Lustige, kuriose oder gefährliche Tierbegegnungen

145 Antworten · 22,6k Aufrufe · gestartet 20. Mai 2016 von BikeAfrica
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Themenstarter7'296 Beiträge · seit 200606. Juni 2016 · #81
leser schrieb:guten Tag Erika, was ist denn ein "elektrischer Insektenkiller"?
... so etwas hier:
https://www.amazon.de/Isotronic-62309-Insektenvernichter-mit-Blaulampe/dp/B0009NXKUA/ref=sr_1_5?ie=UTF8&qid=1465236689&sr=8-5&keywords=insektenvernichter

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Themenstarter7'296 Beiträge · seit 200606. Juni 2016 · #82
... hier mal eine achtbeinige Begegnung in Surinam:



Surinam ist weltweit das Land mit dem prozentual zur Landesfläche größten Anteil an Regenwald und hier gibt es spannende Tiere. Die hier fotografierte Avicularia-Art (Baumvorgelspinne) ist fast so lang wie ein DinA 4-Blatt und kaum kleiner als eine ausgewachsene Goliath-Vogelspinne, die es auf eine Spannweite von 30-32 cm bringt.

Zum Abschluss unserer Radtour durch Surinam und Französisch-Guayana flogen mein Reisepartner und ich noch mit einer Twin Otter für einige Tage in ein Camp im Regenwald. Das Camp bestand aus ein paar Holzpfosten mit einem Wellblechdach darüber. Dort standen ein paar Betten mit zumeist löchrigen Moskitonetzen.

Kurz vor der Dämmerung nahmen wir unsere Taschenlampen und Kameras und zogen los, um den Regenwald etwas zu erkunden. Auf einer kleinen Lichtung in der Nähes des Flugfeldes (einer Wiese) standen einige Palmen und mit beginnender Dunkelheit kam von der Spitze jeder Palme eine Vogelspinne herunter und blieb in etwa 1,5 - 2 Meter Höhe sitzen und wartete auf Beute. Das fotografierte Exemplar war mit Abstand das größte. Die anderen maßen so ungefähr 15-20 cm, was immer noch ordentlich ist. Wir gingen von da an jeden Abend zu dieser Stelle und die Spinnen hockten sich quasi immer wieder auf den gleichen Fleck.

Mit der Zeit bekam man aber einen Blick dafür und sah an allen möglichen Stellen kleinere Vogelspinnen. In fast jeder Ananaspflanze oder in anderen Bromelien hockte eine. Dort, wo im Camp das Wellblechdach auf den tragenden Holzbalken auflag, saß jeden Meter eine Vorgelspinne unter einer Rundung. Auch an anderen Bäumen fanden wir immer häufiger solche Tiere. In der Regel waren sie 10 cm oder kleiner.

Gruß
Wolfgang
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Themenstarter7'296 Beiträge · seit 200607. Juni 2016 · #84
Jaspar061103 schrieb:Oh mein Gott 🤩 ... ich würde mich vor Schreien gar nicht mehr einkriegen...

... ich bin jetzt ja nun auch nicht gerade ein Fan von Spinnen, aber dieses Exemplar fand ich schon toll. Wir hatten ihr (war bei der Größe sicherlich ein Weibchen) soagr einen Namen gegeben. An diesen kann ich mich heute allerdings nicht mehr erinnern.

Ich hatte im Anschluss daran versucht, die Art rauszufinden. Für mich sieht sie aus wie eine Rotfußvogelspinne (Avicularia metallica), aber diese werden normalerweise kaum mehr als halb so groß.

Gruß
Wolfgang
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zuletzt bearbeitet 07. Juni 2016
Themenstarter7'296 Beiträge · seit 200607. Juni 2016 · #85
Rodrigo schrieb:
Ich weiß nicht, wie es Euch geht. Vieles hatte ich völlig vergessen - so wie der eben geschilderte Witwenbesuch - und dann kommen durch Eure Berichte die alten Erlebnisse wieder hoch.

... mir geht es genauso und das ist auch gut so. 😉

Ich hänge gleich noch etwas aus Surinam dran.

Thomas und ich fuhren über schlammige Pisten und sahen dementsprechend aus. Am späten Nachmittag erreichen wir einen Fluss und unter einem kleinen Schutzdach bauten wir unsere Zelte auf. Das hatte den Vorteil, das Außenzelt weglassen zu können und mehr Luftzirkulation zu haben.

Nun war ich nicht nur drecktig, sondern wollte auch aus olfaktorischen Gründen nicht mehr allzu sehr in meiner eigenen Nähe sein.
Ich hing mein T-Shirt irgendwo drüber, ging die 20 Meter zum Fluss, zog die Hose aus und stieg in den Fluss. Kaimane, Piranhas und Zitteraale habe ich mal kurz ausgeblendet. 2-3 Minuten später stieg ich aus dem Wasser, wartete kurz, bis ich einigermaßen trocken war und zog die Hose wieder an. Inzwischen war es fast dunkel und -großer Fehler selbst nach nur 5 Minuten- griff nach meinem T-Shirt, um es anzuziehen. In dem Moment, in dem ich es über den Kopf zog, fiel etwas auf meine Schulter und rutschte über den Arm nach unten. Ich dachte an eine Schlange und rief Thomas zu, er sollte mal schnell in meine Richtung leuchten.

Das Gute war: es war keine Schlange.
Das Schlechte war: was wir sahen, gefiel uns nicht besser.



Das seltsame Tier rannte auf mein Innenzelt, wo es Thomas fotografieren konnte. Anhand des Zeltgestänges sieht man, dass der Körper etwa 1 cm dick und 20-25 cm kang ist. Die Beine auf beiden Seiten waren ebenfalls noch mal jeweils so 1 cm lang. Thomas gruselte es ziemlich aufgrund des Anblicks und der Tatsache, dass er gerade seine Packtaschen offen hatte und sein Gepäck neu sortieren wollte und wir das flinke Tier schnell aus den Augen verloren. Wir hatten seinerzeit keinen Schimmer, was das war (es war ein Skolopender - Hundertfüßer).

Als wir am Ende der Reise in dem Camp am Regenwald (bei den Spinnen) waren, zeigten wir das Foto einem Indio. Er erzählte uns, dass ich Glück hatte. Die Tiere sind aggressiv und giftig. Ein Biss kann Lähmungserscheinungen und starke Schmerzen verursachen, die über den ganzen Körper ausstrahlen. Wenn es mich gebissen hätte, hätte ich möglicherweise ein paar Tage im Krankenhaus verbracht. Und das wegen eines Tieres, das nicht erkannt hat, dass ihm mein T-Shirt gar nicht passt ... 😉

Gruß
Wolfgang
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zuletzt bearbeitet 07. Juni 2016
Gast07. Juni 2016 · #86
die menage a droite der Kalaharilöwen.

In Rooiputs und Umgebung hatten wir für zwei Tage zwei prächtige Löwenmännchen mit 3 (möglicherweise sogar 4) paarungsbereiten Weibchen. In einer Nacht haben sie ihr Liebesnest mitten am Campingplatz eingerichtet, was eine sehr unruhige Nacht ergab. Das Liebesleben der Löwen sieht man ja öfters, aber folgendes Verhalten hatte ich noch nicht gesehen:
Während ein Pärchen im üblichen Halbstundentakt gemacht hat, was verliebte Löwenpärchen so gerne machen, hat sich in unmittelbarer Nähe immer eine zweite Löwin herumgeschlichen. Jedes Mal, wenn sich das Löwenmännchen zum nächsten Akt (metaphorisch und dramaturgisch) anschickte, ist sie dicht herangekommen und hat sich dem Löwen angeboten. Der ließ sich prompt aus dem Konzept bringen… hat praktisch einen coitus interruptus leonis hingelegt, wie das im Fachjargon heißt ….sich der zweiten Schönen zugewendet….die hat dann aber nicht ruhig gehalten und ist ihm davon gelaufen…..der Pascha hat dann bald resigniert, ist zur ersten Angebeteten zurückgekehrt und hat dort weitergemacht wo er unterbrochen wurde…..und nach der üblichen halben Stunde Rast hat sich obiges Spielchen wiederholt.
Die Bilder als 3er-Gruppe habe ich leider verhaut, weil immer zu viel Bewegung und ich glaube auch durch die Scheibe fotografiert, weil das zweite Pärchen nahe und nicht im Blickfeld war…..außerdem bin ich sowieso mehr für Schauen.
Grüße
6_0009.jpg
zuletzt bearbeitet 07. Juni 2016
Themenstarter7'296 Beiträge · seit 200608. Juni 2016 · #87
... nochmal Surinam - Regenwald ist spannend. 😉

In Süd- und Mittelamerika gibt es Pfeilgiftfrösche und ich mag diese kleinen Tierchen sehr. Die größten Arten erreichen wohl so max. 5 cm und ihre giftigste Art, der Phyllobates terribilis (schrecklicher Pfeilgiftfrosch/Blattsteiger), besitzt alleine auf seiner Hautoberfläche so viel Gift, dass man damit zehn erwachsene Menschen töten könnte. Schon das bloße Berühren des Frosches kann durch kleinste Kratzer oder vermutlich sogar über die Hautporen tödlich enden.

Von den ca. 170 Arten der Pfeilgiftfrösche sind aber nur drei für den Menschen problematisch und diese kommen in Surinam nicht vor. Also alles halb so wild.

In der Region Brownsberg haben wir Vertreter von zwei Arten in der Natur finden können, aber nur von einer gelang ein halbwegs brauchbares Foto. Hier ist ein ca. 4 cm großer Epipedobates trivittatus (deutscher Name -falls überhaupt existent- nicht bekannt).




Was ich leider nicht geschafft habe, war die Sichtung eines (azur)blauen Pfeilgiftfrosches/Baumsteigers (Dendrobates tinctorius azures) in freier Wildbahn, hier mal ein Foto verlinkt:
http://img15.deviantart.net/2eb0/i/2012/345/d/f/dendrobates_azureus_dart_frog_2_by_thefancyraptor-d5nrto9.jpg

Diese Art kommt nur auf einem kleinen Gebiet von wenigen Hektar im südlichen Surinam vor und wir wussten nicht, wie wir hinkommen sollten. Dann schien uns zunächst der Zufall behilflich zu sein. Wir gerieten in der Hauptstadt Paramaribo in einen Wolkenbruch und suchten Schutz unter dem nächstbesten Vordach. Am Eingang des Gebäudes hing ein Schild des WWF - World Wildlife Fund. Bevor wir jetzt nutzlos rumstanden, entschieden wir uns dazu, mal reinzugehen und uns zu erkundigen, wie wir zu den blauen Fröschen kommen könnten.

Wir wurden an eine Expertin des WWF verwiesen, die sich wenige Minuten später Zeit für uns nahm. Sie stellte uns ein paar Fragen, da sie sichergehen wollte, dass wir keine Frösche fangen, sondern nur beobachten und fotografieren wollen. Sie zeigte uns auch einige ihrer Fotos, die sie vor Ort gemacht hatte und erklärte uns, dass es sehr aufwändig würde.

Wir müssten ein Flugzeug chartern für etwa zwei Stunden Flug (wenn ich es richtig in Erinnerung habe), benötigten ein Permit für das Betreten von Indianer-Gebiet, einen Führer, einen Dolmetscher und jeweils einen Träger (schafft man als Ungeübter im Regenwald wirklich nicht alleine bzw. benötigt ansonsten die doppelte Zeit). Von der Landebahn bis zum Indianer-Dorf wäre es eine komplette Tageswanderung und von dort in das Gebiet mit den Fröschen und zurück wäre man nochmal einen ganzen Tag unterwegs.

Die WWF-Mitarbeiterin nutzte ihre Kontakte und rief uns zwei Tage später zurück. Sie hatte alles geklärt und wir hätten starten können. Allerdings hätten wir dann unseren Rückflug nach Europa verpasst. Blaue Frösche fielen also aus ...

Gruß
Wolfgang
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2'338 Beiträge · seit 200710. Juni 2016 · #88
Zur Abwechslung mal etwas Unappetitliches:

2004 verbrachten wir ein paar Tage auf dem Campingplatz am idyllischen Lake Waka Waka in Zambia.

img091.jpg


Wir beobachteten, wie die Einheimischen täglich mit grossen Fischen nach Hause kamen und deshalb dachte mein Mann Toni, dass er sein Glück auch mal versuchen könnte. So stand er stundenlang mit seiner Angelrute am Seeufer, aber leider biss kein einziger Fisch an. 🙁

img090.jpg


Am späten Nachmittag gab er frustriert auf und fragte einen Einheimischen, ob er uns Fische besorgen könnte. Wir hatten nämlich beobachtet, dass die am gegenüber liegenden Ufer Reusen aufgestellt hatten von wo sie jeweils ihre Fische holten.

Der Einheimische fuhr kurz mit dem Boot rüber und brachte uns zwei recht grosse Exemplare. Die Teile sahen mit ihrem griesgrämig dreinschauenden Gesichtsausdruck irgendwie echt unsympathisch aus 😠 , aber Toni verpasste ihnen sogleich eins über die Rübe und schnitt die Köpfe ab . So, nun gefielen sie mir schon etwas besser 😎 .

Mein Mann nahm die Fische fachmännisch aus und filettierte sie. Dann wurden sie gewürzt und auf den Grill gelegt. Bei einem Sundowner schauten wir genüsslich zu, wie die Fische langsam vor sich hin brutzelten.
Die Vorfreude stieg, vergessen war der hässliche Gesichtsausdruck. 😁
“Nehmen wir nochmals einen und dann müsste der Fisch durchgebraten sein“.
Wir genehmigten uns also nochmals einen und schauten erwartungsvoll auf unser Abendessen.
Und dann haute es uns fast vom Hocker 😮 ! Da hat wohl jemand heisse Füsse gekriegt! Aus den Filets krochen plötzlich dutzende ca. 5 cm lange rosarote Würmer und fielen in die Glut 🤢 .
Ja PFUI TEUFEL! 🤢
Toni wollte noch kurz einwerfen, dass die Würmer durch die Hitze ja nun alle kremiert seien, aber es war wahrscheinlich die Angst vor einem Schreikrampf und mein vielsagender Blick, der ihn sofort hat verstummen lassen….. 😛
Deshalb fackelten wir nicht mehr lange und beförderten unser Nachtessen angewidert mitsamt seinen eventuell noch vorhandenen Untermietern ins Feuer 😈 .

Ich hab’s doch gleich gewusst! Irgendeine innere Stimme hatte mir von Anfang an gesagt, dass in diesem Fisch der Wurm steckt.

An dem Abend haben wir vegan gegessen.
Ich schaue übrigens heute noch genau hin, wenn ich bei uns im Laden Fisch kaufe.

LG Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
487 Beiträge · seit 201210. Juni 2016 · #89
Mit Ralf in Kanada. Es hat ca. zwei Jahre gedauert bis Ralf sich entschlossen hatte mit in das gefährliche Bärenland Kanada zu reisen. Ich glaube man sprich dan schon von Ängsten und die Begegnung mit Bären bei einer Nationalparkwanderung war nun auch wirklich nicht auszuschließen. Ralf durchlief mit sich ein förmliches Selbsterhaltungs- und Vorbereitungsprogramm auf Bären, da er wußte ein Baum hilft nicht wirklich. Er informierte sich vorab, per Post bei Freunden in Kanada, mit "Where to buy Pepperspray", denn das war auch damals schon im Flieger nicht erlaubt und ob das überhaupt klug wäre. Wir alle hatten an seinen Vorbereitungen Spaß aber seine Angst blieb groß. In den ersten zwei Wandertagen in einem Park war er extrem angespannt und leise, er scannte förmlich die ganze Landschaft beim Wandern.
In der dritten Nacht im Zelt, die Lebensmittel ordentlich in den Foodlockern verstaut und verschlossen (Stahlkäfige um die Lebensmittel sicher vor Bären oder anderen Wildtieren zu schützen) tobte plötzlich ein Bär durch das Camp, um unser Zelt herum, brüllte und schlug auf den Locker. Die Gedanken waren nur, hoffentlich bleibt Ralf jetzt ruhig und bekommt keine Panik. Kein Mucks, er schlief tief und fest und man konnte dankbar sein nichts von ihm zu hören. Alles verlief ohne Zwischenfall. Doch dann ca. 1,5 Stunden (!!!!) später hyperventilierte Ralf plötzlich, völlig panisch atmete er und seine esrten Worte waren: "Ist er weg?" Ralf ist bei dem ersten Lärm des Bärens in eine Art Totenstarre gefallen und hatte erst nach 1,5 Stunden wieder richtig geatmet.
www.save-wildlife.org www.sptr.de
zuletzt bearbeitet 10. Juni 2016
5'479 Beiträge · seit 200910. Juni 2016 · #90
BerndW schrieb: In den ersten zwei Wandertagen in einem Park war er extrem angespannt und leise, er scannte förmlich die ganze Landschaft beim Wandern.
Leise zu sein ist in Bärengegenden genau das falsche. So kann es sein, dass man einem Bären plötzlich gegenüber steht und ihn überrascht. In Bärengegenden sollte man vielmehr besonders laut sein, damit der Bär einen rechtzeitig hört und verschwinden kann. Aus diesem Grund haben in Kanada viele ein kleines Glöckchen am Rucksack.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
Gast10. Juni 2016 · #91
Nachdem die schöpferischen Pause gebrochen wurde , eine schon lange verschüttete Erinnerung an
Potter’s Channel
….eigentlich OT, weil die Begegnung mit den in Frage kommenden Tieren Gott sei Dank nicht stattfand.

Potter’s Channel liegt in der St. Lucia-Mündung und ist bei den Gezeitenwechseln für die Krokodile an den Engstellen so etwas wie running sushi und daher dicht mit Krokodilen besetzt. In jungen Jahren haben wir dort eine geführte Bootstour der unteren St. Lucia Lagune gemacht, die anderen Passagiere waren Senioren. Im Potter’s Channel ist der Ranger sehr (zu) nahe an das Ufer herangefahren, um an Hand der Breite der Rampen und Eingangslöcher zu den Unterwasserbauten zu zeigen, wie große die Krokodile in der Lagune sind. Dabei hat er den Wasserstand überschätzt und sich im Schlick festgefahren. Wir saßen hoffnungslos auf Grund, einer musste raus zum Schieben und dafür war ich nach Meinung des Bootsführers der einzig Geeignete. Ich fand das total ungerecht, denn im Vergleich zu den anderen Passagieren hatten ich und meine junge Familie noch eine hohe Restlebensdauer, aber es half nichts. Die Senioren setzten bedauernde Mienen auf oder vermieden Augenkontakt. Der Ranger meinte, nur er könnte das Boot bedienen, außerdem sei die Wasserseite durch das Boot gesichert, an Land seien keine Krokodile zu sehen und der nächstgelegene Bau (vermutlich/hoffentlich) leer. Also ging ich über Bord und versank gleich über die Knie im Schlick und bei jedem Anschieben ein paar cm mehr. Schließlich kamen wir frei und ich brauchte Hilfe um wieder an Bord zu kommen, während mit Retourschraube dagegen gehalten wurde, die Saugwirkung des Schlicks ist enorm.
Grüße
zuletzt bearbeitet 11. Juni 2016
Themenstarter7'296 Beiträge · seit 200610. Juni 2016 · #92
Topobär schrieb:
BerndW schrieb: In den ersten zwei Wandertagen in einem Park war er extrem angespannt und leise, er scannte förmlich die ganze Landschaft beim Wandern.
Leise zu sein ist in Bärengegenden genau das falsche. So kann es sein, dass man einem Bären plötzlich gegenüber steht und ihn überrascht. In Bärengegenden sollte man vielmehr besonders laut sein, damit der Bär einen rechtzeitig hört

... richtig.
und verschwinden kann. Aus diesem Grund haben in Kanada viele ein kleines Glöckchen am Rucksack.
... ein Bär ist in der Regel viel zu neugierig, um wirklich abzuhauen. Er wird sich in den meisten Fällen verstecken und einen beobachten. In Alaska und Canada gab es damals hin und wieder Schilder mit der sinngemäßen Aufschrift "Dass Du keinen Bären siehst, bedeutet nicht, dass keiner in der Nähe ist". Das ist aber auch kein Problem, denn Bären mögen vor allem nicht überrascht werden und sind normalerweise eher scheu. Das ändert sich allerdings, wenn sie von Touristen gefüttert werden oder Touristen so häufig sind, dass Bären sich daran gewöhnt haben.

Ich bin über 5.000 km alleine durch Alaska und Nordwest-Canada geradelt und wie das als Radler so ist (genau wie in Afrika), möchte man ja möglichst gar nicht so vielen großen Tieren begegnen, während Autotouristen oft gerade deswegen hinfahren. Irgendwann ist es halt doch passiert.

Hier meine erste Begegnung mit einem Schwarzbären:
Ich radelte eine leichte Steigung auf dem Alaska Highway (der damals noch teilweise eine kurvige zweispurige Landstraße war) hoch, als etwa 50 Meter vor mir ein Bär aus dem Gestrüpp auf die Straße trat. Ich blieb praktisch sofort stehen, indem ich zu treten aufhörte. Der Bär schlenderte fast bis zur Straßenmitte, bis er mich bemerkte und stehenblieb. Er schaute mich an und ich versuchte, mit langsamen Bewegungen die Kamera aus der Lenkertasche zu kramen. Nach endlosen Sekunden schlenderte der Bär scheinbar desinteressiert davon und verschwand auf der anderen Straßenseite im Gebüsch. Auf dem Foto sieht man gerade noch die letzten 20 cm seines Hinterteils im Gestrüpp verschwinden. 😉

Jetzt blieb ich erst einmal noch eine ganze Weile stehen und befolgte die schwachsinnigen Tipps, die sich durch alle Reiseführer ziehen. Lautes Rufen oder Pfeifen mit einer Trillerpfeife würde die Bären vertreiben, hieß es immer. Nach einigen Minuten Rufen und Pfeifen, während sich der Bär gefragt haben muss, mit welchem Volltrottel er es hier zu tun hat, fuhr ich weiter. Ich hatte in der einen Hand das entsicherte Pfefferspray, das ich dort gekauft hatte und fuhr sicherheitshalber auf der linken Fahrbahnseite, da der Bär rechts im Wald verschwand.

Als ich die Stelle passierte, an der der Bär im Wald verschwand, sah ich, dass er hinter dem ersten Busch saß und neugierig wissen wollte, wem er da begegnete. Die Fahrbahnbreite einer Landstraße trennte uns. Er sprang auf und flüchtete in den Wald. Der Bär hat sich kein bisschen um meinen Lärm gekümmert, sondern wollte wissen, wer oder was ich bin und er hatte genauso viel Angst vor mir wie ich vor ihm. Ab diesem Moment konnte ich die nächste Begegnung mit einem Bären kaum erwarten und ich hatte noch einige.
Gefährlich wird es dann, wenn man einem Bären sehr nahe kommt und er das nicht rechtzeitig merkt. Dann fühlt er sich evtl. bedroht und greift an.

Meine erste Erfahrung mit dem Pfefferspray:
Ich hatte das Spray in Alaska gekauft. Der Inhalt war etwa 500 ml und es hatte einen Handgriff mit Ring für ein oder zwei Finger, damit man es beim Verwenden nicht vor Schreck fallen lassen kann und eine Sicherung, damit es nicht versehentlich losgehen kann. Ich habe es damals gedankenlos ins Gepäck gepackt und mit nach Deutschland genommen.
Irgendwann kam ich auf die Idee, es mal zu testen, bin ins Badezimmer und habe das Fenster geöffnet. Das Spray hatte einen Strahl mit 6 Meter Reichweite und ich stand 2-2,5 Meter vom Fenster entfernt, als ich abdrückte. Ohne den Ring für die Finger wäre mir die Dose vor Schreck vermutlich weggeflogen. Da war ein Druck mit richtig Rückschlag drauf und ich habe sofort wieder losgelassen. Ein Teil des Pfeffersprays wurde durch (kaum vorhandenen) Wind zurückgeblasen oder durch die verrissene Dose gegen die Wand gesprüht oder was auch immer. Die Wirkung war heftig. Ich musste sofort aus dem Bad und habe die Tür hinter mir zugemacht und auch gleich noch die Wohnungstür und erst einmal verschnauft. Dann habe ich kräftig Luft geholt und habe in der Wohnung alle Türen und Fenster geöffnet, damit sich das Zeug verzieht. Danach haben erst einmal die Augen getränt. Nach einer halben Stunde konnte man die Wohnung langsam wieder betreten. Wer so ein Spray gegen einen Bären verwendet, der muss sich ziemlich sicher sein, dass die Windrichtung in dem Moment passt. Viel Glück. 😉

Gruß
Wolfgang
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zuletzt bearbeitet 10. Juni 2016
487 Beiträge · seit 201210. Juni 2016 · #93
Topobär schrieb:
BerndW schrieb: In den ersten zwei Wandertagen in einem Park war er extrem angespannt und leise, er scannte förmlich die ganze Landschaft beim Wandern.
Leise zu sein ist in Bärengegenden genau das falsche. So kann es sein, dass man einem Bären plötzlich gegenüber steht und ihn überrascht. In Bärengegenden sollte man vielmehr besonders laut sein, damit der Bär einen rechtzeitig hört und verschwinden kann. Aus diesem Grund haben in Kanada viele ein kleines Glöckchen am Rucksack.
l

Lärm machen ist richtig aber Ralf war einfach so eingeschüchtert, dass er von Allen am unauffälligsten sein wollte. Schon das war irgendwie lustig und vor fast dreißig Jahren gab es viele Theorien....
www.save-wildlife.org www.sptr.de
2'060 Beiträge · seit 201311. Juni 2016 · #94
leser schrieb:Nachdem die schöpferischen Pause gebrochen wurde , eine schon lange verschüttete Erinnerung an
Potter’s Channel
….eigentlich OT, weil die Begegnung mit den in Frage kommenden Tieren Gott sei Dank nicht stattfand.

Potter’s Channel liegt in der St. Lucia-Mündung und ist bei den Gezeitenwechseln für die Krokodile an den Engstellen so etwas wie running sushi und daher dicht mit Krokodilen besetzt. In jungen Jahren haben wir dort eine geführte Bootstour der unteren St. Lucia Lagune gemacht, die anderen Passagiere waren Senioren. Im Potter’s Channel ist der Ranger sehr (zu) nahe an das Ufer herangefahren, um an Hand der Breite der Rampen und Eingangslöcher zu den Unterwasserbauten zu zeigen, wie große die Krokodile in der Lagune sind. Dabei hat er den Wasserstand überschätzt und sich im Schlick festgefahren. Wir saßen hoffnungslos auf Grund, einer musste raus zum Schieben und dafür war ich nach Meinung des Bootsführers der einzig Geeignete. Ich fand das total ungerecht, denn im Vergleich zu den anderen Passagieren hatten ich und meine junge Familie noch eine hohe Restlebensdauer, aber es half nichts. Die Senioren setzten bedauernde Mienen auf oder vermieden Augenkontakt. Der Ranger meinte, nur er könnte das Boot bedienen, außerdem sei die Wasserseite durch das Boot gesichert, an Land seine keine Krokodile zu sehen und der nächstgelegene Bau (vermutlich/hoffentlich) leer. Also ging ich über Bord und versank gleich über die Knie im Schlick und bei jedem Anschieben ein paar cm mehr. Schließlich kamen wir frei und ich brauchte Hilfe um wieder an Bord zu kommen, während mit Retourschraube dagegen gehalten wurde, die Saugwirkung des Schlicks ist enorm.
Grüße
Hoffentlich haben dir die Mitreisenden hinterher wenigstens ein Bier ausgegeben!
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
375 Beiträge · seit 201011. Juni 2016 · #95
Anmerkung zu "Bären in Kanada",

vielleicht gehört es hier nicht hin, aber es gibt da ein nettes Buch von

Jan Kowalski - "Als Schisser um die Welt",
die Geschichte von einem, der mitmusste.

Kurzweilige Geschichten in denen man sich das ein oder andere Mal wiedererkennt,
zumindest ich 😗

LG,
Sonja
Gast11. Juni 2016 · #96
Hi, Bike-Afrika, hier ein passendes Schild zu deiner Geschichte
3_0063.jpg

Grüße
zuletzt bearbeitet 11. Juni 2016
Themenstarter7'296 Beiträge · seit 200611. Juni 2016 · #97
BriZA schrieb:Anmerkung zu "Bären in Kanada",

vielleicht gehört es hier nicht hin, aber es gibt da ein nettes Buch von

Jan Kowalski - "Als Schisser um die Welt",
die Geschichte von einem, der mitmusste.

Kurzweilige Geschichten in denen man sich das ein oder andere Mal wiedererkennt,
zumindest ich 😗
... ich finde, das passt prima hier hin.
Topobär schrieb:
Aus diesem Grund haben in Kanada viele ein kleines Glöckchen am Rucksack.
... deshalb lassen sich die Haufen von einem Schwarzbären so leicht von einem Haufen eines Grizzly-Bären unterscheiden.
Der Haufen des Grizzly riecht stark nach Pfeffer und enthält kleine Glöckchen ... 😉

Gruß
Wolfgang
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1'125 Beiträge · seit 200611. Juni 2016 · #98
Guten Morgen!
Welch ein Absturz! Vor allem, wenn man bedenkt, wie laut Karl May Bärentatzen schmecken sollen...
Wir waren in Homeb, campierten dort, standen sehr früh auf, um die gegenüberliegende Canyonwand zu meistern. Es ist uns schwerer gefallen als in früheren Jahren. Wer weiß warum. Vielleicht liegt es ja auch am Geburtsdatum.....
Wir keuchten also hoch, sahen tief unter uns einen Kaffernadler (wann sieht man schon solch einen von oben???), genossen die Aussicht und machten uns auf den Weg zurück. Auf dem Programm stand das Grillen von Zebrafleisch (aus Rooiklip, nochmals danke!). Wir setzten uns auf unser Campingstühlchen, stellten eine Wasserflasche auf den Tisch --- na ja, innerhalb von Sekunden war die Flasche schwarz. Myriaden schwarzer Fliegen stürzten sich auf uns, es war der siebte Kreis der Hölle. Ohne ein Wort zu sagen, packten wir alles ein und flüchteten. Hätte man für die Strecke am Kuiseb entlang bis Walvis Bay ein Permit gebraucht? Es war uns alles so wurscht, wir sind halt wie gepeitscht gefahren. Und dann am Atlantik: Herrliche Luft! Noch schöner als an der Ostsee...
Weder lustig noch kurios noch gefährlich, nur unendlich lästig.
Der Rest der Reise war paradiesisch.
Rodrigo
Omnia vincit amor
zuletzt bearbeitet 11. Juni 2016
3'883 Beiträge · seit 201111. Juni 2016 · #99
Der Thread macht Spaß! Wie andere schon schrieben, kommen nach und nach längst vergessen geglaubte Erinnerungen hoch,
an Fliegen im Outback Australiens, an böse Kühe auf einer heimischen Weide, an Waipiti Hirsche in einem kanadischen Camp und an einen besonders dreisten Pavian auf Ihaha am Chobe:
Himmlisch hier! Elefanten überqueren den Fluss hinüber nach Namibia, einige Meter flussaufwärts überquert ihn eine andere Herde Richtung Botswana. Nur die Rüssel schauen aus dem Wasser, die Babys sind gar nicht zu sehen, sie müssen wohl die Luft anhalten. Während wir uns mit unseren Campingnachbarn unterhalten, kommen die Paviane, diese unsäglichen Bösewichte. Im Dutzend fallen sie über jene affensicheren Mülltonnen her, die ich selbst erst nach eingehendem Studium öffnen konnte 😠. Da es sehr schwül war, hatte meine "bessere" Hälfte die Kabinentür unseres Fahrzeugs einen Schlitz weit geöffnet und mit einem Strick fachmännisch gesichert.
Kein Problem für den Chef. Er nestelt kurz an der professionellen Türsicherung herum, entert im Affentempo unsere Kabine und stibitzt meine fast volle Packung Müsli. Das geht so schnell, dass uns nur Zeit bleibt, hinterherzuschimpfen. Mein Mann zückt die Schleuder, legt an und trifft haarscharf daneben. Der Affe duckt sich kurz und lässt es sich weiterhin gut schmecken. Der zweite Stein trifft die Müslischachtel. Plopp! Der Affe dreht sich zur Seite und vespert weiter. Als er satt ist, zerbeißt er die Verpackung (Mannomann hat der Zähne!) und verstreut großzügig das Vogelfutter. Beweisfoto anbei.
Nur der Vollständigkeit halber: Es war wirklich nur ganz normales Müsli im Karton, nix Stimulierendes oder so. Ehrlich!

LG freshy
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1'425 Beiträge · seit 201311. Juni 2016 · #100
Oh ja, die Fliegen 😣

Vor unserem 1. Urlaub in Australien habe ich selbstverständlich sämtliche Reiseführer rauf und runter gelesen und überall war von den "Fliegen" die Rede. Gut, ich komme aus Baden und wir haben da einen etwas anderen Sprachgebrauch 🤩 .
Bei uns gibt es Schnooge un Mugge, aber keine "Fliegen" 😗
Da von diesen Teilen überall geschrieben wurde, bin ich davon ausgegangen, dass es sich bei den "Fliegen" um Schnooge, also irgendwelches Stechgetier, handelt, weil Mugge sind doch kein so großes Problem, außer vielleicht im Kuhstall und da wollten wir ja nicht hin 😄 .
Also hatte ich mehrere Flaschen Autan im Gepäck und war der Meinung, mir diese "Fliegen" damit vom Leibe halten zu können. Dass es sich bei den "Fliegen" aber um so was von lästigen Mugge handelt, das hätte ich mir nicht träumen lassen und diese "Fliegen" lassen sich von keinerlei Repellent beeindrucken.
Nach einiger Zeit haben wir unsere Wanderungen dann nach "badischer Mugge-Skala" klassifiziert:
0 Mugge ist eine 1A-Wanderung
10 Mugge ist eine 10M-Wanderung
100 Mugge und mehr ist eine 100M-Wanderung
Das war eine 100M-Wanderung:

28.03.201314.43.16Marree-WilliamsCreek(Mittel).JPG


LG

Claudia
Unsere Reisen findet man unter: http://clamat.de/
zuletzt bearbeitet 11. Juni 2016