EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200623. Dez. 2016 · #141
Tag 16 – Samstag, 23. Juli 2016 – Im Süden des KTP
Rooiputs, KTP
Mit Sonnenaufgang standen wir auf und packten unsere Sachen zusammen. Das ging bei knapp unter null Grad ziemlich schnell, so dass wir rasch aufbrechen konnten.
Vor dem Aufstehen hatten wir bereits immer wieder einen Löwen brüllen gehört und waren so zusätzlich motiviert. Leider war an der Wasserstelle Rooiputs nichts zu sehen. Doch schon ein paar Meter weiter, als wir die Lodge passierten, erblickten wir in weiter Entfernung auf dem Dünenkamm den Verursacher des morgendlichen Gebrülls. Ein großer Mähnenlöwe marschierte parallel zur Straße, tat uns aber nicht den Gefallen, näher zu kommen, sondern behielt stur seine Richtung bei und entfernte sich immer weiter. Auf dem weiteren Weg Richtung Norden sahen wir zunächst noch keine Tiere. Erst bei Kij Kij kam uns ein Fahrzeug entgegen, und der Fahrer machte uns auf fünf Löwen aufmerksam, die oberhalb der Wasserstelle auf den Dünen lagen. Wir entdeckten sie recht schnell, aber das Rudel war sehr träge. Als sich eine Löwin erhob, um ihre Position zu ändern, konnten wir erkennen, dass sie ziemlich vollgefressen war. Vermutlich würden sie den ganzen Tag ausruhen und schlafen.
Nach einiger Zeit fuhren wir weiter nach Norden.
Gaukler
Gleitaar
Fiskalwürger
Weidelandpieper (African Pipit)
Kurz vor dem Rastplatz Melkvlei entdeckten wir schon wieder ein paar Löwen auf einer Düne. Daher gingen wir nur kurz zur Toilette und fuhren dann auf die Straße über die Dünen, von wo wir zwei Löwinnen aus kurzer Distanz beobachten konnten. Im Gegensatz zu denen von Kij Kij sahen sie ziemlich abgemagert aus, lagen aber ebenfalls faul im Gras oder waren von diesem verdeckt.
Auf dem Rückweg ließen zwei Fahrzeuge am Straßenrand auf eine interessante Sichtung hoffen. In einiger Entfernung zur Straße saß eine Gepardin etwas erhöht und hielt Ausschau.
Im Gefolge hatte sie vier Junge, die noch den längeren grauen Nackenpelz und struppige Mähnen hatten. Zunächst lag sie nur da, dann lief sie parallel zur Straße weiter. Ein Junges nach dem anderen folgten ihr in einigem Abstand.
Immer wieder verschwanden sie aus unserer Sicht, dann fingen sie an zu laufen, und ein Schakal mischte sich in die Szene ein. Was genau geschah, konnten wir nicht sehen, aber die Gepardenjungen versteckten sich, und die Mutter pirschte weiter. Als wir sie nicht mehr wiederfanden, fuhren wir weiter.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200623. Dez. 2016 · #142
Wir beeilten uns, nach Twee Rivieren zu kommen, da Mittag bereits vorbei war. Dort tankten wir. Zum Glück gab es am Grenzposten Diesel, denn die Tankstelle wurde zurzeit renoviert. Dann erledigten wir die Grenzformalitäten für Botswana. Im Shop holten wir noch einmal Geld am Automaten und nahmen ein paar Säcke Feuerholz mit – besonders wichtig gegen die abendliche Kälte. Dann fuhren wir auf den Campingplatz, wo wir duschten, das Geschirr spülten und ein Picknick machten. Anschließend pirschten wir einigen Vögeln auf dem Gelände von Twee Rivieren hinterher, die an einem tropfenden Wasserrohr tranken und ihr Gefieder säuberten.
Priritschnäpper
Schwalbenschwanz-Bienenfresser
Weißrücken-Mausvogel
weiblicher Maskenweber
Rotkopfamadine
Schnurrbärtchen
Maricoschnäpper
Elfenastrild
Spät verließen wir das Camp und fuhren wieder bis Kij Kij. Am Rand der Pad entdeckten wir kurz nach Verlassen des Camps ein einzelnes Erdmännchen, welches nach Kameraden oder Feinden Ausschau hielt.
Felsenbussard
Die Löwen lagen noch in etwa an derselben Stelle. Sie hatten sich nur wenig bewegt. Allerdings waren nun auch zwei ausgewachsene Männchen zum Rudel gestoßen. Während das eine gesund und kräftig aussah, humpelte das zweite stark und wirkte ziemlich ramponiert und abgekämpft.
Wir beobachteten sie noch ein wenig, sahen Springböcken beim Springen zu und fuhren dann wieder zurück nach Rooiputs. Wieder erblickten wir ein Erdmännchen. Das putzige, kleine Kerlchen grub wie wild im Sand, hielt aber immer wieder inne, um angestrengt in alle Richtungen zu spähen.
Das letzte Nachmittagslicht war wunderschön. Wieder hatten wir viel gesehen und einige Vögel bestimmt.
Am Camp zogen wir uns warme Sachen an und machten Feuer.
Ein weiteres Stück Wildfleisch landete auf dem Grill. Dazu gab es Folienkartoffeln und Salat mit Tomaten, Gurke und Feta. Wir beeilten uns mit dem Essen, da es heute noch ein wenig kälter wurde. Während wir aßen, raschelte es ständig um uns herum im hohen Gras. Neugierig leuchteten wir immer wieder mit der Taschenlampe. Die reflektierenden Augen konnten wir zunächst nicht genau zuordnen, doch als die Tiere in kleinen Sprüngen hin und her hopsten, erkannten wir, dass es Springhasen waren.
Bei unter fünf Grad kletterten wir schließlich immer wieder von Löwengebrüll begleitet ins Zelt. Es war herrlich, im warmen Schlafsack zu liegen und dem Konzert der Katzen zuzuhören, welches mal von hier und mal von dort aus unterschiedlichen Richtungen und Entfernungen zu uns herüberdrang. Gespannt warteten wir darauf, ob die Löwen uns wohl einen Besuch abstatten würden, aber die hatten offensichtlich Besseres zu tun, denn ihr Brüllen kam nicht mehr näher.
speed66751 Beiträge · seit 201124. Dez. 2016 · #143
Wow.... was für ein genialer Tag! Von der Morgensonne bis zum Nachthimmel - wunderschöne Sichtungen und diese "perfektest" fotographisch festgehalten. Eure Bericht ist - nach wie vor - ein Genuss! Besten Dank und viele Grüße, Nette
Champagner8'678 Beiträge · seit 201024. Dez. 2016 · #144
“Eulenmuckel“ schrieb:@Bele: Aber nicht, dass du nun zu verwöhnt wirst. Es gibt nicht JEDEN Abend ein afrikanisches Betthupferl.
Sodele, das ist ja fein, dass es hier endlich (!) weitergeht – und nur für’s Protokoll: ich hab das da oben inzwischen kapiert – Ihr müsst es in Zukunft nicht mehr so drastisch vorleben….. 😈
Mal ganz davon abgesehen, dass Eure Betthupferl für mich ja eher Frühstückshäppchen sind… 😗
“fotomatte“ schrieb: @ Bele: Wen du so alles kennst??? 😊 Muß ja ein schräger Typ sein. 😣 Liebe Grüsse, Matthias
Allerdings….. mehr sag ich dazu aber nicht ohne meinen Anwalt. 🙄 🤪
So, und jetzt wird’s ja ganz sonderbar. 😕 🤨 😵
Ich lese dies......:
“Eulenmuckel“ schrieb: Zur Info: Das Erdwolf-Niveau werden wir nicht halten können. Während unseres Aufenthalts im KTP waren wir uns mal wieder sicher, dass wir außerordentliches Pech haben und NICHTS entdecken – typische Selbstmitleidphase während tagelanger Gamedrives ohne spektakuläre Sichtungen.
….und sehe Löwen, Löwen, Löwen….. im schönsten Licht, auf Dünen, sich genüsslich im Sand rollend, ich sehe Geparden…..GEPARDENKINDER – niedlich ohne Ende. 🤩 🤩 (Mal ganz abgesehen von diesen Piepmätzen – da sind euch wieder wunderschöne Fotos gelungen !)
fotomatte2'515 Beiträge · seit 200924. Dez. 2016 · #145
Hallo,
zuallererst mal @ Friederike: Danke fürs rebellieren, hat ja mal gefruchtet. 😛
@ Bele: Ja, die Selbstmitleidspassage habe ich auch mit einigen Fragezeichen in den Augen, aber sonst weiter unkommentiert hingenommen und habe es unter "künstlerischer Freiheit des Autors" verbucht. Wenn dieses Kaleidoskop "NICHTS" ist.... 😊 und "ohne spektakuläre Sichtung" 🤨 , nun, dann ist den Muckels wohl nicht zu helfen, und sie sollten überlegen, den KTP fürderhin zu meiden, denn der Park wird nichts Grosses und Neues mehr bieten können. 🤢 So. Das musste einfach mal noch raus.
@ Ruth und Uwe: Joo, eure Bilder, der Bericht, das Gesamtwerk. Ich sag mal: geht so. 😗 Nix Weltbewegendes halt. 😣
Nein, im Ernst. Wirklich fantastische Fotos. Am Besten gefallen mir ja die pronkenden Springböcke, trotz all der vielen Flattermänner.
Jedenfalls danke ich herzlich für diesen weiteren sensationell schönen Berichtsteil, das war nun die vorweg genommene Bescherung. 😘
Und so wünsche ich allen Afrikabegeisterten ein paar besinnliche und friedvolle Feiertage, bis die Tage
Matthias
P.S.: Eine Frage hätte ich doch noch zum letzten Foto. Was ist denn da so hell am Fuß der Akazie am leuchten? Ihr habt doch nicht... 🙄
KarstenB2'397 Beiträge · seit 201124. Dez. 2016 · #146
Liebe Ruth, lieber Uwe,
sollten dennn die Zeiten zurückgekommen sein, in denen das Wünschen noch geholfen hat? 😎 Das ist ja mal eine freudige Überraschung zu Weihnachten! Die Qualität Eurer Bilder (und Euer Sichtungsglück) machen mich immer wieder sprachlos!
LG aus dem leicht bewölkten und windigen Puerto de la Cruz,
kalachee1'059 Beiträge · seit 200624. Dez. 2016 · #147
Hallo Ruth und Uwe
Ach, einfach schön. Bin natürlich auch noch dabei bzw habe jetzt wieder aufgeholt.
Ja, das Nossob-Tal kann schon unglaublich ergiebig sein an Löwensichtungen. Auf unserem letzten Trip im Januar hatten mein Bruder und ich alleine auf der »Transfer-Fahrt« von Twee Rivieren nach Nossob nicht weniger als 24 Individuen gesichtet!
Jetzt bin ich jedenfalls grad wieder voller Sehnsucht und versucht, in einem neuen Browser-Tab Flugbuchungsportale zu öffnen...
Freue mich auf die Fortsetzung und wünsche bis dahin ein schönes Fest!
casimodo4'528 Beiträge · seit 200725. Dez. 2016 · #148
Hallo Ruth und Uwe,
was soll ich denn schon wieder schreiben ? Eigentlich wäre copy and paste die beste Möglichkeit 😉 Epic, würde ich sagen. Hammerpics wie immer....... Eure Vögel sind einfach das Mass aller Dinge und die Nicht-Vögel eben auch.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200626. Dez. 2016 · #149
@Nette: Vielen Dank
@Bele und Matthias:
Euch glaub ich gaaaaar nichts mehr.
Es war ja klar, dass ihr unsere Bemerkung nochmal hervorkramt und sie als maßlose Tiefstapelei bewertet. Habt ihr mal daran gedacht, dass mit "tagelangen Gamedrives ohne spektakuläre Sichtungen" evtl. nicht die ersten zwei bis drei Tage im KTP gemeint gewesen waren? 😉 Es folgen nun tatsächlich ein paar Tage mit mäßigen Tiersichtungserfolgen. Natürlich sind wir total verdorben durch frühere Besuche und haben uns vor dem geistigen Auge Leoparden, braune Hyänen und sogar einen Karakal ausgemalt. Für letzteren sind wir die Strecke zwischen Rooiputs und Kij Kij extra so oft hin- und hergefahren, weil wir uns dort die besten Chancen erhofften. Da das aber mal wieder nicht geklappt hat, werden wir den Park selbstverständlich nicht meiden. Aber nächstes Jahr gibt es mal eine KTP-Pause.
Das Helle am Fuß der Akazie ist eine Kerze, die wir bei Nachtaufnahmen gerne aufstellen, um die Umgebung ein bisschen zu beleuchten. Durch die Länge der Belichtung wirkt die Flamme schon fast wie ein Feuer. Also keine Angst, wir haben den schönen Baum nicht auf dem Gewissen. 😉
@Karsten:
sollten dennn die Zeiten zurückgekommen sein, in denen das Wünschen noch geholfen hat?
Offensichtlich hat es funktioniert. 😉
@Sam:
Jetzt bin ich jedenfalls grad wieder voller Sehnsucht und versucht, in einem neuen Browser-Tab Flugbuchungsportale zu öffnen.
Mach dir keine Sorgen. Das ist ein ganz normaler Reflex. Ich glaube, das Verhalten teilst du mit vielen anderen hier. 😉
freshy3'883 Beiträge · seit 201126. Dez. 2016 · #150
Hej, ihr Muckels, war's das schon? 🤪 Ich kann den Hype um eure paar Tiersichtungen absolut nicht nachvollziehen. 🤪 Jetzt ohne albern: Tolle Motive und Fotos! Meine "bessere" Hälfte und ich sind begeistert.
Zum Schluss noch 'ne Frage: Mit welchem Foto-Equipment seid ihr gereist? Ich schätze ein 600er Objektiv war dabei. Mindestens.
verfolgen Euren tollen Bericht von Anfang an. Im Bereich Rooiputs waren wir im April, bei anderen Temperaturen und Übernachtung in der Lodge. Mindestens ein Löwenrudel scheint im Bereich Camp Site – Lodge sein festes Revier zu haben, in einer Nacht versuchte es bei uns in das Hauptgebäude der Lodge einzudringen. Tolle Fotos von der Gepardin mit den Jungen. Eure Aufnahmen der Milchstraße und des Sternenhimmels sind für uns immer ein Higlight, einige Gestaltungsmittel, wie hier die Kerze am Baum, werden wir auch ausprobieren. Unser Problem ist immer das Mitschleppen eines Stativs für diese Aufnahmen - Welches benutzt ihr ? Sind gespannt auf die weitere Tour – Polentswa – KD 2 und danke für die Präzisierung des "Perlkauz" in unserem Bericht. Erfolgreiches und gesundes 2017 Katrin und Günter
Netti59847 Beiträge · seit 201528. Dez. 2016 · #152
Liebe Muckels,
eure Fotos sind ein absoluter Genuss und machen Lust auf MEEEEHR 🤩 🤩 🤩 und ja, da isser der BVB Weber, aber ganz ehrlich den Gaukler finde ich noch vieeeel besser. Die haben ja eine Perücke auf 😄 😄
Ihr erwischt immer den richtigen Augenblick um die Tiere in Szene zu setzen. Ich weiß, es dauert sicher seine Zeit, aber ihr schafft es und das ist für uns wunderbar. Das Foto im Nachmittagslicht gefällt mir auch super, genauso wie die 2 Löwinnen auf der Düne.
Champagner8'678 Beiträge · seit 201028. Dez. 2016 · #153
Also so ein bikkie zääääh ist da hier ja schon 😉 😄 😗 !
Aber vielleicht motiviert es euch ja, wenn ich noch schnell mein Lieblingsbild der letzten Kapitel zeige - und ja, Löwen sind nicht der Rede wert, ich weiß, ein Karakal muss her 😛 ....aber mir gefallen die zwei gechillten Boys sehr und am liebsten würde ich jetzt gerne auch ganz entspannt auf so einem weichen, warmen, sandigen Ausguck liegen 🤪 . Aber ich muss ja heute noch das Abenteuer "Bahn" wagen...... 🤩 😗
Netti59847 Beiträge · seit 201528. Dez. 2016 · #154
Champagner schrieb:Also so ein bikkie zääääh ist da hier ja schon 😉 😄 😗 !
....aber mir gefallen die zwei gechillten Boys sehr und am liebsten würde ich jetzt gerne auch ganz entspannt auf so einem weichen, warmen, sandigen Ausguck liegen 🤪 .
Bis denne - Grüßle von Bele
Genau liebe Bele, das Bild finde ich auch super klasse. Die beiden sehen aus, als wenn sie kein Wässerchen trüben könnten 🙂
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200630. Dez. 2016 · #156
@freshy: Nein, wir haben leider kein Objektiv mit 600 Millimetern Brennweite. Aber ein 500er ist es schon.
@Katrin und Günter: Vielen Dank. Wir haben ein relativ großes Manfrotto Dreibein-Stativ. Das passt von der Länge gerade so in unsere große Reisetasche. Durch das Gewicht des Stativs machen wir uns aber auch keine großen Sorgen, dass es umfällt, falls nachts mal der Wind weht.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200630. Dez. 2016 · #157
Tag 17 – Sonntag, 24. Juli 2016 – Alles ruhig und kühl
Rooiputs, KTP – Nossob, KTP
Und wieder wurde es ein wenig kälter. Die größte Überwindung kostete es, aus dem warmen Schlafsack zu steigen, den nackten Fuß auf die eiskalte Metallleiter zu stellen und dann in klamme Anziehsachen zu steigen. Minus vier Grad beim Aufstehen, und die Handgriffe saßen, denn unser Ziel war es, möglichst schnell im Auto zu verschwinden und die Heizung auf volle Pulle zu drehen. Wir hatten nachts zwar eine Hyäne gehört, aber keine Spuren rund um unseren Stellplatz gefunden.
Um es vorwegzunehmen: Dieser Tag brachte uns keinerlei besondere Tiersichtungen. Wir fuhren unbehelligt nach Kij Kij, aber von den Löwen war keine Spur mehr zu sehen. Vereinzelt sahen wir ein paar Springböcke oder ein Gnu, sonst war es den Tieren wohl auch zu kalt.
Heute Morgen gehörte der Park den Greifen. Sie saßen in den Baumkronen und sammelten die ersten wärmenden Sonnenstrahlen. Weißrückengeier
Ohrengeier
Raubadler
Lannerfalke
Weiter ging es nach Melkvlei, wo immer noch ein eisiger Wind wehte. Außerhalb des Autos würden Hände und Ohren schnell abfrieren. Diese Aussicht war wenig verlockend, und so gingen wir nur kurz auf die Toilette und verschoben Frühstück oder Picknick wieder einmal auf später. Im Auto gab es lediglich einen Schokomuffin.
Das Picknick machten wir deutlich später am Rastplatz Dikbaardskolk. An diesem Knotenpunkt, bei dem die Straße vom Auobtal einbiegt, war einiges los. Wir staunten über die Berge an Essen, die aus den Trailern der Südafrikaner hervorgezaubert wurden. Da wollten wir nicht hintenan stehen und machten Wurstsalat, den wir mit dem restlichen dunklen Brot aus Swakopmund aßen. In der Sonne war es mittlerweile ganz gut auszuhalten, trotzdem war es alles andere als warm. Im Baum neben uns hüpften verschiedene Vögel umher. Neben dem Rotbauchwürger und ein paar Staren freuten wir uns besonders über den Rotstirn-Bartvogel, der an den Resten eines Koteletts herumpickte.
Anschließend kochte Uwe noch Kaffee. Auf der Weiterfahrt Richtung Nossob entdeckten wir auch weiterhin nichts Besonderes. Ab und an saß ein Greifvogel auf einem Baum, immer wieder liefen Oryx, Gnus und Springböcke über die Ebene. Auch einige Riesentrappen und ein paar Sekretäre waren dabei. Den ganzen Tag zeigte das Auto-Thermometer nicht mehr als 16 Grad an. Die Luft war jederzeit frisch. In Nossob angekommen checkten wir an der Rezeption ein und suchten uns anschließend eine freie Campsite.
Zunächst musste das schmutzige Geschirr vom Vorabend und heute Mittag gespült werden. Das war eine ganze Menge. Danach gingen wir duschen. Campingduschen im südlichen Afrika sind ja eine ganz eigene Welt. Mal hat man Glück, mal weniger. In Nossob zu Zeiten der Camprenovierung eher weniger. Sofern man vorhat, sich tatsächlich auf die hygienischen Bedingungen einzulassen, die meist nicht besonders akzeptabel sind, wählt man eine der Kabinen aus. Wenn man clever ist, eine, bei der noch der Heißwasserhahn vorhanden ist. Andernfalls merkt man das erst, wenn man bereits nackt in der Kabine steht. Der Dübel für den windschiefen Haltegriff hängt nur noch provisorisch in der Wand und entschließt sich im gleichen Moment, in dem man die Kabinentür bewegt, sich zu verabschieden. Haken gibt es grundsätzlich keine oder nur so wenige, dass man all sein Hab und Gut optimal aneinanderketten muss, damit es nicht auf dem Boden in einem Brei aus Staub, getrocknetem Schaum und Haaren landet. Das Sitzbänkchen, welches ursprünglich aus drei waagerechten Latten bestand, hat nun immerhin noch eine und bietet so weder für das Handtuch noch für die Tasche mit Shampoo und Duschgel ausreichend Platz. Irgendwie schafft man es dann, mit so wenig Kontakten wie möglich zu den ganzen losen Griffen und fiesen Oberflächen sich auszuziehen und in die Duschkabine zu stellen. Mit etwas Glück gibt es heißes Wasser – auch mehr als ein paar Tropfen – und mit erheblichem Aufwand, wenn überhaupt möglich, lässt sich die Wassertemperatur so einstellen, dass man sich weder verbrüht, noch erfriert. Meist passiert aber genau eins von beiden, gerne auch beides abwechselnd im 5 Sekunden Rhythmus. Nach einer so erholsamen Dusche holten wir wieder unser Permit ab, tankten und kauften Feuerholz. Dann fuhren wir eine Nachmittagsrunde in den Norden. Wir kamen zwei Wasserlöcher weit: Cubitje Quap und Kwang. Bei beiden war außer Tauben und einem Schakal nichts zu sehen, wobei bei Kwang noch nicht einmal Wasser war.
junger Weißbürzel-Singhabicht
Dafür war das Nachmittagslicht wunderschön, und wir hatten sogar ein paar Wolken am Himmel. So kamen wir wenigstens hinsichtlich der Lichtstimmung auf unsere Kosten.
Zurück in Nossob kauften wir noch ein paar Brötchen. Zum Abendessen machten wir uns nicht viel Arbeit. Wir grillten Boerewors und Brote mit Knoblauchbutter. Die Wurst schmeckte super. Anschließend spülten wir und gingen für eine halbe Stunde in den neu renovierten Hide. Die Renovierung half auch nicht. Am beleuchteten Wasserloch ließ sich kein einziges Tier blicken. Dafür erfuhren wir von einem deutschen Paar, das heute angekommen war, deren Horrorstory vom Hinflug, bei dem sie zwei Tage am Frankfurter Flughafen verbracht hatten und dann in einer Mördertour an einem Tag von Johannisburg über Upington nach Nossob gekommen waren. Bei sechs Grad muckelten wir uns ins Zelt und hofften, dass es bald mal wieder wärmer wird.
Champagner8'678 Beiträge · seit 201030. Dez. 2016 · #158
Fein - zur besten Kaffeezeit gehts weiter - danke 🙂 !
Die größte Überwindung kostete es, aus dem warmen Schlafsack zu steigen, den nackten Fuß auf die eiskalte Metallleiter zu stellen und dann in klamme Anziehsachen zu steigen.
😄 So, dann wissen wir also endlich, wie IHR das macht..... 😎
?
Ist das nicht ein "ganz normaler" Toni-Igel? 😕
?
Da würde ich den juvenilen Weißbürzelsinghabicht vorschlagen....
Eure Duschgeschichten sind ein bisschen ekelig 🤢 - da zieh ich fast die Variante "8 Tage nicht duschen" vor, von der wir es erst neulich hatten 😗 😎 !
Trotzdem les' ich natürlich weiter mit - es kann ja (für euch) nur besser werden - wärmer, tierreicher, sauberer......
Guggu2'261 Beiträge · seit 201130. Dez. 2016 · #159
Hallole, schön, dass es hier weitergeht, ich tauge zur Zeit eher zum RB lesen wie sonst was 🙁 Und es ist etwas tröstlich, dass ihr auch mal ein Tag habt wo nicht all zu viel los ist. Alle Fotos wie immer Klasse aber mir gefällt am besten "Landscape with polkadot sky"
Liebe Grüße und einen guten Rutsch ins 2017 -guggu
freshy3'883 Beiträge · seit 201130. Dez. 2016 · #160
Zu Nossob: Wir standen im September unter demselben Baum! Offensichtlich war die Bauzeit in der Dusche beendet. Ich bin ja auch heikel, erinnere mich aber nicht an fehlende Haken für die Utensilien und kaputte Armaturen. Das Glück einer um Wochen späteren Ankunft!