RMrik m.Themenstarter608 Beiträge · seit 202029. Jan. 2022 · #61
Danke euch beiden für diese netten Worte. Ich freu mich sehr darüber! Friederike, ich habe es inzwischen aufgegeben, ergründen zu wollen, warum die Wüste solche Faszination auf mich ausübt. Die Gründe sind so viele. Deine Gedanken sind auch ein Teil meiner Antwort. Ich kann aber sicher sagen, dass es mir in diesen Tagen am Rande der Namib so gut gegangen ist, wie schon lange nicht. Leider hatte ich nur eine Woche frei, aber diese kurze Reise war eine der schönsten, die ich je gemacht habe.
....... ich habe es inzwischen aufgegeben, ergründen zu wollen, warum die Wüste solche Faszination auf mich ausübt. Die Gründe sind so viele. Deine Gedanken sind auch ein Teil meiner Antwort. Ich kann aber sicher sagen, dass es mir in diesen Tagen am Rande der Namib so gut gegangen ist, wie schon lange nicht.
Hallo rik m...... auch ich frage mich immer wieder, warum die Wüste auch auf mich so eine Faszination ausübt. Ich hinterfrage es auch nicht mehr sondern genieße einfach mit allen Sinnen denn..
Wer aus der Wüste zurückkommt, ist reicher, aber auch einsamer. Denn die Zahl derer, die einen verstehen können, ist kleiner geworden. Zitat nach B. Baumann
ich habe meine Liebe zur Wüste bereits in der Jugend zunächst in Amerika entdeckt. Dort war es vor allem die Landschaft und die Stille. Erst in der Kalahari kam dann mit 19 Jahren der Sternenhimmel dazu. Bis heute versuche ich meine Touren so zu planen, dass ich bei Neumond mitten in der Wüste bin. Ohne Lichtverschmutzung und künstliche Lichtquellen sehe ich die Milchstraße in einer Pracht, die mich verstehen lassen, warum unsere Urahnen den Sternen eine solch große Bedeutung zugemessen haben. Es ist einfach faszinierend. Meinen eigenen Kindern wollte ich dann auch dieses Faszination der Stille in der Wüste vermitteln - leider vergeblich. Sie hielten die Stille nicht aus, sofort kamen Stöpsel in die Ohren und Musik vom Speicher musste diese besondere Besinnung auf sich selbst und die Achtsamkeit für kleine Geräusche kaputt machen. In der Namib kann ich beim Campen hören, wie die Sandkörner im Wind aneinander reiben. Es gibt keinerlei menschengemachten Lärm mehr und auch die Tierwelt ist (zumindest am Tag) sehr still. Einfach herrlich und im Kontrast zur Hektik und dem Lärm in Deutschland einfach toll. Und am Besten: Kein Handyempfang! Alles wirkt so lebensfeindlich, aber wenn du genau hinschaust dann ist alles so voller Leben. Viele Grüße jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
Wüste und wüstenähnliche Gegenden polarisieren, die einen halten es für viel NIchts (im Negativen Sinne), die anderen fasziniert genau das. Die Stille, die Weite, das Karge, das Licht, und nicht zuletzt der Sternenhimmel ausserhalb von Ansiedlungenund die Vielfalt, die man erst bei genauerem Betrachten und darauf Einlassen entdeckt. Wirkliche Wüste lernte ich nicht so früh wie Jaw kennen, ich war 26, als ich das erste Mal in Ägypten Wüste erleben durfte, und ich war sofort fasziniert. Vorher war ich in anderen kargen Gegenden unterwegs, Einsamkeit, Weite und Stille haben mich schon immer gefesselt.
Es freut mich sehr, diese Faszination hier wiederzufinden.
@rik.m.: Deinen Reisebericht habe ich voller Genuß gelesen und betrachtet. So eine Reise hatte ich vor 3 Jahren mal vor, und wollte auf eine Farm weiter im Nordosten. Ging dann nicht aus beruflichen Gründen. Danke für die tollen Bilder auf die Weite, die Lichtstimmungen, und die fein geschilderten Momente!
Herzliche Grüße aus dem winterlichen Tirol Gitta
freshy3'883 Beiträge · seit 201104. Feb. 2022 · #65
Guten Morgen rik., herzlichen Dank für deine Fotos und die Schilderungen der Wüste. Wer die Wüste erlebt hat, bekommt Sehnsucht beim Lesen - wie ich aus einigen Posts herauslese. Ich schließe mich aus vollem Herzen an. Es ist inzwischen zig Jahre her, dass ich mit einer kleinen Gruppe mit vier Geländewagen und in Begleitung von vier Tuareg sowie einem einheimischen Reiseleiter 14 Tage in der algerischen Wüste verbracht habe. Ich will jetzt niemanden mit meiner Schwärmerei langweilen, aber diese zwei Wochen waren einzigartig, kamen mir vor wie eine andere Lebenszeit. Erst bei unserer Rückkehr erfuhren wir, dass während unseres Aufenthalts andere (alleine) Reisende in diesem Teil der Wüste gekidnappt wurden und schlimme Zeiten durchmachen mussten. Unser Reiseleiter vermutete später, dass die Tuareg-Crew wohl gleichzeitig unser Schutzschild gewesen sei.
Ich hoffe, es war nicht das letzte Mal, dass wir in diesem Forum deine Fotos und Schilderungen genießen durften.
RMrik m.Themenstarter608 Beiträge · seit 202004. Feb. 2022 · #66
Danke euch allen für eure Beiträge!
Eines der schönsten Zitate diesbezüglich stammt für mich von Nikolaus Benjamin Richter: "Ich sah zu tief in das Antlitz der Wüste hinein. Nun kann ich es nicht mehr vergessen."
5.11.
Ein Morgenspaziergang, das Frühstück, dann Zusammenpacken und Zahlen - und schon hieß es Abschied nehmen. Derselbe Fahrer wie von einigen Tagen brachte mich Richtung Windhoek. Ich bat nochmals um einen Halt oben am Pass, um einen (für dieses Mal) letzten Blick auf die Namib zu werfen.
In Windhoek machte ich meinen Test bei OHS med. und wurde dort zum vereinbarten Zeitpunkt von einem anderen Fahrer abgeholt und auf die Kappsvalley Farm gebracht. Dort blieb ich noch eine Nacht und einen Tag. Es gefiel mir dort ebenfalls sehr gut, ich ging spazieren und genoss die Blütenpracht der Anlage. Bilder kann ich gerne zeigen, sobald ich sie bearbeitet habe.
RMrik m.Themenstarter608 Beiträge · seit 202005. Feb. 2022 · #67
5.11. (Fs)
Nachdem ich meine Tasche im Zimmer deponiert hatte, machte ich einen Spaziergang auf einen der nahe gelegenen Hügel. Der Weg ist markiert. Die Gegend gefiel mir auch sehr gut! Es klingt komisch, aber ich fühlte mich ein wenig an die Provence erinnert, die ich - neben der Wüste - über alles liebe. Ich versuchte zu ergründen, warum, und fand die Antwort im Grün gewisser Bäume / Büsche, die mich sehr an die Olivenbäume erinnern.
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200806. Feb. 2022 · #68
Hallo, rik m., vielen Dank dafür, dass du uns hast Anteil nehmen lassen, an deiner schönen Zeit am Rand der Namib.
Du schreibst: „Und die Sonne sank unaufhörlich. Im letzten Moment schien sie ja zu fallen, so schnell ging es auf einmal. Welch ein Schauspiel! Und dann stand ich da, alles färbte sich pastellartig rosa-violett, und staunte, dass der Tag und der Urlaub schon wieder vorbei waren. Ich musste mich losreißen, weil ja das Abendessen wartete. Andererseits gab es noch so viel zu sehen - der Abschied fiel schwer.“
Salome schrieb: „Wüste und wüstenähnliche Gegenden polarisieren, die einen halten es für viel NIchts (im Negativen Sinne), die anderen fasziniert genau das. Die Stille, die Weite, das Karge, das Licht, und nicht zuletzt der Sternenhimmel ausserhalb von Ansiedlungenund die Vielfalt, die man erst bei genauerem Betrachten und darauf Einlassen entdeckt.“ CuF schrieb: „Ich glaube beinahe, dass einem dort die eigene Bedeutungslosigkeit bewußt wird angesichts der unendlichen Weite und der - ich kann’s nicht anders sagen - erbarmungslosen Gleichgültigkeit, die sie uns - zu Recht - entgegenbringt. Nur wer sich ihr anpassen kann, hat eine Chance.
Dem kann man noch eigene Gefühle hinzufügen, - muss ich aber nicht, denn eigentlich ist alles Wesentliche gesagt. 🙂
Wunderbare Kompositionen, deine Bilder, malen mit Licht! Das können nicht viele. Du schreibst: „Ich kann () sicher sagen, dass es mir in diesen Tagen am Rande der Namib so gut gegangen ist, wie schon lange nicht.“ Welch ein glückliches Händchen hattest du in der Auswahl deines Ortes! Dein Wohlgefühl strömt sogar aus deinen Bildern. Wunderbar! Wir können es gut nachempfinden. Selber reisen wir überwiegend planlos, daher können wir uns leisten, überall dort wo es uns besonders gefällt, länger zu bleiben. Es wird dann immer ein bisschen ein „Zuhause“, das lieben wir.
Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
RMrik m.Themenstarter608 Beiträge · seit 202006. Feb. 2022 · #69
@ lilytrotter: Danke für Dein Lob meiner Bilder. Ich fühl mich geschmeichelt. Aber sicherlich zeigen andere hier oder anderswo auch wunderbare Bilder. Meine zeigen halt Landschaft, keine Tiere, da hat man mehr Zeit, einen schönen Bildaufbau zu suchen. 🙂
6.11.
Auch wenn es nicht mehr so ganz zur Überschrift passt, da ich ja am letzten Tag den Standort gewechselt habe, möchte ich doch noch weiter berichten, vor allem auch, weil die Kappsvalley Farm hier im Forum irgendwie nicht so gut wegkommt (Logi schrieb mal von "schwierigem Umfeld", ohne das näher zu erklären). Tiefen Einblick in die Farm und Struktur und das Umfeld habe ich natürlich an dem einen Tag nicht erhalten, aber ich fand den Aufenthalt sehr angenehm. Es wurden zwar keine Ausfahrten angeboten, doch die Spaziergänge, die möglich sind, sind auch sehr schön. Das Essen war sehr, sehr gut und mein Zimmer geräumig, sauber und mit Minibar-Kühlschrank und bot einen tollen Ausblick am Morgen (vom Bett aus):
Irgendwann stand ich auf und streifte vor dem Frühstück ums Haus herum:
Ein wunderschöner Bericht! Hat große Sehnsucht in mir erweckt und den Wunsch, so wie du einmal längere Zeit an einem Ort zu verweilen und ihn wirklich gut kennenzulernen... Ich finde, daß es dir ganz außergewöhnlich gut gelungen ist, die Stimmungen und Landschaften der Namib in Wort und Bild einzufangen. Herzlichen Dank! Mimo
RMrik m.Themenstarter608 Beiträge · seit 202011. Feb. 2022 · #71
Mimo, danke für diese Rückmeldung! Es freut mich, dass Bilder und Bericht die erlebte Stimmung weitergeben konnten! 🙂
Ich werde nun mit den letzten Bildern den Reisebericht beenden und bedanke mich bei allen Mitlesern und Danke-Drückern für das Interesse!
6.11. (Fs)
Nach dem Frühstück galt es, der Befreiung einer Spinne beizuwohnen, die während des Abendessen auf der Terrasse aufgetaucht war. Einer der Mitarbeiter hatte sie in eine Flasche gesteckt und nun sollte sie wieder freigelassen werden. Andrea ging mit einem anderem Gast und mir ein Stück vom Haus weg und überließ die Flasche dem Mann. Leider hatte er wenig Gespür für fotographische Belange und legte die geöffnete Flasche äußerst ungünstig hin; bevor ich bitten konnte, sie anders zu platzieren, war die Spinne schon herausgekrabbelt. Schade, dass er vorher nichts gesagt hatte, so kam von dem Monster kein gutes Foto zustande. Danach streifte ich weiter durch den Garten und beobachtete die Echsen und so schwarze, komische Brummer (schwarze Wespen?) auf den Blumen.
Während die großen Nester der Siedler durch das Volumen beeindrucken, so sind bei denen hier Form und Kunstfertigkeit faszinierend:
Irgendwann machte ich mich zu einem längeren Spaziergang auf. An der Stelle, wo mir gestern eine Kuh begegnet war, stand heute ein Warzenschwein. Beide waren wir wohl über den anderen überrascht, während Pumba noch überlegte, ob Flucht das richtige Mittel der Wahl ist, musste ich erst die Kamera einsatzbereit machen; das Foto ist unscharf, wegen der zu großen Entfernung und meiner Hektik; schade.
Ich genoss die Wärme und die Stille. Der Feldweg, das hügelige Gelände und v.a. die Büsche erinnerten mich auch heute ein wenig an meine Wanderungen in der Provence. Die Klippschliefer und die umliegende Landschaft sprachen aber für Afrika.
Zum Lunch war ich wieder zurück. Die Küche ist wirklich sehr zu empfehlen. Danach streckte ich mich ein letztes Mal in der Sonne aus, las ein wenig und packte meine Tasche. Dann beglich ich meine Rechnung und bat um einen Ausdruck meiner Dokumente. In diesem Zusammenhang schaute ich mir die schöne Einrichtung drinnen an.
Gegen 17 Uhr wurde ich zum Flughafen gebracht und damit endet die Reise und der Bericht.
Mörgeli Rik Herzlichen Dank für den spannenden mit wunderschönen Bildern begleitenden RB. Du hast ein sehr gutes Auge für das Schöne! Mein Fernweh hast du damit weiter aufgeheizt. Liebs Grüessli Malbec
Tinochika1'651 Beiträge · seit 201412. Feb. 2022 · #73
Hallo rik m.,
ein Reisebericht der anderen Art. Es gibt nicht viele die ihren Urlaub in Namibia an einem Ort verbringen und darüber einen so guten Reisebericht schreiben. Es ist erstaunlich welche Vielfalt man an einem Ort entdecken kann. Deine beeindruckenden Fotos zeigen mir dass ein solcher Urlaub durchaus seine eigenen Reize hat. Man kommt sicher entspannt und ausgeruht zurück in den Alltag. Vielen Dank für den schönen Reisebericht.
Viele Grüße Hartwig
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casimodo4'528 Beiträge · seit 200709. März 2024 · #74
Hallo rik m.,
wir sind gerade am Planen einer Südnamibia Campingrunde. Kerstin meinte gerade, ich solle mal nach Kuangukuangu auf Barkhan Dune schauen...... Und siehe da, so sind wir auf Deinen Bericht im Forum gestoßen und haben ihn eben gerade auf dem großen TV an einem Stück gelesen. Seinerzeit ist er mir irgendwie durchgerutscht.
Wir sind beide sehr bewegt von Deinen Schilderungen und den Fotos. Das hast Du wirklich ganz toll geschildert! Wir werden dort einen Camping-Break einlegen und versuchen für zwei Nächte Kuangukuangu zu bekommen. Das hast Du Dir seinerzeit wohl nicht angeschaut, oder?
RMrik m.Themenstarter608 Beiträge · seit 202010. März 2024 · #75
Hallo Carsten!
Oh, da hast Du diesen alten Thread ausgegraben! Ich bekomme gleich Sehnsucht und Fernweh.... Das war mein schönster Urlaub, den ich je gemacht habe. 😘 Danke für Deine Rückmeldung zu den Bildern und den Texten!
Die Unterkunft Kuangukuangu habe ich nicht angesehen, ich war in einem der klassischen Chalets, die in die Düne hineingebaut sind, ungergebracht.