EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200626. Nov. 2017 · #1
Liebe Fomis,
endlich ist es so weit. Nachdem schon Zaunpfosten in aller Öffentlichkeit den Besitzer wechseln und bevor noch jemand eine Zerrung oder einen Tennisarm vor Überanstrengung bekommt, ergeben wir uns. Gerne versuchen wir, euch mit einem weiteren Reisebericht durch den dunklen Winter zu bringen und wollen mit euch zusammen ein wenig von Afrika träumen.
Prolog
Ein Jahr ist vorbei, wir waren in den letzten Sommerferien wieder im südlichen Afrika unterwegs, und nun schreiben wir hier unseren Reisebericht. Soweit klingt es nach Alle-Jahre-wieder, denn wie immer haben wir viel erlebt und entdeckt. Aber diesmal war manches für uns besonders. Bis auf die erste Woche hatten wir immer nette Begleitung. Eine gute Freundin mit Tochter und Lebensgefährten, für den es die erste Afrikareise war, fuhren mit uns ein Stück durch Namibia. Sie hatten sich erst spät entschlossen und sich daher an die von uns bereits geplante Route angehängt. Wir hatten eine schöne gemeinsame Zeit, auch wenn die Route im Nachhinein betrachtet vielleicht etwas zu ambitioniert für mehr oder weniger Einsteiger war. Die zweite Hälfte unserer Reise hatten wir zusammen mit Bele und Matthias geplant. Aus einer flapsigen Bemerkung unsererseits im März 2016 in Matthias‘ Reisebericht wurde innerhalb von einer Woche mit vielen E-Mails eine komplette Tourplanung. Die Route durch das Kaokoveld und über den Caprivi nach Botswana war ziemlich perfekt, und auch wenn nicht alles nach Plan lief, hatten wir jede Menge Spaß miteinander. Weder Landschaften noch Tiere kamen zu kurz. Ein besonderer Schwerpunkt lag beim Entdecken, Bestimmen und Fotografieren von Vögeln, daher trug die Reise auch den Arbeitstitel „Orni-Special-Tour“. Matthias ist ein passionierter Birder und beeindruckte uns täglich mit seinem Wissen. Auch Bele pirschte eifrig mit und war eine große Bereicherung für unsere Truppe. Sie ist einfach ein Schatz. Vieles von diesem Teil unserer Reise kennt ihr bereits aus den beiden Reiseberichten unserer Freunde. Wir machen uns schon ein paar Gedanken, ob ihr die gleiche Route nun auch noch ein drittes Mal ertragt.
Bevor ihr uns also bereits beim Vorspann einschlaft, verraten wir euch, was euch in den kommenden Wochen erwartet:
– Es gibt einen elektrischen Schlag. – Wir sind gefangen. – Wir rennen vor einer Schlange davon. – Der Huab entpuppt sich als Sackgasse. – Löwen jagen Zebras. – Uwe spielt mit dem Feuer. – Staub, Sand und Steine in den Trockenflusstälern des Nordwesten – Birder-Wünsche erfüllen sich. – Nächtliche Wasserdurchfahrten für Anfänger – Wildhunde am laufenden Band
Und für die Freunde des Dramatischen gibt es auch eine Episode über einen goldenen Ring. Falls ihr jetzt nicht neugierig seid, müssen wir die einzelnen Punkte nochmal etwas reißerischer formulieren. 😉
Ein kleines Fazit vorab: Auch wenn wir schon oft im südlichen Afrika unterwegs waren und daher etwas Übung mit einigen Abläufen haben, empfinden wir es niemals als Routine, dort unterwegs zu sein. Es ist ein Privileg und jedes Mal anders. Gerade die Erfahrung bewirkt, dass wir die Zeit vollends genießen können – besonders zusammen mit netten Menschen.
Hier sind die gefahrene Route sowie die Stationen:
Wir freuen uns über eure Begleitung und eure Anmerkungen. Wer den Reisebericht ohne Kommentare lesen möchte, klickt auf die Sonne oben rechts.
Champagner8'678 Beiträge · seit 201026. Nov. 2017 · #3
Erste!
Edit: 😈 😠 Blödes WLAN im ICE 🙄 😊
Egal - ich freu mich unbändig - der Winter ist gerettet 😄 !
Eulenmuckel schrieb: Falls ihr jetzt nicht neugierig seid, müssen wir die einzelnen Punkte nochmal etwas reißerischer formulieren. 😉
😄 Also ich bin neugierig, OBWOHL ich schon vieles kenne - aber von den Fotos durfte ich ja bisher nur diejenigen sehen, auf denen Matthias und ich (respektive unser Fahrzeug) mehr oder weniger elegant in Afrika unterwegs sind. Die richtig schönen Fotos fehlen noch 😗 😎
Hallo Muckels, fast würde ich unverschämt werden und schreiben " das wird aber auch Zeit!" . 🤩 Ich habe es nicht geschafft einen Bericht über unseren diesjährigen Sambiaurlaub zu schreiben, darum bin ich ganz still und werde genießen was nun kommt. 😗 Allerdings arbeite ich immerhin schon an meinem Tanzania- Bericht. Bele und Fotomatte haben viele Überraschungen verraten, dennoch bin ich auf die tollen Fotos gespannt! Nun also, loos..!!
sandra1903385 Beiträge · seit 201526. Nov. 2017 · #7
Nachdem ich schon bei den beiden anderen Reiseberichten fleißig mitgelesen habe, lasse ich mir den dritten im Bunde natürlich nicht entgehen und bin dabei
Schöne Grüße
Sandra
Old Women1'543 Beiträge · seit 201326. Nov. 2017 · #8
Liebe Eulenmuckels,
oh, meine Gebete wurden erhört bzw. Bele hat auf meine Bitte hin ein wenig den Pfosten geschwungen: endlich wird die Trillogie vollständig, denn die ist der Oberkracher schlechthin: eine Kombination aus „rattenscharfer“ Erzähltechnik, unaufgeregter Erzählweise gepaart mit großem Fachwissen und jetzt dem Präsentieren von hoher Fotografiekunst, wobei 😗 ich natürlich alle Fotos toll finde, jedoch die Muckelschen sind manchmal nicht von dieser Welt, so perfekt und professionell.
Anita40874 Beiträge · seit 200826. Nov. 2017 · #10
Jau, bin auch wieder dabei. Die Route sieht spannend aus. Und mit Freunden auf Pad zu sein kann, muss aber nicht, immer toll sein. 😉 Ich freue mich extrem drauf. Viele Grüße Anita
Dandelion547 Beiträge · seit 201726. Nov. 2017 · #11
Hallo und guten Abend liebe Eulenmuckels, schön, dass ihr uns nun auch an eurer Sicht der Reise teilhaben lasst. Ich begleite euch genauso gespannt wie Bele und Matthias. Einfach faszinierend, dieselbe Reise aus 3 verschiedenen Blickwinkeln erleben zu dürfen, gespickt mit genialen Fotos. Von mir aus kann's gleich weitergehen 🙂 Viele Grüße Kordula
Blende18.21'165 Beiträge · seit 201726. Nov. 2017 · #12
Klar hängen ich(wir) uns auch dran. 😉
Mara hat Beles Bericht in 2 Tagen komplett durchgelesen... ich den von Fotomatte, jetzt machen wir das Ding komplett.
Hallo Eulenmuckels, hab mich kurz geklont, denn ich reise ja noch mit Matthias. Jetzt springt mein zweites Ich noch schnell rein und freut sich auf die tolle Tour. Daaaanke mit viel Vorfreude 😁
Herzliche Grüße Ute
Daxiang5'049 Beiträge · seit 201426. Nov. 2017 · #14
Hallo liebe Eulenmuckels,
einen Bericht von Euch lass ich mir doch auf keinen Fall entgehen! Bin schon ganz gespannt wie ihr die Tour erlebt habt und freue mich schon auf eure super Fotos!
LolaKatze846 Beiträge · seit 201426. Nov. 2017 · #15
Liebe Eulenemuckels,
ich sage nur: Es geht loooos 🤩 Endlich. Ich schaffe es zwar noch nicht einmal um den Bericht von Matthias weiterzulesen, aber endlich geht es loooooss 🤩 . Super, da fahre ich gerne mit.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200626. Nov. 2017 · #16
Ihr Lieben,
vielen Dank für eure netten Rückmeldungen. Schön, dass ihr alle dabei seid. Wir hoffen, dass wir euch Fotos in ausreichender Qualität zeigen können. Liebe Beate, danke für dein besonderes Lob, auch wenn es übertrieben ist.
Und mit Freunden auf Pad zu sein kann, muss aber nicht, immer toll sein.
Liebe Anita, damit hast du völlig Recht. Diese Gedanken hatten wir uns auch gemacht. In unserem Fall war die Tour aber sehr harmonisch. Mit allen Mitreisenden war es unkompliziert, lustig und eine Bereicherung(hoffentlich sehen das alle anderen Teilnehmer auch so – insbesondere, wenn sie sich ohne uns und nicht öffentlich dazu äußern).
@Robin und Mara: Komplett ist das "Ding" noch lange nicht. Ihr braucht bestimmt ein wenig Ausdauer (nix mit "in zwei Tagen").
@Nina: Das haben wir ja gern – erst rumdrängeln und dann eigentlich keine Zeit haben. 😉 Aber keine Angst, du kannst in deinem eigenen Tempo mitfahren. Wir sind nicht immer flott.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200626. Nov. 2017 · #17
Teil 1 – Anreise und eine ruhige Woche allein
Tag 0 – Freitag, 14. Juli 2017 – Hier fängt die Reise an.
Das ganze Jahr freuen wir uns auf den kommenden Afrika-Urlaub, und die letzten Tage vor der Abreise vergehen dann ziemlich schnell. So fühlt es sich doch immer etwas stressig an, bis alles zu Hause parat ist und alle Sachen in den Taschen verstaut sind. Aber da wir ja nicht zum ersten Mal ins südliche Afrika aufbrechen, wissen wir schon, was wir mitnehmen müssen. In den drei Reisetaschen war sogar noch etwas Luft, als Ruths Vater uns pünktlich abholte und zum Bahnhof nach Siegburg brachte. Sogar Ruths Schwester kam noch mit unserem Neffen, um uns am Gleis zu verabschieden. Jan hatte sein Namibia-T-Shirt an, das wir ihm letztes Jahr mitgebracht hatten. Eigentlich hätten wir ihn gleich mitnehmen können. Zumindest versuchte er, uns beim Taschen-Tragen zu helfen.
Der ICE war wie erwartet superschnell in Frankfurt, und noch am Bahnhof trafen wir unsere Freunde Sarah und Philipp, die heute ebenfalls nach Afrika aufbrechen. Leider werden wir dort keine gemeinsame Zeit verbringen, da die beiden nach Johannesburg fliegen und dann eine völlig andere Route fahren als wir. Wir checkten für unseren Air Namibia Flug ein und saßen mit den beiden noch ein wenig bei McDonalds. Eigentlich hatten wir sie mit in die Sky-Lounge nehmen wollen, aber das ging leider nicht, da sie nicht mit uns zusammen flogen. So wünschten wir uns gegenseitig schöne Reisen, und wir gingen noch für eine Stunde alleine in die Lounge. Nach dem Aufruf begann das Boarding, und wir hoben pünktlich ab. Der Flug war unbequem, aber erträglich.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200626. Nov. 2017 · #18
Tag 1 – Samstag, 15. Juli 2017 – Auto, Einkauf usw.
Casa Piccolo, Windhoek
Mit Nackenschmerzen landeten wir bei fünf Grad und Dunkelheit auf dem Hosea Kutako Airport. Am Einreiseschalter gehörten wir zu den ersten, aber auf unser Gepäck mussten wir lange warten.
Der Fahrer von Savanna wartete schon auf uns und brachte uns in die Stadt. Bei der Autovermietung bekamen wir einen fast neuen Bushcamper mit neuem Oryx-Camper-Aufbau. Dieser ist wieder ein wenig anders als die Alucab-Aufbauten, mit denen wir in den letzten Jahren unterwegs waren. Im Prinzip ist er gegenüber den Alucab-Bushcampern gespiegelt. Alles ist wie immer sehr durchdacht und macht einen robusten Eindruck. Als wir fast mit der Fahrzeugübernahme fertig waren, traf auch unsere Freundin Annette mit ihrer Tochter Hanna ein. Sie waren kurz nach uns mit dem Condor-Flug gelandet. Sie verbringen eine Woche bei Mariental, und wir werden sie dann in Swakopmund wieder treffen. Mit dem Landcruiser fuhren wir zur Pension und frühstückten in Ruhe. Da unser Zimmer noch nicht frei war, ließen wir unser Gepäck an der Rezeption und fuhren zum Einkaufen. Beim Metzger in Klein-Windhoek kauften wir Rauchfleisch und Rinderfilet. Bei der Maerua-Mall holten wir Geld und drehten unsere Runde durch den Superspar. Obwohl wir zunächst nur für drei Tage einkaufen mussten, war der Wagen am Ende randvoll. Es folgten noch ein Besuch im Bottlestore und eine weitere kleine Runde im Spar, denn irgendetwas vergisst man ja immer.
Auf dem Rückweg zur Pension tankten wir. Dann folgte wie immer das große Räumen. Wir suchten für alle Teile der Ausrüstung sowie für die Vorräte und Utensilien den besten Ort im Wagen. Wir schnitten Kartons zurecht, damit sie in die Seitenfächer des Camperaufbaus passten. Fünfundziebzigmal liefen wir um den Wagen, nahmen jedes Teil in die Hand und packten es an seinen Platz. Zwischendurch kamen andere Pensionsgäste vorbei und warfen einen Blick ins Auto. „Ihr seid doch bestimmt die Eulenmuckels“, sprach uns eine Dame an. Durch das Namibia-Forum ist die Welt im südlichen Afrika schon recht klein geworden. Wir unterhielten uns ein bisschen mit Birgit und Wolfram. Liebe Grüße an BiWo.
Da der große Doppelkühlschrank im Auto noch immer eine zu hohe Temperatur zeigte, schlossen wir den Aufbau per Kabel an eine Steckdose an. Nach einer Pause wollten wir nochmal losfahren, und Uwe zog den Stecker am Auto ab. Er hatte sich keine großen Gedanken gemacht, und als er das Kabel über den Wagen zu Ruth reichen wollte, schwang der Stecker zurück, Uwe kam mit der Hand an die freiliegenden Pole und bekam eine gewischt. Zum Glück ist nichts weiter passiert. Sicherlich haben wir uns nicht besonders clever angestellt, aber das Kabel ist schon recht gefährlich, weil im Grunde an beiden Enden Stecker befestigt sind. In Zukunft müssen wir es immer zuerst von der stromführenden Steckdose trennen, dann vom Auto (um es vorwegzunehmen: Wir haben das Kabel nie wieder benutzt). Leider hatte die zusätzliche Stromversorgung den Kühlschrank nicht zu niedrigeren Temperaturen bewegen können. Wir riefen bei Savanna an und kündigten uns für morgen früh an. Am späten Nachmittag fuhren wir ein paar Kilometer zum Avis Dam. Dort bezahlten wir 25 N$ Eintritt und liefen eine gute Stunde um den kleinen See. Am Samstagabend war es dort rappelvoll, und es waren viele Leute mit Hunden unterwegs. Wir konnten ein paar Vögel entdecken, darunter Nilgänse, Stelzenläufer, Wellenastrilde und Kapstelzen.
Wellenastrild
Lerchenammer
Gegen Sonnenuntergang waren wir zurück in der Pension und duschten. Zwei anstrengende Tage lagen hinter uns, aber wir freuten uns sehr auf das Abendessen. Ein Taxi brachte uns zu Joe’s Beerhouse. Wir hatten einen Tisch im Warmen reserviert und aßen leckeres Oryxfilet. Damit kamen wir auch kulinarisch in Namibia an. Wir teilten uns noch einen Schokobrownie zum Nachtisch, ließen uns zum Casa Piccolo fahren und fielen todmüde ins Bett.
Tinochika1'651 Beiträge · seit 201426. Nov. 2017 · #19
Hallo Ruth und Uwe,
na, da freuen wir uns auch sehr darüber, dass Ihr mit Eurem Reisebericht beginnt. Wir haben gerade die Kommentare durchgelesen und sind uns sicher, dass Ihr die fotografischen Vorschusslorbeeren professionell erfüllen werdet. Die Erwartungshaltung ist bei uns schon groß. Bei einer so tollen Tour, da sind wir uns sicher, hat jeder von Euch seine eigenen Highlights… und auf Eure sind wir nun gespannt wie Bolle.
Liebe Grüße Ingrid und Hartwig
Das Vogelbild vom Wellenastrild mit dem feinen Bokeh ist ja gleich ein super Anfang.
ONS LEWE BEGIN WAAR DIE TEERPAD EINDIG
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fotomatte2'515 Beiträge · seit 200926. Nov. 2017 · #20
Ja iss den scho Weihnachten? 😛
Unglaublich, die lieben Muckels starten den lange ersehnten Bericht. Da freu ich mich aber mal so richtig.
Und schon gleich die beiden ersten Vögelchen zeigen, in welche Richtung es geht. Da freu ich mich gleich noch mehr. Die langen Winterabende haben wieder einen Sinn. 😊