Erika2'338 Beiträge · seit 200706. Juli 2016 · #121
Danke leser, manchmal braucht’s nur ein Stichwort und schon kommt die Erinnerung.
Die Wolfskämpferhunde vom Kaspischen Meer 1971, als wir mit unserem VW-Bus auf grosser Reise waren, hatten wir ja unsere zwei Hunde dabei. Der Grosse hiess Nero und war ein Deutscher Schäferhund und der Kleine hiess Oskar, welcher aber eigentlich ein Weibchen war, von afrikanischen Strassenkötern abstammte und beim Pinkeln immer wie ein Rüde das Bein hob 🙂 .
Reisende hatten uns schon vorgewarnt, dass sich vor allem am Kaspischen Meer im Iran viele Rudel von „Wolfskämpferhunden“ rumtreiben würden, die sehr grimmig seien und abgeschnittene Ohren hätten, damit sie sich im Kampf mit den Wölfen nicht verletzen können. Ist eigentlich klar, dort wo nichts mehr ist, kann auch nicht reingebissen werden.
Eines Tages kamen wir dann tatsächlich ans Kaspische Meer, wo wir am Strand einen schönen Übernachtungsplatz fanden. Unser Bus war noch nicht mal richtig parkiert, als schon ein Rudel von ca. 20 dieser mächtigen Hunde daher gerannt kam 😵 . Was nun 🤨 ? Um uns hatten wir eigentlich keine Angst, aber was, wenn sie unsere Hunde angreifen würden 😵 ? Die mussten ja mal raus, wir konnten sie ja nicht die ganze Zeit im Fahrzeug eingesperrt lassen. Weiterfahren mochten wir auch nicht, da es bald dunkel wurde. Wir überlegten hin und her und her und hin und kamen zum Schluss, dass wir’s einfach drauf an kommen lassen. Die Schiebetür wurde geöffnet, Nero stieg als Erster aus, krempelte die Ärmel hoch und suchte sich gleich einen mächtigen Rüden aus, der als Einziger gefährlich knurrte und offensichtlich der Chef der Truppe war. Was dann folgte, war nicht sehr schön. Die beiden Hunde lieferten sich einen brutalen Kampf, der glücklicherweise – zumindest für unseren Nero 😛 – damit endete dass sich der andere ergab.
Die nun folgenden Szenen waren schon sehr interessant, zumal wir ja bei uns daheim so ein Rudelverhalten bei Hunden schwerlich beobachten können. Der ex Rudelführer zog sich – immer noch knurrend – zurück und dafür kamen die anderen Hunde um ihren neuen Chef schwanzwedelnd und lefzenleckend zu begrüssen 😁 . Nero, der ob seiner neuen Führungsrolle sichtlich begeistert war, suchte sich die erstbeste läufige Hündin aus… 🙄 und deckte sie 😊 😊 😊 , wobei er genau genommen kurz vor dem Ziel nochmals absteigen 😈 und den wieder gefährlich nahe kommenden Verlierer abermals kurz verdreschen musste 😠 . Klein Oskar, das schamlose Weib schien von diesem Sexakt völlig angetörnt worden zu sei. Er (sie) suchte sich einen Hund nach dem anderen aus und klammerte sich mit den Vorderbeinen mit wippenden Bewegungen und verbissenem Gesichtsausdruck an den Hinterbeinen der Tiere fest und „bumste“ sie alle - so gut es für eine Hündin eben geht - wahllos durcheinander 🤩 😊 😄 🤢 .
Am nächsten Morgen gingen wir mit unseren Hunden am Strand spazieren und alle anderen Hunde kamen auch mit. Sogar der Verlierer folgte uns knurrend und total sauer in einem gewissen Abstand. Der war bestimmt erleichtert, als wir den Ort wieder verliessen 😈 .
BikeAfricaThemenstarter7'296 Beiträge · seit 200606. Juli 2016 · #122
... ich habe auch noch zwei kleine Geschichten mit ... äh ... Vögeln.
Die eine trug sich bei Dyrholaey im Süden Islands zu, wo gerade die Küstenseeschwalben brüteten. Mangels Bäumen brüten die Vögel dort in der Regel am Boden und verteidigen das Gebiet im Schwarm. An einer Stelle hörte ich irgendwann wildes Gezeter und schaute mich um. Ein ganzer Schwarm Vögel verfolgte mich lärmend in meinem (Rad-)Tempo in knappem Abstand hinter und über meinem Kopf. Ich hielt meine Hand über den Hinterkopf und bewegte sie hin und her, damit die Vögel mich nicht so leicht treffen konnten. Ab und zu schaffte es mal einer mit Krallen oder Schnabel, wobei das nicht schmerzhaft war. Hilfreich war auch, dass ich gerade eine Regenjacke trug, da einige von ihnen "Bomben" abwarfen. Da die berühmten Felsen von Dyrholaey am Ende einer Sackgasse liegen, musste ich da auch wieder zurück, aber beim zweiten Mal waren die Vögel etwas entspannter.
Etwas weiter östlich brüteten dann Skua-Raubmöwen und da wurde es dann tatsächlich unangenehm. Diese Vögel sind -soweit ich mich erinnere- etwas größer als ein Bussard und sie griffen immer paarweise im Sturzflug von zwei Seiten an. Ich habe mich immer extrem aufrecht gesetzt und im letzten Moment geduckt, während die Vögel meinen Kopf knapp verfehlten und jeweils seitlich auswichen, damit sie nicht zusammenprallten. Diesen Moment habe ich natürlich nicht gesehen, aber ihre weitere Flugbahn, in der sie wieder aufstiegen und erneut von beiden Seiten kamen. Das ging so lange, bis ich ihrer Meinung nach weit genug vom Nest entfernt war und dann kehrten sie zu diesem zurück.
Aus Angst vor brütenden Raubvögeln hatte ich auf meiner folgenden Radtour durch Alaska dann einen Helm dabei. 😉
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Fredi1284 Beiträge · seit 201007. Juli 2016 · #123
Hallo Formis,
es war auf einer Gästefarm in Namibia, wo wir abends im offenen Wagen mit dem Farmbesitzer noch eine kleine Ausfahrt ins Gelände machten. Er fuhr zu einem Baum, wo ein Gaukler-Pärchen ihr Nest hatten. Nachdem wir die Vögel beobachtet hatten fuhren wir wieder weiter. Was ich jedoch nicht sah, war das Männchen, das vom Nest her uns verfolgte, von hinten über meinen Kopf flog, mir mit der Kralle einen zweiten Scheitel zog und meine Mütze mitnahm. Die Mütze haben wir dann später im Gebüsch gefunden.
Gruss Fredi
Die Massai haben erzählt, dass sich zwei Löwen das Grab als Ruheplatz ausgesucht haben. Von dort haben sie eine gute Sicht ins Tal und auf das Wild. Ich darf nicht vergessen, es Denys zu erzählen, er würde sich darüber freuen. ( Frei nach Tanja Blixen)
BerndW487 Beiträge · seit 201228. Juli 2016 · #124
Hallo,
ganz frisch vor drei Wochen: Abused by Meerkat!
In einer Lodge, die nicht namentlich genannt werden will, näherte sich dieses unten abgebildete Erdmännchen und kletterte ohne großen Überlegens mein Bein hoch, umklammerte meinen Unterarm, versenkte seine Nase in meiner Armbeuge und begann etwas angestrengte Laute zu machen. Zuerst dachte ich, fotografiere das Erdmännchen ´mal von oben, dadurch abgelenkt bemerkte ich erst nach einiger Zeit, dass das kleine Ding zwischen meinen Fingern gar keine Tatze ist?! So ist das mit den Lodge-Erdmännchen-Singels, sexuell frustriert. Für mich immer noch unverständlich: Warum gerade ich 🙂
SASandra133 Beiträge · seit 200722. Sept. 2016 · #125
Neulich in Halali...
...danach machen wir uns auf den Weg zum camp-eigenen Wasserloch. Hier ist heute Mittag nicht viel los aber das stört uns nicht. Einfach mal rumsitzen und warten, dabei ein bisschen Lesen. Doch außer ein paar Impalas kommt wirklich nichts ans Wasserloch. Um 15 Uhr wollen wir schon gehen und geben uns noch fünf Minuten.
Zwei Minuten später raschelt es im Gebüsch neben uns. Erwartungsvoll wenden wir unsere Köpfe, denn von dieser Seite kann eigentlich kein Tier kommen. Und doch kommt da plötzlich ein Honigdachs zum Vorschein. Wir sind ziemlich perplex und es dauert ein paar Sekunden bis die Kamera schussbereit ist. Doch der Honigdachs hat es nicht eilig. Während wir ihn sonst eher als flinkes und scheues Tier kennengelernt haben, welches nie lange an einem Ort bleibt, hat dieser Geselle hier die Mülltonne für sich entdeckt. Von uns lässt er sich dabei überhaupt nicht stören und so werden wir Zeugen eines sehr speziellen Mittagessens. Immer wieder verschwindet der Honigdachs im Inneren der Mülltonne, zuerst nur mit dem Kopf, dann mit dem ganzen Vorderteil und zum Schluß sitzt er ganz in der Tonne und schaut nur ab und zu mal hoch.
Seine Mahlzeit besteht aus mehreren Gängen. Zuerst gibt es ein Stück Topfkuchen, welches ihm aber wohl nicht so gut schmeckt. Beim nächsten Versuch darf ein großes Stück Alufolie die Mülltonne verlassen aber das ist natürlich auch nicht das Richtige. Dann erscheint er wieder mit einem Stück Hühnchenfleisch… schon besser.
Als Zwischengang gibt es nun ein bißchen Saft. Dieser ist zwar noch in einem Plastebecher mit Deckel verpackt aber für einen Honigdachs stellt das kein Hindernis dar. Und noch immer ist er nicht zufrieden. Die weitere Mülltonneninspektion bringt dann endlich den Hauptgewinn. Zwei geräucherte Würstchen, die noch in der Verpackung stecken. Geübt wird jedes Würstchen einzeln entnommen und dann genüsslich verspeist.
Mittlerweile sind wir nicht mehr die einzigen Zuschauer bei diesem Dinner For One. Vier weitere Besucher sind erschienen und ein älterer Herr kann auch nur mit dem Kopf schütteln. Sowas sieht man sonst nie… Der Honigdachs lässt sich immer noch nicht stören. Nach den zwei Würstchen widmet er sich noch einmal dem Saft… da hat wohl jemand Durst bekommen nach den scharfen Würstchen.
Dann kommt er auf uns zu und wir weichen aus. Normalerweise gilt der Honigdachs als gefährliches Raubtier. Mit ihm mögen sich nicht einmal Löwen anlegen… und wir schon gar nicht. Die Sitzplätze am Wasserloch sehen nun aus als hätte hier eine sehr unordentliche Reisegruppe ihre Mittagsreste hinterlassen und der Verursacher widmet sich nun der Wasserleitung, die zehn Meter weiter verläuft. An einer Anschlussstelle gibt es wohl ein kleines Leck und das Tier kennt dieses Geheimnis. Schon richtig unterhöhlt ist der Boden unter dem Schlauch weil Meister Honigdachs sich dort unterlegt und die Wassertropfen ins Maul laufen lässt.
Die ganze Show hat fast eine Stunde gedauert, so dass wir diesen Nachmittag nun gar nicht mehr das Camp verlassen. Nur ein kurzer Zwischenstopp in unserem schönen Haus und dann ziehen wir für den Sonnenuntergang schon wieder los zum Wasserloch. Noch ist es sehr schön warm. In der Zwischenzeit haben sich die Bänke gut gefüllt doch hinter einer hölzernen Brücke gibt es noch weitere Sitzplätze. Dort sitzt zur Zeit nur ein Pärchen und… der Honigdachs. Neugierig beschnüffelt er die Schuhe des Mannes während die Frau ganz eifrig in ihrem Reiseführer liest um herauszufinden, was für ein Tier das ist. 🤩
kalachee1'059 Beiträge · seit 200622. Sept. 2016 · #126
Hallo Sandra
Das kann man nun wirklich als kuriose und definitiv auch seltene, ganz besondere Tierbegegnung bezeichnen! Wow - vielen Dank für die tolle Beschreibung und super Fotos!
Halali ist ja nun ziemlich bekannt für regelmässigen Honigdachsbesuch, vor allem Nachts auf der Campsite sind sie immer wieder gesehene bzw vor allem gehörte Gäste, wenn sie sich laut scheppernd über die Abfalleimer hermachen. Diesen Februar nun haben wir auch herausgefunden, wo sie wohnen: nämlich genau dort in den Felsen bei der »Zuschauerterasse« des Moringa-Wasserlochs. Wir haben die ganze Familie, ich glaube es waren vier Tiere, einmal am ganz frühen Morgen dort in den Felsspalten in ihren Bau verschwinden sehen.
Hallo, kann zwar leider nicht so gut schreiben wie Sandra, aber ich hätte noch beizusteuern, dass diese Honigdachse gerne auch beim Abwasch "helfen" und laut dem Guide einer anderen Reisegruppe sollte man diese ja nicht ablehnen.
Flash20101'425 Beiträge · seit 201523. Sept. 2016 · #128
Hallo zusammen 🙂
wir hatten eine tolle Begegnung im Juni 2015 in Okaukuejo:
Als die gefühlt 10. Elefantenherde spät abends ans Wasserloch kam, beschlossen wir langsam aufzubrechen und zum Bush Chalet zurück zu gehen. Tür aufgeschlossen, Sachen abgestellt und eigentlich auf schnellstem Weg ins Bett. Doch was ist das für ein Hämmern?! Ist unsere Freundin nebenan denn noch wach und handwerkt hier rum? Ab nach draußen um festzustellen, bei ihr sind alle Lichter aus.
Ein Blick nach oben und wir machen große Augen 🤩 Dort frisst eine Ginsterkatze meinen T-Bonesteakknochen vom Abendessen, der im Mülleimer gelandet war 😄 die Schakale rundherum hoffen, etwas abzubekommen, sind aber nicht so geschickt, IN den Mülleimer zu klettern 😮 Schnell die Kamera rausgeholt und sie ein wenig gefilmt, Bilder machen hat wegen der Dunkelheit nicht so hingehauen. Aber als sie fertig gefressen hatte gelang mir dennoch ein kleiner Schnappschuss mit dem Handy, als sie herunterkam, um danach in den Baumwipfeln zu verschwinden.
MAMarkus6151'042 Beiträge · seit 201623. Sept. 2016 · #129
desertstar schrieb: ....man diese ja nicht ablehnen.
Hallo,
vor allem sollte man nicht Steine gegen eine Mülltonne werfen, in dem sich gerade der Honigdachs befindet. Ein dummer Mensch hat das gemacht und das Tier war dann stinksauer. Ich weiß nicht wie, aber der Honigdachs war keine Sekunde später aus der Tonne heraus und ist direkt auf den Störensfried los gegangen, der sich glücklicherweise (für Ihn selbst) noch gerade so in einen Bus retten konnte.
Ein paar Bilder vor dem Vorfall:
Am nächsten Tag war ein Honigdachs oben am Aussichtspunkt beim Wasserloch
Ich glaube Mülltonnen sind sein Lebensraum... 😄
Gruß Markus,
der genau aus diesem Grund in Halali nie campen wollte. Der Honigdachs hat an der Mülltonne schon eindrucksvoll bewiesen wie stark er ist, die grüne Tonne hätte der umgeschmissen wenn nicht festgekettet und den Steinewerfer hätte er wohl in 1000 Fetzen zerrissen wenn er den erwischt hätte... 🙄 Wobei es die gerechte Strafe gewesen wäre, an mir ist der Honigdachs 3 m entfernt vorbei gerannt (natürlich habe ich mich dabei überhaupt nicht bewegt, nicht einmal ein Bild habe ich mich getraut zu machen).
SASandra133 Beiträge · seit 200723. Sept. 2016 · #130
Die wahren Herren von Halali 🤪 😄 🤪
MAMarkus6151'042 Beiträge · seit 201623. Sept. 2016 · #131
Sandra schrieb:Die wahren Herren von Halali 🤪 😄 🤪
Hallo Sandra,
stimmt, mit dem Honigdachs legt sich keiner an, der noch halbwegs bei Verstand ist... 😄
Das coolste Tier von Halali ist aber das hier:
Gruß Markus
PS: wenn es juckt muss man kratzen... 🤪
D und M435 Beiträge · seit 201223. Sept. 2016 · #132
Hallo zusammen
Vor 3 Wochen im Krüger NP haben etliche Tiere den Frühling gespürt. 🤩 Die beiden Hörnchen vergnügten sich mehrere MInuten in zwei Runden miteinander. Ob sie allerdings sehr vergnügt waren, weiss ich nicht, sie haben ziemlich gequietscht, vor allem das Weibchen.
BikeAfricaThemenstarter7'296 Beiträge · seit 200623. Sept. 2016 · #133
... aus uralten und längst vergangenen Zeiten habe ich hier noch ein eingescanntes Foto von zwei Schildkröten bei der Arbeit. Aufgenommen vermutlich 2001 am Rande der Namib bei einer Unterkunft. Möglicherweise irgendwo ausgebüchst oder zu den "Haustieren" gehörend(?) ...
Gruß Wolfgang
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fiedlix548 Beiträge · seit 201623. Sept. 2016 · #134
Da bin ich mal so erschrocken, denn die machen einen Heidenlärm bei der Paarung 😄
viele Grüße Elke
Menschen, mit denen man lachen und weinen kann, sind die Menschen, die das Leben ausmachen.
PApaulinchen475 Beiträge · seit 201223. Sept. 2016 · #135
ja, beim Lesen kommen die Erinnerungen, in der Tat...tolle Storys hier, habe gerade eure Berichte runtergelesen wie ein Buch...Kompliment... 🙂
@Leser ich glaube, du hast schon ordentlich Glück gehabt in der Situation mit den Hirtenhunden in der Türkei... 😮 wir waren in den 80er Jahren viele Wochen mit unserem VW-Bus in der Osttürkei unterwegs. Aufgefallen sind uns die vielen großen Hunde, die tot am Straßenrand lagen, und extrem aggressive Angriffe dieser Hunde auf unser Fahrzeug während der Fahrt. Oft haben wir Einheimische gefragt, was es damit auf sich hat und immer dieselbe Geschichte gehört: Anatolische Hirtenhunde sind gefürchtet und z.T. extrem gefährlich, weil verhaltensgestört. Sie sollen nur die Herden bewachen, werden als Welpen bereits abgesondert und in dunkle Räume gesperrt. Dort werden sie von ihrem "Besitzer", und nur von diesem, gefüttert, sehen viele Wochen kein Tageslicht, haben keinen Kontakt zu anderen Lebewesen. Das Futter ist blutig, Sozialkontakte können nicht entstehen, sind außer zum Besitzer und seiner Herde auch nicht gefragt. Nach vielen Wochen sind die Hunde etwas irre, kommen ans Tageslicht, als erstes begegnen sie der Herde, die sie bewachen sollen. Sie akzeptieren nur ihren "Fütterer" als Bezugsperson. Weil sie so "irre" sind, beißen sie in alles, was so vorbei kommt, dazu gehören in Straßennähe die Autoreifen, in die sie sich während der Fahrt verbeißen und zu Tode kommen. wahrscheinlich war dein instinktives Zögern, mit Steinen zu werfen, die richtige Entscheidung.... 😎
@Wolfgang seit diesem Zeitpunkt denke ich an Radfahrer, die unterwegs sind und solchen Hunden begegnen.... 🙁 ich war höllenfroh, mit unserem Bus zu reisen, sogar beim Pinkeln habe ich mich nach Hirtenhunden umgeschaut....wie geht man als Radreisender damit um? Hätte mich damals in Ostanatolien nicht sehr wohl gefühlt.... 🙁
Harkim11 Beiträge · seit 201424. Sept. 2016 · #136
Tolles Thema, habe Eure Geschichten bis jetzt sehr genossen!
Wir haben uns im Oktober 2014 zum Abschluss unserer Tour nach Botswana eine Nacht in einem Safarizelt im Marakele NP in Südafrika gegönnt. Das Zelt mit festem Holzboden besteht aus einem Schlafzimmer/Bad Teil und einem Küchenteil. Beide Teile sind durch Glasschiebetüren mit einer Holzterrasse mit Blick auf ein Wasserloch verbunden. Wunderschön und nach drei Wochen Dachzelt sehr komfortabel. Bei unserer Ankunft wurden wir durch diverse Warnhinweise auf diebische Affenbanden aufmerksam gemacht... Wir räumten unsere restlichen Lebensmittel in den Kühlschrank, schlossen diesen und ließen die schwergängige Schiebetür einen Spalt geöffnet. Ich machte es mir mit einer Tüte Chips auf der Terrasse gemütlich.
Blitzschnell schoss eine grüne Meerkatze durch die Schiebetür in die Küche und öffnete den Kühlschrank....doch nicht mit mir, ich folgte ihr ebenso blitzschnell und konnte den Diebstahl des Parmesans verhindern! Zu spät merkte ich allerdings, dass dies lediglich ein Ablenkungsmanöver war, und die Affen es eigentlich auf meine Chipstüte abgesehen hatten 😠
Das Ende vom Lied:
BikeAfricaThemenstarter7'296 Beiträge · seit 200624. Sept. 2016 · #137
... ja, die "lieben" Affen ... 😉
In Galibi (Surinam) kletterte mal so ein kleiner Kerl auf meinem Reisepartner rum, der dies zunächst ganz lustig fand. Dann inspizierte er minutenlang seine Fototasche, bevor er blitzschnell einen bereits belichteten Film griff und sich mit buchstäblich affenartiger Geschwindigkeit in die nächste Baumkrone begab.
Mein Reisepartner fand das nun nicht mehr so lustig und fluchte und beschimpfte den Dieb. Der saß derweil oben im Baum und betrachtete neugierig seine Beute. Irgendwann schaffte er es, die Plastikpatrone zu öffnen und der Film fiel runter auf den Boden. So waren dann zumindest die Aufnahmen gerettet.
Hier noch zwei Fotos von einer Hundefamilie in Bo (Sierra Leone). Von meiner Unterkunft in einem Außenbereich der Stadt bis zur Stadtmitte war es entlang der Straße zu weit zum Laufen und jemand erklärte mir den Weg durch die Wohngebiete. Am nächsten Morgen lief ich dann so 30-45 Minuten in die Stadt.
Die Straßen waren schmal und die sehr wenigen Autos fuhren in doppelter Schrittgeschwindigkeit über die schlechten Wege. Irgendwo mitten auf dem Weg lag diese Hundefamilie und ließ ihren Schlaf durch nichts stören. 😉 Ob es Straßenhunde waren oder sie jemanden gehörten, weiß ich nicht.
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
BikeAfricaThemenstarter7'296 Beiträge · seit 200624. Sept. 2016 · #138
paulinchen schrieb: @Wolfgang seit diesem Zeitpunkt denke ich an Radfahrer, die unterwegs sind und solchen Hunden begegnen.... 🙁 ich war höllenfroh, mit unserem Bus zu reisen, sogar beim Pinkeln habe ich mich nach Hirtenhunden umgeschaut....wie geht man als Radreisender damit um? Hätte mich damals in Ostanatolien nicht sehr wohl gefühlt.... 🙁
... es gibt Regionen, in denen Hunde sehr aggressiv sind und Anatolien ist sicherlich eine der Regionen, in denen Radreisende ziemlich aufpassen müssen.
Oft hilft stehenbleiben und das Rad quer davor stellen, damit man etwas größer erscheint. Oft beruhigen sich Hunde dann. Einen Stein aufheben (oder so zu tun, als ob) reicht häufig auch. Dass Steinwürfe wehtun, haben viele Hunde schon erfahren und verschwinden dann lieber. Anschreien hilft auch oft. In Jordanien habe ich damit einen Hirtenhund mal in die Flucht geschlagen. Ich habe da irgendwie ein Geräusch in der Mischung aus Knurren und Bellen erzeugt und das, so laut ich konnte. Der Hund war nur noch wenige Meter entfernt und kam wütend bellend auf mich zu. Der Schäfer stand nicht weit davon, aber konnte gar nicht mehr reagieren. Er hat dann kräftig gelacht, als sein Hund mit großen Augen wegrannte.
Namibia ist (neben Surinam) übrigens das Land, in dem ich als Radfahrer die meisten unschönen Begegnungen mit Hunden hatte. Viele der großen Farmgelände sind eingezäunt und innen laufen Wachhunde rum. Es gibt aber praktisch immer Löcher im Zaun und die Hunde wissen auch, wo die sind. Einmal hatte ich sieben Stück gleichzeitig gegen mich auf der Piste. Das hat lange gedauert, bis die sich beruhigt hatten.
Manchmal habe ich auch eine große Luftpumpe als Schlagstock oder eine Machete am Rad. Ich hoffe, ich werde sie nie brauchen. Letztes Jahr hat mich in Namibia (irgendwo im Osten bei Stampriet) mal ein Schakal angeknurrt und den Weg versperrt. Normalerweise hauen die immer ab, aber dieser kam zunächst knurrend auf mich zu. Da hatte ich die Machete fast schon in der Hand.
Früher hatte ich immer Pfefferspray dabei. Nachdem ich in Gambia deshalb fast mal in den Knast musste, lasse ich das weg.
Gruß Wolfgang
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Also Dein Löwenbesuch nachts im Camp finde ich schon ziemlich beängstigend Picco! Ich hätte keine einzige weitere Nacht in so einem kleinen Bodenzelt verbracht! Aber das hätte ich von vornherein schon nicht gemacht - mir persönlich ist das zu nah am Geschehen..... 🤩 und die Konversation der beiden Guides......Gänsehaut....! 😮 ...aber geniale Nachtaufnahmen hat Deine Kamera da geschossen.....
SAsabi_2_3_22 Beiträge · seit 201525. Sept. 2016 · #140
Hallo zusammen! Tolle und aufregende Geschichten habt ihr zu erzählen...
@ BikeAfrica: Ich hab auch was zum Sesriem Campsite, ein ähnliches Erlebnis:
Es war schon dunkel, wir hatten gerade gegessen und saßen gemütlich beisammen, da sah ich im Augenwinkel was vorbeihuschen... Was war das denn? Von Größe und Form her könnte es eine Katze gewesen sein. Doch die Taschenlampe brachte Licht ins Dunkel: Da stand doch tatsächlich ein Kapfuchs und sah uns mit großen Augen an. (Man könnte an der Stelle meinen, dass es auch ein Schakal war, wie bei der Story von BikeAfrica, doch wir sind 100 % sicher, dass es ein Kapfuchs war. Das Tier war mini klein und schmal gebaut, hatte ganz dürre lange Beine und riesige Ohren.) Wir konnten unser Glück kaum fassen. Da das Tier sehr hungrig aussah holten wir ein Stück Fleisch aus unserer Kühlbox und warfen es ihm hin. Es schmeckte ihm! Wie schon von BikeAfrica beschrieben ist ja um den Campsite eine kleines Mäuerchen, dort standen wir und der Kapfuchs kam bis zu der Mauer und ließ sich von uns mit kleinen Fleischhappen füttern. Da tauchte plötzlich ein weiteres Tier auf der Bildfläche auf, eine Katze drängte sich auf und wollte auch was von dem Fleisch abhaben. Der Kapfuchs hatte Angst vor ihr und wich immer weiter zurück bis er im Dunkel verschwand. Dann machten wir uns Sorgen, dass er jetzt bestimmt durstig werden wird und stellten ihm noch eine Schale mit Wasser hin...
Scheinbar kommen am Sesriem Campsite öfter wilde Tiere, die von dem Essensgeruch angelockt werden. Wir freuten uns jedenfalls sehr über dieses einmalige Erlebnis mit dem kleinen Kapfüchschen 🙂