Reisebericht

"Safari" pur: Mit Löwin auf Tour!

von Black Lion · begonnen 05. Aug. 2024 · 19 Teile

Teil 105. Aug. 2024
NAMIBIA...

Das Land in dem Lebensträume wahr werden.

Das Land mit dem ich auf ewig viele schöne Erinnerungen verbinden werde.

Und wie ich mich auf diese Reise gefreut habe! Wie ein Löwenjunges mit einer Kudu-Schwanzquaste! Und ich konnte mich wirklich lange auf diese Reise freuen, da die Idee und Planung nur wenige Wochen dauerte und die Reise somit seit über einem dreiviertel Jahr feststand. Mann habe ich erst Monate, dann Wochen und dann Millisekunden gezählt, bis es endlich losging! Und wie ich um diese Herzenswunschreise gebangt habe, als auf der Arbeit meines Reisebegleiters und Fahrers "Kanu" alle Kollegen reihenweise krank wurden! Aber zum Glück gibt es Selbstisolation (Home-Office) und der schwarze Löwe konnte den (Corona-)Viren in den letzten Tagen vor dem Abflug aus dem Weg gehen. So geschah es an einem Mittwoch, den 10.04.2024, dass ich auf meine erste Afrika-Reise aufbrechen durfte! Oh, wie ich mich gefreut habe!

Aber vor lauter Euphorie habe ich ja ganz vergessen mich vorzustellen! Mein Name ist "Safari" und ich bin eine absolut grosskatzenverrückte Plüschlöwin.


Ääähmmm... Das bin natürlich nicht ich, sondern unser Kater.

Safari ruft zu ihrem Ghostwriter.
Safari: "Das ist ein 'Ezel' du Esel! Richtiges Bild bitte!!"


Safari tappst zu ihrem Ghostwriter.
Stimmen im Hintergrund.


Safari: "Oh Mann! Echt jetzt?!"
Ghostwriter: "Du sagtest doch du willst Rosetten haben."
Safari: "Ich sagte PUNKTE! Und was interessiert mich mein Geschwätz von VORGESTERN!!!"

Safari kommt zurück.

Sorry. Gutes Personal ist leider schwer zu finden. Das bin natürlich auch nicht ich, sondern unser Kater. Ach was rede ich denn da! Ich werd schon ganz wuschig vor lauter Punkten!

So jetzt aber hoffentlich bitte richtig.


Einige von euch mit einem Elefantengedächtnis werden jetzt bestimmt denken:

"Moooooment! So eine Plüschlöwin hatten wir doch schon mal!"

Ja, das war meine Tante "Safari" von der ich ganz lieb grüßen soll! Sie hat mir von Klein auf viel über ihre Namibia-Reise erzählt und mich mit jeder neuen Geschichte erneut mit dem Afrika-Virus infiziert. Und ich wäre am liebsten vor Freude drei Tage lang durch die Wohnung gehüpft, als ich erfahren habe, dass sie mir den Vortritt gibt bei Kanus zweiter Reise mitzureisen! Yay!
Teil 206. Aug. 2024
Kapitel 2: "MTC = Most Time Counsuming"

Nach den geplanten 9.5 Stunden kamen wir dann ziemlich pünktlich am "Hosea Kutako Airport" bei Windhoek an.

An dieser Stelle auch einmal ein großes Dankeschön an die Mitarbeiter von Discover Airlines! Alle Flugbegleiter-innen waren immer nett und haben sich immer mit mir gefreut, wenn sie an unseren Sitzplätzen vorbeikamen. Und auch die Piloten waren professionell und informativ. Allerdings möchte ich auch nicht verschweigen, dass ich im Vorfeld der Reise durch die Warnstreiks nicht wenige unruhige Stunden gebangt habe, dass doch bitte heute alles gut gehen möge. Aber wie man sieht, stand der Flieger pünktlich in der namibianischen Morgensonne!


Und wie wohltuend erst die warme, trockene, frische Luft! Da macht der kleine Spaziergang zum Flughafengebäude gleich doppelt so viel Spaß!

In der Halle vor der Einreisekontrolle, fühlte ich mich dann schon fast wie ein Star. Viele Blickten freudig zu mir herüber und stupsten ihre Mitreisenden an, dass es schon einen Löwen zu sehen gäbe. 😄
Und da, glaube ich, fast nur Touristen im Flieger waren, wurde der Einreiseschalter für einheimische auch gleich freigegeben. Aber mal ehrlich. Wo sonst hätte ICH mich anstellen sollen? Ich bin ja schließlich auf Heimaturlaub! 😄

Bei der Gepäckabnahme gab es dann erstmal einen kleinen Schreck, als eine ziemlich ramponierte ähnliche Reisetasche aufs Laufband kam. Aber nur wenig später kam dann auch unsere Reistasche unversehrt an und wir betraten den öffentlichen Teil es Flughafens.

Der erste Mensch, der uns auffiel war Henri von Safari Car Hire, unseres Autovermieters. Dieser bat uns gleich draußen auf ihn zu warten, damit wir in ein paar Minuten zur Autovermietung fahren können. Schnell besorgte ich mir am ATM das erste Bargeld (Südafrikanische Rand) und machte einen noch schnellere Runde durch den Souvenirshop, bei dem gleich schon mal die ersten Raubkatzen-T-Shirts gesichtet wurden. Mit der bitte in 2 Wochen mehr Auswahl da zu haben, gingen wir über einen Abstecher bei dem auf die letzten Gäste wartenden Henri nach draußen. Dort warteten auch schon die Namibia-Routinees Heidi und Karl-Heinz, welche ebenfalls zu Safari Car Hire wollten. Und dort warteten wir... und warteten... Kauften uns in Ruhe eine erste Cola zum wach werden... und warteten weiter... bis Heidi es nicht mehr aushielt und Karl-Heinz als Auskundschafter losschickte. Anscheinend waren die letzten Gäste auch die letzten hinter einer Rentnerreisegruppe, die unbedingt auch eine MTC-Sim-Karte am Flughafen wollten... X.X
Diese gefühlten 1.5 Stunden haben mich einiges an Geduld gekostet. Und hätte ich das im Vorfeld geahnt, hätte ich mir auch gleich nach dem ATM eine Sim-Karte besorgt, anstatt mir später in der Stadt eine zu besorgen.

Auch Henri war es spürbar unangenehm uns so lange warten zu lassen, weswegen es dann zügig im Kleinbus mit Anhänger zu Safari Car Rental ging. Wenn man mal weiß, nach was man Ausschau halten muss, so ist die Mietwagen-Station an der B6 nicht zu übersehen. =^.^=


Gleich der erste Eindruck bei Safari Car Rental war absolut positiv! Man merkte sofort das die Löwin, ähm... ich meine Rike, das Sagen hatte. Sie wies fix alle Touristengruppen einem ihrer Mitarbeiter zur Fahrzeugeinweisung zu und kümmerte sich dann persönlich um uns und unsere Vertragsmodalitäten. Zumindest glaube ich, dass es auch um den Mietvertrag ging, denn eigentlich haben sich Ricke und mein Privat-Chauffeur die meiste Zeit nur nett unterhalten, während ich mich im Schatten ein wenig ausruhte und ein Auge auf das Gepäck hatte. Dabei habe ich mit einem Ohr mitbekommen, dass bei Safari Car Rental wohl auch Debit-Kreditkarten für die Kaution gehen so lange genug Guthaben drauf ist. Ausprobiert haben wir es aber nicht, da sich mein Reisebegleiter extra für diese Reise eine richtige Kreditkarte zugelegt hat, welche dann natürlich auch zu ihrem (einzigen) Einsatz kommen sollte.

Die eigentliche Wagenübernahme hat dann Henri, mit dem wir uns schon während der Fahrt vom Flughafen gut angefreundet hatten, übernommen. Er hat uns wirklich alles gezeigt und erklärt. Und das so gut, so dass der schwarze Löwe auch jetzt noch weiß, wie man ein Dachzelt alleine auf- und abbaut oder wie man an den 2. Ersatzreifen unter dem Auto kommt.
Apropos Auto! Unser Toyota Hilux war fast brandneu und hatte erst 41000 km auf dem Tacho. Und auch die Reifen hatten noch viel Profil. Was wohl auch daran liegt, dass wir von Henri sehr genau erklärt bekommen haben, mit welchem Reifendruck man am besten welche Straße fährt (1.4 bar in Sand, 1.8 bar auf Schotter und 2.0 bar auf Teer) und auch wie man den Reifendruck wechselt und kontrolliert.


Bei der Campingausrüstung waren wir auch gleich begeistert, wie gut alles in stapelbaren Kisten verstaut war. Und auch die Kühltruhe ging und kühlte schon fröhlich vor sich hin, um die späteren Fleischvorräte zu verwahren! Und nachdem wir alles unnötige wie Gaskartusche (wir wollen Lagerfeuer!!!), 3 Campingstühle (einer reicht doch völlig) und Navigationssystem (OSM Karte auf dem Handy reicht) aus dem Auto geworfen... ich meine, Henri übergeben haben, konnte es endlich los gehen.

Unser nächstes Ziel war die "Maerua Mall", bzw. der Superspar dahinter. Neben den ersten wichtigsten Einkäufen, wie Biltong, Grillfleisch, Feuerholz und Streichhölzer, für die ersten beiden Tage mussten wir uns ja auch noch eine MTC-Sim-Karte in der Mall besorgen. Im Gegensatz zum Flughafen waren wir der einzige Kunde und wurden daher sofort bedient. Allerdings war das MTC-IT-System anscheinend so lahmarschig, so dass die ganze Prozedur dann doch mehr als 30 Minuten gedauert hat, bis die SIM-Karte und der Internet-Voucher aktiviert waren. Endlich konnte sich der schwarze Löwe mit einer Nachricht seine Ankunft in Namibia bei den Daheimgebliebenen melden.

Jetzt ging es endlich dann auch raus aus der Hauptstadt mit seinem noch ungewohnten Linksverkehr. Immer geradeaus auf der C28 Richtung Westen. Und nachdem wir auch das letzte Stück Teerstraße hinter uns gelassen hatten, wurde erst einmal Reifen- und Blasendruck abgelassen und bei einer kleinen Stärkung die Aussicht genossen. 🙂


Nach mehreren erfolglosen Versuchen die Dashcam zu befestigen, ging es gegen 16 Uhr auf der Schotterpiste weiter. Anfangs war diese noch gut zu befahren. Jedoch musste mein Privatchauffeur schnell lernen, dass nach fast jeder Kuppe im dahinterliegenden Gefälle tückische, steinige Stellen lauerten, welche nur darauf warteten, unseren Reifen zuzusetzen. So dauerte die schöne, aber auch anspruchsvolle Fahrt auf der C28 bis zur "Harmonie Campsite" eine gute weitere Stunde.



Auf dem Weg hinab zur Farm konnte sich unser Gefährt zum ersten Mal dann auch ein wenig beweisen, denn für einen tiefergelegten Golf wäre der steinige Weg sicherlich nicht schadfrei passierbar gewesen. An der Farm kam uns dann auch gleich Mike, der Besitzer von Harmonie, entgegen und quatschte mit uns noch kurz. Wir waren tatsächlich die einzigen Gäste an diesem Abend und hatten daher freie Platzwahl und das ganze Areal für uns alleine! Schnell machten wir uns auf die Campsite Nr.5 neben dem Pool in Beschlag zu nehmen, da die Sonne schon fast den Horizont erreicht hatte und es blad dunkel werden würde. Wir konnten noch im Sonnenlicht das Dachzelt aufbauen und in den Pool hüpfen, welcher nach den ganzen Strapazen der letzten 24 Stunden eine echte Wohltat war. Im Dämmerlicht wurde dann das Lagerfeuer entzündet, erste Sachen sortiert und das Abendessen vorbereitet.


Ob das Rindersteak schon durch war, konnte man nicht erkennen, dafür war es dann schon zu dunkel. Aber geschmeckt hat es köstlich!
Mit einem tiefen Seufzer der Erleichterung, nun wirklich im Urlaub angekommen zu sein, wärmten wir uns noch eine Weile am Feuer, bevor wir dann gegen halb-zehn, unter einem wunderschön leuchtenden Sternenhimmel, ins gemütliche Dachzelt kletterten.


Bis zum nächsten Kapitel: "Alliteration!"
Eure "Safari" =^.^=
Teil 309. Aug. 2024
Kapitel 3: "Alliteration! Safari spontan, sieht Steffi in Swakopmund"

Ach ist das herrrrlich! Warum kann nicht jeder Tag mit harmonischem Vogelgezwitscher beginnen! Trotz Summ-Mücke nach der Nachttoilette haben wir herrlich geschlafen und die aufgehende Sonne vom Bett aus beobachtet. Denn mit den ersten Sonnenstrahlen wurde es erst richtig warm und angenehm. Während also meine Reisebegleitung in aller Ruhe das Zelt abbaute und noch einige Sachen sortierte, tat ich das, was Löwen am liebsten tun. Faul in der Sonne rumliegen! =^.^=


Während dem Frühstück hatten wir dann auch sogleich Besuch von einigem Federgetier, welches sich ebenfalls hungrig um die zuvor verteilten Samenkörner versammelte.



Da wir heute noch einen weiten Weg von ca. 4-5 Stunden vor uns hatten, verweilten wir allerdings nicht allzu lange an diesem harmonischen Ort und verließen Harmonie in Richtung Swakopmund. Die C28 wurde im weiteren Verlauf immer schöner und wand sich über und um Hügel, Berg und Tal. Man hätte fast meinen können die Straße wurde nur für uns gemacht, denn es ist uns tatsächlich nur ein Viehtransporter an diesem Morgen entgegen gekommen.


An einer Stelle scheuchten wir zwei Adler von einem Roadkill auf, worauf sich der schwarze Löwe sogleich auf Fotojagd begab.


Kurz vor dem "Bosua Pass View" machten wir einen Snack-Stopp und genossen die grandiose Aussicht auf die sich vor uns ersteckende Landschaft und die blühenden Pflanzen.



Nach dem Pass passierten wir dann noch zwei bis drei Farmen, bevor wir in den Namib Naukluft National Park hineinfuhren. Fast nichts als Horizont, so weit das Auge reicht.


Als wir irgendwo mitten in der Wüste eine kleine Fotopause machten, kam uns die spontane Idee einen kurzen Abstecher bei Steffi, unsere Reiseagentin bei Namibia Click and Travel, zu machen und sie in ihrem Büro zu besuchen. Da es aber immerhin schon Freitag war, und wir uns nicht sicher waren, ob Steffi nicht vielleicht schon in einem verlängerten Wochenende war, wollten wir kurz anrufen und nachfragen, ob es ihr denn auch recht wäre. So weit so gut. Nur das mit dem Anrufen wurde ein Problem, da mein Organisationsleiter zwar eine SIM-Karte besorgt hatte, aber für diese nur einen Internet-Daten-Voucher gekauft hat... Ich muss gestehen, dass mir danach leicht mulmig wurde, als mir allerlei Horrorszenarien durch den Kopf gingen, welche mit einem einfachen Telefonanruf nicht passieren könnten. Mein Privatchauffeur sah das aber natürlich ganz anders. Ein Löwe mit einem Auto, einer Straße und Verpflegung für mindestens 3 Tage bleibt da selbst bei 39°C Außentemperatur noch lange gechillt.
Ein gutes Stück vor Swakopmund wurde aus der Schotterpiste auch wieder eine Teerstraße. Und bei einem kurzen Stopp vor der Autobahn wurden wir sogar von einem Güterzug begrüßt. 🙂


Von hier war es nicht mehr weit bis zu Steffis Büro, welches wir nun ohne Vorankündigung und ganz spontan einfach mal anfuhren. Zu unserem Glück war Steffi anwesend, begrüßte uns herzlich und versorgte uns mit einem schön gekühlten Mineralwasser. Natürlich eroberte sie mit ihrer sehr sympathischen Art sofort mein Löwinnenherz und bekam sogleich einen Ehrenplatz in meinem imaginären Löwenrudel. Und zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, wie sehr wir ihre Hilfe noch würden gebrauchen müssen...


Allerdings war ich ihr auch schon an diesem Nachmittag überschwänglich dankbar für das Organisieren unserer Reise. Steffi versorgte uns auch sogleich mit wertvollen Tipps für unseren weiteren Tagesverlauf und organisierte uns auch einen weiteren MTC-Voucher zum Telefonieren bei einer ihrer netten Kolleginnen. Die Löwinnen von Namibia Click and Travel sind in meinen Augen wirklich die Besten!

Den Tipps von Steffi folgend, wurden erstmal beide 80l Dieseltanks in Swakopmund vollgetankt. Dabei haben die, ich nenne sie jetzt mal, Tankstopp-Dienstleister nicht schlecht geschaut, dass da eine Löwin hinter der Windschutzscheibe sitzt. Der arme Kerl der die Windschutzscheibe reinigen musste hat mir schon fast leidgetan, denn ich muss einen richtig hungrigen Eindruck gemacht haben. Denn Hunger hatte ich nach der langen Fahrt und den paar wenigen Snacks unterwegs. Zum Glück gab es für mich gleich genau das richtige Geschäft nebenan. =^.^=


Während ich auf meinen Chickenburger wartete und an den Nachbargeschäften vorbeistreifte, sprach uns ein Junge an und sagte, dass er Hunger habe. Ich weiß, dass man bettelten Kindern eigentlich nichts geben sollte. Aber ich konnte einfach nicht anders und versprach ihm, dass er meine Pommes haben könne. Ich glaube er hatte eher auf Geld gehofft aber bat an auf unser Auto aufzupassen. Auf die Frage hin, ob er denn überhaupt wisse, welches unser Auto wäre, deutete er ziemlich zielsicher auf unseren Camper. Und wenn man so durch die Reihe der parkenden Autos blickte, so war unser Wagen auch der Einzige mit Dachzelt. Wir waren wohl sofort als Touristen aufgeflogen.
Wir holten unser Burger-Menu bei "Hungry Lion" ab und gaben dem Jungen die Pommes. Sofort wurden wir von einem jungen und alten Mann um Geld angebettelt. Besser nichts wie weg hier!

Dem Linksverkehr folgend bogen wir um sechs Ecken und standen in der Dophin Street vor Veronikas B&B. Und sogleich kamen dem schwarzen Löwen heimelige Erinnerungen hoch. Natürlich konnte sich Hansjürgen weder an meine Tante noch an meinen Reisebegleiter erinnern. Dafür waren 10 Jahre einfach eine zu lange Zeit. Allerdings wusste Hansjürgen sofort, dass einer von uns schon einmal hier gewesen sein musste, da sonst anscheinend keiner gezielt nach dem "Löwenzimmer" frägt. Warum das bei uns wohl anders ist... 😉
Während mein Privatchauffeur unseren Camper im sicheren Hinterhof parkte und mit Hansjürgen eine Stromversorgung für unsere Kühlbox herstellte, nahm ich das gemütliche Zimmer in Beschlag.


Für das Abendessen hatten wir, auf Steffis Tipp, schon einen Platz im "Altstadt Restaurant" reserviert. Und als Hansjürgen davon hörte, empfahl er uns nach dem Abendessen unbedingt das Lagerfeuer an der Bar zu besuchen. Wir machten uns also zeitig auf den Weg. Wie typisch für Swakopmund, war es hier etwas diesig und nebelig.


Zuerst ein Stück an der Strandpromenade entlang und dann zum Superspar, Temponachschub besorgen. Seit dem Flug hatten unsere Vorräte doch sehr gelitten.
Den Weg durch die Stadt nutzen wir dann auch gleich für ein wenig Sightseeing und für Erinnerungsfotos.


Dabei waren wir auch nicht die Einzigen Fotografen. Kiano, ein einheimischer junger Mann, der auch Fotos für sein Musikprojekt machte, inspirierte uns zu diesem Motiv.


Leider mussten wir seine Einladung zum Museum ablehnen, da wir ja schon im "Altstadt Restaurant" reserviert hatten. Dieses war auch gleich um die Ecke und wir bekamen einen gemütlichen Platz im Innenraum. Ohne groß die Speisekarte zu studieren, bestellen wir ein Wildsteak mit Bratkartoffeln und Gemüseplatte. Denn der schwarze Löwe 10 Jahre lang von etwas geschwärmt hat, dann war das von dem absolut leckeren Wildfleisch, welches man in Namibia bekommt. Und das Oryx-Steak, welches er vorgesetzt bekam, schmeckte absolut köstlich. Aber nicht nur das Steak, auch das mitbestellte Gemüse war eine Köstlichkeit sondergleichen! Zumindest sagt er das, denn ich kann mit Grünzeugs naturgemäß nicht viel anfangen.


Mit gefüllten Bäuchen begaben wir uns dann auch zum Lagerfeuer, wo wir mit einem großen Radler in der Hand und an interessanten Gesprächen beteiligten. Unter anderem unterhielten wir uns auch mit "Cowboy" einem einheimischen Deutsch-Namibianer aus der Stadt. Er bot uns und anderen Gästen an bei ihm auf Arbeit vorbeizukommen, wenn wir Wildfleisch haben möchten. Er habe nämlich fast einen ganzen Kühlraum voll Gnufleisch. Ich weiß nicht, ob er wirklich damit gerechnet hat, dass man nächsten Tag tatsächlich zwei hungrig aussehende Löwen bei ihm auf der Matte stehen würden. =^.^=

Da es mittlerweile natürlich schon dunkel war, ließen wir uns ein Taxi bestellen und fuhren zurück zu unserem Zimmer. Der Taxifahrer war nett. Aber warum musste Kanu ihn navigieren? Kannte er sich etwa in seiner eigenen Stadt nicht aus, oder konnte der schwarze Löwe einfach sein integriertes Navigationssystem nicht ausstellen? Naja, mir war es am Ende egal. Hauptsache ich bekam bald ein schönes gemütliches Bett und eine ruhige Nacht.

Bis zum nächsten Kapitel: "Deutsch, deutscher, schwiizerdütsch"
Eure "Safari" =^.^=
Teil 410. Aug. 2024
Kapitel 4: "Deutsch, deutscher, schwiizerdütsch"

Da wir uns heute für die "Little Five Tour" angemeldet hatten und wir daher um 8 Uhr abgeholt werden sollten, standen wir zeitig auf. Hansjürgen, der den Zeitplan seiner Gäste wohl auch immer auf dem Schirm hatte, hatte für uns sogar schon den Frühstückstisch und die Brötchen parat, so dass wir in aller Ruhe frühstücken und uns kurz vor der Zeit einsammeln lassen konnten. Mit uns im Auto waren noch die kleine Melissa mit ihrer Mama und ihrem Papa, welche sich ebenfalls schon auf die Tour freuten. Seki unser Fahrer und Guide von der "Living Desert Adentures" steuerte dann als nächstes die Unterkunft "The Stiltz" an, wo er aber von den eigentlich angemeldeten Touristen versetzt wurde. Diese wollten wohl doch lieber eine Katamaran-Tour machen. Ich sagt nur: "Iiiiihhh!!! Salzwasser!!!" *schüttel*

Neben uns gab es noch ein weiteres Fahrzeug in unserer Gruppe, welches von Kevin gefahren wurde. Und da Seki angeblich gegen seinen Kumpel Kevin im Stohhalmziehen verloren hatte, musste er uns die Little Five der Namib-Wüste näher bringen. Ich vermute allerdings stark, dass Kevin einfach nur Angst hatte deutsch sprechen zu müssen, da auch die Gruppe im anderen Fahrzeug deutschsprachig war.

Zuerst wurde Kevin losgeschickt Spuren zu suchen, während Seki uns Namibia in den Sand zeichnete und uns so allerhand erklärte. Dabei wurden wir zunächst von diesem Flauschie hier abgelenkt, welchen die kleine Melissa mit ihren Adleraugen entdeckt hatte.


Ich glaube dies war dann auch das Zeichen für Seki, dass der Theorieteil für die zwei Kinder in unserer Gruppe so langsam langweilig wurde. Daher fischte der Gute mal so eben eine kleine Blindschleiche aus dem Sand. Wie zum Teufel hat er die so schnell entdeckt! Und damit Melissa nicht nur mit ihren Augen die Schlange sehen, sondern auch fühlen konnte, legte Seki diese in Melissas mit Sand gefüllten Hände, bis diese sich eingrub und an den Handflächen kitzelte.



Als nächstes hatte uns Kevin den Schlafplatz eines Wüstengeckos markiert, welcher sehr vorsichtig von Seki ausgegraben wurde. Das Kerlchen war einfach nur süß!



Aber unser Sichtungsglück hatte erst angefangen! Denn auch ein Chamäleon trieb sich noch in der Gegend herum und wurde durch Kevin im Hintergrund erfolgreich aufgespürt.


Der Sichtungshöhepunkt war dann aber die Seitenwinder Klapperschlange (Sidewinder Viper). Nachdem uns Seki erst einmal auf die typischen Sandspuren dieser Schlange aufmerksam machte, zeigte der dann auf eine mit Gestrüpp bewachsene kleine Düne. Wir starrten alle auf die Stelle, welche Seki uns gezeigt hatte, konnten aber keine Schlange entdecken. Erst als er diese mit einem Stab aus ihrem Versteck lockte, konnten wir sie sehen. Mann war die gut getarnt!


Für was der Käfer gut war, habe ich leider vergessen. Aber die Wüsten-Ferraris waren lustig anzusehen, wie sie über die Düne rasten und sich gegenseitig ansprangen.



Neben meinem Privat-Fotografen, gab es auch noch zwei andere Fotografen mit Spiegelreflexkameras. Einer von den beiden war ein 12-jähriger Junge, was den Respekt und die Aufmerksamkeit des schwarzen Löwen weckte. Na dem wollen wir mal ein wenig auf den Zahn fühlen, wie gut er sich denn schon mit seiner Kamera auskennt. Von seinem Papa, dem anderen Fotografen, schien er jedenfalls noch nicht allzu viel gelernt zu haben. Dieser kämpfte nämlich noch mit seiner eigenen Kamera und der verdammt weiten Naheinstellgrenze seines Objektivs. Aber auch der Junge hatte zu kämpfen. Allerdings weniger mit seiner Kamera als mit der deutschen Sprache. Verwirrt sahen wir den Jungen an, als er sichtlich nach einem Wort suchte und dann seine Mutter frage: "Wi sagd ma dazu uff hochdütsch?"
Ein sehr breites Grinsen machte sich auf unseren Gesichtern breit, als mein Privat-Fotograf anstelle der Mutter antwortete: "Mit mir kannsch au schwiitzerdütsch schwätze." Ab diesem Zeitpunkt war der schwarze Löwe dann nicht mir mein Privat-Fotograf, sondern der Haus- und Hoffotograf der ganzen Tourgruppe. Denn wie sich nun herausstellte, bestand die andere Gruppe im anderen Fahrzeug aus einer Familie mit Onkel und Tante aus St.Gallen. 😄

Weiter ging die Tour durch die ersten richtigen Dünen zu den mehr rötlichen Dünen im Inland.


Warum diese Dünen rötlicher, ja teilweise fast schwarz waren, erklärte uns Seki damit, dass darin verrostete Eisenteile seien. Zum Beweis seiner Aussage holte er einen Magneten aus der Tasche und sammelte mal eben einen Haufen winziger Eisenspäne aus der Düne. Irgendwie sieht das flauschig aus. =^.^=


Danach ging es noch Mitten in die Dünen zu einem Aussichtspunkt, wo die Kinder vor Freude über den riesigen Sandkasten akrobatische Räder schlugen. XD


Um uns rum nichts als Sanddünen. Und dank Sekis Voraussicht hatten wir alle ein kühles Getränk in der Hand.


Hier kann man schon mal die Orientierung verlieren. Das wusste auch Seki als er fragte, ob den jemand wisse wo Swakopmund läge. Kurzes Schweigen, bis wir bemerkten, dass die Pfote des schwarzen Löwen, ohne mit der Wimper zu zucken, sofort nach Norden zeigte. Test bestanden Schwarzer würde ich sagen. 🙂

Leider war unsere Tour damit auch an ihrem Ende angelangt. Und mit einem letzten Stopp mit Aussicht auf den Atlantik wurden wir zurück in unsere Unterkünfte gebracht. Zum Glück bestanden wir den Abschlusstest und mussten nicht, wie von unseren Lehrer Seki angedroht, nach Swakopmund laufen. 😉


Alles in allem war die "Little Five Tour" ein schönes Erlebnis, welche ich jedem der sie noch nicht kennt an Herz legen kann. Und das sage nicht nur ich, sondern das sagten auch alle anderen Teilnehmer der Tour auch noch nach Tagen.

Bis zum nächsten Kapitel: "Harte und weniger harte Verhandlungen"
Eure "Safari" =^.^=
Teil 515. Aug. 2024
Kapitel 6: "Nicht alle Menschen sind nett"

Während ich wohl noch im Reich der Löwen-Träume war, musste mein Reisebegleiter wohl schon für diesen Morgen alles gerichtet haben. Denn als ich aufwachte, war schon fast alles im Auto verpackt. Der Grund für die Eile war der geplante Besuch der "Christian Revival Church" (CRC) im "Dome", deren Gottesdienst an diesem Sonntag um 9 Uhr beginnen sollte. Und zuvor wollten wir noch in den Superspar und natürlich auch noch Frühstücken!

Also erstmal rüber ins Haupthaus und geschaut, ob die anderen Gäste auch schon da waren. Die parkten nämlich mit ihrem Mietwagen vor dem Tor zum Innenhof, wo ja unser Camper geparkt war. Aber zum Glück gehörten diese auch zu den Frühaufstehern und so wurden die Autos ganz schnell umparkiert, bevor kurz nach 8 Uhr die Frühstücksbrötchen kamen. Beim Frühstück kam dann Nike mit einer unerwarteten Frage nach dem Besitzer von einem Paar schwarzer Socken zu uns. Die traurige Geschichte dahinter war, dass die junge Haushaltshilfe bei den anderen Gästen einen Teil des offen im Zimmer liegenden aber genau abgezählten Bargelds hat mitgehen lassen. Da war die Versuchung für sie dann wohl leider doch zu groß gewesen. Und wie in solchen Fällen oft, gab es am Ende nur Leidtragende. Die Gäste mit dem Ärger. Hansjürgen und Nike mit dem Vertrauensbruch und dem Gang zur Polizei. Und am Ende auch die Haushaltshilfe, welche natürlich sofort ihren Job verloren hat. 🙁
Und auch wir bekamen einen kurzen Schreck, was sie bei uns wohl bei einem zweiten Blick hätte alles Wertvolles stehlen können. Kamera, Kameraobjektive, zweiter Geldbeutel mit allen Ausweisen... Warum es am Ende dann nur Socken gewesen sein sollen, entzieht sich meiner Vorstellungskraft.

Nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns herzlich von Hansjürgen und Nike. Das Löwenzimmer war jetzt nicht unbedingt eine 5-Sterne-Luxussuit, sondern mehr ein sauberes solides Zimmer. Aber die familiäre Atmosphäre ist einfach nur schön und die Insidertipps von Hansjürgen sind mit Gold nicht aufzuwiegen! Alleine deswegen werden wir wiederkommen, wenn wir können!

Nach dem geplanten Abstecher zum Superspar kamen wir noch pünktlich am "Dome" an. Anstatt von Kirchenglocken, gab es hier CRC-Fahne schwenkende Jungs. Anstatt einer klassischen Orgel gab es eine ganze Band! Und die Predigt war natürlich auch mitreißend. 🙂
Gerne wären wir, wie eingeladen, auch weiter vorne gesessen, aber... Klimaanalage! Flüchte sich nach hinten wer kann!!!




Als wir nach dem Gottesdienst zurück auf den Parkplatz kamen, hielten wir als erstes Ausschau nach unserem Parkwächter, um ihm einen kleinen Obolus von 10 NAD für seine wachsamen Augen zu geben. Allerdings witterte dieser wohl eher eine Gelegenheit einen unwissenden Touristen übers Ohr zu hauen, indem er behauptete, dass wir bei ihm noch zusätzliche 50 NAD Parkgebühren bezahlen müssten. Aber nicht mit uns! Wir fragten einfach eine ebenfalls dort parkende Einheimische, welche über diese angebliche Parkgebühr ebenso verwundert war wie wir. Der gute Parkwächter versuchte sich noch mit einer nur für Ausländer geltenden Parkgebühr aus der Affäre zu ziehen, hatte aber unseren Glauben schon aufgebraucht. Wir fuhren einfach los.

Am Stadtrand von Swakopmund unternahm mein Privatchauffeur dann noch einen letzten Versuch die Dashcam am Rückspiegel zu befestigen. Und siehe da! Tatsächlich die auf dem Lokalmarkt mit den Souvenirs erworbene Frischhaltefolie die Lösung! Ab jetzt konnten wir jeden Meter unserer Reise festhalten. So dachten wir zumindest...

Aber jetzt hieß es als nächstes erst einmal: "Ab in die Wildnis!"
Eure "Safari" =^.^=
Teil 617. Aug. 2024
Kapitel 7: "Ab in die Wildnis!"

Wir verließen Swakopmund auf der C35 nach Norden und fuhren auf der sauber geteerten Straße bis zur "Mile 28" wo wir eine kleine Frischluftpause einlegten. Nach dem Trubel der Stadt war es sehr entspannend einen Fleckchen Erde mal wieder für sich alleine zu haben und dem Rauschen der Wellen zuzuhören.


Nach einer kleinen Stärkung für mich und ein paar nassen Pfoten im Atlantik für den schwarzen Löwen, ging es aber bald schon weiter Richtung "Hentis Bay" und dann auf die C35 Richtung "Uis"/"Brandberg".


Im Vergleich zur letzten Reise, so erzählte mir mein Privatchauffeur, waren die Straßen ab Swakopmund noch nicht geteert. Damals bestanden diese noch aus Salz und Schotter. Mir war dies aber nur Recht, denn so kamen wir auf der C35 recht schnell voran. Zumindest ungefähr die Hälfte der Strecke bis nach "Uis", wo die Teerstraße erst noch gebaut werden musste.

Aber bis nach "Uis" wollten wir gar nicht. Nachdem erst einmal Google Maps einen einfachen Weg direkt am Brandberg entlang in seinen Satellitenbildern erkennen ließ und wir auch von anderer Stelle die Auskunft hatten, dass dieser gut befahrbar sein sollte, bogen wir an den ersten Steinverkaufsständen am Straßenrand auf die D2342 und dann in die Wildnis ab.


Wie vermutet kamen wir ab hier ein gutes Stück langsamer voran. Ich würde jetzt mal so im Schnitt sagen, so lockere Löwentrab-Geschwindigkeit (ca. 20km/h). Und da der Weg ein kleineres Abenteuer war, musste der schwarze Löwe sich nicht selten richtig auf das Fahren konzentrieren. Aber auch wenn es durch den fehlenden Regen leider so gut wie kein Gras hatte, war alleine die Landschaft den Umweg wert.


Irgendwo im Nirgendwo machten wir dann auch eine weitere Pause. Doch ganz so alleine waren wir gar nicht wie wir dachten. Ich hatte es mir gerade auf einem Ast gemütlich gemacht, als plötzlich zwei Hunde bei uns waren. Verblüfft wunderten wir uns, wo die den wohl herkamen, als auch schon die ersten Ziegen mit dem passenden Schäfer vorbeikamen. Freundlich fragen wir, ob es in Ordnung sei, hier eine kurze Rast zu machen. Und natürlich hatte der Schäfer nichts dagegen.


Im Gegensatz zur Küste, war es hier am Brandberg sehr warm und die Luft auch sehr trocken, so dass wir die Pause nicht allzu sehr in die Länge zogen. Und da wir auch nicht zur White Lady Lodge hetzen wollten fuhren wir weiter. Immer am Fuße des riesigen Brandberges entlang.




Und seine alte Lieblings-Kopje fand mein Reisebegleiter auch wieder.


Es muss so eine gute Stunde vor Sonnenuntergang gewesen sein, als wir die "White Lady Lodge" erreichten. Unseren Voucher von Steffi abgebend, bekamen wir für einen VIP-1 Zeltplatz einen Schlüssel und den Hinweis, dass dieser eventuell bereits besetzt sein könnte. Okay... na dann schauen wir mal...
Und tatsächlich hatte ein älteres Ehepaar auf dem uns zugewiesenen Stellplatz schon seit dem Vormittag sein Zelt aufgeschlagen. Da der Mann gerade zur Rezeption unterwegs war, um den nicht funktionierenden Stromanschluss zu reklamieren, habe ich mich ein wenig mit der Frau unterhalten und ihr die Situation erklärt. Da uns aber der Platz etwas zu offen und zu zentral war, haben wir uns freiwillig einen anderen normalen Zeltplatz am Rande des Geländes gesucht und gefunden. Dieser wesentlich ruhiger und gemütlicher, was uns beiden sehr entgegen kam. Und auch der fehlende Stromanschluss war kein Problem, da laut Henri von Safari Car Rental die zweite Batterie locker 8 Stunden für die Kühlbox ausreichen sollte.
Nach Zeltaufbau und Grillfeueranfachen, genossen wir den Sonnenuntergang mit lecker selbstgerillten Steaks zwischen den Zähnen und einer frisch gekühlten Cola in Reichweite. =^.^=



Nach Sonnenuntergang hörten wir noch von den Lodgeangestellten gesungene Lieder von den anderen Campsites, ehe wir nach der letzten Feuerflamme im Dachzelt uns zum Schlaf niederlegten.

Was für ein schöner Tag! Und ich hoffe ihr seid auch im nächsten Kapitel wieder mit dabei mit dem Titel "Safaris spontanes Sichtungsglück".
Eure "Safari"
Teil 722. Aug. 2024
Kapitel 9: "Culture Clash!"

Mit einer konstanten Portion Fahrtwind in der Kabine war der weitere Weg auf der D2612 vom "Madisa-Camp" aus in Richtung Westen ein Traum. Zwar wurde die Gegend immer trockener und das Gras immer weniger, aber die schönen Hügel und Felsen, welche jeder für sich ein schöner Platz zum Dösen wäre, war eine Einladung zum Träumen. Und nach doch einigen Abschnitten mit Wellblech, gab es ihr völlig unerwartet auch wieder eine geteerte Straße!


Völlig entspannt und den Tag genießend schwebten wir leise über den Asphalt, bis wir unser Ziel erreichten. Das "Damara Living Museum".

Als wir ankamen, parkte nur ein weiterer Wagen vor dem Museum und wir fragten uns, ob wir aufgrund der vielleicht schon späten Zeit noch eine Führung bekommen würden. Immerhin war es schon nach 16 Uhr. Aber unsere Befürchtungen waren völlig umsonst, als wir freundlich am Eingang begrüßt wurden. Wir hatten sogar noch die Wahl, ob wir eine kleine 30-Minütige "Dorf-Tour" oder die größere 60-Minütige "Busch- und Dorf-Tour" machen wollten. Da die Busch-Tour auch eine Jagd beinhalten sollte, war für mich klar, was ich sehen wollte! Mal sehen, wie sich dieser Zweibeiner wohl anstellen wird. XD

Nachdem wir den Tourpreis von 220 NAD bezahlt hatten, wurden wir unserem Führer vorgestellt. Sein Name war "Zungen-Schnall-Laut-Arim" und er war mir auf Anhieb sympathisch. Für die Busch-Tour holte er sich noch schnell Unterstützung von einer Frau und einem Mann, deren Namen ich leider vergessen habe.
Als Erstes zeigte und erklärte uns die Frau verschiedene Heilkräuter, welche hier im Busch zu finden sind. Und dabei nahm sie sprichwörtlich kein Blatt vor den Mund, als es um Abführmittel und Heilblätterkauen ging. Eines der Blätter hat der schwarze Löwe auch mal probiert. Bäh! Grünzeugs! Das war natürlich nichts für mich. Viel interessanter wurde da schon die Jagdvorführung. Wobei ich hier das Wort "Vorführung" wohl sehr deutlich betonen muss, denn eine echte Jagd wurde uns natürlich nicht gezeigt. Mit einem kleinen Pfeil und Bogen schlich sich der Jäger schauspielerisch gekonnt, aber mit seinen zwei schweren Füssen doch recht laut an die Gazellen-Attrappe an. Und, Applaus! Er hat sogar mit seinem Pfeil getroffen!
Ach, wie gerne hätte ich ihm im Gegenzug mal gezeigt, wie man das auf vier leisen Pfoten richtig macht. ^^


Nach der erfolgreichen Jagd ging es dann ins Dorf, wo wir dann allerlei gezeigt bekamen. Am imposantesten fand ich dabei die Vorführung zum Feuermachen. Boah waren die beiden Männer schnell! Das bekommt manch anderer selbst mit einem Survival-Messer samt Feuerstein nicht schneller hin!
Ein weiteres persönliches Highlight war aber auch der Schmuckkettentausch am Ende der Führung. Die kleine Tochter des schwarzen Löwen hatte ihm nämlich bunte selbstgemachte Armbändchen zum Verschenken mitgegeben. Die kamen aber so gut an, sodass die bunten Armbänder gegen ebenfalls selbstgemachten Damara-Armbänder getauscht wurden!


Noch eine letzte Runde im Museums-Shop und schon ging es weiter zur "Mowani-Lodge", unserem Übernachtungsstopp für die kommende Nacht.


Eigentlich wollten wir auch hier campieren. Aber da die Campsite (angeblich) gerade renoviert wurde, bekamen wir über unsere liebe Steffi ein Angebot für ein kostenloses Upgrade für einen View-Room an der Lodge (inkl. Halbpension!). So gerne ich auch in Namibia campiere, konnte ich bei diesem Angebot dann doch nicht "nein" sagen. Diese Verkettung von Umständen mit Campsite und Upgrade, hat beim Torwächter erst einmal etwas für Verwirrung gesorgt. Aber nach kurzer Rücksprache durften wir dann zur Lodge fahren, während ein anderer Camper mit seinem Wagen von der Campsite kam?! o.O

Egaaal...

Das die "Mowani Lodge" in die gehobenere Kategorie gehört, merkten wir gleich bei der Ankunft. Nicht nur das wir einen eigenen Parkplatz zugewiesen bekamen, war schon erwähnenswert. Sondern besonders war uns ein feuchter Waschlappen gereicht wurde, als wir gerade ausgestiegen waren. Etwas irritiert fragte mein Privat-Chauffeur, für was dieser denn gut sein soll. Mit einem geduldigen lächeln erklärte uns der Service-Mitarbeiter, dass dies eine Aufmerksamkeit des Hauses zum Abwischen des Schweißes von der Stirn sein. Aha..., dachte ich mir nur. Für sowas habe ich meine große Löwenzunge, Junge!
Aber natürlich meinte er es nur nett und begleitete uns erst einmal in die Lounge, wo wir sogleich die nächste Aufmerksamkeit des Hauses, in Form eines Glases Eistees, serviert bekamen. Auf einem gemütlichen Sofa sitzend wurde uns freundlich beim Ausfüllen der Anmeldung geholfen, bevor wir einem Botenjungen folgend unser Zimmer (Nr.11) mit Aussicht gezeigt bekamen. Ja, auf dieser Veranda könnte man es 2-3 Tage aushalten. =^.^=

Aber viel Zeit zum Verweilen blieb nicht, da wir unter keinen Umständen den Sundowner vom Aussichtsfelsen verpassen wollten. Wir hatten uns gerade eine Cola an der Bar bestellt, als wir unerwartet angesprochen wurden. Die Schweizer Großfamilie von der Little Five Tour hatte uns wiedergefunden!
Froh, etwas Anschluss gefunden zu haben, setzen wir uns zusammen auf die auf dem Sundowner-Felsen ausgelegten Sitzkissen und tauschten unsere Erfahrungen aus, während wir der Sonne beim Untergehen zusahen.


Nach einer kurzen Erfrischung und Dusche in dem wirklich luxuriös wirkenden Zimmer, stand das Abendessen mit seinem 4-Gänge-Menü auf dem Programm. Netterweise wurden wir auch hier von den Schweizern eingeladen uns mit an ihren Tisch zu setzen. Mit einem ausgezeichneten Essen auf dem Teller und interessanten Gesprächen, verging der Abend dann auch wie im Flug. Lediglich am Ende gab es ein Schreckmoment, als das lichtstarke Objektiv von meinem Privatfotografen sich nicht mehr von der DSLR-Kamera des fotobegeisternden Jungen lösen wollte, welches dieser zu Lernzwecken mitgebracht hatte. Aber zum Glück, konnte das Problem mit sanfter Gewalt sprichwörtlich "gelöst" werden.

Erschlagen von den vielen Erlebnissen warfen wir uns dann in unserer kleinen Suite dann auch recht bald ins Queensize-Bett und schnurrten/schnarchten uns im Schlaf durch die stille Nacht.
Teil 825. Aug. 2024
Kapitel 10: "36° und es wird immer steiler!"

Nach einer sehr erholsamen Nacht purzelten wir noch vor Sonnenaufgang aus den Federn. Grund hierfür war unsere doch etwas vollere Tagesplanung mit einem Umweg über den "Grootbergpass" nach "Kamanjab". Also schnell die sieben Sachen zusammengepackt und als Erster das sich noch im Aufbau befindliche Frühstücksbuffet begutachtet.




Kurz vor 8 Uhr waren wir dann auch schon auf der Schotterpiste und fuhren auf der D2612 in Richtung C39. Hier kam uns ein etwas einsam wirkender Radfahrer-Tourist entgegen und fragte uns, ob man hier irgendwo Wasser kaufen könnte. Außer den Lodges viel uns nichts ein, wo man in dieser Gegend sonst Wasser bekommen könnte und gaben ihm aus Mitleid eine unserer Wasserflaschen, was dieser auch dankend annahm. Nicht das der Arme am Ende noch verdurstet!
An der C39 bogen wir dann links, statt rechts ab und fuhren Richtung "Palmwag". Wie erhofft war die Strecke landschaftlich sehr ansehnlich und sicherlich keine vergeudete Zeit.






Die Straße war auch in einem guten Zustand und wir kamen gut voran. Sogar so gut, so dass wir uns hinter "Palmwag" auf dem "Grootberg-Pass" eine Pause an der "Grootberg-Lodge" erlauben konnten. Um allerdings zur Lodge zu kommen, mussten wir erst einmal den Berg erklimmen. Und um den Berg erklimmen zu dürfen, musste der Schrankenwärter unten am Pass erst einmal oben in der Lodge nachfragen, ob der Weg frei ist.


Dies war nun schon das zweite Mal auf unserer Reise, dass wir die Untersetzung mit Differenzialsperre bei unserem Camper einschalten mussten. Aber mit dieser waren die gefühlte 39°-Steigung kein Problem für den Wagen von Safari Car Hire. Langsam aber stetig ging es bergauf.
Oben angekommen wurden wir auch sogleich persönlich begrüßt und in die Lodge geführt. Drinnen wurde anscheinend gerade ein Seminar oder sowas ähnliches abgehalten, so dass wir uns leise zur Bar am anderen Ende des Saals bewegten. Kurz einen kleinen Snack und ein Früchtegetränk bestellt und schon saßen wir auf der Restaurant-Terrasse mit herrlichem Ausblick über das Tal.



Zuhause fliegt vor meinem Balkon ab und an der Milan vorbei. Hier in Namibia sind es gleich ganze Adler! 😄


Ich denke wer mal so richtig, weit ab vom Schuss, abschalten möchte, der ist auf der "Grootberg Lodge" richtig. Hier oben hört man wirklich nur die Vögel zwitschern. Gerne wäre ich hier noch ein Weilchen länger verweilt, aber wir hatten ja noch was anderes vor an diesem Tag.

Die Abfahrt war genauso aufregend abenteuerlich, wie die Auffahrt. Hier mal ein Video aus der Dashcam:

Video_Grootberg-Abfahrt
(Zur Orientierung: Der Berg auf der anderen Talseite liegt ungefähr auf gleicher Höhe.)

Vom "Grootberg Pass" aus, ging es dann die C40 bergab nach "Kamanjab". Als eines der wenigen größeren Dörfer in Namibia nutzten wir den Ort, um unseren Wagen vollzutanken und ein paar Dinge nachzukaufen. An der Tankstelle ging es ja noch einigermaßen gesittet zu. Was vielleicht auch daran lag, dass ich, eine Löwin, das Auto von innen bewachte. Aber beim "Oase Supermarkt" im Dorf konnte mein Privat-Chauffeur fast nicht aussteigen, weil bettelnde Kinder und Parkwächter ihn sofort belagerten. Zum Glück brauchten wir nicht viel und konnten gleich wieder verschwinden.

Wobei wirklich weit kamen wir nicht. Denn wegen der guten alten Zeiten wollte der schwarze Löwe unbedingt wieder im "Oppi Koppi" zu Mittagessen. Ob es diesmal wohl auch wieder einen reptilischen Besuch mit anschließender Schießerei gab, werdet ihr im nächsten Kapitel erfahren. 😉

Eure "Safari"
Teil 901. Sept. 2024
Kapitel 12: Etosha, wir kommen!

Guten Morgen liebe Sonne Afrikas! Welch ein herrlicher Tag mich wohl heute erwarten wird? Denn heute sollte es für die nächsten 5 Tage in den Etosha-Nationalpark gehen, wo ich hoffentlich endlich den ersten wilden Artgenossen begegnen werde!
Bevor dies jedoch in die Tat umgesetzt werden konnte, mussten wir erst einmal aufstehen. Ja, aller Anfang ist manchmal schwer. Besonders wenn das Bett so schön warm und gemütlich ist. =^.^=

Statt geduscht wurde wieder im Pool gebadet (ohne mich natürlich) und dann sorgsam alles aufgeräumt und das Zelt zusammengefaltet. Nicht das wir wieder etwas vergessen, so wie den Campingstuhl an der White Lady Lodge. Es dauerte daher bis kurz vor 9 Uhr, bevor wir loskamen.

Leider war Mario schon wieder unterwegs. Und so konnten wir uns nur von seiner Mutter verabschieden. Hoffentlich bis zu einem nächsten Wiedersehen!

Zurück ging es auf die C40 und dann Richtung "Outjo". Auf dem Weg passierten wir Ziegenherden mit freundlich winkenden Hirten und Vögeln die aufgeschreckt davonflogen. Zu meinem Bedauern entschied sich einer dieser Vögel im letzten Moment seine Fluchtroute und unserer Fahrroute gleichzusetzen. Wir waren leider um einiges schneller...

Um etwas Geschwindigkeit herauszunehmen, fuhren wir bei "Otjikondo" auf die D2694 und dann später auf die D2710. Dies war nicht nur eine gut zufahrende Abkürzung, sondern auch die viel schönere Strecke. Dann nur noch auf der C38 ein Stück Richtung Norden und wir standen hinter dem "Anderson Gate". Warum "hinter" dem Gate? Das lag daran, dass das Gate gerade umgebaut wurde und die Parkwächter in einen Container hinter dem Gate auf uns warteten. Nach einem geduldigen Ausfüllen der Einreiseformalitäten, stieg die Löwenpopulation im Park um eins. Nämlich um mich! =^.^=

Nicht allzu weit vom Gate bogen wir nach "Ombika" in westliche Richtung links von der Hauptstraße ab und nutzten sogleich die erste Gelegenheit für unseren ersten Game-Drive. Sogleich sahen wir die ersten Antilopen, Zebras, Oryx und sogar eine Giraffe.



Unser weiterer Weg führte natürlich nach "Okaukuejo", wo wir an der NRW-Rezeption noch unsere Parkgebühren bezahlen mussten. Bei der Gelegenheit fragte mein Privat-Chauffeur auch gleich nach den ersten Sichtungen und bekam den Tipp, dass bei "Gemsbokvlakte" diesen Morgen Löwen gesichtet wurden. Ich könnt euch vermutlich alle denken, wo wir als nächstes hingefahren sind. =^.^=

Aber leider kamen wir wohl zu spät. Denn selbst nach intensiver Suche mit dem Teleobjektiv vom Wasserloch bis zu den Wald- und Buschrändern, war von meinen Artgenossen kein Öhrchen zu sehen. Dafür sahen wir jede Menge Antilopen, welche sich um Kampf übten am Wasserloch und sich freundlich und weniger freundlich beißende Zebras in der Umgebung.




Nach einer Weile folgten wir dem Weg weiter nach "Olifantsbad", welches seinem Namen sogleich alle Ehre tat. Hier verweilten wir ein bisschen und schauten den kleinen Rüsselträgern beim Planschen und Spielen im Wasser zu.



Da die Elefantenherde das Wasserloch so richtig in Beschlag genommen hatte, hatten wir irgendwann aber genug gesehen und fuhren weiter. Dabei konnten wir noch einen ersten Blick auf eine Kudu-Antilope erhaschen.


Zurück auf der C38, hielten wir es nur kurz auf dieser Straße aus, da diese als Sand-/Schotterpiste in einem wirklich schlechten Zustand war und das Fahren darauf viel Konzentration erforderte und absolut keine Freude war. Viel lieber bogen wir da auf den Seitenweg ab, welcher zum "Sueda" Wasserloch führte.
Hier bekam ich einen ersten Ausblick auf die schier unendliche Weite der Etosha-Salzpfanne, welche dem Nationalpark ihren Namen verleiht.


Aber auch dort blieben wir nur kurz, da wir von einem anderen Parkbesucher erfahren hatten, dass sich ein Löwe unter einem Baum in der Nähe von "Salvadora" befinden soll. Also nichts wie hin!

Zum Glück gibt es in dieser Grasbewachsenen Savannengegend nicht viele Bäume. Ich glaube es waren ganze Zwei. =^.^=
Als wir näherkamen, sahen wir von der Ferne schon ein anderes Auto bei der Akazie bei "Charitsaub" sehen, welches ja auch in der Nähe von "Salvadora" ist. Wir also auch sofort im Eiltempo hin. Als wir ankamen war, außer einer Krähe, von einem Löwen aber weit und breit nichts zu sehen.


Also gleich weiter nach dem sich schon in Sichtweite befindenden "Salvadora" Wasserloch. Aber auch dort war mit dem bloßen Auge, außer zwei Gnus in der Ferne, nichts zu sehen. Von daher verschwand das vor uns dort gewesene Auto auch sogleich wieder, während mein Privatfotograf wieder seine Kamera mit Teleobjektiv hervorholte, um die Umgebung abzusuchen.


Und tatsächlich! Bei einer genaueren Untersuchung des Baumschattens, sahen wir eine kurze Bewegung im Gras!


Am Ende brauchte es noch den 2x-Telekonverter und die neuere Canon R50 um bei F16.0 und 1000mm Brennweite zumindest ein Beweisfoto machen zu können. Aber das war mir egal, denn dort drüben lag mein ERSTER WILDER LÖWE!!!


Da ich allerdings an unser Auto gebunden war und das schnuggelige Kerlchen von mir daher nichts mitbekam, öffnete der Gute nicht einmal ein Auge. Und an sowas anstrengendes wie Aufstehen war zu dieser Nachmittagshitze natürlich auch nicht zu denken. So beobachteten wir den Kater eine Weile bei dem was Löwen am besten können und am meisten tun. Beim Schlafen!
Und zumindest ein anderes Touristenpaar war uns für unsere Ausdauer dankbar. Denn ohne das Wissen das dort unter dem Baum ein Löwe lag, war dieser sehr leicht zu übersehen.

Da die Zeit aber doch schon in Richtung Sonnenuntergang tendierte, verließen wir ihn dann doch nach einiger Zeit in der Hoffnung, dass wir während unserer Zeit im Etosha-Park noch weitere meiner Art sehen würden.

Weiter ging es nach "Rietfontain", wo sich einige Springböcke und ein paar Gnus aufhielten. Gerne wäre mein Privatchauffeur zur Abkühlung mit den Gnus ins Wasserloch gesprungen, aber ich sagte natürlich dazu: "Gejagt wird später!"



Aufgrund mangels wirklich spannender Sichtungen hier, ging es aber bald weiter. Da wir nun doch noch gut in der Zeit lagen, fuhren wir an der Abzweigung nach "Halali" weiter nach Osten und Bogen dann auf dem Weg zum "Nuamses" Wasserloch ein. Plötzlich wurde das Wetter etwas stürmischer und wir fürchteten schon in ein Unwetter zu geraten, als wir von "Nuamses" Richtung Süden weiterfuhren. Zum Glück zog die kleine Regenwolke aber an uns vorbei, so dass wir noch Zeit für einen kleinen Fotostopp bei diesen süßen Kerlchen hatten.


Gegen kurz nach 18 Uhr erreichten wir dann das "Halali-Camp", wo wir für die kommenden zwei Nächte ein "Double Room" (Zimmer mit Doppelbett) gebucht hatten. Schnell eingecheckt, einen Tisch fürs Abendessen reserviert und ein paar Sachen ins Zimmer gebracht, waren wir wenige Minuten später schon am Moringa Wasserloch. Gerade noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang mit friedlich trinkenden Zebras.



Im letzten Licht der Dämmerung ging es dann noch zum Abendessen und danach schnurstracks ins Bett. Denn morgen wollten wir schließlich wieder fit sein für unseren ersten "richtigen" Tag im Etosha!
Teil 1004. Sept. 2024
Kapitel 13: Freude und Glück mit Franzosen

Es ist früh-morgens, 6:15 Uhr. Eine Uhrzeit in der mich normalerweise keine 10 Zebras aus dem Bett bekommen. Aber hier im Etosha war Viertel-nach-Sechs schon fast zu spät. Zwar waren wir noch fast die ersten am Frühstücksbuffet, aber nicht die Ersten am Gate. Da wir keinen Plan hatten, wo wir mit der Pirsch heute anfangen sollten, folgten wir einfach der kleineren Gruppe an Fahrzeugen. Diese führten uns als erstes an dem zugewachsenen "Helio-Wasserloch" vorbei nach "Goas". Dort erwarteten uns die ersten Zebras im Sonnenlicht.


Nach ein paar schönen Fotos zogen wir aber bald weiter, um vielleicht noch andere Tiere im schönen Morgenlicht auf den CCD-Sensor zu bannen. Ihr ahnt ja nicht was wir als nächstes gesehen haben!

Noch auf dem Waldweg kurz vor "Batia", sahen wir am Straßenrand einen einzelnen Camper stehen. Vorsichtig fuhren wir langsam heran und fragten neugierig, was es denn hier zu sehen gäbe. Die Antwort des französischen Päärchens brachte mich sofort auf meine Pfoten. Keine 15m von uns entfernt lag doch tatsächlich ein LEOPARD im Gebüsch!


Mann war die gut getarnt! Die hätten wir im Leben nie und nimmer alleine so entdeckt.
Zu unserem Glück stand die Gute dann auch noch auf und kreuzte die Straße, so dass wir sie in voller Pracht sehen und fotografieren konnten. Nur würdigte sie uns leider keines einzigen Blickes.


Wir beobachteten sie noch, bis auch das letzte Öhrchen im Busch verschwunden war, bevor wir uns noch ein wenig mit Laura und Nicolai (den Franzosen) unterhielten und uns gegenseitig zu dieser einmaligen Sichtung beglückwünschten. Da die beiden keine "große" Kamera dabei hatten, machten wir eine Win-Win-Vereinbarung in dem wir ein spontanes Team bildeten. Wir versprachen ihnen unsere Fotos später per E-Mail zuzuschicken und im Gegenzug spielten sie für uns ab sofort die Sichtungs-Späher. Ich glaube wir haben an keinem anderen Tag mehr so viele Sichtungen in so kurzer Zeit gehabt, wie an diesem Vormittag.












Gut, die Giraffen hätten wir auch alleine entdeckt. Aber an dem Steinböckchen wären wir unter Garantie vorbeigefahren. Bezüglich Sichtungen war es schon erheblich besser, wenn man zu Zweit im Auto saß. Wobei wir waren doch auch zu Zweit im Auto... *pfeif*

Wir drehten die Runde von "Batia" über "Springbokfontain", "Okerfontein" nach "Kalkheuwel". Dort trennten wir uns, da Laura und Nicolai wieder zurück nach Westen wollten um einen Geparden zu suchen. Wir hingegen wollten weiter nach Osten in der Hoffnung auf Löwen zu treffen. Kaum hatten wir uns auf der C38 getrennt, als wir nach wenigen Kilometern auf mehrere am Straßenrand stehende Autos und Touristentransporter trafen. Nach kurzer Nachfrage bekamen wir eine genaue Beschreibung wo hinter dem Gebüsch ein GEPARD lag! Ja heute war endlich Katzentag! =^.^=

Da sich die Gepardin jedoch halb hinter halb im Gebüsch befand, war von ihr erstmal auch nicht viel zu sehen.


Jedoch entdeckten wir auf einem der Fotos etwas Fleischiges. Die Gute suchte anscheinend nicht nur Schatten im Gebüsch, sondern hatte auch Beute dabei!

Brav warteten wir bei der Gepardin, bis auch Laura und Nicolai von ihrem erfolglosen Ausflug im Westen zurückkamen und sie zumindest ein Öhrchen von der Gepardin in Echt und etwas mehr von ihr auf meinen Fotos zu sehen bekamen. Da wir alle eine Pinkelpause brauchten, fuhren wir gemeinsam nach "Namutomi", wo mich die beiden auch gleich zum selbstgemachten Mittagessen auf ihrer Campsite einluden!


Das war echt total nett! Und die vegetarische Penne war auch voll lecker!

Gestärkt von der guten Mahlzeit machten wir uns dann wieder alleine auf die Pirsch. Unser nächstes Ziel war "Klein Okevi" wo wir auf eine kleine Herde Elefanten stießen.




Zurück an "Namutomi" vorbei besuchten wir noch das "Chudob" Wasserloch, bevor wir unseren Rückweg gen Westen antraten. Auf dem Weg sahen wir fast überall weitere Tiere von deren Art wir oft schon viele gesehen hatten. Aber was wäre ein Reisebericht ohne ein paar schöne Fotos. Daher bitteschön! Ob ihr wollt oder nicht, ist mir egal. =^.^=





Auf der C38 in Richtung "Kalkheuwel" kamen wir wieder an der Stelle vorbei, wo wir am späten Vormittag noch die Gepardin gesehen hatten. Zum Glück hatte der schwärze Löwe neben mir, was das genaue wiederfinden von Orten betrifft, ein wirklich sehr gutes Gedächtnis. Denn diesmal stand kein einziges Auto mehr an der Stelle...
Unsicher, ob die Punkte-Katze noch da war, spähten wir mit unserem optischen Vergrößerungsgerät ins Gebüsch und sahen ein paar ihrer Punkte durch die Zweige. Wer möchte, darf im folgenden Bild gerne selbst mal suchen.


Geduldig warteten wir, dass etwas passierte. Und es passierte tatsächlich etwas! Es kamen nämlich andere Autos mit Touristen vorbei!

Zuerst kam ein Auto vorbei, schaute kurz in die Gegend und fuhr dann einfach weiter, weil es offensichtlich ja überhaupt nichts zu sehen gab. XD
Wenig später kam dann ein weiteres Auto mit zwei japanischen Touristen vorbei. Diese fragten immerhin, ob wir denn wirklich nur die drei Giraffen am Waldrand beobachten würden. "Nein, wir beobachten hier keine Giraffen.", antworteten wir mit einem Grinsen im Gesicht. Auf unseren darauffolgenden Hinweis, dass keine 20m von ihnen ein Gepard im Busch lag, waren die dann natürlich völlig überrascht und aus dem Häuschen. Leider hatten die Beiden es aber anscheinend eilig, da sie nur kurz verweilten und von der Gepardin zu diesem Zeitpunkt nicht viel sehen konnten.
Das änderte sich dann aber bald, als die Gute ihre Beute, ein Springbock, vor das Gebüsch schleppte und sich immer weiter den Bauch vollstopfte. Es dauerte keine Viertelstunde und die Straße war so gut wie dicht! ^^





Am Ende war die Gepardin so vollgefressen, so dass sie mich an diesen lustigen Animationsfilm erinnerte. =^.^=


https://www.youtube.com/watch?v=BOOljk_LOcs

Und ich denke der hier, wird auch noch seinen Teil der Beute bekommen haben.


Gerne wäre ich noch ein wenig länger geblieben, aber wir mussten auf Grund der Zeit weiter. Bis zum "Halali-Camp" war es noch weit und wer wusste zu diesem Zeitpunkt schon, was oder wem wir noch begegnen würden. Heute weiß ich es...




Wie am letzten Abend, so machten wir auch diesmal vor dem Abendessen im Restaurant einen schnellen Abstecher am "Moringa" Wasserloch. Aber außer den Zebras von gestern Abend (???) waren keine anderen Tiere zu sehen.
Also legten wir uns wieder recht bald schlafen, um am nächsten Tag die ersten am Tor zu sein! Und morgen wollte ich endlich auch mal wieder Löwen sehen! Am besten ein ganzes Rudel! Jawohl!
Teil 1107. Sept. 2024
Kapitel 14: Löwenpopulation?

Ich glaube ich habe in dieser Nacht wirklich von einem ganzen Rudel Löwen geträumt. Natürlich mit kleinen, süßen und knuddeligen Cubbies! =^.^=
Aber da ich nicht nur von wilden Löwen träumen, sondern auch im realen Leben welche sehen wollte, weckte ich meinen Reisebegleiter mit Nachdruck gegen Viertel-vor-Sechs. Heute wollten wir schließlich die ersten am Gate sein!
Also rasant gepackt, kurz gefrühstückt und schnell an der Rezeption ausgecheckt (und die Schlüsselkaution zurückgefordert) und schon standen wir am Gate... an zweiter Position...



Ich sehe schon, dass ist noch ausbaufähig.

Zu unserem Glück bog das erste Auto nach Toröffnung in Richtung "Okaukuejo" ab, so dass wir auf unserem Weg zum "Goas" Wasserloch die Führung übernahmen. Auf dem halben Weg sahen wir zuerst eine Kudu-Herde im Morgenlicht.


Und am "Goas" Wasserloch beobachteten wir einige Zebras. Ich mag Fotos mit Spiegelungen. 🙂



Lange waren wir jedoch nicht alleine am Aussichtspunkt, so dass wir zügig weiterfuhren.


Ein wenig hoffte ich ja auf dem weiteren Weg nochmal die Leopardin vom Vortag zu entdecken. Aber das wäre wohl zu viel des Glücks gewesen. Nach 11km bogen wir dann auch auf den "Gabelrakenweg" ein. Zumindest nannte mein Privatchauffeur diesen Weg so, da er bei seiner letzten Reise hier massenweise diese Vögel gesehen hatte. Heute sahen wir jedoch nichts. Naja fast nichts. Denn genau am Ende des Weges an der C38, sahen wir unseren privaten und selbst entdeckten Nashornhintern!


Da es schönere Anblicke gibt und sich das Nashorn sowieso einen von uns abgewandten Weg eingeschlagen hatte, fuhren wir weiter nach Osten. Kurz darauf begegneten wir dem ersten Auto aus Richtung "Namutomi" und hielten an, um nach Sichtungen zu fragen. Hier erfuhren wir, dass spielende Löwinnen in der Nähe der Hauptstraße gesehen worden sein sollen! Da uns der andere Fahrer leider keine genaue Ortsangabe geben konnte, fuhren wir mit höchster Aufmerksamkeit auf der C38 weiter. Hoffnungsvoll schauten wir in jeden Busch und unter jeden Baum. Aber am Ende entdeckten wir die Löwinnen bis "Chudob" nicht. Potenzielle Beute wäre auf jeden Fall da gewesen...


Weiter ging es Richtung "Namutomi". Gerade als wir wieder auf die Hauptstraße trafen, sahen wir in der Entfernung am Waldrand eine weitere Elefantenherde, welche im sehr zügigen Tempo geradewegs zu dem Wasserloch wollten, wo wir gerade herkamen.
Aber Elefanten hatte ich genug gesehen. Mir lag der Sinn heute nach einfach weiteren Großkatzen.

Etwas planlos fuhren wir weiter und probierten einfach mal die "Doringdraai"(?)-Schleife aus, welche anscheinend nur von wenigen Besuchern befahren wird. Dort trafen wir auf eine Mungogruppe, welche eine Pfütze im Weg als ihr persönliches Wasserloch nutzte.



Unser Glück auf die Probe stellend, fuhren wir die Hauptstraße wieder zurück nach Westen, wo wir keinen Raubkatzen, dafür anderen Tieren begegneten.



Zugegeben, würde ich nicht in einer schattigen Fahrerkabine sitzen und rumkutschiert werden, hätte ich mir vermutlich auch den nächstbesten schattenspendeten Baum gesucht und mich hingelegt.

Da wir sowieso nun in der Gegend waren, fuhren wir noch zum "Ngobib" Wasserloch. Aber nach einer beschwerlichen Fahrt durch viele Sickerlöcher, sahen wir...
...eine schöne Landschaft.


Den Rundweg haben wir uns gespart.

Spätestens jetzt hatte ich das mit den spielenden Löwinnen aufgegeben. Klar braucht man viel Glück, um selbstständig den König der Tiere in der Savanne zu finden. Von daher verstanden wir nicht, warum der Buschfunk unter den Touristen in diesen Tagen so gut wie überhaupt nicht funktionierte. Von zehn entgegenkommenden Autos hielten höchstens zwei an. Die die zwei die anhielten, waren erstmal überrascht, dass man ja miteinander reden und sich bei den Sichtungen helfen kann.
Natürlich haben wir immer gefragt, ob irgendwo Löwen gesichtet wurden. Aber alle haben gesagt, dass sie bisher nur eine Löwin gesehen haben. Und zwar mich... Whaaah! =^.^=

Da es schon nach Mittag war, fuhren wir nach "Namutomi" für eine Trink- und Pinkelpause. Bei der Gelegenheit besuchten wir auch gleich das "Koinachas" Wasserloch, was jedoch von jeglichem Getier unbesucht hinter der Campabsperrung lag. Und da wir schon mal hier waren, genehmigten wir uns auch noch ein Eis vom Shop.

Unsere nächste Mission führte uns um die "Fisher´s Pan". Hier sahen wir versprenkelte Gnus, das ein und andere Oryx, sowie vereinzelte Zebras. Also alles in allem die üblichen Bewohner des Etoshaparks. Aber wir sahen hier auch, und ich meine auch zum ersten Mal, eine schöne, bunte Gabelrake!



An "Namutomi" vorbei ging es nochmals zum "Koinachas" Wasserloch, welches wir auch zuvor schon einmal kurz abgecheckt hatten. Aber auch diesem sah ich nur ein einsam trinkendes Impala.


Mein Privatfotograf erzählte währenddessen von seinem Erlebnis von vor 10 Jahren , wo er genau hier ein ganzes Löwenrudel gesehen hatte. Ich sage euch, das war wie Salz in offenen Wunden...

Als nächstes versuchten wir unser Glück bei den Wasserlöchern "Klein & Groot Okevi" nördlich von "Namutomi".
Bei "Klein Okevi" begegnete ich dann meinen ersten Warzenschweinen. Eine Sau mit Ferkel, welche ihren Durst am Wasserloch stillten und dann wieder in den Busch trotteten. Und einen Vogel hatten wir glaube ich auch noch.



Bei "Groot Okevi" hatten sich die nächsten beiden Dickhäuter breit gemacht und blockierten Wasserloch und Aussichtspunkt.



Aber wenigstens gab es hier eine ulkige Szene, wo der eine Elefant seinen Rüssel über seinen Stoßzahn schwang und diesen dann erstmal nicht mehr zurückgeschwungen bekam. o.O


Zum Glück sind mir solche Probleme völlig unbekannt.

Der nächste logische Weg war dann von "Groot Okevi" nach "Tsumcor". Dort sahen wir keinen einen Elefanten, sondern gleich eine ganze Herde von Elefanten! Diesmal auch wieder mit Jungtieren, oder wie ich sie gerne nenne "kleinen Dumbos".



Interessant wurde es dann, als die Herde wieder vom Wasserloch abzog. Und zwar direkt in unsere Richtung! Jetzt hieß es schön ruhig bleiben und nicht in Panik verfallen, wenn die riesigen Dickhäuter direkt an unserem Auto vorbeilaufen. Ganz nach dem Motto: "Ich tue dir nichts und du tust mir nichts."

Übrig blieben zwei Elefanten, die sich anscheinen darum rangelten, wer denn als nächster trinken dürfe. Für alle anderen Tiere hier, war jedenfalls klar, dass sie noch nicht dran waren.



Da die Elefantenherde noch die Ausfahrtstrasse blockierte, mussten wir gezwungener Massen noch etwas warten, ehe wir weiterfahren konnten. Aus völliger Verzweiflung versuchten wir unser weiteres Glück im Norden.
Zunächst fuhren wir, nach dem Rat einer entgegenkommenden privaten Touristengruppe, an der Pfanne entlang nach "Stinkwater". Entgegen deren Aussage war aber auch dieser Weg beschwerlich zu fahren und alles andere als Tierreich. Und da wir schon so weit im Norden waren, fuhren wir dann auch gleich weiter nach "Andoni", dem am nördlichsten gelegenen Wasserloch im Etoshapark. Hier sahen wir wieder Gnus, einige Vögel und weitere Warzenschweine.




Der Rückweg auf dem Hauptweg nach "Namutomi" war dann tatsächlich in noch schlechterem Zustand. Und einmal wären wir auf dem Wellblech einfach so auch fast in den Busch geschlittert! Die Hauptstraßen im Etoshapark gehören wirklich mal dringendst Instandgesetzt!

Auf jeden Fall war meine Stimmung auch so schon auf einem Tiefpunkt angelangt. Und während wir über die schlechte Piste rüttelten, hielt ich es einfach nicht mehr aus und brüllte.

"Setz mich aus, damit ich die Löwenpopulation ankurbeln kann!"

Offensichtlich wurde ich natürlich nicht ausgesetzt. Allerdings musste ich mir einen sehr komischen Blick meines Privat-Chauffeurs über mich ergehen lassen. Ich denke der schwarze Löwe neben mir hat in diesem Moment aber mindestens genauso gelitten wie ich, so dass ich für meine Ungeduld keine Schelte bekam. Vielmehr fragten wir uns beide im Stillen: "Wo sind bloß alle Löwen hin?"
Teil 1208. Sept. 2024
Kapitel 15: Die Löwin

Mit dieser Frage im Kopf, bogen wir noch einmal nach "Tsumcor" ein. Einfach nur, weil es wieder auf unserem Weg lag. Und wieder standen ein paar Elefanten am Wasserloch und tranken. Aber warum standen dann alle Autos nicht in Idealposition zu den Elefanten?

Und dann sahen wir es! Einen Schatten, hinter einem Busch, mit zwei runden Ohren!
Gemeinsam schrien wir mit vollem Enthusiasmus: "LÖWE!!!"

Und zu unserem Glück gab uns auch noch genau der Wagen auf der Polposition uns seinen Platz frei, so dass wir eine super Sicht auf die junge Löwin hatten!

Endlich! =^.^=

"Hallo, Schwester!"


Nachdem die ersten paar duzend Fotos geschossen waren, beauftragte ich meinen Privatchauffeur die späteste mögliche Abfahrtzeit zu berechnen. Denn eins war klar. Solange Schwesterherz hier war, würden ich mich keine Pfote weit von hier fortbewegen.

Die Gute schaute derweil immer mal wieder zum Wasserloch, wo eine kleine Elefantenherde am Trinken und Spielen war.


Geduldig warteten wir gemeinsam, dass die Elefanten das Wasserloch für die anderen Tiere freigeben würden. Offensichtlich zog sich dies aber etwas in die Länge.



Aber dann kam plötzlich doch Bewegung in die Herde! Der Grund hierfür war für uns Löwinnen allerdings der denkbar schlechteste...
Denn was ist schlimmer als eine Herde Elefanten, welche das Wasserloch besetzen? Genau! Eine noch größere Herde an Elefanten, welche obendrauf auch noch durstig sind! XP


Für meine Schwester bedeutete dies erstmal einen kleinen Stellungswechsel.


Und wieder hieß es warten, bis auch diese Elefantenherde sich an dem erfrischenden Nass gütlich getan hatte...

Aber dann war das Wasserloch endlich frei für die anderen Tiere und Schwesterchen witterte ihre Chance auf ein saftiges Abendessen!


Sie gab alles und machte sich flach wie eine Flunder!

Letzten Endes ist sie dann aber doch entdeckt worden und konnte ihren Beutetieren nur nachschauen.

Pünktlich zu unserer maximal spätesten Abfahrzeit, stand dann auch die junge Löwin auf und verschwand bald darauf im Busch.



"Auf Wiedersehen, Schwesterherz!"

Wir machten uns dann auch auf den Weg nach "Onguma", wo wir ja einen Zeltplatz für die kommende Nacht gebucht hatten. Also nichts wie auf zum "Von Lindequist Gate", wo zwei nette Parkwächterinnen noch kurz unsere mageren Fleischvorräte begutachteten. Das Onguma-Wildreservat liegt wirklich direkt hinter dem Gate, so dass wir pünktlich mit dem Sonnenuntergang die "Tamboti Campsite" erreichten.


Nach dem Zeltaufbau machten wir uns noch mit dem Campsite-Gecko bekannt, welcher sich anscheinend liebend gerne um die Sanitäranalgen kümmerte.


Da wir kein Fleisch mehr zum Grillen hatten und mir jetzt der Appetit auch nicht nach Dosenspaghetti stand, gingen wir dann doch lieber ins naheliegende Restaurant zum Abendessen. Da gab es immerhin Oryx und einen schönen Blick aufs beleuchtete Wasserloch.

Zufrieden zumindest heute eine Löwin gesehen zu haben, gingen wir gegen 22 Uhr ins Dachzelt. Morgen würde bestimmt besser werden!
Teil 1313. Sept. 2024
Kapitel 16: Auf leisen Pfoten

Für diesen Tag war ein zuerst ein "Bush-Walk" auf "Onguma" geplant. Dies hatte meinem Reisebegleiter schon vor 10 Jahren so gut gefallen, so dass er dies unbedingt nochmals tun wollte. Nach einem schnellen Frühstück standen wir dann auch wie bestellt um halb sieben bei der Rezeption auf der Matte. Entgegen der Aussage vom Vorabend, hatten die anderen Bush-Walk-Interessenten jedoch abgesagt, so dass wir sogar eine Privattour bekamen!
Durch die sehr frische Morgenluft fuhren wir Richtung des Ostendes der "Fischers Pan", wo unser Guide dann in einem recht offenen Gelände den Wagen abstellte.


Dies natürlich zu unserer eigenen Sicherheit, um nicht versehentlich in ein Nashorn oder eine Elefantenherde zu geraten. Zwar hatte unser Guide zur weiteren Sicherheit ein Gewehr dabei. Aber dieses wollten wir natürlich möglichst nicht zur Anwendung kommen lassen.

Zu Fuß, beziehungsweise auf Pfoten, ging es dann los. Zuerst lernten wir etwas über Impala-Kot und unterhielten uns etwas über Webervögel und ihre Nestbauwettbewerbe. Wenn ich mich richtig erinnere, dann brauchen die Männchen 2 Wochen für ein Nest. Und wenn es der Dame nicht gefällt, so lässt sie seine Arbeit einfach zu Boden fallen, so dass er schön nochmal von ganz vorne anfangen darf.

Als nächstes habe ich hier ein Suchspiel für euch. Auf diesem Foto ist ein Tier versteckt.


Über schöne rot blühende Misteln in Büschen, schwenkte mein Reisebegleiter das Thema dann auf Spinnen. Zu seinem Bedauern, gab es in dieser Gegend aber nur ganz kleine Exemplare.


Kurz vor Schluss stolperten wir dann noch über einen Eingang zu einem Ameisenbau. Hier lernte ich dann tatsächlich auch noch was ganz Neues. Oder wer von euch wusste schon, dass es riesengroße Wächter-Ameisen gibt?!


Im Großen und Ganzen war der "Bush-Walk" aber nicht ganz so aufregend wie erhofft. Dies lag vielleicht auch daran, dass es keine Gruppendynamik gab, welche zu lustigen oder interessanten Situationen hätte führen können. Und vielleicht war auch der Guide, wie die ihm umgebene Natur, einfach zu trocken.
Gegen 9:30 Uhr waren wir dann wieder zurück im "Tamboti Camp" und packten unsere 7 Sachen ins Auto. Noch kurz ausgecheckt und die Tour bezahlt, und schon ging es wieder zurück in den Etosha.
Teil 1413. Sept. 2024
Kapitel 17: Postkutsche

Die netten Damen von gestern waren auch heute wieder am Gate und erkannten mich sofort wieder. Von daher durften wir nach etwas Smalltalk auch gleich weiterfahren.
Da wir außerhalb des Nationalparks übernachtet hatten, mussten wir nach "Namutomi" fahren, um dort an der NRW-Rezeption unsere Parkgebühren für die nächsten 2 Tage zu entrichten. So weit so gut. Womit wir allerdings nicht rechneten war die Zusatzaufgabe, welche wir auch noch erledigen sollten. Wie die Dame an der Rezeption korrekt erkannte, war unser heutiges Ziel das "Okaukuejo-Camp". Und da anscheinend ein anderes Touristenpaar irgendeine Bezahlung im "Namutomi-Camp" vergessen hatte, wurde mein Privatchauffeur auch gleich dazu verpflichtet einen Rechnungsbrief mit nach "Okaukuejo" mitzunehmen. Angeblich war dies auch dringend, da das Touristenpaar den Park sonst nicht würde verlassen dürfen.
Naja, deswegen auf direktem Wege nach "Okaukuejo" fahren, würden wir trotzdem nicht. Schließlich wollte ich heute endlich mal richtig viele Löwen sehen!

"Koinachas" war leer, weswegen wir gleich weiter nach "Chudob" gefahren sind. Dort gab es sehr viele durstige Impalas zu sehen, welche sich beim Trinken schön im Wasserloch spiegelten.


Und etwas weiter hinten zeigte sich auch ein imposanter Kudu-Hirsch.


Weiter ging es dann Richtung Westen auf der C38, wo verschiedenste Pflanzenfresser in der Savanne zu sehen waren.


Unser nächstes Ziel war "Kalkheuwel", dessen Weg von der Hauptstraße aus in keinem guten Zustand war. Zu unserem Glück trafen wir gleich am Abzweig zum Wasserloch auf ein anderes kommunikatives Touristenpaar, welche gerade von "Kalkheuwel" zurückkamen. Denn nach einem kurzen Austausch war klar, dass wir uns den Weg nach "Kalkheuwel" sparen konnten.

Da wir es mit dem Brief nicht eilig hatten, machten wir auch wieder den Umweg über "Okerfontein". Hier entdeckten wir neben einer Giraffe und einem Red Hartebeest, auch einen schönen Falken. =^.^=




Aber von Löwen gab es weit und breit keine Spur. Und auch alle anderen Parkbesucher, welche wir befragen konnten, hatten außer mir keinen anderen Löwen gesehen.

Leicht deprimiert ging es auf der C38 weiter in Richtung Westen. Vorbei an "Batia" und dem Etosha Lookout bis nach "Rietfontein". Und je weiter wir nach Westen kamen, umso weniger Tiere sahen wir.

Am Wasserloch selbst gab es dann auch nur noch ein paar Tiere. Und davon keine, welche wir nicht schon unzählige Mal gesehen hatten. Deswegen ging es dann auch gleich weiter Richtung "Salvadora", wo wir ja am ersten Etosha-Tag (also vor-vor-gestern) einen schlafenden Löwen unter dem Baum gesehen hatten. Aber natürlich war der heute auch nicht mehr oder wieder da.
Dafür sahen wir beim benachbarten "Charitsaub" Wasserloch eine ganze Gruppe Strauße.



Wieder zurück auf der C38 wurden wir erst einmal wieder gut durchgerüttelt. Und da sich mein Fahrer daher voll und ganz aufs Fahren konzentrieren musste, sank auch die Chance überhaupt noch etwas im Gebüsch nebenan entdecken zu können quasi auf null. So ratterten wir bis "Ondongab" eigentlich nur Kilometer herunter.

Da es auf dem Weg lag, fuhren wir der Vollständigkeit halber als nächstes das Wasserloch "Kapupuhedi" an. Neben etwas Wasser, hat man von hier aus einen ganz guten Blick auf die Weiten der Etosha Pfanne.


Aber auch hier machten wir, mangels jeglicher Tiere, nur kurz Pause, bevor es dann weiter nach "Nebrownii" ging. Hier, so erzählte mir mein Reisebegleiter, hat er mit meiner Tante vor 10 Jahren jagende Löwinnen gesehen, was zumindest einen Funken Hoffnung in mir wieder aufkommen ließ. Aber als wir in "Nebrownii" ankamen, konnte ich ihm nicht wirklich glauben, dass hier einmal im kniehohen Gras drei Löwinnen versteckt hatten.


Gegen 15 Uhr erreichten wir dann schließlich "Okaukuejo", wo wir pflichtbewusst die überaus wichtige Post abgaben. Im Ernst, wir mussten der Dame an der Rezeption zweimal erklären, was es mit dem Brief auf sich hatte.
Aber nicht nur wegen dem Brief waren wir an der NRW-Rezeption. Insgeheim hofften wir hier vielleicht den ein oder anderen Sichtungstipp zu erhalten. Aber das war totale Fehlanzeige!

Wir nutzten das Camp noch um unsere Getränke- und Knabbervorräte aufzustocken. Aber da wir heute Abend in "Okaukuejo" kein Zimmer sondern nur eine Campsite gebucht hatten, fuhren wir nochmal in den Park hinein. Weil wir diesen Teil noch nicht gesehen hatten, fuhren wir nach Süden in Richtung "Anderson Gate" und bogen dann nach Osten auf den Pirschweg ab. Positiv an diesem Weg war schon mal, dass der Weg gut zu befahren war und wir außer uns kein weiteres Fahrzeug sahen. Allerdings sahen wir außer dem ein oder anderen Einzelgänger Gnu keine anderen großen Tiere, weswegen mein Privat-Fotograf anfing wirklich alles zu fotografieren was sich bewegte.



Und auch wenn sich nichts bewegte, fotografierte er... Landschaft.


Nach einem langen sich durch die Landschaft schlängelnden Weg, kamen wir bei "Gemsbokvlakte" an. Also der Ort, wo vor 3 Tagen noch Löwen geschichtet worden waren.
Aber natürlich waren hier auch keine Löwen. Und da sich die Strategie, über teils schwierige Wege durch den Park zu fahren nicht bewährt hatte, beschlossen wir nun diese zu ändern und einfach mal am Wasserloch stehen zu bleiben. Wo sollten wir auch sonst noch in den verbleibenden 2 Stunden bis Sonnenuntergang hinfahren?
Also suchten wir uns eine schöne Position, eine mit der Sonne im Rücken und Schatten in der Fahrerkabine, und harrten der Tiere die da kommen mögen.




Wie man sieht, war zumindest ein bisschen was los. Vor allem der Schakal, welcher teilweise von den Springböcken über die Wiese gescheucht wurde.

Mit der untergehenden Sonne fuhren wir zurück ins "Okaukuejo-Camp" und ließen uns vom Camp-Wärter einen Stellplatz am Rand zuweisen. Naja, im Vergleich zu den anderen Campingplätzen, war das hier mehr mit Parken als mit Campen zu vergleichen. Keinerlei Sichtschutz und bis zum Nachbarn waren es auch nur 7-8 Meter. Und dann war der Campingplatz auch ziemlich voll.
Aber letztendlich waren wir nur zum Schlafen hier. Also schnell das Dachzelt aufgebaut und dann gleich ab zum Wasserloch.

Auf dem Weg zum Wasserloch war ich natürlich der Hingucker. Man sah den Leuten wirklich an, dass sie froh waren, endlich mal eine Löwin zu sehen! Selbst wenn auch nur aus Plüsch!
Mit dem einem Mann kamen wir dann auch kurz ins Gespräch. Er erzählte uns, dass er heute 7 Löwen bei "Salvadora" gesehen habe. Verdutzt fragten wir nach, wann das denn gewesen sei, da wir in "Salvadora" heute ja auch vorbeigefahren sind (das Wasserloch, wo wir den ersten Löwen gesehen haben). Mit einem Maunzer der Verzweiflung, musste ich anhand unserer Fotos feststellen, dass wir das Löwenrudel um nur 2 Stunden verpasst hatten! Argh!
Traurig legte ich mich daraufhin auf die Steinmauer beim Wasserloch und erfüllte meine Aufgabe als Fotomotiv.


Nach dem Sonnenuntergang kamen dann die Nashörner aus dem Busch und unterhielten uns als ihr Publikum mit einem kleinen Platzkampf und einem Muttermilch trinkenden Riesenbaby.


Irgendwann zwischendrin waren wir noch im Restaurant Essen (lecker Wildsteak) und entdeckten den hiesigen Camp-Gecko an einer Hauswand, bevor wir dann gegen 23 Uhr ins Dachzelt kletterten.


Doch an eine erholsame Nacht war fast nicht zu denken. Rechts und links, mal nah mal fern, wurde noch erzählt, Reisverschlüsse hochgezogen, weitere Zelte aufgebaut und Geschirr verstaut. Und macht doch gefälligst das Stellplatz-Licht aus, wenn ihr schlafen geht! *fauch!*

Deprimiert über diesen Tag, habe ich mich dann doch irgendwann einfach zusammengerollt und mich leise in den Schlaf geweint...
Teil 1520. Sept. 2024
Kapitel 18: Der Geisterwald im Geisterpark!

Wie praktisch doch so eine volle Blase sein kann, wenn sie einen 5 Minuten vor dem Wecker aus dem Land der Träume holt. Aber zum Schlafen war ich sowieso nicht hier. Die Nacht hatte trotz des doch etwas beengten Gefühls auf der platztechnisch optimal ausgenutzten Campsite gutgetan und ich war voller Tatendrang heute mehr zu sehen. Die große Frage war nur wo!

Zuerst mussten wir allerdings unser Dachzelt abbauen. Dies gelang meinem Reisebegleiter dank seiner Größe und seiner Übung an diesem Morgen schon so schnell, so dass wir, mit Morgentoilette und Katzenwäsche, schon nach 40 Minuten fahrbereit waren. Da es aber erst 6:20 Uhr war, machten wir noch einen kurzen Abstecher am "Okaukuejo-Camp" Wasserloch. Dort waren aber nur in einiger Entfernung ein paar Zebras zu sehen.


Also nichts wie zurück zum Auto und vor dem Tor in die sich füllende Schlange der Warteten eingereiht.

Nun mussten wir uns entscheiden, wo es heute hingehen sollte. Alle bisherigen Löwensichtungen von uns oder anderen Parkbesuchern waren im Osten gewesen. Also genau dort, wo wir die letzten vier Tage schon gesucht hatten.
Auf der anderen Seite aber sollte dieser Tag dem Westteil des Etoshaparks gewidmet sein. So war jedenfalls die vor Monaten geplante Idee. Ich war ja zuerst dafür wieder in die Gegend um "Halali" zu fahren, lies mich dann aber von dem Argument überzeugen, dass es im Westen ja auch Löwen geben musste, welche einfach nur noch nicht entdeckt worden sind (eben weil ja alle nach Osten fahren).
Von daher entschied sich mein Privatchauffeur für den Westteil des Etoshaparks, nur um erstmal im Staub der vorausfahrenden Fahrzeuge die Abzweigung zu verpassen und am Ende doch wieder bei "Gemsbokvlakte" zu landen. =^.^=
Dort war an diesem Morgen aber nichts los, weswegen wir dann von dort wieder umgekehrt sind und uns auf den Weg nach "Leeubron" gemacht haben.

Was soll ich erzählen? Ab "Okaukuejo" war der Etoshapark gespenstisch leer. Sehnsüchtig blickten wir in die weite Savanne, doch die Anzahl der Tiere, welche wir von "Okaukuejo" über "Leeubron" und "Grunewald" bis zum "Charl Marais Dam" sahen, konnte sogar ich an meinen 4 Pfoten abzählen. Wo waren nur all die Tiere hin, welche mein Reisebegleiter hier noch vor 10 Jahren gesehen hatte? Ich glaube das fragte sich auch dieser Steppenadler hoch oben auf einem Baum.


Und wie erwartet waren hier in diesem Teil auch nur vereinzelt Touristen unterwegs, welche entweder auf dem Weg nach "Dolomite" oder "Olifantsrus" waren. Dabei gab es jede Menge kleinwüchsiges Gras und auch überraschend viel Wasser in den Wasserlöchern und auch in den Ebenen. Hier mal ein Foto von einem schönen Örtchen bei "Grunewald".


Mit der Gewissheit, dass es nur noch besser werden konnte, überquerten wir den Charl Marais Damm und steuerten das "Ozonjuitjs m'Bari" Wasserloch an (kurz nur noch "m'Bari" genannt). Dort gab es immerhin wieder einige Springböcke, Strauße und sogar zwei Elefanten in der Entfernung zu sehen. Mit ausgeschaltetem Motor stellten wir uns an den Wegrand und beobachteten, mit einem kühlen Getränk in Reichweite, dem überschaubaren Treiben zu. Leicht löwenverträumt schaute ich zu, wie ein paar Zebras sich von Süden her dem Wasserloch näherten. Und während ich so vor mich hinträumte, wurde der Strom der nachfolgenden schwarz-weiss-gesteiften Pferdeimitate immer länger und länger, so dass am Wasserloch plötzlich ein munteres treiben herrschte. Ich schätze es waren an die 150-200 Zebras, welche letztendlich dort tranken, zankten, spielten und verweilten.





Als ich dann definitiv mal eine Zebrapause brauchte, sind wir noch ein Stückchen weiter nach Westen gefahren. Auf dem Weg nach "Sonderkop" ("Arendsnes" gibt es leider nicht mehr) sahen wir in der Ferne auf der Straße einen Stock liegen. Zumindest war dies mein erster Gedanke, bis der vermeintliche Stock anfing sich plötzlich zu bewegen!
Hatten wir doch tatsächlich einen..., ja was genau ist das eigentlich? Ein Waran?


Das Auffälligste am Wasserloch "Sonderkop" war zunächst der riesige Elefantenschädel. Aber euch hier verweilten nur wenige Tiere, wie z.B. diese Springböcke.


Und die Gnus schienen hier ihre jährlichen 400m-Rennen abzuhalten.


Da es laut der Etosha-Karte auf den nächsten 40km in Richtung Westen keine weiteren aktiven Wasserlöcher gab, sind wir wieder zurück nach "m'Bari" gefahren. Zum Glück kamen wir dort noch gerade so durch die Zebra-Straßensperre durch, so dass wir unsere Reise zurück zügig fortsetzen konnten.


Wie auf der Hinfahrt, so sahen wir auf den folgenden 35km zurück ins Okaukuejo-Gebiet so gut wie keine Tiere. Wir machten sogar noch der Vollständigkeit halber die Schleife über "Natco" und "Adamax" nach "Okondeka". Erst kurz vor "Okondeka" machten wir unseren nächsten Sichtungsstopp, als wir eine Gruppe Mahaliweber bei ihrem Nestbautreiben zusahen.


Video_mit_sehr_viel_Vogelgezwitscher
Über "Wolfnes" ging es zurück nach "Okaukuejo" und irgendwie dann wieder nach "Gemsbokvlakte". Dort sahen wir zumindest mal wieder einen kleinen Räuber. Einen Schakal.


Und da wir etwas weiter ein paar Autos auf der Straße sahen, sind wir natürlich auch gleich als nächstes dorthin gedüst. Dort sahen wir ein Nashorn, welches verzweifelt versuchte die Straße zu überqueren. Aufgrund seiner Popularität unter den Touristen gelang ihm dies jedoch nicht, da es den dort wartenden Fahrzeugen nicht zu nahe kommen wollte. Aber auch wir waren froh, um etwas "Sicherheitsabstand".


Da uns wirklich jeder, mit dem wir über Sichtungen reden konnten, begeistert von den Elefanten in "Olifantsbad" erzählt hat, sind wir auch noch dorthin gefahren. Aber ich glaube mein Bedarf an Elefanten war einfach schon viel zu übersättigt.


Zurück bei "Gemsbokvlakte" hatte es das Nashorn dann doch noch über die Straße zum Wasserloch geschafft und positionierte sich schön fotogen in der Abendsonne.


Hey! Schau gefälligst, wohin du fliegst!


Wir verweilten noch eine gute Weile am Wasserloch, bevor auch wir dann in Richtung der untergehenden Sonne zum "Okaukuejo-Camp" fuhren. Dort stellten wir dann auch nur kurz unseren Camper ab und machten uns noch schnell auf dem Weg zum Wasserloch für den Sonnenuntergang. Auf dem kurzen Weg dorthin begegneten wir einer Familie aus Frankreich, welche uns netter Weise einen Löwentipp bei "Halali" gaben. Aber leider lag Halali so ganz und gar nicht auf dem Weg unserer morgigen Tour...

Am Wasserloch angekommen, legte ich mich wieder auf die Brüstungsmauer und spendete all den armen Touristen, welche in diesen Tagen noch keinen Löwen gesehen hatten, etwas Trost.


Und während wir die Elefantenherde beobachteten, welche nach Sonnenuntergang zum Trinken ans Wasserloch kam, fragte ich mich im Stillen: "Und wer tröstet mich?!?" *heul*


Morgen hatten wir noch einen halben Tag im Etosha. Nur noch einen halben Tag!
Teil 1623. Sept. 2024
Kapitel 19: Der Löwin letzte Hoffnung

In dieser Nacht habe ich einen Entschluss gefasst. Egal wie beschwerlich und stressig es werden würde. Egal wie gering auch die Chancen waren noch zumindest einen weiteren Löwen in diesem Park zu finden. Und egal ob mich alle für verrückt halten werden oder ich meinen Reisebegleiter mit Zähnen und Klauen von meinem Plan würde überzeugen müssen. Ich wollte nach Halali! Dorthin, wo gestern noch Löwen gesichtet worden waren!

Zum Glück brauchte es an diesem Morgen nicht ganz so viel Überzeugungskraft, da auch mein Reisebegleiter keine Lust hatte das zehnte Nashorn oder den einhundertsten Elefanten bei "Gemsbokvlakte" und "Olifantsbad" zu sehen. Das Zelt war in Rekordzeit abgebaut und unser Camper abfahrbereit, wobei leider die Tasche mit Zeltstangen auf dem rückwärtigen Stoßfänger vergessen wurden und vermutlich bis heute noch im Park liegen. Aber wir waren die ersten am Tor!


Nach einer kurzen Morgentoilette am Gate und einem improvisierten Frühstück im Auto, zählte ich innerlich die Minuten bis zur Toröffnung herunter. Und kaum war die Sonne am Horizont aufgetaucht, wurde das Tor geöffnet und eine löwenverrückte Plüschlöwin auf ihre Mission geschickt.
Mit maximaler (erlaubter) Geschwindigkeit flogen wir über das Wellblech der C38 in Richtung aufgehender Sonne. Vorbei an "Nebrownii", vorbei an dem Abzweig zu "Gemsbokvlakte" und vorbei an "Kapupuhedi" und "Ondongab". Aber all das war meinem Gemüt nicht schnell genug.

Safari: "Fahr schneller."
Privatchauffeur: "Ich darf nur 60 km/h fahren."
Safari: "Mir egal. Fahr schneller!"
Privatchauffeur: "Aber ich könnte mit einem anderen Tier zusammenstoßen!"
Safari: "Prima! Gastgeschenk! Schneller!"
Privatchauffeur: "Nein ich fahr nicht schneller. Jetzt gedulde dich mal, Safari."
Safari: *faucht* NEIN!!!
Und meine Zähne hätte ich ihm auch noch dabei gezeigt, wenn ich welche hätte!!!

Ich gebe es zu, nach zwei vollen Tagen ohne eine einzige Raubkatze lagen meine Nerven plank. Und dann noch dieses ständige Wellblech! Mann repariert doch endlich mal die Straße!

Ohne auch nur den Gedanken an einen Halt zu verschwenden, fuhren wir weiter und weiter, bis und auf Höhe "Salvadora" das erste Auto aus Halali entgegenkam. Aber natürlich waren an diesem Morgen anscheinend mal wieder nur "Wenn-ich-mich-mit-anderen-über-Sichtungen-austausche-dann-sterbe-ich"-Toursiten unterwegs. *grumel*

Mit "Rietfontein", welches ja wirklich direkt neben der Hauptstraße liegt, haben wir dann unser erstes Wasserloch angefahren. Da aber weit und breit keine Raubkatzen in Sicht waren, sind wir auch ganz schnell weitergefahren. Vorbei am Abzweig nach "Halali", ging es weiter in Richtung "Nuamses". Immer mit dem Blick in die Ebenen, ob sich da vielleicht irgendetwas katzenartiges bewegt. Aber alles Fehlanzeige!

Es war mittlerweile schon kurz vor 9 Uhr, als wir in den Weg nach "Nuamses" einbogen und nach ca. 2km einen dieser Safari-Jeeps am Wegesrand stehen sahen. Gespannt schauten wir in die Umgebung, doch sahen nichts außer jeder Menge Vegetation. Vorsichtig fuhr mein Privatchauffeur zu dem Jeep und fragte den Fahrer, was es hier denn zu sehen gäbe. "Lions", sagte dieser und wir natürlich sofort im Chor: "Where?". Was folgte war eine nicht ganz einfache Positionsbeschreibung, welche in etwa lautete: "Rechts vom Baum, hinter einem Busch in ungefähr 300m Entfernung." Ich sag nur: "Viel Spaß beim Suchen."


Aber zum Glück waren wir ja mit einem Hochleistungs-Telezoomobjektiv unterwegs, so dass mein Privatfotograf nicht lange brauchte, um den beschriebenen Ort zu entdecken. Was soll ich sagen, ich war mit meinen Gefühlen im Löwenhimmel. =^.^=



Es war eine erwachsene Löwin mit zwei Jungen, welche wir entdeckt hatten. Und es war natürlich klar, dass ich hier so schnell nicht wegwollen würde. Eine ganze Weile beobachteten wir die sozialen Interaktionen zwischen Mama-Löwin und ihren Kindern, bis es Mama-Löwin anscheinend zu heiß wurde und sie, gefolgt von ihren Jungen, ins dichtere Gebüsch verschwand. Noch für einen kurzen Moment hatten wir die Hoffnung, dass sie vielleicht zum Wasserloch wollte um zu trinken, aber leider verschwand sie auf nimmer wiedersehen.

Aber egal! Ich war glücklich! Und alles was jetzt noch kommen möge, würde ein schöner Zusatz sein. Zurück an der Kreuzung mit der Hauptstraße, konnten wir uns mit anderen Parkbesuchern austauschen. Hier hörten wir von einer Leoparden- und/oder Gepardensichtung entlang der Hauptstraße. Zuvor wollte mein Reisebegleiter aber noch die klassische Fahrt in die Salzpfanne erledigen.


Sehe ich nicht gleich viel glücklicher aus? 🙂

"Löwen dürfen nicht mitgenommen werden!", ruft es plötzlich von einem anderen Besucher her. Als ob ich überhaupt je auf solch einen Gedanken kommen würde! Mitnehmen, pah! Ich will hierbleiben! XD

Als nächstes folgten wir den Tipp mit den Geparden. Und tatsächlich standen keine 4km von der Etosha-Lookout-Kreuzung entfernt schon mehrere Autos am Straßenrand, um die schlanken und getupften Verwandten zu beobachten.


Es waren vier fast erwachsene Jungen mit ihrer Mutter, welche unter einem nur sporadisch schattenspendeten Baum kollektiv Siesta hielten. Gute Fotos konnte mein Privatfotograf nur schwer machen, da die Gruppe doch etwas weiter weg von der Straße sich niedergelegt hatte. Wir haben daher noch versucht den Leoparden weiter östlich zu finden, sind dann jedoch wieder zu den Geparden zurückgekommen. Diese hatten sich, sehr touristenfreundlich, einen neuen Baum direkt neben der Straße zum Ausruhen gesucht. =^.^=





Wir blieben noch ungefähr bis 12 Uhr bei der Gepardenfamilie, bevor wir aus Zeitgründen uns auf den direkten Rückweg nach "Okaukuejo" machen mussten. Im Camp suchten und fragten wir noch nach unseren Zeltstangen, doch diese waren leider nicht mehr aufgetaucht. An der Camp-Tankstelle tankten wir noch etwas Diesel und ließen die Reifen auf 2 bar aufpumpen, da es ab nun nur noch für kurze Strecken über unbefestigte Wege gehen würde. Auf dem Weg zum "Anderson Gate" sahen wir noch ein Nashorn mit Jungtier über die Straße rennen, was sich dann auch als unsere letzte Sichtung in diesem Park herausstellen sollte.

Alles in Allem haben sich die 5 Tage im Etoshapark schon gelohnt, auch wenn ich mir natürlich mehr Löwensichtungen erhofft hatte. Mit meinen 5 Löwen kam ich ja noch nicht mal annähernd an die über 30 Löwen meiner Tante von vor 10 Jahren heran. Aber dafür hatte ich im Gegensatz zu ihr immerhin auch 6 Geparden und sogar eine Leopardin gesehen!
Womit ich allerdings nicht gerechnet hatte, war die ungleichmäßige Verteilung der Tiere im Park. In und um "Okaukuejo" war ja fast gar nichts los und dass trotz genügend Wasser und Gras in den Grassavannen. Und auch um "Namutomi" herum haben wir jetzt auch nicht wirklich riesige Herden gesehen, sondern vielmehr hier und da mal ein Grüppchen. Ich hoffe das werden in der Zukunft wieder mehr Tiere. Doch mit den schwachen Regenfällen in diesem Jahr sehe ich da eher schwarz. Leider...

Am Anderson Gate, welches ja gleichzeitig auch als Veterinärzaun fungiert, mussten wir noch unser gekauftes Biltong auffressen, bevor wir den Etoshapark verlassen durften. Während ich also so am Mampfen war, nutzte mein Reisebegleiter diese Zwangspause um Steffi über unseren nächsten Verlust (die Zeltstangen) zu informieren. Diese wiederum informierte Robbie von Safari Car Rental, welcher sich dann wiederum bei uns meldete.

Robbie gab uns ein paar gute Tipps, wo wir in uns in "Otjiwarongo" Ersatz für unsere verlorene Campingausrüstung bekommen könnten. Wir beeilten uns auf dem Weg in Richtung Süden, um noch rechtzeitig vor etwaigen Ladenschlusszeiten anzukommen. Und schafften es tatsächlich kurz vor 16 Uhr bei "Cymot" in "Otjiwarongo" anzukommen. Steffi hatte für uns dort netterweise schon angerufen, damit wir die Ersatzteile nur abholen und bezahlen brauchten. So war zumindest der Plan, bis wir den Laden betraten und mit dem ersten Mitarbeiter sprachen. Der gesamte Laden wusste nichts von Steffis Anruf. Und so machten wir uns selber auf die Suche nach dem richtigen Campingstuhl, während einer der Mitarbeiter die Zeltstangen holen sollte. Am Ende waren aber nur wir mit dem Campingstuhl erfolgreich, so dass wir noch im "Outdoor Centre" und dann noch bei "Agra" vorbeischauten. Aber leider vergebens. Die Zeltstangen waren einfach nirgends aufzutreiben.

Nach einem weiteren Einkaufsstopp im Spar und einem Tankstopp bei Shell, ging es dann ohne weitere Umwege direkt nach "Okonjima". Steffi hatte dort schon Bescheid gegeben, dass es eventuell etwas später werden könnte. Aber mein Privat-Chauffeur wäre nicht mein Privat-Chauffeur, wenn er nicht auch das in einer vernünftigen Zeit geschafft hätte. So kamen wir genau rechtzeitig, kurz vor Sonnenuntergang, auf der "Omboroko-Campsite" an. Dort wurden wir auch schon von Alex dem "Camp-Supervisor" erwartet und zu unserer persönlichen Campsite begleitet. Nach ein paar kurzen organisatorischen Dingen und einer kleinen Einweisung, lies er uns dann auch bald alleine auf unserer eigenen, privaten und von Buschland umrundeten Campsite. Nach all dem Trubel im Etosha-Nationalpark war das jetzt genau das richtige für mich. Während sich mein Reisebegleiter unter einer kühlen Dusche abkühlte, saß ich auf dem neuen Campingstuhl und genoss das beruhigend vor sich hin knisternde Lagerfeuer.



An diesem Abend grillierten wir auch wieder lecker Wildsteaks über dem Feuer und genossen die Ruhe und die Natur um uns herum, bevor wir glücklich und zufrieden in unser Dachzelt unterm Akazienbaum kletterten.

Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich ja noch nicht, welches Highlight mich am nächsten Morgen erwarten würde. Bleibt also an meiner Schwanzquaste!
Eure "Safari" =^.^=
Teil 1726. Sept. 2024
Kapitel 20: Ich will Punkte!!!

Da wir uns heute für den "Leopard Drive" angemeldet hatten und wir daher um 5:45 Uhr (!) abgeholt werden sollten, haben wir uns einen Wecker gestellt. Und wie so häufig, wenn sich der schwarze Löwe einen Wecker stellt, wacht er 10 Minuten früher auf! XD
Mir war das nur Recht, denn so musste ich das gekünstelte Gepiepse und Getöne nicht ertragen, sondern konnte ungestört anderen interessanteren natürlichen Geräuschen lauschen.
Wohlwissend, dass es in den frühen Morgenstunden erstmal kalt werden würde, statte er sich mit einer langen Hose und einem Fliespulli aus. Ich hatte ja zum Glück mein Allwetterfell. =^.^=

Da wir am letzten Abend für den Abwasch zu faul waren, hatte mein Privatkoch das Geschirr zum Einweichen im Spülkasten stehen gelassen. Die tierische Überraschung bekam er dann an diesem Morgen mit einer ganzen Ameisenhorde, welche sich sowohl über die Essensreste als auch das Frischwasser freuten. XD

Da wir nicht wussten, ob in der Aktivität auch ein Frühstück mit inbegriffen war, schoben wir uns noch zwei Toasts zwischen die Zähne, bevor auch schon Martin, unser Guide, uns pünktlich abholte. Wir verstanden uns sofort prächtig. ^^
Wir wurden zuerst in die Lodge gebracht, wo wir dann tatsächlich noch einen Morgenimbiss in Form von Muffins und Äpfeln gereicht bekamen. Wir waren beide froh, die Gelegenheit mit den Toasts genutzt zu haben...
Mein Reisebegleiter unterhielt sich dann noch ein paar Minuten mit zwei Veterinären (als ich das gehört habe, habe ich natürlich sofort das Weite gesucht!), als es dann auch schon mit sechs weiteren Lodgegästen los ging.

Martin bot uns Gästen vor Fahrtbeginn noch warme Decken an, was aber viele erstmal dankend ablehnten. Und auch wir dachten, dass die frische Morgenluft uns nichts ausmachen würde, da wir ja schon eine Strecke auf dem Beifahrersitzt zurückgelegt hatten. Aber da hatte Martin noch die Windschutzscheibe oben gehabt...
Es kam wie es kommen musste. Mein Privatfotograf hatte kalt, ich hatte kalt, also wärmten wir uns gegenseitig. Dies führte zu einem leichten Amüsement der anderen Gäste, welche mittlerweile Martins warme Decken dankend angenommen und sich darin eingekuschelt hatten. Aber das war mir egal was die anderen sich dabei dachten. Hauptsache ich hatte warm.

Noch vor Sonnenaufgang fuhren wir durch das Okonjima-Naturreservat und stießen als erstes auf eine Gruppe Giraffen, von denen eine uns den Weg versperren wollte.


Martin erklärte uns, dass er als erstes versuchen würde einen der ungefähr 30 Leoparden mit Halsbändern von einer erhöhten Position aus zu orten. Und während er seine Signalortungen machte, nutzen viele von uns die Gelegenheit schöne Panoramaaufnahmen zu machen, oder, im Fall einer Französin, ein Foto von mir im Jeep. =^.^=



Vom Berg aus hatte unser Guide Martin mehrere Signale im Tal geortet, so dass als nächstes eine abenteuerliche und holprige Abfahrt mit beachtlicher Steigung und großen Steinen bevorstand. Zuvor ging jedoch erstmal endlich die Sonne auf. 🙂


Noch am Hang und dann auch weiter unten im Tal unternahm Martin dann weitere Ortungsversuche. Aber irgendwie schien der Gute dabei etwas irritiert zu sein. Als wir dann durch das trockene Flussbett fuhren, erklärte er mir auch warum. Anstatt einem Signal bekam er zwei Signale gleichzeitig aus dem Flussgebiet. Und als wir dann im Flussbett um eine Ecke bogen, sahen wir plötzlich eine braune Hyäne an einem Kudu-Kadaver.

Achtung! Dieses Foto ist nichts für Cubbies!

Da die Sicht durch einen tiefhängenden Baum größtenteils versperrt war und wir auch das Sonnenlicht gegen uns hatten, umrundete Martin mit uns die Stelle, so dass wir uns von der anderen Seite annähern konnte. Die scheue Hyäne war mittlerweile verschwunden und das Kudu lag alleine im Flussbett. Doch Martin war sich sicher, dass gleich ein Leopard auftauchen würde. Er sollte Recht behalten. =^.^=


Wie uns Martin erklärte, war der Gute erst ca. 2 Jahre alt und damit noch ein Jungster. Doch wirklich zum Fressen kam der Gute nicht, da Mama anmarschiert kam und ihren früheren Sohn durch die Büsche scheuchte.


Danach durfte sie sich mit den tausenden von Fliegen am Kadaver herumschlagen, was zu teils sehr komischen Fotos führte. XD



Erst als sie fertig und fortgegangen war, durfte er wieder ran und sich statt fressen.



"Bon appetit!"



Als der Gute genug hatte und auch wieder im Gestrüpp verschwand, hatte unser Guide Martin wohl die beste Idee des Tages. Er wusste nämlich das Mama-Leopard vor wenigen Monaten ein neues Junges bekommen hatte und versuchte daher sie nochmals zu orten. Und tatsächlich! Nur wenige hundert Meter vom Flussbett entfernt fanden wir die Leopardin wieder unter einem Baum. Und ihr Junges war auch mit dabei!!!

Safari mit Piepsestimme
"Oh, wie süß!"


"Aww... und wie der Kleine lieb mit Mama kuschelt!!"


"Und jetzt tapst er ganz brav hinter Mama her!"


Safari zu ihrem Privat-Fotograf
Safari: "Mach mir Punkte ins Fell!!! Ich will hier raus und mit dem Kleinen spielen!!"
Privat-Fotograf: "Aber Safari! Erstens haben Leoparden keine Punkte, sondern Rosetten im Fellmuster. Und zweitens glaube ich nicht, dass die Mama des Kleinen glücklich reagiert, wenn sich eine getarnte Löwin ihrem Jungen nähert. Verstanden?"


Safari: "Oh Gott! Sieh doch diese absolut süßen großen Äuglein! Aww... wie SÜÜÜÜSSSSSS!!!!"
Privat-Fotograf: "Safari? Warum bekommst du so große Augen?! Und was soll dein dämlich überdimensioniertes Grinsen auf einmal? Safari?! Safari!!"


Der ominöse Ghostwriter kommt aus dem Hintergrund nach vorne und übernimmt vorübergehend die weitere Erzählung für die arme, paralysierte und unter "Cuteness"-Schock stehende Safari.

Martin erklärte uns, dass wir riesiges Glück hätten den jungen Leoparden zu sehen und das die Leopardin ihr Junges höchstwahrscheinlich zum Kadaver führen wird. Die Leopardin lief immer ein Stückchen vor und wartete dann, bis ihr Junges ihr nachfolgte, während unser Guide uns Touristen mit dem Jeep in optimalste Positionen manövrierte. Dadurch sind sehr viele, sehr schöne Fotoaufnahmen entstanden.





Wie vorhergesagt, gingen die beiden Leoparden zurück zum Kadaver im Flussbett. Dort befand sich auch noch der erste männliche Leopard, so dass wir zeitweise von unserem Jeep aus alle drei beobachten konnten. Ich bin mir nicht sicher, ob die Leopardin sich der Anwesenheit ihres fast erwachsenen Sohnes bewusst war. Er jedenfalls wusste das seine frühere Mutter und sein neuer Bruder da waren, hielt sich jedoch zurück hinter Gebüsch versteckt.

Sohn-Leopard

Mama-Leopard

Leopardenjunges


Der Kleine hat, vermutlich von seiner Mutter, ein Stück des Kudu-Schwanzes bekommen. Wer junge Hauskatzen kennt und weiß wie diese mit Katzenspielzeug durch eine Wohnung tollen können, der kann sich ungefähr ausmalen, was dieser kleine Leopard mit seiner Schwanzquaste vor unseren Augen angestellt hat.
Gegen Ende hat sich der Kleine auch noch kurz für den Kadaver interessiert, ist aber von den Fliegen verscheucht worden. 😄

Nach etwas über einer Stunde musste Martin mit uns dann leider den Rückweg antreten. Aber nachdem was wir alles haben sehen dürfen, war glaube ich keiner von uns Gästen unglücklich. Auf dem Rückweg zur Lodge kam dann auch Safari langsam wieder zur Besinnung, weswegen ich ihr ab hier wieder das Wort gebe.

Der ominöse Ghostwriter verschwindet wieder im Hintergrund und überlässt Safari die Erzählerbühne.

Ähm... ja... Danke und Sorry für die... Unannehmlichkeiten... oder so...
Aber man muss doch zugeben, dass der Kleine mit einem Öhrchenwackler sofort jedes Herz erobern kann. Ich jedenfalls weiß jetzt schon wovon ich heute Nacht träumen werde. Von einer Plüschlöwin mit Punkten die mit einem kleinen Leoparden spielt!

Auf dem Weg zurück zum "Okonjima Plains Camp" haben wir dann nochmals Giraffen, Springböckchen und einen auf der Straße liegenden Schakal gesehen, der dort total gechillt im Schatten eines Baumes lag und sich durch uns überhaupt nicht stören lassen wollte.




Nachdem die Lodge-Gäste ausgeladen waren, hat uns Martin noch zum "Day Visitors Centre" gebracht, welches oberhalb der Campsites liegt. Leider war das Zentrum schon seit längerer Zeit geschlossen, so dass wir nur einen Blick durch die Tür werfen konnten. Aber unser eigentliches Ziel war ja sowieso uns die Pfoten etwas zu vertreten und auf dem Weg zu unserer Campsite schon einmal den Pool zu inspizieren. Von oben sah dieser ja schon mal sehr vielversprechend aus. =^.^=


Praktischerweise lag unsere Campsite mehr oder weniger direkt neben dem Pool. Schnell schnappten wir also unsere Badesachen und ein paar gekühlte Getränke und taten am Pool einfach mal das was Löwen am besten können.

Ausruhen und Energie sparen!


Wie wir schnell feststellten, waren wir zwar die einzigen Gäste am Pool, aber nicht definitiv nicht alleine! Hier hatte mein Privat-Fotograf, neben ein paar Schwimmrunden im erfrischenden Pool, auch mal Zeit ein paar kleinere Tierchen digital auf seine Speicherkarte zu bannen.




Und ganz nebenbei rettete er auch diese Kröte aus dem Wasserbecken.


Von einer Mittagspause mit improvisierten Mittagessen (Spaghetti mit einer leicht scharfen Curry-Soße), verbrachten wir den Rest des Tages am Pool. Nach den fünf intensiven Tagen im Etosha und dem frühen Leopard-Drive an diesem Morgen, brauchten auch wir einfach mal eine Pause. Ursprünglich hatten wir für den Abend ja nochmals einen Leopard-Drive in unserer Planung gehabt, aber wie hätte dieser denn die Wahnsinnssichtung an diesem Morgen noch toppen können? Nein, solange wir den Pool für uns alleine hatten, war dies genau das Richtige für uns.

Erst gegen Abend überliesen wir dann den Pool anderen französischen Gästen und machten uns daran wieder ein gemütliches Lagerfeuer zu entfachen. Und so langsam hatte ich auch wieder Hunger...


Zu Essen gab es Reste vom Mittag und ein letztes über dem Feuer gegrilltes Steak.


Da es das letzte Lagerfeuer war, saßen wir noch lange davor und erinnerten uns an die vielen schönen Erlebnisse der letzten Tage. Und erst als der Vollmond schon hoch am Himmel legten wir uns, für eine letzte Nacht, ins gemütliche Dachzelt. Ach, wie sehr würde ich diese Gemütlichkeit vermissen.

Eure Safari =^.^=
Teil 1829. Sept. 2024
Kapitel 21: Wiedersehen mit einem alten Bekannten

Ich weiß nicht, ob ich in dieser Nacht in meinen Träumen tatsächlich mit dem kleinen Leoparden gespielt habe. Ich weiß nur noch, dass sich meine Augen zur Morgendämmerung öffneten. Da heute absolut nichts auf dem Programm stand, habe ich mich auch erst einmal wieder in meine warme Decke gewickelt und gewartet, bis die ersten Sonnenstrahlen unser Camp erreichten. Und selbst danach wurde heute alles mit der Ruhe einer Schildkröte erledigt. Den absolut gechillten Wipe vom Vortag übernehmend, waren wir sogar so ruhig, so dass sich sogar eine Dik-Dik-Familie auf unsere Campsite wagte. =^.^=


Wir packten also in aller Ruhe unser Zelt und unsere Sachen zusammen und hatten sogar noch Zeit für eine Stunde am Pool. Dabei trafen wir auch wieder auf Alex, den Camp-Supervisor. Dieser wunderte sich etwas, als er meinen Reisebegleiter so früh am Morgen im Pool seine Runden drehen sah. Aber jedem das seine.
Für den Checkout bis 11 Uhr mussten wir noch zur "Okonjima Plains Camp" fahren und durften uns noch im Shop mit ein paar kleinen Souvenirs eindecken. Auf dem Rückweg hofften wir noch auf eine spontane Sichtung, als wir mehrere Geier am Himmel kreisen sahen.


Die Fahrt nach Süden über die geteerte B1 war kein besonderes Ereignis. Routiniert fuhr mein Privat-Chauffeur die 200km nach "Düsternbrook" ab, so dass wir kurz nach Mittag die Farm erreichten. Der Ort, an welchem die Namibia-Reise meiner Tante damals angefangen hatte, war heute unsere letzte Station.


Mit der Übergabe des Schlüssels für das Felsenhaus-Zimmer Nr.1, fragte mein Reisebegleiter auch nach, ob auch noch die Leoparden- und Hippo-Tour (früher "Cats Unlimited") angeboten wird. Und nachdem wir noch einen anderen Gast und Hobby-Fotografen überzeugen konnten, würde für uns eine Leoparden- und Hippo-Fütterungs-Tour organisiert.

Zuvor machten wir es uns aber in unserem kühlen Zimmer bequem, genossen die Aussicht auf das Flussbett.


Auf dem Weg zur Rezeption erkundeten wir noch die Pflanzen- und Tierwelt am Farmhaus.




Gegen 15 Uhr ging es dann los auf die Tour. Außer dem anderen älteren Herrn und Hobby-Fotografen, waren wir wieder unter uns. Wie uns der Guide mitteilte haben sie noch zwei männliche Leoparden auf der Farm. Wir fuhren an diesem Tag zu "Rex" dem jüngeren der Beiden.
Kaum waren wir mit dem Jeep im Gehege, konnten wir auch schon den Leoparden vor uns am Wegesrand entdecken.


Aber unser Guide hatte sein "Programm" und dachte gar nicht daran uns ein paar erste Fotos machen zu lassen. Für fuhren in die Mitte des Geheges, wo auf einem vertrockneten Baum ein paar Fleischstücke drapiert wurden. "Rex" der Leopard kannte das Spiel natürlich schon und sprang mit einem Satz auf den Ast.


Danach folgten noch einige Akrobatikeinlagen, wo "Rex" seine Fleischstückchen in der Luft fangen sollte.



Als Belohnung für seine Vorführung, bekam er am Ende noch einen ganzen Knochen, welche er dann im Gebüsch versteckt in Ruhe genießen durfte.

Auf dem Weg nach draußen, kamen wir noch an dem anderen Leoparden-Gehege vorbei. Dort wartete auch schon der andere Leopard und hoffte auf ein paar Überbleibsel, welche er dann auch noch bekam. Wer kann auch schon solchen Augen widerstehen? =^.^=


Der Guide erzählte und, dass dieser Leopard schon 20 Jahre alt sein und auf den Namen "Tabby" hörte. Plötzlich sah mich mein Reisebegleiter ganz überrascht an und erzählte mir, dass er genau diesen Leoparden vor genau 10 Jahren auch schon gesehen und fotografiert hatte. Damals war der Gute natürlich erst 10 und der einzige Leopard, den er auf seiner damaligen Rundreise gesehen hatte. Für uns hingegen war er heute der sechste Leopard den wir sahen!

Weiter ging die Tour zu den Flusspferden, welche in dieser Region nur auf "Düsternbrook" im großen Stausee leben. Insgesamt ist es eine Familie mit insgesamt 11 Mitgliedern, inklusive Jungtiere.


Nachdem wir uns auf dem Steg mit Aussichtsplattform in Sicherheit gebracht hatten (Flusspferde gehören zu den gefährlichsten Tieren Afrikas!), verteilte der Guide frisches Gras am Ufer, um die Hippos aus dem Wasser zu locken.



Neben den Flusspferden, gab es auch noch eine große Gruppe an Nilgänsen, welche wir bisher auch noch nicht in Namibia gesehen hatten.


Nach guten 90 Minuten ging es dann wieder zurück zum Farmhaus. Während mein Privat-Fotograf seine letzten Bilder sicherte, genoss ich die schöne Aussicht von der Terrasse aus auf das Flussbett unter mir.




Dabei konnte noch mit einer kühlen Cola neben mir zwei Reiterinnen und eine Gruppe Giraffen beobachten.

Mein Reisebegleiter machte unterdessen Bekanntschaft mit "Cordula", welche ihn beim Duschen mit ihren acht Augen ganz genau beobachtete.


Das Abendessen wurde im Speiseraum des Haupthauses serviert. Zu Essen gab es sehr leckeres Gnugeschnetzeltes mit Kartoffeln und Nachtisch. =^.^=


Da alle sechs Gäste an diesem Abend deutschsprachig waren, wurde ausgiebig über bereits erlebtes und zukünftige Pläne erzählt. Nur eine Frau hielt sich etwas zurück, da sie gerade unter einem Magen-Darm-Virus litt. Und auch wenn mir die Frau leidtat, so hoffte ich in erster Linie nur nicht angesteckt zu werden. Glaubt mir, niemand will einen Löwen mit Margen-Darm im Flugzeug haben!

Nachdem wir uns genüsslich vollgefressen hatten, gingen wir dann auch zeitig ins Bett. Denn mit vollem Magen schläft es sich ja bekanntlich am besten. So zumindest die Theorie.
Teil 1905. Okt. 2024
Kapitel 22: Ende gut, alles gut

Nein, wir haben zum Glück kein Margen-Darm bekommen. Wirklich gut geschlafen haben wir allerdings auch nicht. Ich vermute das Bett war einfach zu weich und unsere Mägen zu schwer, um horizontal gerade darin liegen zu können. Nichtsdestotrotz ließen wir uns mit dem Aufstehen noch etwas Zeit, da wir die kommende Nacht ja im Flieger würden verbringen müssen.

Auf dem Weg zum Frühstück, gab es auch heute wieder viel zu entdecken.




Beim Frühstück wurden wir vom Hobby-Fotografen angesprochen, ob wir an diesem Morgen nicht nochmal auf eine Leoparden- und Hippo-Tour mitkommen wollten. Er hatte anscheinend seine Mitreisenden von dieser einmaligen Tour überzeugen können und suchte in uns noch weitere moralische Unterstützung. Da wir für unser Zimmer einen Late-Checkout bekommen hatten, sagten wir zu.

Da "Rex" ja erst gestern seinen Löwenanteil bekommen hatte, ging es an diesem Morgen zu "Tabby"! Selbst mit seinen stolzen 20 Jahren vollführte er die Vorstellung gekonnt. Wobei er beim Fangen der Fleischstückchen nicht ganz so erfolgreich war wie sein Kollege.




Bei den Hippos war es an diesem Morgen aber schwieriger. Da sie ja erst gestern Nachmittag gefüttert wurden, wollten sie zuerst nicht aus dem Wasser kommen. Während wir also auf die Hauptdarsteller etwas warten mussten, nutzte mein Privat-Fotograf die Zeit um sich die Nilgänse nochmals genauer anzusehen und einen... "was-ist-das-für-ein-Vogel?" zu fotografieren.



Nach sehr viel gutem Zureden seitens des Guides, erbarmten sich dann letzten Endes auch noch einige Flusspferde aus dem Wasser zu kommen. Die anderen Gäste waren hin und weg. Wir hingegen kannten das Schauspiel ja schon. 🙂


Nach der Tour machte ich es mir wieder auf der Terrasse gemütlich, während mein Reisebegleiter sich mit dem Packen unserer Reisetasche beschäftigte. Im Prinzip wollte er die Reisetasche wie auf dem Hinflug packen. Dazu hatte er sich sogar extra noch Fotos gemacht! Allerdings stellten ihn die erworbenen Souvenirs vor eine Herausforderung, welche er aber mit Bravour bestand. Und bei der Vernichtung der letzten Knabberreste half ich natürlich freiwillig mit. 🙂

Nachdem wir um 12 Uhr das Zimmer verlassen mussten, genehmigten wir uns noch ein leichtes Mittagessen an der schön dekorierten Bar.

Ich soll übrigens erwähnen, dass der Weg von und nach "Düsternbrook" diesmal absolut kein Problem war. Die beiden Flussbettdurchfahrten waren wegen des fehlenden Wassers nur ein Stück weiterer Weg. Und auf der Anfahrt zum Farmhaus konnte mit etwas Glück auch schon das ein oder andere Tier finden. So wie diese Giraffe zum Beispiel, welche uns in Gedanken "auf Wiedersehen" sagte.


Von "Düsternbrook" aus war der Weg nach Windhoek nicht mehr weit. Wie von Rike empfohlen, fuhren wir zum "Eros Shopping Centre", um unseren Camper von außen waschen zu lassen. Und während die flotten Jungs in der Waschhalle gute Arbeit leisteten, besorgte mein Reisebegleiter im nahe gelegenen Superspar noch Sandwiches und ein paar letzte Getränke für die Zeit bis zum Abflug. Dann nur noch schnell den Wagen auf die geforderten 80l Diesel aufgetankt und schon ging es auf unsere allerletzte Etappe.

Auf dem Weg durch die Stadt, kamen wir noch absichtlich an der "Christuskirche" vorbei. Eines der Wahrzeichen der Stadt mit dem modernen "Independence Museum" im Hintergrund.


Zurück bei "Safari Car Rental" an der B2, wurden wir durch Robbie begrüßt und empfangen. Während ich es mir in der schattigen Lounge bei einer kühlen Cola und unserem letzten Biltong gemütlich machte, besprach mein Privat-Chauffeur mit Robbie die Fahrzeugübergabe.


Alles in allem hatten wir unterwegs leider einige Verluste erlitten. Den Campingstuhl, welchen wir modellgleich ersetzen konnten. Ein Schloss des Canopys, welches nach der Leopardensichtung im Etosha einfach herausgefallen war und fehlte. Die Stangen für das Regendach des Dachzeltes, welche mein Dachzelt-Aufbau-Spezialist am letzten Morgen auf dem hinteren Stoßfänger vergessen hatte. Und zuletzt dann auch noch die Kühltruhe im Wagen, welche seit unserer Ankunft in "Okonjima" nicht mehr funktionierte. Wie Robbie schnell erkannte, hatten wohl unsere darin gelagerten Getränkedosen in Verbindung mit dem Durchrütteln des Wagens auf den unebenen Straßen eine der Kühlleitungen aufgescheuert. -_-
Trotz all der fehlenden Teile und Schäden wurde uns aber nicht der Kopf abgebissen, sondern man war uns vielmehr eher dankbar für die offene und schnelle Meldung der Schäden. Wir hatten dann sogar die Wahl, ob wir lieber gleich (es war erst gegen 14:30 Uhr) zum Flughafen gebracht werden wollten oder lieber erst später. Und da ich noch gemütlich in der Lounge chillte, bestimmte ich auf letzteres. Die Ruhe hier wollte ich gewiss noch nicht gegen den Trubel am Flughafen eintauschen. Und überhaupt, wollte ich eigentlich gar nicht mehr weg.




Irgendwann wurden wir aber dann doch zum Flughafen gebracht. Dort erstand mein Reisebegleiter, wie am ersten Tag angekündigt, noch ein paar schöne T-Shirts für die Daheimgebliebenen. Die Gepäckabgabe und Sicherheitskontrolle konnten wir auch schnell hinter uns bringen, wobei wir vor der Passkontrolle nochmals ein "Immigration Formular" ausfüllen mussten?! Egal...

An den Gates schlenderten wir noch durch alle Souvenirshops, wobei eine Verkäuferin besonders nett zu mir war. Ich glaube ihr kam die Idee vielleicht ein paar meiner Zwillings-Schwestern mit in ihr Sortiment aufzunehmen...

Besonders schön war aber das Wiedersehen mit der Franzosen-Familie, welche uns den Löwen-Tipp mit Halali gegeben hatte und welcher mich mit dazu bewogen hatte an diesem letzten Morgen im Etosha nochmals dorthin zu fahren und die Löwen-Cubbies zu entdecken.
Und auch die kleine Melissa und ihren Eltern, welche wir auf der "Little Five Tour" in Swakopmund kennen gelernt hatten, trafen wir dort wieder. Und mir sind fast die Tränen gekommen, als mich die Kleine diesmal ganz mutig am Kopf streichelte. Aber bitte richtige Katzen nie gegen den Strich streicheln, Melissa. 😉

Es gab aber auch einen "WTF-Moment", als eine Touristin meinen Reisebegleiter fragte, was ich denn kosten würde. Da fehlten mir echt erst einmal die Worte, als ich das hörte! Aber für meinen Reisebegleiter war ich natürlich "unbezahlbar". =^.^=

Wir sind dann während der Wartezeit noch lange am Gate hin- und her getigert und hätten uns am Ende noch fast mit einem Flughafenmitarbeiter verquatscht. Gerade noch rechtzeitig, aber wirklich als die Allerletzten bestiegen wir den Flieger Richtung Heimat.


Leider hatten wir diesmal in der Platzlotterie kein unverschämtes Glück gehabt, so dass ich diesmal keinen eigenen Sitzplatz bekam. Während des Fluges haben wir uns dann noch den Film "Ein ganzes Leben" angeschaut, bevor wir wieder versuchten zu schlafen. Wie schon auf dem Hinflug, war aber "dösen" das maximal erreichbare.

Pünktlich zur Morgendämmerung erreichten wir Frankfurt, wo wir routiniert zur Gepäckausgabe liefen und unser Gepäck abholten. Dann ging es schnell durch den automatisierten Zoll und dann in die S-Bahn. Ja und dann standen wir auch schon wieder an unserem Auto, wo schon meine Tante seit 2 Wochen auf uns wartete. =^.^=


Während unser Privat-Chauffeur erst einmal wieder mit Blinker und Scheibenwischer zurechtkommen musste, erzählte ich auf der Rückfahrt nach Hause meiner Tante natürlich alles über meine erste Reise nach Afrika. Von der abgeschiedenen Campsite in Harmonie, über die Erlebnisse bei der Little 5 Tour und das Abenteuer bei den Wüstenelefanten, bis hin zu den eher dürftigen Raubkatzensichtungen im Etosha und dem Leoparden-Highlights am Ende. Und wenn ich die wilden Geparde dreifach und die wilden Leoparden fünffach zahle, so komme ich auch auf 43 Raubkatzenpunkte! 😛

Hier endet nun meine Reise. Was bleibt sind viele unvergessliche Erinnerungen und der tief verwurzelte Wunsch, irgendwann mal wieder nach Namibia zu reisen. Gemütliche Lagerfeuer mitten in fast unberührter Natur unter einem grandios leuchtenden Sternenhimmel sind eben genau mein Ding.

Eure Safari =^.^=

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