Kapitel 19: Versteckte Spielchen und professionelles Verstecken(Montag, 16.03.2026)
Das Schöne an einer eigenen einsamen Löwenhöhle ist, dass man die ganze Nacht durchschnurren kann, ohne dass es einen anderen stört. Zumindest vermute ich, dass ich die ganze Nacht durchgeschnurrt habe, denn mein Privat-Reiseleiter und ich waren am nächsten Morgen wieder fit wie ein verspieltes Löwenjunges.


Neben Aufräumen, Packen und Autoeinladen, begrüssten wir auch die ersten Sonnenstrahlen an diesem Morgen auf unserer Aussichtsplattform.


Da wir heute wieder einen kurzen Fahrtag und Einkaufstag hatten, hatten wir unser Frühstück erst auf 8:30 Uhr bestellt. Und wie am Vortag, so wurden wir auch heute wieder von Rozelle fürstlich bedient.
Als wir fragten, warum sie denn keine abgelegenen Campsites weiter draußen den Canyons anbieten, erzählte sie uns, dass ihrer Mutter das Haus und die Campsites an der Strasse in "Chamaites" gehören. Und natürlich wollten sie sich innerhalb der Familie keine Konkurrenz machen. Des Weiteren erzählte sie uns aber auch, dass ihre Mutter einen ausgezeichneten Apfelkuchen ohne Rosinen macht, welchen wir unbedingt mal probieren sollten.
Nach einer schönen Verabschiedung von Rozelle und Abraham fuhren wir gegen 9:30 Uhr los und steuerten, mit dem Geschmack von Apfelkuchen bereits im Mund, direkt den Shop von Rozelles Mutter Meisie an.
Neben blickdicht eingezeunten Campsites mit jeweils eigener Dusche, WC und Braai-Stelle, gab es hier anscheinend auch weisse Iglu-ähnliche Unterkünfte?

Da wir hier eigentlich nur kurz den Apfelkuchen besorgen wollten, blieb ich im Wagen. Allerdings war der Aussenbereich so humorvoll dekoriert, so dass mein Privat-Chauffeur nicht dadrum herumkam ein paar originelle Fotos zu machen.



Neben dem Apfelkuchen-To-Go hat mein Privat-Chauffeur dann noch weitere Getränke-Vorräte, sowie Kissenbezüge als Souvenier für Zuhause eingekauft. Und obwohl er also viel mehr Geld ausgegeben hatte als eigentlich geplant, kam er mit einem recht fröhlichen Grinsen zurück.
Safari: "Was hast du jetzt wieder angestellt?"
Privat-Chauffeur: "Ich habe der Verkäuferin im Shop die Fotos von deiner Jagd im Dead Vlei gezeigt. Was soll ich sagen? Sie ist eine deiner überzeugtesten Gläubigen!"
Safari: "Oh, das freut mich! Und wie hast du die Sache aufgelöst? Hast du ihr ein weiteres Foto von mir gezeigt?"
Privat-Chauffeur: "Nein, habe ich nicht. Ich habe ihr gesagt, dass sie unbedingt ihre Tochter Rozelle in der Lodge anrufen soll, wenn sie nähere Details dazu wissen möchte."
Safari: "Na das kann ja ein sehr interessantes Telefonat werden! Da würde ich nur zu gern Mäuschen spielen!"
Die anschliessende Fahrt nach Keetmanshoop war dann eigentlich ereignislos. Bis auf die Sache mit "Puffi". Aber das passt besser zu einem späteren, deutlich blutrünstigen Kapitel unserer Reise.
In Keetmanshoop steuerten wir zuerst einen ATM und dann den Superspar an, um uns mit weiteren Vorräten und Grillfleisch für die nächsten zwei Tage zu versorgen. Und wie immer, wurden wir natürlich sofort als wohlhabende Touristen erkannt und angebettelt. Aus Mitleid und als Anerkennung fürs Aufpassen auf unseren Camper, brachte mein Privat-Chauffeur der alten Frau aus dem Superspar ein Brötchen und einen Landjäger mit. Aber die Jungs die uns später an der Puma-Tankstelle einfach mal so mit ausgestreckten Armen entgegengelaufen kamen, bekamen lediglich die Gegenfrage an den Kopf geworfen, warum sie denn an einem Montag nicht in der Schule waren! Das fand sogar der Tankwart gut!
Nach dem Menschentrubel in Keetmanshoop ging es wieder hinaus in die weite Wildnis. Als nächstes stand auf unserem Reiseplan der Besuch des berühmten Köcherbaumwaldes auf dem Gelände der "Farm Gariganus". Aber nicht nur wegen der Köcherbäume waren wir hier, sondern auch wegen dem "Giants Playground". Des Weiteren hatten wir auch etwas gelesen, dass es hier Geparde in einem Gehege geben soll. Aber um diese zu sehen muss man anscheinend das Glück haben genau zur Fütterungszeit dort zu sein.
An der Farm angekommen, folgten wir den Anweisungen der Beschilderung und stellten unser Auto auf dem Parkplatz ab. Im Büro bekamen wir dann nach Bezahlung der Eintrittsgebühr von Frau Nolte noch einen kleinen Zettel mit ein paar Erläuterungen zu den Bäumen, sowie ein paar selbstverständlichen Regeln. Ja und dann durften wir ganz offiziell und ganz alleine zum 400m entfernten Köcherbaumwald fahren.
Neben uns stand an diesem Nachmittag nur ein einziges weiteres Fahrzeug auf dem Parkplatz. Wir hatten also den ganzen Wald quasi für uns.
Der Köcherbaumwald ist durch einen Maschendrahtzaun eingezäunt und hat zwei Ein- und Ausgänge. Sich hier zu verlaufen, sollte also nur schwer möglich sein.

Zu Beginn folgten wir noch einem Trampel-Pfad und vermuteten, dass es wohl eine Art Rundweg geben würde. Aber da sich die Spur des Weges schon nach ein paar Grosskatzensprüngen verlor, haben wir unsere eigenen Wege gesucht.
Um ehrlich zu sein, habe ich als Löwin jetzt kein so grosses Interesse an Pflanzen und Bäumen. Von daher ging ich, nach dem ersten obligatorischen Köcherbaum-Safari-Foto, lieber meinem eigenen Zeitvertreib nach.
Safari: "Also ich bin dann mal weg. Tschüss!"
*Safari tapst zwischen den Bäumen davon*
Privat-Fotograf: "Wie? Was? Safari!"
Ähm... ja, dann muss wohl ich ab hier alleine und ohne Safari über meine Erlebnisse im Köcherbaumwald berichten.
Der Köcherbaum ist eigentlich kein Baum, sondern eine Pflanze. Dies erkennt man auch recht schnell an seinen "Blättern", welche eine sehr grosse Ähnlichkeit mit einer Aloe-Pflanze haben.

Der botanische Name der Pflanze ist daher auch "Aloe Dichotoma".
(Foto 1)

Der Baum, oder besser gesagt die Pflanze, kann bis zu 9 m hoch wachsen und einen Stamm mit bis zu einem Meter Durchmesser bilden.
(Foto 2)

Der Köcherbaum wächst meistens auf felsigen Untergrund. Deswegen bildet er auch keine tiefen Wurzeln aus, da er sich an den Steinen im Boden mit seinen WuRzeln festhalten kann.
(Foto 3)

Ein Köcherbaum kann bis zu 300 Jahre alt werden und ist nicht frostempfindlich.
(Foto 4)

Der Köcherbaumwald auf der "Farm Gariganus" isT ein natürlich gewachsener Wald und ist 1955 zum nationalen Monument erklärt worden.
(Foto 5)

Ansonsten...
...irgendwie hatte ich die ganze Zeit so ein Gefühl...
...beobachtet zu werden... 😐
Safari: "Mann! Du wärst so eine leichte Beute gewesen!"
Privat-Fotograf: "Whaa! Wo kommst du denn auf einmal her?"
Safari: "Ich war nie weit weg. Lass mich mal deine Fotos sehen."
*Safari schaut sich die oben gezeigten Bilder*
Safari: "Jupp. Bis auf das erste Baumkronen-Foto bin ich tatsächlich auf jedem deiner Fotos zu sehen."
Privat-Fotograf: "Was??? Lass mich sehen!"
*Privat-Fotograf schaut sich die oben gezeigten Bilder nun auch genauer an*
Privat-Fotograf: "Okay. Das erste Bild ist einfach. Das zweite... ah hier! Das dritte Foto... wo zum Teufel bist du denn?"
Bis auf das erste Baumkronen-Foto hatte ich es tatsächlich geschafft, mich in jedes seiner Bilder zu schleichen! Und ohne dass er es merkte! Wir haben einige der Fotos dann auch digital nach Hause an seine Verwandten geschickt. Besonders seine Tante und seine Schwester hatten viel Spass daran mich in den Fotos zu suchen. 🙂
Also, meine lieben Leserinnen und Leser. Ich, die erste Namib-Wüsten-Löwen-Königin von Sossusvlei und Sesriem, fordere euch heraus! 😈
Bis zu wechem Foto könnt ihr mich, Safari, entdecken?Ich wünsche euch viel Spass beim Suchen!
Eure Safari =^.^=
Und achja. Meine Krone bekam ich hier natürlich auch noch. 🤩
