln wir mit viel zu viel Reifendruck durch die Landschaft, durch eine beeindruckende, wunderschöne Landschaft. Die D1463 ist teils ruppig, es geht mal ordentlich hoch und runter und macht richtig Spaß zu fahren. So haben wir uns das vorgestellt. Wir sehen Warzenschweine, Geier, Erdhörnchen, einen Strauß! *wow* und die viel besungenen Zäune, die ganz Namibia durchteilen.

Gefühlt alle 5 Minuten wechselt die Landschaft. Gelber Sand, roter Sand, Bäume, Graslandschaften, mal Hügel, kleine Berge, flache Pisten... wir haben das oft gehört, wie abwechslungsreich das Land sein soll. Jetzt erleben wir es. Man wundert sich wie schnell und abrupt sich die Landschaft immer wieder ändert.

Natürlich interessiert mich als Hobbygärtner auch die Flora und ich freue mich über die Entdeckung einer… lilanen Knospe. Unser Hauptthema gerade ist, dass dieses Namibia grüner ist als gedacht! (stellt euch hier eine überdimensionale Hand vor die ich mir vor die Stirn klatsche, noch während ich das schreibe 😊 )





…wenn jemand den Namen kennt, bitte. In dem Hobbygärtner-Satz war vielleicht eine Kleinigkeit geflunkert… 😛

Den guten Service hier in Namibia möchte ich natürlich nicht unterschlagen. Ist irgendwo ein geschlossenes Tor muss man nicht lange warten, bis es geöffnet wird.


Weiter geht es auf einem kleinen Stück Asphalt, bis die C15 wieder auf Gravel wechselt ab Dordabis. Gestern Abend habe ich noch die T4A Karte studiert und bereite Mara auf das nächste Highlight vor. Es geht bald den ersten Pass hoch, die Karubeamsberge kommen schon in Sicht und dann geht es dort über den Nauaspforte Pass.

… Quizfrage, warum heißt das Ding wohl Nauaspforte?

Wir fahren und fahren und wundern uns wann es denn mal hochgeht. Die Antwort ist einfach, gar nicht. Es ist tatsächlich einfach nur eine unspektakuläre Senke in den Hügeln durch die man einfach durchfährt, hinten sieht man den „Pass“: 😣



Das Schild zeigt eigentlich nicht die Entfernung zu Bagatelle an, sondern verdeutlicht uns nachdrücklich, dass wir zu spät sein werden. Was soll’s, es war eine schöne Tour und der Weg „hintenrum“ nach Bagatelle hat uns sehr gut gefallen. Es bleibt ja Zeit unser Timing zu verbessern. Die nächsten Tage soll unsere Zeitplanung viel besser werden… NEIN, wird sie nicht. Also gar nicht. Den ganzen Urlaub nicht. Doch, an einem einzigen Tag.

Grund genug ab jetzt ohne Ablenkung durchzufahren, wir geben dem Gaul die Sporen und sehen dann noch einen Rastplatz mit riesigem Webervogelnest. Egal, keine Ablenkung mehr, wir fahren einfach vorbei…


😗

Fortsetzung folgt…
Teil 411. Feb. 2018
Eulenmuckel schrieb:
Wir haben selten so gut vorbereitete Ersttäter kennen gelernt. Da hattet ihr wirklich schon ganze Arbeit geleistet und euch umfassend eingelesen. Neulinge, die sich ihr Fleisch vakuumiert verpackt in die Unterkunft liefern lassen, können ja schon fast unheimlich sein. Da ist es schön zu lesen, dass wir euch trotzdem noch den ein oder anderen Tipp geben konnten.
Gute Planung ist halt alles, aber Tipps waren es nun wirklich einige und nicht nur ein paar. 😉
TinuHH schrieb:Also, wenn wir überhaupt noch Zweifel an der Strecke nach Bagatelle hatten, jetzt nicht mehr! Gebongt, die Strecke werden wir auch nehmen! 🤩
Hallo Martin, mach' das auf jeden Fall. Wir haben festgestellt, jedes Stück abseits der B-Pisten ist es wert. 😎


Fortsetzung Tag 2 - 07.10.: Familientreffen

Die letzten Kilometer lassen wir uns durch die Landschaft treiben und irgendwann fahren wir am Bagatelle Gelände vorbei. Es soll ja im Areal Giraffen geben, also schauen wir forschenden Blickes nach links und rechts. Das Glück ist uns aber leider nicht hold, stattdessen kommt der Eingang der Lodge linkerhand auf.

Wieder begegnen uns eine Reihe strahlender Zähne, wir quatschen etwas und steigen aus dem Auto um das Nummernschild abzulesen… da gab es doch mal diesen Tipp im Forum, dass man sich das Nummernschild aufschreibt und immer parat hat. Müssen wir dran denken. Scheint man ja wirklich immer zu brauchen.

Wir fahren durch’s Tor und unsere erste „Sandpiste“ erwartet uns. Abenteuer pur! (lacht ruhig, aber hier anzuhalten und zu riskieren sich festzufahren, nur um ein Foto zu schießen grenzt in unserer Vorstellung an Wahnsinn, wir wagen es todesmutig dennoch und fühlen uns wie wagemutige Abenteurer) 😄

Die Farben sind einfach verrückt. Völlig unwirklich erscheint uns der rote Sand im Kontrast zum weiß-gelben, ausgedorrten Gras. Unsere ersten Springböcke heißen uns willkommen und tauchen immer mal wieder auf den Dünen links und rechts auf, wie schön.




Beim Check-In erfahren wir, dass unsere Freunde die zwei Einzelbuchungen umgelegt haben auf die große Gruppen-Campsite Nr.6 und wir dort zusammen den Platz haben können. Etwas das wir auch so beibehalten und uns immer die Sites teilen. (bei der Planung haben wir immer jeder eine Site gebucht, man stellt sich diese Plätze ja nicht so ausladend vor, sondern eher wie eine kleine Parzelle)

Die Reisegruppe ist vereint.
Es ist schon kurz vor 16 Uhr, der Ausritt geht in 10min. los, aber Mara entscheidet, dass sie erstmal ankommen möchte und die Pferde-Safari ausfallen lässt. Wir machen uns auf Richtung Campsite und auf dem Weg kommt uns Vanessa entgegnen. Wieder halten wir auf Sand, fast schon Profis. Es reicht nur für eine kurze Begrüßung, sie geht reiten und wir zum Rest der Familie…

… und die wird es jetzt mal Zeit vorzustellen.

Die Familie „Glück“ hat das Glück 7,5 Wochen in Namibia und Südafrika unterwegs zu sein. Ein riesiges Abenteuer, bei dem wir uns den ersten Abschnitt des Weges teilen. Bis Swakopmund sind wir zusammen unterwegs, dort bleiben sie dann deutlich länger mit den Kindern. Wir verzichten auf Namen und Gesichter der beiden, also im Folgenden haben wir folgende Reisepartner:
- Sebastian & Vanessa (Freunde und Familie)
- Der König. 4,5 Jahre und schon Afrika erfahren, ein echter Naturbursche und Maras Patenkind
- Die Prinzessin. 1,5 Jahre mit eigenem Leibwächter (auch der König)


Wir kommen an der Campsite an und die Freude ist groß. Es gibt ja schon so viel zu sehen und zu erzählen. Es prasseln Fragen vom König auf uns ein. „Habt ihr ein Reserverad?“ - Ja haben wir, da guck‘ doch. - „Aber dafür haben wir sogar zwei!“. Wir erzählen von unserem Vogel Strauß… „Aber dafür haben wir eine Giraffe gesehen!“

Es entbrennt ein erbitterter Zweikampf zwischen mir und dem König, jeder will den anderen ausstechen. Irgendwann gebe ich wahrscheinlich klein bei, der Klügere gibt nach. Ich fühle mich aber als Sieger! 😉

Spaß beiseite, es gibt viel zu berichten, irgendwie verschwimmt die Ankunft. Ich weiß noch wir trinken ein Ankunftsbier, anscheinend bauen wir ziemlich direkt das Zelt auf und wir ignorieren Vanessas Auftrag mit dem Essen anzufangen, bzw. überreden wir Sebastian in die Dünen zu marschieren. (es zeichnet sich hier eine weitere Regel für unseren Urlaub ab, gegrillt/gegessen wird meistens nur mit Stirnlampe)

Auch die Kleinsten wollen beachtet werden...


Auf den Dünen werden die Kameras gezückt und die nächste Regelmäßigkeit zeichnet sich ab. Sebastian wird immer als Kletterbaum missbraucht wenn er sich mal für einen guten Winkel hinlegt und ich höre meistens von Kniehöhe ein „Robin, was machst du?“ – Ich fotografiere die Landschaft! - „Warum?“ 😐

Vanessa auf Stone (Stone ist das Pferd…)


Zurück auf der Campsite packt Sebastian das Pflichtbewusstsein und er setzt schon mal die Beilagen auf. Ich bereite den Grill schon mal vor und dann geht es mit Mara noch mal auf die Dünen, wir wollen unseren ersten und einzigen Kalahari-Sundowner nicht verpassen.




Vanessa ist auch wieder glücklich zurück von ihrer Privat-Pferdesafari, als wir ins Camp trudeln. Das Licht ist fast weg und wir holen alles an Lampen was sich finden lässt, bauen den Tisch auf, es wird gegrillt und wir sitzen noch lange im Mondschein (es ist Vollmond, aber Vanessa und Sebastian sind ganz erstaunt, dass der Mond eine volle Stunde später erst auftaucht als gestern??! – Auflösung folgt)



Der morgige Tag wird geplant, wir haben eine lange Tour bis ins Sesriem-Gebiet vor uns und wollen früh los. Irgendwann geht es dann ins Dachzelt.

Die erste Nacht…
… bringt eigentlich gleich zwei AHAs mit sich. Eines zeigt sich mitten in der Nacht. Mara zieht es Richtung Ablutions, der Mond scheint hell, die Grillen zirpen romantisch. Wie friedlich. Sie schlendert rüber, Licht an/Licht aus und dann zurück durch… Stockfinstere Nacht, unheimliches Grillenzirpen kommt aus allen Richtungen. Es ist beängstigend und sie rennt schnell zurück zum Camper.

MERKE: Man verliert alle Nachtsicht wenn man einmal normales Licht anhatte.
Und dann kann selbst Bagatelle Nachts unheimlich werden.
😈

Morgens werden wir wach und bibbern im Zelt. Es sind gefühlt 5° Grad über Nacht geworden. Abends haben wir das ganze Zelt ringsum aufgemacht um in alle Richtungen gucken zu können, der Wind pfeift uns die ganze Nacht um die Ohren und das führt uns abschließend zum:

... achja, von Anfängern für Anfänger. Verhindern lässt sich das leicht. Man macht nur die Seite oder 2 Seiten auf die nicht im Wind liegen. Dann sammelt sich die Wärme besser im Zelt oder man schließt alles komplett, weil man sowieso schläft. 😉


CAMPSITE Bagatelle
Es hat uns hier gut gefallen. Die Ablutions waren groß und sauber. Strom auf der Campsite und alles sehr gepflegt. Abends kommen die Ranger vorbei und schauen einmal ob es an nichts fehlt. Die Gegend ist toll, ein schöner Startpunkt in den Urlaub. Man kann hier gut 2 Tage ankommen. Wir waren zu spät dafür, aber man kann alles an der Lodge mit benutzen, hat also einen Pool zum relaxen, schöne Terrasse mit Bar etc.
Tag 02 by Blende18.2, auf Flickr


Gruß,
Robin
Teil 516. Feb. 2018
Tag 3 - 08.10.: Zum Nachtisch, Landschaft!

Hallo liebe Mitfahrer,

alle einsteigen, heute wird das Gaspedal durchgedrückt. Es steht eine lange Etappe an mit über 300km. Da wir allesamt nicht viel Erfahrung auf Gravel haben und die Entfernungen nicht gut einschätzen können, hatten wir schon geplant früh loszufahren, um auf jeden Fall genug Zeit zu haben.


Der Wecker geht also früh um 6 Uhr morgens und Mara notiert eine neue Erkenntnis auf der Merkeliste. Der Pullover gehört ans/ins Zelt und nicht ins „Badehaus“. Der Morgen ist nämlich bitterkalt und Mara sucht frierend nach etwas langärmligen. Sie wirddann erst beim Toilettengang fündig, da gehört der Pulli übrigens nicht hin. Generell war die Kalahari auf der Reise auch am kältesten.

Es gibt ein schnelles Frühstück, alles wird gepackt und die Besucher unserer Campsite kurz begrüßt, bzw. verabschieden wir uns. Sehr schade, es war eine sehr kurze Stippvisite für uns, die Glücks konnten Bagatelle länger genießen und haben es nicht bereut. Egal, es sind jetzt 2 Übernachtungen als nächstes geplant, das wird etwas entspannter.



Nach dem auschecken geht es auf die Straße, eine richtige Straße. Da gewöhnen wir uns nicht dran, passt irgendwie nicht zu unserer Vorstellung „Safari in Namibia“. Und zumindest für uns macht das alles etwas langweiliger, eintöniger.


Mariental nutzen wir noch mal zum Tanken und Reifendruck-Kontrolle. Der nette Tankwart hört sich unser Problem an, inspiziert unseren mechanischen Reifendruck-Prüfer… dann wird getestet. Er macht Luft rein, ich schaue was mein Gerät anzeigt. Er lässt was ab, wieder Kontrolle. Er versichert uns, dass unser Gerät besser geeicht ist, bzw. überhaupt geeicht ist und wir einigen uns drauf, dass unsere Anzeige ab jetzt unser Maß der Dinge sein wird. 😎

Es ist Sonntag und die Passanten (vor allem die Frauen) haben sich schick gemacht, farbenfrohe Kleider und sehen einfach toll aus. Leider trauen wir uns nie so recht Menschen zu fotografieren.

Es geht unspektakulär weiter bis wir nach ca. 150km links abbiegen müssen. Eine echte Herausforderung. Es kommt ein LKW und!!!... wir müssen ihn durchlassen bevor wir abbiegen können. Spannend was? – NICHT. Das war leider das Highlight der ersten Teilstrecke, da es unser 2. Gegenverkehr des Tages bislang war.

Zum Glück wird es jetzt schnell besser, wir erreichen den Tsaris-Hoogte Pass und ab hier wird die Strecke spannender, es gibt tolle Aussichten und oben auf dem Pass wird es Zeit für einen ersten Stop um sich mal die Beine zu vertreten. Es ist staubig und steinig, dennoch finden sich auch hier ein paar Tiere.


Eine Agame ist mir klar, aber die genaue Bestimmung nicht. Evtl. Erdagame?

Diese hier scheint ihre Farbe etwas dem Untergrund anzupassen. Können die das oder Zufall?

Wir bleiben etwas an diesem schönen Ort, suchen nach Echsen zwischen den Steinen und schauen in die Weite. „Robin was machst du?“ – Ich fotografiere die Landschaft. „Warum?“ – Na weil das einfach toll hier aussieht. „Warum?“ >>> es ist offensichtlich Zeit weiter zu fahren. 😄

Und das lohnt sich ja auch. Es geht wieder runter vom Pass, auch auf dem weiteren Weg gibt es viel zu gucken, irgendwann steht ein „Rollendes Hotel“ am Straßenrand. Maras Omma (Ruhrgebiet halt, sorry) hat uns vor der Reise erzählt wie sie früher mit Oppa in so einem Reisebus die Welt erobert hat. Immer wieder witzige Geschichten, die uns aber nicht unbedingt zu so einer Reise animieren können. 😉

Es dauert auch nicht lange und der nächste Fotostopp muss eingelegt werden. Es gibt Landschaft, unsere ersten Oryx (wenn auch weit weg) und dazu die typische Männer-Fototruppe.






Man beachte die „Bereifung“








Langsam müssen wir mal etwas Strecke machen, wir kennen die Straßen nicht und sind uns zwischendurch auch nicht ganz sicher ob wir noch richtig sind. Fotos werden dann also während der Fahrt gemacht und kaum, dass wir uns am Ziel wähnen wird eine Ziegensperre errichtet. Damit hätten wir jetzt nicht gerechnet, aber man begegnet sich die kommenden Tage häufiger.



Nach dem letzten, erzwungenen Stopp geht es weiter auf der D854, nur 20km Strecke, aber es rüttelt uns zum ersten Mal so richtig durch und das obwohl wir doch das Tagebuch weiterschreiben wollten.

Zum Glück fällt mir eine Diskussion ein, die ich hier mal im Forum gelesen habe. Thema: „Geschwindigkeit auf Wellblech.“ Ich erinnere mich, dass man gar nicht zuuuu langsam unterwegs sein darf, damit man nicht in jedes Wellental eintaucht. OK, Theorie haben wir, es folgt der Praxistest. Mara schreibt bei verschiedenen Geschwindigkeiten den gleichen Satz und dieses Marktforschungsergebnis ist eindeutig. 20km/h ist schlimm, 40-50km/h wird schon besser und ab 60km/h ist es deutlich ruhiger.
MERKE: 60 ist so die Geschwindigkeit ab der man wieder schreiben kann, auch auf Wellblech.

Eine weitere Erkenntnis, als ich vorhin ins Tagebuch geschaut habe um das abzufotografieren, die Idee des „Tip des Tages“ hatten wir wohl schon am dritten Tag. 😮



Fortsetzung folgt heute noch, aber bevor es zu spät wird... erstmal Part 1.

Gruß,
Robin
Teil 617. Feb. 2018
Fortsetzung TAG 3: Hauchabfontein

Endlich erreichen wir Hauchabfontein. Man kommt zuerst am Campingplatz vorbei und fährt gut einen Kilometer weiter bis man am Farmgelände ankommt. Dort erwartete uns schon Kiewit, der die Farm mit seiner Frau vor 1,5 Jahren als Pächter übernommen hat. Er erklärt uns das Gelände, wir unterhalten uns über die natürlichen Pools, die ganzjährig Wasser führen und vom Tsauchab gespeist werden. Er empfiehlt uns ein Bad. Müffelt es etwa, wir haben doch morgens geduscht. 😊

Die Farm ist schön gelegen, in einer atemberaubenden Landschaft. Überall findet man liebevolle Details. Schon per Mail hatten wir nach einem Besuch des privaten Köcherbaum-Waldes gefragt. Es soll die größte Ansammlung in Namibia mit über 2.000 Bäumen sein, aber Kiewits Frau hat sich den Arm gebrochen und er ist die nächsten 2 Tage bei ihr im Krankenhaus. SCHADE!... wieso schade. Für Kiewit kein Problem. „Ihr kommt hier morgen nach eurem Besuch im Sossusvlei kurz vorbei und holt euch den Schlüssel ab.“ 😎

Er erklärt uns kurz wie wir dahin kommen und uns zurechtfinden. Ein paar Benimmregeln und zahlen können wir hinterher in Bar bei seinen „Boys“ wenn wir den Schlüssel zurückbringen. Das ist ja sogar noch besser.
(wenn ihr da mal vorbeikommt immer nachfragen, ist toll da, aber das ist ja erst Tag 5, also später mehr dazu)







Wir laden noch ein paar riesige Bündel Feuerholz in die Autos und dann auf zur Campsite. Wir sind die einzigen angekündigten Gäste heute und bekommen eine große Campsite inmitten und unter mehreren Bäumen. Die Campsites liegen alle mehr oder minder entlang der Pools, auch wenn man ein Stückchen rüberläuft. Stelle ich mir, wenn es mal Mücken hat, als geschickt vor, da man für die Biester vermutlich wieder etwas zu weit weg ist.

Die Autos rangieren wir direkt unter die Bäume und nah an die Feuerstelle und Grillplatz, wie Kiewit es uns geraten hat. Gar nicht so einfach die Wagen so zu stellen, dass auch noch die Zelte Platz finden, da die Bäume teils tief runterhängen. Ein klein wenig Anmach-Holz haben wir wohl produziert. 😣

Direkt vorne an der Campsite hat es noch 2 Stellplätze, man könnte hier problemlos mit 4-5 Autos übernachten und jeder hätte noch reichlich Platz. Der Grillplatz hat fließend Wasser, eine eigene Feuerstelle ist vorhanden, es zwitschert um uns herum und die Ablutions liegen ein Stück abseits und jeweils 3 oder vielleicht auch 5 Campsites teilen sich diese. (es hat 9 Sites) Alles ist sauber, aber Stirnlampe ist angesagt abends, nur der Hinweg wird durch ein paar Sturmlichter Abends erhellt.







Zeit sich die Pools genauer anzuschauen, der König freut sich wie Bolle auf’s Planschen. Auf dem Weg geht es wie im Bilderbuch an der Landschaft vorbei. Leider haben die Pools sehr wenig Wasser in diesem Jahr. Entweder kommt man nicht ans Wasser ran oder hat keinen ordentlichen Ein-/Ausstieg oder es lauert der Bewuchs nur 10cm unter der Wasseroberfläche. Für Erwachsene wäre das evtl. noch gegangen, aber nicht für 4,5 Jahre. Also verzichten wir alle, so gemein sind wir ja nicht. 😈

Zum Glück findet sich noch eine schöne Stelle die ausreicht zumindest die Füße ins Wasser baumeln zu lassen und hier lassen wir es uns eine Zeit lang gut gehen und genießen zwei weitere Besonderheiten Namibias: „Ruhe & Stille“

Auf dem Rückweg sehen wir Pavianspuren im Sand. Kiewit hat uns schon vorgewarnt. Kein Essen oder Kleinigkeiten im Camp stehen lassen. Stühle und Tisch wenn wir weg sind ist ok und GANZ WICHTIG – Paviane lieben Frauenduschgel und Shampoos. Die immer gut wegräumen. Stellen wir uns ganz witzig vor, einshampoonierte Paviane die sich in den Pools tummeln. 🤪






Zurück an der Campsite gibt es wie gewohnt viel zu tun. Familie Glück kümmert sich um die Kinder und suchen in ihrem Prüllberg im Camper Spielsachen, Mückenschutz und was weiß ich. Leider, leider, leider haben wir kein Foto davon. In ihrem Wagen von Savannah hat es ein Schubladen-System. Damit ist die untere Hälfte der Ladefläche blockiert. Oben auf liegt also eine wahllose Sammlung aus Taschen, Klamotten und allem möglichen. Ein Wunder wie die sich zurechtfinden, aber Eltern haben wohl eine besondere Gabe dem Chaos die Stirn zu bieten. 🙂

Die Schatten werden schon wieder länger wie man auf dem Rückweg-Foto gesehen hat, es muss noch gekocht werden, Tische und Stühle werden platziert, die Solar-Tischlampen schon mal rausgeholt und und... und ich hab mich heimlich aus dem Staub gemacht. 😗 - Mich zieht es zu dieser grandiosen Landschaft und komme was wolle, hier wird heute versucht die Milchstrasse zu fotografieren, auch wenn der Mond gestern noch viel zu hell war, vielleicht geht ja was. Also suche ich mir schon mal ein paar geeignete Motive aus und lichte diese auch in schönstem Sundowner-Licht ab.






Als ich zurückkomme steht Mara schon in der „Küche“. Höchste Zeit für mich den Grill zu starten.

Grillen ist mein Hoheitsgebiet. Sebastian ist für Beilagen zuständig. Vanessa organisiert meist etwas Gesundes, Mara hat sowieso irgendwie immer was zu tun (auch wenn ich mich nicht erinnere was sie da in der Pfanne hatte s.u.) und dann müssen wir ja noch den Alkohol für den Abend zusteuern. Also Bierchen für den harten Job am Grill und Wein für die Gemütlichkeit.

Da wir bislang noch keine gesehen haben, gibt es heute zumindest mal Giraffe auf den Teller. (nachdem ich bei der „Kleine Windhoek Schlachterei“ gesagt habe, sie sollen uns 2 Spezialitäten nach eigener Wahl dazulegen, konnten wir ja keinen Rückzieher mehr machen) Schmeckt, aber auch nach nichts besonderem, gut aber kein AHA. Glück gehabt, können wir von unserer Einkaufsliste 2018 streichen!

Uns geht’s also mal wieder so schlecht, dass wir den Abend gemütlich ausklingen lassen und reichlich Feuerholz verpulvern. Die Flammen müssen für den Nachtisch der Kinder geschürt werden: gegrillte Marshmallows. Für uns ist das süße Zeug ja nichts… SO LECKER dieser Süßkram. *mhhh* 😁




Es kehrt langsam Stille ein, die Kinder sind im Bett und eine weitere Regelmäßigkeit zeichnet sich ab. Wenn beide Elternteile mit je einem Kind in den Zelten verschwinden um noch Gute Nacht Geschichten zu lesen und die Kleinen in den Schlaf zu wiegen liegt die Ausfallquote bei ganz exakt 50%.

Wenigstens ist es heute Vanessa die den Kampf gegen das Träumeland verliert und so können Sebastian und ich uns der Herausforderung Milchstraße stellen. Ich krame im Gedächtnis ganz grob die Einstellungen hervor die man so ca. benötigt. Sebastian macht es ebenso und wir besprechen, was wohl das Optimum wäre.

Wir gehen ein Stück vom Feuer weg und es ist STOCKFINSTER! Wo zum Teufel ist denn dieser Mond hin???

Er lässt sich nicht blicken, aber zum Glück habe ich die Gegend ja schon vorher erkundet und so finden wir unser Motiv, die Kameras werden ausgerichtet und diverse Belichtungen des Motivs mit dem schönen, weichen Licht der superhellen LED Stirnlampen ausprobiert. (vielleicht nicht ganz optimal für die Ausleuchtung)

Dennoch darf ich, nicht ohne Stolz, meinen tatsächlich allererster Versuch die Milchstraße zu fotografieren zeigen. 🙂


Last but not least, darf natürlich nicht fehlen, die Erkenntnis, die uns bis zum Ende des Urlaubs am meisten geholfen und unsere langen Fahretappen wesentlich angenehmer gestaltet hat!


Morgen (also Reisezeitrechnung) geht es ins Sossusvlei, worauf wir uns schon riesig freuen.

Gruß,
Robin
Teil 718. Feb. 2018
Herzlich willkommen an Bord Sascha und Konni. Ihr seid gerade rechtzeitig zur nächsten Etappe aufgesprungen.

Tag 4 - 09.10.: Surreales Sossusvlei

Es ist 5.59 Uhr in der Früh. Es liegen ruhig unter den Schatten die Campingplätze von Hauchabfontein. Kleine Nagetiere laufen die Äste auf und ab, Vögel zwitschern und suchen nach kleinen Brotkrumen, die vom letzten Abend übrig geblieben sind. Die Sonne versteckt sich noch hinter dem Horizont, aber schickt erste, zarte Strahlen über die Hügel…

Es ist ein Ort der Ruhe und des Friedens und dann ist es 6 Uhr. --- Damit ist es jetzt vorbei!!! 😄

Der Wecker klingelt, aufgeregte Camper springen aus den Dachzelten. Jeder weiß was zu tun ist und es breitet sich ein kontrolliertes Chaos aus, ein Infernal geschickt choreografierter Arbeitsabläufe. Schließlich geht es heute ins Sossusvlei und da muss man ja schnell sein. Die Männer machen sich an die Zelte. Frauen und Kinder zuerst! ..zum Frühstück und Wegzehrung einpacken. Wenigstens können Stühle und Tische stehen bleiben, wieder Zeit gespart. Wir wissen zwar, dass es eh‘ ein längerer Weg ins Sossusvlei ist ab Hauchabfontein, aber hoffen vielleicht ein bisschen von dem „guten Licht“ noch zu sehen.



Dennoch brauchen wir unsere Zeit und gegen 7.20 Uhr geht es auf die rumpelnde Strecke zum Sossusvlei. Es zieht sich und als wir am ersten Tor ankommen sehen wir schon eine kurze Autoschlange warten, es geht aber recht schnell, also Permits kaufen, Pinkelpause und weiter geht’s.
(Hier holen wir auch unser Permit für den Namib-Naukluft Park und MERKE: „Besser 2 Permits für 2 Autos holen und nicht beide auf einen Zettel schreiben lassen.“)

Der erste Teil des Weges kann uns nicht besonders überzeugen. Das hier eine Asphaltstrecke durch dieses Naturschauspiel führt ist irgendwie komisch. Zum Glück kommen schnell die Dünen in Sicht und die Strecke wird immer interessanter, bis man dann irgendwann mitten durch die Dünen fährt.

Es wird hier Müll getrennt…


… aber man scheint Glas nur für Bierflaschen zu brauchen. 🤨




Die Dünen kommen immer näher.


Und einen kleinen Rest des Schattenwurfes sehen wir noch.


Der alte Baum an Parkplatz 1.


Den Weg bis Parkplatz 1 hätten wir nicht so lang erwartet. Wir sind mindestens 45min. unterwegs und oben auf Dune 45 muss es etwas umsonst geben, da fahren wir wie geplant lieber weiter. Als wir an P1 ankommen sehen wir erst, dass uns unser Gefühl, hier wäre doch recht wenig los, getäuscht hat. Der Parkplatz ist Rappelvoll. Wir haben jetzt 9:30 Uhr und die ersten pumpen schon wieder die Reifen für den Rückweg auf. Die allermeisten sind aber unterwegs zum Deadvlei.

Trecker mit Anhängern sammeln die Touristen an der Sammelstelle ein und shutteln sie über die Tiefsandstrecke zum P2. Unsere Freunde entscheiden sich auch lieber für ein Shuttle, nämlich für uns! 🙂 Ich mache mich also mit Hilfe des Königs daran den Wagen vorzubereiten. Er sucht das passende Stöckchen und darf dann den Luftdruck ablassen. Ich kontrolliere die Arbeit mit meinem, neuem Lieblingsbegleiter, dem mechanischen Luftdruckmesser. Es dauert etwas, aber irgendwann sind wir auf 1,4 bar runter, der Wagen wird mit der Reisetruppe beladen und es geht los.

DEADVLEI
Die Fahrt über juchzt der König vor Freude, wir werden immer mutiger und nehmen die ein oder andere Welle absichtlich mit, auch ohne Not. Nur wenige fahren die Strecke selber heute, auf P2 angekommen sehen wir vielleicht 20 weitere Fahrzeuge, aber dafür eine regelrechte Volkswanderung in Richtung Deadvlei. Wir schließen uns dem Trek an, stapfen den guten Kilometer durch den rötlichen Sand und die Kinder sind für manche Reisegruppe das Highlight der Wanderung. Eine fiese Kuppe geht’s noch hoch und dann stehen wir über dem Deadvlei. Neben mir höre ich den Kommentar vom Reiseleiter unser Wanderbegleiter: „So ihr habt jetzt gleich 10 Minuten hier im Tal, dann müssen wir weiter zu den Dünen.“ --- 🙄 Gott sei Dank machen wir unseren eigenen Zeitplan.







Das Deadvlei ist einer der beeindruckendsten Orte der Reise und hat schon etwas Magisches. Wir verteilen uns durch das Tal und jeder sucht sich Bäume die er fotografieren kann. Ich ziehe mit meinem Begleiter los: „Robin, was machst du?“ – Ich fotografiere den Baum hier. „Aha, und was machst du jetzt.“ – Ich versuche noch einen anderen Winkel… man kann einfach Kindern das Thema Landschaft nicht erklären. Der Prinzessin hingegen muss man das gar nicht. Sie kann da im größten Sandkasten glücklich sitzen und spielt im Sand. 🙂

Das Deadvlei lässt man aber am besten durch Bilder wirken statt durch Worte.











Jetzt wird auch der König erlöst. Tante Mara löst ihr Versprechen ein und die beiden besteigen den Rand von (ich glaube das ist) Big Daddy und wie versprochen darf hier Dünenkullern gespielt werden.

Da stapfen die beiden gerade hoch…


…und der Spaß beginnt.






Und es leben doch noch ein paar Bäume im Deadvlei.






Wir verbringen hier locker 3 Std. bevor es auf den mittlerweile einsamen Rückweg geht. Die meisten Leute sind schon wieder weg und es wird auch schlagartig wärmer. Schon nach dem Kilometer zurück zum Parkplatz wird klar, dass wir beim ersten Besuch hier keine Düne mehr erklimmen werden.

Es gibt ein klein wenig Schatten am P2 und wir ergattern einen Tisch, es gibt ein Picknick mit getrockneter Wurst, Keksen und einem Highlight „Biltong Bacon“. Richtig lecker. Hier kriege ich dann auch meinen ersten Vogel abgelichtet, einen majestätischen Sperling.







Klohäuser an P2. 😁




Nach dem Picknick geht es über die Sandpiste zurück, ein Oryx sagt uns Goodbye und die Dünen entlang des Weges sind jetzt leergefegt. Wir müssen mal wieder Tanken und nutzen die Engen-Tankstelle außerhalb des Parks auch gleich noch mit für einen Stop und es gibt Eis für alle gegen die Hitze. Kinder und Erwachsene = 🤩

Kategorie: Anfängerfehler zum Nachmachen!
Bei der Gelegenheit entdecke ich einen Sonnenstrahl im hinteren Aufbau. Anscheinend hat sich eine kleine Klappe auf unserem Dach geöffnet. Vermutlich durch die Rumpelstrecke, zumindest ist mir das bisher nicht aufgefallen. „Das wäre ja doof wenn es regnet und dann das ganze Wasser in den Innenraum läuft!“, denke ich mir bei ca. 32 Grad!, mitten in der Namib!!, einer der trockensten Wüsten der Welt!!! 😣

Der versierte Reisende kann sich jetzt schon denken, dass dieser Geistesblitz zu einem „AHA des Tages“ führen wird. Allerdings erst viel später auf unserer Reise...









Im Camp zurück ist es schon wieder später geworden für namibische Verhältnisse. Also geht das Campleben wieder los. Zelte aufbauen, etc. Ein Ratatouille wird für Abends vorbereitet und es gibt Springbock. (für uns der klare Fleischfavorit) Ein Tipp sind mit Kräuterbutter gefüllte Brötchen, die man in wenigen Minuten auf dem Grill fertig hat. Sehr lecker und auch mal schnell für den ersten Hunger gemacht. ABER VORSICHT… wir haben einmal aus Versehen zu Chillibutter gegriffen und so speien wir heute noch Feuer. 😈

Während wir so beschäftigt sind sehen wir zum ersten Mal ein Zwitschern in den Bäumen. Ein schöner Gesang dringt aus zwei roten Federbällen die durch die Bäume flitzen. Ich nehme die Verfolgung auf und schaffe wenigstens ein weiteres Bild für die Vogelliste. Während wir dem Zwitschern lauschen mischt sich plötzlich ein schauriges: „Bäähhäääe“ in den Wohlklang. Was ist das denn, hört sich an wie ein Papagei der gerade überfahren wird oder sich sein letztes Mahl noch mal rückwärts durch den Kopf gehen lässt. „Bäähhäääe“ Wir suchen die Bäume ab, aber können nichts entdecken. „Bäähhäääe“ Die roten Bäuche und das schöne Gezwitscher sind weg. „Bäähhäääe“ Und dann endlich finden wir ihn, den grauen Papagei der sich oben in den Bäumen versteckt. „Bäähhäääe“ Wir lachen den ganzen Abend über diesen kaputten Vogel und versuchen seinen Ruf nachzuahmen. 🤪

-Rotbauchwürger-


-Graulärmvogel hinter Ästen-









Die Sandpiste Richtung Parkplatz 2 im Sossusvlei führt uns zum...


Und da es unser letzter Abend hier ist, noch eine kurze Bewertung: Hauchabfontein Campsite

Hauchabfontein hat uns sehr gut gefallen. Die Plätze liegen in einer tollen Landschaft, es hat massig Platz, Schatten und wenn die Pools gefüllt sind, kann man sicher auch diese super nutzen. Die Ablutions sind sauber, es hat warmes Wasser und ausreichend Toiletten/Duschen.

Man kann von hier aus weder den Morgen, noch das Abendlicht im Sossusvlei nutzen. Dazu ist der Weg zu lang, aber es eignet sich dennoch als Basis für diesen Tagestrip wenn man damit leben kann. Dann hat es den privaten Köcherbaum (kommt noch) und man kann auch die Landschaft rund herum erwandern. Und es ist schön dunkel, so dass man die Milchstraße immer sieht. 😎


Gruß,
Robin
Teil 820. Feb. 2018
Tag 5 - 10.10.: Eine neblige Nacht!

Die letzte Nacht war stürmisch, zumindest hat es sich so angehört. So mancher Kontrollblick zur Toilettenpapierrolle die jemand auf dem Tisch stehen lassen hat bestätigt dies eher nicht.

Wir lassen es endlich mal ruhiger angehen, es steht nur eine kurze Etappe an. Wir werden uns für die nächste Nacht trennen. Familie Glück wird einen tollen Tag in Namibgrens verbringen. (ein Tipp wohl auch mit Kindern) Wir haben eine Nacht in der Namib Dune Star Lodge von Gondwana gebucht, um genau zu sein im Namib Dune Star Camp. Dies war Maras Wunschlodge und wir haben diese Übernachtung als erstes gebucht, damit wir den Rest drumherum legen konnten. Warum… ach das zeigen wir euch lieber. 😉



Das Frühstück darf also üppiger ausfallen und so wird mal richtig aufgetischt. Die Reste vom Springbock werden dünn aufgeschnitten als „Roastbeef“, Saft, Kaffee, Marmelade und Rührei. Rührei… „Ich sagte Rührei, Vanessa!“ 😠

Das mit dem Rührei will einfach nichts werden. Kocher leer? – Nein. Kocher kaputt? – es zischt, also wohl nicht. Wir als echte Camping-Profis stehen rätselnd um das Kochgerät. Das verdammte Ei wird einfach nicht warm, also gar nix in der Pfanne. Es guckt uns eine wabbelige, gelb-weiße Pampe mit Kräuterstippen an. Also weiter nachgedacht und die wabbelige, graue Masse im Kopf gewinnt. Es liegt am Wind. Bescheuert, dass man die Gasflamme so schlecht sehen kann, aber der Wind pfeift die einfach weg und die Hitze trifft nicht auf die Pfanne. (alle Camper dürfen jetzt kopfschüttelnd den Raum verlassen, aber wir haben ja gesagt, hier gibt es Tipps für den Anfänger)

Die Lösung ist einfach wie naheliegend. Vanessa kauert im Schutz der Autos mit Gaskocher und Rührei hinter einem der Reifen und langsam breitet sich ein leckerer Duft über dem Camp aus. Das lockt auch eine, ich sag‘ mal Baummaus?! an. Vögel gibt es heute morgen nicht zu sehen, aber an der „Spülstein-Pan“ hat es Riesenameisen. 🙄

Baummaus


Riesenameise am Wasserloch (also knappe 2cm)


Köcherbaumwald Hauchabfontein

Wir packen unseren Kram und verlassen den Platz, wie wir ihn verlassen haben, fast zumindest. Des Königs Plastikspieltiere sind anscheinend der Baummaus gefolgt und bevölkern fortan diese Campsite. So einfach geht erfolgreiches Auswildern. (wenn die mal jemand findet wenn er in Hauchabfontein nächtigt, ihr wisst ja wie ihr mich erreicht) --- Der Köcherbaumwald liegt ca. 8 Kilometer die D845 rauf in nördlicher Richtung. Den Schlüssel haben wir schon gestern geholt und das Tor inkl. Schild, das den Eingang markiert ist gut ausgeschildert.

Unsere Empfehlung ist selber fahren falls möglich, man hat dann einfach Zeit und kann das tolle Gebiet komplett für sich erkunden. Es geht über Stock und Stein eine gut erkennbare PAD entlang. Mal was steiler runter und wieder rauf, mal sanft über die Ebene. Wir sind happy, ist das doch unsere erste, ganz kleine Off-Road Erfahrung. Später geht es direkt über die Felsen zwischen den ersten Bäumen hindurch und dann noch ein kleines, steiles Stück und man steht mitten im „Wald“. 😎



Service läuft auch hier wieder. 😉




Es geht hoch!


Der Weg schlängelt sich noch ein Stück weiter, bis oben auf der Kuppe ein „Wendehammer“ kommt und es den selben Weg später zurückgeht. Hier steigen wir aus und erkunden die Gegend. Vereinzelt sieht man mal Köcherbäume an Hängen stehen, aber das hier ist eine andere Geschichte. Der Wald ist schon beeindruckend und die Stille ist grandios. Wenn man richtig Zeit mitbringt und das als Tagesausflug mitnimmt, dann könnte man hier tolle Wanderungen machen und die Bäume beim Sundowner im Sonnenuntergang ablichten.





Herr Glück hat wieder Glück, das war haarscharf am Bauarbeiter-Dekolleté vorbei…


… aber der Einsatz lohnt sich. ***cool***










Es geht wieder runter und damit zurück. Für den Rückweg übernimmt Mara das Steuer. Das schöne bei uns beiden ist, dass jeder gerne Auto fährt, auch mal längere Strecken und wir auch beide gerne die Herausfordernden Pisten fahren. Und hier in Namibia sind wir beide auch ebenso gerne Beifahrer. Perfekt für uns.
(PS. das sieht man jetzt nicht auf den Fotos, aber auch meine Tor Service-Qualitäten sind beachtlich) 😁



Am Tor angelangt verabschieden wir uns. Wir haben die kürzere Strecke und bringen noch kurz den Schlüssel zurück zur Farm. KURZ ist leichter gesagt als getan. Wir müssen ja auch noch zahlen und es ist niemand zu finden. Wir klingeln, rufen, laufen um das ganze Haus rum, aber nichts regt sich. Wir fahren runter zu den Zeltplätzen, vielleicht ist dort jemand anzutreffen. Aber auch hier ist alles ruhig und keiner zu sehen. Während wir noch die Zeltplätze abfahren entscheiden wir uns dafür einen Zettel zu hinterlassen, dass wir nachträglich überweisen und sehen dann ein “Durchfahrt Verboten“ Schild unter dem ein dezenter Hinweis steht, dass es hier auch zur Farm geht. Na vielleicht sehen wir ja jemanden auf der Strecke… gut ok, wir sehen schon, dass die Route noch ein klein wenig off-road bietet und das wollen wir auch ausnutzen!

Zurück auf der Farm kommt mir der Geistesblitz und ich haue‘ einfach mal beherzt auf die Hupe. Zwei kleine, müde Augenpaare tauchen aus einem Schuppen auf. Na da hätten wir vorher drauf kommen können, Hupen hilft. 🤩

Nach dem jetzt alles geregelt ist nehmen wir die 70km zur Lodge unter die Räder. Es ist schon wieder spät geworden. Unser Shuttle zum Camp von der Lodge aus geht um 16 Uhr, also in etwas mehr als 2 Stunden. Es wird also mal wieder Zeit voran zu kommen. Es geht auf die Autobahn C19 Richtung Naukluftberge. Hier ist mal richtig viel Verkehr und wir finden nicht viel, aber immerhin ein bisschen Tierwelt unterwegs.

C19 in Richtung Naukluftberge


Gabarhabicht


Springbock



Fortsetzung folgt…


Gruß,
Robin
Teil 921. Feb. 2018
FORTSETZUNG - Tag 5 - 10.10.: Eine neblige Nacht!

Endlich kommt die Zufahrt zur Lodge in Sicht. Wir kommen mit unserem Camper vorgefahren und ziehen wieder die Blicke auf uns. Irgendwie scheinen nicht zu viele Camper an den Lodges aufzutauchen. Das gilt für die Gäste, von den Angestellten werden wir mehr als freundlich empfangen. Wir fühlen uns direkt wohl.

Es ist jetzt schon fast 15 Uhr. Wir packen schnell das Nötigste in unsere Rucksäcke für die Nacht und melden uns an der Lodge an. Kurz nach 16 Uhr soll es losgehen. Wenigstens einmal in den Pool, das schaffen wir wohl noch. Nach kurzer Rückfrage wo man sich umziehen kann begegnen uns fragende Blicke. Keine Zeit zu erklären, ist schon gut. Also ab auf die Toiletten. So ein gemauertes Häuschen reicht uns ja mal locker aus. Kurzes Hallo mit dem Liegennachbarn. Man tauscht sich 5min. aus, dann geht es 5min. in den Pool. 15min. etwas trocken werden und dann zurück auf Toilette, wieder umziehen. Ich glaube ich habe schon mal erwähnt, dass wir sehr gut darin sind zu spät zu sein. 😣





Schwarzbauch-Glanzstar Bergstar, danke Uwe. 😉


Maskenweber




Wir beeilen uns zum Parkplatz zu kommen, hier stehen schon Petra und Leonard aus Füssen, die noch auf uns warten, zusammen mit unserem Guide Janko der uns bis morgen früh begleitet. Wir holen unsere Rücksäcke aus dem Auto, hängen die Badeklamotten in die Kabine zum Trocknen und begegnen wieder fragenden Blicken wo unser Gepäck ist? 😕
(die restlichen Gäste kommen alle mit großen Flugkoffern für die Nacht mit)

Namib Dune Star Camp

Wir gesellen uns zu Petra und Leonard. Eine Gruppe mit 6 Holländern ist wohl schon los, das war es dann aber auch und wir sind mit 10 Gästen heute im Camp. Das Camp selber liegt am Rande der Namib-Wüste in den ersten Dünen. Geplant ist heute einfach mal chillen, ein leckeres Essen und morgen früh gibt es noch eine geführte Dünenwanderung mit Janko vorm Frühstück, bevor es zurück zur Lodge geht. Aber dazwischen gibt es noch die NACHT UNTER STERNEN!

Und diese Nacht ist der Hauptgrund warum Mara hier unbedingt hinwollte. In den Chalets kann man die Türen komplett öffnen und das auf Rollen montierte Bett nach draußen schieben auf die Terasse und direkt unter dem Sternenhimmel schlafen! 😎 Da freuen wir uns schon sehr drauf, aber jetzt geht es erstmal los im Safari-Fahrzeug.

Der Weg ist schon spektakulär. Je weiter man fährt, desto roter wird der Sand. Beeindruckend ist der Übergang von leichter Geröll- zur Sandwüste. Oben auf der Bruchkante sieht man den Sand liegen und dahinter erstrecken sich dann direkt die Dünen der Namib. Es ist eine halbe Stunde Fahrt und dann kommt das Camp in Sicht. Mittlerweile quatschen wir munter durcheinander. Janko ist super nett, er hat Familie in Swakopmund und weiß jede Menge über die Wüste und seine Bewohner (wie viel wirklich sehen wir erst am nächsten morgen). Leonard kennt einen der Gondwana-Inhaber und ist nach Jahren endlich der Einladung gefolgt mal die Lodges abzufahren. Wir sind uns alle sofort sympathisch und es ist jetzt schon klar, dass es ein richtig schöner Abend wird. 🙂







Wir vermuten diese Oryx hat das Marketing-Team extra platziert. 🤪


Hier wird das Bett rausgeschoben…


… zu dieser Aussicht. (man kann sich gute Nacht sagen und morgens zum Aufstehen grüßen)


Nachdem wir uns häuslich eingerichtet haben… also unsere Rucksäcke in die Ecke geschmissen, geht es zur Plattform. Janko hat einen kleinen Willkommensdrink organisiert, Rosa und Johanna sind die guten Seelen hier oben und kümmern sich um alles. Der Koch, dessen Namen wir leider vergessen haben, bereitet schon seine 4 oder 5 Gänge vor. Wir lernen die Holländer kennen, nette Truppe. Einer von Ihnen arbeitet bei Gondwana und hat den Rest eingeladen. Da die Holländer nur englisch sprechen und unsere neuen Freunde aus Füssen eher bei Deutsch bleiben, haben sich die Grüppchen für den Abend schnell gefunden. Uns soll es recht sein, also bestellen wir 3 Weißwein-Schorlen und Leonard nimmt einen Gin-Tonic, des Teufels rechte Hand in Longdrink-Form. 😈

Das Panorama von der Plattform aus ist einfach nur WOW!


Natürlich kann Leonard uns zum Sundowner und danach zu etlichen Runden Gin-Tonic überreden, nicht das wir uns wehren würden. Janko hingegen bleibt standhaft. Er hat hier einen Job und ist für die Gäste verantwortlich. Sehr löblich. Wir nutzen noch die letzten Sonnenstrahlen um ein klein wenig die Anlage zu inspizieren und das Licht einzufangen. Es ist erstaunlich wie teilweise Feuerrot der Sand wird im richtigen Licht Abends oder Morgens. Pünktlich mit der heraufziehenden Nacht wanken wir mit schon leichter Schräglage zum Essen.









Kaum sind wir eingetrudelt stellt sich unser Koch für den Abend vor. Er ist ein echtes Bündel Lebensfreude, dass die gute Laune nur so aus ihm raustrieft. 🙂 Ich verstehe mittlerweile fast kein Wort mehr, aber Mara hat etwas besser aufgepasst. Nach einem Appetizer gibt es ein Kürbispüree als Vorspeise und zum Hauptgang geschmorrte Lammschulter, dazu die Kartoffeln „German Cut“ auf die unser Koch besonders stolz ist, da er uns etwas aus unserer Heimat präsentieren kann. 🤨

Wir haben diesen „German Cut“ in Deutschland zwar noch nie gesehen, aber lassen uns natürlich nichts anmerken und prosten ihm mit dem nächsten Gin-Tonic zu… wo ist der Wein hin und wo kommt der Gin-Tonic her? – das stinkt schon fast nach Leonard. (das wir die beiden auf jeden Fall besuchen müssen wenn wir mal in Füssen sind steht mittlerweile auch schon fest)

Leonard-Petra-Ich-Mara-Janko


Der Abend schreitet voran und es wird immer später. Ohne Holland gehen wir zu Bett!, die haben sich schon früher verabschiedet und irgendwann merken sogar wir, dass Janko nur noch hier sitzt, weil wir vier noch nicht gehen wollen. Also ab ins Bett, es wartet ja der Sternenhimmel auf uns. Ich mache noch schnell ein unkoordiniertes Bild der Milchstraße und dann noch eins mit unserer Schlafstatt im Vordergrund.



Janko gibt uns noch den Tipp, dass die Duschen abends noch warm, morgens maximal lauwarm sind, also springen wir noch kurz drunter. Ich beeile mich wirklich und mache nur eine „Katzendusche“, aber die 5 Minuten reichen, dass ich, galant ausgedrückt, vom Bett her nur noch ein benebeltes, sonores, etwas lauteres Atmen vernehme. Ich selber gebe das frei zu. Ich hau‘ mich völlig benebelt ins Bett und bin gefühlt sofort weggetreten. Die Milchstraße und die Sterne decken uns zu, wir kriegen davon aber nichts mehr mit. Soviel also zu der ganzen Vorfreude auf diese spezielle Nacht… schön war’s dennoch. 😄



Ein gutes AHA, des Tages könnte wohl lauten: „Wer anderen einen Gin-Tonic gibt, der wurde vom Teufel direkt geschickt!“, wir haben uns dann aber doch für etwas aus dem pragmatischen Camperleben entschieden.


Das gilt natürlich nicht nur für Rühreier, diese Erkenntnis haben wir noch so manches Mal sinnvoll nutzen können wenn der Gaskocher für Nudeln, Kaffee etc. zum Einsatz kam.


Fazit Dune Star Lodge
Wie gewohnt am Tag der letzten Nacht ein kurzes Fazit. Was wir von der Lodge gesehen haben sah super aus. Freundliches Personal und das Camp war klasse, tolles Essen (das beste das wir hatten). Janko ein toller Guide, der morgendliche Walk ein echtes Highlight. Wir konnten später noch 2 Lodges vergleichen, diese von Gondwana war meilenweit überlegen. Also für uns eine echte Empfehlung mit 4 Sternen ****.

Fazit Namibgrens
Vielleicht interessiert es ja jemanden, ich habe auf dem Blog unserer Freunde ihr Fazit zu Namibgrens gefunden und das nutze ich hier auch für mich als Reminder, da wir auch gerne eine Nacht dort verbracht hätten.
Familie Glück schrieb:
Namibgrens empfängt uns etwas unterhalb des Passes als kleine bewirtschaftete Farm und kurzfristig kommt der Wunsch auf, ein ganz normales Bett unserem Dachzeit vorzuziehen. Allerdings nur so lange, bis wir unsere eigentliche Campsite etwa 1,5 km vom Farmhaus entfernt erreichen. Wir sind total beeindruckt von den kugelrunden Gesteinen und den darin scheinbar natürlich eingebetteten Campsites (Open-Air-Klo und Open-Air-Dusche inklusive). Der König erobert zuerst wie eine Ziege die umliegenden Gesteine bevor er den campsite-eigenen Pool besteigt.

Da wir uns für ein Abendessen im Farmhaus entschieden haben, machen wir uns im Sonnenuntergang auf eine kleine Wanderung durch die Natur. Unten angekommen werden wir mit Mashed Potatoe + Carrots, Curry-Frikadellen und zum Nachtisch Sweet-Potatoe-Auflauf verwöhnt. Bei letzterem sind wir uns allerdings nicht sicher, ob wir Süßkartoffeln essen oder süße Kartoffeln. Egal, es schmeckt!!!
Gruß,
Robin
Teil 1025. Feb. 2018
@ CUF / Flash / GUF >>> Vielen Dank und GUF, dann jetzt auch willkommen an Bord.
(CUF... GUF... Mensch das ist verwirrend hier 😁)
urma schrieb:Hallo GUF,

finde es nicht nett einen fremden Thread/Reisebericht mit eigenen Foto's/Video's - und dann auch noch nicht einmal aus Namibia - zu kapern. Hat den "Geruch" von 'phishing for compliments'.

Nichts für ungut - aber ein eigener Thread im richtigen Unterforum wäre da angebracht.
Hi Urma,
GUF hat die Videos nicht direkt ins Topic, sondern seine Signatur verlinkt. Ist natürlich als direkter Videolink unglücklich. Ich bin mir aber sicher, dass war ein Versehen. Er hat ja schon entsprechende Topics dazu aufgemacht.

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>>> So, nu aber. Wenn auch erstmal nur der Morgen des 6. Tages in Namibia. Es ist so viel zu tun dieses Wochenende. Freitag kam spontanes Shopping und ein netter Restaurantbesuch dazwischen. (es gab dann übrigens Gin-Tonic im Restaurant ;))

Und gestern waren wir auf einem Kombi-Geburtstag Patenkind/Papa. Den Abend abgeschlossen haben wir dann wieder mit... Gin-Tonic. Das Schreiben hier hat mich irgendwie animiert... 😄

Dafür aber heute seit 4:56h wach. Ach was war das schade... aber ein tolles Spiel! Jetzt ist Olympia vorbei. Was mache ich den jetzt? - weiter schreiben! 😎


Tag 6 - 11.10.: Puschelschwänze, Rost und Felsen.

Der Wecker klingelt um… gar nicht. Heute werden wir geweckt. Ein Dünenwalk mit Janko steht auf dem Programm. Kurz nach Sonnenaufgang soll es losgehen. Vorab gibt es eine Kanne heißen Kaffee und unfassbar trockene Kekse, die sich sofort im Flüssigen auflösen, wenn man sie in den Kaffee tunkt. Der Kaffee ist eine Wohltat nach dem letzten Abend, wir prosten mit unseren Tassen Leonard und Petra rüber, rollen das Bett rein und haben noch ein paar Minuten Zeit den Sonnenaufgang von unserer Terasse aus zu genießen und dann ein paar Fotos vor’m Walk zu machen.









Richtung Haupthaus sammelt sich die Gruppe. Es sind alle diszipliniert, wenn auch etwas müde. Wir wundern uns allerdings über die Uhrzeit. Hätte das nicht eine Stunde früher losgehen sollen? – Es zeichnet sich jetzt schon wieder ab, dass unser Tagesplan vielleicht nicht so ganz hinhauen wird. 😐 (eigentlich wollten wir doch zwischen 9-10 Uhr in Namibgrens sein und dann zusammen weiterfahren)

Es lässt sich nicht ändern und unsere gute Laune lassen wir uns nicht verderben. Alle haben schließlich ein Grinsen auf dem Gesicht, wegen der tollen Nacht, den „brennenden“ Dünen im Morgenlicht oder weil Janko direkt anfängt seine Benimm-Regeln zu erklären. Schließlich will ja niemand was kaputt machen. (wir finden das super)

Im Gänsemarsch, immer in den Spuren der anderen geht es los und wir erfahren fast zu viel um sich alles zu merken. Bei jeder kleinen Spur fragt uns Janko, was wir sehen. Jeder darf Rätselraten. 🤨 --- da sind kleine Fußspuren, aber dahinter sieht es immer so aus als ob jemand mit einem Staubwedel den Sand verteilt hätte. Alle einigen sich schnell auf kleine Nager und es stellt sich als eine Wüstenmaus heraus, die auf der Flucht ihren Puschelschwanz in eine Richtung schlägt und den verfolgenden Wüstenfuchs (der sich halt auf den Puschel konzentriert) täuscht und dann selber einen Haken in die andere Richtung schlägt. Schlaue Maus und dummer Fuchs. Witzigerweise nutzt der Wüstenfuchs seinerseits genau dieselbe Taktik wenn er flüchten muss, dennoch fällt er selber auf den Trick rein. 🤪

Weiter geht es mit „Bellenden“ Geckos, die Tunnel durch die Wüste graben und an einer Stelle in den Tunnel „bellen“ damit Fressfeinde denken sie wären ganz woanders. In dieser Wüste leben echt nur kluge Tiere wie es scheint.

Janko, unser Erklärbär in typischer Pose.




Vermutlich eine der beliebtesten Attraktionen ist auch hier vertreten, die Dancing White Lady. Auch hier wieder schön, wir sehen die Spuren, der Tanz wird erklärt, der Eingang gezeigt, aber ausgraben und zeigen? – auf gar keinen Fall. Die Spinnen brauchen 4 Tage um ihre, 30cm tiefe, Seidenhöhle zu bauen. Das gehört sich einfach nicht. *top*

PS. Wie findet man den Höhleneingang der White Lady? --- sie tanzt einen Kreis um ihren Bau und wenn man in diesen Kreis ein Smiley-Gesicht malt, dann ist der Eingang da, wo beim Smiley die Nase wäre. Zur Veranschaulichung >>> 🙂









Auch die Pflanzenwelt wird noch betrachtet. Akazien wachsen also bis zu 80m tiefe Wurzeln aus, die so genannte Wasserwurzel. Über die Jahre wachsen sie immer im Wechsel in die Höhe und in die Tiefe. Giraffen laufen gegen den Wind um die Tannin-Abwehr der Bäume zu überlisten, aber Oryxe und andere eher Grasfresser sind nicht so schlau. Janko erklärt auch noch viel über die Idee und Philosophie hinter dem Camp. Dass alles über Solar läuft und das Camp in 14 Tagen vollständig aus der Landschaft verschwinden kann. Klar ist es ein Einschnitt in diese Landschaft, aber man möchte sich zumindest möglichst sauber und harmonisch einbetten. Und wenn man Janko so zuhört, sieht mit welchem Respekt er mit "seiner Natur" umgeht, dann können wir das auch gerne glauben. Er auf jeden Fall tut es. 😎

Nach dem Walk verteilen sich die Grüppchen wieder auf die jeweiligen Autos, die Holländer sind irgendwie schneller weg als man gucken kann... die waren wohl besser vorbereitet. Auf geht es zum Frühstück in die Lodge… dachten wir, aber ein Funkspruch lässt Janko und unseren Fahrer aufhorchen. Seit Monaten sind gestern wieder Giraffen auf dem Gelände gesichtet worden.

„Habt ihr Zeit für einen kurzen Gamedrive, vielleicht finden wir die Giraffen?“
NEIN, wir haben natürlich keine Zeit dafür, weil wir schon wieder zu spät dran sind.
>>> ALSO LOS!

Wir fahren also nur "fast" bis zur Lodge, biegen aber kurz davor links ab und fahren ins Gelände. Alle 4 (Leonhard und Petra sind ja auch noch dabei) scannen die Gegend und den hier recht dichten Akazienwald linkerhand. Selbst Janko und der Fahrer sind aufgeregt, sie wollen uns unbedingt Giraffen zeigen. Also speziell der Fahrer, er stoppt irgendwann und nach kurzer Diskussion, dass da keine Giraffe war gibt er nicht auf, springt aus dem Wagen und läuft hundert Meter bis zum Wald und sucht diesen ab. Er hat da eine Giraffe gesehen!

45min. später, auch trotz vollem Einsatz, wird langsam klar… wir sehen auch heute wieder nicht unsere ersten Giraffen. 🙁









Das Frühstück haben wir vier jetzt auch für uns alleine, es ist etwas geplündert, aber noch alles da was man braucht. Nummern und Email-Adressen werden getauscht, eine gute Reise gewünscht und das soll es dann auch mit unserem Erlebnis „Dune-Star Camp“ gewesen sein. Schön war’s, aber jetzt versuchen wir eigentlich nur noch unsere Freunde zu erreichen, dass sie nicht länger bei Namibgrens auf uns warten sollen, aber natürlich ist an Handynetz nicht zu denken und so verlassen wir uns einfach darauf, dass die Familie Glück irgendwann einfach losfährt und wir uns dann auf Roiklipp sehen werden.

Es muss ja auch noch getankt werden und ich freue mich schon, dass Solitaire jetzt auf unserem Weg liegt. So viel Zeit muss sein, wenn man schon mal zu spät ist. 😗




Fortsetzung folgt…


Gruß,
Robin
Teil 1125. Feb. 2018
FORTSETZUNG (1) - Tag 6 - 11.10.: Puschelschwänze, Rost und Felsen



Solitaire
Wir fahren die C19 hoch, verlassen das Hardap und kommen ins Khomas Gebiet. Direkt an der Kreuzung zur C14 kommt Solitaire in Sicht. Ich wollte hier auf jeden Fall mal kurz anhalten. Zu oft habe ich die tollen Bilder von Solitaire gesehen. Mara hingegen kann mit alten, verrosteten Autos wenig anfangen, freut sich aber auf den Apfelkuchen.

Im Laden checken wir die Regentabelle (sehr interessant, vor allem die Jahresmengen 😮 ) und organisieren ein paar Kleinigkeiten für die Fahrt. Getrocknete Pfirsiche, Biltong und Wasser! Wasser kann man nie genug haben. Man weiß ja nie wann man wieder welches kriegt… deswegen haben wir immer mind. 6-8 Kanister á 5l im Auto, plus Cola, Säfte, etc. Komme was wolle, aber verdursten werden wir nicht. 😉









Hatte ich schon erwähnt, dass ich aus dem Sauerland komme. 😎


Bevor es weiter geht wird die Gelegenheit genutzt und noch etwas mehr Rost fotografiert. Da stellt man einfach ein paar alte Autos in die Gegend und lässt sie verrotten und alle finden es toll. Dazu noch den besten Apfelkuchen Namibias, den wir natürlich auch noch mitnehmen müssen. Marketing klappt hier!

Direkt zu probieren, dafür haben wir mal wieder keine Zeit, aber die Schattenplätze sind eh‘ alle besetzt. Also nehmen wir 3 frische Stücke „to go“ mit, die Glücks haben wir nämlich immer noch nicht erreicht, aber jetzt haben wir zumindest schon ein süßes Mitbringsel als Entschuldigung im Gepäck. Wir bellen vielleicht nicht in Tunnel oder haben Puschelschwänze, aber die Wüstenschläue färbt schon auf uns ab. (was allerdings kein Dauerzustand bleiben wird) 🙂













Wir nehmen wieder Gravel unter die Räder und unser weiterer Weg führt uns nicht wirklich direkt zu Roiklipp, sondern die sehr attraktive Strecke über den Spreetshoogte-Pass und hinten um den Gamsberg rum.



Auf halbem Weg die D1275 hoch klingelt dann gegen 11.15h auch endlich unser Telefon. „Sagt mal wo bleibt ihr?“ --– Seid ihr noch nicht losgefahren? --- „Nein, ihr wolltet vor 2 Stunden hier sein?“ --– Wir haben Kuchen dabei! 😄 … und sind noch vor’m Spreetshoogte Pass. --– „Oh, dann fahren wir jetzt los und passt auf, der ist an der Grenze des Machbaren!“

Aha, na mit der Info ist es ja gut, dass wir kurze Zeit später dieses Schild passieren…


…und dann der etwas steile, aber völlig machbare Spreetshoogte-Pass in Sicht kommt. Der Pass ist ja nicht mal Gravel, der ist doch komplett gepflastert, das ist doch easy. Oben angekommen blicken wir zurück und jetzt verstehen wir zum allerersten Mal, was die vielen Personen, mit denen wir vor unserer Reise gesprochen haben, meinten, als sie von… äh, einen Moment, ich muss hier mal zurückspulen…

…nov eis sla ,netniem ,nebah nehcorpseg esieR reresnu rov riw nened tim ,nenosreP neleiv eid saw ,laM netsrerella muz riw nehetsrev tztej dnu kcüruz riw nekcilb nemmonkegna nebO .ysae hcod tsi sad ,tretsalfpeg ttelpmok hcod tsi red ,….. der ist doch komplett gepflastert! 🤨

Also mal eine ernst gemeinte Frage an alle Mitreisenden. Welche armen Teufel haben denn bitte den ganzen Pass da hoch gepflastert??? Ich kann mir gar nicht vorstellen, was das für eine Heidenarbeit gewesen sein muss.

… Oben angekommen blicken wir zurück und jetzt verstehen wir zum allerersten Mal, was die vielen Personen, mit denen wir vor unserer Reise gesprochen haben, meinten, als sie von Weite gesprochen haben. Hier oben, das hat schin was ganz Spezielles, die Weite kann man auch als Gefühl übersetzen, ein Gefühl von Freiheit, befreit vom Alltag. Zum ersten Mal fühlt es sich so an, als ob man sich hier einfach verlieren könnte.





Faszination WEITE!


Im weiteren Verlauf unserer heutigen Fahretappe verliert sich alles ein bisschen in der Zeitspirale. Das ist aber gar nicht weiter schlimm. Wir wechseln uns mit dem Fahren ab und so kann jeder mal die „Aquariumsicht“ aus dem Fenster genießen und wir lassen heute die Landschaft einfach an uns vorbei ziehen. Ein paar Kudus (die ersten die wir sehen) springen oben auf dem Pass in die Felsen, weg von unserem Wagen als wir um die Kurve kommen. Cowboys treiben ihre Herde über den Pass. Die einzigen Tiere, die wir heute vor die Linse kriegen ist eine kleine Warzenschwein-Familie. Die Strecke um den Gamsberg speichern wir noch ab für ein anderes Mal, wenn es etwas Wasser hat. Die Strecke kreuzt immer wieder ein ausgetrocknetes Flußbett, hier hätte man dann einige Wasserdurchfahrten und sicher eine Menge Spaß oder halt genau das Gegenteil.












Wir sind noch eine ganze Weile unterwegs, schreiben unser Tagebuch während der Fahrt weiter und wirklich nicht zu übersehen finden wir irgendwann auf der C26 die Einfahrt nach Roiklipp. (auf der Karte Mitte des Tages, ca. da wo C26 steht ist auch die Einfahrt) Ab hier dauert es aber gut noch eine halbe Stunde bis man an der Farm ist, ganz wie Lore und Frans es ankündigen auf ihrer Website. Es geht über Stock und Stein die PAD entlang zur Farm.

Fortsetzung folgt…


Gruß,
Robin
Teil 1228. Feb. 2018
FORTSETZUNG (2) - Tag 6 - 11.10.: Puschelschwänze, Rost und Felsen



Rooiklip Gästefarm

Nach dem wir von der „Hauptstraße“ abgebogen sind geht es erst eine noch recht normale Strecke entlang, ich würde mal sagen sowas wie eine 1-spurige D. Es dauert aber nicht allzu lange bis wir den „Highway to Heaven“ erreichen. Kein Wunder, dass es ab hier für die letzten 8km noch eine halbe Stunde dauern soll… darf man doch nur maximal 200 km/h fahren. 😄

Die folgende Strecke ist eine kleine, 8km lange PAD auf der es immer mal wieder Stellen über kahlen Fels hat, bei denen man sehr langsam unterwegs ist, aber nicht alle diese Stellen sind gut einzusehen. Das zwingt uns manchmal zu scharfen Bremsmanövern. Bei Hälfte der Strecke kommt ein dezenter Hinweis auf die Gastgeber.





Auf der Farm angekommen sehen wir gerade noch die Familie Glück zur Campsite hochfahren. Die Wartezeit haben sie sich mit dem sehr schönen Pool vertrieben. In Empfang genommen werden wir von Barbara in bestem Schwyzerdütsch. Sie hat selber mal vor 3 Jahren hier gecampt und unterstützt für 2 Monate auf der Farm und macht hier eine kleine Auszeit. An einem Tisch in der Rezeption, der über und über mit Werkzeug und irgendwelchen kaputten Teilen übersät ist sitzt ein knorriger, braungebrannter, älterer Herr. Nur bekleidet mit sehr kurzen, blauen Sportshorts.

Darf ich vorstellen: FRANS 🙄 Es gibt ein kurzes Hallo mit Mara, mich aber begrüßt Frans mit seiner „Schraubstock-Challenge“. Ein fester Händedruck zeigt wen man vor sich hat und Frans ist ein Meister seines Fachs. Er trifft mich unvorbereitet und ich kann nur noch reagieren, gebe dann aber schnell halbwegs erfolgreich Konter. Frans ist wirklich eine Marke.

Nachdem ich meine Hand befreien kann macht uns Barbara einen eiskalten Farmdudler auf. Lecker! Und jetzt dauert es auch nicht lange bis die gute Seele des Hauses auftaucht.

LORE. Sie begrüßt uns sehr herzlich und erzählt uns viel über die Farm und ihre Geschichte. Sie hat das Land gekauft, weil ihr Sohn (ein Geologe) ihr gesagt hatte, dass das Land etwas wert wäre. Also hat sie ihre sieben Sachen gepackt und hat dieses Stück Land gekauft um hier ein neues Leben zu beginnen. 😎 Anfangs gab es hier nichts außer Steine und Felsen, aber Frans (er war damals der Vorarbeiter) und seine Leute haben die Farm aus dem Nichts hochgezogen. Tja, wo die Liebe hinfällt.

Es steht auch noch eine kleine Station für Forscher auf dem Gelände, die wohl aber schon lange nicht mehr genutzt wird und so teilt man sich das Gelände halt mit dem mürrischen Haus-Oryx, ein paar Pferden und einem einsamen Bergzebra, dass hier Anschluss an eine neue Herde gefunden hat. 🙂







Pferde leider ohne Zebra, das haben wir nur einmal weit entfernt entlangziehen sehen.


Wir schauen uns noch ein bisschen um bevor es zum Pavianschädel geht. Der Pavianschädel ist der Hügel direkt neben den Campsites und sieht im Profil dem Affenkopf ähnlich. (siehe unten) Es steht hier allerlei Schrott rum, allerdings frei nach dem Motto „Ist das Kunst oder kann das weg?“ platziert. Auch wenn der Pool verlockend ausschaut machen wir uns Richtung Campsite auf, wir wollen unsere Freunde nicht noch länger warten lassen. Kurz bevor es losgeht lernen wir noch, dass es sich hier nicht um normale Campsites handelt. Die findet man überall in Namibia, aber nur hier kann man „Felsencamping“ finden. 😉

Hier sieht man hinten den Hügel = Pavianschädel / die rechte Seite (mit viel Fantasie)




Mürrischer Oryx (hinter’m Gatter, weil er wohl beißt)




Wir haben Campsite 1, die hat eine große „Küche“ in den Fels gehauen, Feuerstelle mit einem Halbrund aus Stein und Beton gegossen, Außendusche in den Felsen und einem eigenen Ablution-Block. Und der Ausblick ist der Beste der Campsites, man überblickt die gesamte Landschaft und schaut direkt auf den „Pavianschädel“. Da wir aber alleine sind die Nacht gehe ich natürlich rüber zur legendären Campsite Nr.3 mit dem Außenklo mit Blick... und komme nicht herum die auch mal auszuprobieren. 😄 😗

Campsite 1




Hier geht es zu den Ablutions.


Dusche unter freiem Himmel.


Campsite 2+3


Stilles Örtchen mit Aussicht... 😉








Vor’m Abendessen erkunden wir wieder kurz die Landschaft. Man kann auf den Felsen und drum herum kraxeln, so kann man die gesamte Aussicht genießen. Wenn man so über das Gelände streift sieht der Boden teilweise nass aus. Das viele Quarzgestein hat im richtigen Lichteinfall diesen Glanz. Allerdings muss man auch etwas aufpassen, hier hat es viele natürliche Stufen und größere Steine, die man bei Licht noch gut erkennt, nachts aber sehr aufpassen muss wo man herläuft. (gilt natürlich nur wenn man wieder für Nachtaufnahmen durch die Gegend spaziert 😉 )

Der König ist wieder mit mir unterwegs und heute nutzen wir schon mal die Zeit um etwas Unterricht in Tierspuren zu geben. Wir hoffen ja eine Sidewinder in den Dünen bei Swakopmund zu sehen und da sollte er auch wissen, auf welche Spuren man achten muss. Gut, dass er ein kleines Stöckchen gefunden hat mit dem wir die Spuren in den Sand zeichnen können.









Glänzendes Quarzgestein


Heute heißt es auch: „Später Kochen, dafür Sundowner genießen.“ Und wenn man den Kindern erzählt man hätte das Bergzebra gesehen, dann bekommt man sogar ein Foto wie diese die Landschaft genießen. 😛 Während des Kochens, des Essens und auch des Abspülens flitzt ein kleine, verdammt freche Maus über unsere Anrichte. Hier muss es ja was zu holen geben. Alle jagen begeistert diesen süßen Nager, aber wo seine Höhle liegt finden wir nicht heraus und schnappen kann man die schon gar nicht. Hat ein bisschen was von Tom & Jerry. 🤪

An unserem letzten gemeinsamen Camping-Abend gibt es hervorragendes ZZZ und dazu delikate Matschepampe Nudeln. Auf den Campistes gibt es kleine Eimer für die Essensreste, was uns arg peinlich wird, da wir kaum mehr alles da rein gestopft bekommen. ZZZ, das ist übrigens ziemlich-zähes-Zebra, dass die Glücks einer stolzen Lore abgekauft haben und wir fürchten uns schon alle vor der Frage wie es uns geschmeckt hat. 🤢 😣

ZEBRA-suchende Kinder. (ist vielleicht etwas gemein, aber der König hatte gerade einen Jieper und musste mal abgelenkt werden)






Die heutige Nacht wird etwas unruhig. Mitten in der Nacht werden wir durch eine Art Schreien geweckt. Im Halbschlaf frage ich mich was das sein könnte, bis ich wach genug werde um zu erkennen, dass die Prinzessin schreit und keine gute Nacht hat. Die Eltern sind schon am kümmern und so drehen wir uns wieder um… aber es ist herzzerreißend. (Zähnchen?, wohl eher nicht wie wir noch erfahren werden) Vielleicht doch noch mal Richtung Sternenhimmel gehen… Gedankennotiz, zweites Licht mitnehmen, damit man nicht im Dunkeln zur Kamera zurückstolpern muss, wenn man mit der Stirnlampe die Szene beleuchtet.






FAZIT: Rooiklip
Das fällt leider etwas zwiegespalten aus… hättet ihr uns direkt nach dem Urlaub gefragt, dann hat es uns dort nicht sonderlich gefallen. Mit etwas Abstand hingegen, können wir die Farm wirklich empfehlen. Tolles Feeling in den Felsen, so mit den Ablutions großteils integriert und Freiluft. Die Grillstelle, das Halbrund zum Sitzen und die Arbeitsfläche an der Felswand eingelassen… alles sehr schön gemacht. Die Landschaft ist auch sehr speziell, unsere Gastgeber waren nett und das Farmhaus inkl. Pool ein Ort zum relaxen.

ABER, wir haben hier einen Fehler gemacht. 🙁 Zwar sieht das mit den vielen Fotos jetzt nicht so aus, aber wir sind sehr kurz vor knapp angekommen. In der Farm haben wir praktisch keine Zeit verbracht, außer einem kurzen Gespräch. Auf der Campsite haben wir nur schnell das Zelt aufgebaut und hatten eine halbe Stunde das Gelände anzuschauen, dann kam auch schon die Sonne runter. Im Nachhinein betrachtet, haben wir einfach keine Zeit gehabt hier anzukommen und konnten Rooiklip so gar nicht genießen. Unsere Freunde die viel früher da waren, fanden das dies eine der schönsten Campsites war.

Und da man ja bekanntlich aus Fehlern lernen sollte, haben wir zumindest für den nächsten Urlaub versucht uns mehr Zeit zu nehmen.




Gruß,
Robin


PS. hier noch ein Extra-Tipp zu Rooiklip, die Aktivitäten findet man hier: http://www.rooiklip.iway.na/aktiv-d.html

Drei verschieden Wanderrouten mit Karten, die Farmrundfahrt kann man auch mit eigenem 4x4 machen. Teleskop ausleihen etc.
Teil 1303. März 2018
Martina56 schrieb:
Bei uns geht es leider erst im Mai 2019 nach Botswana...
Dank dieses Forums lässt sich die Zeit ja traumhaft verkürzen.
Willkommen an Bord Martina. Die Wartezeit kann ich dir dann hoffentlich im nächsten Winter auch wieder verkürzen. Jetzt erstmal diesen kalten Tag.


Tag 7 - 12.10.: "Geburtstagskerzen" am Horizont
(so eine typische Fahretappe, wie man sie manchmal einbauen muss)



Die Morgensonne taucht unser Felsplateau in helles Licht und lässt keinen Zweifel, dass es Zeit wird aufzustehen und Frühstück zu bereiten. Da wir auch dazu gestern Abend nicht mehr gekommen sind nutzen wir morgens schnell die Dusche, sehr schnell. Drunter und wieder weg. BRrrrr ist das kalt! (in meinen hinteren Schädelwindungen höre ich noch Jankos Stimme… „…und geht Abends duschen, dann ist das Wasser noch warm…“) Stimmt, da war ja was. 😉

Naja, zumindest nicht viel Zeit verschwendet, dann kann man doch noch schnell beim Frühstück machen helfen ODER man dokumentiert den frechen, schwarzen Vogel mit seinem weißen Helm auf, der ständig versucht etwas abzugreifen. Mal sitzt er hier, dann dort. Kurz nicht zu sehen… ZACK. Hat er was.

Bergschmätzer


Termiten- oder Rostschwanzschmätzer?


Wir packen zusammen und es geht runter zur Farm um uns zu verabschieden. Lore kopiert uns noch unser Permit, auf dass wir ungeschickt beide Autos haben schreiben lassen. Familie Glück weiß noch nicht ob sie den direkten Weg nehmen, wir wollen oben Richtung Mondlandschaft oder unten den Bogen bei Gobabeb vorbei fahren. Frans hört unsere Überlegungen und dann erklärt er uns die jeweiligen Vorteile der verschiedenen Strecken, das hört sich bei Frans ungefähr so an:

„Oben rum fahrt ihr nicht! Da gibt es nichts zu sehen. PUNKT“ // „Wenn man über Gobabeb fährt kann man dem Kuiseb folgen und dann hat man grüne Bäume vor der roten Wüste. Das ist viel schöner. PUNKT“

Ja in Ordnung, das mit der Wüste hört sich ja wirklich gut an. Ich lasse mich zu einem: „Das hört sich gut an, so werden wir es wohl machen.“ hinreißen.

„Unten rum zu fahren ist viel schöner, ich bin da vor 14 Jahren auch mal hergefahren. Ihr macht das so. PUNKT“

OoooK. 🤪 Gefühlt 100x beteuere ich, dass wir wirklich den Weg über Gobabeb nehmen werden und 100x wird betont, dass wir das wirklich so machen müssen.

Jonathan, der mürrische Oryx beäugt die Abfahrt kritisch.


Rotkopfamadine




Schlankichneumon?


Irgendwann kommt Lore dann tatsächlich mit unserem kopierten Permit zurück, von Barbara nehmen wir uns Farmdudler für die Fahrt mit und diesmal sind Sebastian und ich besser auf Frans vorbereitet. Die Verabschiedung besiegeln wir mit einem anerkennenden Nicken. Keiner wollte aufgeben und dann muss man sich halt auf ein Unentschieden einigen, bevor es irgendwann komisch wird. 😐 --- ich glaube ich hatte schon erwähnt, dass Frans eine Marke ist.

Es geht jetzt bis zum Kuiseb Pass, den wollen wir noch in Kolonne nehmen bis zum auf T4A eingezeichneten Aussichtspunkt. Viel passiert erst mal nicht, der „Highway to Heaven“ und 2 Kudus die vor uns in die Büsche flüchten sind die Highlights.

C26




Kuiseb-Pass und Canyon






Oben auf dem Pass beim Aussichtspunkt kann man noch ein Stück höher fahren, wenn man sich über Stock und Stein traut. Haben wir uns aber nicht und auch zum hochlaufen, war es zu viel zu heiß… ich glaube ich hab’s sogar trotzdem gemacht, aber die Landschaft rund um den Pass hat uns nicht so sehr gepackt, also packen wir nach kurzer Pause unseren sieben Sachen und verabschieden uns bis später in Swakopmund.

Mara ist heute am Steuer und wir fahren schon mal vor. Es geht weiter durch die karge Landschaft und auf zum Hochplateau, eine flache Ebene, sehr unattraktiv. Gut, dass wir einen anderen Plan haben… hier oben her zu fahren, da kann man ja kilometerweit gucken und überall ist einfach nur gähnende Leere zu sehen und überhaupt nichts Interessantes. Boah das ist sowas von langweilig hier, da muss man aufpassen, dass der Fahrer nicht… GIRAFFEN!!!!! ertönt mein dezenter Hinweis... also eher ein gellender Schrei durch's Auto.

Da sind welche, toll das man hier soweit gucken kann! 😄 Mara schlittert auf den Seitenstreifen, ich hab meine Kamera schon parat. Nur Sekunden später steht Mara neben mir mit dem Fernglas. Da sind sie… Endlich! Wir freuen uns wie Bolle über unsere 5 „Geburtstagskerzen“ die in der Wüste stehen.



Uns soll es egal sein, wir freuen uns trotzdem. Damit haben wir nicht gerechnet. Unverhofft kommt oft und diese Erinnerung an unsere ersten Giraffen wird lange bleiben. Auch der blaue Fleck auf Maras Bein wird noch sehr lange bleiben. Vor lauter Aufregung haut sie sich die Autotür ins Bein als sie aus dem Wagen springt! 🙄 😣

Mittlerweile stehen natürlich auch die Glücks wieder neben uns. Wir verabschieden uns bis später in Swakopmund… schon wieder.





Zebras im Hitzeflimmern




Unser Weg führt uns an Mirabib vorbei. Die Gegend hier ist wirklich ein Niemandsland. Die Pad ist besonders Anfangs mies und wir kommen überraschend langsam vorwärts. Hier zeigt sich mal wieder, dass man die Entfernungen auch schnell mal unterschätzen kann. Richtung Mirabib wird es aber immer besser und (auch wenn wir über Pferd oder Zebra streiten), kommen wir an einer großen Zebraherde! vorbei. Siehe oben, ich meine mal ehrlich, dass die Streifen haben erkennt man doch. 😛

Beim Tropic of Capricorn haben wir eine tolle Idee und machen ein Foto von uns mit dem Schild. Ich denke wir lösen damit einen Trend aus… googelt mal danach, es gibt schon so viele Nachahmer. 😉
Wir haben hier seit Stunden keinen anderen Menschen gesehen, tatsächlich werden wir bis Walvis Bay auch auf keine Menschenseele mehr treffen. Zur Sicherheit Luftdruck kontrollieren und leicht anpassen, nicht dass wir uns hier noch einen Platten fahren. (auf dem Bild erkennt man ganz gut die vielen großen und spitzen Steine...)





Und jetzt gibt es eine Begegnung der 3. Art über die wir uns noch mit dem ein oder anderen Guide streiten werden. Wir sind jetzt ca. auf halber Strecke zwischen Mirabib und Gobabeb. Also mitten drin im Nirgendwo. Flache Wüste, hier ist nix mehr und dennoch kann man durch das Flimmern nicht sehr weit gucken und dann tauchen Pferde auf. Langsam und gemächlich durch die Wüste ziehend. Drei haben Manieren, gucken links und rechts und lassen uns den Vortritt. Hier gibt es keine Farm, keine Menschen seit 2 Stunden und es sind noch 25km bis zur Forschungsstation.
Sind das jetzt echte Wüstenpferde oder wirklich eine Herde die zu jemandem gehört???


(... ich soll von Mara ergänzen, dass es hier keiner wagen soll uns zu sagen, dass es keine Wüstenpferde sind und unsere Illusionen zerstört. 😄 )


Fortsetzung folgt…

Gruß,
Robin
Teil 1404. März 2018
@ Elsa
Danke für die Blumen, das kann ich ja nur so zurückgeben, auch wenn mein WE so vollgepackt ist, dass ich deinem Tempo gerade nicht folgen kann. 😉 Mirabib oder im Norden der Naukluft am Ende des Tinkas Trail würde ich auch gerne mal bleiben. Ist bestimmt auch traumhaft schön.

@ Ria2005 / Marianne2014
Willkommen in unserer Reisegruppe... wir müssen langsam auf einen Bus umsteigen.
marianne2014 schrieb:
Euer Bericht ist wirklich super! Und für uns sehr interessant, weil wir auch über Gobabeb nach Swakopmund fahren wollen. Die Fahrt am Kuiseb erscheint uns landschaflich sehr interessant, bin also sehr gespannt auf die Fortsetzung. Vor allem wie lange man dazu braucht und wie der Strassenzustand ist.
Das vorab, Zeit braucht ihr. So ganz genau wie lange wir unterwegs waren weiß ich gar nicht mehr genau. Aber 3 Std. ab Abzweig Mirabib bis Walvis Bay musst du schon rechnen und wir sind nur 2mal für ein paar Minuten ausgestiegen.

Straßenverhältnisse waren ab Mirabib eigentlich gut. Ist halt eine PAD, also nix mit Zeit rausholen. Wäre die PAD wie anfangs der Strecke geblieben hätte es mich dann doch genervt, da mussten wir ganz schon um Schlaglöcher kurven.


@ Bilderrätsel
Diverse Suchbilder kommen doch eigentlich noch, dass hier hatte ich als Suchbild gar nicht eingeplant!!! 😄


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FORTSETZUNG - Tag 7 - 12.10.: Geburtstagskerzen am Horizont

Nach der kargen Landschaft ab Mirabib freut man sich richtig wenn Die Forschungseinrichtung Gobabeb zu sehen ist. Die Lage ist nicht schlecht gewählt, in erster Linie für die Forscher sicher wichtig rundherum Wüste zu haben, aber wenn schon länger hier, dann auch mit Blick auf die Dünen der Namib. Man sieht überall in der Wüste Testfelder, auf denen irgendwas erforscht wird. Niederschlagsmengen, Tierzählungen etc.pp. Vieles entzieht sich aber auch der Erkenntnis, was genau da eigentlich gemacht wird. 🤨

Für uns wichtiger ist aber die von Frans angekündigte Namib hinter dem grünen Streifen des Kuiseb. Der Fluß zerteilt an dieser Stelle Steinwüste und Sandwüste. Man selber steht auf der Seite der Steinwüste, in eher grauem Stein und Sand. Die Namib leuchtet Gelb/Orange im Süden und dazwischen zieht der Kuiseb ein grünes Band durch die Landschaft. (siehe die Ansicht von oben von Google-Maps) 😎







Ab hier folgt unsere Strecke über die D1983 dem Verlauf des Kuiseb. Der Weg ist das Ziel, es gibt das eine Highlight und das ist eben der Blick auf die Namib. Wir finden die Strecke auf jeden Fall empfehlenswert, da wir aber auch Namibia in erster Linie wegen der tollen Landschaft bereisen wollten. Zu anderen Routen durch den Naukluft-Park haben wir natürlich keinen Vergleich.

Unterwegs finden sich immer mal wieder kleinere Ansiedlungen der am Kuiseb sesshaften Topnaar. Wir machen verstohlen ein paar weit entfernte Fotos der Wellblechhütten und wollen auch hier nicht zu sehr die Linse draufhalten. (im Nachhinein habe ich mich etwas in das Thema Topnaar eingelesen, wir dachten vor Ort, dass es einfach Siedler sind die nirgends anders hinkönnen als kleine Empfehlung an dich Marianne :))

Wie haltet ihr das eigentlich mit Fotos abseits von Flora und Fauna?
(wenn ich durch Salzburg laufe halte ich ja auch drauf, aber es fehlt halt diese Komponente des gefühlten Gaffens… auf den Philippinen hatten wir jemanden aus unserem Camp dabei und sofort hatte das auch einen anderen Touch, ein anderes Gefühl)

Hauptsächlich möchten wir einfach nicht dem Gegenüber das Gefühl des Gaffens geben. Deswegen finde ich einzelne Ausflüge mit Guides oftmals sehr bereichernd. Aber ich bewundere die Leute die zurückkommen und diesen Kontakt ganz ungezwungen aufbauen können.



Topnaar am Kuiseb






Von anfänglich über 30 Grad wird es langsam aber sicher immer kühler. Für uns das klare Zeichen, dass wir uns der Küste nähern. Das letzte Teilstück ähnelt einer guten, alten Holzachterbahn. Es geht immer hoch und runter, als ob man ständig über die Dünenkämme und dann wieder durch die Täler fährt. Es zeigen sich kleinere Ansiedlungen, mal ein Fußballplatz mit spielenden Kindern dazwischen, aber wenn ich die Strecke auf Google-Maps anschaue ist da nichts eingezeichnet. Ich vermute mal, dass Walvis Bay hier langsam Randgebiete bildet?!

Zumindest findet man auch Kirchen und die Tierwelt zeigt sich wieder in Form von Eseln am Rand. Und dann kommt die Industrie in Sicht. Diese Strecke kommend fährt man an ein paar größeren anlagen vorbei bevor es auf die C14 geht, die für uns nach diesem einsamen Tag fast wie ein Schock wirkt. Plötzlich ist man in einer Stadt, es hat nur noch 16 Grad. Es ist diesig, obwohl schon später Nachmittag und wir sehen zu, einfach nach Swakopmund zu kommen. Am Langstrand entlang ist dann der Blick auf die Wellen und das Meer eine willkommene Abwechslung. (auch deshalb so willkommen, da wir mal wieder spät genug dran sind auch hier keine Fotos zu machen 😊... die Lernkurve ist halt gemütlich unterwegs bei uns)





Diese Wüstenkirche die da so alleine rumstand fanden wir genial... hier würde uns mal ein Sonntag interessieren.


Wir schnappen unser MTC Telefon und setzen uns mit Tanya in Verbindung, bei der wir ein kleines Ferienhaus, direkt am Strand gebucht haben für die nächsten beiden Nächte. Das Treffen wird kurz ausgemacht und dann kommt auch schon Swakopmund in Sicht. Durch Orte fahre immer ich, da greift unsere Routine besser. Also geht es durch die Stadt mit dem wohl bekannten und beruhigendem „Links kurz“, „Rechts lang“, „du hast Vorfahrt“ und „Ampel ist rot“. Eingespieltes Team halt!

Vorne an der Küste sehen wir einen gelben Imbissbus, das Fish&Nice und wer sitzt dort an den Tischen?... natürlich die Familie Glück. Wir halten schnell an und erfahren, dass unsere Idee in Swakopmund Fisch zu essen sich auf den zweiten Abend verschieben wird, es ist schon ein Tisch reserviert für die Wurstbude. 🙁 Die haben wohl einen Spielplatz im Garten und sind fußläufig zu erreichen. (die Glücks haben eine Ferienwohnung nur wenige 100m entfernt zu unserem Häuschen)

Naja, weiter zum Treffen mit Tanya. Sie ist genauso nett wie im bisherigen Mailkontakt, erklärt uns schnell alles was man so wissen muss zum Haus. Sie hat ein paar Kleinigkeiten für uns eingekauft und den Kühlschrank mit ein paar Dingen bestückt, die wir gerne nehmen dürfen. Gewürze und alles was man so braucht ist vorhanden für die Küche und sogar eine Flasche Wein steht bereit für uns. Sie selber ist zwei Tage an der Spitzkoppe in der neuen Lodge, aber direkt nebenan wohnt ihre Schwester. An die können wir uns wenden, wenn etwas ist. „Achja, eine schnelle Frage noch Tanya, kannst du für morgen Abend ein Restaurant empfehlen?“ --- „Ja sicher, geht in die Wurstbude!“ 🙄 😄

Gesagt getan, wir laden eilig unser Auto aus und versuchen den Hilux in der zugehörigen Garage/Schuppen unterzubringen. Rückwärts rein, keine Chance, vorwärts klappt es besser, aber es fehlen uns 15cm in der Länge. Das wird nix… unser Wagen steht ab jetzt also bei Tanyas Schwester auf dem Hof, bzw. kann dann außer dem Wagen dort auch nix anderes mehr stehen. 😉

Es ist jetzt dunkel, Katzendusche ist angesagt, Mara hat es gerade noch geschafft, ich stehe noch unter der Dusche, da klingelt es auch schon und die Glücks stehen in voller Truppenstärke in der Tür. Schön, der Prinzessin geht es besser. Die kleine Hütte wird begutachtet, ich kann mich schnell fertig machen und eine halbe Stunde später sitzen wir in der Wurstbude an unserem Tisch… wie sich herausstellt ist die Wurstbude eine Pizzeria. Klingt logisch. Irgendwie passt hier auch T.i.A. 🤪





Den Nightdowner gibt es zu zweit in unserem "Wintergarten" und Bilder zum Haus, dann erst bei Sonnenschein. 🙂


Den AHA des Tages leiten wir aus der Erfahrung ab, dass…

… wir uns da auf dieser Reise noch mal nicht dran halten werden. Dramatischer als hier, aber dafür dann auch lehrreich.

Gruß,
Robin
Teil 1510. März 2018
Die letzte Woche hat es irgendwie nicht reingepasst. Ehrentag am Montag, dann zwei Tage auf Tagung und sofort danach spielt der BVB zu Hause. (gut, den Donnerstag hätte man sich sparen können...)

Deswegen geht es jetzt auch ohne Unterbrechung durch den gesamten 8ten Tag, unser einziger ganzer Tag in Swakopmund. Falls jemand auf Bilder des Ortes hofft... wir haben es geschafft 2 Nächte in Swakopmund zu bleiben und hatten keine Zeit auch nur einmal die Waterfront zu sehen. 😏


Tag 8 - 13.10.: Schafe beim Schwimm-Unterricht



Es ist mal wieder ein früher Morgen als sich die Sonne hinter den verhangenen Himmel schiebt. Das Licht reicht aus um vom Bett aus einen Blick auf den Strand und das Meer zu erhaschen. Dieses kleine Häuschen ist einfach schön umgebaut und nutzt die gute Lage wirklich so gut es geht. 🙂



Für den heutigen Tag haben wir einen Ausflug zu viert bei Eco-Kayak-Tours zum Pelican Point gebucht. Nachdem die Prinzessin schwächelt fällt die Wahl unserer Begleitung auf Sebastian und den König. Vanessa und Prinzessin machen einen Bummel- und Shoppingtag in Swakopmund.

Wir übernehmen wieder den Taxidienst und holen die beiden an ihrem Guesthouse ab und spätestens jetzt wird klar, dass die Prinzessin wohl keine Zähne bekommt… denn damit kann sie Papa Sebastian kaum angesteckt haben. Er sieht aus wie 3 Tage Regenwetter und das obwohl es doch erst unser erster Morgen in Swakopmund ist. Tja, wenn Strahlemann-König neben einem steht und sich wie Bolle auf die Robben freut… da muss man dann wohl durch.

Wir satteln auf und ich versuche alles Mögliche um den König vom Papa abzulenken, aber anscheinend ist dieser so früh am Morgen nicht dazu zu bewegen. Entlang des Langstrands gibt es viel zu sehen. „GUCK MAL PAPA! – Ein Schiff!“ --- „DA IST EIN GANZ GROßES SCHIFF, PAPA GUCK‘ DOCH!“ --- Aber Papa guckt nicht, er ist ziemlich mit sich beschäftigt und verflucht die gefühlten 100 Schiffe die in Sicht kommen. 😛



Wir kommen am Treffpunkt, dem „Dolphins Cafe“ in Walvis Bay an und auch der Rest der Reisetruppe für heute trudelt nach und nach ein. Zeit schnell die Toilette aufzusuchen und hier „bricht“ 🤢 Sebastian dann endgültig ab. Es macht einfach keinen Sinn.
Der König hat also zwei Optionen: 1. Abbruch und zurück nach Swakopmund / 2. Der König geht mit uns alleine auf die Tour…
... eine große Entscheidung für den kleinen Mann, aber lange hat es nicht gedauert! Tschö‘ Papa und ab dafür!



Es geht mit Jeane und Bernd Richtung Pelican Point. Ich glaube wir waren insgesamt so ca. 10 Leute, wir sitzen aber zu dritt alleine mit Bernd und Maskottchen in einem klapprigen Bus, den er gekonnt über Sand und Spuren bis weit auf den Strand bugsiert. Unterwegs sehen und lernen wir viel über die Tierwelt rund um die Lagune. Besonders freut sich Bernd, dass es seit 4 Jahren das erste Mal wieder Jung-Flamingos hat, die man sehr gut am grauen Federkleid erkennen kann. (es hatte wohl seit langem mal wieder genug Wasser im Etosha, dass die Jungtiere dort durchgekommen sind) 😎



Kleine Flamingos fressen die keratinhaltigen Algen die auch das Wasser in den Salzfeldern rosa färben und sind dementsprechend viel stärker eingefärbt, als ihre großen Brüder, die Krebse fressen und eher unter den Flügeln leicht rosa gefärbt sind. Aber neben den fast 140.000 Flamingos die man im Juli 2017 entlang der Küsten gezählt hat sehen wir auch Pelikane, Schakale die sich vor’m Wind geschützt in den Fahrspuren am Strand legen und natürlich die Salzanlagen und Felder unterwegs. Das Licht ist mies und es gibt auch keine Fotostopps. Mit seinem Kleinbus würde Bernd sich im Sand sofort festfahren, also gibt es nur „Kunst durch dreckige Scheiben“.







Der alte Leuchtturm wurde zu einer Lodge umgebaut… irgendwie würden wir hier nicht sein wollen.


Die Spur verlassen wir nur für Schakale… 😉






Am Pelican Point angekommen werden „künstliche Büsche“ für die Damentoilette am Strand platziert und dann kommt die große Modenschau. Es gibt dicke Pullis, Anoraks, wasserfeste Hosen, Handschuhe für Hände und Fotokameras und neues Schuhwerk. Beim Gang ins Wasser schnalle ich auch warum der Rest die Socken ausgezogen hat… 😣

Wir kriegen den „Sanderling“ und der König kommt in die Mitte. Ich setze mich nach hinten, dann hab‘ ich ihn im Griff und muss nicht paddeln, weil ich ja die Kamera meistens nutze. (man muss aber sagen, dass der Strahlemann den ganzen Ausflug superlieb war… ein Vorzeige-Patenkind)





Der König mit seinem gelben Paddel, das lieben die Robben!








Die Robben kennen die Nummer, kommen ganz nah an die Boote dran, werden aber nicht angefüttert. Sie spielen einfach mit den Paddeln und man kann sie etwas animieren in dem man die Paddel leicht auf das Wasser legt, hin und her bewegt und „Komm, komm, komm“ ruft. 🤨 Da kommt man sich schon was blöde vor, aber na gut… es funktioniert auf jeden Fall. Und für den aufmerksamen Leser, der sich fragt warum der Titel heute „Schafe beim Schwimm-Unterricht“ lautet: Video klicken, man denkt man paddelt mitten durch eine Schafsherde.

Video - Eco Kayak Tour by Blende18.2, auf Flickr


Nach gut 1,5 Std. bei den Robben sind wir zurück am Strand, es gibt Kaffee, Plätzchen und belegte Brötchen, alles wird wieder zusammengepackt und dann geht es wieder am Strand zurück zum Treffpunkt. Unterwegs erzählt uns Bernd, dass es hier Seegras gibt, das wie Spargel zubereitet wird und extrem salzig schmeckt. (wir haben später gegoogelt und es müsste Red Seaweed sein?!) Auf jeden Fall halten wir an, holen uns etwas davon ins Auto und das Zeug schmeckt wirklich als hätte jemand Salzwasser in Form gepresst! 😵











Es geht zurück nach Swakopmund. Da unser nächster Großeinkauf ansteht setzen wir den König nur kurz ab und dann geht es zum Superspar um alles nötige zu holen. Direkt gegenüber liegt der Namaqua Meat Market bei dem wir uns zuerst wundern, dass es alles nur tiefgekühlt kriegen, aber dann auf Anfrage doch alles frisch geschnitten und eingeschweißt wird. Wir nehmen immer 2 Steaks von so ziemlich allem. Springbock, Kudu, Oryx… mhhh lecker.

Die Wartezeit ist allerdings was länger und so widmen wir uns dem Biltong Regal, also der Biltong-Wand. Es hängt hier alles voll damit. Wir nehmen ein klein bissel was mit. Kleine Tütchen mit Chilli, davon hätte es mehr sein sollen, aber wir wussten ja nicht wie scharf das ist. GENIAL. Natürlich auch Biltong-Bacon, immer empfehlenswert und dann Biltong am Stück. Springbock und Kudu und dann noch mal mehrere Stücke Springbock für daheim. (was soll ich euch sagen, wir essen immer noch davon!!!) 🤪

Erst morgen Abend werden wir feststellen, dass man sich nicht immer versteht, auch wenn man dieselbe Sprache spricht. Steaks werden anscheinend als dünne Lappen geschnitten, was wir noch öfter feststellen. Wir haben uns etwas anderes vorgestellt und dicker ist auch einfacher zu grillen auf Feuer. Schade, denn Freundlichkeit und Qualität in dem Laden ist super… wir waren nur zu ungeschickt uns ordentlich auszudrücken. 🙁

Auf dem Weg zurück zum Haus kommt Hunger auf und wir halten beim Fork `n Nice für eine Portion Fish&Chips. Wenn man in Swakopmund ist muss man dort mal halten. Übertrieben lecker und das Pommesgewürz ist unvergleichlich. Das hätte ich am liebsten direkt eingesackt. Während wir da so sitzen hören wir ein „Da sind Robin und Mara!“ --- der kleine Kerl hat wirklich Augen wie ein Adler. 4 Punkte bewegen sich auf uns zu, vorneweg der König und die Glücks machen ihren Standard-Stopp beim Fork `n Nice. (machen die 4 Tage in Reihenfolge während sie in Swakopmund sind) --- den Kranken geht es zwar etwas besser, aber nix riskieren vor der Desert-Tour morgen, also einigen wir uns auf Fisch zum Abend zu viert.

Mal ein Fremdfoto, da ich den irgendwie nicht drauf hatte. The Namibian


Zurück an der Cottage schließe ich die Tür auf und die Disko geht los. Rote Alarmleuchten, schriller Sound… an die Alarmanlage hatten wir besser doch so gut gedacht. 😮 🙄 😣 Hektisch wird der Knopf zum Abschalten gesucht. Wir hoffen wir waren in der Toleranzzeit bevor der Sicherheitsdienst ausrückt. Sind wir, werden wir auch noch öfter sein. Wir machen nämlich nachts die „Beams“ an und zweimal rennt irgendeine Katze, oder was weiß ich, dadurch und mitten im Tiefschlaf geht die Anlage los. Das machen wir nicht noch mal, man kann die ja auch aus lassen.
Vor dem Abendessen haben wir etwas Zeit und räumen unsere Einkäufe weg. Ein paar Fotos vom Haus und sogar ein kleiner Strandspaziergang ist noch drin.



















Für den Abend hat Vanessa einen Taxifahrer direkt vom „Swakopmund-Speed-Circuit“ gebucht. Den Namen haben wir vergessen, ist aber auch keiner den man sich merken muss. Der Hinweg war ja noch halbwegs gesittet, zurück ballert der Kerl durch die Straßen als ob er die Formel 1 gewinnen möchte. 🤩

Dennoch kommen wir unfassbar underdressed im Ocean Cellar an. (vom Foto nicht verwirren lassen, Vanessa hatte doch tatsächlich ein Kleid dabei) Wir haben schon versucht halbwegs ordentliche Sachen rauszufischen, aber wir sind halt eher auf Camping eingestellt. Egal, wir gönnen uns die viel gelobten Swakopmunder Austern, genau 3 Stück als Vorspeise, für jeden eine. Mara kennt das schon, aber für Vanessa und mich ist es Auster #1. Kann man machen, aber hat mich nie gereizt und wird auch so bleiben. ABER, sie schmeckt, da kann man nicht meckern.





Mit dem abschließenden Thema Essen beschäftig sich auch unser AHA des Tages. Das begleitet uns die ganze kommende Woche und daher ist es hier gut aufgehoben. Unser Tipp an euch… Fleisch immer etwas dicker kaufen und klar sagen was man will.


FAZIT: Quaint Seaside Cottage
Wie immer zur letzten Nacht ein Fazit zur Unterkunft. Das kann man kurz machen, es war super. Tolle Location vorne am Strand. Sauber, herzlich eingerichtet und es hat Platz für 4-6. Also empfehlenswert, Hauptsache man lässt Nachts die „Beams“ aus. 😉

FAZIT: Kayak Eco Tours
Wir haben uns bei Jeane und Bernd wohlgefühlt. Die Tour würden wir sogar empfehlen, man kann das mal gemacht haben, gerade wenn man mit Kindern vor Ort ist, ist es ein schöner Ausflug für einen halben Tag. Es gehört für uns aber nicht in die Kategorie „Muss man gesehen haben“ und wär auch nichts, was wir noch mal machen müssten. Für mal gesehen haben ok.

Gruß,
Robin
Teil 1612. März 2018
Doppelpost... 🤪 (egal)

Tag 9 - 14.10.: Müsli - Plankton - Hollywood

Müsli, Plankton und Hollywood? - Ihr habt es natürlich sofort erraten, es geht heute in die Dünen rund um Swakopmund!



Einen letzten Morgen verbringen wir zusammen mit Familie Glück und mit von der heutigen Partie ist Marius von „Close-Up Safaris“ auf einer Tour zu den berüchtigten Little Five der Wüste. Gegen 08:40h kommt Marius mit seinem Jeep bei unserem kleinen Strand-Domizil vorgefahren, die Glücks sitzen auch schon in voller Mannstärke im Auto, wie schön das alle wieder halbwegs auf dem Damm sind und dabei sein können.

Marius wohnt immer 50/50 in Namibia und Deutschland, wo auch seine Familie in Berlin lebt. Somit spricht er auch deutsch, lieber aber englisch. (wie ich merke, da ich vorne neben ihm sitze und immer wenn wir fahren und es im Auto eh zu laut ist, fällt er ins Englische mit mir >> dafür erfahre ich von ihm aber auch unheimlich viel).
Für Kinder und Familie aber natürlich doppelt super, so hat man einen privaten Guide und keine Sprachbarrieren. 😎

Gut ist auch, dass Marius selber Kinder hat und somit die erste halbe Stunde genauso stoisch wegsteckt wie der Rest im Auto. Die Prinzessin hat nämlich eine ganz klare Abneigung zum Thema: „Ohne Kindersitz im Auto muss man dennoch stillsitzen.“ Und das lässt sie auch jeden lautstark wissen. Irgendwann fügt sie sich diesem Schicksal und mit der, dann endlich eintretenden, Stille der Wüste taut auch unser Guide Marius zusehends auf. Spätestens ab dem ersten Stop oder eher Unterrichtsstunde war dann Ruhe und Faszination, statt Geplärre, der ständige Begleiter im Auto. 🙂

Los geht es mit Marius' kleiner Wissensstunde zum Thema: >> Der Kreislauf der Wüste <<

Aber vorher eines der versprochenen Suchbilder für Euch: „Welches Tier ist hier zu sehen?“
(Seid fair zu euch selber, erst Suchen und dann weiterlesen, wer zu weit weiterliest spoilert sich selber. / bin ja mal gespannt @freshy 😛 )


Unsere Tour fängt mit einem Wüstenmüsli zum Frühstück an. Das sind diverse Pflanzenteile und abgestorbenes Material, dass der Wind in die Wüste treibt. Die Kleinsten ernähren sich davon und somit startet dieses trockene Müsli die Nahrungskette. Ebenso dazu zählen Tiere die der Wind mit sich trägt, die eigentlich hier nix verloren haben. Heuschrecken z.B., die einfach vom Wind mitgerissen werden und dann in der Wüste landen. Wir finden diverse Beinchen, die einzigen Überbleibsel, da diese wohl von den Wüstenbewohnern verschmäht werden.

Marius hält den Wagen an und sucht die Dünen ab, bis er findet was er gesucht hat und wir sehen unser erstes Tier an diesem Tag. Einen Silberfisch… 😎 🤨 - Ja und nein. Marius kennt einen besseren Namen. Das Plankton der Wüste, Lebensgrundlage für die wiederum etwas größeren Bewohner dieser kargen Landschaft.





Eines der Highlights, das auch das Plankton der Wüste frisst, finden wir, besser gesagt Marius, auch noch bei diesem Stop. Natürlich erst nachdem wir eine recht klare Ansage bekommen haben wo wir hintreten dürfen und wo nicht. Man will ja nicht aus Versehen auf etwas drauftreten oder etwas kaputt machen.

Er versammelt uns bei einem „Halbmond“ im Sand, der als einziges auf den Unterschlupf eines Wüstenbewohners schließen lässt. Marius gräbt einen jungen „Palmato Gecko“ aus. Zumindest mal ganz kurz. Grundsätzlich fasst nur er irgendwas an und er lässt die Tiere generell, und den kleinen Kerl hier im Speziellen, schnellstmöglich zurück und erklärt uns dann hinterher die Details. Gemerkt habe ich mir, dass er keine Augenlieder hat und sich die Augen mit seiner Zunge sauber leckt. Respekt! – ich komme nur bis zur Nasenspitze. 🙄



Wir steigen wieder ein und Marius bugsiert uns mit ca. 0.8bar auf den Reifen sicher durch die Dünen. Wir alle schauen natürlich aufmerksam ob wir was entdecken können. Tun wir natürlich nicht, außer hier und da mal eine andere Desert-Tour. Drei große Fahrzeuge mit gut 25 Leuten in der Gruppe, da hätten wir keine Lust drauf und Marius mag diese neuen Anbieter auch nicht, weil die Fahrzeuge zu schwer sind und zu viel kaputt machen. Außerdem halten die sich oft nicht an die einfachsten Regeln, wie z.B., ein Wüsten-Chamäleon packt man nicht an! Anders als die Geckos die wieder im Sand verschwinden haftet der Geruch den Chamäleons an und sie werden ihn nicht los. Das wiederum lockt die Jäger an und dank der Bilder von Touris mit den Tieren auf der Hand werden die Chamäleons immer weniger.

Eines entdeckt er aber dennoch und ganz in der Nähe eine der schon erwähnten, herbeigewehten Heuschrecken. Es ist also Fütterungszeit. Wir bilden einen engen Halbkreis mit genügend Abstand, damit das Chamäleon nicht gestresst wird. Umzingelt man es (siehe 25 Leute Gruppe) hat es keinen Fluchtweg mehr und findet dass dann gar nicht mehr lustig. „Stellt eure Kameras auf Dauerfeuer, dass geht jetzt Blitzschnell!“ 😮 --- wir warten gespannt!

Während wir Fotos machen, muss Papa Sebastian als Kletterbaum herhalten. 😄




Und dann geht es los, ich habe mir mal die ganze Reihe angeschaut um das auszuwerten. Das Bild wurde im Burstmode mit 18 Frames pro Sekunde aufgenommen. Ab dem Augenblick in dem man das erste Mal die Zunge sieht, bewegt sich diese fast unmerklich für 5 Frames. Bei Frame 6 ist sie dann komplett ausgefahren und hat die Heuschrecke schon erwischt. 1 Frame später sind nur noch 3/4 der Zunge zu sehen und wiederum 1 Frame später ist die Heuschrecke schon halb im Maul.

Der spannendste Moment hat sich also in ca. 2/18 einer Sekunde abgespielt. (=11 Hundertstel)

Ich muss ja zugeben… ich bin auf dieses Foto schon mächtig stolz. 😊


Man beachte hier die Zweifarbigkeit. Links in der Sonne noch Muster, Rechts auf der „Schattenseite“ fast rein weiß. Einfach coole Tiere.


Ein echtes Highlight unserer Tour. Es wird uns jetzt schon klar, wie spannend das alles wird. (wir hatten lange vor die Tour gar nicht zu machen… 5 Std. wegen kleinen Reptilien in die Wüste fahren, wozu?)

PS. Wer hier eher der Disney-Fan ist und Happy Ends liebt, der darf getrost das kleine Video hier klicken. 😉
Video Chamäleon by Blende18.2, auf Flickr


Marius taut auch immer mehr auf, man kann da gar nicht alles wiedergeben was er so erzählt hat. Er steckt einfach voller Themen und Meinungen, zu Politik, dem Naturschutz und dem Wandel im Land. Er ist engagiert in diversen Gremien zum Schutz der Namib und berät im Zuge dieser Funktion auch die Regierung, bzw. versuchen er und seine Kollegen zumindest ihr Bestes wie er etwas betrübt erklärt.

Währenddessen hält er immer mal an, entweder um einen Käfer zu fangen als Futter für weitere Chamäleons oder um seinen Hut wieder einzusammeln, den er regelmäßig aus dem Fenster schmeißt. 😐 Irgendwie will er einen der Ferraris der Wüste, eine „Schaufelschnauzen-Eidechse“ einfangen. Es erschließt sich uns aber nicht wie er das anstellen will. Die Viecher sind so wahnsinnig schnell, der fängt doch niemals eines unter seinem Hut und dann noch aus einem fahrenden Auto raus gezielt. Etwas suspekt isser ja schon, der Marius. 😗

Des Rätsels Lösung?! –-- Wenn die Echsen einen Schatten wahrnehmen, graben sie sich blitzschnell ein, da sie glauben, dass ein Raubvogel unterwegs ist. Marius Hut mimt, in diesem kleinen Kammerspiel hier, den Raubvogel und er versucht einfach nur zu sehen wo genau sich eine eingräbt. Es dauert bestimmt ein Dutzend Versuche, aber dann hat er sich eine Stelle gemerkt, springt aus dem Auto (während wir uns etwas verdutzt anschauen 😳) und buddelt wie verrückt, bis er die kleine Eidechse zu fassen kriegt. Wie gesagt, er handelt erstmal und erklärt uns dann hinterher die Details.





Kommen wir zurück zu unserem Suchbild vom Anfang, habt ihr das Tier entdeckt?
Es handelt sich um eine „Peringuey-Otter“, die Namib-Sidewinder. Man sieht nur einen kleinen Teil des Kopfes und die Augen. Direkt unterhalb der weißen Blüte ziemlich mittig.



Anbei mal rangezoomt aus besserem Winkel.






Nach der einzigen Schlange die wir in Namibia zu Gesicht bekommen fährt Marius mit uns zu seinen Lieblingen. Seit Monaten besucht er diese kleine Vogelfamilie, es ist die einzige in der Nähe und überhaupt die einzige die er hier mal hat brüten sehen in all den Jahren. Er kennt die Kleinen noch als Eier im Nest und die Vögel kennen und Vertrauen ihm. Wieder mal das Thema Respekt. Er fährt mit uns zu einer Düne weit oberhalb des Nests, die Vögel kommen von ganz Alleine. Die 25 Leute Truppe kommt 15 Minuten später an. Umstellen mit 3 Fahrzeugen das Nest und alle rennen direkt drum herum. Marius quittiert das mit einem: „Ich kenn‘ ja den Besitzer… den werde ich heute wohl noch mal sprechen müssen! 😠

Zurück zu den Vögeln. Es sind Bodenbrüter, die Jungtiere haben keinen Eigengeruch und die Eltern bringen den Unrat etc. immer mind. 50 Meter weit weg um mit keinen Gerüchen das Nest zu verraten. Mehr weiß ich nicht @ Fotomatte (und generell alle Vogel-Experten), jetzt bist du/seid ihr dran. Die Eulenmuckels haben Sonntag auch schon auf dich verwiesen, so ganz sicher waren sie sich nicht. Schmätzer? – evtl. aber für den Namib-Schmätzer eigentlich zu hell?! O-Ton: "Der Matte kann das klären!" 😉

Der, jetzt noch, als Wüstenvogel benannte Piepmatz (die beiden auf der Hand, der andere ist zwar auch ein komischer Kauz, aber das ist Marius 😜)


TracTrac Chat / Namibschmätzer (danke Maddy)



… der Tag wird ganz schön lang, ihr merkt schon wie begeistert wir von dieser Tour waren. Da muss ich einfach weiter ausholen, da ich das hier Geschriebene auch später noch für unser Fotobuch zur Erinnerung nutzen möchte. Im Hier und Jetzt wird’s auch schon wieder später, also leider doch eines dieser unbeliebten:

FORTSETZUNG FOLGT…


Gruß,
Robin
Teil 1714. März 2018
@ maddy / fotomatte / Daxiang
Danke für die Aufklärung und Bezeichnungen... also Namibschmätzer ist wohl am wahrscheinlichsten im Deutschen.

Der Englische Name "Tractrac Chat" gefällt mir aber auch besser... noch etwas besser aber fotomattes Bezeichnung TicTric&Trac 😄

@ freshy
Ja der arme Sebastian hat beim fotografieren gerne alles gegeben und sich auf den Boden geschmissen, dass wurde sofort ausgenutzt. Die Fotos kennen wir bis heute nicht!!! 🙄 (mit beiden Kindern zu Hause kommt Vanessa nicht dazu das Fotobuch fertig zu stellen) Nächstes Wochenende sehen wir uns und dann verlange ich einfach irgendwas mal zu sehen.

@ TinuHH / Esthi71 / __Thomas++D++82
Thx again und Thomas, freut euch drauf, die Tour ist was Besonderes. 🙂

@ Annick
Dann sattel' mal auf, willkommen an Bord.

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FORTSETZUNG - Tag 9 - 14.10.: Müsli - Plankton - Hollywood

Unsere Tour geht weiter und Mr. Hollywood will mit uns hoch in die Dünen für eine kleine Pause. Ahja, jetzt wird wohl auch das Hollywood in der Überschrift erklärt und so ist es auch. Ich denke fast jeder Namibia-Reisende wird früher oder später in der Recherche darüber stolpern, dass in der Mondlandschaft und rund um Swakopmund der 4. Teil der MadMax Serie, „Furyroad“, gedreht wurde.

Marius und viele andere Guides aus der Gegend waren in dem Filmprojekt involviert. Er hat vorab Locations gescoutet und war Fahrer für die Kamerafahrzeuge. Das haben fast ausschließlich lokale Guides gemacht, da die Fahrt auf lockerem Sand so kontrolliert der typische Hollywoodianer wohl eher nicht drauf hat. 😉

Und natürlich hat er Dünen gebaut… es waren für den Filmdreh wohl nicht genügend vorhanden. 🤪 Seine Dünen halten aber nur knapp 2 Monate, dann sind sie im wahrsten Sinne des Wortes vom Winde verweht. „Ist ja kein Wasser in den Dünen!“ --- „Jo stimmt Marius.“….. ÄHHhhh, warte mal, was? Wir sind mitten in der komplett trockenen Wüste. Und da waren wir eben noch in Hollywood und schon sind wir im zweiten Unterrichtskapitel angekommen.

Die Dünen der Namib
Tja was soll man dazu sagen, die Fluß- und Bachläufe sind oberirdisch zwar ausgetrocknet, unterirdisch fließt das Wasser aber noch und da trockener Sand, aus dem auch Marius‘ Dünen sind, nun mal vom Wind einfach abgetragen wird, benötigen Dünen nassen Sand um zu wachsen. 🤩

So sind die größten Dünen, also die mit dem meisten gespeicherten Wasser. Oft kommen hier unterirdische Flüsse an. Das klingt so erschreckend logisch, dass wir uns alle wundern, warum wir da nicht selber mal draufgekommen sind. (also logisch klingt es schon, aber nein, so langweilig, dass wir da drüber zu Hause nachdenken würden, sind unsere Leben dann auch wieder nicht) 😛





Während wir bei der Pause die „nassen“ Dünen erklimmen bereitet Marius schon die nächste Lektion vor. „Fällt euch die schwarze Färbung der Dünen auf?“ --- Nun ja, direkt zu Füßen sieht man das ja eher wenig, in etwas Entfernung fällt das gut auf. Dürfte eher Schatten sein. Marius holt eine Plastiktüte aus dem Auto und streicht damit die Wüste glatt. Als er die Tüte anhebt ist sie voller schwarzer Spänne, winzige Eisenspänne um genau zu sein. In der Tüte steckt ein Magnet und so zeigt Marius Eindrucksvoll woraus die Wüste neben Sand noch so alles besteht. 😎



Marius will uns noch eine Aussicht auf den Ozean zeigen und auf dem Weg dahin zeigt er ein bisschen davon, was man so als Wüstenfahrer können muss. Sehr zur Freude von König-Strahlemann und den Erwachsenen ebenso. 😄

Auf dem Programm stehen noch die Roaring Dunes der Namib. Diese machen einen Sound, wenn die Größe der Sandkörner und Grad der Trocknung, Temperatur etc. zusammenpassen. Nahe der Küste hat es ein paar dieser besonderen Dünen. Eigentlich haben wir dafür keine Zeit mehr, Mara und ich sind ja langsam wieder spät dran und so toll sind solche Dünen nun auch nicht, wir haben ja schon einige heute gesehen.

Egal, jetzt sind wir einmal da. Ich stapfe die Düne hoch und während der Rest der Truppe sich noch wundert, dass man die Straße bis hier oben rauschen hört bin ich schon BAFF. Ich erkläre dem Rest, dass die keine Autos hören, sondern mich. „Ach Quatsch, red‘ nicht!“ Ich halte an und die Autos bleiben auch stehen. Ich gehe weiter und der Verkehr rollt wieder. IRRE!, diese Dünen haben ihren Namen zu recht und dann gibt es kein Halten mehr. Alle Mann (und natürlich auch Frauen, da muss man ja aktuell genau drauf achten…) rauf auf die Düne. Wollen wir doch mal sehen ob wir gemeinsam eine Autobahn hinkriegen. Allen voran natürlich der König… Dünenkullern lässt der nicht aus. 😁





Jetzt kommen wir tatsächlich langsam zum Ende unserer Tour und zum Schluss schließt sich dann auch noch „Der Kreislauf der Wüste“, wir kommen am „Pferdefriedhof“ vorbei. Soldaten haben hier, nach einem Gewaltritt von über 100km durch die Wüste, das Ende von über 1.900 Pferden und knapp 900 Mulis besiegelt.

Der aufmerksame Leser hat mitgezählt und wird feststellen, dass wir doch erst 4 der kleinen 5 der Wüste gesehen haben. Das passt nicht so ganz zu einer „Little Five Tour“. Das ist zum Glück kein Problem, denn die bieten Marius & Caroline auch gar nicht an. Ihre Tour nennt sich „Die Geheimnisse der Wüste“ und davon haben wir viele entdeckt heute, auch wenn Marius sicher noch ein paar für sich behalten hat...

Und die letzte der Little Five? --- Die „Dancing White Lady“ bekommen wir nicht zu sehen. Damit treffen wir schon auf den zweiten Guide (vielleicht die einzigen beiden in Namibia?) der sich weigert einer Spinne vier Tage Arbeit aufzuhalsen, nur damit wir ein Foto am helllichten Tag machen können. Wir finden das große Klasse und können in allen Belangen diese Tour nur wärmstens empfehlen! 😎



Es geht zurück nach Swakopmund und somit rückt ein vorläufiger Tiefpunkt unausweichlich näher… unser Abschied von Familie Glück. 🙁
Die Kleinen sind auf dem Rückweg eingeschlafen und so im Halbschlaf fällt der Abschied leichter. Wir können Ihnen ab jetzt nur noch viel Spaß und Glück auf ihrer langen, weiteren Reise wünschen. Noch 6,5 Wochen sind sie unterwegs in Namibia und Südafrika.

Wir packen unseren Kram zusammen. Regeln die letzten Details zum Check-Out der Cottage, schön das heute keine neuen Gäste kommen, so haben wir unsere Sachen während der Tour noch im Haus lassen können. Es geht jetzt zu unserem nächsten Zwischenstopp, der Omandumba Gästefarm. Und damit auch zum nächsten Zwischenstopp unserer kleinen Reisegruppe hier.

Ein Zwischen-AHA des Tages haben wir als Trostpflaster für euch. Gleichzeitig auch das Fazit für die Tour.


FAZIT: Close-Up-Africa
Das erübrigt sich ja quasi, das liest man im Bericht oben. Eine klare Empfehlung, auch definitiv eine Tour die wir direkt noch einmal machen würden. Es werden auch unterschiedliche Touren angeboten, wenn wir mal wieder nach Swakopmund kommen würde ich die Nachmittags-Tour machen zur Mondlandschaft und Welwitischia. Da waren wir diesmal nicht und mit Marius ist das bestimmt gleich viel interessanter! 🙂

Gruß,
Robin
Teil 1817. März 2018
FORTSETZUNG - Tag 9 - 14.10.: Im Land der Traumfelsen

Wir bleiben bei Tag 9, der Titel ändert sich, nicht aber unsere mittlerweile schon wohl bekannte Art des entspannten Reisens. Wir sind mal wieder spät dran!, also ab dafür und Tanken müssen wir ja auch noch. Dann geht es aber endlich los in Richtung Omandumba. Die erste Teilstrecke führt uns raus aus Swakopmund und die B2 in Richtung Norden.

Eine Kolonne aus LKWs perlt sich die Strecke entlang. Bei interessierter Beobachtung der Einheimischen Piloten fällt schnell auf was da teilweise an Optimismus an den Tag gelegt wird… man muss manchmal schon staunen. 😏

Entlang des Weges finden sich immer mal kleine „Craft-Shops“ am Rand und irgendwann sieht man auch etwas entfernt die Spitzkoppe am Horizont. Die hätte ich gerne noch besucht, aber wir haben diese gegen die Wüstentour eingetauscht und sind jetzt auch nicht sonderlich traurig drum.



Es dauert nicht lange bis es von der B2 zurück auf unser geliebtes Gravel geht, endlich wieder rein in die „Wildnis“, das zumindest ist so das Gefühl, das bei uns immer aufkommt wenn es auf Gravel geht. Die Landschaft wird etwas felsiger, das Erongo baut sich vor uns auf und wir freuen uns über die schöne Landschaft, die uns in den letzten beiden Tagen etwas gefehlt hat. Wir nehmen die direkteste Route über D1930 – D1927 – D2306 – D2315, die uns gut gefällt, speziell das letzte Teilstück ist wunderschön.

Wir kommen unerwartet an ein großes Gate, Omandumba liegt in einer „Community-Area“, ist das die richtige Bezeichnung? Als wir näher kommen geht das Tor auch schon auf, ein Angestellter wartet, dass wir durchfahren. Er ist etwas irritiert als wir anhalten und ihm sagen, dass wir nach Omandumba wollen. Er sagt nicht viel, aber sein Blick ist vielsagend: Er scheint zu überlegen Mr. Wayne zu holen. Mr. Wayne Interessierts. 😄

Das Prozedere machen wir die folgenden Tage ja noch ein paar Mal und irgendwann haben auch wir verstanden, dass er einfach nur das Tor aufmacht und keinerlei Kontrollfunktion ausübt. Zu einem kurzen „Hello“ oder „Bye“ lassen wir uns dennoch bei jeder Durchfahrt hinreißen.

D2315




Ein kurzes Stück den Weg entlang kommt dann die „alte Farm“ von Omandumba in Sicht. Die Familie Rust lebt hier nicht mehr direkt, sie lebt jetzt beim neu entstehenden Bush-Camp auf dem Gelände. Das ist zwar sehr schade, da wir vorher sehr nett geschrieben und hier auf den Kontakt zur Familie gehofft hatten, aber da wir das kurz vor der Reise noch erfahren haben, ist jetzt auch keine negative Überraschung mehr.

Die Verwaltung hat jetzt Telma inne, eine resolute, etwas burschikose Dame, die uns mit den Worten: „Ihr seid aber ganz schön spät dran!“ begrüßt. Ach wirklich?, Fakenews! 😗

Unterstützt wird sie im Moment von der Praktikantin Helen, die für 2 Monate auf der Farm lebt. Eine echte Rennfahrerin wie es scheint. Da sich auf dem Gelände der Farm wohl ein etwas übellauniges, einzelnes Nashorn seit ein paar Tagen rumtreibt und vor 2 Tagen Helen bei einem Farmdrive mit Gästen überrascht hat. Sie hat sich so erschrocken, als das Nashorn direkt beim Auto aufgetaucht ist, dass sie mit den Gästen oben auf dem Wagen mit Vollgas über die rumpelige Pad die Flucht ergriffen hat. Die Gäste waren der Beschreibung nach wohl gut geschüttelt, nicht gerührt. 😄

ABER, gut zu wissen, eine wichtige Information! – wir haben also die Chance unser erstes Nashorn zu sehen. (ach so… das sollte ein Warnhinweis sein 😊)

Jetzt bugsiert uns Telma auch direkt aus der Farm, gibt uns noch Feuerholz mit und dann sollen wir uns sputen. Es sind gute 10km über die Farm und wir müssen uns beeilen, damit wir es noch bei Tageslicht schaffen. Wir kriegen eine eher handgemalte Karte des Geländes und sollen den 3 Elefanten folgen. Alles klar, wird gemacht. Das erste Schild ist schnell gefunden.





Wir verfahren uns etwas, es wird noch später, aber ein Fotostopp an diesem Felsen muss drin sein.


Die Abendstimmung setzt ein 🙂


Überall hat es Tausendfüßler-Überreste und…


… Spuren im groben Sand. Es soll hier Leoparden haben. Passt diese Spur?


Die ganze Landschaft hier ist unwirklich schön. Es kommt einem direkt der Gedanke in den Sinn, dass wenn man schon eine Farm in Namibia haben möchte, dann wäre das einer der Sehnsuchtsplätze. Es gefällt uns hier auf Anhieb so gut, dass wir beschließen morgen früh nach Bulls Party zu starten, damit wir hier den Nachmittag auf dem Gelände haben, da ja heute keine Zeit mehr bleibt.

Der Abzweig zur Bushman Cave kommt etwas später, wir sind uns nicht sicher ob wir auf dem richtigen Weg sind, ein Schild haben wir nicht gesehen, aber es führt eine PAD auf die Felsen zu, die müsste es wohl sein. Dann geht es mitten auf die Steine rauf. Mara muss kurz aussteigen um zu schauen wo genau es weitergeht und dann stehen wir „auf den Felsen“, einem kleinen Plateau und überblicken das Gelände.

ATEMBERAUBEND!

In den Felsen eingebettet liegt die Eremiten-Hütte mit den in die Natur eingebauten Ablutions, Toilette mit Blick und einer Panorama-Dusche auf dem Oberdeck. Es bleibt uns kaum Zeit alles mal schnell zu begutachten, die Sonne steht schon tief, also schnell einen Platz für das Auto suchen… was irgendwie nicht so recht gelingen will. Der Boden will einfach nicht dort gerade sein, wo wir unser Auto gerne stehen hätten. Es wird rangiert und probiert und dann irgendwann einfach stehen geblieben. Hilft nix, Zelt aufbauen, Tisch und Stühle raus und dann ein klein wenig in die Felsen hoch zum Sundowner. 🙂











Wir schaffen es noch den Esstisch im letzten Licht zu decken und unseren Kram auf die Anrichte zu stellen. Dann gibt es wieder mal „Instinkt-Grillen“ im Feuerschein und Mara muss in der Küche das Licht einschalten, aber HEY 🤩 , darin sind wir ja quasi schon Profis mittlerweile.

Die Anrichte.


Unser Esszimmer…




…und die Küche. 😉


Was für ein Tag! Wir sind glücklich, aber geschafft. Die Wüstentour war der Wahnsinn und unser kleines Reich auf Omandumba, fernab jedes anderen Menschen, übertrifft unsere Erwartungen um ein Vielfaches. Die Müdigkeit schlägt aber auch erbarmungslos zu und wir bringen unseren Kram einfach nur noch hoch in die Hütte, Katzenwäsche, Zähne putzen, Spüli in die Spüle und über Nacht einweichen lassen. Wir wollen zwar früh los, aber heute noch zu spülen… dazu reicht Ausdauer und Motivation nicht mehr. Dann fehlt halt morgen früh etwas Zeit.

Irgendwie purzeln wir diese Nacht etwas durch’s Zelt. Da hat wohl jemand nicht gerade eingeparkt… Naaaa GUT! Wenn ich eh‘ wach bin kann ich einer Tradition doch noch Tribut zollen und schaffe wenigstens noch ein kleines Sternenfoto, jetzt wo es um uns herum wieder dunkel genug ist um die Milchstraße zu sehen. 😎



Fehlt nur eines, nämlich unser

… was man ja leicht verhindern kann, wenn man sich an die Tipps hier aus dem Forum erinnert und einfach Steine nutzt um die Reifen drauf zu stellen und so den Boden zu „begradigen“. Das ist mal wieder so ein AHA aus der Kategorie „Tipps, an die wir nächstes Mal denken müssen!“


Gruß,
Robin
Teil 1926. März 2018
marianne2014 schrieb:Hallo Robin,
super schöner und humorvoller Reisebericht mit tollen Fotos, auch sehr interessant für uns, da wir in 5 Wochen losfahren und teilweise die gleiche Strecke zurücklegen wollen. Es wird unsere erste Tour in Namibia sein. Ich hoffe nur, dass ich den Ende des Berichtes vor unserem Abflug lesen kann. 🙂
Dank' dir, aber mit dem Ende des Berichtes wird es wohl knapp. Die letzte Woche war einfach nur vollgestopft.

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Jetzt muss/kann/darf ich meinen Resturlaub nehmen für 2 Tage. Da habe ich es zumindest endlich mal geschafft wieder weiter zu schreiben. Also heute gibt es einen neuen Tag, dafür uch komplett und morgen soll das Wetter mis sein. Dann werde ich es mir mal genütlich machen und endlich die vielen Reiseberichte nacharbeiten, die ich auf meiner Leseliste habe. 🙂

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Tag 10 - 15.10.: Der Tag der toten Maus



21.574665 Südliche Breite, 15.531534 Länge. Es ist 6.53 Uhr. Wir befinden uns im südlichen Afrika, die Farm Omandumba erwacht gerade erst, als die hier herrschende Ruhe und Beschaulichkeit durch einen spitzen Schrei zerrissen wird.

Unser Held schreckt hoch. Der Schrei erklingt aus dem Turm, der hoch oben am Felsen steht. Etwas Schreckliches geht vor sich, er springt auf, erklimmt den steilen Pfad und stürmt den Turm. Er reißt das Tor auf und sieht…

… Mara beim Spülen. 😗

Also eigentlich sieht er Mara wie sie nicht spült, sondern angewidert auf das Spülbecken starrt.
„Da ist ne Maus drin, ich hab die auch schon angefasst!!!“

Und tatsächlich, da schwimmt das totenstarre Vieh. Hatte wohl noch keinen Freischwimmer die Arme. Der Held zieht sein… ach Quatsch, also ich schnappe mir die Grillzange. Die Maus wird rausgetragen und bekommt eine wenig zeremonielle Flugbestattung die Felsen runter. 😊

An diesem Morgen lernen wir etwas über’s Camping (oder nur über uns, ich weiß ja nicht wie’s euch beim campen geht), es wird einem echt alles egal. Ich meine, klar haben wir das Wasser abgelassen und die Sachen unter laufendem Wasser abgespült, aber hey, über die Hälfte war ja schon fertig und abgetrocknet… das machen wir nicht noch mal. Das kommt so wieder in den Wagen. 🙄 😣

Apropos Wagen, in den steigen wir kurze Zeit später ein, fahren wieder den Mini-Trail von den Felsen runter und es geht zurück über das Farmgelände. Wieder halten wir glücklos Ausschau nach dem Nashorn, sehen aber nur ein paar Zaungäste im Gestrüpp. Unser heutiges Ziel ist die Ameib Ranch. Auf dem Weg dahin bewundern wir wieder die Gegend, nehmen auf der D2315 noch mal das Thema Weite mit und grüßen natürlich unseren etwas trägen Torwächter auf Selbiger wieder.



Steinböckchen


Weibliche Männliche Rotschopftrappe (danke Fotomatte)






Kann jemand den Vogel bestimmen? 😛


Heute haben wir ja nur wenig Strecke und kommen schon morgens zu sehr angenehmen Temperaturen an der Ranch Ameib an. Von Bulls Party haben wir so viele Bilder gesehen, da wundern wir uns schon, dass niemand sonst hier ist. Die Ranch ist leergefegt, wir holen unser Permit, es gibt noch eine kurze Erklärung was man so sehen kann und welche Wanderungen möglich sind.

Kurz bevor wir uns aufmachen hören wir noch das bekannte. „Bääheee“, „Bääheee“ und ich schnappe mir noch mal die Kamera um zu sehen ob ich den grauen Papagei heute besser erwische, nicht sonderlich, leider.









Graulärmvogel


Es geht durch eine sehr schöne Landschaft, über enge Sandpisten bis hin zur Bulls Party. Das Beeindruckendste ist nichtmals die schiere Größe der Felsen, sondern vielmehr die völlig verzerrte Größenvorstellung, da einem jegliche Referenz fehlt. Wir sind also schon was länger unterwegs hier, haben schon Fotos gemacht und uns an die Gegend gewöhnt. Mara meint zu mir, ich solle kurz nach da vorne gehen und mich auf den kleinen Stein stellen, dann so tun als ob ich den Großen abstützen möchte. Hier das Bild erst mal als Referenz:



Ich laufe also los und merke schon sehr bald, dass die Steine da vorne viel weiter weg sind als gedacht. Es geht durch eine kleine Senke, in der Mara mich nicht sehen kann und auch sie wundert sich was ich eigentlich so lange mache. Ich soll ja nur kurz darüber gehen. Als ich an den beiden Felsen ankomme, scheinen diese gewachsen zu sein oder ich bin geschrumpft. Selbst der „Kleine“ der beiden ist so groß, dass ich gar nicht erst draufklettern kann. 😮

Wirklich erstaunlich, wir waren bestimmt schon über eine halbe Stunde dort, aber die Größenverhältnisse bekommt man nicht auf den Schirm.











Elephant’s Head (mit etwas Vorstellungskraft kann man einen Elefanten sehen)


Auf dem Rückweg zur Farm sehen wir einen Felsen in dem wir viel mehr einen Elefanten erkennen oder glauben zu erkennen. Dann halten wir noch am „Paradies“ an. Dies ist ein kleiner Walk der zu einem Waldgebiet führen soll in dem man Chancen auf Giraffen hat. Nein, auch hier sehen wir wieder keine… aber die kleineren Bewohner freuen uns auch sehr. Überall sprinten Eidechsen über den Weg oder hüpfen Vögel von Baum zu Baum. Wir bleiben gar nicht so lange, Ziel heute ist es ja gegen späten Mittag zurück auf der Farm zu sein und die Gegend etwas zu erkunden.



Unser Erongo-Elephant im seitlichen Profil. (Rüssel und Kopf links)


Eingang zum Paradies


Namaqua Sandläufer


Schwalbenschwanzspint


Maskenbülbül


Noch ein Sandläufer…


ein undefinierbarer Gecko… Gemeiner Zwerggecko (danke Fotomatte)


und auch hier habe ich keinen Plan. White-browed Sparrow-Weaver / Mahaliweber (danke Maddy/Fotomatte)


Wir verlassen BullsParty, kommen durch ein paar kleine Ortschaften mit interessanter „Kneipenkultur“ und sind früh wieder zurück auf der Farm. Ihr merkt glaube ich schon worauf das hinausläuft. Ich habe ja Anfangs geschrieben, dass wir nur FAST IMMER spät dran waren. Heute sind wir mal entspannt unterwegs. Wieder grüßen wir am Tor und wieder werden wir nur erstaunt angeschaut… ähhh. OK.



Zurück auf der Farm finden wir diesmal auch den richtigen Abzweig, bzw. das zugehörige Schild, fahren aber durch in Richtung der „Nachbar-Campsite“ der drei Elefanten. Ja auch hier soll man 3 Elefanten im Fels erkennen, aber ich erspare uns das. Stattdessen suchen wir die Felsmalereien auf, zumindest die, die leicht auffindbar sind. Twyfelfontein haben wir aus unserer Tour gestrichen, da es morgen eh‘ schon eine sehr lange Route wird. Also haben wir vor Ort unser eigenes, kleines Twyfel und sind alleine hier und haben alle Zeit uns die Zeichnungen anzuschauen. 😎



Namibische Felsagame






Eine Schrecke… welche? Der KEINE Schrecke, sondern Schwarkäfer (danke Fotomatte)


Ein Blick genügt dann auch... man muss ja nicht zu übermütig werden!


Bergstar im Abflug


Durch die Landschaft ziehen sich in paar PADs und wir nehmen eine andere Route Richtung Campsite, dort angekommen schnappe ich mir die Kamera und mache noch ein Panorama der Gegend vom Balkon aus. Wir waren heute viel zu Fuß unterwegs und das kraxeln auf Bulls Party etc. lassen nur einen Gedanken zu = Dusche!

#1 Blöd ist, dass wir das Wasser nicht wirklich warm kriegen, weil es zu viel Wind hat und der Donkey nicht schnell genug heizt.

#2 Toll ist, dass es hier ja sogar 2 Duschen hat, wir also beide gleichzeitig duschen können.

#3 Blöd ist, dass der kleine Ütz Warmwasser bei der unteren Dusche zwischen den Felsen abgezogen wird.

#4 Toll ist, dass die untere Dusche, wie die gesamten Ablutions, schön, mit Sichtschutz, in die Felsen integriert ist.

#5 Toll ist, dass man von der obigen Dusche eine großartige Aussicht hat.

#6 Blöd ist, dass es offensichtlich einen Nachmittags-Drive der Farm gibt, der genau jetzt hier vorbeifährt, unten auf der PAD hält und (ich vermute mal) den Gästen etwas zur Geschichte der Hütte erzählt wird. 🤨 “Und da oben sehen Sie einen der Höhlenmenschen bei der täglichen Körperpflege. Hatten diese Urzeit-Menschen kein Jagdglück, so gab es auch keine Felle aus denen Sie sich hätten Kleidung herstellen können!“ 😄







Nach dieser Begegnung der besonderen Art heißt es Arbeitsteilung. Zelt aufbauen, Grill anschmeißen, Essen kochen und das Esszimmer mit Ausblick aufbauen. Wie immer schnappe ich mir das Fleisch und dann wird das Blut aus dem Beutel in die Flamme gekippt. Heute nicht, es ist ja komplett windig und während ich den Plastikbeutel gerade über die Flammen halte erwischt mich eine Windbö und ich haue mir das ganze Blut über die Hose... völlig egal, denn LEUTE, was soll ich euch sagen… Es ist richtig schön im Hellen zu essen!

Danach bleibt diesmal Zeit zum Abwasch! UND ich kann noch mal unseren „Hausberg“ erklimmen um ein paar Gegenlichtbilder zu machen, nur der direkte Rückweg gestaltet sich schwieriger als gedacht. Ich bin leicht Lost und muss erst mal wieder den Weg zurück finden. Jetzt aber noch schnell zum Beweis Fotos von einem Grill und gedecktem Tisch bei Sonnenschein!









Wieder mal ein toller Tag. Wieder kein Glück bei Giraffen, wieder nicht das Nashorn auf der Farm gefunden, aber die großen Tiere werden wir im Etosha noch sehen, dafür hatten wir heute eine Menge kleinere Tiere und eines fehlt ja noch. Während wir in der Hütte oben stehen und Zähneputzen wandert mein Blick so durch die Hütte, hier kann man ja auch drinnen übernachten. Ich schaue zur Decke und sehe zum ersten Mal, dass hier alles von Fresspaketen einer Spinne vollhängt. Andere Spinnenkadaver, Heuschrecken, einfach alles… eklig. Mindestens genauso eklig wie der Herr des Hauses, der an der Scheibe sitzt, genau neben Maras Schulter. Hier übernachten… Danke, aber nein Danke! Da ist uns unser Zelt doch lieber. 😕

Den Schock überwindet man am besten mit etwas beruhigendem. Also versuche ich mich an Lichteffekten bei der Nachtaufnahme. Mittlerweile bin ich darauf gekommen, dass es besser ist nur einmal kurz den Vordergrund anzuleuchten. Vielleicht 1-2 Sekunden mal aufhellen und dann wieder Dunkelheit. Der Vordergrund überstrahlt nicht so und man lässt den Sternen mehr Raum wirklich zu scheinen. (wenn man dauerhaft den Vordergrund beleuchtet kreiert man ja quasi selber Lichtverschmutzung für das Foto) Ich teste diverse Ideen und das Öffnen des Wagens, dass alle Blinker einmalkurz aufleuchten hat die spannendste Bildwirkung. 😎





Natürlich fehlt noch unser AHA des Tages und hier kann es nur eine Erkenntnis geben. Räumt euren Müll weg, das schadet nur den Tieren vor Ort. Auch wenn man müde ist und keine Lust mehr hat, denn sonst…


FAZIT: Omandumba
Wir können ja nicht viel über die Farm selber sagen, aber ich denke man kann hier alles empfehlen. Es gibt am nächsten Morgen noch ein paar Impressionen des Farmgebäudes selber. ABER, die Campsite, die Landschaft in die man eingebettet ist, das Drumherum und auch hier hätte man einen Tag noch länger einfach nur über das Farmgelände wandern können… Omandumba war unsere mit Abstand schönste Campsite und Übernachtungen in Namibia. 5 Sterne ohne Einschränkungen!

Gruß,
Robin
Teil 2001. Apr. 2018
@ Daxiang
Danke und immer schön, wenn man sieht, dass ihr weiter mitfahrt. 🙂
Eulenmuckel schrieb:
Aber falls ihr uns mal zum Essen einladen solltet, bringen wir wohl lieber unser eigenes Geschirr mit. 😉
Wink mit dem Zaunpfahl?!, wir sind euch eine Einladung ja noch schuldig. 😉
Und was die Sache mit der Hose angeht... ach lies selbst.

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Tag 11 - 16.10.: Begegnungen

Heute steht unser längster Fahrtag an. Wir haben uns nach langem hin und her und hauptsächlich weil ich die Palmwag Concession so spannend fand‘, gegen eine Zwischennacht im Gebiet rund um Twyfelfontein entschieden und fahren direkt bis zur Palmwag Lodge durch. Obwohl es nur ein Fahrtag war, fällt mir der Titel nicht schwer, denn dieser Tag entpuppte sich als eine Aneinanderreihung von tollen, beängstigenden und lustigen Begegnungen.



Morgens lassen wir uns nicht viel Zeit, die Ablutions werden ein letztes Mal genutzt und bei der Gelegenheit abgelichtet, ich schaue mir so meine Klamotten an und stelle fest, dass die Blutflecken auf der dunklen Hose ja gar nicht so sehr auffallen. Dann ist die auch noch mal gut für einen Tag… 🙄 (Thema –Alles egal- und so…)

Nach einem sehr schnellen Frühstück geht es ein letztes Mal durch das Farmgelände. Unsere letzte Chance auf das Rhino, also wird noch mal tief in die Büsche gespäht. Ein typisches „Bähheee“ – „Bähheee“ ertönt und wieder ist das Bild nur so lala. Ich glaube wir sehen zwei Strichelracken? und ein ziemlich krank wirkender Kudu liegt am Wegesrand… nicht mal mehr bis in den Schatten des nahen Busches hat er es geschafft.









Strichelracke!


Graulärmvogel


Strichelracke!


Auf der Farm checken wir aus und zahlen unseren Deckel. Dann geht es endlich los auf die lange Tour. „Warte mal, Halt. – Wir haben unseren Müll vergessen abzugeben.“ Achja, verdammt. Den wollen wir jetzt nicht mit uns rumschleppen und wir sind ja auch nur ein paar hundert Meter weit, also zurück und Müll abgeben. Nochmal Tschüss und jetzt geht es wirklich los. „Warte mal, Halt. – Wir haben vergessen die gemalte Karte zurückzugeben.“… ja, das war die Einzige, die hatten keine Kopien mehr und uns das *Original* gegeben. VERDAMMT!

Also noch mal zurück. Gut, dass wir es ja nie eilig haben. Hallo – Karte vergessen. – Na gut, jetzt kaufen wir auch noch so ne‘ Nuss und Tschüss! Achja, und wer hat eigentlich gestern das Safari-Fahrzeug bei der Freidusche geparkt? – das war die Praktikantin Helen… hab‘ ich mir schon gedacht. 😄

Dann geht es jetzt mal los. Endlich und endgültig.













Mara übernimmt heute die erste Strecke, wir verlassen die Farm und machen uns wieder zum Torwächter unseres Vertrauens auf. Es geht also über die „Hauptstraße“, ich lasse den Blick schweifen über die Landschaft und…

Begegnung #1: Das Einhorn
… da ist doch was großes Graues? – Da hinten zwischen den Büschen am Hügel. „HALT AN. Da ist das Nashorn!“

Mara guckt mich an als ob sie vorwurfsvoll sagen will, dass ich das Trinken am frühen Morgen sein lassen soll. Aber ich bin auf dieser Reise der professionelle Tierfinder und ich irre mich nicht. In gut zwei-dreihundert Metern Entfernung kann man das Rhino am Hügel stehen sehen. Alles ist hier voller dichter Büsche. Wäre es nicht so exponiert gestanden, wir wären wohl vorbei gefahren.

Ein Stück zurück ist eine kleine Anhöhe zwischen den Büschen und ab jetzt geht alles ganz schnell, weshalb ich direkt mal unsere Rubrik „Anfängertipps zum Nachmachen!“ reaktiviere. Als Erstes schnappt man sich die Kamera. Als Zweites… Nix. Man nimmt einfach nichts anderes mit. Kein Wasser, keinen Hut. Und ganz wichtig, man schlägt sich möglichst schnell in undurchsichtiges Gelände. 😣 😵

Von der Anhöhe sieht man nichts und ich habe 2 Geistesblitze und eine doofe Idee. Von der Straße ziehen sich Felsen in das Gebiet, von da aus kann man erhöht einen guten Überblick erhaschen und Nashörner können nicht Klettern! – die doofe Idee ist, dass diese Felsen uns locker 300m vom Auto entfernen. Wir erreichen die Felsen und ich stelle mich auf einen kleinen Findling um mal zu schauen ob ich was sehen kann. „Mara, du musst auch hierauf kommen.“„Ich hab mir einen Stachel in die Sandale getrieben, den muss ich erst mal…“
„Du solltest ECHT hierauf kommen!

Das Nashorn steht vielleicht noch 30-40m weit weg und seine Ohrenaugen haben uns schon erspäht. Ich ziehe Mara auf den Felsen und da stehen wir nun. Zwei Trottel auf einem kleinen Felsen…



"Hey... wer seid ihr denn?"

(Kleiner Exkurs – Bitte nicht nachmachen, wer hier als Anfänger mitliest lernt hoffentlich etwas!)

Ok, was machen wir jetzt also?
Der Plan ist relativ schnell klar. Ich schaffe es auch den Weg über die Felsen komplett zur Straße zur Klettern. Mara eher nicht, also bleibt sie nah an den Felsen, geht bis zur Straße und dann diese entlang zum Auto und holt den Wagen zu den Felsen. Ich bleibe auf den Felsen und lenke das Rhino ab, damit es auf mich fixiert bleibt, was sehr gut klappt. Mara holt den Wagen und ich nutze die Felsen zu einer kleinen Kletterpartie.



Wir sind wieder sicher im Wagen und drücken das Pedal runter, zuerst nur ein Stück weg vom Rhino. Das Adrenalin ist auf Anschlag und wir müssen runterkommen. Das war definitiv zu viel des Abenteuers. Ich muss direkt an einen vergangenen Tauchurlaub denken und für weitere Begegnungen mit wilden Tieren stellen wir die nächsten Kilometer diverse Regeln und Verhaltensweisen auf, an die wir denken müssen!!

Wir haben schon jetzt durch dieses Intermezzo viel Zeit verloren, die ganze Nummer hat fast eine Stunde gedauert und wir machen jetzt gut Strecke in Richtung Westen. Auf dem Weg kreuzen wir nahe Okombahe den Omaruru River, er ist zwar ausgetrocknet, aber an seinen Rändern zieht sich ein beeindruckender Grünstreifen durch die sonst triste Gegend.



Wir fahren die C36 bis Uis und dann führt uns unser Weg endlich nach Norden. Die C35 verlassen wir nach einem kurzen Stück schon wieder und nehmen die direkte Route, die D2319 hoch die durch den Ugab führt. Das Flussbett lässt sich entlang fahren und wir speichern diese Möglichkeit für einen späteren Urlaub ab. Ganz kurz überlegen wir abzubiegen und das kleine Stück bis zur C35 zurück durch den Fluss zu nehmen, aber die Zeit haben wir nicht. Trotz des verlockenden „Elefanten-Crossing“ Schilder die hier oft am Straßenrand stehen. 😉



Die gerade gewonnene Zeit verplempern wir dann nur ein paar Kilometer weiter, als uns ein Schild am Straßenrand den Weg zu Rock-Paintings weist. Da die Felsen nur ein kleines Stück neben der Straße stehen nutzen wir die Gelegenheit. Ein kleiner Shop steht am Parkplatz. Es werden Kristalle angeboten, aber niemand ist da oder zu sehen. Schade.

Wir schauen uns kurz die Felsen an, aber mal ehrlich… die Echtheit der Malereien bezweifeln wir doch eher. Ich habe nur Fotos der halbwegs Gelungenen gemacht, anderswo finden sich noch weitere Giraffen mit Kulleraugen und ein Wal? 🤪



Das zweite Auto gehört ein paar Südafrikanern, die uns hier haben abbiegen sehen und uns folgten.








Die D2612 in Richtung Twyfelfontein rumpelt ganz schön dahin und wir werden ordentlich durchgeschüttelt. Dann meldet sich auch noch unsere Tanknadel, was bedeutet, dass wir auf der zweiten Hälfte unseres Tanks unterwegs sind. Meiner Recherche nach gibt es noch zwei Tankstellen auf dem Weg. Eine in Twyfelfontein direkt und dann die oben in Palmwag. Von der haben wir öfter mal gelesen, dass die auch nicht immer Diesel haben muss und wenn wir nicht tanken, dann können wir die Concession vergessen. 😐

Also biegen wir schon wieder an einem Schild in Richtung Felsmalereien ab und verlassen unsere Route für einen Umweg zu unserer nächsten Begegnung…

FORTSETZUNG FOLGT…


Gruß,
Robin

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