Strelitzie2'845 Beiträge · seit 201126. Apr. 2020 · #302
Huhu Betti,
beim Lesen fiel mir ein: Mission erfüllt.... hm, zu spät! Ingrid war schneller, ich musste erst noch die Buchführung März fertigstellen. Deine „Sprinter–Kommunikation“ habe ich übrigens auch sehr genossen. 😁 Als ich schon vor drei Wochen das erste Mal diese MNS–Maske umgelegt habe, musste ich auch an meine bisherigen (teils verächtlich, teils abschätzigen) Blicke auf die reisenden Asiaten denken....
ein Besuch der Karminspint-Kolonie steht bei uns schon lange auf der Wunschliste. Leider lassen sie sich nur in unserem Herbst besuchen, und das ist nicht unsere übliche Reisezeit. Aber wir hoffen, dass wir es auch nochmal zur richtigen Zeit dorthin schaffen, so wie ihr. Eure Aufnahmen sind grandios. Die macht man tatsächlich nicht innerhalb von ein paar Minuten. Gut, dass ihr euch vor Ort so viel Zeit genommen habt. Vielen Dank für die inspirierenden Bilder.
Viele Grüße Uwe
P. S. @Carsten: Das große Objektiv ist das Sigma 150-600 mm.
tigris768 Beiträge · seit 200726. Apr. 2020 · #304
Hallo Betti, hallo Thomas,
„Mission impossible“ ??? - Bei mir vermutlich schon.... Wenn ich das ganze Fotogeraffel sehe, mir die 40 Grad vorstelle und dann dieses Gewimmel in Karminrot - ich wäre überfordert gewesen! Aber das Ergebnis ist mal wieder sensationell und die Mission hat sich für mich als stille Betrachterin und Genießerin extrem gelohnt. Danke für die Orgie in Rot.
Die Auswahl eines Lieblingsfotos fällt schwer - eigentlich alle. 😘
Doch das ist mein Favorit:
Schade, dass die Reise bald zu Ende geht! Ich könnte immer weiter lesen und staunen und träumen, seufz! 🙄
Noch einen schönen Sonntag - meinen habt Ihr jedenfalls verschönt 😎 Liebe Grüße von Simone
Historie meiner 16 bisherigen Reisen ins südliche/östliche Afrika => 11/2001: NAM die Erste * 12/2003 - 01/2004: NAMIBIA Südtour * 03/2005: NAMIBIA ein runder Geburtstag in Windhoek/Tour mit Witti + Landy * 12/2007 -01/2008: NAMIBIA Südtour zum 2. mit Familie * 10-11/2008: Kurztrip nach NAM/wieder ein runder Geburtstag * 03/2011: NAMIBIA ~ Hochzeit der Schwägerin in Windhoek und kleine Tour * 09-10/2013: TANZANIA ~ 4 Wochen Familienbesuch * 12/2014 - 01/2015: NAM zum ersten Mal mit Dachzelt unterwegs * 07-08/2016: SÜDAFRIKA ~ 4 Wochen Kap und Gardenroute/Familienbesuch * 05/2018: KTP und mal wieder der Süden von NAMIBIA * 01-02/2020: NAMIBIAS Norden, Caprivi und ein bißchen BOTSWANA * 08-09/2021: BOTSWANA ~ Private Campingtour mit Bushways * 09/2O22: 3 Wochen SÜDAFRIKA mit Fokus auf Familie und Drakensbergen * 08-09/2023: BOTSWANA ~ 2. Private Campingtour mit Bushways * 02-03/2024: NAMIBIA ~ KTP und Südtour * 01-02/2026: 3. Private Campingtour mit Bushways
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201626. Apr. 2020 · #305
Hallo ihr Lieben,
Daxiang schrieb:also um diese 3 Stunden und die tollen Bilder beneide ich euch total - das wäre ein Nachmittag so richtig nach meinem Geschmack!
Vielen Dank, Konni. Ich seh euch beiden schon im heißen Sand sitzen...
casimodo schrieb:Wie oft haben wir uns während unserer Reisen vor Augen gehalten, wie besonders unsere Möglichkeiten sind. Und diese sentimentalen Momente kenne ich. Gerade in der momentanen Situation bekommen diese Momente ein noch höheres Gewicht.
Ja, wir auch, und ich bin auch happy, dass uns unsere privilegierte Situation immer sehr klar war. Und das höhere Gewicht stimmt auch. Was bin ich froh, was wir schon alles erleben durften. Aber ich hoffe natürlich auch, da kommt noch was. Immer schön optimistisch bleiben 🙂
casimodo schrieb:Hat Thomas eigentlich das große Sigma oder die 500er Festbrennweite Bazooka ?
Das hat ja Uwe schon beantwortet, danke dafür in die Heimat! 😘
franzicke schrieb:Mission completed - würden wir da mal sagen!
😄 😄 😉
Strelitzie schrieb:Deine „Sprinter–Kommunikation“ habe ich übrigens auch sehr genossen.
Das freut mich...!
Strelitzie schrieb:Als ich schon vor drei Wochen das erste Mal diese MNS–Maske umgelegt habe, musste ich auch an meine bisherigen (teils verächtlich, teils abschätzigen) Blicke auf die reisenden Asiaten denken....
Tja, wer hätte das gedacht?! Ich kann's manchmal weiter nicht glauben - und hab noch immer keine Maske. Morgen dann aber, nutzt ja nix...
Eulenmuckel schrieb:ein Besuch der Karminspint-Kolonie steht bei uns schon lange auf der Wunschliste.
Das wär auch was für euch!!
Eulenmuckel schrieb:Eure Aufnahmen sind grandios. Die macht man tatsächlich nicht innerhalb von ein paar Minuten.
Hui, danke! 😊
Eulenmuckel schrieb:Vielen Dank für die inspirierenden Bilder.
Sehr gerne 🙂 Wird werden, irgendwann...
tigris schrieb:Wenn ich das ganze Fotogeraffel sehe, mir die 40 Grad vorstelle und dann dieses Gewimmel in Karminrot - ich wäre überfordert gewesen!
Deshalb war es gut, dort zwei Tage zu verbringten. Am Anfang schwirrte uns auch einfach nur der Kopf...
tigris schrieb:Aber das Ergebnis ist mal wieder sensationell und die Mission hat sich für mich als stille Betrachterin und Genießerin extrem gelohnt. Danke für die Orgie in Rot. Noch einen schönen Sonntag - meinen habt Ihr jedenfalls verschönt
Und das ist tatsächlich die Hauptsache, liebe Simone!!
tigris schrieb:Schade, dass die Reise bald zu Ende geht! Ich könnte immer weiter lesen und staunen und träumen, seufz!
Noch ist es nicht ganz so weit, ein bisschen fahren wir noch weiter 🙂
Ich bin immer hocherfreut zu sehen, dass wir noch in so netter Begleitung zumindest virtuell durch Namibia cruisen. Vielen Dank dafür, wir wissen das beide sehr zu schätzen!
Euch noch einen schönen Restsonntag, liebe Grüße, Betti
Hallo Betti , auch ich bin immer noch ganz begeistert von eurem Bericht . Die Karminspinte finde ich so was von schön - seufz . Leider konnten wir sie auf unserer Reise im Caprivi nicht sehen , denn wir waren im Juni unterwegs . Aber nächstes Jahr habe ich im Oktober einen " Runden " . Da habe ich schon angemerkt , daß das ein tolles Geschenk wäre , zu diesem Termin am Chobe , Kwai , Okavango oder Sambesi zu sein . Feiern kann man später noch - muß ja jetzt auch gehen . Auf alle Fälle hast du mir mit den tollen Aufnahmen einen riesigen Traum erfüllt . Vielen lieben Dank dafür . Ich freue mich auf eure weiteren Erlebnisse .
Liebe Grüße Conny
Namibia zum 1.
Elefantenrunde
Abschied für immer
Auf neuen Wegen ins Kaokoveld (hummeldumm?")
[url//namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/306123-der-kreis-hat-sich-geschlossen-bot-nam.
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201627. Apr. 2020 · #307
Conny + Micha schrieb:Aber nächstes Jahr habe ich im Oktober einen " Runden " . Da habe ich schon angemerkt , daß das ein tolles Geschenk wäre , zu diesem Termin am Chobe , Kwai , Okavango oder Sambesi zu sein . Feiern kann man später noch - muß ja jetzt auch gehen .
Runde Geburtstage auf Reisen - da kenne ich mich aus 😉 Sehr zum Leidwesen unserer Freunde, die immer beklagen, dass ich an meinem Wiegenfest nie da bin. Ich drücke die Daumen, dass deine Pläne aufgehen - an welchem afrikanischen Gewässer auch immer!
Conny + Micha schrieb:Auf alle Fälle hast du mir mit den tollen Aufnahmen einen riesigen Traum erfüllt .
Das freut mich wirklich sehr, Conny!! 🤪
Ich denke, morgen oder übermorgen fahren wir weiter, ein kleines bisschen haben wir ja noch...
Champagner8'687 Beiträge · seit 201027. Apr. 2020 · #308
Beatnick schrieb: Ich denke, morgen oder übermorgen fahren wir weiter, ein kleines bisschen haben wir ja noch... Betti
Jetzt wollte ich gerade einen Kaminsprint einlegen, um hinterher zu kommen, aber die Abfahrt verzögert sich offensichtlich noch ein bisschen, also kann ich es ja ruhig angehen lassen 😉 .
Ich mach's mir heute mal einfach: zu den Fotos wurde schon alles gesagt, ich schließe mich vollumfänglich den Aussagen meiner Vorredner diesbezüglich an 🙂 !
Als ich vorhin wieder einfach so zum Spaß zusammen mit meiner Kamera ne Stunde auf meiner "Greif"Wiese (heute nahezu ohne Greife 🙁 ) saß und stand, musste ich an euch denken - es gibt glaub nichts Besseres, als völlig runterzukommen und gleichzeitig total high zu sein. Ähhhm, falls jemand versteht wie ich das meine 🙄 .
Tja, diese Bienenfresser-Location fehlt mir auch noch in meiner "Da-war-ich-schon"-Liste - aber da geht es mir wie den Eulenmuckels: Augen auf bei der Berufswahl 😣 (so ganz hinten dran an die BaWü-Ferien ließe sich das vielleicht mal quetschen, aber ich denke, so richtig interessant wird es erst später, oder?).
Jetzt lass' ich mich mal überraschen wie es bei euch weitergeht - vermutlich hab ich auf einem anderen Kanal schon Fotos gesehen, aber zum Glück schon wieder vergessen, so bleibt es weiter interessant 😄 .
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201628. Apr. 2020 · #309
Champagner schrieb:Als ich vorhin wieder einfach so zum Spaß zusammen mit meiner Kamera ne Stunde auf meiner "Greif"Wiese (heute nahezu ohne Greife 🙁 ) saß und stand, musste ich an euch denken - es gibt glaub nichts Besseres, als völlig runterzukommen und gleichzeitig total high zu sein.
Total high?? Bele, Bele, am hellichten Tag schon wieder ne Challenge gehabt???? 😵 😣 😄
Champagner schrieb:Ähhhm, falls jemand versteht wie ich das meine 🙄 .
Ich verstehe ganz genau, was du meinst, ziemlich gut beschrieben, denn exakt so isses!
Champagner schrieb:Tja, diese Bienenfresser-Location fehlt mir auch noch in meiner "Da-war-ich-schon"-Liste - aber da geht es mir wie den Eulenmuckels: Augen auf bei der Berufswahl 😣 (so ganz hinten dran an die BaWü-Ferien ließe sich das vielleicht mal quetschen, aber ich denke, so richtig interessant wird es erst später, oder?).
😄 😄 Hm, sie kommen ja nicht immer punktgenau, ich glaube, so ab Mitte August. Dann sind ja aber noch keine Jungvögel da. Die flogen bei uns so schön eifrig durch die Gegend und ließen sich gut beobachten, denn sie blieben in der Nähe ihrer Bruthöhlen (waren aber optisch von den Erwachsenen kaum bis gar nicht mehr zu unterscheiden). Wahrscheinlich wäre Anfang Oktober ideal. Dann ist die Kolonie in voller Mannstärke (schätze ich mal), bei uns waren ein paar wahrscheinlich schon weg.
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201630. Apr. 2020 · #310
Die Regenmacher
Wir haben auf unserer bisherigen Reise gesehen, was wir sehen wollten. Erlebt, was wir erleben wollten. Und sogar darüber hinaus. Etwas Autofahren steht an diesem Tag an, sonst nichts. Keine Pläne, keine Vorsätze. Ein komisches Gefühl. Ein bisschen befreiend, ein wenig wehmütig - der Abschied naht. So denke ich beim Aufwachen und drücke die Stopp-Taste; nein, noch ist es nicht vorbei!
Mein Organismus macht sowieso was er will und holt mich gewohnt früh aus den Federn. Was einmal mehr lohnt, denn wieder wartet eine fantastische Morgenstimmung auf uns. Die Sonne ringt mit den Regen verkündenden Wolken - etwas mühsam, aber noch mit Erfolg. Thomas kocht sich einen Kaffee und mir einen Tee, und so beginnt der Tag entspannt und noch in Schlafklamotte auf unserer Terrasse mit Blick auf den Fluss.
Erst um Neun werden wir abgeholt und per Boot zum Camp gebracht, wo unser Auto auf uns wartet. Beim Frühstück sind wir allein, die Japaner sind schon abgereist, die Niederländer noch nicht aufgetaucht, danach machen wir den längst überfälligen Rundgang über die Lodge-Anlage, der bisher fehlender Zeit und/oder großer Hitze zum Opfer gefallen war.
Ein langer Holzsteg verbindet die 20 idyllisch entlang des Sambesi aufgereihten Häuschen miteinander, eine schöne Anlage, aber viel sei ja gästemäßig nicht los, bemerke ich beim Auschecken an der Rezeption. Die freundliche Mitarbeiterin schüttelt bedauernd den Kopf. Sie fragt nach möglichen Verbesserungen, und ich schlage einen kostengünstigeren und flexibleren Bootstransfer zu den Karminspinten vor. Oder auch eine Ausbesserung der Straße, die beim Bau der Lodge durch schweres Gerät dermaßen zerstört worden sein soll, dass eine Anfahrt mit dem eigenen Fahrzeug zumindest nicht empfohlen wird. Wie der Zustand der Zufahrt tatsächlich ist, weiß ich nicht, auf große Begeisterung stößt mein Vorschlag jedenfalls gefühlt nicht.
Der Kern des Problems, so glaube ich, ist ohnehin ein anderer: Die Lodge ist zu groß. Wie die meisten Gondwana-Unterkünfte ist sie auf Gruppen ausgelegt, doch der Chobe Nationalpark und die Vic Falls zu weit, die Bootsfahrten in der Umgebung zu zahlreich, die Karminspinte saisonal und wohl auch Special Interest - warum sollten sie kommen? Und wenn sie es täten, könnte die Kolonie das verkraften? Ich habe Zweifel. Und so hatten wir unterm Strich eine wunderbare, friedliche Zeit bei den Vögeln und in dieser schönen Lodge, doch so kann und wird es dort wohl nicht weitergehen.
Auf der Fahrt zum Camp schippern wir gemächlich dahin ...
...dann fahren wir zurück zur B8. Die rund 370 Kilometern bis zur River Dance Lodge sind wie eine Zeitreise, hier haben wir dies erlebt, dort war das, und ich kann kaum glauben, dass wir erst zwei Tage zuvor in die andere Richtung unterwegs waren. So viel Neues haben wir seitdem schon wieder gesehen.
Der erste Eindruck unseres Zwischenstopps auf dem Rückweg nach Windhoek ist gut, eine kleine, privat geführte Lodge am Steilufer des Okavango ...
... und auch unser Bungalow aus Holz und mit großer Glasfront gefällt uns sehr. Der Blick auf den Fluss ist von vielen großen Bäumen versperrt, die dafür mit einer reichen Vogelwelt entschädigen.
Mehr Paradiesschnäpper und ...
... die Antwort auf die Frage, warum ihr Federkleid aussieht, wie es aussieht (was auch immer für ein Baum das ist)
Schade nur, dass die Bäume keinen Schatten auf unser Dach werfen, das zu allem Elend von schwarzer Teerpappe bedeckt ist. Darunter sind es gut und gerne 50 Grad! 😣 Der kleine Ventilator kann nichts ausrichten, wir flüchten an den leider nur mäßig attraktiven Pool, wo wir die einzigen Gäste sind und ab und an tierischen Besuch bekommen.
Die Bootsfahrt ist ausgebucht und wir hatten sie ohnehin nicht geplant, den Abend verbringen wir auf der herrlichen Terrasse bei gutem Essen und immerhin einem Hauch von Wind.
In unserem Häuschen sieht das ganz anders aus. Wir könnten Pizza backen oder ein Brot, doch an Schlaf ist nicht zu denken. Wir überlegen kurz, es gibt Security auf dem Gelände, auch könnte nur ein sehr fähiger Freeclimber das Steilufer erklimmen. Schließlich reißen wir die großen Schiebetüren weit auf, verziehen uns unters Moskitonetz und schlafen wie die Murmeltiere, bis uns die vielen Vögel mit einem vielstimmigen Konzert wecken.
Ziemliche Krawallschachtel: Jakobinerkuckuck
Noch ein tolles Früstück auf der Terrasse, schon sind wir wieder unterwegs. Noch mehr als auf dem Hinweg fällt mir ins Auge, wie anders die Umgebung im Caprivi im Vergleich zum restlichen Namibia ist. Wir lassen Rundu sowie das afrikanische Dorfleben hinter uns und leider auch die Sonne. Je weiter wir nach Süden kommen, desto bedrohlicher zeigt sich der Himmel.
Ich hatte mich nach der langen Fahrt (rund 520 Kilometer) auf einen Spaziergang auf dem Gelände der Ohange Lodge gefreut, die inmitten der Otavi Berge liegt. Eine schöne Gegend, doch daraus kann nichts werden. Denn es wird finster. So finster, dass ein eigentlich nachtaktives Tier aus dem Takt gerät. Ich halte es zunächst für einen angefahrenen Hund und bin erschrocken, doch tatsächlich ist es ein Erdferkel, das vor uns die Straße quert. Wir sind völlig perplex, die Kameras weit weg und falsch präpariert, doch wir können sie gut beobachten, diese merkwürdige Kreatur, die zum ersten Mal unseren Weg kreuzt.
Sieben Jahre zuvor waren wir schon einmal für eine Nacht in der Ohange Lodge, eine klassische Gästefarm mit namibischer Hausmannskost und gemeinsamem Essen am Lagerfeuer. Gastgeberin Karla päppelte seinerzeit ein junges Kudu auf, das auf der Straße angefahren worden war, und bei unserer Ankunft erinnere ich sie daran.
Foto von 2012
Sie lacht und berichtet von ihrem neuesten Zögling: einem Bushbaby. Ob ich es später füttern wolle? Was für eine Frage! Ich bin Feuer und Flamme und kann kaum noch abwarten, dass es soweit ist.
Es ist Sonntag, unsere Gastgeber haben Besuch, wir sitzen auf der Terrasse, unterhalten uns, lassen uns den selbstgebackenen Kuchen schmecken, etwas anderes ist ohnehin nicht zu tun, denn es gießt wie aus Kübeln. Nonstop. Dazu ein Temperatursturz um satte 20 Grad. Wenige Stunden zuvor bin ich fast zerflossen, jetzt ziehe ich alles an, was meine Tasche an sauberer Wäsche noch hergibt.
An ein Abendessen am Lagerfeuer ist nicht zu denken, und wir sitzen schon drinnen rund um den Esstisch, als die Farmersfrau mich antippt. "Halt mal eben." Klar, gerne. Aber was denn eigentlich?
Das Bushbaby-Baby ist so klein, ich kann es in den großen, zupackenden Händen unserer Gastgeberin erst gar nicht entdecken. Und dann bin ich hin und weg.
Der Winzling, von der Mutter zwei Wochen zuvor verstoßen, hat es allerdings faustdick hinter den Ohren. Klettert forsch auf mir herum, versucht mit seinen erstaunlich kräftigen Hinterbeinchen auf den Tisch zu springen und hinterlässt seltsam klebrige Abdrücke in meinen Händen. Als Karla mit der Pipette kommt, bin ich endgültig Geschichte, sind die riesigen Glubschaugen nur noch auf die Milch gerichtet.
Ganz auswildern wird man das Tierchen nicht mehr können, doch der Farmer will ihm in einem Baum einen Unterschlupf bauen. Noch überlegt er, wie er ihn vor Schlangen sichern kann. Ich hoffe, dass der kleine Kerl ein schönes Leben haben wird, und ein möglichst sicheres dazu. Und dass ich ihn wohlbehalten wiedersehe. Irgendwann.
fotomatte2'517 Beiträge · seit 200930. Apr. 2020 · #311
Hallo Bettina,
fast habe ich gedacht: nein, nicht auch noch ein Erdferkel, das ist nicht fair. 😈 Quatsch, Spassi. 😎 Ich gönne es euch von Herzen, auch wenn ich mir selbst auch mal dieses Glück wünschen würde. 🤢
Nur noch kurz zur Mubala Lodge: ich glaube, es ist einfach nicht erwünscht, dass Gäste mit dem Auto anreisen, um so einen exclusiveren Eindruck zu vermitteln, denn grundsätzlich ist die Zufahrt kein Problem ( wenn man sie kennt, denn ausgeschildert ist sie nicht ). Ich war zuletzt im Februar 2019 dort, wir waren ja Campinggäste im Mubala Camp, da ich aber die damalige Kalizo Lodge kannte, wusste ich, wie man da hinkommt. Der Weg ist ein normaler Feldweg, sehr sandig, aber problemlos zu fahren. Vielleicht ist auch nicht erwünscht, dass Gäste diesen Weg nehmen, weil man da durch ein Dorf der Locals kommt, und der Unterschied zwischen den Hütten und dem Luxuscamp ist natürlich schon ein Kulturschock.
Jedenfalls habe ich mir damals auch die Frage gestellt, ob sich Gondwana da nicht verrechnet hat, denn die Lodge ist ja nur ein paar Wochen im Jahr überhaupt offen. Im Februar damals war sie zu.
Die Karminspinte, ach ja. 😎 Sehr schön dokumentiert. Da wenigstens kann ich schon auf eigenes Erleben setzen, allerdings war "meine" Kolonie am Kavango eine "normale" im Steilufer.
Guggu2'262 Beiträge · seit 201130. Apr. 2020 · #312
Liebe Berti,
ich schließe mich Matte an, jetzt noch ein Erdferkel on Top ist schon der Hammer. Und das knuffige Bushbaby ist zuuu süß und wäre was für die Handtasche, 😛 😛
Die Ohange Lodge war unsere erste Unterkunft ever in Namibia und wir haben gegrilltes Giraffenfilet gegessen. War damals schon ein bisschen strange, aber inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, dass das was man tagsüber bestaunt oft abends im Teller liegt. 😣 🙄
Mal schauen wie lange das noch gut geht mit der Kalizo Lodge und vor allem die Kaminsprinte 🙁
Als ich noch getaucht habe, habe ich immer versucht bei der erste Welle dabei zu sein. Da habe ich auch abenteuerliche und anstrengende Reisen in Kauf genommen um das zu erleben. Was noch eine tolle Flora und Fauna hatte, war schon sin paar Jahre später , als das Tauchen immer mehr kommerzialisiert wurde und jeder, vor allem Asiaten, übers Riff schrubben durfte, sehr in Mitleidenschaft genommen.
Wieder total schön bei euch - sowohl die Schreibe und auch die Fotos. 😛 😛 So habe ich den Caprivi nochmals in Gedanken erlebt 😘
casimodo4'529 Beiträge · seit 200730. Apr. 2020 · #313
Liebe Betty,
wir hatten hier nach einem echt ultra anstrengenden Arbeitstag einen bisher sehr schönen Abend. Absacker im Afrikazimmer. Tolle Lichtstimmungen über Spessart und Basilika. Perfekter Regenbogen. Lekker Essen. Köstlicher Sauvignon Blanc von Newton Johnson. Und nun lese ich diesen Doppelteil Deines Reiseberichtes. Ein echtes Feuerwerk ! Die Beschreibung der Gondwana Situation, Erlebnisbericht, Aardvaark und DANN DAS BUSHBABYBABY.
Ganz herzlichen Dank für die perfekte Begleitung ins hoffentlich perfekte lange Wochenende und viele Grüße Carsten
speed66751 Beiträge · seit 201101. Mai 2020 · #314
Hallo Berti,
wirklich toll, was euch im Endspurt "einfach so" noch vor die Füße bzw. in die Hände fällt - perfektes Timing! Und das Füttern eines Bushbaby Babys - wer kann das schon erleben...
Wunderbar stimmungsvoll geschrieben, seufz und vielen Dank, Nette
P.S. noch kurz zur Mubala Lodge: Wir konnten es auch nicht glauben, als wir Anfang September letzten Jahres die einzigen Gäste in der Lodge waren; der Service war trotzdem voll anwesend, selbstverständlich brannte das Feuer bei der Bar nur für uns und der Manager leistete Gesellschaft. Am nächsten Tag kam eine kleine Reisegruppe an: spät Abends und am Morgen, bevor wir überhaupt gefrühstückt hatten, waren die schon wieder weg. Also die Karminspinte haben die auch nicht interessiert (von denen bei uns ca. 700 schon da waren).
Boh, einfach unglaublich, was ihr für ein Glück bei den den Sichtungen hattet. Das Bushbaby lässt das Herz ja schmelzen 😘 Schade, dass bald hier Ende sein wird ...
und wieder mal unglaubliche Eindrücke! Ihr schießt im wahrsten Sinn des Worten den Vogel, sprich die Karminspinte, ab. 🙂 Ganz großes Kino, für das Dir die bayerische Fraktion herzlichst dankt!
heute habe ich Zeit, in Ruhe Eure Rücktour zu genießen. Das Erdferkel ist ein krönender Abschluss - allerdings ist das Bushbaby-Baby sooo viel süßer! Schade, dass Windhoek schon fast erreicht ist.
Liebe Grüße, auch an Thomas! Genießt das lange Wochenende Christina
Tinochika1'651 Beiträge · seit 201401. Mai 2020 · #318
Hallo Bettina,
es hat uns richtig gefreut, dass es Euch in der Zambezi Mubala Lodge so gut gefallen hat. Fast hätte es ja geklappt dass wir uns dort getroffen hätten. Schade, dass wir uns nicht schon beim Forumstreffen in Büsnau im Juli 2019 über den Weg gelaufen sind. Wir hätten bestimmt über die Lodge gesprochen. Denn dann hätten wir euch, wie Fotomatte schon geschrieben hat, den Weg zur Lodge mit dem Auto empfohlen und Ihr wärt unabhängig gewesen und hättet die Karminspinte schon zum Sonnenaufgang besuchen können. Mit dem eigenen Auto ist man halt unabhängig. Natürlich liegt es im Interesse von Gondwana die Ausflüge dorthin zu verkaufen. Daher kommt auch die fadenscheinige Erklärung, dass die Wege seit der Übernahme der Kalizo Lodge zerstört sind.
Viel Grüße Ingrid und Hartwig
ONS LEWE BEGIN WAAR DIE TEERPAD EINDIG
Den Wolken zwei Tage voraus, Fiffi zeigt Tinochika Heimat, Rock and Roll mit Tinochika 2016, Tinochika, Waltzing Mathilda KTP 17,Mit Tinochika vom Kaokoveld in Löwenwelt,Tinochika mit dem Rollenkoffer,Tinochika, 32 Tage im KTP, Die Tinochikas! Hier parkste richtig.
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201602. Mai 2020 · #319
Guten Morgen ihr Lieben,
fotomatte schrieb:Ich gönne es euch von Herzen, auch wenn ich mir selbst auch mal dieses Glück wünschen würde.
Das wünsche ich dir auch! Du machst ja schon viel richtig und fährst immer wieder hin... 😉
fotomatte schrieb:ich glaube, es ist einfach nicht erwünscht, dass Gäste mit dem Auto anreisen
Da bin ich sicher. Aus unterschiedlichen Gründen. Sicher nicht zuletzt, um die Bootstouren zu verkaufen.
fotomatte schrieb:Die Karminspinte, ach ja. 😎 Sehr schön dokumentiert. Da wenigstens kann ich schon auf eigenes Erleben setzen, allerdings war "meine" Kolonie am Kavango eine "normale" im Steilufer.
Vielen Dank 🙂 So eine Bienenfresser-Kolonie (aller Art) bei schönem Licht im Steilufer wäre auch nochmal was für uns. Ich denke, wir fahren einfach noch ein paarmal nach Afrika und dann sehen wir weiter 😉 😁
Guggu schrieb:Und das knuffige Bushbaby ist zuuu süß und wäre was für die Handtasche,
😄 😄 🤪 🤪 Au ja, für meine auch! Ich hätte es wirklich am liebsten die ganze Zeit mit mir herumgetragen. Aber es war ein ziemliches Energiebündel, puh...
Guggu schrieb:Die Ohange Lodge war unsere erste Unterkunft ever in Namibia und wir haben gegrilltes Giraffenfilet gegessen. War damals schon ein bisschen strange, aber inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, dass das was man tagsüber bestaunt oft abends im Teller liegt.
Giraffe, oha, also die gab's bei uns nicht. 🙄 Aber das Essen war sehr gut, auch für mich Veggie...
Guggu schrieb:Mal schauen wie lange das noch gut geht mit der Kalizo Lodge und vor allem die Kaminsprinte
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Lodge jemals regelmäßig voll wird. Ist sicher gut für die Vögel (und auch für uns), aber auch kein lohnendes Geschäftsmodell.
casimodo schrieb:wir hatten hier nach einem echt ultra anstrengenden Arbeitstag einen bisher sehr schönen Abend. Und nun lese ich diesen Doppelteil Deines Reiseberichtes. Ein echtes Feuerwerk!
🙂 🙂 🤪 🤪 😊 😊 😘 😘
speed66 schrieb:wirklich toll, was euch im Endspurt "einfach so" noch vor die Füße bzw. in die Hände fällt
Das hat und ehrlich gesagt auch ziemlich überrascht - und natürlich sehr gefreut...
Deine Beschreibungen von Mubala decken sich mit unseren Erfahrungen zu 100 Prozent!
yp-travel-photography schrieb:Boh, einfach unglaublich, was ihr für ein Glück bei den den Sichtungen hattet. Das Bushbaby lässt das Herz ja schmelzen 😘
Ich glaube auch, wir konnten uns nicht beklagen. Und das Buchbaby - ich bin eher nicht so der "Oh wie süß"-Typ. aber es war komplett um mich geschehen...
yp-travel-photography schrieb:Schade, dass bald hier Ende sein wird ...
🙁
bayern schorsch schrieb:Ihr schießt im wahrsten Sinn des Worten den Vogel, sprich die Karminspinte, ab. 🙂 Ganz großes Kino, für das Dir die bayerische Fraktion herzlichst dankt!
😄 😄 Vielen Dank und liebe Grüße nach Bayern!
Strelitzie schrieb:heute habe ich Zeit, in Ruhe Eure Rücktour zu genießen.
Ah, kinderfrei!!
Strelitzie schrieb:Das Erdferkel ist ein krönender Abschluss - allerdings ist das Bushbaby-Baby sooo viel süßer!
Das finde ich auch 🙂
Tinochika schrieb:Fast hätte es ja geklappt dass wir uns dort getroffen hätten.
Das wäre schön gewesen!
Tinochika schrieb:Mit dem eigenen Auto ist man halt unabhängig. Natürlich liegt es im Interesse von Gondwana die Ausflüge dorthin zu verkaufen. Daher kommt auch die fadenscheinige Erklärung, dass die Wege seit der Übernahme der Kalizo Lodge zerstört sind.
Ich habe das ja nur angedeutet, aber das ist bestimmt der Grund, das glaube ich auch. Der Bootstransfer ist natürlich in gewisser Weise auch ganz schön. Aber sollten wir noch einmal dorthin reisen und alles noch so sein, wie es ist, würden wir sicher beim zweiten Mal mit dem eigenen Auto durchfahren. Ich hatte mir sogar eine Wegbeschreibung nebst handgemalter Karte aus dem Netz gepult, aber dann sind wir letztlich doch den "Empfehlungen" gefolgt...
Vielen lieben Dank für die Dankes und euer Interesse, ein bisschen geht es noch weiter und dann fahren wir hoffentlich gemeinsam wohlbehalten ins Ziel. Euch allen ein schönes Wochenende und bis bald,
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201603. Mai 2020 · #320
Hummeldumm
Am Morgen ausschlafen. In Ruhe frühstücken. Vielleicht noch ein kleiner Spaziergang. Anschließend in aller Gelassenheit nach Windhoek. Dort noch etwas essen. Dann zum Flughafen. Autorückgabe, Nachtflug nach Frankfurt, Weiterflug nach Hamburg. Schließlich noch ein ganzer Tag Urlaub in der Heimat, bevor es zurück an die Arbeit geht - so lautete der Plan.
Dass daraus nichts werden würde, wussten wir ja nun schon eine Weile. Um 13 Uhr müssen wir an diesem Tag, der ursprünglich der letzte auf dieser Reise war, am Hosea Kutako sein. So wünscht es die Air Namibia, die unseren Rückflug verschoben und für diese Uhrzeit den Shuttle zum dadurch notwendig gewordenen Hotel festgelegt hat. Wir haben um einen späteren Zeitpunkt gebeten, aber vergebens. Da hilft kein Lamentieren, und so stehen wir in aller Herrgottsfrühe auf, bekommen netterweise sogar ein Frühstück und rollen um Sieben vom Gelände der Ohange Lodge.
Nun heißt es Kilometerfressen. Etwa 440 sind es, und wir kommen bestens voran. Es nieselt immer noch leicht, doch je näher Windhoek rückt, desto sonniger wird es. Überpünktlich sind wir am Flughafen, die Autorückgabe geht ebenso glatt wie zügig über die Bühne, auch bei unserer dritten Namibia-Reise sind wir ohne Platten davongekommen.
Die Dame am Air-Namibia-Schalter ist bemerkenswert unfreundlich, und ich sehe es ihr anfangs nach, denn die Mitarbeiter der Pleite-Airline machen sicher eine schwere Zeit voller Ungewissheit durch. Wir sind offenbar die einzigen Shuttle-Kandidaten und müssen noch warten, wie lange ist ungewiss, auch habe ich Sorge, dass wir vergessen werden, und so frage ich nach 40 Minuten vorsorglich, wann es denn wohl soweit sei.
Das würden wir ja dann schon sehen, blafft die Dame barsch, oha, der Kunde ist König, wenn auch nicht hier. Nunmehr leicht gereizt merke ich an, dass wir ganz offenkundig ohne Not zu dieser frühen Ankunft genötigt worden seien. Das hört der Sonnenschein hinter der Schalterscheibe so richtig gern und weist mich unverhohlen unverschämt an, einen Sitzplatz in der Halle zu suchen und gefälligst nicht zu nerven. Nun gifte ich zurück. Wir hätten den Schlamassel schließlich nicht zu verantworten und auch keine große Freude daran, und wenn Blicke töten könnten, würde es diesen Reisebericht nicht geben.
Um 14.20 Uhr dann der knappe Befehl "Go!" Nur zu gern, bloß wohin? Keine Antwort, aber wir latschen vorsorglich einem Air-Namibia-Mitarbeiter hinterher, der zwar nicht mit uns spricht, aber ein Ziel zu haben scheint. Quer übers Gelände folgen wir ihm zu einem Parkplatz mit Firmenwagen, der Motor läuft, wir steigen ein - und warten wieder. Warten eine halbe Stunde, ich frage den Fahrer, was ist los, die Crew eines verspäteten Fluges fehlt noch, wann der landet, ihr ahnt es schon, man weiß es nicht.
Der Motor läuft und läuft, irgendwann, so überlege ich, werden wir tanken müssen, ohne uns auch nur einen Meter vom Fleck bewegt zu haben, doch dann gehen die Türen auf, die Crew steigt ein, kein Gruß, kein Blick, wir haben uns schon fast dran gewöhnt, doch immerhin, wir fahren. Endlich.
In Windhoek wird erst die Crew abgesetzt und dann wir, wie erhalten Gutscheine fürs Hotel, für ein Abendessen sowie ein einzelnes Telefonat und außerdem zwei Mini-Fläschchen Wasser, die zum Waschen gedacht sind, denn in Windhoek werden Leitungen gewartet oder repariert und das fließende Wasser fließt gerade nicht, sondern erst wieder in der Nacht.
Das Safari Court Hotel ist ein Riesenkasten und so gar nicht unser Ding, das Zimmer allerdings okay und einen Pool gibt es auch, dort wollen wir den Nachmittag verbringen. Mit Mühe ergattern wir zwei Stühle, die Liegen sind okkupiert von weiteren Gestrandeten, einer großen, fast 50-köpfigen und trotz früher Stunde reichlich bierseligen Schicksalsgemeinschaft: "Na, dssssseid ihr auch Air Namibia?"
Wir drehen wie die meisten eine Runde im Pool, besser dieses Wasser als keins, mein Haar müffelt nach Chlor und der Speisesaal beim Abendessen penetrant nach Hallenbad. Ein anderes deutsches Paar hat seine Reise komplett selbst gebucht und ist erstaunt, was wir alles bezahlt bekommen. Die zusätzliche Übernachtung, das Essen, sie müssen für all das selbst blechen, sie hätten ja schließlich die Wahl und könnten auch zwei Tage früher zurück, so die Begründung der Air Namibia. Ich finde das frech und bin froh, dass unsere Agentur die Dinge wohl bestmöglich für uns geregelt hat.
Bleibt die Frage, wann wir eigentlich am Morgen abgeholt werden, keiner weiß es so genau, uns hat man fünf Uhr gesagt, anderen halb Sechs, nur eine kleine Mütze Schlaf, dann sitzen wir um Punkt Fünf frisch geduscht (!) in der Lobby und warten. Mal wieder. Nichts passiert, die Reisegruppen sind aufgeregt und immer in Bewegung, geht einer raus, rennen alle hinterher, muss einer aufs Klo, folgt ihm der Rest. Ich suche die versteckte Kamera, doch ohne Erfolg, es ist auch ohne eine Riesenshow.
Dann endlich tut sich was, ein Mini-Bus fährt vor, mit Platz für zwölf Personen, wenn auch ohne Gepäck. Die meisten drängeln, klammern sich an ihre Koffer, das reinste Affentheater, doch irgendwann ist eine erste Rutsche weg und dann noch eine zweite. Lange passiert nichts, dann ein dritter Mini-Bus, der Fahrer ist ehrlich, mehr seien nicht geplant, aber wir sollen uns nicht sorgen, er müsse zwar los, aber kümmere sich. Schlecht ist, wer Schlechtes denkt, aber ich glaube ihm kein Wort.
Wir sind noch zu Viert, es ist schon nach Sechs, und kein Schiff kommt. Thomas geht rein, zieht unseren kostenfreien Telefon-Joker an der Rezeption, das erinnert an Knast, zeigt aber Wirkung. Air Namibia tut erstaunt, wähnt alle am Flughafen, sie schicken jemanden, nur das kann dauern. Wir warten, natürlich, was auch sonst, dann der nächste Mini-Bus, er ist nach unserem Anruf am Hosea Kutako losgefahren und nun drängt mächtig die Zeit. Am Airport kommt es, wie es kommen muss, ein deftiger Anschiss beim Check-In, wir seien zu spät und wohl nicht bei Trost. Wir sprinten zum Gate und plumpsen in die Sitze - geschafft!
Ich blicke hinunter, hell leuchtet die Etoscha-Pfanne, schon jetzt habe ich Fernweh und könnte glatt von vorn beginnen. Ich lege mich der Länge nach über vier Sitze, denn wir haben jeder eine Reihe für uns, und schlafe sofort ein. Schlafe so lang und gut wie noch nie im Flieger, und träume von Afrika, von dieser Reise und den kommenden.
Und so ist alles, was für den Moment noch bleibt, ein dickes Danke für eure Begleitung - und ein Fazit, das in den nächsten Tagen folgen wird!