Kapitel 43: Namibia weint!Tja und dann hieß es Abschied nehmen von unserer letzten Unterkunft. Und mit dem bevorstehenden Abflug am Abend, machten wir uns zeitig auf den Weg.

Zuerst ging es auf der M29 nach Mariental, wo ich noch einen "Hungry Lion"-Burgerladen entdeckte.

Da aber nur unser Hilux Hunger nach etwas Diesel hatte, fuhren wir dort nur um die Ecke zur nächsten Tankstelle. Und dies war dann auch gleich der richtige Ort, um den Luftdruck der Reifen wieder für die Teerstrasse auf 2.0 bar zu erhöhen.
Ab Mariental ging es dann nur noch nach Norden. Entlang der B1 immer diesen komischen Funktürmen folgend.

Und je weiter wir nach Norden kamen, umso bedrohlicher wurde diese riesige Unwetterwolke vor uns.

Ja, bis es dann schliesslich vor Rehoboth so sehr Wildhunde und Grosskatzen regnete, so dass sogar an einer Stelle die Strasse unter Wasser stand!

Man hätte gerade meinen können, dass ganz Namibia darüber trauert, dass die erste Namib-Wüsten-Löwen-Königin von Sossusvlei und Sesriem das Land verlassen muss...
In Rehoboth haben wir uns an der Tankstelle dann noch ein original "Schnitzelbrötchen" als Mittagessen gekauft. Das war nochmal ganz witzig, weil mein Privat-Chauffeur der Einzige im Laden war, der dieses Wort korrekt aussprechen konnte. =^.^=
Da aber schon die nächste grosse Regen heranzog, mussten wir noch ungefähr 40km weiter fahren, bis wir für eine Pause genügend Abstand zu den umherziehenden Regenwolken hatten.


Als wir uns schliesslich Windhoek näherten, ging dann plötzlich alles drunter und drüber. Eigentlich wollten wir, wie beim letzten mal, zur Autowasch-Station beim Eros-Center, neben Joe's Bierhaus. Aber dann verpasste mein Privat-Chauffeur die Autobahn-Auffahrt und musste vor der Polizeikontrolle wenden. Und dann nahm er, in der Annahme schon auf der A1 zu sein, auf dem Zubringer noch die falsche Spur, welche ihn in Richtung Flughafen leitete. Leicht frustriert über so viel Missgeschick, fuhr er die nächste Ausfahrt einfach raus und plante den längeren Weg durch die Stadt zu nehmen. Ja und dann sah er die Shell-Station neben der Autobahn beim Truckport und fuhr dorthin.
Gut volltanken mussten wir sowieso. Und durch einen Anruf bei "Safari Car Rental" konnte dann auch schnell geklärt werden, dass wir unser Auto nicht noch extra waschen mussten. Das hatte ja schon der mächtige Regen auf dem Weg hierher bestens erledigt.
Mit keinen weiteren Erledigungen auf unserer To-Do-Liste vor der Auto-Rückgabe, konnten wir uns also den Weg durch Windhoek komplett sparen und fuhren gleich zu "Safari Car Rental an der B6.
Dort kamen wir dann auch nach 3661 gefahrenen Kilometern um kurz nach 14:30 Uhr an und wurden sogleich von Rike begrüsst. Sogleich fing mein Privat-Chauffeur an von der unglaublichen Sichtung der jagenden Löwin im Dead Vlei zu erzählen, um eine weitere Gläubige für meine Sammlung zu bekommen. Aber Ober-Löwin Rike roch den Braten sofort, dass ich da wohl meine Pfötchen mit im Spiel hatte. Und auch "Pro", der uns vor 15 Tagen den Hilux übergeben hatte, erkannte mich auf dem Kamera-Bildschirm sofort. Nur ein weiterer herbeigerufener Kollege, hat das Beweisfoto der jagenden Löwin im Dead Vlei einfach mal so als Tatsache hingenommen. Und das obwohl ich direkt vor seiner Nase saß! =^.^=
Ohne Schäden oder sonstigen Problemen, war die Autorückgabe nur Formsache. Und wie schon bei der letzten Reise, wollte ich die Shuttle-Fahrt zum Flughafen so lange wie möglich hinauszögern und lieber unter dem Vordach in Ruhe noch die frische Luft genießen. Ich war sogar so ruhig, so dass ich sogar noch einen allerletzten gefiederten Besuch bekam. Und zwar von...
...Moment..., wie heisst du?
Königswitwe?!!
Echt jetzt?!
Ich hoffe dies ist kein unheilvolles Zeichen meiner vorzeitigen Entkrönung oder so...


(Königswitwe / Shaft Tailed Wydah)
Aber irgendwann wollten die Mitarbeiter von Rike dann doch mal in den Feierabend und so mussten wir für mein Gefühl viel zu früh zum Flughafen gebracht werden. Immerhin durfte ich wieder vorne sitzen.

Gegen 16:30 Uhr waren wir dann am "Hosea Kutako Airport" und verbrachten erst einmal einige Zeit auf dem angenehmeren unklimatisierten Vorplatz und beobachteten die vorbeikommenden Leute. Wobei ich auch glaube, dass die anwesenden Leute im Gegenzug auch ganz genau mich beobachteten...
Bis dann mein Privat-Reiseleiter auf die Idee kam, doch schon mal vorzeitig das Hauptgepäck abzugeben. Im Nachhinein eine sehr gute Idee, da unser Hauptgepäck mit 23.9 kg stolze 400g zu schwer war und das obwohl er schon seine alten Lederschuhe bei "Safari Car Rental" als Spende zurückgelassen hatte. Da hat wohl doch jemand zu viele Souvenirs gekauft...
Da die Waage aber unnachgiebig war, musste ein weiteres Kameraobjektiv aus der Tasche zu mir in den Rucksack umgepackt werden, was bei dem schon auf den letzten Kubikzentimeter genutzen Stauraum einige Zeit in Anspruch nahm.
Dadurch gestresst hatten wir unseren ursprünglichen Plan total vergessen und sind dann gleich durch die Sicherheits-Kontrollen zum Gate gelaufen. =-.-=
Dort standen wir nun am fast überfüllten Gate und fragten uns, wie wir nun die nächsten zwei Stunden verbringen sollten, bis eine ältere Dame auf mich aufmerksam wurde. Die Gute hieß "Christiane" und war mir sofort sympathisch! Und dass obwohl ich von ihrer Muttersprache kein Wort verstehe, denn sie kam aus Frankreich! Wir unterhielten uns über Gott und die Welt und sie genoss es auch sichtlich in meinem Namibia-Fotobuch zu blättern und sich durch die Fotos an eigene Reisemomente zu erinnern. Und auch sie hätte mir das Buch direkt aus der Pfote für ihre Enkelin abgekauft, wenn es nicht so teuer gewesen wäre. Und der dort Abgebildete Kudu-Kadaver war jetzt vielleicht auch nichts für zartbesaitete Enkelinnen.
So vergingen die zwei Stunden am Ende dann doch wie im Flug, was man von dem eigentlichen Flug der darauf folgte leider nicht behaupten konnte. Mit der gleichen Platzwahl wie auf dem Hinflug, hatte mein Privat-Reiseleiter diesmal ziemlich Pech. Denn genau in seiner Dreierreihe saßen die wohl drei grössten und kräftigsten Männer der ganzen Economy-Klasse. Da hatte am Ende sogar ich mehr Platz im Handgepäckfach!
Hinzu kam dann noch die böse Klimaanlage! Die war nämlich so kalt eingestellt, so dass mein Privat-Reiseleiter am Ende sogar seine Winterjacke angezogen hat!

Ohne Schlaf, kamen wir dann am nächsten Tag relativ pünktlich um 5:40 Uhr in Frankfurt an und waren froh uns wieder etwas entfalten und bewegen zu können. Routiniert holten wir unsere Reisetasche ab, gingen unkontrolliert durch den Zoll und standen dann eine S-Bahn-Station weiter wieder vor unserem Auto, wo unsere Reise vor zwei Wochen begonnen hatte.
Ich sage es euch. Ich fühlte mich noch nie so fehl am Platz wie hier!

Aber das Allerschlimmste war...

... SCHNEE!
Ich will wieder zurück!
Zurück nach Namibia!
Zurück in die Namib!
Zurück in mein Königreich!

Dorthin, wo ich das Herz Namibias umarmen durfte!

Dorthin, wo ich als erste Namib-Wüsten-Löwen-Königin von Sossusvlei und Sesriem nicht nur Steinböcke, sondern auch Touristen gejagt habe!

Dorthin, wo es die schönsten Sonnenuntergänge gibt, die man sich vorstellen kann!

Dorthin, wo man Abends, umgeben von Wildnis, am Lagerfeuer leckere Steaks grilliert!

Dorthin, wo man des Nachts nicht einschlafen möchte, weil die tausend Sterne über einem einfach nur so wunderbar schön sind!

Dorthin, wo ich mich als Löwin perfekt tarnen und verstecken kann!

Dorthin, wo noch jeder gerne jedem hilft, egal ob man eine Plüschlöwin, Chinesin, irischer Physiotherapeuth oder Privat-Chauffeur ist!

Dorthin, wo sich die Elemente der Natur begegnen und einen immer wieder aufs Neue ins ehrfürchtige Stauen versetzten!

Dorthin, wo ich sogar von Erdmännchen geknuddelt werde!

Dorthin, wo meine Seelenschwestern und -brüdern in der Kalahari wild und frei sind!

Dorthin zurück, wo ich mein Herz gelassen habe...
Und bis dahin wird hoffentlich gut auf mein Königreich aufgepasst!
Safari
=^.^=