EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200625. Jan. 2018 · #261
Liebe Bele,
vielen Dank, dass du so gut aufpasst. Ich habe den Vogelnamen korrigiert. Wir wollen ja keinen Ärger bekommen. 😉 In dem Gestrüpp haben wir ihn offensichtlich verwechselt.
Klasse innovativ: Streching auf der Betonbank der Picnicsite am Straßenrand, - jetzt weiß ich endlich, wieso die aus Beton sind... 😁
Vieles am Wegesrand, was ihr beschreibt, ist uns so nah, denn wir trödeln besonders gern durch Städtchen und Dörfer und beobachten das abendliche Treiben am Wegesrand. Da hat's der Fahrer immer schwer, weil er natürlich besonders auf die Straße achten muss, denn es ist manchmal ziemlich wuselig - und nüchtern sind dann auch nicht mehr alle... 😎
Ihr seid hoffentlich nicht wirklich unzufrieden, mit eurem Ergebnis des jagenden Schreiseeadlers: Das ist schon eine sehr anspruchvolle Aufgabe, mit den langen Brennweiten... und der einschwebende Herrscher der Lüfte vor dem „schwarzen“ Hintergrund ist doch fantastisch!
Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200628. Jan. 2018 · #263
Tag 27 – 10. August 2017 – Birding
Drotsky’s Cabins, Shakawe – Mahangu Safari Lodge
Für den Vormittag hatten wir eine weitere Bootsfahrt auf dem Programm, die um 7.30 Uhr starten sollte. Beim Grenzübertritt von Namibia nach Botswana gab es eine Zeitverschiebung um eine Stunde. Ruths Handy hatte diese jedoch (noch) nicht mitgemacht. Es zeigte weiterhin die Namibia-Zeit. Also stellten wir den Wecker auf 5.45 Uhr. Leider korrigierte sich die Uhrzeit im Handy über Nacht automatisch und weckte uns folglich eine Stunde zu früh. Ohne dies zu hinterfragen, standen wir auf und gingen im Stockdunkeln zur Toilette. Erst als wir zurückkamen, bemerkten wir den Fehler. Ruth legte sich nochmal ins Zelt und las, während Uwe in aller Ruhe Kaffee kochte. Auch Bele und Matthias wuselten schon herum.
Schon vor 7.30 Uhr waren wir ablegebereit und scharrten am Bootssteg ungeduldig mit den Füßen, während wir auf unseren Guide Otto für die heutige Tour warteten. Die Sonne bekämpfte den letzten Nebelschwaden über dem Okavango, und wer genau hinsieht, kann schon auf diesem Foto erkennen, dass uns heute der ein oder andere Bienenfresser erwarten würde.
Otto stellte sich als wahrer Glücksgriff heraus, denn er kannte sich sehr gut mit Vögeln aus und bewies Geschick, alle möglichen Arten aufzuspüren und das Boot ruhig an eine Entdeckung heranzumanövrieren. Mit seiner Hilfe gelang es uns deutlich besser als gestern, ein paar schöne Aufnahmen zu erzielen. Im Folgenden bleiben wohl keine Zweifel mehr, warum für uns die Bootsfahrt bei Drotsky’s mit zu den schönsten Birdingtouren überhaupt zählt.
Witwenstelze
Männlicher Graufischer
Der farbenprächtige Malachiteisvogel hat es uns immer besonders angetan. Obwohl er so auffallend bunt ist, ist er auf Grund seiner Größe gar nicht so leicht zu entdecken. Sobald wir in der Ufervegetation etwas blau aufblitzen sahen, schaukelten wir vorsichtig heran und hatten auch einige Male das Glück, ihn noch rechtzeitig vor dem Abflug zu erwischen.
Weißbrauenrötel, welcher sehr klar und schön sang.
Zwergspint
Riedscharbe
Ein buntes Treiben erwartete uns auch an einer Steilwand mit unzähligen Bruthöhlen der Weißstirnspinte. Es gab so viele Vögel, dass man gar nicht wusste, wohin man zuerst schauen sollte. Wie Perlen an einer Schnur aufgezogen saßen sie auf den Wurzeln im Steilhang und in den umliegenden Büschen friedlich nebeneinander und wärmten sich ihr Gefieder mal von hinten und mal von vorn.
Die Luft war angefüllt von ihrem geselligen Gezwitscher, über das sie untereinander kommunizierten.
Safranweber
Ein Graulärmvogel naschte einige Blüten im Uferbereich.
Haubenbartvogel
Rallenreiher
Seidenreiher
Schreiseeadler
Otto ließ uns Zeit und wartete geduldig bei jedem Vogel. Erst, nachdem er gefragt hatte, ob denn noch etwas Besonderes auf unserer Wunschliste stehen würde, beschleunigte er seine Fahrt. Hatten wir Matte doch wild gemacht, indem wir ihm erzählt hatten, dass wir hier vor einigen Jahren die Pel’s Fishing Owl gesichtet hätten. Die sollte es nun also bitte schön auch sein. Hierfür mussten wir jedoch zuerst ein ganzes Stück flussaufwärts fahren. Huch, hier hat sich doch tatsächlich ein Reptil zwischen die ganzen Geschnäbelten geschummelt!
Otto gab sich alle Mühe, die Eule für uns zu finden. Sooft wir auch hielten, Otto sogar das Boot verließ, um zu Fuß noch genauer nachzusehen und wir auch ins Geäst starrten, saß heute leider keine Eule in den bekannten Bäumen. Und so mussten wir schließlich einsehen, dass eben auch ein Bootscruise kein Wunschkonzert ist. Aber auch ohne Pel’s Fishing Owl kamen wir voll auf unsere Kosten.
Nimmersatt
Hammerkopf
Wassertriel
Noch ein Malachiteisvogel im dekorativen Grün.
Und viele Grüne Fruchttauben ganz weit weg. Auch mal schön, nicht direkt unter ihnen zu sitzen. Sie sehen zwar ausgesprochen hübsch aus, allerdings ist es ein sehr zweifelhaftes Vergnügen, seinen Tisch unter einem Futterbaum aufzustellen. Wir können uns noch gut daran erinnern, wie wir vor drei Jahren mehrfach umgezogen sind, um uns vor ihren klebrigen, grünlich-matschigen Luftangriffen in Sicherheit zu bringen.
irgendein Weberlein
Auch Otto ermöglichte uns das Spektakel mit dem Seeadler. Der Fisch wurde präpariert und geschleudert. Ein kurzer Pfiff, der Adler startete, schwebte in großem Bogen mit ausgestreckten Greiffängen heran, und wir verpassten mal wieder den einen entscheidenden Augenblick. Aber egal.
Kurz darauf sahen wir tatsächlich noch ein paar einzelne Elefanten. Diese waren aber gleich doppelt hinter hohen Gräsern und einem anderen Boot versteckt. Da wir ziemlich sicher waren, dass es nicht unsere letzten sein würden, brachte uns Otto pünktlich um 10.00 Uhr wieder zurück zur Lodge.
Die Laune war großartig, Otto war ein ganz fantastischer Guide, wir können ihn sehr empfehlen.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200628. Jan. 2018 · #264
Rasch packten wir unsere restlichen Sachen zusammen und bezahlten die Bootsfahrten, bevor wir zurück über die Grenze nach Namibia fuhren, bei der Mahango-Lodge eincheckten und direkt am Wasser des Okavangos eine lange Mittagspause machten. Ruth wusch Wäsche und bereitete eine Schüssel Wurstsalat, bevor sie ein wenig durchs Unterholz streunte, um den ein oder anderen Vogel zu entdecken.
Bindennektarvogel
Grünschwanz-Glanzstar
Während wir in der Sonne saßen und zu Mittag aßen, besuchte uns eine kleine Moorralle, die auf ihren großen Füßen über die Campsite stakste.
Pünktchenastrild
Mohrenmeise
Am Nachmittag ging es dann in den Mahango-Park. Zunächst fuhren wir am Fluss entlang und sahen viele Antilopen, Hippos und Wasservögel.
junger Waffenkiebitz
Bronzefleckentaube
Wir spazierten ein wenig um den Giant Baobab, entdeckten auf der Weiterfahrt ein paar ziemlich schmutzige Leierantilopen und bewunderten die leuchtend roten Blüten einiger Büsche.
Schwalbenschwanzspint
Auf dem Rückweg nahmen wir die Strecke westlich der Hauptstraße. Für einen kurzen Moment erhaschten wir einen Blick auf vier Pferdeantilopen. Diese waren allerdings sehr scheu und verschwanden unmittelbar darauf im Gebüsch.
An einer kleinen Wasserstelle standen vier Elefanten und tranken. Wir stellten den Motor ab, erfreuten uns an einem vorgezogenen Sundowner und sahen den grauen Riesen lange bei ihren Wasserspielen zu.
Leider mussten wir den Park rechtzeitig wieder verlassen, so dass wir uns gegen 17.30 Uhr von den Elefanten verabschiedeten und uns auf den Rückweg machten.
junger Kampfadler
Elsterwürger
Zurück in der Lodge gingen wir mit Matthias und Bele an die Bar und tranken etwas. Dann machten wir Feuer, und Uwe, der große Pizzabäcker, knetete den Teig. Nach dem Duschen dauerte das Zubereiten und Vertilgen des Essens fast den ganzen Abend, da wir zwar ein großes Feuer, aber kaum lang anhaltende Glut und auch nur einen Potje hatten. Immer wieder mussten die Kohlen zum Backen erneuert werden, und so zog sich unser Essen heute sehr lange über mehrere Etappen. Auch hier war der Abend angefüllt mit den Geräuschen der Nacht. Der rasselnde Gesang der Nachtschwalben wurde ergänzt durch das ferne Rufen mehrerer Zwergohreulen. Noch während wir beisammensaßen und auf den ruhig dahingleitenden Okavango blickten, ertönten von der gegenüberliegenden Flussseite aufgeregtes Trompeten und das tiefe Grollen vieler Elefanten.
Die Tiere wollten sich gar nicht mehr beruhigen, und so lauschten wir dem akustischen Schauspiel immer wieder mit angehaltenem Atem. Auch sehr viel später, als wir in unsere Zelte krabbelten, vernahmen wir das gereizte Tröten, welches uns die ganze Nacht hindurch begleitete.
jaffles1'312 Beiträge · seit 200629. Jan. 2018 · #265
Hallo Ruth und Uwe,
bei Drotzky werden schöne Erinnerungen wach. Wir waren 2009 mal dort und die Bootsfahrt war mit das Beste, was wir je gemacht haben 🙂 ! Die Mahango Lodge muss ich mir mal für irgendwann später merken. Da würde ich auch gerne einen Stop einlegen! Wunderbare Bilder habt ihr wieder mitgebracht!!!
Otto war ein ganz fantastischer Guide, wir können ihn sehr empfehlen.
Liebe Eulenmuckels, dem können wir uneingeschränkt zustimmen - er hat uns vor einigen Jahren auch "geführt" - auf seine Bitte hin haben wir ihm noch die Liste mit den deutschen Namen, die es zum "Roberts" mal gegeben hat, kopiert. Uns würde interessieren, ob er die deutschen Namen auch "drauf" hatte. Viele Grüße CuFs
Champagner8'684 Beiträge · seit 201029. Jan. 2018 · #269
Guten Abend Ihr Zwei,
und wer genau hinsieht, kann schon auf diesem Foto erkennen, dass uns heute der ein oder andere Bienenfresser erwarten würde.
🤩 - da muss ich nachher gleich mal meine Fotos durchschauen - aufgefallen waren sie mir bisher nicht, was aber nichts heißen muss 🙄 .
Eigentlich hatte ich ja gedacht, ich hätte den Malachite mit Fisch als Einzig(st)e erwischt - dieser Traum ist nun auch öffentlich geplatzt (das Foto gesehen hatte ich ja schon vor ein paar Wochen 😊 ).
Und viele Grüne Fruchttauben ganz weit weg.
Wir saßen aber schon im selben Boot? 😐 Wo waren denn die? Oder sind die aus einem alten Bericht 😛 😎 ?!
Und noch ein Rätselfoto: Wo war dass denn? Anderer Park? 😮 😉 . Mir ist noch nie ein Wasserloch im Mahango GR aufgefallen. Ihr verblüfft mich immer wieder!
Danke für die vielen wunderschönen Vogelbilder und die Erinnerung an den langen Pizzaabend und das Elefantentröten in der Dunkelheit, das war eine ganz besondere Nacht! 😘
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200629. Jan. 2018 · #270
@lilytrotter: Natürlich sind wir nicht unzufrieden mit den Adler-Fotos. Und genau den Moment (gut) zu erwischen, in dem er die Beute schnappt, ist wirklich schwer. Irgendwann klappt es bestimmt. 😉
@Claudia: Wir waren jetzt schon zum dritten Mal bei Drotsky's, und der nächste Besuch ist bereits geplant. 😉 Auch aus unserer Sicht eine top Vogel-Destination.
@CuF: Wenn wir uns richtig erinnern, konnte uns Otto auch einige deutsche Vogelnamen nennen.
@Guggu: Vielen Dank. Auf dieser Tour gab es wirklich viele Malachits zu entdecken. Fotografisch konnten wir uns austoben. Mit Otto, der das Boot ruhig an die Vögel steuert, hättest du sicherlich auch scharfe Bilder gemacht.
@Bele: Die Grünen Fruchttauben saßen hoch oben auf einem Baum in der Nähe der Stelle, wo wir nach der Fishing Owl gesucht haben. Das Wasserloch mit den Elefanten war westlich der Durchgangsstraße. In diesem Teil des Parks waren wir zum ersten Mal. Der lange Pizzaabend hätte gerne ein bisschen entspannter sein dürfen. Die endlose Backerei mit der müden Glut, die ständig gewechselt werden musste, hat mir zu lang gedauert.
Champagner8'684 Beiträge · seit 201030. Jan. 2018 · #271
Eulenmuckel schrieb: @Bele: Die Grünen Fruchttauben saßen hoch oben auf einem Baum in der Nähe der Stelle, wo wir nach der Fishing Owl gesucht haben. Das Wasserloch mit den Elefanten war westlich der Durchgangsstraße. In diesem Teil des Parks waren wir zum ersten Mal. Der lange Pizzaabend hätte gerne ein bisschen entspannter sein dürfen. Die endlose Backerei mit der müden Glut, die ständig gewechselt werden musste, hat mir zu lang gedauert.
Liebe Grüße Uwe
Danke für die Aufklärung - hab ich das vergessen oder nie gewusst, dass Ihr die Weststrecke gefahren seid? Und stimmt, du warst ziemlich genervt wegen der Glut, ich erinnere mich. Aber in Summe war es trotzdem ein schöner Abend mit leckerem Essen, finde ich (ich kann gut reden, ich war ja auch die Nutznießerin 😊 )
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200601. Feb. 2018 · #272
Tag 28 – 11. August 2017 – Bwabwata NP
Mahangu Safari Lodge – Nambwa Campsite, Kwando
Als die Sonne über dem Okavango aufging, war es noch so kalt, dass Nebelschwaden über dem Wasser hingen.
Viele verschiedene Vogelstimmen setzten ein und wechselten sich ab. Wir hatten das Sonnenlicht genau auf unserem Stellplatz am Wasser und saßen zum Aufwärmen beim Frühstück. Bei Kaffee und Brötchen starteten wir gemütlich in den Tag. Auch die Moorralle schaute noch einmal kurz bei uns vorbei.
Dann packten wir zusammen und schauten uns die kleine Aussichtsplattform an, von der aus man sehr gut über den Fluss in den Nationalpark blicken kann und beglichen noch schnell unsere Rechnung.
Wir fuhren ein paar Kilometer nach Divundu und tankten. Dann ging es über den Okavango nach Osten, wo wir nach Süden in die Buffalo Core Area des Bwabwata-Nationalparks abbogen. Wir erledigten die üblichen Formalitäten und waren gerade damit fertig, als Bele und Matthias auch eintrafen.
Langsam fuhren wir voraus und rechneten eigentlich damit, sie bald wiederzutreffen. Da hatten wir uns allerdings getäuscht. Wir nahmen den ersten kleinen Weg hinunter zum Fluss. Dieser war aber wohl so unscheinbar, dass die beiden anderen daran vorbeifuhren. Obwohl der Park recht übersichtlich ist, sahen wir den ganzen Vormittag keine Spur mehr von ihnen. (Wahrscheinlich wollten sie ihre Ruhe haben und versteckten sich hinter dichtem Geäst, sobald sie auch nur ein Fitzelchen unseres Campers erblickten.) Passend zum Namen entdeckten wir im Park zunächst ein paar Büffel.
Der eigentliche Plan war, ein wenig am Fluss entlang zu fahren und irgendwann wieder umzudrehen. Dabei verschätzten wir uns allerdings gewaltig und gelangten bis kurz vor die botswanische Grenze. Die Landschaft war recht rauh und wild, die Wege waren teils tiefsandig und eingewachsen. Am Fluss kamen wir gut, aber dennoch nur langsam voran, weil es viel zu entdecken gab. Wir sahen Büffel, jede Menge Kudus, Impalas, Letschwe, Warzenschweine und ein paar Rappenantilopen.
Weißstirnspinte
Am Ufer waren die unterschiedlichsten Wasservögel zu finden.
Schreiseeadler
Klunkerkranich
Witwenente
Sporengans
Die Gegend erinnerte uns sehr an die Xini-Lagoons im Moremi und gefiel uns ausgesprochen gut.
Sicher lag es auch daran, dass wir uns erst viel später als geplant auf den Rückweg machten. Bele und Matte hatten sich noch immer nicht blicken lassen. Wir schauten bei den alten Militärruinen vorbei und spazierten durch die verfallenen Häuser.
Dann verließen wir recht zügig den Park, denn es war bereits kurz nach 14 Uhr. Auf der Teerstraße ging es knapp 200 Kilometer nach Osten.
Dann bogen wir in den Ostteil des Parks ein. Dort mussten wir ein neues Permit bezahlen. Beim Registrieren im großen, gelben Buch stellten wir fest, dass uns unsere Reisepartner lange voraus waren. Das war schon mal beruhigend. Waren sie also nicht in der Buffalo Core Area verschütt gegangen. Die Zufahrt nach Nambwa war teilweise sehr tiefsandig. Wir nahmen einen Umweg am Kavango entlang.
Brillenwürger
Specht
Beim Nambwa-Camp angekommen trafen wir unsere Reisepartner wieder. Sie hatten sich bereits auf Nummer zwei häuslich eingerichtet, und Mattes Zelt grüßte vom Aussichtsdeck am Fluss. Wir sahen uns um und krabbelten auf der Suche nach kleinerem Getier ein wenig durch die Büsche.
Damaratschagra
Spontan entschlossen wir uns, noch für eine halbe Stunde in Richtung Süden zu fahren, obwohl die Sonne schon tief stand.
Bei einem neuen Hide an einer kleinen Lagune stand eine Herde Elefanten und trank. Auf dem Weg dorthin hatten wir uns schon zwischen zwei Elefanten hindurchquetschen müssen. Sie waren aber ganz friedlich und stellten lediglich ihre Ohren ein wenig auf, als wir passierten.
Während Bele und Matte die Elefanten vom Hide aus beobachteten, besahen wir uns das Treiben von der anderen Seite. Es war ein ständiges Kommen und Gehen. Die eine Gruppe marschierte heran, die Tiere löschten ihren Durst und liefen wieder davon. Und schon war die nächste Herde herbeigeeilt. Wir staunten, wie friedlich und respektvoll alle Begegnungen abliefen.
Zurück im Camp machten wir Abendessen. Matthias kochte Spaghetti mit einer leckeren Tomatensoße aus Zwiebeln, Möhren, Salami und Paprika. Dazu gab es Reibekäse. Wir saßen noch etwas beim Feuer zusammen und lauschten in die Nacht.
Als wir im Zelt lagen, grunzten sämtliche Hippos in unserer Nähe. Leider wollte keines von ihnen um unser Auto spazieren.
MichaelAC350 Beiträge · seit 201401. Feb. 2018 · #273
Hallo ihr vier 🙂
Eine Frage zur Nambwa-Campsite: Wie ist denn die Nähe zur Lodge? Wir hatten 2015 uns sehr geärgert über den lauten Stromgenerator, der ab Nachmittag bis spät abends und morgens ab 6:00 lief. Der Landschaftstraum, die tolle Atmosphäre am Wasser, die Ruhe wurde uns dadurch ziemlich verdorben.
Viele Grüße, Michael
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200602. Feb. 2018 · #274
Hallo Michael,
ehrlich gesagt kann ich mich nicht erinnern, einen Stromgenerator gehört zu haben, geschweige denn, dass er mich gestört hätte. Vielleicht hat mein Gedächtnis aber auch eine Lücke, und die anderen haben etwas gehört. Wir haben bei unserem letzten Aufenthalt in Nambwa nichts von der Lodge mitbekommen. Es war wunderschön dort.
Champagner8'684 Beiträge · seit 201002. Feb. 2018 · #275
Eulenmuckel schrieb:
ehrlich gesagt kann ich mich nicht erinnern, einen Stromgenerator gehört zu haben, geschweige denn, dass er mich gestört hätte. Vielleicht hat mein Gedächtnis aber auch eine Lücke, und die anderen haben etwas gehört. Wir haben bei unserem letzten Aufenthalt in Nambwa nichts von der Lodge mitbekommen. Es war wunderschön dort. Viele Grüße Uwe
Nein Uwe, hat es nicht! Oder wir sind alle total vergesslich 🤩 ! Es war dort friedlich, still und leise - mal abgesehen von unserem Gegacker bei der Selbstauslöser-Aktion 🤪 ! Man könnte wirklich meinen, du wärst seit Stunden gemütlich und völlig entspannt auf deinem Stühlchen gesessen 😎 - ich muss jedes Mal lachen, wenn ich dieses Foto sehe (wobei es mir sehr gut gefällt und ich mich am liebsten sofort ans Campfire beamen würde!)
(Wahrscheinlich wollten sie ihre Ruhe haben und versteckten sich hinter dichtem Geäst, sobald sie auch nur ein Fitzelchen unseres Campers erblickten.)
Hat gut geklappt, gell? 😛
Schönes Fotos habt Ihr gemacht - Croc hab ich dort gar keines gesehen und auch das ganze Vogelzeugs (Klunkerkraniche usw.) blieb mir verborgen 😐 . Naja, seine Ruhe haben + schöne Motive - alles geht halt nicht... 😄 !
Liebe Grüßle und ein erholsames Wochenende von Bele
Liebe Eulenmuckels, euer Bericht fesselt mich! Gleich wie die vorangegangenen Berichte eurer Reise-Freundesgruppe. Toll! Der Besuch bei den alten Militärruinen haben mich mega geflasht. Dort irgendwo war ich vor 37 Jahren und hatten tolle, aber auch seltsame Begegnungen. Ich habe ein Foto von damals gefunden, als die bewaffneten Kämpfe der Swapo (South-West Africa People’s Organisation) voll im Gang war. Dahinter muss dieser Militärplatz gewesen sein. Angsteinflössend war es. Wir waren in der Missionsstation Andara und wollten eine kleine Rundreise machen.
Im April möchte ich den Ort nochmals einpaar Tage aufsuchen und freue mich, dass dieser Ort nun seiner Ruhe überlassen worden ist. Danke für Koordinaten per PM 😉
Zu dem letzten Foto: Wie lange belichtet ihr, dass es diese Lichtkreise gibt? Ich nehme an, Foto ist auf Stativ.
Merci für eure genialen Fotos und den wunderbaren Bericht von Giraffen-Lisa
Meine Aufenthalte in Südwest/Namibia:
1978/79 Besuch auf Farm am Waterberg, 1980 Praktikum im Schülerheim Otjiwarongo/Caprivi, 1981 Bulli-Rundreise mit crockydile: Namibia – Kapstadt – Gardenroute – Zymbabwe – Victoriafälle – Botswana (10Tage mit dem Mokoro im Okawango-Delta) – Namibia,
1983 Arbeiten auf Farm Otjikaru am Waterberg
lange Pause
Tolle Urlaube folgenten: 2007 Namibia, 2008 Namibia/Botswana, 2009 Namibia
2018 Wunderschöne 2-Familientour mit Familie tim.buktu
Anita40874 Beiträge · seit 200802. Feb. 2018 · #277
hallo ihr vier,
ich da mal eine ganz profane frage zum kochen
kocht ihr öfter mit der gasbottle? wir schleppen das ding wochenlang auf dem dach mit, aber benutzen es nie. ich überlege ernsthaft die bottle künftig gar nicht mehr mitzunehmen. oder ist das eine doofe idee von mir ? viele grüße anita
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200607. Feb. 2018 · #278
Liebe Lisa,
wir sind froh, dass wir nicht in solchen Zeiten unterwegs sind, wie du sie damals erlebt hast. Wir wünschen dir für deine Reise im April, dass du an diesen Orten die Erinnerungen an deine Geschichte auffrischen kannst.
Zu dem Startrails-Bild: Dabei handelt es sich nicht um ein einzelnes, sondern um 100 Fotos, die zu diesem Bild ineinander gerechnet wurden. Die Kamera steht auf einem Dreibein-Stativ und macht (fast) die ganze Nacht lang Fotos. Die benutze ich, um ein Zeitraffer-Video zu erzeugen. Aber man kann sie auch für so ein Startrails-Bild verwenden. Jedes Einzelbild habe ich in dieser mondhellen Nacht 13 Sekunden bei Blende 4 und ISO 5000 belichtet.
Liebe Anita,
mit Gas kochen wir in der Regel morgens das Wasser. Das geht natürlich auch mit der Kelly, ist aber ein bisschen aufwändiger (macht dafür mehr Spaß). Und abends grillen wir meistens. Das Gemüse zum Fleisch machen wir oft im Potije. Nudeln kochen wir lieber auf Gas, die Soße dazu gerne auch wieder im Potije. Ganz ohne Gasflasche würde ich nicht fahren wollen.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200607. Feb. 2018 · #279
Tag 29 – 12. August 2017 – Rund um den Horseshoe
Nambwa Campsite, Kwando
Der Sonnenaufgang in Nambwa war spektakulär. Über dem Boden hing etwas Nebel, und die Sonne färbte den Himmel blutrot-orange.
Wir tranken einen schnellen Kaffee oder Tee „to go“ und machten uns dann auf den Weg Richung Horseshoe. Die Luft war nicht sehr kalt. Wir entdeckten Impalas, Kudus, ein Buschbock-Weibchen und einige Büffel.
Braundrossling
Genau an der Biegung am Horseshoe gibt es einen neuen Hide, wo wir kurz anhielten und einen Blick auf die Umgebung warfen. Aber außer einem im Geäst umherhüpfenden Schneeballwürger, war nichts Interessantes zu entdecken.
Wir waren schon fast um die Flussbiegung herum gefahren, als eine Gruppe Elefanten zum Wasser kam und es durchquerte. Sie beeilten sich sehr, und so konnten wir sie gerade noch beim Verlassen des Wassers beobachten.
Eine Horde Paviane passierte uns ebenfalls. Wir hatten den Eindruck, dass es sich hier um eine Mutter-Kind-Wandertruppe handelte, denn fast alle Mütter trugen ein Pavianbaby auf dem Rücken oder unter dem Bauch hängend.
Weiter nach Süden standen an einem matschigen Tümpel sechs Hammerköpfe. Sie zeterten lautstark, verharrten regungslos oder taten das, was Hammerköpfe eben auch so tun.
Auf der Ebene sahen wir zwei Pferdeantilopen, die in schnellem Galopp davon rannten. Eine Herde Tsessebes war ebenfalls recht scheu. In einem Baum saß ein junger Kampfadler.
Alle Wege waren bis auf eine einzige kurze Wasserdurchfahrt trocken, zu der es aber eine Umfahrung gab. Wir gelangten nach Süden bis zur botswanischen Grenze, auf die uns ein unscheinbares, verrostetes Schild hinwies.
Hier ging es nicht mehr weiter, und so kehrten wir um und fuhren auf demselben Weg wieder zurück.
Senegalkiebitz
Familie Großriedbock
Bald standen wir vor dem Wasserarm, bei dem wir auf dem Hinweg eine längere Umfahrung genommen hatten. Nun wollte Uwe die Durchfahrt wagen oder besser gesagt, nicht schon wieder einen Umweg fahren. Ein paar Minuten zuvor war uns ein Safari-Fahrzeug entgegengekommen. Der Fahrer meinte, es sei kein Problem, das Wasser zu kreuzen, wenn man ein bisschen nach dem rechten Weg Ausschau hielte. Der rechte Weg also, so so! Nur gut, wenn wir von diesem diesmal nicht abkommen würden. Da Bele und Matthias schon auf dem Weg Richtung Grenze umgekehrt waren, konnten wir sie auch nicht vorschicken. Daher lief Ruth sicherheitshalber noch einmal hindurch. Der Boden war fest, und so kam auch das Auto ohne Probleme auf die andere Seite.
Kurz vor dem Camp entdeckten wir eine Spatelracke in einem Baum. Wir freuten uns riesig, denn insgeheim hatten wir schon gestern nach einer solchen Ausschau gehalten. Dummerweise war sie aber recht scheu und ließ uns nicht herankommen. Sie saß immer erhöht und hinter einigen Ästen verborgen, und so spielten wir eine ganze Zeit lang Krieg-mich mit ihr.
Dann ging es schleunigst zurück ins Camp, denn langsam meldete sich der Hunger. Wir hatten den ganzen Morgen noch nichts Richtiges gefrühstückt, und es war schon fast Mittag.
Im Camp machten wir eine lange Pause. Wir aßen Brötchen mit Salami, Käse und Gurken. Nach dem Duschen lag Ruth ein wenig in der Sonne und las. Uwe pirschte ein paar Vögeln hinterher. Außerdem probierten wir unsere Funkgeräte aus, und mit dem reparierten Antennenstecker funktionierten sie. So können wir sie noch in der verbleibenden Zeit nutzen.
Graukopfwürger
Sumpfwürger
Weißstirnspint
Halsband-Bartvogel
Bronzeflecktaube
Helmperlhuhn
Mohrenmeise
Auf unserem Nachmittagsdrive kamen wir nicht weit. Wir fuhren lediglich zum Hide am Horseshoe. Dort kletterten wir die Leiter hinauf und machten es uns mit einem Getränk und den Fotoapparaten gemütlich. Während Matte noch ein Ründchen drehen wollte, gesellte sich bald auch Bele zu uns. Über zwei Stunden hinweg beobachteten wir immer neue Elefantenherden, die ans Wasser kamen, ihren Durst löschten und wieder davontrotteten. Heute Nachmittag gab es Elefanten satt. Große, mittelkleine, kleine und winzige, dicke und dünne, alte und junge, Elefanten mit kurzen oder langen Stoßzähnen, welche mit großen, faltigen und solche mit ausgefransten Ohren. So verschieden sie auch waren, allesamt waren friedlich, trafen entspannt aufeinander und gingen nach dem großen Besäufnis geordnet mit ihrer Gruppe wieder ihrer Wege.
Wir konnten uns von diesem schönen Ort nicht losreißen und blieben den ganzen Nachmittag über dort. In weiter Entfernung schwammen ein paar Zwerggänse zwischen unzähligen Waterlillies.
Außer den Elefanten beobachteten wir ein paar Safarifahrzeuge mit ihren Gästen. Manche machten direkt neben dem Hide ihre Sundowner-Pause. Es war ganz erstaunlich, was den Gästen da alles in kürzester Zeit auf dem Beistelltischchen kredenzt wurde. Trotzdem waren wir nicht neidisch, denn auch uns ging es mit unseren Getränken und Beles Keksen nicht schlecht. Ein anderes Fahrzeug hatte sich rechts von uns im Sand festgefahren. Wir sahen, wie alle Gäste ausstiegen und der Fahrer mit röhrendem Motor versuchte, das Auto wieder flott zu bekommen. Dann wurde geschaufelt und gegraben. Der Fahrer mühte sich sehr und versuchte ein zweites Mal, aus den tiefen Sandspuren herauszukommen. Gerade als wir den Hide verließen, um ihn zu unterstützen, kam er aus eigener Kraft wieder frei. Als Matthias von seiner Runde zurückkehrte, ging es im schönsten Nachmittags-Afrika-Licht zurück zur Campsite.
Zum Abendessen grillten wir Würste und das letzte Stück Wildfleisch. Dazu machten wir Folienkartoffeln und gedünstete Gemsquash, die wir mit Butter und Zimt füllten. Wir freuten uns über den warmen Abend. Die Frösche klimperten und quakten. Nach dem Spülen gingen wir schon bald sehr müde vom Den-ganzen-Tag-konzentriert-Umherschauen ins Zelt.