Reisebericht

Eine Woche am selben Ort

von rik m. · begonnen 28. Dez. 2021 · 18 Teile

Teil 128. Dez. 2021
30.10.21

Die ersten Schritte auf namibischen Boden, das Licht gleisend hell, die Luft warm – da durchbrodelte mich ein derartiger Glücksschwall, dass ich am liebsten die Dame, die am Rollfeld stand und den Weg wies, umarmt hätte. Ich hielt mich zurück und bedachte sie mit einem breiten Grinsen, das sie voll Freude erwiderte. Ich glaube, sie hatte mich verstanden.

Ja, nur war ich hier. Nicht einmal 2 Wochen war es her, dass im Frust über den Dauernebel zuhause kurzentschlossen den Flug und alles weitere gebucht hatte. Die Herbstferien wollte ich an der Sonne verbringen! Der Flug war gut verlaufen, pünktlich gestartet, noch pünktlicher gelandet. Das Einreiseprozedere mit Fiebermessen und Abgabe des Gesundheitsbogen und dann der üblichen Passkontrolle samt Visumserteilung dauerte etwas, war aber völlig im Rahmen. Da ich nur mit Handgepäck reiste, musste ich in den inzwischen eingetroffenen Koffern nicht nach meinem Gepäckstück suchen, sondern konnte den inneren Bereich gleich verlassen. Da sah ich auch sofort ein Schild mit meinem Namen; der Fahrer war also pünktlich und zuverlässig. Nach den Geldwechseln gingen wir zum Auto, einem Pickup. Irgendeine große Baumaschine stand auf der Ladefläche, die auch nach „Barkhan“ geliefert werden musst. Mit Barkhan meine ich nicht die Sicheldüne, sondern das „Barkhan Dune Retreat“, wo ich die nächsten 6 Tage verbringen wollte. Für eine Rundreise war die Zeit zu kurz, außerdem reiste ich alleine; in einer Lodge zu bleiben, schien mir die beste Lösung.

Unterwegs mussten wir anhalten und warten, bis ein Konvoi vorbei war; der Präsident sei unterwegs, vermutete der Fahrer. Auf meine Bitte hin stoppten wir noch an einem kleinen Supermarkt, wo ich zwei große Wasserkanister kaufte und etwas Knabberzeug und dann ging es auf der B1 nach Süden. Mein Chaufeur hörte Radio, zunächst irgendwelche Kinderlieder in Afrikaans, dann deutsche Schlager. Mir machte nichts aus, im Gegenteil ich war eigentlich froh, dass die Kommunikation nur spärlich ausfiel, ich genoss sehr, was ich sah! Diese Farben und Formen waren genau das, was ich suchte. In Rehoboth bogen wir ab und als wir endlich auf einer Gravel Road waren, realisierte ich, dass ich nun in Namibia angekommen war. Nur wenige Fahrzeuge begegneten uns.

Über die D 1275 erreichten wir die Große Randstufe am Spreetshoogte-Pass. Am oberen Aussichtspunkt hielt der Fahrer an und wir stiegen aus. Mein Blick eilte in die weite Ebene der Namib-Wüste hinaus, blieb an einsamen Inselbergen hängen und verlor sich im Sandmeer, das bis zum Horizont reichte. Kaum vorstellbar, dass einst mächtiges Gebirge da war, das in nahezu unendlich langer Zeit bis auf seinen tiefsten Sockel erodiert wurde und nun unter den Sandmassen der Namib verborgen liegt; die Inselberge, wenn auch kümmerliche Reste, bezeugen seine Existenz und den Abtragungsprozess.


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Erst als ich mich satt gesehen und genug photographiert hatte, fuhren wir langsam weiter, immer wieder mit Stopps. Auch der Straßenbaukunst und den aufgebrachten Mühen gehörte meine Bewunderung. Pflasterstein für Pflasterstein wurde hier per Hand verlegt!


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Teil 228. Dez. 2021
30.10.21 (Fs)

Gegen 12.30 kamen wir dann in der Lodge an. Schon die Anfahrt durchs Farmgelände begeisterte mich, die Aussicht von der Lodge aus war dann einfach genial. Ich wurde herzlichst von Gerda begrüßt und zu meinem Dünenchalet gebracht. Herrlich! Dann erwartete mich schon ein kleines Mittagessen und ein kühles Windhoek Lager. Ich saß auf der Terrasse mit Blick über das Gelände bis zur Randstufe und dem Pass; hier unten war es wunderbar warm, um die 30 Grad. Im nahen Baum tobte das Leben - welch ein Singen, Musizieren, Pfeifen, Zwitschern, Tirilieren! Nach dem Essen sah ich mich ein wenig vor dem Haupthaus um. Die Kakteen blühten üppig und andere Pflanzen gefielen mir durch ihre Farben oder Formen.


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Um nach der langen, fast 24-stündigen Anreise (Autofahrt zum Zug, Zugfahrt zum Flug, Flug, Autofahrt hierher – das meiste davon mit Maske im Gesicht) Bewegung und frische Luft zu haben, entscdhloss ich mich zu einem Spaziergang. Feste Wanderwege gab es nicht; ich solle einfach den Pfaden und Zebraspuren folgen, riet Gera, bis auf die gegenüberliegende Bergkette, wo ein Leo hause, sei alles sicher und ich könne gehen, wohin ich wolle; und so ließ ich mich treiben, ging bis zum Talschluss und wollte dann, den Trampelpfaden folgend, den Berg hinauf. Irgendwie war es viel steiler und mühsamer als gedacht. Immer wieder verlor ich wohl den besten Weg aus den Augen, besonders dann, wenn ich ein schönes Motiv im Blick habend weniger auf den Weg acht gab; oft umrundete ich auch Felsblöcke und die skurrilen Bäume, nur um zu sehen, wie es aus einer anderen Perspektive aussieht. Angesichts des Gerölls und vieler niedriger Stechpflanzen oder Pieksgräser kam ich in meinen Birkis nur schwer voran. Erstmalig musste ich zugeben, dass die Sandalen für dieses Gelände die falsche Wahl waren. Mit vielen Unterbrechungen, um die Aussicht zu genießen und zu photographieren oder um irgendwelches Stachelzeugs von den Füßen zu zupfen, kam ich dann oben an.



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Hier oben auf der Kuppe konnte ich nach Westen blicken; irgendwo dort lag das Tsondab Valley und weiter südlicher Solitaire.
Bald schon musste ich mich wieder an den Abstieg machen. Die Sonne stand schon tief und schaffte es zunächst nur noch an einzelnen Stellen über den Hügel zu leuchten, dann gar nicht. Trotzdem entdeckte ich auch hier viele schöne Szenen!



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Zurück an der Lodge machte ich Bekanntschaft mit den drei Erdmännchen; sie sind mehr oder weniger „zahm“ und haben im Haus sogar einen Schlafkorb.



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Mit Blick auf das letzte Licht des Tages genehmigte ich mir einen Sundowner. Pastelltöne verliehen der Landschaft ein fast magisches Aussehen. Dann gab es ein ausgezeichnetes Abendessen mit drei Gängen; der Hauptgang bestand aus Oryx-Steak; alles Fleisch, das ich aß, kam von der Lodge und der hausinternen Metzgerei, das Gemüse aus dem eigenen Garten. Ein belgisches Pärchen war für eine Nacht anwesend und saß mit am Tisch; mit den beiden unterhielt ich mich sehr nett. Auf einen Digestif verzichtete ich und zog mich nach diesem ereignisreichen Tag zurück.
Teil 330. Dez. 2021
31.10.

Als ich wach wurde, erschien es mir draußen schon sehr hell; vom Bett aus konnte ich das Gras leuchten sehen. Ich bereute, dass ich mir keinen Wecker gestellt hatte und nahm mir das für die nächsten Tage vor, um das Erwachen des Tages draußen miterleben zu dürfen. Heute blieb vor dem Frühstück nur ein Herumstreifen in unmittelbarer Umgebung der Lodge; ich hörte und sah den Vögeln zu, und als die beiden Belgier kamen, frühstückten wir gemeinsam. Es wurde reichlich aufgetischt: Gerda hatte es selbst Brot gebacken, es war noch etwas warm. Dazu geräucherter Oryx-Schinken, Ei nach Wunsch, Müsli, Marmeladen und Obst. Alles sehr lecker!

Für heute nahm ich mir einen Spaziergang zu den Hügeln vor, die ich in der Ebene unten Richtung Randstufe sah. Mir erschien es nicht weit und ich rechnete mit einer halben Stunde Gehzeit. Weit gefehlt! Die Entfernungen in der Wüste werden wohl oft unterschätzt; außerdem blieb ich oft stehen und genoss die Landschaft. Erst ging es auf dem Fahrweg bis zur Flugpiste, dann ging ich auf Trampelpfaden weiter bis zum einem Trockenbachbett.

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Da mir das sehr gut gefiel, folgte ich ein Stück seinem Verlauf und entdeckte einen Baum mit einem großen Webervogelnest. Ich setze mich auf den Boden und schaute dem Treiben zu. Welch ein emsiges Gewusel, Kommen und Gehen! Und dazu mussten sie sich pausenlos unterhalten. Da kam einer mit einem schönen Grashalm angeflogen, nahm am Ast Platz, schaute, positionierte sich um, schaute wieder und fand dann wohl das Gezwitschere seiner Kumpels so interessant, dass er mitzwischern wollte – und schwups fiel der Halm zu Boden. Irgendwie musste ich an den Raben denken, der den Fuchs beeindrucken wollte. Ich stand auf und versuchte, immer näher zu kommen, aber ab einer bestimmten Distanz störte ich die Vögel wohl; so blieb es bei wenig scharfen Fotos…

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Dann streifte ich weiter, von Baum zu Baum. Jeder war anders, keiner glich dem anderen.

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Als ich am Hügel ankam, entdeckte ich Eidechsen zwischen den Steinen. Lange versuchte ich, sie zu photographieren, aber es gelang nicht wirklich gut.

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Irgendwann stieg ich nach oben und genoss die Aussicht! Keine Wolke war am Himmel, die Hitze fand ich sehr angenehm.

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Ich rastete, trank ein paar Schluck Wasser und machte mich dann wieder auf den Rückweg. Begleitet wurde ich von Fliegen, deren Geschwirre die Stille der Wüste durchbrach. All über all machte ich diese Erfahrung, egal ob in der Sahara oder in Rub al Khali. Fliegen sind immer da! Wild habe ich hier hingegen nicht gesehen. Nur einen Hasen habe ich aufgeschreckt; bis ich den Apparat im Anschlag hatte, war er schon weg. Aber leider kein Oryx, auch kein Zebra, obwohl sehr viel Zebraknödel herumlagen. Ich konzentriere mich auf das Kleine, Unscheinbar. So entdeckte ich beispielsweise dieses Gebilde am Boden. Ist das der Anfang eines Termitenbaus? Oder hat der Wind das so geformt? Wie fest es war, wollte ich nicht austesten, um es nicht zu zerstören.

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Nach etwas 4,5 Stunden war ich dann wieder an meinem Chalet. Als Mittagessen reichte mir das alte Laugensemmerl von Eurowings, das ich noch hatte, und ein Apfel. Dann musste ich mich an meine mitgebrachte Arbeit machen, was mich aber nicht störte; draußen vor meinem Chalet in der Wärme zu arbeiten, war völlig ok.
Teil 431. Dez. 2021
31.10. (Fs)

Am späten Nachmittag schnürte ich dann meine Wanderschuhe und bestieg den Hausberg hinter der Lodge. Der Weg ist markiert. Oben angekommen, genoss ich den Ausblick. Welch ein Weitblick! Doch auch die tollen Felsgebilde erregten meine Bewunderung! Hier lässt es sich aushalten!


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Irgendwann musste ich mich wieder losreißen und nach unten gehen; um 19:30 gab es Abendessen. Da heute keine anderen Gäste anwesend waren, aßen Gerda und Nicki mit mir. Es gab etwas traditionell Namibianisches, den Namen habe ich mir leider nicht gemerkt. Es war wie ein Eintopf mit Fleisch und Gemüse und Brot. Dazu wählten wir einen sehr leckeren Rotwein aus Stellenbosch. Die beiden sind mir sehr sympathisch und wir haben uns, so weit mein rudimentäres Englisch es zulässt, gut unterhalten.
Teil 501. Jan. 2022
1.11.

Die Morgendämmerung war schon so weit fortgeschritten, dass ich für den Aufstieg auf den Hausberg keine Lampe benötigte. Als nach ca. 25 min. oben war, begann sich der Himmel intensiv zu verfärben.

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Und bald danach erreichten die ersten Sonnenstrahlen die Berge in der Ferne. Beharrlich weitete sich der Lichtstreifen aus, immer näher kam er. Fasziniert beobachtete ich dieses sichtbare Wandern des Lichts. Irgendein Geräusch störte die Stille. Endlich konnte ich ausmachen, was es war: Eine Straßenmaschine, die die Piste gerade schob! Ob mich der Arbeiter dort oben stehen sah? Ob er diese Landschaft auf so erhebend fand wie ich, dort unten im Lärm und Staub? Ich riss mich von diesen Gedanken los und wanderte oben am breiten Grat entlang. Es war ich wieder bei dem Steinhaufen mit dem schönen Baum, den ich gestern schon photographiert hatte, dann führten mich ausgetretene Zebrapfade immer noch höher.

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Ich sah schon, dass nun die Sonne schon auf meine Bergseite schien: dort oben lagen die Felsen schon im strahlenden Licht! Und dann wartete ich darauf, dass die Sonne über die gegenüberliegende Bergkette kam. Sie tauchte an anderer Stelle auf, als ganz ursprünglich erwartet, und es ging dann letztendlich viel schneller als angenommen. Trotz meiner langen Zeit dort oben war ich nicht darauf vorbereitet. Egal. Ich ging weiter.

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Besonders reizvoll fand ich wieder, wenn einzelne Bäume oder Sträucher auf einem sonst noch schattigen Hang beleuchtet wurden. Wie ein Star in der Manege wurde der hier angestrahlt!

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Dann erreichte ich eine „Wand“ aus Fels und Felsbrocken. Die Schatten ließen die Steine zu Fratzen und Körper werden! Ich musste dort hoch und fand tatsächlich auf der Rückseite eine Möglichkeit. Die Aussicht wurde immer beeindruckender!

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Irgendwann hatte ich beschlossen, dass es genug ist; noch höher und weiter wollte ich nicht mehr gehen. Ein letzter Rundumblick auf meinem Aufsichtsplatz und ich machte mich wieder auf den Weg zurück.

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Als ich zwischen zwei Felsen eine Bewegung bemerkte, wollte ich natürlich genauer nachsehen und entdeckte diesen kleinen Kerl. Welche große, kugelige Augen der hatte!

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Das Frühstück wartete! Ich hatte Gerda schon Bescheid gesagt, dass ich künftig später frühstücken wolle, weil ich vorher schon spazieren gehen würde.
Teil 604. Jan. 2022
1.11. (Fs)

Nach dem Frühstück beobachtete ich die Vögel in den Bäumen; an diversen Stellen gab es „Tränken“ wie ein Schälchen mit Wasser oder ein tropfender Hahn oder Wasserpfützen neben dem Pool… Leider gelang mir kein ordentliches Bild – Vogel- und Tierfotographen gibt es andere hier. 😉

Nun musste ich mich wieder an meine Arbeit machen; ich redete es mir durch die Bedingungen schön: Draußen in der Sonne sitzend, immer wieder ein Blick in die Landschaft... Unterbrochen wurde ich dann von den drei Erdmännchen, die nicht weit von meinem Chalet zugange waren. Ich beobachtete sie: Eine(r) hielt immer Wache. Die beiden anderen buddelten, wobei der vordere schon unter der Erde war und den Sand aus dem gegrabenen Tunnel hinausbeförderte, der hintere musste das dann wieder weiter nach hinten kratzen. Immer wieder bekam er eine volle Ladung Sand ins Gesicht, was ihm sichtlich nicht behagte. Nach ca. 3 Minuten wurden die Rollen getauscht! Wahnsinn, wie organisiert diese Tiere sind!

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Mittags aß ich dann die letzten Reste meines Anreiseproviants. Und als ich meinte, genug gearbeitet zu haben, ging ich zum Pool hoch, wohin das WLAN reichte, und erledigte meine „Korrespondenz.“

Dann war es aber auch wieder Zeit für weitere Unternehmungen. Heute wollte ich das E-Bike ausprobieren. Natürlich kann ich Rad fahren, aber mein eigenes Mountainbike ist bei meinem letzten Umzug nicht mitgekommen und so bin ich schon ewig nicht mehr auf zwei Rädern unterwegs gewesen; mit einem E-Bike sowieso noch nie. Niekie zeigte mir alles – und los ging es. Schnell fand ich mich zurecht! Dank der dicken Reifen blieb ich kaum im Sand stecken, außer wenn ich zu wenig Schwung hatte. Auf jeden Fall machte es mir sehr viel Spaß. Auf dem airstripe raste ich wie ein kleines Kind auf und ab, hatte den Antrieb auf die höchste Stufe gestellt und wartete nur darauf, abzuheben. Es war herrlich!

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Nicht weit entfernt ist der Gemüsegarten der Lodge angesiedelt. Neu aufgebaut wird eine Zitrus-Plantage, mit unterschiedlichen Orangensorten, Zitronen und Limonen. Niekie möchte aus den Früchten einigen Jahren Schnaps brennen. Daneben stehen die Gewächshäuser – wobei das netzartige Dach die Sonneneinstrahlung abmildern sollte, also sind die Verhältnisse genau anders als bei uns, wo das Glas das Licht durchlassen und die Wärme halten soll. Der Gärtner war auch gerade zu Werke. Er führte mich durch sein Reich: Tomaten, Paprika, Salate, roote Beete und noch vieles andere konnte ich bestaunen. Gerda konnte sich beim Kochen also immer aus dem eigenen Garten bedienen. Ich dankte dem Angestellten und fuhr noch bis zum Eingangsbereich des Farmgebiets, der in meinen Augen sehr schön gestaltet ist.

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Dann kehrte ich um und steuerte dann die „Ecke des Talschlussses“ an, wo vor einiger Zeit von Gästen ein Leopard gesichtet wurde. (Leider?) begegnete ich ihm nicht, dafür war die Aussicht herrlich.

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Als ich mich mit dem Rad vertraut fühlte, holte ich aus dem Chalet meine Kamera (die vorherigen Bilder sind also Handyfotos). Gerade war ein großes Gefährt angekommen, eine Gruppe von ca. 8 Leuten mit Guide war heute zu Gast. Nun gut, ich grüßte und war schon wieder weg. Ich traute mich nun auch, die großen Pisten zu verlassen und folgte kleineren Pfaden; für Fotostopps musste ich natürlich "parken" und absteigen. Das Anfahren im tieferen Sand war dann etwas mühsam.

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Am späteren Nachmittag erkundigte ich das Gebiet auf der anderen Seite des Hausberges. Hier geht der Blick in die Ebene nach Nordwest, ich hatte es ja von oben schon gesehen. Von unten ist der Eindruck aber anders, sei es durch das relativ hohe Gras, sei es durch die verstreut stehenden Bäume, sei es eben durch die tiefe Sichtposition.

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Beim Durchqueren eines trockenen „Bachbetts“ sah ich aus den Augenwinkeln etwas am Boden liegen. Ich stellte das Rad ab und ging nachsehen. Auf einige hundert Meter verstreut lagen hier solche Früchte im Sand. Was ist das? Eine zugehörige Pflanze entdeckte ich nicht.

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Ich fuhr der tiefer sinkenden Sonne noch weiter entgegen, versuchte mit dem Selbstauslöser eine Aufnahme vom mir und dem Rad, was witzigerweise auch gelang, und suchte mir dann ein Plätzchen für ein Panoramabild. Den echten Sonnenuntergang konnte ich nicht abwarten, weil ich dann nicht mehr rechtzeitig zum Abendessen zurück gewesen wäre. Aber da ohnehin keine Wolke am Himmel war, war ich mit dieser Stimmung auch zufrieden. Kurz nach 19h brach ich dann auf und düste zurück. Welch ein toller Ausflug!

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Das Abendessen fand für alle gemeinsam statt; ich saß also mit der Gruppe am Tisch. Nun ja, für Außerstehende ist es immer irgendwie eigenartig, so eine Gruppe zu beobachten. Es war erst ein großes Geschnatter durcheinander, von mir wollte man natürlich auch wissen, was und wie und warum; dann erzählte der Guide pausenlos von seinen früheren Reisen und Afrika-Erlebnissen. Er hatte noch keinen Bissen gegessen, als ich schon fertig war - herrlich hat es mir wieder geschmeckt! Und als er fertig erzählt hatte, löcherten ihn seine Schäfchen, die natürlich auch schon aufgegessen hatten, mit Fragen zum morgigen Programm, dass er wieder nicht zum Essen kam. Teilweise fand ich das alles skurril und dachte zurück, wie angenehm das Abend zuvor war, als Gerda und Niekie mit mir aßen. Nun ja, das ist ja das Geschäft und für die beiden war es gut, dass so viele Leute heute hier waren. Mit einer der Damen, die das Nachbarchalet bewohnte, ging ich dann zurück, weil sie sich alleine fürchtete. Und dann war ich allein und der Tag zu Ende. Wie schön war er doch gewesen!
Teil 705. Jan. 2022
2.11.

Vor Sonnenaufgang war ich nicht unterwegs, aber immer noch früh genug, um diese besondere Stimmung des Morgens zu erspüren. Ich hatte mich für das Rad entschieden, und beim Fahren war mir, nur mit kurzer Hose und T-Shirt bekleidet, fast kalt. Aber ich blieb ja oft genug stehen! Heute war es nicht so klar wie am Tag zuvor. Mehr Staub war in der Luft - es roch definitiv nach Wüste!
Insgesamt war es ein unspektakulärer, aber nicht minder schöner Ausflug!


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Teil 808. Jan. 2022
2.11. (Fs)

Wie schon die letzten Tage tat ich nach dem Frühstück das, was eben zu tun war. Niekie hatte aber angeboten, dass ich heute mit ihm nach Solitaire fahren könne, und mit dieser tollen Option auf einen Ausflug ging alles leicht von der Hand. Gegen 13.30 Uhr brachen wir auf. Unterwegs sahen wir kurz vor dem Abbiegen auf die C 14 eine Oryx-Antilope im Schatten eines Baumes stehen! Eine einzige! Seit zwei Jahren seien die Tiere weg; aber wenn es im Winter gut regne, hoffe er auf die Rückkehr des Wilds. Gerade auf der Farm Barkhan habe es viel Gras gegeben und mit den hoffentlich kommenden Niederschlägen sei eine echt gute Grundlage geschaffen. Das war echt verblüffend! Die Nachbarn hatten weitaus weniger Gras auf ihren Flächen! Die Zäune zu den Nachbarländereien waren im übrigen alle geöffnet, nur die zur Straße hin müssen laut Niekie bleiben; doch es gibt immer wieder geöffnete Durchlässe.
Letztes Jahr machten wir auf unserer Rundreise ja auch schon einen Stopp in Solitaire; damals war fast kein Mensch dort, außerdem war es bewölkt. Heuer schien mir das wie ein großer Rastplatz oder Anziehungspunkt für alle Vorbeifahrenden zu sein. Sogar Kleinbusse parkten hier. Kuchen und Kaffee bekam ich im Nebengebäude. Das Stück war riesig; es hat geschmeckt, war aber nicht übermäßig herausragend. Danach streifte ich mit dem Fotoapparat herum. Nun ja, zu den Motiven muss ich ja nicht viel schreiben. Jeder kennt den Ort, und die Autos und Erdhörnchen wurden auch schon tausendfach abgelichtet – nur halt noch nicht von mir. 😛 Letztes Jahr hatte ich das irgendwie unterlassen; heuer mit dem blauen Himmel fand ich die Schrottkisten ohnehin viel, viel schöner! Mir gefiel es. 🙂


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Doch irgendwann war es genug und ich wollte Niekie nicht warten lassen. Es war total nett, dass er mit mir diese kleine Kaffee-Fahrt gemacht hat. Wie Gerda ist auch er sehr, sehr sympathisch. Vor allem liebt er die Wüste sehr; das merkt man bei allem, was er darüber erzählt.
Teil 911. Jan. 2022
Danke, Robin, für die Rückmeldung zu den Fotos! 🙂


2.11. (Fs)

Ich verbrachte ein wenig Zeit am Pool, allerdings nicht im Pool. Gerda meinte, er sei ziemlich kalt, und da ich mich ohnehin aus Pools nichts mache, blieb ich lieber draußen in der Hitze. Warum ich dann am Pool war, hat den Grund, dass dort „Tom“ unterwegs war. Ich glaube, so hieß er. Tom ist dieses Tier: Ich hatte so eine Echse noch nie gesehen. Zuhause wohnen Zauneidechsen in meinem Garten, die in ihrer grünlichen Färbung natürlich auch sehr schön sind. Aber den knallgelben Kopf fand ich faszinierend. Trotz seiner Größe war Tom leider sehr scheu. Ich weiß nicht, wie lange wir das Versteckspiel durchzogen; jedenfalls zog ich den Kürzeren, weil ich mich einfach nicht so weit nähern konnte, dass ich ihn so groß und scharf hätte ablichten können, wie ich wollte. Er verkroch sich ab einer gewissen Nähe meinerseits immer in den Felsspalten. Trotzdem war es eine nette Begegnung, die wir in den nächsten Tagen noch intensivieren sollten.

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Neue Gäste kamen und nutzen den Pool so, wie er zu nutzen war. Ich hingegen schwang mich aufs Rad und besuchte Camp Gecko. Schon viel davon gehört, wollte ich sehen, wie es dort ist. Gerda und Niekie hatten mich angekündigt, so wussten die beiden neuen Betreiber Anna und Björn Bescheid und nach einer kurzen Begrüßung radelte ich ein wenig am Gelände herum. Die Aussicht ist natürlich genial!

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Aber fürs Campen braucht es einfach 2 Personen, für mich alleine wäre das nichts. Beim Zurückfahren begegnete ich diesem großen Truthahn. Da er seine Dame mit Kindern begleitete, wusste ich nicht, wie aggressiv er ist und war auf Abstand Bedacht.

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Zurück beim Rezeptionsgebäude trank ich ein Bier mit den beiden und plauderte über ihre Erfahrungen und Beweggründe, hier das Camp zu betreiben. Dann strampelte ich wieder zurück. Insgesamt begegnete mir nur einmal ein Auto; die D 1275 selbst war im besten Zustand.

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Heute verzichtete ich auf den alkoholischen Sundowner und streifte stattdessen bis unmittelbar vor dem Abendessen mit der Kamera draußen herum.

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Teil 1013. Jan. 2022
3.11.

Der Wecker klingelte früh. Heute stand etwas besonderes am „Programm“. Gerda und Niekie haben eine Wüstenwanderung mit einem Guide für mich organisiert. Die Tour war zwar sehr teuer (2500 ND), weil ich mit dem Führer alleine unterwegs war und ließ mich erst zögern, ob ich das schon machen soll, aber im Nachhinein betrachtet, war es die richtige Entscheidung. Es war einfach total informativ und landschaftlich umwerfend schön.

Der Guide nennt sich „bushman“ und hat vor vielen Jahren seinen Beruf in der Versicherungsbranche an den Nagel gehängt – und seine Schuhe dazu. Sie hängen heute noch an der Einfahrt zu seinem Grund. Mittlerweile hängen auch die Schuhe seiner Frau und der Kinder dort. Die gekaufte Farm hat er zu einem Camp für Selbstversorger umgebaut und bietet u.a. eben auch solche Wanderungen an.

Niekie hat mich hingebracht und vor 7 starteten wir die Wanderung im Niemandsland zwischen Straße, Rostock Ritz und bushmans Land. Immer wieder blieben wir bei Spuren oder sonstigen Auffälligkeiten stehen. Ich bekam Erklärungen zu den Tieren, zum Sand, zum Wind, zum Regen (der, wenn er in großen Mengen fällt, der Wüste schadet) und vielem mehr. All das hier niederzuschreiben, würde zu weit führen.

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Wir stiegen auf Dünen und folgten in der Ebene den Tierspuren. Irgendwann erreichten wir den Zaun und somit den Besitz von bushman.

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Gegen Ende der Wanderung stiegen wir auf „Zeugenberg“, der eine umwerfende Rundum-Aussicht bot. So nah und deutlich sah ich das Flubeet des Ubib, in dem ich bei meiner letzten Reise von Rostock Ritz aus gewandert war und die rostige Schrottkarre, die ich neulich in der Rätselecke eingestellt habe, entdeckt hatte. Außerdem hatte ich in diesem Flussbett eine Schote mit Samen vom Anabaum aufgelesen. Letztes Frühjahr habe ich einen Samen in die Erde gesteckt – und es ist kaum zu glauben, aber die Pflanze ist jetzt schon über 30 cm hoch. Das sah ich, dann die verschiedenen Bergketten. Auch die komischen Iglus von RR hatte ich zu Beginn der Wanderung ausmachen können. Zur anderen Richtung hin sah ich die große Bergkette der Randstufe, und die kleine Bergkette, hinter der Barkhan lag.

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Nach dem Abstieg von diesem Berg folgten wir dann ein Stückchen einem anderen Fluss, der bei Camp Gecko entspringt und hier in den Ubib fließt, und gelangten dann zu bushmans Camp. Es war gegen 13 Uhr und richtig schön heiß; die Wanderung war für mich anstrengend gewesen, aber die wunderbaren Eindrücke, die Ruhe und Weite haben mich total mit Energie gefüllt. Gerda wartete schon auf mich und brachte mich wieder nach Barkhan.
Teil 1115. Jan. 2022
3.11. (Fs)

Den Nachmittag verbrachte ich am Pool bzw. mit weiteren Versuchen eines Rendezvous mit Tom oder bei den Erdmännchen.

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Abends nahm ich die Möglichkeit zu einer Sundowner-Fahrt wahr, die die anderen Gäste angefragt hatten. Niekie chauffierte uns im offenen Wagen auf das Gelände jenseits der Straße. Tiere sahen wir leider keine, dafür einen total kahlen Baum mit einem riiiiieeesigen Nest.

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Niekie fuhr zu einer Stelle, wo ein kleiner "Steintisch" die Möglichkeit bot, die Getränke zur Auswahl aufzustellen. Ich blieb beim Windhoek Lager; eigentlich hätte ich verzichten sollen, denn mit dem Bier in der Hand konnte ich nicht gut fotographieren oder groß herumgehen. So entstanden nur wenige Bilder. Sehr bald nach Sonnenuntergang verfärbte sich der Himmel und die Umgebung in Rosa-Lila-Pastelltöne. Wir alle standen ganz still da; so konnte ich die Weite und die Stille richtig spüren.

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Danach ging es zurück. Niekie hatten Decken bereit gelegt, es wurde durch den Fahrtwind etwas kühl, aber nicht wirklich kalt. Das Dinner war wieder hervorragend, der Wein auch. Glücklich fiel ich dann ins Bett.
Teil 1216. Jan. 2022
4.11.

Der letzte volle Tag in dieser wunderbaren Lodge begann. Ich war schon etwas wehmütig. Frühmorgens schnappte ich mir das Rad und fuhr in die Richtung, wo wir den Sundowner hatten. Da aber das Tor zum Gelände auf der anderen Straßenseite logischerweise verschlossen war und das Rad für Wild-Durchlässe im Zaun zu breit war, streifte ich nur zu Fuß ein wenig herum; noch lag die Ebene im Schatten, doch die Berge im Norden strahlten schon.

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Ich fuhr ein wenig auf der Pad Richtung Westen und dort, wo mich schöne Bäume lockten, stieg ich vom Rad, betrat durch die offenen Stellen im Zaun das Gelände und fotographierte. Inzwischen hatte die Sonne die ganze Ebene erreicht.
Als ich die Farmgrenze erreicht hatte, dreht ich um und fuhr zurück in das mir bereits vertraute Terrain. Heute waren erstmals Wolken am Himmel, zumindest Ansätze davon. Das Gras leuchtete im Morgenlicht. Ich suchte weiter nach Bäumen, die ein wenig freier standen.

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Als ich wieder in die Nähe des trockenen Bachbetts kam, wo ich die Melonen gesehen hatte, stellte ich das Rad ab und suchte hier nach weiteren Motiven. Und da entdeckte ich ein Oryx - oder die Überreste davon. Hörner, Schädel mit Zähnen, einige Knochen und wenige Reste vom Fell lagen unter einem Baum, dazwischen wieder Melonen. Ich fand die Szene etwas makaber, schaute mir aber doch alles genau an.

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Die Sonne wanderte höher und ich machte mich auf den Rückweg, genoss die Freiheit, und blickte meist in die Ferne. Doch halt, was war denn da am Weg gelegen? Ich drehte um und sah, dass hier jemand seinen "Schuh" verloren hatte - wahrscheinlich das arme Oryx, dessen andere Überreste ich vorhin betrachtet hatte. Auch hier kannte ich keine Pietät und zückte die Kamera.

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Danach ging es zum Frühstück.
Teil 1326. Jan. 2022
Es wird Zeit, dass ich die Reisebericht fertigstelle, leider habe ich gerade kaum Zeit dafür. Ein kleines Stückchen füge ich an:

4.11. (Fs)

Den restlichen Vormittag verbracht ich am Pool - zunächst mit einer Schocknachricht. Vor dem Abflug hatte ich noch eine Übernachtung in Flughafennähe eingebaut, weil ich ein Test brauchte, und ich bekam die Nachricht, dass meine Kreditkarte nicht akzeptiert würde. Nach etlichen Whatsapps hin und her hat das dann doch geklappt und die Übernachtung war gesichert. Dann kümmerte ich mich weitere Dinge, die zu regeln waren, las einen südafrikanischen Krimi und versuchte immer, Tom zu fotographieren. Er selbst zeigte sich weiter scheu, dafür tauchte ein Exemplar mit orangefarbenem Kopf vor.

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Interessant, dass diese Tierchen auch den kleinsten Schatten bevorzugen.

Irgendwann wollte ich mit dem Solar Buggy herumfahren, doch irgendwie ging das Ding nicht. Ich hatte Niekie gebeten, mir die Bedienung zu zeigen, und von daher war ich froh, dass in seiner Gegenwart nichts ging. Er veranlasste gleich, das Gefährt reparieren zu lassen, und ich schnappte mir ein Radund fuhr die inzwischen vertrauten Wege nochmals ab. Immer wieder zogen kleine Wolkenbänder über den Himmel, was der Szenerie ein etwas anderes Aussehen gab. Ich freute mich schon auf den Abend, wo ich nochmals auf den Hausberg steigen und dort den Sonnenuntergang betrachten wollte. Aber zuerst war noch Nachmittag:

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Teil 1427. Jan. 2022
4.11. (Fs)

Als der Nachmittag sich dem Ende neigte, stieg ich wieder auf den Hausberg. Mit den Wolken wirkte alles anders. Es gab nah und fern Schatten, mal hier, mal da, schnell im Wechsel, und ebenso gab es beleuchtete Stellen, großflächig oder nur ein schmaler Streifen, der kurz direkt auf die Katiti-Lodge gerichtet war.

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Und die Sonne sank unaufhörlich. Im letzten Moment schien sie ja zu fallen, so schnell ging es auf einmal.

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Welch ein Schauspiel! Und dann stand ich da, alles färbte sich pastellartig rosa-violett, und staunte, dass der Tag und der Urlaub schon wieder vorbei waren. Ich musste mich losreißen, weil ja das Abendessen wartete. Andererseits gab es noch so viel zu sehen - der Abschied fiel schwer.

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Teil 1504. Feb. 2022
Danke euch allen für eure Beiträge!

Eines der schönsten Zitate diesbezüglich stammt für mich von Nikolaus Benjamin Richter: "Ich sah zu tief in das Antlitz der Wüste hinein. Nun kann ich es nicht mehr vergessen."

5.11.


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Ein Morgenspaziergang, das Frühstück, dann Zusammenpacken und Zahlen - und schon hieß es Abschied nehmen. Derselbe Fahrer wie von einigen Tagen brachte mich Richtung Windhoek. Ich bat nochmals um einen Halt oben am Pass, um einen (für dieses Mal) letzten Blick auf die Namib zu werfen.

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In Windhoek machte ich meinen Test bei OHS med. und wurde dort zum vereinbarten Zeitpunkt von einem anderen Fahrer abgeholt und auf die Kappsvalley Farm gebracht. Dort blieb ich noch eine Nacht und einen Tag. Es gefiel mir dort ebenfalls sehr gut, ich ging spazieren und genoss die Blütenpracht der Anlage. Bilder kann ich gerne zeigen, sobald ich sie bearbeitet habe.
Teil 1605. Feb. 2022
5.11. (Fs)

Nachdem ich meine Tasche im Zimmer deponiert hatte, machte ich einen Spaziergang auf einen der nahe gelegenen Hügel. Der Weg ist markiert. Die Gegend gefiel mir auch sehr gut! Es klingt komisch, aber ich fühlte mich ein wenig an die Provence erinnert, die ich - neben der Wüste - über alles liebe. Ich versuchte zu ergründen, warum, und fand die Antwort im Grün gewisser Bäume / Büsche, die mich sehr an die Olivenbäume erinnern.

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Teil 1706. Feb. 2022
@ lilytrotter: Danke für Dein Lob meiner Bilder. Ich fühl mich geschmeichelt. Aber sicherlich zeigen andere hier oder anderswo auch wunderbare Bilder. Meine zeigen halt Landschaft, keine Tiere, da hat man mehr Zeit, einen schönen Bildaufbau zu suchen. 🙂

6.11.

Auch wenn es nicht mehr so ganz zur Überschrift passt, da ich ja am letzten Tag den Standort gewechselt habe, möchte ich doch noch weiter berichten, vor allem auch, weil die Kappsvalley Farm hier im Forum irgendwie nicht so gut wegkommt (Logi schrieb mal von "schwierigem Umfeld", ohne das näher zu erklären). Tiefen Einblick in die Farm und Struktur und das Umfeld habe ich natürlich an dem einen Tag nicht erhalten, aber ich fand den Aufenthalt sehr angenehm. Es wurden zwar keine Ausfahrten angeboten, doch die Spaziergänge, die möglich sind, sind auch sehr schön. Das Essen war sehr, sehr gut und mein Zimmer geräumig, sauber und mit Minibar-Kühlschrank und bot einen tollen Ausblick am Morgen (vom Bett aus):

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Irgendwann stand ich auf und streifte vor dem Frühstück ums Haus herum:

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Teil 1811. Feb. 2022
Mimo, danke für diese Rückmeldung! Es freut mich, dass Bilder und Bericht die erlebte Stimmung weitergeben konnten! 🙂

Ich werde nun mit den letzten Bildern den Reisebericht beenden und bedanke mich bei allen Mitlesern und Danke-Drückern für das Interesse!

6.11. (Fs)

Nach dem Frühstück galt es, der Befreiung einer Spinne beizuwohnen, die während des Abendessen auf der Terrasse aufgetaucht war. Einer der Mitarbeiter hatte sie in eine Flasche gesteckt und nun sollte sie wieder freigelassen werden. Andrea ging mit einem anderem Gast und mir ein Stück vom Haus weg und überließ die Flasche dem Mann. Leider hatte er wenig Gespür für fotographische Belange und legte die geöffnete Flasche äußerst ungünstig hin; bevor ich bitten konnte, sie anders zu platzieren, war die Spinne schon herausgekrabbelt. Schade, dass er vorher nichts gesagt hatte, so kam von dem Monster kein gutes Foto zustande.
Danach streifte ich weiter durch den Garten und beobachtete die Echsen und so schwarze, komische Brummer (schwarze Wespen?) auf den Blumen.

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Während die großen Nester der Siedler durch das Volumen beeindrucken, so sind bei denen hier Form und Kunstfertigkeit faszinierend:

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Irgendwann machte ich mich zu einem längeren Spaziergang auf. An der Stelle, wo mir gestern eine Kuh begegnet war, stand heute ein Warzenschwein. Beide waren wir wohl über den anderen überrascht, während Pumba noch überlegte, ob Flucht das richtige Mittel der Wahl ist, musste ich erst die Kamera einsatzbereit machen; das Foto ist unscharf, wegen der zu großen Entfernung und meiner Hektik; schade.

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Ich genoss die Wärme und die Stille. Der Feldweg, das hügelige Gelände und v.a. die Büsche erinnerten mich auch heute ein wenig an meine Wanderungen in der Provence. Die Klippschliefer und die umliegende Landschaft sprachen aber für Afrika.

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Zum Lunch war ich wieder zurück. Die Küche ist wirklich sehr zu empfehlen. Danach streckte ich mich ein letztes Mal in der Sonne aus, las ein wenig und packte meine Tasche. Dann beglich ich meine Rechnung und bat um einen Ausdruck meiner Dokumente. In diesem Zusammenhang schaute ich mir die schöne Einrichtung drinnen an.

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Gegen 17 Uhr wurde ich zum Flughafen gebracht und damit endet die Reise und der Bericht.

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