"Safari", Löwinnen überall!

Reisebericht 206 Antworten · 12,4k Aufrufe · gestartet 01. Apr. 2026 von Black Lion
Themenstarter383 Beiträge · seit 201201. Apr. 2026 · #1


Namibia

Das Land in welchem ich vor zwei Jahren mein Löwinnenherz gelassen habe. Ein Land, von welchem ich immer wieder geträumt habe das dort alle meine Träume wahr werden können. Und mein grösster Traum war nichts geringeres als zu einer echten und berühmten Löwin zu werden! Ja, man wird ja wohl noch träumen dürfen!
Wieso? Ach, ich habe vor lauter Schwärmerei natürlich mal wieder vergessen mich vorzustellen. Ich bin Königin "Safari"!

Chronist! Präsentiert mein Foto!


Safari: "Wer soll das sein?"

Chronist: "Die Löwin oder der Mann?"

Safari: "Beide!"

Chronist: "Also der Mann heisst Valentin und die Löwin Sirga. Über die gab es mal einen Film!"

Safari: "Kenne ich beide nicht. Also sprich, kennt die doch bestimmt niemand mehr! Sprich nicht berühmt genug! Sprich, versuch's nochmal!"

Chronist: "Wie ihr wünscht, eure Majestät."


Safari: "Und wer ist das?"

Chronist: "Das sind Elsa und Joy Adamson!"

Safari: "Elsa? War das nicht die Eiskönigin? Und warum ist das Foto in Schwarz-Weiss?"

Chronist: "Nein, ich meine natürlich die berühmte Löwin Elsa. Und das Foto ist in Schwarz-Weiss, weil es schon fast 80 Jahre alt ist."

Safari: "BITTE WAS?!? Ich bin doch keine 80. jährige Oma! Selbst Tantchen ist ja noch nicht mal so alt!

Chronist: "Entschuldigt bitte zu tiefst eure Majestät. Gewährt ihr mir noch einen letzten Versuch?"

Safari: "Weil du es bist."


Safari: "Awww! Königin Nala! Mein Vorbild! Jetzt fühle ich mich wirklich geehrt! Wobei ich glaube, dass ich bis zu ihrer Berühmtheit noch einen sehr weiten Weg vor mir habe.
Aber Dankeschön! Das ist wirklich lieb von dir mich mit Nala, der Königin des geweihten Landes zu vergleichen." =^.^=

"Um aber unsere Untertanen, ähmm... ich meine natürlich unsere Leserschaft nicht noch weiter zu verwirren, ist es, denke ich, jetzt an der Zeit für mein richtiges Foto... Chronist!"

Chronist: "Das mit der Krone, eure Majestät?"

Safari: "Ich bitte darum!"


Und für alle die sich jetzt fragen, ob ich nun völlig durchgedreht und übergeschnappt bin, kann ich sagen:

Ja bin ich! Aber zurecht!

Und für alle die wissen wollten, wie es dazu kommen konnte, dass eine grosskatzenverrückte Plüschlöwin zu einer Königin wurde, möchte ich sagen: Heftet euch an meine Schwanzquaste und lest meinen Reisebericht! =^.^=

Euch erwarten, unglaubliche Erlebnisse, herzliche Begegnungen, ein Safari-Suchspiel, ein Lied zum mitsingen, ein Dashcam-Video-Beweis und eine Geschichte die ihr so bestimmt noch nie gelesen habt!




Anordnung der Königin: "An alle die eventuell schon mehr über meine Reise wissen. Nicht spoilern und Schnauze halten!"
Chronist: "Safari! Wortwahl bitte!"
Safari: "Was denn?!? So heisst das Ding zwischen meinen Augen und Nasenspitze nunmal!"
Mit "Safari" auf Safari (Namibia Mai 2014) "Safari" pur! Mit Löwin auf Tour! (Namibia April 2024) "Safari" am Ende der Welt (Australien Dez 2024) "Safari" , Löwinnen überall! (Namibia+KTP März 2026)
zuletzt bearbeitet gestern 15:03
Themenstarter383 Beiträge · seit 201203. Apr. 2026 · #2
Kapitel 1: Kaputt?

Wie so häufig, fängt eine Reise nach Afrika weit vor dem Abreisetag an. In unserem Fall ungefähr 6 Monate vorher, nachdem mein Reiseorganisator in zwei seiner drei Wochen Sommerurlaub doch Zuhause für die Firma arbeiten musste und daher den Entschluss fasste, seinen nächsten Urlaub in einem Land mit eingeschränkter Erreichbarkeit zu verbringen. Und was böte sich da besser an als Namibia? Also Okay von der Familie eingeholt, günstigen Flug in der Nebensaison gesucht und gebucht und Steffi von Namibia Click and Travel kontaktiert. Da es wieder (leider nur) 2 Wochen waren, wollten wir uns diesmal auf den südlichen Teil des Landes konzentrieren. Also Sossusvlei, Fish River Canyon und den Kalahari Tranfrontier Park (KTP), von welchem wir sehr viel Positives gelesen haben. Nachdem recht schnell klar war, dass die Buchungen im KTP die schwierigsten werden würden, warteten wir ersteinmal ab, was Steffi für 4-5 Tage dort würde noch erbeuten können. Am Ende wurden es dann, nach einer geplatzten Buchung in "Mata Mata" für die letzte Nacht, "Mata Mata Campsite", "Twee Rivieren Campsite", "Nossob Superior Campsite" und nochmal "Twee Rivieren Campsite". Die Tatsache, dass unsere darauf folgende und letzte Unterkunft vor dem Abflug die 385km weit entfernte "Lapa Lange Lodge" war, schreckte meinen Privat-Chauffeur damals nicht. Und auch generell hatte er auch mit Ababis 4x4-Fahrtaining - Seserim - Sossusvlei - Tiras eine teilweise recht enge Zeittaktung in seiner Reiseplanung. Aber als routinierter Fahrer sah er das recht entspannt bis ungefähr 2 Wochen vor Abflug.

Reiseleiter: "AUuuu!"
Safari: "Was ist los? Geh mir jetzt ja nicht kaputt!"
Reiseleiter: "Bandscheibenvorfall im Nackenwirbel in kombination mit tauben rechten Zeigefinger, Muskelverspannungen und Schmerzen im ganzen rechten Arm. Ich bin aber echt ernsthaft am überlegen..."
Safari: "Nix da! Ich freu mich jetzt schon ein halbes Jahr auf diese Reise! Ich will nach Namibia! Daher denke ja nicht dran! Und du brauchst ja, jetzt erst recht, schliesslich auch mal Urlaub!"

Zum Glück haben wir eine sehr weise Löwin (Ärztin) in der Familie, welche meinen Reiseleiter mit so viel Medikamenten und Schmerzmitteln versorgt hat, so dass es für ein ganzes Löwenrudel gereicht hätte. Und zum Glück gehörte Autofahren noch zu einen der Positionen die einigermassen angenehm war. Im Gegensatz zu am PC sitzen oder, wie sich leider erst später herausstellte, gerade im Dachzelt liegen. Problemmatisch war dann noch, dass mein Reiseleiter nichts schweres tragen sollte. Ich mit meinen 3kg Plüschgewicht war da weniger das Problem. Aber die 23kg Reisetasche (zum Glück mit Rollen) und die schweren Kameras und Objektive schon eher.
Apropos Gewicht. Um mich und seine ganze Kameraausrüstung ins Handgepäck zu bekommen (max. 8kg), hat er erstens auf einen Laptop verzichtet und die Bilder-Datensicherung übers Handy gemacht. Ja das geht! Und zweitens hat er sein schweres Teleobjektiv in einer passenden Kühltasche als persönlichen Gegenstand deklariert. Das war zwar nicht dumm, aber zeitweise ziemlich unpraktisch.

Reiseroute:

08.03.2026 Direktnachtflug Eurowings Discover
09.03.2026 Londiningi Guest House in Windhoek
10.03.2026 Ababis Guestfarm
11.03.2026 Sesriem NWR Camp
12.+13.03.2026 Farm Tiras
14.+15.03.2026 Mount Canyon Guestfarm
16.03.2026 Mesosaurus Camp
17.03.2026 Red Dune Camp
18.03.2026 Kalahari Game Camp (Upgrade auf Chalet)
19.03.2026 Mata Mata Camp
20.03.2026 Twee Rivieren Camp
21.03.2026 Nossob Premium Camp
22.03.2026 Twee Rivieren Camp
23.03.2026 Lapa Lange Lodge
24.03.2026 Direktnachtflug Eurowings Discover

Stromversorgung:
12V/220V Konverter mit EU-Steckern für den Zigarettenanzünder.
Wir haben also unsere Batterien (Handy/Kameras) immer tagsüber wärend der Fahrt geladen. =^.^=

Navigationssystem:
Handy mit OpenStreetMap in Verbindung mit dem eingebauten Navigationssystem meines Reiseleiters.

Kameraausrüstung:
Canon R50 + Tamron 10-24 (Landschaften)
Canon R10 + Sigma 50-500 OS (Tiere und Nahaufnahmen)
Sigma 12mm F1.4 (Sternenhimmel!!!)
Sigma 105mm F1.4 (Lichtmonster *)
Sigma 18-200 C (Allrounder)
Simga 2x-Konverter (für noch mehr Vergrösserung)
Canon 24mm 2.8 Pancake (Kameraabdeckung)

(*) Safari zu Privat-Fotograf: Wehe dir, wenn ich wegen dem Reisen-Ding wieder mehrmals durch den Flughafenscanner muss!
Mit "Safari" auf Safari (Namibia Mai 2014) "Safari" pur! Mit Löwin auf Tour! (Namibia April 2024) "Safari" am Ende der Welt (Australien Dez 2024) "Safari" , Löwinnen überall! (Namibia+KTP März 2026)
zuletzt bearbeitet 10. Aug. 2026
636 Beiträge · seit 202304. Apr. 2026 · #3
Hallo Safari,

ich bin gerne bei deiner Reise dabei! Steffi plant nämlich gerade genau diese Route für uns, nur eben in festen Unterkünften. Ich bin sehr gespannt, wie die Fahrzeiten für euch waren und wie das Wetter bei euch so war. Für uns geht es gegen Mitte/Ende März 2027 los 😎

Lg, Melanie
Themenstarter383 Beiträge · seit 201204. Apr. 2026 · #4
Melanie1982 schrieb:Hallo Safari,

ich bin gerne bei deiner Reise dabei! Steffi plant nämlich gerade genau diese Route für uns, nur eben in festen Unterkünften. Ich bin sehr gespannt, wie die Fahrzeiten für euch waren und wie das Wetter bei euch so war. Für uns geht es gegen Mitte/Ende März 2027 los 😎

Lg, Melanie
Hallo Melanie
Das freut mich zu lesen, dass ihr im nächsten Jahr auf einer ähnlichen Tour unterwegs seit. Eigentlch waren alle Unterkünfte/Campsites unserer Reise perfekt für uns, so dass ich ausnahmslos alle empfehlen kann. Aber neben unseren schönen Unterkünften und Stellplätzen, waren es bei dieser Reise vorallem die Begegnungen und Erlebnisse, welche unser Abenteuer zu etwas Unvergessliches machen. =^.^=

Möchtest du schreiben welche unserer Destinationen übereinstimmen? Dann könnte ich meinen Ghostwriter dazu anhalten zu diesen etwas ausführlicher zu schreiben und mehr Bilder zu posten. Und auch die Fahrzeiten sollten sich anhand der Fotos nachvollziehen lassen. Aber da die Strassen, welche wir gefahren sind, alle in gutem bis sehr guten Zustand waren (kann natürlich bis 2027 anders aussehen), konnten wir die auf Google-Maps angegebenen Fahrzeiten +10-20% eigentlich immer einhalten. Wenn du dazu noch eine Stunde Puffer hinzurechnest, dann bis du denke ich auf der sicheren Seite.

Das Wetter war auf unserer Reise eigentlich immer wunderbar. Die Temperaturen lagen von 18°C (Nachts) bis 37°C (Tags) und wir hatten immer sehr viel Sonne. Gegen späten Nachmittag nahm dann meistens die Bewölkung zu und am Abend haben wir dann auch öfters, mal nah mal fern, Gewitter gesehen. Geregnet hat es dabei nur sehr wenig. Bis auf unseren letzten Tag... aber da waren wir zum glück auf der B1 unterwegs als es Wildhunde und Raubkatzen regente.

Mit löwigen Grüssen,
Safari =^.^=
Mit "Safari" auf Safari (Namibia Mai 2014) "Safari" pur! Mit Löwin auf Tour! (Namibia April 2024) "Safari" am Ende der Welt (Australien Dez 2024) "Safari" , Löwinnen überall! (Namibia+KTP März 2026)
zuletzt bearbeitet 04. Apr. 2026
636 Beiträge · seit 202304. Apr. 2026 · #5
Sehr gerne. Unsere Tour (noch nicht komplett fertig) wird ungefähr so aussehen:

1N Krumhuk (im Londiningi waren wir im August auch *g*)
2N Sesriem Desert Quiver Camp
1N Namtib Desert Lodge
2N FRC Canyon Roadhouse
1N irgendwo vor Mata Mata
5N KTP (noch nicht buchbar)
2N Bagatelle

Freue mich auf deinen Bericht. Danke auch für die Infos zum Wetter. Das wird meinen Mann sehr freuen 😎
Ich freue mich auf jeden Fall auch auf ein grüneres Namibia als im August!

Lg, Melanie
Themenstarter383 Beiträge · seit 201205. Apr. 2026 · #6
Hallo Melanie

Ich habe mich mal kurz in deinen Reiseplanungs-Thema reingelesen und möchte dir noch einen Hinweis zum Thema KTP und Internet mit auf den Weg geben. Ich glaube es wurde in deinem Thema nirgends erwähnt, dass die Internet-Verbindung über die WLAN-Voucher (500MB für 75 Rand, seperat für jedes Camp) extrem langsam ist. Bei mir hat das Verschicken von 1MB grossen Fotos im Nossob-Camp teilweise eine gefühlte Minute gedauert.
Bereite deine Teenies also schon mal seelisch darauf vor, dass da Youtube oder Netflix schauen nicht funktionieren wird und sie besser einen Beschäftigungsplan-B haben sollten, wenn sie nicht mit zum Game-Drive kommen.
Und auch in Mata Mata hatte ich zwar Mobilfunk aus Namibia, aber das war nur Edge/2G, sprich seeeehr langsam.
Mit "Safari" auf Safari (Namibia Mai 2014) "Safari" pur! Mit Löwin auf Tour! (Namibia April 2024) "Safari" am Ende der Welt (Australien Dez 2024) "Safari" , Löwinnen überall! (Namibia+KTP März 2026)
Themenstarter383 Beiträge · seit 201205. Apr. 2026 · #7
Kapitel 2: Lioness on Board

Wie schon bei unserer letzten Reise 2024, so ging es auch diesesmal an einem Sonntag Nachmittag los mit dem Auto in Richtung Frankfurt Flughafen. Bei 3-4 Stunden Fahrzeit und mit bis zu 18°C Aussentemperatur, war dies auch schon einmal ein erster Dauertest für meinen Privat-Chauffeur mit seinem Bandscheibenvorfall. Mit "Gateway-Gardens" kannten wir ja schon den Weg zu unserem Parkhaus, welches wir gegen 17:30 Uhr erreichten und wo wir unser Auto für die nächsten 16 Tage abstellen konnten. Der Weg zur S-Bahn-Station war diesmal dann auch nicht ganz so mühsam. Zwar war der Zugang zur Station immer noch eine halbe Baustelle, aber dafür gingen die Rolltreppen. Vor 2 Jahren musste mein Reiseleiter seine schwere Reisetasche noch die Treppen selber runtertragen.
Mit der S-Bahn (S9) ging es dann genau eine Station weiter zum Bahnhof Frankfurter Flughafen, wo wir dann praktischer Weise auch gleich in Terminal 1 bei unseren Check-In-Schalter herauskamen. Die 21kg Reisetasche wurde ja noch problemlos angenommen, aber der Wanderrucksack fürs Handgepäck mit mir und der Kameraausrüstung wurde sehr kritisch beäugt.

Check-In-Mitarbeiter: Und das auf ihrem Rücken geben sie auch auf?
Reiseleiter: Nein, Löwen gehören ins Handgepäck!
Check-In-Mitarbeiter: Drehen sie sich mal um! Und das passt?
Reiseleiter: Ja, das passt.
Check-In-Mitarbeiter: Maximal 8kg?!
Reiseleiter: Habs extra nachgewogen.

Mit der Angst im Nacken, dass wir ab jetzt auf der Fahndungsliste der Handgepäck-Schummler waren und ich dann 5-Minuten vorm Boarding würde dazu genötigt werden doch noch mit horrenden Extrakosten ins Hauptgepäck verfrachtet zu werden (habe da mal ein beunruhigendes Youtube-Video gesehen...), ging es dann weiter zur automatischen Passkontrolle. Doch dort ging dann der Reisepass nicht plötzlich nicht! Selbst nach dem dritten Versuch kam einfach nur ein nichtsaussagendes grosses rotes Kreuz auf dem kleinen Display. Aber auch hier hatte mein Reiseleiter eine Lösung parat, indem er einfach seinen Personalausweis einsetzte.

Und dann kam die Gepäck-Kontrolle, mit welcher ich seit der Australien-Reise leichte traumatische Erinnerungen verbinde...
Warum mein Reiseleiter seinen Plastik-Gürtel ausziehen musste, entzieht sich bis heute meiner Kenntnis. Und dann wollten sie mich anscheinend auch erst gar nicht kontrollieren (in den Scanner schieben). Vielleicht sah ich ihnen zu bissig aus?
Aber Kontrolle muss eben sein, so dass ich nach dem Scan, wie sollte es auch anders kommen, natürlich auch wieder zur Sonderkontrolle rausgezogen wurde... Daran war bestimmt nur wieder dieses blöde Riesen-Objektiv schuld!
Während mein Reiseleiter sofort anbot, aus Angst um seine Objektive den Rucksack selber auszupacken, meinte der Beamte nur ganz ruhig, dass das ja nur eine zufällige Standardkontrolle sei. Ja ja, von wegen! Am Ende wurde dann aber tatsächlich nur ein Sprengstoffabstrich vom extra in einer Kühltasche eingepackten Teleobjektiv gemacht, welches sich aber natürlich zu diesem Zeitpunkt ganz unten im Rucksack befand. Naja, so hatte mein Reiseleiter wenigstens die Gelegenheit alles neu sortiert einzupacken.


Der Weg zum Gate C20 war dann mal wieder der maximal längst mögliche Weg vom Terminal 1 aus und entsprach fast schon einer kleinen Wanderung (ca. 600m). Mit 10kg auf dem Rücken (7.5kg Handgepäck + 2.5kg persönlicher Gegenstand) aber dann doch nicht ganz so angenehm. Und wie fast immer, waren wir um 19:30 Uhr, also 2 Stunden zu früh, da. Aber besser so als umgekehrt.


Wie immer versuchte ich meiner ersten Aufgabe, Kontakte knüpfen, gerecht zu werden, indem ich ganz lieb aus dem Rucksack schaute. Aber irgendwie nahm niemand wirklich Notiz von mir. Entweder war einfach zu viel los, oder es war einfach so ein "Typisch Deutsch"-Verhalten der Reisegäste. Erst nach ungefähr einer Stunde gelang es meinem Reiseleiter die 5er-Reisegruppe aus NRW neben uns in ein Gespräch zu verwickeln und ihnen unser Fotobuch von meiner ersten Namibia-Reise 2024 zu zeigen.


Irgendwann ging dann auch das Boarding los, bzw. wurden wir ersteinmal in Busse verfrachtet und zur Aussen-Park-Position gefahren. Dort angekommen mussten wir aber noch weitere gute 15 Minuten im Bus warten, weil der Kabinen-Service noch nicht ganz fertig war. In einem vollgestopften Bus wurde das dann aber nicht nur mir, sondern auch allen anderen Fahrgästen zu warm, was leichte Unmutsäusserungen hervorbrachte. Aber zumindest haben wir dort erfahren, dass der Busfahrer länger als bis Mitternacht arbeitet würde. Und seine Kollegen auch noch die ganze Nacht durch, so dass uns solch ein Fiasko wie kürzlich am Münchner Flughafen würde erspart bleiben. Dort mussten nämlich kürzlich alle Passagiere unfreiwillig wegen einem Nachtflugverbot für einen eigentlich 90-minütigen Flug im parkenden Flugzeug übernachten...

Unser Sitzplatz-Lotteriespiel ging diesmal mit einem freien Nebenplatz nur teilweise auf. Aber der Airbus A330 war auch fast voll besetzt, so dass wir uns glücklich schätzen konnten zumindest einen freien Platz neben uns zu haben. Ich hatte da aber spontan eine Idee, wie ich dieses Problem würde lösen können...

Safari: "Magst du einen Privatflieger haben?"
Reiseleiter: "Was hast du vor?!"
Safari: "Ich rufe einfach laut: LION ON BOARD!"
Reiseleiter: "Und wer soll dann das Flugzeug fliegen?"

Letztendlich haben wir uns dann mit dem einen freien Sitzplatz zufrieden gegeben und uns nach dem pünktlichen Abflug um 22:00 Uhr den Minecraft-Film angeschaut. Man war der Film peinlich!
Müde wie wir waren, versuchten wir dann zu schlafen. Wobei es bei meinem Reiseleiter beim dem Versuch blieb. Viel zu gross für die Economy und mit seiner kaputten Bandscheibe im Nacken, musste ich ihm letzlich aushelfen zumindest eine Position zum Dösen zu finden, indem ich mich auf seinen Schoß setzte und er seinen Kopf auf meinem Kopf abstützte. Und es sollte nicht das letzte Mal sein, dass ich neben meiner Rolle als Kontaktknüpfer, Fotomodell und Kameraauflage auch als Kopfkissen würde herhalten müssen. Aber um ehrlich zu sein: Für eine Reise nach Namibia würde ich (fast) alles tun!
Mit "Safari" auf Safari (Namibia Mai 2014) "Safari" pur! Mit Löwin auf Tour! (Namibia April 2024) "Safari" am Ende der Welt (Australien Dez 2024) "Safari" , Löwinnen überall! (Namibia+KTP März 2026)
zuletzt bearbeitet 12. Mai 2026
81 Beiträge · seit 202505. Apr. 2026 · #8
Hallo Safari,

ich lese hier auch gerne mit und erinnere mich dabei an eine ähnliche Route in 2024 allerdings ohne Löwensichtungen im KTP. Gut, dass wir damals noch Löwen auf der Kalahari Game Lodge sahen.

Ich freue mich auf deine Erlebnisse

Schöne Ostern
Andrea
636 Beiträge · seit 202305. Apr. 2026 · #9
Black Lion schrieb:Hallo Melanie

Ich habe mich mal kurz in deinen Reiseplanungs-Thema reingelesen und möchte dir noch einen Hinweis zum Thema KTP und Internet mit auf den Weg geben. Ich glaube es wurde in deinem Thema nirgends erwähnt, dass die Internet-Verbindung über die WLAN-Voucher (500MB für 75 Rand, seperat für jedes Camp) extrem langsam ist. Bei mir hat das Verschicken von 1MB grossen Fotos im Nossob-Camp teilweise eine gefühlte Minute gedauert.
Bereite deine Teenies also schon mal seelisch darauf vor, dass da Youtube oder Netflix schauen nicht funktionieren wird und sie besser einen Beschäftigungsplan-B haben sollten, wenn sie nicht mit zum Game-Drive kommen.
Und auch in Mata Mata hatte ich zwar Mobilfunk aus Namibia, aber das war nur Edge/2G, sprich seeeehr langsam.
Danke! Soweit ich weiß, geht es den Mädels auch nur darum, zumindest 1x pro Tag einen Snap zu verschicken (sie sammeln Flammen, da kenn ich mich jetzt nicht so aus) und kurz über WhatsApp Kontakt zu den Freunden zu haben. Ansonsten laden sie sich vorab schon immer Filme herunter, damit müssen sie dann auskommen. Bei der Kleinen gehe ich sogar davon aus, dass sie zu den Game Drives mitkommt. Außer gleich morgens, da werden wir vermutlich nur zu zweit fahren 😎
Und dann gibt's in den Hauptcamps ja immer noch den Pool, vielleicht finden sie da auch ein bisschen Spaß dran. Und dann hat man ja auch noch die Fahrten zum nächsten Camp, da müssen sie ja mit 😄
Ach ja, unsere Große würde am liebsten gar nicht mehr mitkommen. Das sagt sie schon 2 Jahre und dieses Jahr fährt sie immerhin schon mal nicht mit nach Norwegen. Aber 2 Wochen auf der Südhalbkugel ohne sie, das geht nicht. Also muss sie sowohl im August mit nach Südafrika als auch nächstes Jahr mit nach Namibia. Ich in ihrem Alter hätte mich gefreut wie Bolle, aber so ändern sich die Generationen...
Themenstarter383 Beiträge · seit 201208. Apr. 2026 · #10
Secret schrieb:Hallo Safari,

ich lese hier auch gerne mit und erinnere mich dabei an eine ähnliche Route in 2024 allerdings ohne Löwensichtungen im KTP. Gut, dass wir damals noch Löwen auf der Kalahari Game Lodge sahen.

Ich freue mich auf deine Erlebnisse

Schöne Ostern
Andrea
Hallo Andrea!
Löw(inn)en wirst du in meinem Reisebericht mehr als genug sehen. Nicht umsonst habe ich für meinen Reisebericht den Titel "Safari, Löwinnen überall" gewählt. 😉
Neben unglaublichen Erlebnissen und herzlichen Begegnungen, erwartet dich auch ein Safari-Suchspiel, ein Lied zum mitsingen und generell eine Geschichte die du so bestimmt noch nirgends gelesen hast!

Ich hoffe mein Chronist/Ghostwriter kommt mit dem Schreiben meiner Geschichte bald mal weiter. Und auch von den über 5000 Fotos hat er erst 60% bearbeitet...

Löwige Grüsse, Safari =^.^=
Mit "Safari" auf Safari (Namibia Mai 2014) "Safari" pur! Mit Löwin auf Tour! (Namibia April 2024) "Safari" am Ende der Welt (Australien Dez 2024) "Safari" , Löwinnen überall! (Namibia+KTP März 2026)
zuletzt bearbeitet 08. Apr. 2026
Themenstarter383 Beiträge · seit 201209. Apr. 2026 · #11
Kapitel 3: "Pro", wie Profi oder Professionell

Ein weiterer Grund, warum wir nicht schlafen konnten, waren die vielen Turbolenzen über der Sahara und dem Äquator. Und wären die Piloten den Gewitterzellen nicht so geschickt ausgewichen, wären wir bestimmt noch deutlich heftiger durchgeschüttelt worden. Irgendwann vor dem Morgengrauen gaben wir das Schlafen dann endgültig auf und schauten uns noch einen weiteren Film an („IF – Imaginary Friend“), bis schließlich auch schon das Frühstück serviert wurde. Dabei habe ich mich auch ein wenig mit meiner Sitznachbarin Kiara aus Windhoek angefreundet. Besonders ihre coolen Kopfhörer hatten es mir angetan.



Die Landung am "Hosea Kutako Airport" war dann auch pünktlich um 9:20 Uhr. Und da wir in der letzten Reihe saßen, waren wir auch die Ersten, welche über die hintere Treppe aussteigen konnten.



Aus anderen Reiseberichten wussten wir, dass jetzt Eile angesagt war. Also nutzte mein Privat-Träger seine langen Beine voll aus und legte ein ordentliches Tempo vor. Nach einer kurzen Verwirrung in der Ankunftshalle, wo denn nun der Weg zu den Visa-on-Arrival-Schaltern war (ganz rechts in der grossen Halle), waren wir dann tatsächlich die Dritten in der Schlange. Allerdings freuten wir uns etwas zu früh. Der Grenzbeamte an unserem Schalter hatte am vorherigen Sonntagabend offenbar bis tief in die Nacht gefeiert hatte und drohte nun, mit offenen Augen in seiner Kabine einzuschlafen. Gerne hätte ich ihm ja einen Kaffee oder eine Cola angeboten, aber beides gab es ja leider erst nach den Kontrollen. So kamen wir immerhin noch in den Genuss, die sehr laute Ansage der Poilizeichefin mitzuerleben, die allen anwesenden Touristen ausdrücklich einbleute, ja keine Bußgelder direkt an Polizisten zu bezahlen oder gar zu versuchen, diese zu bestechen.
Trotz der langen Visa-Prozedur waren wir mit bei den Ersten die zur Gepäckausgabe kamen. Und da unsere auffällig beklebte Reisetasche auch unter den Ersten auf dem Laufband war, konnten wir uns auch gleich am noch nicht überfüllten MTC-Schalter nebenan anstellen. Also noch schnell das grosse "MTC-Touristen-Abzocke-Paket" erworben und schon waren wir wieder online. Wobei... wollten wir nicht eigentlich ein paar Offline-Tage hier in Namibia verbringen?

Ein kleinen Scherz erlaubte sich noch die Beamtin beim Zoll, als sie nach meinen Einreisepapieren fragte. Routiniert erklärte ich ihr, dass ich ja offensichtlich zu den Einheimischen gehöre! =^.^=

Hinter dem Zoll wurden wir dann auch schon von "Pro", unserem Fahrer von "Safari Car Rental", empfangen und gefragt, ob wir noch irgendwas brauchen. Wir waren tatsächlich die einzigen Gäste, die er vom Flughafen abholen musste, sodass wir nach einem kurzen Abstecher zum ATM (nur südafrikanische Rand) auch gleich losfahren konnten. Wir wollten gerade die Ausfahrschranke vom Parkplatz passieren, als plötzlich das Telefon meines Reiseleiters mit der neuen namibianischen Nummer vibrierte. Etwas irritiert über die ebenfalls auf dem Display angezeigte namibianische Nummer nahm er das Gespräch an - nur um im nächsten Moment schockiert zu erfahren, dass er seinen Reisepass am MTC-Schalter vergessen hatte! Also schnell nochmal zurück in den Flughafen, durch den Scanner, an den MTC-Schalter, wieder durch den Scanner und zurück zu "Pro", welcher geduldig mit mir am Auto wartete. "Oh Mann, geht das schon wieder los!", dachte ich nur und erinnerte mich sogleich an unsere Verluste bei unserer letzten Reise. Das kann ja heiter werden.

Mit "Pro" verstanden wir uns sogleich super, so dass die Fahrt zur Autovermietung auch ruhig hätte etwas länger dauern können. Und wie grün es überall war! Das war ja wie bei uns Zuhause im Spät-Fühling!




Bei "Safari Car Rental" angekommen wurden wir auch gleich von der Rudelanführerin..., ähm ich meine natürlich Chefin Rike, persönlich begrüßt. Sie erkannte mich sofort (ich muss wohl einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben), so dass auch die Formalitäten für meinen Privat-Chauffeur schnell erledigt waren. Von "Pro" liessen wir uns dann noch die wichtigsten Dinge am Auto zeigen (Wagenheber, Allrad-Zuschaltung, 2. Ersatz-Rad), sowie noch einmal den Dachzelt-Abbau. Recht bald konnten wir dann auch mit dem vorläufigen Einräumen des Fahrzeugs beginnen. Apropos Fahrzeug: Der Toyota Hilux den wir hatten sah mal wieder aus wie neu! Mit nur 66669 km auf dem Tacho und fast neuen Reifen war er mit seiner zusätzlichen Campingausrüstung perfekt für unsere Reise ausgestattet.




Als Dank für seine freundliche und kompetente Unterstützung und Einweisung bekam dann "Pro" anstatt eines Trinkgeldes sogar ein kleines verpacktes Geschenk, über das er sich sehr freute. Und auch die erste digitale Kopie meines Fotosbuches von 2024 konnten wir bei "Safari Car Rental" lassen. "Pro" wollte sich unbedingt alle 84 Seiten mal in Ruhe ansehen, anstatt nur schnell durchzublättern. Es dürfte letztendlich so um die Mittagszeit gewesen sein, als wir uns von Rike und Pro verabschiedeten und losfuhren.



Unser erstes Ziel war wie immer der Superspar bei der "Maerua Mall" in Windhoek. Über die neue Autobahn war dieser auch sehr schnell zu erreichen. Dort deckten wir uns ein für die ersten Tage, inklusive Notreserven (Cola!!!) und kauften auch ein leckeres Sandwich als Mittagessen. Und danach ging es auch schon quer durch die Stadt zu unserer ersten Unterkunft, dem "Londiningi Guest House". Da es noch früher Nachmittag war, versuchte mein Reiseleiter spontan noch eine Stadtrundfahrt bei "Bwana Tucke-Tucke" zu organisieren. Leider gab es an diesem Tag jedoch keine passende Gruppe, der wir uns hätten anschließen können – und für uns allein war es zu kurzfristig und zu stressig. So entschieden wir uns lieber im Hinterhof vom "Londiningi Guest House" unsere Zimmer zu tauschen (Zimmer 9 statt 6), unsere Sachen zu sortieren und den Hilux richtig einzuräumen.





Zimmer 9 hatte den Vorteil, dass wir unseren Toyota direkt neben dem Hintereingang parken und so auch unsere Kühltruhe direkt an eine Steckdose anschliessen konnten. Und vielen Dank an Steffi von "Namibia Click and Travel" für das schöne Notizbuch!



Nach einer für meinen Reiseleiter dringend notwenidigen Dusche, gingen wir dann gegen 17:00 Uhr dann auch noch, über einen weiteren Abstecher zum ATM (NAD), zu "Joe's Beerhouse". Ich kann schon irgenwie verstehen, warum dieses Lokal (oder passt eher Schneke?) von vielen Touristen und vielleicht auch Einheimischen so gehypt wird. Und der "Lion's Paw Chocolate Brownie" war ja auch lecker. Aber irgendwie wollte der Funke bei uns nicht so richtig überspringen. Vielleicht auch deswegen, weil wir allein an einem grossen runden Tisch saßen und meinem Reiseleiter der rechte Arm wegen seiner Bandscheibe ordentlich wehtat.




Zurück im "Londiningi Guest House" ruhten wir uns noch kurz aus, bevor es um 19:00 Uhr zum Abendessen ging.



Da hier alles nach Zimmernummer organisiert war, bekamen wir auch hier wieder unseren eigenen Tisch für uns alleine. Allerdings saßen wir strategisch grünstig beim Wasserspender, so dass die neben uns plazierte "Camelhorse-Safari-Elfer-Truppe" gar nicht daran vorbeikam, ihre erste Löwinnensichtung zu bekommen. =^.^=



Aber auch die Kellnerin war total nett zu mir und freute sich darüber in meinem Fotobuch von 2024 ein wenig blättern zu dürfen. Wie vermutet war sie noch nie wirklich aus ihrer Umgebung herausgekommen und wusste daher gar nicht, wie schön ihr eigenes Heimatland eigentlich ist. Viel zu schnell verging der Abend mit dem leckern Abendessen. Aber nach einer schlaflosen Nacht im Flieger waren wir froh uns gegen 21:15 Uhr ins gemütliche Bett kuscheln zu dürfen.

Und morgen würde unser Abenteuer mit einer ersten Löwinnensichtung dann richtig losgehen! =^.^=
Mit "Safari" auf Safari (Namibia Mai 2014) "Safari" pur! Mit Löwin auf Tour! (Namibia April 2024) "Safari" am Ende der Welt (Australien Dez 2024) "Safari" , Löwinnen überall! (Namibia+KTP März 2026)
zuletzt bearbeitet 21. Mai 2026
Themenstarter383 Beiträge · seit 201211. Apr. 2026 · #13
Daxiang schrieb:Hallo Safari,

einen Reise mit dir und deinem Ghostwriter lass ich mir auf keinen Fall entgehen und bin ganz gespannt auf eure Erlebnisse!

Liebe Grüße
Konni
Ohhh, ich muss mir ja echt auf die Zunge beissen dir nicht jetzt schon alles auszuplaudern! Vorallem weil der KTP ja erst am Ende unserer Reise drankommt.
Aber zumindest soviel sei gesagt, dass dein Lieblingspark uns definitiv nicht enttäuscht hat! =^.^=

Liebe Löwengrüße
Safari
Mit "Safari" auf Safari (Namibia Mai 2014) "Safari" pur! Mit Löwin auf Tour! (Namibia April 2024) "Safari" am Ende der Welt (Australien Dez 2024) "Safari" , Löwinnen überall! (Namibia+KTP März 2026)
Themenstarter383 Beiträge · seit 201212. Apr. 2026 · #14
Kapitel 4: Löwenfutter

Es war noch dunkel draussen, als ich aufgewacht bin. Zuerst dachte ich ja, dass es zur Freude der Namibianer regnen würde. Aber nach einem kurzen Check auf der rückseitigen Terrasse stellte sich schnell heraus, dass das passelnde Geräusch nur vom Wind in den Bäumen kam. Immer noch etwas müde, habe ich mich nochmals ins gemütliche Bett gekuschelt und mir die ersten Abenteuer unserer Reise herbeigeträumt, während draussen nicht nur die Hunde, sondern auch eine Autoalarmanlage geheult haben.
Als es draussen langsam hell wurde sind wir aufgestanden und haben uns das Guest House mal etwas näher angesehen. Dafür das die Anlage fast mitten in der Hauptstadt liegt, ist sie wirklich schön gestaltet.






Dabei bekam ich auch die Gelegenheit mich mit meinesgleichen anzufreunden. Wobei die kleine Hauskatze leider etwas schüchtern war.



Etwas weniger schüchtern waren dann da schon die Kellnerinnen beim Frühstück. Auch sie schauten sich neugierig mein Fotobuch an und am Ende reichte es auch für ein Gruppenfoto.



Fast zeitgleich mit der Reisegruppe, fuhren dann auch wir los in unseren ersten Namibia-Abendteuer-Tag. Unser erster Stopp war die "Klein Windhoek Schlachterei" im Norden von Windhoek in der Albert Wessels Street. Hier wollten wir uns noch mit richtigem Wildfleisch für unsere kommende Braai-Abende am Lagerfeuer versorgen. Während ich auf unser Auto aufpasste ging mein Privat-Chauffeur in den Laden. Und dank meines guten Gehörs konnte ich das Gespräch mit der Verkäuferin mit einem Ohr mitverfolgen.

Privat-Chauffeur: "I would like to have 300 Gramm of game meat. Do you have something to sell?"
Verkäuferin: "I have to look."
*Verkäuferin verschwindet im Hinterraum und kommt nach 5 Minuten mit einem sehr grossen Stück Kudu-Fleisch zurück. Sie legt das Fleisch auf die Waage, welche 1.7kg anzeigt.
Verkäuferin: "This is Kudu. Okay?"
Privat-Chauffeur: "Sure* Please make me 3 or 4 slices."
*Verkäuferin verwindet wieder im Hinterraum und kommt nach weiteren 5 Minuten mit dem selben Fleischstück zurück. Sie legt das zuvor gezeigte aber nun in vier Stücke geteilte Kudu-Fleisch auf die Waage, welche natürlich immer noch 1.7kg anzeigt.
Privat-Chauffeur: "A said I would like to have 300-400 gramm for me for braai! This is way too much!"
Verkäuferin: "But you said '4 pieces'."
Privat-Chauffeur: "I said '4 slices' and 300-400 gramm. Zero dot three kilogramm, you understand? How should I eat alone 1.7kg?! With this I could feed a lion!"
*Safari brüllt im Auto*
Safari: "Futter für einen Löwen?! Hier! HIIIIER!!!"

Zu meinem absoluten Mismut, blieben meine Rufe im Laden jedoch ungehört. Na mein Privat-Chauffeur kann was erleben, wenn er zurück kommt. Ich jage ihm jedenfalls nichts mehr!
Als er dann tatsächlich mit nur mit vier winzigen Kudu-Scheibchen zurückkam, schaute ich, wie vermutlich jede beleidigte Katze, ihn mit meinem Hintern nicht mehr an. Ohne ein Wort zu wechseln fuhren wir dann noch kurz an die nächste Shell-Tankstelle, um unser Auto auf 160 Liter Diesel vollzutanken. Jaja, dafür hatte er dann plötzlich Geld... *grumel*

Über die Autobahn A1 umfuhren wir das Windhoeker Stadtzentrum und bogen auf die nach süd-westen verlaufende C26 ab. Dort kamen wir nach wenigen Kilometern und hinter einer Müllhalte in eine der Polizei-Kontroll-Stationen, welche es vermutlich an jeder Ausfahrstrasse aus Windhoek gibt. Der von seinen Kollegen am Posten alleine gelassene Polizeitbeamte machte mit seinem Sturmgewehr um die Brust gleich einen ernsten Eindruck. Letztendlich wollte er aber nur den (deutschen!) Führerschein meines Privat-Chauffeur sehen. Da dieser diesen aber noch in der grossen Reisetasche hinten im Canopy hatte, konnte er seinen Führersvhein ersteinmal nicht vorzeigen. Netter weise wollte uns der Polizeitbeamte trotzdem schon weiterfahren lassen. Vermutlich hatte er sofort erkannt, dass mein Privat-Chauffeur einfach nur ein unwissender Tourist ist. Oder aber er dachte sich, dass ich, eine einheimische Löwin, schon würde auf ihn aufpassen. Aber mein Privat-Chauffeur wäre nicht mein Privat-Chauffeur, wenn er nicht pflichtbewusst an der Strassenseite angehalten, den Führerschein aus der Reisetasche geholt und es dem Polizeitbeamten trotzdem gezeigt hätte. Ab da blieb der Führerschein dann auch immer im Geldbeutel in der Hosentasche.



Nach ein paar weiteren wenigen Kilometern durch eine schöne hügelige und völlig grüne Landschaft endete die Teerstrasse in einer breiten weiterführenden Schotterpiste. Spätestens jetzt war ich gefühlt richtig in Namibia angekommen.
Auf dem nächsten Hügel mit zusätzlich schöner Aus- und Weitsicht, reduzierten wir den Reifendruck auf 1.8 bar und den Blasendruck auf null und schossen ein paar Landschaftsfotos.




Über viele Kilometer folgten wir teilweise frisch gekräterten C26 bis hinter der Fram "Göllschau", um dann auf die D1265 in Richtung "Nauchas" und "Spreetshoogte Pass" abzubiegen. Hier hatten wir auch unsere erste unverhoffte Sichtung in Form einer Schildkröte. Von ihr wurden wir auch dezent darauf hingewiesen, wie man in seinem Urlaub in Namibia fahren sollte. Langsaaaaam und entspaaaaannt.




Da ich ja kein Löwenfutter erhalten habe, habe ich unterwegs versucht mir selber was zu jagen.
(Foto: Safari jagt Rinder)


Und ja, ich war verzweifelt!
(Foto: Safari jagt Verkehrssünder)


Mein ständiges Bitten nach Stopps fiel dann auch irgendwann meinem Privat-Chauffeur auf...

Privat-Chauffeur: "Safari, jetzt sag doch mal was mit dir los ist! Dieses Schweigen und ständig diese Stopps."
Safari: "Was erwartest du denn von einer halb verhungerten Löwin?!?"
Privat-Chauffeur: "Halb verhungert!? Wieso...??"
Safari: "DIE EINEINHALB KILO FLEISCH ZUM BEISPIEL, WELCHE DU HAST LIEGEN LASSEN!"
Privat-Chauffeur: "Hey, Schrei mich doch nicht gleich so an!"
Safari: "SETZ MICH DOCH AUS, WENN ICH DIR NICHT PASSE!"

Das hätte ich besser nicht sagen sollen... Wir haben daraufhin tatsächlich angehalten und er hat mich ausgesetzt und ist weggelaufen!!!

HILFE!! Arme, ausgehungerte, ausgesetzte Löwin in... weiss jemand wo ich bin???
Auf dem Schild steht irgendwas mit "Nett hier" und "Baden-Württemberg" (Link zum Sticker)!

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zuletzt bearbeitet 12. Mai 2026
Themenstarter383 Beiträge · seit 201218. Apr. 2026 · #15
Kapitel 5: Das Herz Namibias

Anmerkung des Privat-Chauffeurs zum letzten Kapitel:
Keine Sorge. Safari überdramatisiert nur mal wieder. Ich habe sie natürlich nicht zurückgelassen und bin nur 20m weiter zum Baum mit den Mahaliwebern gelaufen. Also alles halb so wild.





Standpauke von Safari:
Halb so wild?! HALB SO WILD?!
Naja, ich jedenfalls habe solch einen Schock bekommen, so dass ich doch glatt vom Schild gefallen bin!


Am Ende haben wir uns dann aber Beide wieder etwas beruhigt und noch weitere Fotos am südlichen Wendekreis gemacht.


Kurz vor der Farm "Nouams" durfte ich dann doch nochmals mein Jagdglück versuchen. Und während mein Privat-Fotograf also meine Jagdszene über seine Kamera auf der SD-Karte verewigte, raste plötzlich ein Auto an uns vorbei.

Ach, wäre ich doch einfach beim 100-km/h-Schild geblieben...

(Foto von Safari beim Achtung-Rinder-Schild)


Da dann auch mein Privat-Chauffeur Hunger bekam, sind wir zur nicht mehr weit entfernten Farm "Nouams" gefahren. Und während ich wieder auf unser Auto aufpassen durfte, ist mein Privat-Chauffeur in den kleinen Hof-Laden gegangen. Wirklich was zu Essen hat er aber nicht gefunden. Nur eine Tischdecke als Souvenir, sowie etwas Salz fürs Braai. Also soweit alles völlig unspektakulär.
Komisch wurde es für mich aber, als er dann schnell ein paar Fotos auf sein Handy übertragen hat und damit nochmal zurück in den Laden gegangen ist. Was hatte er denn jetzt vor?!?

Als er nach kurzer Zeit wiederkam, grinste er wie ein Honigkuchenpferd. Verwundert fragte ich ihn, was denn passiert sei und bekam folgende Geschichte erzählt...
Bei seinem Einkauf im Hof-Laden wurde er von einem Mann (dem Farmbesitzer?) angesprochen, was er denn eben an der Strasse fotografiert habe. Ihr erinnert euch an das Auto, dass uns passierte, als ich mich gerade auf die Lauer nach Rindern gelegt hatte? Dieser Mann muss wohl im vorbeifahrenden Auto gewesen und meinen Privat-Fotografen gesehen haben. Mich als gut getarnte Löwin hat er natürlich übersehen.
Seine Frage bekam er dann jedenfalls wahrheitsgemäß folgendermaßen beantwortet:

Farmbesitzer: "Hi! What did you see back there on the road?"
Privat-Fotograf: "I have seen a lion!"

Die Beiden haben nur kurz gelacht und meinen Privat-Fotografen vermutlich als unwissenden Tourist abgestempelt. Und der Mann ist dann auch gelassen seiner Wege gegangen, als mein Privat-Fotograf die Sachen bei der Farmbesitzerin bezahlt hat.
Doch wer meinen Privat-Fotografen kennt der weiß, dass er sowas nicht auf sich sitzen lassen wollte. Immerhin hatte er ja ein "Beweisfoto"...

Als mein Privat-Fotograf dann, nach der Übertragung des obigen Beweisfotos auf sein Handy, zurück in den Laden gegangen ist, um eben zu beweisen, dass er wirklich eine Löwin gesehen hat, ist dann folgendes passiert:

Mit einem leichten Grinsen im Gesicht zeigt mein Privat-Fotograf das Foto der Verkäuferin und denkt sich:
'Die erkennt bestimmt gleich, dass ich nicht gelogen, aber trotzdem nur einen Scherz gemacht habe. Immerhin ist Safari ja nur 110cm und keine 240cm gross. Und als eine erfahrene Farmbesitzerin erkennt sie bestimmt auch gleich, dass Safari nur Plüsch-Löwin ist.'

Die Farmbesitzerin hingegen dachte:
'Scheisse! Der Mann hat nicht gelogen! Da versteckt sich tatsächlich eine Löwin im Grass! Was mache ich jetzt bloß? MEINE RINDER!! Ich muss sofort meine Rinder irgendwie in Sicherheit bringen! Und einen Jäger muss ich auch gleich organisieren, dass er mir die Löwin einfängt oder zumindest vertreibt! Oh mann! Ich hatte heute doch noch echt andere Probleme zu lösen!!!'
Ja, ich konnte es selbst kaum glauben, als mir mein Privat-Fotograf dieses gerade stattgefundene Erlebnis erzählt hat! Sie hat mich tatsächlich für eine ECHTE LÖWIN gehalten!!!
Wow! Das hat mich so unglaublich glücklich gemacht! Auch wenn mir die Farmbesitzerin dabei etwas leidtat. =^.^=

Nachdem die Farmbesitzerin dann doch etwas zu lange und zu still auf das auf dem Handy angezeigt Foto gestarrt hatte, klärte mein Fotograf die Situation auf. Er zeigte ihr ein anderes Foto von mir und dem "Achtung-Rinder-Schild", wo ich komplett zu sehen war. Und auf diesem Bild hat dann auch sie erkannt, dass von mir gewiss keine Gefahr für sie oder ihre Rinder ausgeht. Und nachdem ihr der Riesen-Stein vom Herzen gefallen ist, hat auch sie gelacht.

Ach wie gerne wäre ich direkt mit dabei gewesen. Aber stattdessen bewachte ich aber das Auto und bestaunte den schönen Blumengarten.





Unsere weitere Reise führte dann über "Nauchas" auf die D1275, vorbei an "Namibgrens" zum "Spreetshoogte Pass".



Vom oberen View Point hat man wirklich eine fantastische Aussicht auf das tiefer gelegene Land. Und für einen Moment hatte ich das Gefühl, bis hinter den Horizont sehen zu können.





Doch mein persönlicher Lieblingsplatz lag etwas weiter unten beim tieferen View Point. Denn hier hat es neben einem schönen schattenspendenden Baum...



... auch ein "Gondwana Herz" zum liebhaben.


Ich mag dieses Foto. =^.^=

Mit Unterstützung der Motorbremse im 2. und 1. Gang, ging es dann die 1000m Höhenmeter die steile Passstrasse hinunter. Die hat immerhin bis zu 22% Gefälle! Das war definitiv nur was für Schwindelfreie wie mich und meinen Privat-Chauffeur.

Auf der Tiefebene angekommen, entdeckten wir bei der "Farm Ubib" dann entweder sehr merkwürdige Kühe oder ein verwirrendes "Achtung-Pferde-Warnschild"...




Am Ende der D1275 ging es dann links ab auf die C14. Und von hier aus war das bekannte "Solitare" mit seiner berühmten "McGregor's Bakery" und dem von jedem heiß begehrten "Apple Pie" dann auch nicht mehr weit. Natürlich mussten wir hier einen (Tank-)Stopp einlegen und überprüfen, was an den Apfelkuchen-Gerüchten dran ist.




Mein Gaumen-Fazit lautet: Schmeckt gut. Aber ich weiß auch, wo ich einen besseren Apfelkuchen bekomme.

Viel interessanter waren sowieso die verwirrten Blicke der anderen Touristen und der frechen Spatzen auf mich. =^.^=



Ein weiteres Highlight waren für mich die Erdhörnchen. Hier konnte ich meine Anpirschkünste mal so richtig demonstrieren. Ich wette ohne Lockmittel/Futter kommt sonst niemand so nah ran wie ich!



Privat-Fotograf: "Doch ich mit meiner Kamera!" 🙂



Safari: Sehr witzig, mein Lieber. Sehr witzig. Ich lach mich tot... nicht.

Ja und dann kam der Traum jedes Hobby-Fotografen in Form jede Menge herumstehender alter und total verrosteter Autos.
Kann mir das jemand mal erklären, warum fast jeder Tourist Fotos von den Dingern macht?



Wobei mal so auf einem Traktor sitzen war schon mal ganz nett.



Bis zur "Ababis Guestfarm", unserem Endziel für den heutigen Tag, war es dann nur noch ein Katzensprung von 14km.



Hier wurden wir erst von ein paar Ziegen vor dem Garten und dann von zwei sehr lieben Hunden im Garten begrüßt, bis wir uns schließlich zu Katrin, der hier lebenden Rudelanführerin... ähm ich meine natürlich, Farmbesitzerin, vorarbeiten konnten.





Da wir für die kommende Nacht die einzigen Camper waren, konnten wir uns die Campsite aussuchen. Mein Privat-Chauffeur fragte noch kurz, ob er denn schon den Theorieteil des 4x4 Fahrtrainings machen könnte. Da der Fahrtrainer noch unterwegs war, musste dies ganz normal morgen früh stattfinden. Kurz wurden noch die Zeiten fürs Abendessen abgesprochen und schon ging es zu den Campsites.

Mit der Campsite Nr.3 suchten wir uns die abgelegenste Campsite heraus.



Mein Löwe-Für-Alles ging dann erst mal im urigen Dusch-und-Toilettenhäuschen sich duschen und abkühlen. Dann baute er das Dachzelt auf und ging sich wieder unter der Dusche kurz abkühlen. Dann wurde sich etwas ausgeruht und dann wieder per 5 Sekunden Dusche abgekühlt. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass es an diesem Nachmittag auf Ababis sehr heiß war?



Aber mit heißen Temperaturen hatten wir ja gerechnet und diese auch genossen. Weniger genossen haben wir aber die, zwar nicht stechenden aber dafür umso nervigeren Fliegen. Mit denen hatten wir zwar auch gerechnet und ein entsprechendes geruchsintensives Gegenmittel zum Einsprühen gekauft, aber den Fliegen war das anscheinend egal. Die wollten, auf Teufel komm raus, jede Körperöffnung (Ohren, Nase und Mund) genauer inspizieren. Ich war ja zu meinem Glück immun. Als Plüsch-Löwin habe ich ja keinerlei Öffnungen. Aber mein Löwe-Für-Alles war fast nur mit seinen Pfoten am Wedeln und Fliegen verscheuchen.
Erst als er schwarze Socken zum Trocknen aufstellte, fanden das einige der Fliegen interessanter...



Am Ende war aber alles halb so wild und wir wurden, durch die sich gegen Abend bildenden Quellwolken, mit einem absolut traumhaften Sonnenuntergang belohnt.




Was soll ich sagen? Ich strahlte nur so vor Glück!




Mein erster richtiger Sundowner!



Für 20 Uhr waren wir dann zum Abendessen auf der Veranda des Haupthauses angemeldet. Und fast wären wir zu spät gekommen, da der direkte Fussweg von der Campsite, wohl durch die letzten Wassermassen im "Tsondab" Fluss, an einer kleinen Klippe endete. Im Dunkeln suchte mein Pfadfinder-Löwe mit seiner Stirnlampe einen Ersatzweg und fand diesen zum Glück auch ein paar Meter weiter Flussaufwärts.

Das Abendessen selber fand mit Katrin und Uwe, Isabell und Roland (unser 4x4-Fahrlehrer) und allen anderen Gästen plus Praktikant an einem großen Tisch statt. Das Essen selber war nicht nur sehr lecker, sondern auch sehr unterhaltsam! Und das lag nicht nur an den interessanten Gesprächen über Schlangen, Fahrtrainings (Roland saß uns direkt gegenüber) und Kirche, sondern auch an den fünf Geckos die an der Hauswand zwei der riesigen Netzflügler fingen. Das Größenverhältnis zwischen Gecko und Netzflügler war dabei in etwa so, als wenn ich einen ganzen Springbock alleine verspeisen würde. Dem entsprechend war der Gecko nach seiner Mahlzeit wie wir: Völlig satt und fast kugelrund!



Zum Glück haben auch die riesigen Netzflügler, wie fast alle fliegenden Insekten denen wir begegnet sind, keine Stacheln.



Im Gegenteil waren diese Rieseninsekten sogar so friedlich, so dass erst Roland und dann auch mein Reisebegleiter einen auf den Finger nahm.
"Roland, der Netzflügler-Flüsterer" =^.^=


Gegen 21:30 Uhr machten wir uns in völliger Dunkelheit dann über den trittsichereren Fahrweg auf den Rückweg zu unserer Campsite. Dabei wurden wir, wegen dem Licht der Stirnlampe, von sehr vielen Netzflüglern "geknuddelt", was für mich eindeutig eine arge Verletzung meiner Privatsphäre darstellte.

Eigentlich hatten wir uns so auf die erste Nacht im gemütlichen Dachzelt gefreut. Aber leider machte die leicht verschobene Bandscheibe meines Reisebegleiters ihm hier einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Sobald er sich hinlegte, fing fast der komplette rechte Arm an zu schmerzen. Verzweifelt kletterte er nochmals aus dem Zelt und warf sich eine zweite Schmerztablette ein. Danach muss er sich noch mit ein paar ersten Milchstraßen-Foto-Versuchen abgelenkt haben. Ich hingegen war schon längst im Land der Träume...

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zuletzt bearbeitet 18. Apr. 2026
Themenstarter383 Beiträge · seit 201224. Apr. 2026 · #16
Kapitel 6: Mit vier Pfoten geht es immer besser!
(Mittwoch, 11.03.2026)

Noch lange vor Sonnenaufgang wachten wir in der Morgendämmerung auf. Ich, als Löwin im Einklang mit der Natur, natürlich gut erholt und voller Energie. Mein Reisebegleiter... nun ja, sagen wir einfach, er war froh, nach ein bisschen Schlaf wieder aufstehen zu dürfen.



Gerne hätte ich ihm ja im Mondschein beim Zeltabbau geholfen. Aber mit meinen zwei linken Pfoten wäre ich ihm dabei vermutlich eher hinderlich gewesen. Dafür bekam er aber meinen vollen Respekt für den überaus sauberen Abbau noch vor den ersten Sonnenstrahlen!



So konnten wir den heraufziehenden Sonnenaufgang in aller Ruhe genießen – und alleine das war jede Minute des frühen Aufstehens wert.





Da wir uns auf praktischen und zeittechnischen Gründen auch für das Frühstück auf "Ababis" angemeldet hatten, verließen wir kurz vor 8 Uhr unsere Campsite und fuhren hinüber zum Farmhaus. Ich bewundere ja meine kleineren Felidae-Verwandten. Trotz der Gegenwart des zwar lieben, aber auch großen Hundepaars, blieben sie völlig entspannt auf ihren ganz gemütlichen Plätzchen liegen. "Ababis" ist wirklich ein kleines Tierparadies auf Erden.






Roland, unseren 4x4 Fahrtrainer, trafen wir schon beim Frühstück. Und nachdem wir uns bei dem ausgiebigen Frühstücksangebot gestärkt hatten, ging es anschließend in gemütlicher Runde mit dem theoretischen Teil los.

(Schulungsraum)


Da ich, im Gegensatz zu meinem Privat-Chauffeur, von Technik nicht viel verstehe, konnte ich mir nicht wirklich viel merken. In Erinnerung geblieben ist mir nur noch der Leitsatz vom 4x4-Fahren: "So langsam wie möglich, so schnell wie nötig." Und, dass es um Getriebe- und Kupplungsarten, sowie Differenzialsperren ging. Soweit ich das verstanden habe, hatte unser Toyota Hilux eine automatische Hinterpfoten-Verknotung sobald der Vier-Pfoten-Antrieb aktiviert war. Deswegen sollte man in diesem Modus auch keine engen Kurven auf hartem Untergrund (Teer) fahren. Oder so ähnlich?
Mann ich bin eine Löwin, ich muss sowas nicht wissen!

Viel spannender war ohnehin der praktische Tei, der kurz nach 10 Uhr begann. Mit Roland auf meinem Beifahrersitz machten wir erst einmal eine Vollbremsung, bevor wir dann in das teils sandige, teils steinige Flussbett hineinfuhren. Dort erklärte dann Roland meinem Privat-Chauffeur, wie und wo lang und in welchen Getriebe-Gängen er am besten fahren sollte. Und nachdem mein Privat-Chauffeur dies und auch die Fahrzeugabmessungen halbwegs im Griff hatte, wurde es ernst. Mit der nächsten praktischen Aufgabe vor Augen, lotste uns Roland in eine besonders tiefsandige Stelle. Dort durfte sich dann mein Privat-Chauffeur erst einmal so richtig eingraben und festfahren. Natürlich mit voller Absicht.



Da passte echt keine Schwanzquaste mehr unter das Auto! Nur ein kleines Stückchen tiefer und wir hätten ganz schön buddeln müssen, um unser Fahrzeug da wieder herauszubekommen! Doch unter Rolands Anleitung schaffte es mein Privat-Chauffeur, sich ganz langsam und kontrolliert aus dieser Situation wieder freizufahren. Ich war ehrlich beeindruckt. Von meinem Privat-Chauffeur und vom Fahrzeug!

Doch wer nun denkt, das war schon alles: Weit gefehlt! Danach wurde es erst richtig interessant, als es in eine alte Kiesgrube mit jede Menge Böschungen und Hügelchen ging. Nicht nur einmal hatte mein Privat-Chauffeur ernsthafte Bedenken das von Roland vorgegebene Hindernis wirklich zu schaffen. Aber unser Hilux bewies am Ende was in ihm steckte (und was eben auch nicht)! Und zweimal stand er sogar nur auf zwei Pfoten... ähm, ich meine natürlich Räder! Für euch Zweibeiner nichts Besonderes, für mich hingegen ein echtes Kunststück!

Und zum Abschluss haben wir dann noch den stürmischen "Olymp" erklommen. Hier zeigte sich abermals, dass vier Pfoten einfach besser sind als nur zwei. =^.^=




Danke Roland für Alles!!! =^.^=



Zurück am Farmhaus, war der Fahrspaß gegen 13:30 Uhr dann leider vorbei. Allerdings genau zur richtigen Zeit, da wir ja heute noch nach "Sesriem" und vielleicht auch noch ins "Sossusvlei" wollten. Also fix bei Katrin die Verköstigungen bezahlt, ein paar Fotos übers Mobilfunknetz in die Heimat geschickt und schon bekam mein Privat-Chauffeur seine Offroad-Fahrtraining-Urkunde von Roland. Jetzt konnte auf dem letzten Stück ins Sossusvlei nun wirklich nichts mehr schiefgehen.
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Themenstarter383 Beiträge · seit 201226. Apr. 2026 · #17
Kapitel 7: Auf in die Wüste!

Vorbei am Köcherbaum unweit von "Ababis" ging es zur C19, wo wir unseren "Olymp" nochmals aus einer neuen Perspektive von unten bestaunen konnten.




Die C19 Schotterpiste selber war, wie eigentlich fast alle Strassen auf unserer Reise, in einem ausgezeichneten Zustand. Da hatten wir im Vorfeld auch schon anderes gelesen. Hier ein paar Impressionen von Unterwegs.




Und ja, ich habe ein Faible für Tierwarnschilder entwickelt. Für mich als Löwin ist das ja auch nur logisch. Denn wo vor Huftieren gewarnt wird, müsste es für mich ja auch welche zum Jagen geben.



Gegen 15:15 erreichten wir dann "Sesriem" und bekamen vom Wachpsosten am ersten Gate die Nummer 82 zugewiesen. Ich vermute mal wir waren das 82. Fahrzeug an diesem Tag. Vom Wachposten wurden wir dann auch gleich zum zweiten Gate weiter innen weitergeschickt, um dort unsere Parkgebühr für einen Tag zu bezahlen.



Zurück an der Rezeption im Camp (also dort wo auch der Shop und die Bar ist) konnten wir uns auf der Campsite anmelden. Wir bekamen die Campsite 4 zugewiesen. Diese hatte einen schönen Abstand zu den anderen Campsites, war aber trotzdem nicht allzuweit ab vom Schuss.

Als nächste Attraktion stand der "Sesriem-Canyon" auf dem Reiseplan. Der Weg dorthin war leider übeles Wellblech. Aber zum Glück waren es ja nur 4km und somit ausnahmsweise ertragbar.
Am Parkplatz vor dem Canyon waren wir zu dieser Mittagshitze lediglich das zweite Auto, was auf nur sehr wenige Touristen im Canyon hindeutete.



Wie vermutlich viele andere Besucher vor uns, fragten wir uns zunächst, wo genau der Einstieg zum Canyon zu finden ist. Wirkliche Wegweiser hierfür gibt es vor Ort ja komischer Weise keine. Die Lösung, bzw. der Weg war dann aber doch nicht allzuschwer zu finden. Einfach vom Parkplatz aus durch die Absperrung laufen und dann nach Rechts (Richtung Westen) der dort beginnenen Senke folgen. Diese führt immer tiefer bis man schließlich über eine schmale Treppe unten im Canyon ankommt.



Senke (Eingang zum Canyon)


Der Eingang zum Canyon eignete sich auch perfekt für einen kleinen Touristen-Hinterhalt. Das war schon fast wie bei Wilhelm Tell!
"Durch diese hohle Gasse müssen sie kommen!"



Und ich bin mir ziemlich sicher... sie hat mich tatsächlich nicht gesehen. =^.^=



Da ich definitiv den schattigeren Teil des Canyons bevorzugte sind wir nach Osten zum Anfang gelaufen. Hier gab es sogar noch etwas Wasser! Eine willkommene Abwechslung zu der ansonsten sehr trockenen Umgebung.




Für ein paar Minuten hatten wir diesen Ort ganz für uns allein. Doch dann – wie es auf unseren Reisen fast schon Tradition ist – tauchte der obligatorische Schweizer mit seinem Freund auf. Nach ein paar ersten Sätzen auf Englisch, wechselten wir dann recht schnell ins Schwiitzerdütsch und tauschten uns über die bisherigen Reisestationen aus. Da die beiden für den heutigen Abend noch keine Unterkunft hatten, haben wir ihnen "Ababis" und Rolands 4x4 Fahrtraining empfohlen.

Auf dem Rückweg habe ich dann für mich auch einen passenden Wanderstock gefunden. =^.^=




Theoretisch kann man den Canyon wohl auch bis zu seinem Ende erkunden. Aber das war uns dann zu weit, bzw. zu Heiß und die Zeit zu knapp. Da bespaße ich doch viel lieber die nächsten Touristen die unverhofft zu ihrer wohl ersten Löwensichtung kamen. Und der Guide der Truppe war auch sehr nett. Der fand nämlich, dass mein Namen super zu mir passt, weil "Safari" auf Swahili ja "Reise" bedeutet.

Zurück über die Huppel-Piste ging es wieder nach "Sesriem" und dann durchs zweite Gate auf die Teerstrasse in Richtung "Sossusvlei". Auf dem Weg zum "Sossuspoort Viewpoint" bei der "Dune 1" haben wir eine rein männliche Straussen-Gruppe, sowie einen süssen Vogel gesehen. Müsste eine Rüppell Trappe sein, wenn ich mich nicht irre.




Am Aussichtspunkt bot sich uns ein beeindruckender Blick über das "Tsauchab-Tal", welches sich rund 60 Kilometer tief in die rote Namib-Wüste hineinzieht.




Und hier war es endlich so weit. Zum ersten Mal durfte ich meine Pfoten in den roten Sand der Namib setzen. 🙂



Da es erst kurz nach 18 Uhr war und das innere zweite Tor noch bis 20:30 Uhr geöffnet blieb, fuhren wir weiter. Immer der untergehenden Sonne entgegen, tiefer in das Tal hinein.



Unser Endziel wurde schließlich die Dune 40, die sich im goldgelben Abendlicht farblich von ihrer allerschönsten Seite zeigte.



Aber auch ich konnte mit meiner Fellfarbe in diesem fantastischen Licht ganz gut mithalten.


*Safari zu ihrem Privat-Fotografen*
Safari: "Warum ist denn das Foto so schief?!"
Privat-Fotograf: "Das ist ein europäischer Blickwinkel!"
Safari: "Aha... Das kapierst auch nur du!"

Genauso schräg wie der Bildwinkel, war auch die Frau auf dem Foto. Die ist nämlich nur schnell zur Düne gerannt und hat etwas Sand in ein Glas gefüllt. Und wofür? Für Zuhause! Ich hoffe nur zum Wohle der Namibwüste, dass sie ein Einzelfall bleibt!

Aber zurück zu ein paar weiteren schönen Fotos von der Düne, dem Sonnenuntergang und mir.





Und so als "Cargirl" mache ich doch auch keine schlechte Figur. =^.^=



Privat-Fotograf: "Safari! Das ist das falsche Auto!"
Safari: "Wie falsch? Aber der hat doch die gelbe Kordel... Egaaal!
Die Camper gehören doch eh alle Ober-Löwin Rike von Safari Car Rental!"



Erst als wir uns auf den Rückweg zum "Sesriem-Camp" machten, bemerkten wir unseren Zeitplanungsfehler. Zwar war das zweite innere Tor bis um 20:30 Uhr geöffnet, aber die Sonne ging natürlich bereits schon um 19:15 Uhr unter! Und eigentlich sollten wir, aus Sicherheits- und Versicherungsgründen, im Dunkeln kein Auto mehr fahren... Ich hoffe Ober-Löwin Rike von "Safari Car Rental" liest hier nicht ganz so genau mit, bzw. drückt vielleicht auch mal ein Auge zu. Und neben einem wunderschönen Sonnenuntergang, sahen wir tatsächlich noch unser erstes Raubtier: Einen Schakal!




Kurz vor 20 Uhr erreichten wir schließlich wieder "Sesriem". Das letzte Dämmerlicht war gerade verschwunden, und die Campsite lag bereits völlig im Dunkeln. Doch der Aufbau des Dachzelts war inzwischen für meinen Privat-Reiseleiter schon zur Routine geworden. Nach einer kurzen Fellpflege und einem einfachen, aber zufriedenstellenden Salami-Butterbrot-Abendessen, lagen wir daher schon gegen 21:30 Uhr im Bett.
Ich schlief wieder sofort ein. Mein Privat-Reiseleiter etwas später. Was wir beide zu diesem Moment unter den Sternen Namibias allerdings noch nicht ahnten: Der nächste Tag würde alles bisher dagewesene toppen.

Bleibt also dran an meiner Schwanzquaste!
Eure Safari =^.^=
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zuletzt bearbeitet 05. Mai 2026
Themenstarter383 Beiträge · seit 201229. Apr. 2026 · #18
Eigentlich wollte ich hier das neue Kapitel posten. Aber dann wäre diese Forumsseite mit ihren ganzen Bildern wohl eine der Längsten im ganzen Forum geworden. Also dankt mir, dass ich euch das Scollen erspare.
Und das nächste Kapitel verdient es auch, ganz oben auf einer Seite zu stehen. Es gibt nämlich eine unglaubliche Sesation im Dead Vlei zu berichten!

Ich bin schon tierisch gespannt auf eure Reaktionen!

Eure Safari =^.^=
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zuletzt bearbeitet 29. Apr. 2026
Themenstarter383 Beiträge · seit 201229. Apr. 2026 · #19
Kapitel 8: Die unglaubliche Sensation im Dead Vlei!

Ich bin mir nicht ganz sicher. Aber vermutlich war es entweder der unruhige Schlaf meines bandscheibengeplagten Privat-Reiseleiters, oder der Bio-Blasen-Wecker, der uns um 4:50 Uhr aufstehen ließ. Oder vielleicht auch beides. Da wir ja am Vorabend nicht wirklich zum Campieren sondern nur zum Schlafen gekommen waren, musste mein Privat-Reiseleiter auch nur das Dachzelt zusammenklappen und einpacken. Und so kam es, dass wir um 5:30 Uhr tatsächlich die Ersten am zweiten inneren Gate waren! Da blieben noch ein paar Minuten, um sich schnell was zwischen die Zähne zu schieben, bevor dann überpünktlich um 5:43 Uhr die Schranken geöffnet wurden.
Mit den erlaubten 60 km/h sind wir losgefahren. Alle schön vorbildlich in einer Reihe, wie eine in der Dunkelheit leuchtende Lichterkette. Dann, hinter der ersten Kurve und ausser Sichtweite des Gates, waren plötzlich alle Geschwindigkeitsbeschränkungen egal. Die Kolonne zerfiel, Motoren heulten auf, und es wurde beschleunigt, was das jeweilige Fahrzeug hergab. Mein Privat-Reiseleiter meinte, dass wir teilweise bestimmt mit weit über 100 km/h überholt wurden. Und das, wie wir später rekonstruieren konnten, vom Sossusvlei-Shuttle-Service und anderen professionellen Reiseleitern!
Okay, zugegeben. Als wir auf halben Weg, nach dem "Tsauchab-River-Crossing", dann wieder überholt wurden, hat sich mein Privat-Chauffeur an den Überholer dann auch drangehängt und ihn quasi als Strassenzustands-Auskundschafter ausgenutzt. Zumindest solange bis dessen Geschwindigkeit dann doch wieder für sein eigenes Sicherheitsgefühl zu gross wurde.

Mit dem Gefühl Letzter zu sein, erreichten wir den 4x2-Parkplatz am Ende der Teerstrasse und liessen ihn gleich links liegen. Nur schnell den All-Pfoten-Antrieb hinzugeschaltet, einmal tief durchgeatmet und schon ging es in das berühmte sandige Flussbett des ausgetrockneten Tsauchabs.
Rolands Tipp vom 4x4-Fahrtraining folgend, bauten wir gut Geschwindigkeit auf (ca. 40 km/h), um die Gefahr eines Steckenbleibens zu minimieren. Mit dieser Strategie überholten wir dann wiederum tatsächlich ein anderes Fahrzeug auf dem Abschnitt, welches nur halb so schnell war wie wir. Und als wir am "Dead Vlei-Parkplatz" ankamen, waren wir die Ersten?!?

Okay... damit hatten wir jetzt nicht gerechnet, aber hatten natürlich auch nichts dagegen die Ersten am "Dead Vlei-Parkplatz" zu sein. =^.^=

Also schnell in der Morgendämmerung, wo ja noch alles schattig ist, einen möglichst schattigen Parkplatz für später gesucht, Trinken und Kamera in den Wanderrucksack gepackt und schon machten uns auf den Weg.
Und gerade als wir mit unserer Wanderung ins Dead Vlei starteten, kamen die nächsten Fahrzeugen mit den nächsten Touristen an.



Da war es übrigens 6:45 Uhr und die Sonne konnte nicht mehr weit vom östlichen Horizont entfernt sein.



Denen in fast gerader Linie stehenden und weiß bemalten Pfosten folgend, liefen wir in nur 15 Minuten ins Dead Vlei. Und zusammen mit einer netten Gruppe Japaner, waren wir dann tatsächlich die Allerersten Besucher an diesem noch sehr frühen Morgen.
Ich glaube ein völlig menschenleeres Dead Vlei sieht auch nicht jeder.



Vorbildlich studierten wir ersteinmal die hier geltenen Benimm-Regeln. Keine Drohnen, kein Klettern und generell kein Berühren der Bäume!



Mit der Qual der Wahl, machten wir uns auf zu unserem ersten Baum und machten das was wohl jeder Tourist hier macht. Fotos.



Doch dann! Völlig unerwartet, machte mein Privat-Fotograf eine wirklich sensationelle Entdeckung!

Während ich das tat was Löwinnen nunmal so tun, entdeckte mein Privat-Fotograf eine Antilope im Dead Vlei! Ein Springbock der wirklich am allerletzten grünen Busch vor der sich dahinter ewig erstreckenden Namib-Wüste seinen Magen füllte!



Doch wer jetzt denkt, dass war schon alles - nein!
Denn was er dann sah, würde ihm wirklich niemand glauben, wenn er nicht ein Beweisfoto gemacht hätte!
Und das war wirklich die Senstion des Tages! Ach was sage ich! Die Sensation des Jahrhunderts!

Erst nur eine kurze Bewegung in seinem Augenwinkel wahrnehmend, entdeckte er eine sich anschleichende, jagende Löwin!


- Absolut senstationelles Foto von einer jagenden Löwin im Dead Vlei !!! -


Unglaublich, nicht wahr?

So natürlich wundervoll!
Und einfach nur elegant und fotogen!
Ich mag Aktion-Fotos von mir. =^.^=

Leider bot das Gelände viel zu wenig Deckung, so dass ich am Ende wirklich keine Chance hatte auch nur ansatzweise dem Springbock näher zu kommen, ohne von ihm gesehen zu werden. Er ist daher seiner Wege gegangen, zurück ins Sossusvlei.

Wir hingegen widmeten uns wieder den toten und lebenden Bäumen. Die laufen auch wenigstens nicht weg. =^.^=




Und gegen kurz nach 7:30 Uhr schaffte es dann auch die Morgensonne über die riesige Düne des "Dead Vlei".




Baum Nummer 3, oder 4? Ach wer weiss das schon so genau.





Es waren jedenfalls genug Bäume für alle da.




Irgendwann wurde der Schatten im Tal der toten Bäume immer spärlicher. Und da weder ich noch mein Privat-Fotograf grosse Lust darauf hatten von der heissen Sonne durchgebraten zu werden, machten wir uns auf den Rückweg zu unserem Toyota auf dem Parkplatz.

Privat-Fotograf: "Safari? Würde es dir was ausmachen dich auf dem Rückweg im Rucksack zu verstecken?"
Safari: "Kann ich machen. Was hast du vor?"
Privat-Fotograf: "Ich hab da eine Idee die dir gefallen könnte."

Und damit ihr die folgende Begegnung auch in vollen Zügen miterleben könnt, hier noch die "Original-Fotos" von meiner Springbock-Jagd am frühen Morgen. Diese bitte kurz einprägen. Denn diese Fotos werden ab nun eine wichtige Rolle spielen.

!!!!! Sensationelles Foto A: "Springbock im Dead Vlei!!!!!



!!!!! Noch sensationelleres Foto B: Jagende Löwin im Dead Vlei!!!!!


Wir waren noch nicht ganz oben auf der ersten Sattel-Düne, als uns auch schon ein erstes geeinetes Opfer entgegenkam. Es war ein englisches Ehepaar eines schon etwas älteren Semesters. Und die nicht ganz so sportliche Frau, ich nenne sie jetzt einfach mal "Elisabeth", keuchte schon merklich durch den für sie anstrengenden Anstieg.

Private-Photographer: "Hi! How are you?"
Elisabeth: *breathing heavingly* "Hi! I'm fine, I'm fine"
Private-Photographer: "Congratulations! You just did the last slope. It's amazing down there in the Vlei. The light, the shadows and the dead trees between the dunes...
And I even saw a hunting lioness this morning!"

Elisabeth: *looking suspicious* "You are kidding me!"
Private-Photographer: "No! Really! I can show you the photos I made."
Elisabeth: "Seriously?!"

Private-Photographer: *showing her sensational photo A* "See! Here is the antilope gazing at the bush..."
Private-Photographer: *skipping to sensational photo B* "...and here is the lioness."

Elisabeth: *a bit shocked* "Oh my god!!! Darling see! He is telling the truth! A lioness!! Unbelievable!"

Was soll ich sagen... Ich war stolz wie Simba nach der Rückeroberung seines Königreiches!!!
Ich meine ich bin jetzt doch wirklich in voller Grösse auf dem Foto zu sehen. Und trotzdem war Elisabeth und auch ihr Mann völlig überzeugt, dass ich eine wahrhaftig echte Antilopen-jagende Löwin bin!
Boah! Mein plüschiges Löwinnen-Herz platze nur so vor Freude!

Danke, völlig besorgte und leicht verängstigte Elisabeth! Danke, Danke, Danke!!! =^.^=

Elisabeth: *now worried* "Is the lioness..., is she still down there?!?"
Private-Photographer: "No, don't worry! I caught her!"
Elisabeth: *puzzled* "YOU DID WHAT??!!"

Unter den ungläubigen Augen von Elisabeth nahm mein Privat-Fotograf seinen Rücksack vom Rücken und öffnete das Hauptfach, aus welchem ich ihr wiederum mit einer Freudenträne in meinen Augen entgegenstrahlte.

Privat-Fotograf: "Here she is! Sorry for the joke, but I hope I made your day!"
Elisabeth: *laughs with all her heart* "You did! You definetly did!"

Ich glaube die Frau war sehr froh darüber es am Ende doch nicht mit einer erwachsenen 130kg schweren Raubkatze zu tun zu haben, sondern nur mit einer kleineren süssen 3kg schweren Kuschelkatze. Und ich glaube auch, dass ihr diese Begegnung wirklich den Tag gerettet hat. Denn ich bin mir fast sicher, dass sie nur aus Liebe zu ihrem Mann die Strapazen auf sich genommen hat. Damit er, wie sollte es auch anders sein, im Dead Vlei Fotos von toten Bäumen machen kann.

*Safari zu ihrem Privat-Fotografen*
Safari: "Das war ja aber schon etwas gemein, so eine ahnungslose Touristin hinters Licht zu führen. Mit einem erfahrenen einheimischen Guide würde das hier vermutlich nicht funktionieren."
Privat-Fotograf: "Top die Wette gilt! Da vorne kommt einer mit seiner Touri-Gruppe!"


Ich versteckte mich also ganz schnell wieder im Wanderrucksack und lauschte gespannt der Dinge die da kamen.

Privat-Fotographer: "Hi! How are you?"
Tour-Guide: "Fine! And you?"
Privat-Fotographer: "I am excited! I just had an unbelievable sighting!
I saw a hunting lioness in the Dead Vlei over there!"

Tour-Guide: "That's impossible. You must have misjuged something."
Privat-Fotographer: "No really! I can show you the photos!"
Privat-Fotographer: *showing ihm photo A* "See! Here is the springbock at the bush..."
Privat-Fotographer: *skipping to photo B* "...and here is the hunting lioness."

*Tour-Guide stares for some seconds at photo B on the camera display...*
Tour-Guide: "I can't believable it! I never ever heard of a similar sighting here. When did you see the lion?"
Privat-Fotographer: "This morning! Just when the sun came up."

*Some of his tour guests also take a look at photo B*

Tour-Guide: "This morning!?! And in which direction did the lion go?"
Privat-Fotograf: "Well, I catched her!"
Tour-Guide: "Sorry, what?"
Privat-Fotograf: "I catched the lioness!"
Tour-Guide: "WHAT!?!"

Tourist: "Ah, that's a toy lion!"

*Tour-Guide takes a third look at the photo and starts to laugh*
Tour-Guide: "Oh! You tricked me! You really tricked me!"

Ich war fassungslos! Ist es denn zu glauben? Er glaubte es auch! Er, der hier bestimmt schon tausendmal im Dead Vlei und Sossusvlei war!
Ich werd noch verrückt! Nein, was rede ich denn! Ich werd noch zu einer echten Löwin! Zu einer ECHTEN LÖWIN !!!!!
Ich könnte BRÜLLEN VOR FREUDE!!!

Mit einem absolut unbeschreiblichen Glücksgefühl sind wir dann das restliche Stück zum Parkplatz gelaufen und haben uns dort ersteinmal einen erfrischenden Schluck gut gekühlten Wassers gegönnt. Einmal zum Abkühlen der Körpertemperatur und einmal zum Abkühlen meines Gemütszustandes. Nicht das ich wieder in eine Glücksstarre verfalle wie vor zwei Jahren schonmal.
Und auch wenn ich am Anfang das Gefühl hatte durch das Folgen der linken Fahrspur vom Kurs abgekommen zu sein, war der Weg durch den Tiefsand für mich trotzdem noch wie fliegen... . Genauso wie die Teerstrasse ab dem 4x2-Parkplatz. Die Dünenlandschaft links und rechts wehte nur so an uns vorbei, während ich weiterhin mit meinen Gefühlen über allen Wolken schwebte.




Erst die grosse Oryx-Herde, welche am "Sossuspoort Viewpoint" bei der "Dune 1" vor uns die Strasse überquerte, holte mich wieder aus meinem schönen Tagträumen zurück.





Zum Glück ist das kein Nashorn, sonst hätte mein Privat-Fotograf das Foto wegen der genauen Positionsangabe wohl leider zensieren müssen. -_-



Aber bei diesen ganzen Oryx-Sichtungen und unseren dadurch verursachten Foto-Stopps kam mir eine Idee...

Safari: "Du ich habe da eine Idee..." *flüster*
Privat-Fotograf: "Das funktioniert nie im Leben! Aber ich bin dabei!"
Safari: "Das werden wir ja sehen!"

Wir hielten also bei der kleinen Flussdurchfahrt beim Abzweig zur "Sossus Dune Lodge" an. Und während ich mich gerade noch sichtbar unter einem Baum versteckte, holte mein Privat-Fotograf seine Kamera mit dem grossen Teleobjektiv hervor.

Die Falle war gestellt...
Mit "Safari" auf Safari (Namibia Mai 2014) "Safari" pur! Mit Löwin auf Tour! (Namibia April 2024) "Safari" am Ende der Welt (Australien Dez 2024) "Safari" , Löwinnen überall! (Namibia+KTP März 2026)
zuletzt bearbeitet gestern 21:25
Themenstarter383 Beiträge · seit 201205. Mai 2026 · #20
*Safari tappst zu ihrem Ghostwriter*

Safari: "Du, ich glaube ich habe mein Rudel verloren."

Ghostwriter: "Wie meinst du das?"

Safari: "Naja, ich erzähle hier meinen schönsten Moment unserer Reise, aber keiner der mitliest reagiert darauf."

Ghostwriter: "Aber ANNICK, Logi, jirka und Franleann haben sich doch für unseren Beitrag bedankt. Reicht das nicht?"

Safari: "Ja... jein... Und was ist mit CuF, Quoll, Secret, Melanie, Daxiang und vor allem sphinx?"

Ghostwriter: "Also von Daxiang weiss ich, dass sie gerade vielleicht bei deinen Schwestern im KTP ist. Und bei den anderen könnte es ja auch durchaus sein, dass sie gerade auch auf Reisen oder anderweitig verhindert sind. War ja auch gerade ein verlängertes Wochende mit dem Feiertag."

Safari: "Ja, da könntest du vielleicht recht haben.
Aber trotzdem werde ich einfach das Gefühl nicht los, dass unser Bericht gar nicht richtig gelesen wird.
Ich meine, ist das was wir erlebt haben denn nichts besonderes? Oder gibt es etwa doch wöchentlich Löwensichtungen im Sossuvlei?
Aber da steht kein Kommentar. Noch nicht einmal ein Emoji!"

Ghostwriter: "Wie kann man denn einen Reisebericht 'nicht richtig' lesen?"

Safari: "Indem man sich nur die Fotos anschaut, ohne den Text dazu zu lesen?"

Ghostwriter: "Hmm... Das wäre bei unserem Reisebericht in der Tat fatal. Vorallem unser Start-Beitrag müsste solche Leute ja ziemlich verwirren, wenn nicht sogar vergraulen!"

Safari: "Du meinst, jetzt mal so frei Schnauze, die Leute finden es komisch, wie ich und vorallem das ich unsere Reise erzählte?"

Ghostwriter: "Nein, das denke ich nicht. Immerhin war doch jeder begeistert, dass du die Reisegeschichte aus deiner Löwinnen-Perspektive erzählst, der unser Fotobuch von 2024 gesehen hat."

Safari: "Ja, stimmt. Genau das will ich ja auch diesesmal wieder tun! Ein Rudel von Löwen und Löwinnen mit auf unsere Reise nehmen und sie aktiv an meiner Freude und unseren schönen Erlebnissen teilhaben lassen!"

Ghostwriter: "Ja, das verstehe ich. Aber andererseits kannst du auch niemanden dazu zwingen mitzukommen."

Safari: "Wie meinst du das jetzt?"

Ghostwriter: "Das ist wie bei den Touristen im nächsten Kapitel. Manche fahren eben an einer Löwensichtung nunmal vorbei. Entweder weil sie keine Löwen sehen wollen oder weil sie nicht einmal merken was sie verpassen.

Aber weisst du was das Wichtigste an unserem Reisebericht ist? Das wir Spass daran haben ihn zu erzählen!"

Safari: "Das stimmt!
Wann kommt endlich das nächste Kapitel?"

Ghostwriter: "Wahrscheinlich morgen."

Safari: "Oh, das wird Lustig! Da freue ich mich schon drauf!" =^.^=
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