"Safari" pur: Mit Löwin auf Tour!

Reisebericht 54 Antworten · 9'178 Aufrufe · gestartet 05. Aug. 2024 von Black Lion
Themenstarter383 Beiträge · seit 201205. Aug. 2024 · #1
NAMIBIA...

Das Land in dem Lebensträume wahr werden.

Das Land mit dem ich auf ewig viele schöne Erinnerungen verbinden werde.

Und wie ich mich auf diese Reise gefreut habe! Wie ein Löwenjunges mit einer Kudu-Schwanzquaste! Und ich konnte mich wirklich lange auf diese Reise freuen, da die Idee und Planung nur wenige Wochen dauerte und die Reise somit seit über einem dreiviertel Jahr feststand. Mann habe ich erst Monate, dann Wochen und dann Millisekunden gezählt, bis es endlich losging! Und wie ich um diese Herzenswunschreise gebangt habe, als auf der Arbeit meines Reisebegleiters und Fahrers "Kanu" alle Kollegen reihenweise krank wurden! Aber zum Glück gibt es Selbstisolation (Home-Office) und der schwarze Löwe konnte den (Corona-)Viren in den letzten Tagen vor dem Abflug aus dem Weg gehen. So geschah es an einem Mittwoch, den 10.04.2024, dass ich auf meine erste Afrika-Reise aufbrechen durfte! Oh, wie ich mich gefreut habe!

Aber vor lauter Euphorie habe ich ja ganz vergessen mich vorzustellen! Mein Name ist "Safari" und ich bin eine absolut grosskatzenverrückte Plüschlöwin.


Ääähmmm... Das bin natürlich nicht ich, sondern unser Kater.

Safari ruft zu ihrem Ghostwriter.
Safari: "Das ist ein 'Ezel' du Esel! Richtiges Bild bitte!!"


Safari tappst zu ihrem Ghostwriter.
Stimmen im Hintergrund.


Safari: "Oh Mann! Echt jetzt?!"
Ghostwriter: "Du sagtest doch du willst Rosetten haben."
Safari: "Ich sagte PUNKTE! Und was interessiert mich mein Geschwätz von VORGESTERN!!!"

Safari kommt zurück.

Sorry. Gutes Personal ist leider schwer zu finden. Das bin natürlich auch nicht ich, sondern unser Kater. Ach was rede ich denn da! Ich werd schon ganz wuschig vor lauter Punkten!

So jetzt aber hoffentlich bitte richtig.


Einige von euch mit einem Elefantengedächtnis werden jetzt bestimmt denken:

"Moooooment! So eine Plüschlöwin hatten wir doch schon mal!"

Ja, das war meine Tante "Safari" von der ich ganz lieb grüßen soll! Sie hat mir von Klein auf viel über ihre Namibia-Reise erzählt und mich mit jeder neuen Geschichte erneut mit dem Afrika-Virus infiziert. Und ich wäre am liebsten vor Freude drei Tage lang durch die Wohnung gehüpft, als ich erfahren habe, dass sie mir den Vortritt gibt bei Kanus zweiter Reise mitzureisen! Yay!
Mit "Safari" auf Safari (Namibia Mai 2014) "Safari" pur! Mit Löwin auf Tour! (Namibia April 2024) "Safari" am Ende der Welt (Australien Dez 2024) "Safari" , Löwinnen überall! (Namibia+KTP März 2026)
zuletzt bearbeitet 13. Aug. 2026
16,9k Beiträge · seit 201205. Aug. 2024 · #2
Black Lion schrieb:
... und ich könnte schwören, das ist ein Bengale. 😎

LG
Logi
Themenstarter383 Beiträge · seit 201205. Aug. 2024 · #3
@Logi: Ja das ist unser süsser Bengalkater "Ezel", welcher uns seit ein paar Jahren etwas Afrikafeeling in unsere Wohnung bringt. 🙂

Reiseroute

Unsere Reiseroute verfolgte das Motto:
"Altbewährtes nochmals geniessen und Neues neu entdecken!"



Reiseplan

Do 11.04.2024	Harmonie C28
                Ein Campingplatz für uns alleine!
Fr 12.04.2024	Swakopmund, Pension Veronika B&B 
                Eine Stadt mit netten und weniger netten Menschen
So 14.04.2024	Brandberg, White Lady Lodge
                Ein Weg für uns alleine!
Mo 15.04.2024	Twyfelfontain, Mowani Campsite
                Wiedersehen mit neuen Freunden
Di 16.04.2024	Otjitotongwe Cheetah Farm
                Geparden ganz persönlich
Mi 17.04.2024	Etosha Halali
                Game Drive mit Leopardin, Gepardin und Löwin
Fr 19.04.2024	Onguma Bush Camp
                Spontan privater Bush Walk
Sa 20.04.2024	Etosha Okaukuejo
                Auf Löwenjagd
Mo 22.04.2024	Omboroko Campsite (Okonjima)
                Leopard Drive
Mi 24.04.2024	Düsternbrook Safari Guest Farm
                Wiedersehen mit alten Bekannten


Kameratechnische Daten

Für die Fotobegeisterten unter euch, hier noch die Kameradaten:
Canon 60D mit Sigma 50-500 OS
Canon R50 mit Tamron 10-24
Sigma 2.0x Telekonverter
Sigma 18-250 OS
Sigma 30 1.4
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zuletzt bearbeitet 09. Aug. 2024
16,9k Beiträge · seit 201205. Aug. 2024 · #4
Black Lion schrieb:@Logi: Ja das ist unser süsser Bengalkater "Ezel", welcher uns seit ein paar Jahren etwas Afrikafeeling in unsere Wohnung bringt. 🙂
Wir haben auch so ein "Afrikafeeling" zu Hause, allerdings weiblich. 😛

LG
Logi
Themenstarter383 Beiträge · seit 201205. Aug. 2024 · #5
Kapitel 1: "Vorfreude"

Was für ein ungewöhnlicher Tag. Mein Reisebegleiter/Chauffeur/Privatfotograf hatte Urlaub und seine Tochter und Ehefrau müssen in die Schule. Die eine natürlich zum Lernen und die andere natürlich zum Arbeiten. Das gab es meines Wissens bisher so noch nie. Aber nach langen 10 Jahren darf man(n) auch mal wieder eine Reise alleine machen. Wobei es ganz am Anfang ja gar nicht geplant war so alleine zu Reisen. Aber jeder der gefragt wurde wollte oder konnte nicht mit und so kam es das ich und Kanu uns an einem Mittwochnachmittag auf den Weg zum Frankfurter Flughafen machten. Obwohl wir eigentlich genügend Fahrzeit eingeplant hatten, haben wir unterwegs doch leicht Panik bekommen. Einen Stau auf der Autobahn weiträumig umfahrend, sind wir auf der Ausweichroute auch nicht wirklich schneller vorangekommen. Neuerdings scheint echt jeder Ort entlang einer Bundesstraße entweder eine Baustelle mit Ampel oder Tempo 30 zu haben. Aber mit der Ankunft im Parkhaus "Gateway Gardens" um 18 Uhr waren wir dann doch noch gut in der Zeit.
Hier hieß es dann leider von Tantchen Abschied nehmen. *schnief*


Vom Parkhaus aus war es dann mit der kostenlosen S-Bahn nur eine Station bis zum Flughafen. Laut Internetauskunft war der Check-In-Schalter von Discover Airlines in Terminal 1 Halle C. Also erstmal vom S-Bahnhof zur Halle A und dann durch Halle B zur Halle C gelaufen, nur um dort zu lesen, dass der Check-In in Halle B ist...

Zurück in Halle B kamen wir aber dafür auch gleich dran und ich durfte die ersten Witze über mich ergehen lassen.
Reisebegleiter zur Check-In-Dame: "Raten sie mal, wo es hingehen soll."
Check-In-Dame sieht mich an und sagt: "Hmmm... Norwegen?"
Reisebegleiter: "Falsch! In die Antarktis!"
Zum Glück für die Beiden war ich zu diesem Zeitpunkt wegen der Vorfreude so gut drauf, so dass ich mitlachen konnte.

Nachdem das 20 kg Hauptgepäck (3 kg waren für Souvenirs eingeplant) abgegeben war, sind wir dann auch gleich ohne Umwege durch die Kontrollen zum Gate C14 gelaufen. Dort trafen wir dann auch gleich auf viele andere Namibia-Urlauber, welche voller Vorfreude auf das Boarding warteten. Sogleich widmete ich mich meiner ersten Aufgabe und knüpfte die ersten Kontakte. Heidi und Karl-Heinz, zwei Namibia-Routinees, wurden sofort ins Rudel aufgenommen. Wir halfen gemeinsam anderen Namibia-Neulingen die Vorfreude noch zu vergrößern und ein paar letzte Tipps zu geben, bevor als "Economy"-Reisende gegen 22 Uhr ins Flugzeug einsteigen durften.


Der Flieger war ziemlich voll. Aber durch etwas Glücksspiel beim Online-Check-In hatten wir 3 Sitze von der Viererreihe für uns, so dass ich sogar meinen eigenen Sitzplatz bekam! Mit einem lächelnden Hinweis der Flugbegleiterin, dass auch Plüschlöwinnen sich beim Start anschnallen müssen, ging es gegen 22:30 Uhr in Richtung Süden.


Nach dem späten Abendessen, schauten wir uns noch den neuen Film "Oppenheimer" an, welcher allerdings Aufgrund von sporaden Tonausfällen, verursacht durch die kostenlos zur Verfügung gestellten Ohrstöpsel, nicht völlig zur Geltung kommen konnte. Schließlich versuchten wir zu schlafen, wobei es bei dem "Versuch" blieb und an mehr als halbwach-dösen nicht zu denken war. Und dann die Klimaanlage. Ich weiß 95% der Mitreisende können ohne solch ein Gerät nicht mehr überleben. Aber ich hasse diese Dinger! Hat schon mal jemand daran gedacht, was viel zu trockene gekühlte Luft in einer großen Löwennase anrichten kann!? Die Tempos haben gerade so gereicht! Geradeso!

Ich hoffe der Anfang findet gefallen und ihr bleibt an meiner Fährte dran. Im nächsten Kapitel geht es erst richtig los mit: "MTC = Most Time Counsuming"
Eure "Safari" =^.^=
Mit "Safari" auf Safari (Namibia Mai 2014) "Safari" pur! Mit Löwin auf Tour! (Namibia April 2024) "Safari" am Ende der Welt (Australien Dez 2024) "Safari" , Löwinnen überall! (Namibia+KTP März 2026)
zuletzt bearbeitet 09. Aug. 2024
635 Beiträge · seit 202305. Aug. 2024 · #6
Na, da steige ich doch gerne mit ein und bin gespannt auf die Reise 😎
Themenstarter383 Beiträge · seit 201206. Aug. 2024 · #7
Melanie1982 schrieb:Na, da steige ich doch gerne mit ein und bin gespannt auf die Reise 😎
Und wie gespannt du auf meine Reise sein darfst! Wenn ich das richtig gelesen habe, habe ich einige Desitinationen besucht, welche auf deiner Liste für deine nächste NNamibiareise stehen. ^^
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Themenstarter383 Beiträge · seit 201206. Aug. 2024 · #8
Kapitel 2: "MTC = Most Time Counsuming"

Nach den geplanten 9.5 Stunden kamen wir dann ziemlich pünktlich am "Hosea Kutako Airport" bei Windhoek an.

An dieser Stelle auch einmal ein großes Dankeschön an die Mitarbeiter von Discover Airlines! Alle Flugbegleiter-innen waren immer nett und haben sich immer mit mir gefreut, wenn sie an unseren Sitzplätzen vorbeikamen. Und auch die Piloten waren professionell und informativ. Allerdings möchte ich auch nicht verschweigen, dass ich im Vorfeld der Reise durch die Warnstreiks nicht wenige unruhige Stunden gebangt habe, dass doch bitte heute alles gut gehen möge. Aber wie man sieht, stand der Flieger pünktlich in der namibianischen Morgensonne!


Und wie wohltuend erst die warme, trockene, frische Luft! Da macht der kleine Spaziergang zum Flughafengebäude gleich doppelt so viel Spaß!

In der Halle vor der Einreisekontrolle, fühlte ich mich dann schon fast wie ein Star. Viele Blickten freudig zu mir herüber und stupsten ihre Mitreisenden an, dass es schon einen Löwen zu sehen gäbe. 😄
Und da, glaube ich, fast nur Touristen im Flieger waren, wurde der Einreiseschalter für einheimische auch gleich freigegeben. Aber mal ehrlich. Wo sonst hätte ICH mich anstellen sollen? Ich bin ja schließlich auf Heimaturlaub! 😄

Bei der Gepäckabnahme gab es dann erstmal einen kleinen Schreck, als eine ziemlich ramponierte ähnliche Reisetasche aufs Laufband kam. Aber nur wenig später kam dann auch unsere Reistasche unversehrt an und wir betraten den öffentlichen Teil es Flughafens.

Der erste Mensch, der uns auffiel war Henri von Safari Car Hire, unseres Autovermieters. Dieser bat uns gleich draußen auf ihn zu warten, damit wir in ein paar Minuten zur Autovermietung fahren können. Schnell besorgte ich mir am ATM das erste Bargeld (Südafrikanische Rand) und machte einen noch schnellere Runde durch den Souvenirshop, bei dem gleich schon mal die ersten Raubkatzen-T-Shirts gesichtet wurden. Mit der bitte in 2 Wochen mehr Auswahl da zu haben, gingen wir über einen Abstecher bei dem auf die letzten Gäste wartenden Henri nach draußen. Dort warteten auch schon die Namibia-Routinees Heidi und Karl-Heinz, welche ebenfalls zu Safari Car Hire wollten. Und dort warteten wir... und warteten... Kauften uns in Ruhe eine erste Cola zum wach werden... und warteten weiter... bis Heidi es nicht mehr aushielt und Karl-Heinz als Auskundschafter losschickte. Anscheinend waren die letzten Gäste auch die letzten hinter einer Rentnerreisegruppe, die unbedingt auch eine MTC-Sim-Karte am Flughafen wollten... X.X
Diese gefühlten 1.5 Stunden haben mich einiges an Geduld gekostet. Und hätte ich das im Vorfeld geahnt, hätte ich mir auch gleich nach dem ATM eine Sim-Karte besorgt, anstatt mir später in der Stadt eine zu besorgen.

Auch Henri war es spürbar unangenehm uns so lange warten zu lassen, weswegen es dann zügig im Kleinbus mit Anhänger zu Safari Car Rental ging. Wenn man mal weiß, nach was man Ausschau halten muss, so ist die Mietwagen-Station an der B6 nicht zu übersehen. =^.^=


Gleich der erste Eindruck bei Safari Car Rental war absolut positiv! Man merkte sofort das die Löwin, ähm... ich meine Rike, das Sagen hatte. Sie wies fix alle Touristengruppen einem ihrer Mitarbeiter zur Fahrzeugeinweisung zu und kümmerte sich dann persönlich um uns und unsere Vertragsmodalitäten. Zumindest glaube ich, dass es auch um den Mietvertrag ging, denn eigentlich haben sich Ricke und mein Privat-Chauffeur die meiste Zeit nur nett unterhalten, während ich mich im Schatten ein wenig ausruhte und ein Auge auf das Gepäck hatte. Dabei habe ich mit einem Ohr mitbekommen, dass bei Safari Car Rental wohl auch Debit-Kreditkarten für die Kaution gehen so lange genug Guthaben drauf ist. Ausprobiert haben wir es aber nicht, da sich mein Reisebegleiter extra für diese Reise eine richtige Kreditkarte zugelegt hat, welche dann natürlich auch zu ihrem (einzigen) Einsatz kommen sollte.

Die eigentliche Wagenübernahme hat dann Henri, mit dem wir uns schon während der Fahrt vom Flughafen gut angefreundet hatten, übernommen. Er hat uns wirklich alles gezeigt und erklärt. Und das so gut, so dass der schwarze Löwe auch jetzt noch weiß, wie man ein Dachzelt alleine auf- und abbaut oder wie man an den 2. Ersatzreifen unter dem Auto kommt.
Apropos Auto! Unser Toyota Hilux war fast brandneu und hatte erst 41000 km auf dem Tacho. Und auch die Reifen hatten noch viel Profil. Was wohl auch daran liegt, dass wir von Henri sehr genau erklärt bekommen haben, mit welchem Reifendruck man am besten welche Straße fährt (1.4 bar in Sand, 1.8 bar auf Schotter und 2.0 bar auf Teer) und auch wie man den Reifendruck wechselt und kontrolliert.


Bei der Campingausrüstung waren wir auch gleich begeistert, wie gut alles in stapelbaren Kisten verstaut war. Und auch die Kühltruhe ging und kühlte schon fröhlich vor sich hin, um die späteren Fleischvorräte zu verwahren! Und nachdem wir alles unnötige wie Gaskartusche (wir wollen Lagerfeuer!!!), 3 Campingstühle (einer reicht doch völlig) und Navigationssystem (OSM Karte auf dem Handy reicht) aus dem Auto geworfen... ich meine, Henri übergeben haben, konnte es endlich los gehen.

Unser nächstes Ziel war die "Maerua Mall", bzw. der Superspar dahinter. Neben den ersten wichtigsten Einkäufen, wie Biltong, Grillfleisch, Feuerholz und Streichhölzer, für die ersten beiden Tage mussten wir uns ja auch noch eine MTC-Sim-Karte in der Mall besorgen. Im Gegensatz zum Flughafen waren wir der einzige Kunde und wurden daher sofort bedient. Allerdings war das MTC-IT-System anscheinend so lahmarschig, so dass die ganze Prozedur dann doch mehr als 30 Minuten gedauert hat, bis die SIM-Karte und der Internet-Voucher aktiviert waren. Endlich konnte sich der schwarze Löwe mit einer Nachricht seine Ankunft in Namibia bei den Daheimgebliebenen melden.

Jetzt ging es endlich dann auch raus aus der Hauptstadt mit seinem noch ungewohnten Linksverkehr. Immer geradeaus auf der C28 Richtung Westen. Und nachdem wir auch das letzte Stück Teerstraße hinter uns gelassen hatten, wurde erst einmal Reifen- und Blasendruck abgelassen und bei einer kleinen Stärkung die Aussicht genossen. 🙂


Nach mehreren erfolglosen Versuchen die Dashcam zu befestigen, ging es gegen 16 Uhr auf der Schotterpiste weiter. Anfangs war diese noch gut zu befahren. Jedoch musste mein Privatchauffeur schnell lernen, dass nach fast jeder Kuppe im dahinterliegenden Gefälle tückische, steinige Stellen lauerten, welche nur darauf warteten, unseren Reifen zuzusetzen. So dauerte die schöne, aber auch anspruchsvolle Fahrt auf der C28 bis zur "Harmonie Campsite" eine gute weitere Stunde.



Auf dem Weg hinab zur Farm konnte sich unser Gefährt zum ersten Mal dann auch ein wenig beweisen, denn für einen tiefergelegten Golf wäre der steinige Weg sicherlich nicht schadfrei passierbar gewesen. An der Farm kam uns dann auch gleich Mike, der Besitzer von Harmonie, entgegen und quatschte mit uns noch kurz. Wir waren tatsächlich die einzigen Gäste an diesem Abend und hatten daher freie Platzwahl und das ganze Areal für uns alleine! Schnell machten wir uns auf die Campsite Nr.5 neben dem Pool in Beschlag zu nehmen, da die Sonne schon fast den Horizont erreicht hatte und es blad dunkel werden würde. Wir konnten noch im Sonnenlicht das Dachzelt aufbauen und in den Pool hüpfen, welcher nach den ganzen Strapazen der letzten 24 Stunden eine echte Wohltat war. Im Dämmerlicht wurde dann das Lagerfeuer entzündet, erste Sachen sortiert und das Abendessen vorbereitet.


Ob das Rindersteak schon durch war, konnte man nicht erkennen, dafür war es dann schon zu dunkel. Aber geschmeckt hat es köstlich!
Mit einem tiefen Seufzer der Erleichterung, nun wirklich im Urlaub angekommen zu sein, wärmten wir uns noch eine Weile am Feuer, bevor wir dann gegen halb-zehn, unter einem wunderschön leuchtenden Sternenhimmel, ins gemütliche Dachzelt kletterten.


Bis zum nächsten Kapitel: "Alliteration!"
Eure "Safari" =^.^=
Mit "Safari" auf Safari (Namibia Mai 2014) "Safari" pur! Mit Löwin auf Tour! (Namibia April 2024) "Safari" am Ende der Welt (Australien Dez 2024) "Safari" , Löwinnen überall! (Namibia+KTP März 2026)
zuletzt bearbeitet 09. Aug. 2024
635 Beiträge · seit 202306. Aug. 2024 · #9
Ja, du hast Recht. Einige Stationen stehen auch bei uns auf dem Plan.
Wir haben auch ein Angebot von Safari Car Rental. Kannst du mir was zu den Matratzen bzw. Decken oder Kissen sagen? Alles gut und bequem oder sollte man zusätzliche Isomatten oder Decken dabei haben?
Themenstarter383 Beiträge · seit 201206. Aug. 2024 · #11
Melanie1982 schrieb:
Wir haben auch ein Angebot von Safari Car Rental. Kannst du mir was zu den Matratzen bzw. Decken oder Kissen sagen? Alles gut und bequem oder sollte man zusätzliche Isomatten oder Decken dabei haben?
Bei der Wagenübernahme durch Henri von Safari Car Rental habe ich komplettes Bettzeugs bekommen, so wie ich es Zuhause auch verwende. Also Spannbettlagen, eine mitteldicke Daunendecke und ein Dauenkopfkissen mit dazu passender Bettwäsche. Natürlich alles frisch gewaschen.
Ich habe für mein persönliches Wohlbefinden noch eine Fleecedecke über das Spannbetttuch gelegt, sowie für den BigCats-Look eine mitgebrachte Bettwäsche über Decke und Kissen drübergezogen.
Aber gib doch einfach bei Safari Car Rental Bescheid, was du gerne an Bettzeugs haben möchtest. Ich bin mir sicher, dass die was passendes problemlos organisieren können.

Die Matrazen in den Dachzelten sind geschätzte 8cm dick. Für mich war das sehr bequem. Ich bin allerdings auch jemand der ungerne im Bett versinkt, wenn du verstehst was ich meine.

@Daxiang: Dich nehmen wir natürlich gerne wieder mit auf unsere Reise! 🙂
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1'651 Beiträge · seit 201406. Aug. 2024 · #12
Hallo lieber Safari,

dir geht es richtig gut. Neid !!!  

Im Flieger einen eigenen Platz zu ergattern, davon konnte ich bei meinem letzten Heimaturlaub nur träumen.

Meine Aufpasser, dachten, die sicherste Variante für mich, wäre ein eigenes Bettchen im Fotokoffer,

Aber was soll ich sagen? Im Gepäckfach roch es muffig und ich war froh, endlich in Windhoek angekommen zu sein. Ich hatte Durst und Hunger, also machte ich mich sofort auf den Weg, um an die entsprechende Beute zu kommen.

Also ab in die Freiheit.

Wie mich meine Begleiter endlich wieder gefunden hatten und wie es mir ergangen ist, davon kannst du hier im Forum lesen.

Link

Letztendlich habe ich meine Reise mit Hartwig und Ingrid sehr genossen und ich muss sagen, sie waren froh, mich wieder in die Arme schließen zu können. Danach konnte ich mir fast alles erlauben.

Hoffentlich hast du auch so tolerante Begleiter. Ich wünsche dir eine schöne Tour durch deine Heimat und freue mich auf deine Erlebnisse.

Es grüßt dich Fiffi, der Mitbewohner der Tinochikas.

IMG_1711.jpeg
ONS LEWE BEGIN WAAR DIE TEERPAD EINDIG Den Wolken zwei Tage voraus, Fiffi zeigt Tinochika Heimat, Rock and Roll mit Tinochika 2016, Tinochika, Waltzing Mathilda KTP 17,Mit Tinochika vom Kaokoveld in Löwenwelt,Tinochika mit dem Rollenkoffer,Tinochika, 32 Tage im KTP, Die Tinochikas! Hier parkste richtig.
zuletzt bearbeitet 06. Aug. 2024
635 Beiträge · seit 202306. Aug. 2024 · #13
Black Lion schrieb:
Melanie1982 schrieb:
Wir haben auch ein Angebot von Safari Car Rental. Kannst du mir was zu den Matratzen bzw. Decken oder Kissen sagen? Alles gut und bequem oder sollte man zusätzliche Isomatten oder Decken dabei haben?
Bei der Wagenübernahme durch Henri von Safari Car Rental habe ich komplettes Bettzeugs bekommen, so wie ich es Zuhause auch verwende. Also Spannbettlagen, eine mitteldicke Daunendecke und ein Dauenkopfkissen mit dazu passender Bettwäsche. Natürlich alles frisch gewaschen.
Ich habe für mein persönliches Wohlbefinden noch eine Fleecedecke über das Spannbetttuch gelegt, sowie für den BigCats-Look eine mitgebrachte Bettwäsche über Decke und Kissen drübergezogen.
Aber gib doch einfach bei Safari Car Rental Bescheid, was du gerne an Bettzeugs haben möchtest. Ich bin mir sicher, dass die was passendes problemlos organisieren können.

Die Matrazen in den Dachzelten sind geschätzte 8cm dick. Für mich war das sehr bequem. Ich bin allerdings auch jemand der ungerne im Bett versinkt, wenn du verstehst was ich meine.

@Daxiang: Dich nehmen wir natürlich gerne wieder mit auf unsere Reise! 🙂
Vielen Dank, das hilft mir schon gut weiter und wird für uns so gut passen, werde es aber auch mit Safari Car Rental absprechen. Eine extra Fleecedecke wird von uns wahrscheinlich auch jeder mitnehmen.

So, Unterbrechung beendet 🙂
Themenstarter383 Beiträge · seit 201207. Aug. 2024 · #14
Tinochika schrieb:
Es grüßt dich Fiffi, der Mitbewohner der Tinochikas.

IMG_1711.jpeg
FIFFIII!!! Komm her und lass dich knuddeln! 🤪
Wir Plüschtiere müssen ja schliesslich zusammenhalten!

Aber abhauen? Was machst du denn für Sachen? Wobei... vielleicht sollte ich zu diesem Thema lieber ruhig sein... 😗
Mit "Safari" auf Safari (Namibia Mai 2014) "Safari" pur! Mit Löwin auf Tour! (Namibia April 2024) "Safari" am Ende der Welt (Australien Dez 2024) "Safari" , Löwinnen überall! (Namibia+KTP März 2026)
Themenstarter383 Beiträge · seit 201209. Aug. 2024 · #15
Kapitel 3: "Alliteration! Safari spontan, sieht Steffi in Swakopmund"

Ach ist das herrrrlich! Warum kann nicht jeder Tag mit harmonischem Vogelgezwitscher beginnen! Trotz Summ-Mücke nach der Nachttoilette haben wir herrlich geschlafen und die aufgehende Sonne vom Bett aus beobachtet. Denn mit den ersten Sonnenstrahlen wurde es erst richtig warm und angenehm. Während also meine Reisebegleitung in aller Ruhe das Zelt abbaute und noch einige Sachen sortierte, tat ich das, was Löwen am liebsten tun. Faul in der Sonne rumliegen! =^.^=


Während dem Frühstück hatten wir dann auch sogleich Besuch von einigem Federgetier, welches sich ebenfalls hungrig um die zuvor verteilten Samenkörner versammelte.



Da wir heute noch einen weiten Weg von ca. 4-5 Stunden vor uns hatten, verweilten wir allerdings nicht allzu lange an diesem harmonischen Ort und verließen Harmonie in Richtung Swakopmund. Die C28 wurde im weiteren Verlauf immer schöner und wand sich über und um Hügel, Berg und Tal. Man hätte fast meinen können die Straße wurde nur für uns gemacht, denn es ist uns tatsächlich nur ein Viehtransporter an diesem Morgen entgegen gekommen.


An einer Stelle scheuchten wir zwei Adler von einem Roadkill auf, worauf sich der schwarze Löwe sogleich auf Fotojagd begab.


Kurz vor dem "Bosua Pass View" machten wir einen Snack-Stopp und genossen die grandiose Aussicht auf die sich vor uns ersteckende Landschaft und die blühenden Pflanzen.



Nach dem Pass passierten wir dann noch zwei bis drei Farmen, bevor wir in den Namib Naukluft National Park hineinfuhren. Fast nichts als Horizont, so weit das Auge reicht.


Als wir irgendwo mitten in der Wüste eine kleine Fotopause machten, kam uns die spontane Idee einen kurzen Abstecher bei Steffi, unsere Reiseagentin bei Namibia Click and Travel, zu machen und sie in ihrem Büro zu besuchen. Da es aber immerhin schon Freitag war, und wir uns nicht sicher waren, ob Steffi nicht vielleicht schon in einem verlängerten Wochenende war, wollten wir kurz anrufen und nachfragen, ob es ihr denn auch recht wäre. So weit so gut. Nur das mit dem Anrufen wurde ein Problem, da mein Organisationsleiter zwar eine SIM-Karte besorgt hatte, aber für diese nur einen Internet-Daten-Voucher gekauft hat... Ich muss gestehen, dass mir danach leicht mulmig wurde, als mir allerlei Horrorszenarien durch den Kopf gingen, welche mit einem einfachen Telefonanruf nicht passieren könnten. Mein Privatchauffeur sah das aber natürlich ganz anders. Ein Löwe mit einem Auto, einer Straße und Verpflegung für mindestens 3 Tage bleibt da selbst bei 39°C Außentemperatur noch lange gechillt.
Ein gutes Stück vor Swakopmund wurde aus der Schotterpiste auch wieder eine Teerstraße. Und bei einem kurzen Stopp vor der Autobahn wurden wir sogar von einem Güterzug begrüßt. 🙂


Von hier war es nicht mehr weit bis zu Steffis Büro, welches wir nun ohne Vorankündigung und ganz spontan einfach mal anfuhren. Zu unserem Glück war Steffi anwesend, begrüßte uns herzlich und versorgte uns mit einem schön gekühlten Mineralwasser. Natürlich eroberte sie mit ihrer sehr sympathischen Art sofort mein Löwinnenherz und bekam sogleich einen Ehrenplatz in meinem imaginären Löwenrudel. Und zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, wie sehr wir ihre Hilfe noch würden gebrauchen müssen...


Allerdings war ich ihr auch schon an diesem Nachmittag überschwänglich dankbar für das Organisieren unserer Reise. Steffi versorgte uns auch sogleich mit wertvollen Tipps für unseren weiteren Tagesverlauf und organisierte uns auch einen weiteren MTC-Voucher zum Telefonieren bei einer ihrer netten Kolleginnen. Die Löwinnen von Namibia Click and Travel sind in meinen Augen wirklich die Besten!

Den Tipps von Steffi folgend, wurden erstmal beide 80l Dieseltanks in Swakopmund vollgetankt. Dabei haben die, ich nenne sie jetzt mal, Tankstopp-Dienstleister nicht schlecht geschaut, dass da eine Löwin hinter der Windschutzscheibe sitzt. Der arme Kerl der die Windschutzscheibe reinigen musste hat mir schon fast leidgetan, denn ich muss einen richtig hungrigen Eindruck gemacht haben. Denn Hunger hatte ich nach der langen Fahrt und den paar wenigen Snacks unterwegs. Zum Glück gab es für mich gleich genau das richtige Geschäft nebenan. =^.^=


Während ich auf meinen Chickenburger wartete und an den Nachbargeschäften vorbeistreifte, sprach uns ein Junge an und sagte, dass er Hunger habe. Ich weiß, dass man bettelten Kindern eigentlich nichts geben sollte. Aber ich konnte einfach nicht anders und versprach ihm, dass er meine Pommes haben könne. Ich glaube er hatte eher auf Geld gehofft aber bat an auf unser Auto aufzupassen. Auf die Frage hin, ob er denn überhaupt wisse, welches unser Auto wäre, deutete er ziemlich zielsicher auf unseren Camper. Und wenn man so durch die Reihe der parkenden Autos blickte, so war unser Wagen auch der Einzige mit Dachzelt. Wir waren wohl sofort als Touristen aufgeflogen.
Wir holten unser Burger-Menu bei "Hungry Lion" ab und gaben dem Jungen die Pommes. Sofort wurden wir von einem jungen und alten Mann um Geld angebettelt. Besser nichts wie weg hier!

Dem Linksverkehr folgend bogen wir um sechs Ecken und standen in der Dophin Street vor Veronikas B&B. Und sogleich kamen dem schwarzen Löwen heimelige Erinnerungen hoch. Natürlich konnte sich Hansjürgen weder an meine Tante noch an meinen Reisebegleiter erinnern. Dafür waren 10 Jahre einfach eine zu lange Zeit. Allerdings wusste Hansjürgen sofort, dass einer von uns schon einmal hier gewesen sein musste, da sonst anscheinend keiner gezielt nach dem "Löwenzimmer" frägt. Warum das bei uns wohl anders ist... 😉
Während mein Privatchauffeur unseren Camper im sicheren Hinterhof parkte und mit Hansjürgen eine Stromversorgung für unsere Kühlbox herstellte, nahm ich das gemütliche Zimmer in Beschlag.


Für das Abendessen hatten wir, auf Steffis Tipp, schon einen Platz im "Altstadt Restaurant" reserviert. Und als Hansjürgen davon hörte, empfahl er uns nach dem Abendessen unbedingt das Lagerfeuer an der Bar zu besuchen. Wir machten uns also zeitig auf den Weg. Wie typisch für Swakopmund, war es hier etwas diesig und nebelig.


Zuerst ein Stück an der Strandpromenade entlang und dann zum Superspar, Temponachschub besorgen. Seit dem Flug hatten unsere Vorräte doch sehr gelitten.
Den Weg durch die Stadt nutzen wir dann auch gleich für ein wenig Sightseeing und für Erinnerungsfotos.


Dabei waren wir auch nicht die Einzigen Fotografen. Kiano, ein einheimischer junger Mann, der auch Fotos für sein Musikprojekt machte, inspirierte uns zu diesem Motiv.


Leider mussten wir seine Einladung zum Museum ablehnen, da wir ja schon im "Altstadt Restaurant" reserviert hatten. Dieses war auch gleich um die Ecke und wir bekamen einen gemütlichen Platz im Innenraum. Ohne groß die Speisekarte zu studieren, bestellen wir ein Wildsteak mit Bratkartoffeln und Gemüseplatte. Denn der schwarze Löwe 10 Jahre lang von etwas geschwärmt hat, dann war das von dem absolut leckeren Wildfleisch, welches man in Namibia bekommt. Und das Oryx-Steak, welches er vorgesetzt bekam, schmeckte absolut köstlich. Aber nicht nur das Steak, auch das mitbestellte Gemüse war eine Köstlichkeit sondergleichen! Zumindest sagt er das, denn ich kann mit Grünzeugs naturgemäß nicht viel anfangen.


Mit gefüllten Bäuchen begaben wir uns dann auch zum Lagerfeuer, wo wir mit einem großen Radler in der Hand und an interessanten Gesprächen beteiligten. Unter anderem unterhielten wir uns auch mit "Cowboy" einem einheimischen Deutsch-Namibianer aus der Stadt. Er bot uns und anderen Gästen an bei ihm auf Arbeit vorbeizukommen, wenn wir Wildfleisch haben möchten. Er habe nämlich fast einen ganzen Kühlraum voll Gnufleisch. Ich weiß nicht, ob er wirklich damit gerechnet hat, dass man nächsten Tag tatsächlich zwei hungrig aussehende Löwen bei ihm auf der Matte stehen würden. =^.^=

Da es mittlerweile natürlich schon dunkel war, ließen wir uns ein Taxi bestellen und fuhren zurück zu unserem Zimmer. Der Taxifahrer war nett. Aber warum musste Kanu ihn navigieren? Kannte er sich etwa in seiner eigenen Stadt nicht aus, oder konnte der schwarze Löwe einfach sein integriertes Navigationssystem nicht ausstellen? Naja, mir war es am Ende egal. Hauptsache ich bekam bald ein schönes gemütliches Bett und eine ruhige Nacht.

Bis zum nächsten Kapitel: "Deutsch, deutscher, schwiizerdütsch"
Eure "Safari" =^.^=
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zuletzt bearbeitet 09. Aug. 2024
Themenstarter383 Beiträge · seit 201210. Aug. 2024 · #16
Kapitel 4: "Deutsch, deutscher, schwiizerdütsch"

Da wir uns heute für die "Little Five Tour" angemeldet hatten und wir daher um 8 Uhr abgeholt werden sollten, standen wir zeitig auf. Hansjürgen, der den Zeitplan seiner Gäste wohl auch immer auf dem Schirm hatte, hatte für uns sogar schon den Frühstückstisch und die Brötchen parat, so dass wir in aller Ruhe frühstücken und uns kurz vor der Zeit einsammeln lassen konnten. Mit uns im Auto waren noch die kleine Melissa mit ihrer Mama und ihrem Papa, welche sich ebenfalls schon auf die Tour freuten. Seki unser Fahrer und Guide von der "Living Desert Adentures" steuerte dann als nächstes die Unterkunft "The Stiltz" an, wo er aber von den eigentlich angemeldeten Touristen versetzt wurde. Diese wollten wohl doch lieber eine Katamaran-Tour machen. Ich sagt nur: "Iiiiihhh!!! Salzwasser!!!" *schüttel*

Neben uns gab es noch ein weiteres Fahrzeug in unserer Gruppe, welches von Kevin gefahren wurde. Und da Seki angeblich gegen seinen Kumpel Kevin im Stohhalmziehen verloren hatte, musste er uns die Little Five der Namib-Wüste näher bringen. Ich vermute allerdings stark, dass Kevin einfach nur Angst hatte deutsch sprechen zu müssen, da auch die Gruppe im anderen Fahrzeug deutschsprachig war.

Zuerst wurde Kevin losgeschickt Spuren zu suchen, während Seki uns Namibia in den Sand zeichnete und uns so allerhand erklärte. Dabei wurden wir zunächst von diesem Flauschie hier abgelenkt, welchen die kleine Melissa mit ihren Adleraugen entdeckt hatte.


Ich glaube dies war dann auch das Zeichen für Seki, dass der Theorieteil für die zwei Kinder in unserer Gruppe so langsam langweilig wurde. Daher fischte der Gute mal so eben eine kleine Blindschleiche aus dem Sand. Wie zum Teufel hat er die so schnell entdeckt! Und damit Melissa nicht nur mit ihren Augen die Schlange sehen, sondern auch fühlen konnte, legte Seki diese in Melissas mit Sand gefüllten Hände, bis diese sich eingrub und an den Handflächen kitzelte.



Als nächstes hatte uns Kevin den Schlafplatz eines Wüstengeckos markiert, welcher sehr vorsichtig von Seki ausgegraben wurde. Das Kerlchen war einfach nur süß!



Aber unser Sichtungsglück hatte erst angefangen! Denn auch ein Chamäleon trieb sich noch in der Gegend herum und wurde durch Kevin im Hintergrund erfolgreich aufgespürt.


Der Sichtungshöhepunkt war dann aber die Seitenwinder Klapperschlange (Sidewinder Viper). Nachdem uns Seki erst einmal auf die typischen Sandspuren dieser Schlange aufmerksam machte, zeigte der dann auf eine mit Gestrüpp bewachsene kleine Düne. Wir starrten alle auf die Stelle, welche Seki uns gezeigt hatte, konnten aber keine Schlange entdecken. Erst als er diese mit einem Stab aus ihrem Versteck lockte, konnten wir sie sehen. Mann war die gut getarnt!


Für was der Käfer gut war, habe ich leider vergessen. Aber die Wüsten-Ferraris waren lustig anzusehen, wie sie über die Düne rasten und sich gegenseitig ansprangen.



Neben meinem Privat-Fotografen, gab es auch noch zwei andere Fotografen mit Spiegelreflexkameras. Einer von den beiden war ein 12-jähriger Junge, was den Respekt und die Aufmerksamkeit des schwarzen Löwen weckte. Na dem wollen wir mal ein wenig auf den Zahn fühlen, wie gut er sich denn schon mit seiner Kamera auskennt. Von seinem Papa, dem anderen Fotografen, schien er jedenfalls noch nicht allzu viel gelernt zu haben. Dieser kämpfte nämlich noch mit seiner eigenen Kamera und der verdammt weiten Naheinstellgrenze seines Objektivs. Aber auch der Junge hatte zu kämpfen. Allerdings weniger mit seiner Kamera als mit der deutschen Sprache. Verwirrt sahen wir den Jungen an, als er sichtlich nach einem Wort suchte und dann seine Mutter frage: "Wi sagd ma dazu uff hochdütsch?"
Ein sehr breites Grinsen machte sich auf unseren Gesichtern breit, als mein Privat-Fotograf anstelle der Mutter antwortete: "Mit mir kannsch au schwiitzerdütsch schwätze." Ab diesem Zeitpunkt war der schwarze Löwe dann nicht mir mein Privat-Fotograf, sondern der Haus- und Hoffotograf der ganzen Tourgruppe. Denn wie sich nun herausstellte, bestand die andere Gruppe im anderen Fahrzeug aus einer Familie mit Onkel und Tante aus St.Gallen. 😄

Weiter ging die Tour durch die ersten richtigen Dünen zu den mehr rötlichen Dünen im Inland.


Warum diese Dünen rötlicher, ja teilweise fast schwarz waren, erklärte uns Seki damit, dass darin verrostete Eisenteile seien. Zum Beweis seiner Aussage holte er einen Magneten aus der Tasche und sammelte mal eben einen Haufen winziger Eisenspäne aus der Düne. Irgendwie sieht das flauschig aus. =^.^=


Danach ging es noch Mitten in die Dünen zu einem Aussichtspunkt, wo die Kinder vor Freude über den riesigen Sandkasten akrobatische Räder schlugen. XD


Um uns rum nichts als Sanddünen. Und dank Sekis Voraussicht hatten wir alle ein kühles Getränk in der Hand.


Hier kann man schon mal die Orientierung verlieren. Das wusste auch Seki als er fragte, ob den jemand wisse wo Swakopmund läge. Kurzes Schweigen, bis wir bemerkten, dass die Pfote des schwarzen Löwen, ohne mit der Wimper zu zucken, sofort nach Norden zeigte. Test bestanden Schwarzer würde ich sagen. 🙂

Leider war unsere Tour damit auch an ihrem Ende angelangt. Und mit einem letzten Stopp mit Aussicht auf den Atlantik wurden wir zurück in unsere Unterkünfte gebracht. Zum Glück bestanden wir den Abschlusstest und mussten nicht, wie von unseren Lehrer Seki angedroht, nach Swakopmund laufen. 😉


Alles in allem war die "Little Five Tour" ein schönes Erlebnis, welche ich jedem der sie noch nicht kennt an Herz legen kann. Und das sage nicht nur ich, sondern das sagten auch alle anderen Teilnehmer der Tour auch noch nach Tagen.

Bis zum nächsten Kapitel: "Harte und weniger harte Verhandlungen"
Eure "Safari" =^.^=
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Themenstarter383 Beiträge · seit 201212. Aug. 2024 · #17
Kapitel 5: "Harte und weniger harte Verhandlungen"

Unsere nächste Mission war Wildfleischbeschaffung! Wir hatten das Angebot von Cowboy am letzten Abend nicht vergessen und liefen als nächstes schnurstracks zu seiner Firma im Swakopmunder Industriegebiet. Wie sich herausstellte, hatte der Gute nicht gelogen. Neben einem Kühlraum voller Wildfleisch, stellte der Gute nicht nur Würste her, sondern ganze Container-Städte! Also Wohnungen, Büros, Duschen oder Gerichtssääle hergestellt aus alten Shiffs-Containern. Neben einer kostenlosen Werksführung bekamen wir nicht nur das frische Gnufleisch geschenkt, sondern wurden, zur Wahrung der Kühlkette, auch mit dem Auto persönlich zurück zu Verkonika B&B gebracht! Vielen Dank, Cowboy!
Hansjürgen musste lächeln, als wir ihm das erzählten. Und ich hoffe er hat den alten Kerl, wie versprochen, in unserem Namen als Dank zu einem Bier im "Altstadt" eingeladen.

Nachdem mein Löwenfutter in der Kühltruhe gesichert war, ging es nochmals an der Standpromenade entlang in Richtung Innenstadt. Denn seit dem Frühstück hatten wir noch nichts gegessen! Dementsprechend hatte nicht nur ich einen Löwenhunger! Trotzdem nahmen wir uns die Zeit das heute bessere Wetter an der Atlantikküste zu genießen.





Noch vor der Mole wurden wir zielstrebig von einem lokalen Händler angesprochen, der uns seine schönen Steine verkaufen wollte. Ja, deswegen waren wir auch gekommen, aber jetzt noch nicht! Denn jetzt musste erst einmal mein Hunger gestillt werden! Immerhin war es schon nach 14 Uhr und wir wollten auf jeden Fall vermeiden vor geschlossenen Lokalen zu stehen. Mit einem kurzen Blick auf Steffis Restaurantempfehlungen, gingen wir ins "Farmhouse Deli" und fragten nach einem Wildfleisch-Steak. Zu unserer Verwunderung wurde uns aber im Restaurant kein Platz angeboten, sondern wir wurden mit einem Lächeln ins benachbarte "Brewer & Butcher" geführt. Okay... Hauptsache es gibt was Anständiges zu fressen. Aufgrund der späten Zeit waren wir recht bald die einzigen Gäste... In dem Bereich wurde dann auch schon alsbald mit dem Putzen und Wischen angefangen, als unser Essen kam. Alles in allem war das Grillfleisch lecker, aber auch sehr, wie soll ich es ausdrücken..., überschaubar. Nur wenig später kam dann auch die Oberkellnerin bei uns vorbei, um zu überprüfen, ob alles in Ordnung war und das wir beim Essen ja auch nicht trödelten. Und rein aus schlechtem Gewissen erzählte sie uns nebenbei, dass sie alles für eine Großgruppe am Abend am Herrichten waren. Spätestens jetzt war uns beiden klar, dass wir hier nicht mehr lange erwünscht waren.
Aber aufgefressen wird! Sonst kommen morgen die Aasgeier!

Der wesentlich interessante Höhepunkt an diesem Nachmittag, folgte aber nach dem Essen. Den Tipp von Steffi für gute Souvenirs folgend, betraten wir an der Mole die Höhle der Löwen!!! Ähm.. ich meine natürlich den lokalen Kunsthandwerkmarkt an der Mole ("Kavita Craft Market"). Wir waren gefühlt die einzigen potenziellen Käufer auf dem ganzen Markt und wurden beobachtet wie Gazellen an einem Wasserloch. Aber wir waren auch Löwen! Und sosehr die Verkäufer uns auch mit Worten umschmeichelten und ihre Handarbeit anboten, hielt sich der schwarze Löwe felsenfest an seinen Vorsatz: "Zuerst wird ALLES angeschaut, und dann erst gekauft!" Insofern haben sich die Verkäufer in der ersten Runde an uns umsonst die Zähne ausgebissen.
Ich muss den Löwinnen und Löwen, ähm... ich meine natürlich den Verkäuferinnen und Verkäufern an dieser Stelle aber zugutehalten, dass wir nicht von mehreren gleichzeitig umringt und angesprochen wurden. Auf dem Markt scheint es unter den Verkäufern eine Art Ehrenkodex zu geben, das nur freie Kunden vor dem eigenen Stand angesprochen werden. Das fanden wir sehr gut!
Als wir das unsere potenzielle Beute erspäht hatten, ging es in der zweiten Runde ans Anpirschen. Und das meine ich fast wörtlich! Denn auf diesem Markt gibt es nichts zum Festpreis. Hier MUSS verhandelt werden!




Und wie hart diese Preisverhandlungen teilweise waren! Einmal wurde wegen 5 NAD eine gefühlte Viertelstunde jeder Verhandlungstrick angewandt. Oder es wurde erst bezahlt, als auch das 50 NAD Wechselgeld da war. Und beim letzten Schmuckstück waren wir am Ende tatsächlich bis auf den letzten Namibiadollar und Euro blank. Der Verkäufer hat gelacht, als der schwarze Löwe ihm seine leere Geldbörse gezeigt hat. 😄

Da es mittlerweile schon auf den Abend zuging, sind wir zurück zu Veronikas B&B gelaufen. Ich habe mich ausgeruht, während der schwarze Löwe erstmal die ersten Fotos sicherte. Danach wurden nochmals alle Souvenirs ausgepackt, fotografiert und platzsparender wieder neu verpackt hat. Denn irgendwie mussten wir die schönen Stücke auf dem Rückflug ja in die Reisetasche bekommen. Dabei blieb dann auch jede Menge Frischhaltefolie übrig. Wozu die wohl noch gut sein mag?

An den Rest vom Abend kann ich mich nicht mehr erinnern. Nach dem Dösen bin ich dann wohl in dem gemütlichen Bett gleich danach eingeschlafen. ^^

Träumt schön bis morgen, wenn es dann heißt: "Nicht alle Menschen sind nett"
Eure "Safari" =^.^=
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Themenstarter383 Beiträge · seit 201215. Aug. 2024 · #18
Kapitel 6: "Nicht alle Menschen sind nett"

Während ich wohl noch im Reich der Löwen-Träume war, musste mein Reisebegleiter wohl schon für diesen Morgen alles gerichtet haben. Denn als ich aufwachte, war schon fast alles im Auto verpackt. Der Grund für die Eile war der geplante Besuch der "Christian Revival Church" (CRC) im "Dome", deren Gottesdienst an diesem Sonntag um 9 Uhr beginnen sollte. Und zuvor wollten wir noch in den Superspar und natürlich auch noch Frühstücken!

Also erstmal rüber ins Haupthaus und geschaut, ob die anderen Gäste auch schon da waren. Die parkten nämlich mit ihrem Mietwagen vor dem Tor zum Innenhof, wo ja unser Camper geparkt war. Aber zum Glück gehörten diese auch zu den Frühaufstehern und so wurden die Autos ganz schnell umparkiert, bevor kurz nach 8 Uhr die Frühstücksbrötchen kamen. Beim Frühstück kam dann Nike mit einer unerwarteten Frage nach dem Besitzer von einem Paar schwarzer Socken zu uns. Die traurige Geschichte dahinter war, dass die junge Haushaltshilfe bei den anderen Gästen einen Teil des offen im Zimmer liegenden aber genau abgezählten Bargelds hat mitgehen lassen. Da war die Versuchung für sie dann wohl leider doch zu groß gewesen. Und wie in solchen Fällen oft, gab es am Ende nur Leidtragende. Die Gäste mit dem Ärger. Hansjürgen und Nike mit dem Vertrauensbruch und dem Gang zur Polizei. Und am Ende auch die Haushaltshilfe, welche natürlich sofort ihren Job verloren hat. 🙁
Und auch wir bekamen einen kurzen Schreck, was sie bei uns wohl bei einem zweiten Blick hätte alles Wertvolles stehlen können. Kamera, Kameraobjektive, zweiter Geldbeutel mit allen Ausweisen... Warum es am Ende dann nur Socken gewesen sein sollen, entzieht sich meiner Vorstellungskraft.

Nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns herzlich von Hansjürgen und Nike. Das Löwenzimmer war jetzt nicht unbedingt eine 5-Sterne-Luxussuit, sondern mehr ein sauberes solides Zimmer. Aber die familiäre Atmosphäre ist einfach nur schön und die Insidertipps von Hansjürgen sind mit Gold nicht aufzuwiegen! Alleine deswegen werden wir wiederkommen, wenn wir können!

Nach dem geplanten Abstecher zum Superspar kamen wir noch pünktlich am "Dome" an. Anstatt von Kirchenglocken, gab es hier CRC-Fahne schwenkende Jungs. Anstatt einer klassischen Orgel gab es eine ganze Band! Und die Predigt war natürlich auch mitreißend. 🙂
Gerne wären wir, wie eingeladen, auch weiter vorne gesessen, aber... Klimaanalage! Flüchte sich nach hinten wer kann!!!




Als wir nach dem Gottesdienst zurück auf den Parkplatz kamen, hielten wir als erstes Ausschau nach unserem Parkwächter, um ihm einen kleinen Obolus von 10 NAD für seine wachsamen Augen zu geben. Allerdings witterte dieser wohl eher eine Gelegenheit einen unwissenden Touristen übers Ohr zu hauen, indem er behauptete, dass wir bei ihm noch zusätzliche 50 NAD Parkgebühren bezahlen müssten. Aber nicht mit uns! Wir fragten einfach eine ebenfalls dort parkende Einheimische, welche über diese angebliche Parkgebühr ebenso verwundert war wie wir. Der gute Parkwächter versuchte sich noch mit einer nur für Ausländer geltenden Parkgebühr aus der Affäre zu ziehen, hatte aber unseren Glauben schon aufgebraucht. Wir fuhren einfach los.

Am Stadtrand von Swakopmund unternahm mein Privatchauffeur dann noch einen letzten Versuch die Dashcam am Rückspiegel zu befestigen. Und siehe da! Tatsächlich die auf dem Lokalmarkt mit den Souvenirs erworbene Frischhaltefolie die Lösung! Ab jetzt konnten wir jeden Meter unserer Reise festhalten. So dachten wir zumindest...

Aber jetzt hieß es als nächstes erst einmal: "Ab in die Wildnis!"
Eure "Safari" =^.^=
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Themenstarter383 Beiträge · seit 201217. Aug. 2024 · #19
Kapitel 7: "Ab in die Wildnis!"

Wir verließen Swakopmund auf der C35 nach Norden und fuhren auf der sauber geteerten Straße bis zur "Mile 28" wo wir eine kleine Frischluftpause einlegten. Nach dem Trubel der Stadt war es sehr entspannend einen Fleckchen Erde mal wieder für sich alleine zu haben und dem Rauschen der Wellen zuzuhören.


Nach einer kleinen Stärkung für mich und ein paar nassen Pfoten im Atlantik für den schwarzen Löwen, ging es aber bald schon weiter Richtung "Hentis Bay" und dann auf die C35 Richtung "Uis"/"Brandberg".


Im Vergleich zur letzten Reise, so erzählte mir mein Privatchauffeur, waren die Straßen ab Swakopmund noch nicht geteert. Damals bestanden diese noch aus Salz und Schotter. Mir war dies aber nur Recht, denn so kamen wir auf der C35 recht schnell voran. Zumindest ungefähr die Hälfte der Strecke bis nach "Uis", wo die Teerstraße erst noch gebaut werden musste.

Aber bis nach "Uis" wollten wir gar nicht. Nachdem erst einmal Google Maps einen einfachen Weg direkt am Brandberg entlang in seinen Satellitenbildern erkennen ließ und wir auch von anderer Stelle die Auskunft hatten, dass dieser gut befahrbar sein sollte, bogen wir an den ersten Steinverkaufsständen am Straßenrand auf die D2342 und dann in die Wildnis ab.


Wie vermutet kamen wir ab hier ein gutes Stück langsamer voran. Ich würde jetzt mal so im Schnitt sagen, so lockere Löwentrab-Geschwindigkeit (ca. 20km/h). Und da der Weg ein kleineres Abenteuer war, musste der schwarze Löwe sich nicht selten richtig auf das Fahren konzentrieren. Aber auch wenn es durch den fehlenden Regen leider so gut wie kein Gras hatte, war alleine die Landschaft den Umweg wert.


Irgendwo im Nirgendwo machten wir dann auch eine weitere Pause. Doch ganz so alleine waren wir gar nicht wie wir dachten. Ich hatte es mir gerade auf einem Ast gemütlich gemacht, als plötzlich zwei Hunde bei uns waren. Verblüfft wunderten wir uns, wo die den wohl herkamen, als auch schon die ersten Ziegen mit dem passenden Schäfer vorbeikamen. Freundlich fragen wir, ob es in Ordnung sei, hier eine kurze Rast zu machen. Und natürlich hatte der Schäfer nichts dagegen.


Im Gegensatz zur Küste, war es hier am Brandberg sehr warm und die Luft auch sehr trocken, so dass wir die Pause nicht allzu sehr in die Länge zogen. Und da wir auch nicht zur White Lady Lodge hetzen wollten fuhren wir weiter. Immer am Fuße des riesigen Brandberges entlang.




Und seine alte Lieblings-Kopje fand mein Reisebegleiter auch wieder.


Es muss so eine gute Stunde vor Sonnenuntergang gewesen sein, als wir die "White Lady Lodge" erreichten. Unseren Voucher von Steffi abgebend, bekamen wir für einen VIP-1 Zeltplatz einen Schlüssel und den Hinweis, dass dieser eventuell bereits besetzt sein könnte. Okay... na dann schauen wir mal...
Und tatsächlich hatte ein älteres Ehepaar auf dem uns zugewiesenen Stellplatz schon seit dem Vormittag sein Zelt aufgeschlagen. Da der Mann gerade zur Rezeption unterwegs war, um den nicht funktionierenden Stromanschluss zu reklamieren, habe ich mich ein wenig mit der Frau unterhalten und ihr die Situation erklärt. Da uns aber der Platz etwas zu offen und zu zentral war, haben wir uns freiwillig einen anderen normalen Zeltplatz am Rande des Geländes gesucht und gefunden. Dieser wesentlich ruhiger und gemütlicher, was uns beiden sehr entgegen kam. Und auch der fehlende Stromanschluss war kein Problem, da laut Henri von Safari Car Rental die zweite Batterie locker 8 Stunden für die Kühlbox ausreichen sollte.
Nach Zeltaufbau und Grillfeueranfachen, genossen wir den Sonnenuntergang mit lecker selbstgerillten Steaks zwischen den Zähnen und einer frisch gekühlten Cola in Reichweite. =^.^=



Nach Sonnenuntergang hörten wir noch von den Lodgeangestellten gesungene Lieder von den anderen Campsites, ehe wir nach der letzten Feuerflamme im Dachzelt uns zum Schlaf niederlegten.

Was für ein schöner Tag! Und ich hoffe ihr seid auch im nächsten Kapitel wieder mit dabei mit dem Titel "Safaris spontanes Sichtungsglück".
Eure "Safari"
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Themenstarter383 Beiträge · seit 201218. Aug. 2024 · #20
Kapitel 8: "Safaris spontanes Sichtungsglück"

Herrrrrrrlich! Was gibt es Schöneres als morgens von seinem warmen Bett aus den Sonnenaufgang zu beobachten? Ein Farbenspiel, welches man nur schwer in einem Foto festhalten kann.


Erst als die Sonne den Horizont deutlich überschritten hatte und es zumindest im Sonnenschein angenehm warm war, sind wir aufgestanden. Ich machte es mir sogleich in unserem einzigen Campingstuhl gemütlich, während mein privater Tourguide ein knappes Frühstück machte und dann unsere Sachen einpackte. Erst als alles fertig war und wir Abfahrbereit waren, bin ich aufgestanden und ins Auto gestiegen. Unsere nächste Mission war die Rückgabe des nicht genutzten VIP-Campingplatz-Schlüssels, sowie die damit verbundene Preisrückforderung. Auf dem Weg zur Rezeption machten wir noch einen kurzen Stopp bei dem älteren Ehepaar und vergewisserten uns, dass diese die Preisdifferenz für sich bereits an der Rezeption beglichen hatten. An der Lodge angekommen wurden wir dann erst einmal durch einen anderen Gast für längere Zeit aufgehalten, da dieser mit der Rezeptionsdame ein größeres Buchungs-Bezahlungs-Chaos lösen musste.
Während wir also warteten, verwickelten wir einen der Lodgebediensteten in ein kurzes freundliches Gespräch. Dabei gab uns der junge Mann den Tipp, dass erst gestern wieder Wüstenelefanten bei dem "Madisa-Camp" gesehen worden seien. Wüstenelefanten hatten wir zwar nicht auf unserem Tagesplan, aber wenn sich später die Gelegenheit dazu ergeben sollte, warum nicht?
Als wir dann zumindest kurz die Aufmerksamkeit der Rezeptionsdame bekamen, den Schlüssel zurückgeben und unseren Fall erläutern konnten, bekamen wir tatsächlich den Differenzbetrag ausbezahlt. So war zumindest für uns dieser Fall erledigt. Für unsere Steffi von Namibia Click and Travel aber noch nicht. Die wollte mit der "White Lady Lodge" noch ein paar Haarbüschel rupfen...

Kurz vor 9 Uhr kamen wir dann endlich los und bestaunten sogleich die schöne Landschaft um den Brandberg.



Wie Kenner vielleicht am zweiten Foto erahnen können, bevorzugte mein Privatchauffeur auch diesmal eine landschaftlich schönere Abkürzung zur D2319. Dort bekam ich meine eigene Kopje und mein Fahrer eine kurze Aussichtspause. 🙂


Passt doch farblich ganz gut, oder?

Weiter ging es Richtung Ugab-Tal mit einem ersten Hinweis auf die Dickhäuter.


Der fährt so schnell nicht mehr.

Durch das ausgetrocknete Flussbett fuhren wir durch die Siedlung bei "Anixab" bis ans Ende der D2319. Was dann auf der C35 folgte war das üÜüÜbBeLlsTeEeEe WwWwEeEeLlLlLlBbBbLeEeEeEcH dDdEeEr gGgGaAaAnNzZeEeEnN RrrReisSsEe. Ich glaube so ab 90-100 km/h wäre man über die Täler hinweg geflogen, aber das war uns viel zu gefährlich. Zum Glück waren es nur 3km bis zum Abzweig der D2612...

Kurz vor Zwölf erreichten wir dann auch bald darauf das "Madisa-Camp". Dummerweise kamen wir gleichzeitig mit der Tourgruppe am Camp an, welche gerade von den Wüstenelefanten zurück kam. Da wir schon einmal hier waren, fragten wir den Guide, ob in nächster Zeit eine weitere Tour starten würde. Dieser meinte nur, wir sollten bei der Rezeption nachfragen.


Schon der erste Eindruck von dem lockeren und gemütlichen Camp gefiel uns sehr. Die auf den ersten Blick herunter gekommen wirkende Campgestaltung, hatte auf den zweiten Blick ihren ganz eigenen Charme mit viel Liebe zum Detail. Als Zwischenstopp von Swakopmund nach Etosha sicherlich ein schönes Plätzchen.




Ohne viel Hoffnung das in nächster Zeit eine weitere Tour vom "Madisa-Camp" aus starten würde, erläuterten wir dem jungen und pfiffigen Mann an der Rezeption den Grund unseres Erscheinens. Und wieder erwarten lächelte dieser gut gelaunt zurück und unterbreitete uns ein "Super-Spezial-Angebot" nur für uns. Dieses bestand aus einem eigenen privaten Guide, der in unserem eigenen Auto uns zu den Wüstenelefanten führen sollte. Und das noch für, im Vergleich zu den normalen Tourangeboten, sehr günstigen Preis. Vor lauter Vorfreude konnten wir da nicht nein sagen!
Ein Telefonat und eine Cola an der Bar später ging es dann auch schon los. Erste Zweifel, dass dieses "Super-Spezial-Angebot" vielleicht nicht ganz legal war, kamen in uns auf, als unser Privat-Guide erst losfahren wollte, als der andere Guide weg war. Und auch als wir dann doch einer anderen geführten Touristen-Truppe entgegenkamen, hat er sich im Beifahrersitz plötzlich ganz klein gemacht...
Aber jetzt waren wir schon unterwegs und ein zurück kam nicht mehr in Frage. Weg von der D2612 wurden wir auf schmalen Wegen in die wesentlich bewachsenere Landschaft rund um den "Goantagab" gelotst. So sah es damals vor 10 Jahren auch rund um den Brandberg aus. Vermutlich dank der guten Regenfälle in diesem Gebiet war die Landschaft lebendig und goldfarbig. Das ist Namibia, wie ich es am liebsten mag.


Wir hielten uns ein gutes Stück nördlich des Flussbettes, wo unser Guide die Elefanten gestern das letzte Mal gesehen hatte. Aber außer sorgfältig verdauter Hinterlassenschaften war von den grauen Riesen nichts zu sehen. Wir machten einen Stopp am Fuße eines Steinhügels, damit sich unser Guide besser umschauen konnte, fanden aber immer noch keinen Hinweis auf den Verbleib der Herde. Da unser Guide nun keinen anderen Rat mehr wusste, dirigierte er uns zu einem weiteren Hügel, auf dem es genau einen Balken Handyempfang gab. Schon fast verzweifelt versuchte er dann doch den anderen Guide zu erreichen und so die Position zu erfahren. Aber der andere Guide antwortete ihm nicht. Vielleicht auch mit Absicht nicht...
Mangels besseren Rats beschlossen wir einfach mal in Richtung Flussbett zu fahren und dort unser Glück zu versuchen. Und was soll ich sagen. Wir führen noch keine 100m im Flussbett, als wir die Wüstenelefanten entdeckten! Mit einem etwas mulmigen Gefühl, ob wir hier wieder raus kommen würden, stoppte mein Reisebegleiter den Wagen im weichen Sand und stellte den Motor aus. Ich hingegen genoss in aller Gelassenheit einfach nur diesen Moment.




Auf den Hinweis unseres Guides wechselten wir einmal die Position, bevor wir dann doch recht bald Richtung Camp zurückfuhren. Zurück im Camp bestellten wir noch einen Toast ohne Salat, aber dafür mit Pommes. Wir waren mal wieder zu spät zum Mittagessen und der pfiffige Barmann musste für uns in der Küche gewaltig improvisieren. Ich für meinen Teil war eigentlich nur froh überhaupt etwas zwischen die Zähne zu bekommen.



Nach dem kleinen Happen im Magen machten wir uns dann aber auch recht bald wieder auf den Weg. Denn eigentlich hatten wir an diesem Tag ja noch etwas anderes vor. Ihr fragt euch was? Na das erfahrt ihr im nächsten Kapitel, wenn es heißt. "Culture Clash!"

Zuvor musste mein Privat-Chauffeur aber noch was bei Steffi beichten. Denn in dem ganzen Tumult um den VIP-Campingplatz, hatten wir den Campingstuhl auf dem Platz vergessen. -_-
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