Lustige, kuriose oder gefährliche Tierbegegnungen

145 Antworten · 22,6k Aufrufe · gestartet 20. Mai 2016 von BikeAfrica
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115 Beiträge · seit 201625. Sept. 2016 · #141
Na, zum dem Thema kann ich auch noch einen Beitrag beisteuern, denn wir hatten letztes Jahr im August 2015 einen denkbar schlechten Einstieg in unsere 8tägige Safari in Botswana.....
Wir sind am Freitag den 14. August gegen 16 Uhr am Linyanti Airstrip gelandet...gerade frisch aus Deutschland angekommen...
Wir, das war eine Reisegruppe von 3 Ehepaaren. Für meinen Mann war es die erste Safari überhaupt - ich selbst war 2007 schon mal in Namibia unterwegs mit zwei Freundinnen, und unsere Freunde hatten schon diverse Safaris unternommen in Botswana, Sambia, Zimbabwe....aber immer geführte Touren mit Guide.
Nachdem wir im offenen Jeep Platz genommen hatten- die Damen links, die Herren rechts - und unsere Taschen auch noch irgendwo dazwischen auf den freien Mittelplätzen, fragte uns unser Guide (nebst Guide in Ausbildung) ob wir auf direktem Weg ins Camp wollen oder noch einen kleinen Gamedrive unternehmen sollten....
Wir entschieden uns für den kleinen Gamedrive...
Es dauerte nicht lange und wir sahen auch schon die ersten Kudus, Büffel, und Elefanten....
Die Elefanten waren für meinen Geschmack ziemlich nervös, denn sie liefen trompetend davon, wenn wir an ihnen vorbeikamen - ich kannte sie aus Namibia aus dem Etosha N.P. nur völlig entspannt am Wasserloch stehend....
Und unsere Freunde meinten, wir sollten uns entspannen...die Elefanten machen schon mal einen Scheinangriff, aber bleiben dann stehen oder drehen kurz vor dem Fahrzeug ab.....
Gegen 17:30 Uhr - die Sonne war kurz vor dem Untergehen, kamen wir um einige Büsche gefahren und sahen in ca. 40 bis 50 Meter Entfernung vor uns eine Elefantenherde, welche die Piste von links nach rechts kreuzte...
Links war Buschland und rechts eine offene Grasfläche zum Linyanti River hin....
Unser Guide fuhr den Wagen nach links von der Piste ab, blieb stehen und stellte den Motor ab.
Die Elefantengruppe bewegte sich weiter einige Schritte Richtung Fluß und unsere Freundin Rosi bemerkte gleich zu Beginn: "Ui schau, da ist ein ganz Kleines dabei...."
Unser Guide fing dann an uns- für meine Begriffe- relativ lautstark zu erklären was wir hier sehen: "A breeding heard of elephants..." Die eine Gruppe vor uns - wie gesagt in 40 bis 50 Meter Entfernung - und eine weitere Gruppe - die aber bereits 500 Meter weiter schon fast am Fluß waren......
Unsere nahe Elefantenruppe bewegte sich zuerst noch ein paar Schritte weiter von links nach rechts, blieb dann aber - einer nach dem anderen langsam stehen und drehten sich in unsere Richtung....
Dann konnten wir beobachten, wie sich nacheinander die Ohren aufstellten, die Rüssel hochgingen....
Bernd kommentierte das Ganze mit den Worten: "Jetzt schaung's aber.....!" (bayerisch 😄 )
Und mein Mann, der ja nun überhaupt keine Ahnung hatte, mit den Worten: "Ja, jetzt sind sie auf Hab' acht....."
Ich selbst dachte nur: What the fuck is going on....?! Hab' aber nichts gesagt, weil wir ja einen vermeintlich erfahrenen Guide dabei hatten.....
Und dann, ohne weitere Vorwarnung (obwohl ja eigentlich die aufgestellten Ohren und die erhobenen Rüssel schon Warnung genug waren?!), kam die Größte, vermutlich die Leitkuh, auf uns zu gerannt, und zwar full speed von der rechten Seite, also da, wo die Herren saßen....
Mein Mann filmte die ganze Szene, in der festen Überzeugung, daß es sich um einen Scheinangriff handelte, ich machte noch ein Foto und hielt mich dann an der Stange vor mir fest, als für mich klar war: DIE BLEIBT NICHT STEHEN!
Ich stammelte noch ein leises: "Oh shit, oh shit....!"
Sekunden später schlugen ihre Stoßzähne auf der rechten Seite des Jeeps ein - mein Mann sah noch den einen Stoßzahn splittern - sie verhakte sich unter den Armlehnen, hob dann den Kopf und schmiss den Jeep um!
Wir Insassen purzelten durch die Luft und kamen zwischen der Dachplane und den Sitzen zum Liegen - wie die Maikäfer auf dem Rücken - ich selbst kam stehenderweise auf, da ich mich an der Stange vor mir festgehalten hatte - ebenso Andi in der Reihe hinter uns....
Der Moment nachdem wir zum Liegen kamen war mit der Schlimmste, denn wir wußten nicht was jetzt weiter passieren würde - greift sie nochmal an oder dreht sie ab.....
Zu unserem großen Glück hat sie den Wagen nicht weiter attackiert und ist zu ihrer Herde zurückgekehrt...
Als das klar war, haben wir uns erst mal wieder sortiert, den Darniederliegenden aufgeholfen und nach Blessuren abgecheckt.... Rosi vor mir hatte es am Schlimmsten erwischt, sie hatte eine 7 Zentimeter große Platzwunde auf der Stirn und schlimme Rückenschmerzen (angebrochener 12. Brustwirbel und angebrochener Steissbeinwirbel- was wir aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten) und Helga hinter mir hatte mit ihrer Hand die Armlehne umklammert, welche dann zwischen Jeep und Boden eingequetscht wurde....ihr Handrücken schwoll auf das Dreifache an....
Unser Guide hatte kurz vor dem Einschlag noch den Motor gestartet, leider viel zu spät, aber so wie der Jeep jetzt auf der Seite lag, gab es eine dicke graue Rauchwolke und ich dachte nur so: "Jetzt explodiert gleich noch der Wagen....!"
Wir haben ihn dann darauf hingewiesen er möge doch den Motor wieder abstellen....was er dann auch tat...
Über Funk hat er daraufhin im Camp angerufen und Hilfe angefordert...er mußte seine Hilfe mehrfach wiederholen:
"This is serious....! This is serious....!"
Im Camp dachten sie wohl er will sie verarschen..... 🤩
Na, und dann steht man da so im afrikanischen Busch - in the middle of nowhere - bei Einbruch der Dämmerung - und denkt sich - was kommt als nächstes.....?! Löwen?! Hyänen?!
Es kam zum Glück nichts ausser unserem Ersatzjeep - 20 Minuten später.... und so kamen wir bei Dunkelheit in unserem Camp an.....
Haben dann unsere Zelte bezogen und mein Mann hat eine halbe Stunde später im Scheinwerferlicht der Taschenlampe erst mal Rosi's Patzwunde genäht.....
Er ist Arzt und hat entgegen seiner normalen Gewohnheit ausnahmsweise mal Nähzeug ins Reisegepäck mit eingepackt....
Frei nach dem Motto: "Wir fliegen in den afrikanischen Busch.....wer weiss, vielleicht kann man das ja mal brauchen, so weit ab von jeglicher Zivilisation....."
Dass das aber gleich zwei Stunden nach unserer Ankunft sein würde, damit haben wir nicht gerechnet....
16,9k Beiträge · seit 201226. Sept. 2016 · #142
Heute schon die Suchfunktion genutzt? 🤪
zuletzt bearbeitet 13. Aug. 2026
115 Beiträge · seit 201626. Sept. 2016 · #143
@ Logi
Stimmt! 🤩 Das waren wir.....
LG Juli
1'425 Beiträge · seit 201526. Sept. 2016 · #144
Hallo Juli,

beim Lesen hatte ich direkt das Video vor Augen was durch die Presse ging 🙄
Wirklich eine kleine Horrorstory.. Aber schön, den Bericht mal von dir persönlich zu hören, in der Presse wird ja alles irgendwie verdreht.

Hoffe ihr habt dadurch kein Elefanten-Trauma erlitten (verstehen könnte ichs..).

LG
Laura
I will always have a bit of namibian sand in my shoes! Linksammlung zu den letzten Reiseberichten und Filmen Aktuell: Reisebericht Kenia 2024
115 Beiträge · seit 201626. Sept. 2016 · #145
Hallo Laura,

ein Elefantentrauma hatten wir unmittelbar nach dem Vorfall in der Tat 😮 , zumal es in der Gegend Chobe/Linyanti unglaublich viele Elefanten gibt und wir dadurch ständig mit weiteren konfrontiert wurden....so richtig geniessen, konnten wir das erst mal nicht mehr....und Rosi konnte angesichts ihrer Rückenschmerzen während der ganzen 8 Tage eh keinen Gamedrive mehr mitmachen....im nächsten Camp in Savuti wurde es dann aber besser mit den Elefanten - nicht mehr so viele - und tolle andere Tiersichtungen...so haben wir uns allmählich wieder entspannt, haben aber unsere Guides immer darauf hingewiesen, doch bitte nicht zu nah an Elefanten ran zu fahren....aus besagten Gründen.... 😗

LG Juli
Themenstarter7'296 Beiträge · seit 200608. Dez. 2016 · #146
... mir ist noch eine kuriose Tierbegegnung eingefallen, die ich -so glaube ich- noch nicht erwähnt habe - eine Begegnung mit einem Frosch (oder einer Kröte) mitten in der Namib gegen Ende des dortigen Sommers. Der Frosch lag tot direkt neben der Piste und es war wohl die Strecke zwischen Solitaire und Sesriem im Jahr 2000. Ich habe überlegt, wie ein solches Tier mitten in die Wüste kommt, aber später war es mir klar.

Das Sossusvlei stand teilweise unter Wasser. Einige Zeit vorher wurde der Frosch mit den Wassermassen im Tsauchab in die Wüste gespült. Als die Strömung nachließ und das Wasser versickerte, blieb er wohl zunächst in einem der zurückbleibenden Tümpel stecken. Als dieser austrocknete, machte er sich notgedrungen auf den Weg. Vermutlich wanderte er nachts, denn er war kilometerweit vom Flussbett entfernt. In der Tageshitze hatte er dann keine Chance.

Es lag auf dem Rücken und sah optisch noch ok aus, also nicht völlig vertrocknet. Vermutlich war er erst an diesem Tag umgekommen.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...