BikeAfricaThemenstarter7'296 Beiträge · seit 200620. Mai 2016 · #1
Hallo zusammen,
auf Reisen im südlichen und östlichen Afrika kommt es ja recht häufig zu Begegnungen mit Tieren. Was habt ihr denn so für ungewöhnliche Begegnungen mit der dortigen Fauna gemacht?
Ich beginne mal mit einem spaßigen Erlebnis auf dem Campingplatz in Sesriem. Wer schon dort war, kennt die Gegebenheiten. Jeder Stellplatz ist von einer kleinen Mauer umsäumt und an der Innenseite befindet sich jeweils direkt an der Mauer ein gemauerter Grill.
Wir haben mit Einbruch der Dunkelheit zu grillen begonnen und es war ruckzuck dunkel. Ich saß am Grill und hatte mich gerade nach vorne gebeugt, um im Lichtschein der Glut abzuschätzen, ob das Fleisch schon ok ist. Eine Lampe war gerade nicht zur Hand.
Vom Geruch des Fleisches angelockt, hatte sich von der anderen Seite der Mauer derweil ein Schakal angeschlichen. Er stellte sich auf die Hinterbeine, stemmte die Vorderbeine auf die Mauer und wollte etwas vom Grill mopsen. Aus 30-40 cm sah er mir plötzlich ins Gesicht. Vor Schreck waren seine Augen plötzlich so groß wie Golfbälle (meine vermutlich auch, aber die konnte ich ja nicht sehen). Nach einer Schrecksekunde flüchtete er dann ohne Beute.
Meine Reisepartnerin und vier junge Leute, die wir an diesem Tag kennenlernten, haben von der Sache erst mitbekommen, als ich einen kleinen Lachanfall bekam ... 😉
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
solitaire1'941 Beiträge · seit 201120. Mai 2016 · #2
Hallo Wolfgang, lustige Idee. Da hab ich auch was beizutragen. Ich schreib gerade an einem Text über Namibia und hab das jetzt rauskopiert. Man merkt also irgendwie, dass vorher und nachher was fehlt ... Hier beschreibe ich die erste Nacht in einem Bungalow im Daan Viljoen Park.
Die erste Nacht in Namibia verläuft skurril. Die Wege zwischen den Bungalows sind durch mickrige Lampen beleuchtet, der Schein dringt fahl, aber doch durch unsere Fenster. Obwohl die Vorhänge geschlossen sind. Trotz Müdigkeit schlafe ich wie immer nur sehr leicht und werde plötzlich wach, weil ein Schatten vor dem Fenster das Zimmer kurz verdunkelt. Ich öffne die Augen und warte, ob ich etwas sehe oder sich diese Wahrnehmung als Traum entpuppt. Da – wieder taucht ein schwarzer Fleck vor dem Fenster auf. Und verschwindet gleich darauf. Ich warte gespannt, ob sich jemand an der Tür oder den Fenstern zu schaffen macht. Doch nichts regt sich. Kein Laut ist zu hören. Aber der Schatten kommt wieder. Ich stehe auf, will der Sache auf den Grund gehen. Als ich die Vorhänge ein kleines Stück beiseite schiebe und vorsichtig hinaus spähe, bleibt mir fast das Herz stehen. Kein mutmaßlicher Einbrecher hätte mir so einen Schrecken eingejagd wie die zwei stattlichen, schokoladenbraunen Pferde, die in unserem Vorgärtchen lautlos, aber genüsslich das bisschen Gras in dieser kargen Gegend fressen. Am nächsten Morgen sehen wir unweit unseres Bungalows eine völlig ausgedörrte Pferdekoppel. Die Tiere werden in der Nacht wohl freigelassen, damit sie sich ihr Futter in den kleinen Gärtchen um die Bungalows selbst suchen.
Liebe Grüße allerseits Solitaire
www.margit-noehrer.com
FB und Insta: reisende.autorin
Buch: Der glühende Atem der Wüste
Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari
An meinem ersten Morgen in Afrika, keine 12 Stunden nach der Landung in Nairobi gingen mein in Nairobi lebender Freund aus der Schulzeit und ich frühmorgens durch den 'Nairobi Safari Walk' beim Eingang des Nirobi National Parks. Nachdem ich einer Strasse riesiger Ameisen ausgewichen bin bemerkte ich etwas beim Hosenknopf in meine Hose krabbeln... 😵 Zuerst dachte ich es wäre eine dieser Ameisen, was sich später als falsch herausstellte... Sofort den Knopf geöffnet und das Vieh, das ich da sah, weggeschleudert! Aber da hat es mich schon gebissen...zumindest blutete ich am Bauchansatz! 🙄 Aber ich sah das Vieh nur ganz kurz...so was wie ein braun-rotes Würmchen...und weicher als eine Ameise, aber härter als ein Wurm... 😮
Und so begann mein erster Tag in Afrika mit einem Biss (oder eher Stich) in meinen Bauch...was mir, wie sich später zuhause herausstellte, 'Rickettsia conorii' einverleibte... ...offenbar war das Vieh eine Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus)... 😣 Kein Wunder ging es mir in diesem Urlaub immer wieder recht schlecht...immerhin verursachen die 'Rickettsia conorii' das Boutonneuse-Fieber (auch Marseille-Fieber, Mittelmeer-Zeckenfleckfieber oder Nil-Fleckfieber genannt). In diesem Urlaub hab ich mir übrigens geschworen beim nächsten Afrikaurlaub ein Porta-Potty mitzunehmen! 🤩 😉 😎
BikeAfricaThemenstarter7'296 Beiträge · seit 200620. Mai 2016 · #4
... gratuliere - toller Einstand in Afrika. 😉
Ich habe noch ein lustiges Erlebnis aus einer anderen Region ... Jordanien.
Ich fuhr eine lange Steigung hoch und am Straßenrand ging eine relativ steile Böschung etwa 8 Meter nach oben. Oben befand sich eine Schafherde und der Hirtenhund kam wütend bellend auf mich zugestürmt. Der Schäfer stand unten an der Straße, unterhielt sich mit jemandem und konnte gar nicht schnell genug reagieren. Ich blieb stehen und "bellte" so laut ich konnte zurück. Der Hund war mächtig beeindruckt und wollte umkehren, rutschte aber die letzten Meter noch nach unten, bevor er sofort abdrehte und die Böschung wieder hochrennen wollte. Allerdings war die trockene Böschung so rutschig, dass er einen Moment praktisch auf der Stelle rannte, weil er immer wieder zurückrutschte. Der Schäfer und sein Kumpel haben sich prächtig amüsiert.
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Ein schönes Thema, da fallen mir gleich ein paar Geschichten ein. Adrenalingeschwängerte Erlebnisse brennen sich ja besonders ein. Weit vor der Heranführung ins Leben durch Helikoptereltern und auch vor der Informationsquelle Internet musste man seine Erfahrungen noch selbst machen. Ausgestattet mit dem Schulwissens aus Brehms Tierleben beschloss ich nach einer Tauchsafari rund um Pemba und Mombasa auch mal einen Safaritrip im Tsavo East zu unternehmen. Mit einem anderen Taucher zusammen lieh ich mir von unserem Captain ein Zelt und ein paar Bootsmatratzen, in Mombasa fanden wir nach einiger Suche einen bezahlbaren frontangetriebenen Kombi zur Miete. Die Wege im Park sollten gut geschottert sein. Mit viel Wasser und ein paar Sandwiches erreichten wir den Park nach ein paar Stunden und man ließ uns mit dem Fahrzeug auch am Gate passieren. Es dauerte nicht lange und wir machten die ersten Sichtungen, trotz relativ freier Flächen entdeckten wir die ersten Elefanten erst als sie fast einen Schatten über uns geworfen haben, noch heute staune ich wie gut sich Elefanten im Busch tarnen und mit der Umgebung verschmelzen. Neben Giraffen und Elefanten waren alle anderen Tiere für uns Antilopen, die zwar unterschiedlichen waren aber außer der Thompsonantilope konnten wir nichts bestimmen. Rein nach Gefühl fuhren wir durch den Park und schlängelten uns auf den Offroadtrails, immer eine Reifenspur auf dem sandigen Mittelstreifen und mit der anderen auf dem festeren Randstreifen, der Unterboden setzte einige Male schroff auf. Als es dunkel wurde entdeckten wir ein verlassenes Camp mit einer leichten Umzäunung an einem Wasserloch und beschlossen hier zu übernachten, weil es schon spät war und dunkel wurde. Neben dem alten Hauptgebäude stand eine alte Kühltruhe, daneben bauten wir das Zelt auf und schoben die Bootsmatratzen rein. Die Dunkelheit kam schnell und plötzlich aber bei Vollmond war alles noch leicht beleuchtet und ich beschloss mit meiner kleinen Taschenlampe in der Hosentasche einen kleinen Erdhügel, nicht weit vom Zelt hinaufzusteigen um auf das Wasserloch zu schauen, in der Hoffnung etwas zu sehen. Als ich im Ausfallschritt auf dem Hügelchen stand zischte es unter mir, ich konnte nichts erkennen drehte mich und nahm die Taschenlampe heraus und leuchtete vor mir den Boden ab bis ich direkt zwischen meinen Füßen eine fette Puffotter erkannte. Ich hatte also zweimal um Zentimeter daneben getreten. Ganz still verharrend beobachtenden mein Tauchbuddy und ich dann wie sie sich dann weiter schlängelte. Völlig adrenalingeschwängert bekamen wir gar nicht mit, das sich etwas an unsrem Zelt zu schaffen machte. Als wir zurückkamen war es halb herunter gedrückt und wir erklärten diesen Platz für Kriegsgebiet und unser Auto für viel zu weit entfernt. Der einzig halbwegs sichere Platz in dieser Region, in der es auch Löwen geben sollte, erschien uns diese alte Kühltruhe. Also stiegen wir hinein und setzen und mit ausgestreckten Beinen hinein und wollten dort die Nacht verbringen, mit leicht geöffnetem Deckel auf dem Kopf. An Schlaf war nicht zu denken, auch wenn wir nach ca. einer Stunde ins Zelt wechselten, gelang es uns nicht die Augen zu schließen. Völlig gerädert schafften wir es am nächsten Tag ohne Reifenpanne aus dem Park heraus. Später fuhr mein Bekannter noch an dem scharfen Asphaltrand zwei Reifen auf einmal kaputt und ich musste noch in der Folgenacht auf der auch damals schon recht gefährlichen Strecke in Dörfer trampen um Schläuche zu besorgen, die sich aufgrund der Drähte im Reifen immer wieder schnell verabschiedeten. Fünf Reifenpannen später kamen wir völlig erschöpft aber happy von all den Erlebnissen wieder in Mombasa an. Der Afrikavirus war gesetzt.
Es war damals auf einer Pirschfahrt zu den Wüstenelefanten in der Region Camp Kipwe. Der Fahrer/Guide traute sich sich ziemlich dicht ran, und dann nahm ein halbwüchsiges Elefantenmädchen wohl all ihren Mut zusammen und schloß die Lücke zwischen sich und dem Wagen. Der Griff mit dem Rüssel zur Brille einer Dame war Sekundensache. Ich würde jetzt gerne erzählen, dass das (Elefanten-)Mädchen die Brille vor ein Auge gehalten hat, mit den Ohren wedelte und dann die Brille wieder sorgfältig auf die Nase der Dame gesetzt hat, aber das wäre def. gelogen. Der Elefant hat die Brille einfach fallen gelassen und ist gegangen. Der Fahrer/Guide gab Gas. Das war auch gut so, denn im Wagen machte sich ein merkwürdiger Geruch breit, der durch den Fahrtwind etwas gemindert wurde. LG
Folgende recht gefährliche Begebenheit auf dem Campingplatz Xakanaxa im Moremi WR haben wir zwar schon mit unserem Reisebericht 2013 hier eingestellt, aber weil sie so gut zum Thema passt, kopiere ich sie noch einmal. Heute war nicht unser Tag, nein, wirklich nicht! Er begann damit, dass Herbert seine Rolle Klopapier unter den Arm klemmte, um seiner üblichen Morgenbeschäftigung nachzugehen. Später berichtet er: „Toilettengang in Bestzeit! Wer schon einmal im Süden war, kennt es: Irgendwann nimmt die Verdauung eine Geschwindigkeit an, dass man froh ist, rechtzeitig das berühmte „Örtchen“ zu erreichen. Heute habe ich alle Geschwindigkeitsrekorde gebrochen. Mit Schlappen an den Füßen und einer Klorolle unter dem Arm strebe ich verschlafen dem Buschklo an der Bootsanlegestelle entgegen, als plötzlich neben mir ein riesiger Elefant aus dem Gebüsch kracht und erzürnt auf mich zurennt. Was tun? Zirka fünf Meter Entfernung sind nicht viel. Ich schmeiße Schlappen und Klorolle weg und schlage einen Haken um einen Baum, während der Koloss weiter geradeaus stampft. Mit einem Sprung über ein Gebüsch und fünfzig Meter Spurt im Rekordtempo zum Klohaus bringe ich mich in Sicherheit. Der Elefant hinter mir macht vor dem Eingang halt und wartet auf mich. Erst nach einer Viertelstunde trottet er weiter. Ich sammle vorsichtig meine Schuhe und die Klorolle ein und kann endlich der beabsichtigten Beschäftigung nachgehen. Uff!“
Old Women1'543 Beiträge · seit 201321. Mai 2016 · #8
Hallo Freshy, herrlich, herrlich, einfach köstlich, deine Beschreibung. Ich habe versucht, mir das Ganze bildlich vorzustellen, also mit der Klorolle,. den Schlappen und dem Elefanten und habe Tränen gelacht. Aber da war großes Glück im Spiel. Herzliche Grüße Beate
BikeAfricaThemenstarter7'296 Beiträge · seit 200621. Mai 2016 · #9
... mit Elefanten habe ich auch noch ein Erlebnis. 😉
Ich war mit einem Reisepartner mit Fahrrädern unterwegs in Malawi und wir beschlossen, den Liwonde Nationalpark zu besuchen. Man ließ uns am Parkeingang mit den Rädern reinfahren, machte uns dann aber im Camp klar, dass wir dieses aus Sicherheitsgründen nicht mehr mit den Rädern verlassen dürften, bis wir den Park verlassen. Die afrikanische Logik dahinter habe ich nie verstanden (*), zumal das Camp mit hölzernen Palisaden eingezäunt war, der Zeltbereich jedoch außerhalb lag und wir mit unseren Rädern auch die einzigen waren, die dort übernachteten.
(*) Klar - so waren wir gezwungen, die offiziell angebotenen Aktivitäten wie eine Bootsfahrt zu nutzen. Hätten wir aber eh getan, weil unsere Fahrräder nicht schwimmen können.
Nach 2-3 Tagen wollten wir den Park wieder verlassen und hier kam das Absurde an der "Sicherheitsregelung" zutage. Man ließ uns mit den Rädern raus, gab uns aber auf den Weg, dass wir aufpassen sollten. Ein Ranger hätte gerade berichtet, in der Region zwischen Camp und Parkeingang würden sich aktuell Elefanten aufhalten.
Wir sind also losgeradelt und weil die Vegetation recht unübersichtlich war, haben wir begonnen, uns besonders laut zu unterhalten, damit die Elefanten uns hören können und zumindest nicht überrascht sind. So der Plan ... Irgendwann fingen wir -warum auch immer- damit an, Gedichte von Heinz Ehrhardt zu zitieren.
Es dauerte nicht lange, bis ca. 20 Meter vor uns drei Elefanten aus dem Dickicht auf die Piste traten. Wir hielten erschrocken an und die Elefanten blieben ebenfalls überrascht kurz stehen. Nach Sekunden setzten sie sich in Trab und verschwanden auf der anderen Seite der Piste in Dickicht und Wald. Wären sie in unsere Richtung gekommen, hätten wir nicht einmal rechtzeitig die Fahrräder wenden können.
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
@ Freshy 🤪 was meinst du, an was oder wen wir letztes Jahr auf Xakanaxa gedacht haben 😄
Grüessli von der Gromi
Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA
Reisebericht 2018: NA, BW, NA
Clamat1'425 Beiträge · seit 201321. Mai 2016 · #11
Hi, ich habe auch eine unvergessene Geschichte 🙂
Auf einem wunderschönen, recht einsamen Campground in Australien:
Das WoMo steht, wir sitzen ganz gemütlich mit einem Glas Rotwein vor selbigem und genießen die letzten Sonnenstrahlen. Ich muss mal müssen müssen und stehe auf und, da die Buschtoilette einige Meter hinter unserem WoMo ist, laufe ich um selbiges rum. Unter unserem WoMo liegt zu dieser Zeit unbemerkt eine ziemlich große schwarze Schlange und genießt ebenfalls friedlich die letzten Sonnenstrahlen 😁 Durch mein Getrampel erschreckt die Schlange und witscht an mir durch, wodurch ich erschrecke und gigse (ist badisch und bedeutet in hochdeutsch: einen kurzen, hohen Schrei des Erschreckens ausstoßen) 🙄 Nun witscht die Schlange in ihrem Schreck ob meines Gegigses unter dem WoMo durch und vorne genau über die Füße meines Mannes, wodurch dieser erschreckt und das Weinglas in hohem Bogen wegschmeißt 🤩 Mein Mann, ich und, ich denke auch die Schlange, haben diese Aufregung mit ziemlichem Herzklopfen überlebt 😛 Leidtragend an der ganzen Geschichte war letztendlich nur das Weinglas 😵
freshy3'883 Beiträge · seit 201122. Mai 2016 · #12
Hallo Gromi und alle LeserInnen, auch wir vergessen dieses Abenteuer nie im Leben. Es hätte tatsächlich böse enden können! Aber mit solchen Erlebnissen bleibt man demnach im Gedächtnis der Fomis, wenn sie dieselben Plätze aufsuchen. Gelle, da guckt man lieber noch ein zweites Mal in die Büsche, ob sich nicht ein böser Elefant versteckt, um arme Touris zu erschrecken.
Ich habe mehrere Erlebnisse mit Tieren, aber dieses bleibt mir eindrücklich in bester Erinnerung: South Gate September 2013 Wir sitzen am Lagerfeuer als mich vom Gebüsch 2 Augen anfunkeln ca. 3 m nahe… ich greife mir sofort eine brennendes Holzstück und schon war Sie Weg, die Hyäne oh wow ich sagte dann zu meinem Reisepartner, wir sollten uns ins Dachzelt verziehen. Gemacht getan nur 10 min danach kommen Sie dann zu 6 zurück und hielten uns die ganze Nacht mit Ihrem geheult wach … Am Morgen ging ich nachschauen, was Sie alles angestellt hatten und musst dann auf Klo als ich rein wollt, kam mir noch eine Hyäne entgegen … ich dacht super, was kommt noch, als ich zurück zum Camping Platz lief, es war der äußerste Ich merkte etwas ist hinter mir, verfolgte mich eine Elefantenkuh mit 2 Jungtieren … ich habe Sie nicht gehört, wer schon mal in Afrika war weiss, wie leise sie sind…
wünsch euch allen viele Erlebnisse im wunder schönen Afrika LG Irene
Rodrigo1'125 Beiträge · seit 200622. Mai 2016 · #14
Hallo zusammen! Tolle Idee, dieser Thread! Danke, Wolfgang! Ich hatte auch so meine Tierbegegnungen - mit Oryx bei Nacht, Zebrahengsten, frechen Tokos, Affen und Löwen in der Zentralkalahari. Aber davon erzähle ich später, weil ich mir erst Mut ansaufen muß. Ich ärgere mich noch heute über meine Dummheit damals. Aber was ich wirklich erzählen will: Meine s.a. Schwester und ich sind auf dem Weg von Ghanzi Richtung Shakawe. Da mein Landrover-Ungetüm das nicht an einem Tag schafft, muss ich einmal dazwischen übernachten. Ich kenne da einen Feldweg kurz nach Nokaneng, den sind wir reingefahren (Ich war schon ein paarmal dort). Nach dem Abendessen setzen wir uns beide links und rechts der Seitentür und lesen. Ich habe elektr. Licht, meine Schwester die Gaslampe, die ja durch ihr Zischen dafür sorgt, dass man leise Geräusche nicht hört. Plötzlich höre ich links von mir - mit meinem freien Ohr, muss wohl in unmittelbarer Umgebung gewesen sein, das typische heisere Husten eines Leoparden. Ich zische: "Los, sofort ins Auto!" Fünf Sekunden später sitzen wir drinnen, ich erzähle, was ich gehört hatte. Dann sehen wir durch den Gang zum Führerhaus durch die Frontscheibe, wie dort zwei Elefanten unruhig stehen; offensichtlich sind sie unschlüssig. Einen solch komischen Elefanten wie einen LR haben sie offensichtlich noch nie gesehen. Am nächsten Morgen habe ich die Spuren untersucht: Die Elefanten sind wohl mehrfach auf dem Sandweg hin- und hergegangen und sind dann denselben Weg zurückgegangen, den sie gekommen waren. Hätte vielleicht auch anders ausgehen können ... Ein andermal mehr. Ich wünsche noch einen schönen, sonnendurchfluteten Sonntag! Rodrigo
Omnia vincit amor
BikeAfricaThemenstarter7'296 Beiträge · seit 200623. Mai 2016 · #15
Rodrigo schrieb: Tolle Idee, dieser Thread! Danke, Wolfgang!
... na, gerne doch. Ich habe ja selbst noch etliche Geschichten und denke, es kommen auch von euch noch einige.
1994 habe ich mir vor meiner ersten anspruchsvollen Radtour durch Island einen Satz wasserdichter Packtaschen fürs Fahrrad zugelegt. Damit konnte ich mein Fahrrad sogar durch einen ca. 40-50 cm hohen und 50 Meter breiten Fluss/Bach schieben. Hat ca. 500 DM gekostet, der Spaß.
Ein Jahr später war ich damit in Alaska. Ich kam morgens an, hatte eingekauft für unterwegs und gleich am ersten Abend passierte es. Ich war auf dem Campingplatz zum Duschen und als ich zu meinem Zelt und Fahrrad zurückkam, hatte sich ein Squirrel (ähnlich wie ein Eichhörnchen) zielstrebig durch eine der Taschen zum originalverpackten Müsli gefressen und flüchtete beim Näherkommen.
Ich war stinksauer auf das Tier und die angenagte Müslipackung habe ich auch nicht mehr in meine Nahrungsaufnahme integriert. Wer weiß, was diese Tiere an Krankheiten verbreiten können. Im Verbreiten von Krankheiten sind Nagetiere ja oftmals gut.
Einige Meter entfernt stand eine Mülltonne (so eine "Oskar-Tonne" mit losem Deckel). Ich habe den Deckel abgenommen, die Müsli-Packung in die ansonsten leere Tonne geworfen und gewartet, bis der "Verbrecher" an den Tatort zurückkehrte. Dann habe ich schnell den Deckel aufgesetzt. Ich war auch der einzige, der in der Nähe dieser Tonne zeltete.
Bevor ich am nächsten Morgen weiterfuhr, wollte ich das Squirrel natürlich wieder freilassen. Ich hob den Deckel an und war erstaunt. Das Müsli war fast zur Hälfte aufgefressen und es lag noch etwas Anderes in der Tonne. Irgendwer hatte auf dem Weg zu seinem Zeltplatz etwas in die Tonne geworfen und dazu den Deckel abgehoben. Der muss einen ziemlichen Schreck bekommen haben, als plötzlich das Squirrel aus der Tonne sprang ... 😉
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Dieser Thread ist eine schöne Idee, danke Wolfgang. Wir haben auch von so einigen lustigen/spannden/kuriosen Tierbegegnungen zu erzählen.
Da war zum Beispiel ein Zwischenfall mit den heiß geliebten, schon ein paar Jahre alten Hiking Boots meines Mannes in 3rd Bridge. Die besagten Stiefel hatten nach Jahren des verschwitzten Tragens einen unangenehmen Eigengeruch (Den man während mein Mann sie an hatte zum Glück nicht wahrnehmen konnte. Erst wenn er sie auszog meinte man, eine toxisch grüne Wolke aus dem feucht-warmen Inneren der Stiefel aufsteigen zu sehen und zu riechen 🤢 ) Diese Stiefel mussten immer in der Fahrerkabine übernachten, die morgens gut ausgelueftet werden musste, bevor wir einsteigen könnten. Wir räumen Abends vor dem Schlafengehen immer alles gründlich ins Auto aber an einem Abend vergass mein Mann die Stiefel draußen vor dem Auto. Am nächsten Morgen stellte er fest, daß einer der Stiefel verschwunden war. Es war klar, daß kein anderer Mensch die Dinger anfassen würde. Also vermuteten wir einen Diebstahl durch Hyene oder Baboon. Wir suchten die nähere Umgebung ab und fanden den fehlenden Schuh mit deutlichen Bisspuren im Gebüsch. Selbst der Magen einer Hyene war offensichtlich nicht stark genug für den toxischen Stiefel. Mein Mann hat den angefressen Schuh mit großem Stolz für den Rest des Urlaubs getragen.
LG, Mellie
2006: Botswana und Sued Afrika
2009: Botswana und Sued Afrika
2012: Sued Afrika (KTP)
2014: Marokko
2016 endlich wieder Botswana und Sued Afrika :)
Clamat1'425 Beiträge · seit 201323. Mai 2016 · #17
Hi Mellie,
nicht nur Hyänen, auch "wohlerzogene" Hunde lieben den Geschmack des geruchsintensiven, adrenaliengeschwängerten, blasengelaufenen und eingelatschten Wanderschuhs 🤩 🤩 🤩
Im Herbst 2011 waren wir im Süden Tansania's unterwegs. Gegen Ende der Reise übernachteten wir nahe eines Eingangs zum Selous Wildreservat in einem Tendet-Camp im Wald. Ich hatte das Zelt zuunterst, am weitesten vom Essplatz entfernt, ohne Beleuchtung des Weges durch den Wald zu eben diesem Essplatz oben auf dem Hügel und es war Zeit Abendessen zu gehen. Ich also raus aus dem Zelt in die Dunkelheit, das Zelt hinter mir schliessend, die Stirnlampe noch nicht angemacht, aber schon wieder aufgestanden... ...da knurrt's von schräg rechts vorne unten!!! Ich war steif vor Schreck! Denn es war sehr nahe, das können nicht mehr als vieleicht 3 Meter gewesen sein, denn es kam beinahe vom Boden!!! Und ich stand nur da, steif und unfähig mich zu bewegen! Nicht mal die Stirnlampe konnte ich anmachen, keine Bewegung war mehr möglich! Keine Ahnung wie lange ich da stand, das müssen Minuten gewesen sein bis ich endlich die Stirnlampe anmachen konnte! Nichts war zu sehen, nur kurz nach den Knurren war ganz leise ein Rascheln zu hören, wie wenn jemand im Herbst auf ein trockenes Blatt tritt! Aber schon deutlich weniger nah als das Knurren... Mit schon etwas beruhigtem Puls von vieleicht noch 180 ging ich dann durch den Wald den Hügel hoch zu den Anderen, die am Esstisch schon ungeduldig auf mich warteten. Natürlich hab ich die Storry erzählt, worauf der Campmanager und die zwei Guides übereinstimmend meinten das müsse entweder ein Honigdachs oder ein Leopard gewesen sein... Honigdachs sagte mir damals noch nicht viel, aber ich war der festen Überzeugung dass Leoparden nicht knurren, also war für mich klar: Das war nur ein kleiner Dachs... Wieder zuhause angekommen hab ich mich mal über den Honigdachs informiert und hab im Nachhinein noch einen Schrecken gekriegt, aber vieleicht ein Jahr später hab ich im Fernsehen eine Sendung über eine Leopardenmama mit ihrem Nachwuchs gesehen... ...und plötzlich lief es mir heiss und kalt den Rücken herunter, mein Puls war sofort auf 210 und die Augen kullerten beinahe aus den Fassungen, denn: Die Leopardin hat geknurrt! Und zwar exact so wie ich damals beim Selous angeknurrt wurde!!! Mir fiel noch im Nachhinein das Herz in die Hose!!! Seither bin ich mir absolut sicher dass ich nachts im Wald einem Leoparden in etwa 3m Entfernung gegenübergestanden bin... 😵
Ich hab leider nicht annähernd was spannendes zu berichten, aber dieser Thread ist echt super. @Picco: man man man, mir ist eben schon beim Lesen das Herz sonst wo hin gerutscht. Mag mir gar nicht vorstellen, wie es dir ergangen sein muss. Ich hätte glaub ich nicht so ruhig bleiben können...