freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201115. Okt. 2016 · #41
@Zugvogel schrieb:Hallo freshy
Ich bins noch einmal 😄 Im KTP müssen wir auch zur gleichen Zeit wie ihr gewesen sein. Waren wir doch vom 30.08.-13.09.16 im KTP... Jedoch kamen wir genau aus der Mabuasehube zurück (am 06.09.), als es für euch los ging dorthin.
Schön dass du so fleissig am Reisebericht weiter schreibst. Ich bin schon sehr gespannt, was ihr in der Mabua alles erlebt habt und wie es euch auf der Strecke in die Mabua erging. (Wir fanden die ersten ca. 20km scheusslich, aber danach gings gut, wobei wir für die gesamte Strecke ca. 5.5-6h brauchten 😉 )
Liebe Grüsse Stefanie
Hallo Stefanie, demnach haben wir eine gemeinsame Nacht in Nossob gehabt. Das war die mit dem Löwengebrüll. Wir sind am 7.9. mittags aufgebrochen. Alles Weitere morgen! LG freshy
@Zugvogel547 Beiträge · seit 201415. Okt. 2016 · #42
freshy schrieb: Hallo Stefanie, demnach haben wir eine gemeinsame Nacht in Nossob gehabt. Das war die mit dem Löwengebrüll. Wir sind am 7.9. mittags aufgebrochen. Alles Weitere morgen! LG freshy
Ja genau, die Nacht mit dem Löwengebrüll und den beiden imposanten Löwenmännchen am Wasserloch bei Toröffnung. Wahnsinn! 😄 Ich freue mich auf die Fortsetzung...
kalachee1'059 Beiträge · seit 200615. Okt. 2016 · #43
@Zugvogel schrieb: Ja genau, die Nacht mit dem Löwengebrüll und den beiden imposanten Löwenmännchen am Wasserloch bei Toröffnung. Wahnsinn! 😄 Ich freue mich auf die Fortsetzung...
Oh, gut zu vernehmen, dass die beiden Nossob-Brüder immer noch die Chefs am Platze sind dort. 🙂 Wir waren im Januar 12 Tage im Nossob Camp und haben die beiden und/oder ihr Rudel jeden Tag zum Teil mehrmals gesehen. Prachtskerle, sind das!
Freue mich auch auf die Fortsetzung - vielen Dank für den tollen Bericht bis hierhin, freshy!
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201116. Okt. 2016 · #44
kalachee schrieb:
@Zugvogel schrieb: Ja genau, die Nacht mit dem Löwengebrüll und den beiden imposanten Löwenmännchen am Wasserloch bei Toröffnung. Wahnsinn! 😄 Ich freue mich auf die Fortsetzung...
Oh, gut zu vernehmen, dass die beiden Nossob-Brüder immer noch die Chefs am Platze sind dort. 🙂 Wir waren im Januar 12 Tage im Nossob Camp und haben die beiden und/oder ihr Rudel jeden Tag zum Teil mehrmals gesehen. Prachtskerle, sind das!
Freue mich auch auf die Fortsetzung - vielen Dank für den tollen Bericht bis hierhin, freshy!
Liebe Grüsse Sam
Guten Morgen Stefanie und Sam, da haben wir ja was gemeinsam! Die Löwen sind im heutigen Bericht dran 🙂 . Danke, Sam, für dein Lob.
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201116. Okt. 2016 · #45
07.September: Matopi
In der Nacht weckt uns Löwengebrüll. Manno, hat der Kerl einen Sound! Der Südafrikaner berichtet, der Löwe hätte gleich neben dem Zaun gelegen. Wir machen uns zu einem Game Drive auf in der Hoffnung, ihn zu sehen. Gleich zwei der königlichen Tiere liegen direkt am Fahrweg und lassen sich fotografieren. Was das Vordrängeln anbetrifft, müssen wir noch viel lernen, denn mehrmals fahren uns andere Fahrzeuge rigoros in die Sicht.
Profil eines Königs
Er erhebt sich ...
... und haut ab
Ihn kümmert das alles gar nicht
Beim Frühstück werden wir von Fuchsmangusten, Erdhörnchen und Glanzstaren regelrecht belagert. Wir lassen uns Zeit, denn wir wollen nicht so früh auf Matopi ankommen, wo es nichts, aber auch wirklich nichts geben soll außer einer Latrine, wie der Südafrikaner sagte.
An dieser Stelle biegen wir rechts ab
Höhenprofil unseres Dünenritts in die Mabua-Sektion
Mal ist der Sand rot
Mal ist er gelb
Kaptäubchen, Rotkopfamadine und Webervogel
Die Fahrt nach Mabuasehube entpuppt sich als Hardcore-Unternehmen. Wie üblich ist der Sand unter den Rädern am Nachmittag sehr fluffig. Wir brauchen mit einigen Fotostopps fast vier statt drei Stunden, obwohl Herbert ein routinierter 4×4-Driver ist. Die Übernachtung in Matopi hat außer ganz viel herrlicher Einsamkeit - was nicht unterschätzt werden darf - nichts zu bieten. Wir buddeln beim Schaufeln eines Lochs für ein Lagerfeuer jede Menge Feuerstellen aus. Dasselbe gilt leider auch für die Stellen mit menschlichen Hinterlassenschaften, da die Latrine nicht benutzbar ist. Als es dunkel wird, beginnen die Grillen ihr unmelodisches Konzert, das bis in die Nacht hinein anhält.
Lannerfalke
Matopi - vor und hinter uns liegen je 100km Einsamkeit
08.September: Mabuasehube Pan
Der frühe Vogel fängt den Wurm, der frühe 4×4-Driver findet festen Sand unter den Rädern vor. Trotzdem frühstücken wir, finden Zeit, einige Vögel zu fotografieren, für die wir eine Tränke gefüllt haben, und machen uns auf den Weg.
Rotkopfamadine
Kapsperling
Wellblech
Es läuft tatsächlich besser als gestern, doch schon um 10:00 Uhr wird der Sand schwer. Die Fahrverhältnisse ändern sich auch im Bereich der Salzpfannen nicht, so dass wir um die Mittagszeit genervt am gebuchten Stellplatz eintreffen. Er ist mit einer Gruppe besetzt, die uns ihre Buchung zeigt. Doch es ist auch für uns genügend Platz im Schatten vorhanden, und die Leute sind freundlich und nett. Sie brauchen das zeltförmige Schattendach nicht, sagen sie und fahren ihr Auto ein Stück beiseite. Morgens seien Löwen im Camp gewesen, werden wir informiert. Später bieten sie an, von einer acht Kilometer entfernten Campsite für uns einen Sack Wasser mitzubringen, weil auf dem Platz wegen der Trockenheit kein Wasser vorhanden ist.
Campsite an der Pan
Stellplatz mit herrlicher Aussicht
Die Mabuasehube Pan ist ausgetrocknet
Mein Blick schweift über die Salzpfanne, deren Weite und Stille nach der anstrengenden Fahrt beruhigend wirkt. Dann sorgt ein böiger Wind für Abwechslung, indem er Staub in Windhosen über die Gegend wirbelt. Eines seiner Produkte fegt ausgerechnet über uns hinweg, und wir versinken darin. Es müsste nicht so staubig, heiß und trocken sein, aber der Platz liegt traumhaft schön.
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201117. Okt. 2016 · #46
09.September: Thema Trinkwasser und Matopi zum Zweiten
Würde mein Vater noch leben, hätte er heute seinen 100. Geburtstag. Der Tag beginnt mit einer roten Sonne, die im Nu den Himmel erobert. Leider sorgt der Wüstenwind dafür, dass es eisigkalt ist. Vor allem Herbert bibbert und wird auch durch den Kaffee nicht warm, dessen Wasser sich Zeit lässt, bis es endlich sprudelt. Unsere Campingnachbarn verabschieden sich von uns, weil sie einen Ausflug machen wollen. Da wir Zeit, viel Zeit haben, beobachten wir eine Mangustenfamilie beim Spielen.
Eingänge zu den Wohnungen der Familie Fuchsmanguste
Ein letzter Blick über die Pan
Wir brauchen Wasser, denn unser eigener Tank faucht nur noch asthmatisch, wenn wir den Hahn aufdrehen. Herbert vermutet, dass der Campingplatz am botswanischen Gate Wasser hat. Doch leider informiert uns eine Nachricht an der Klotür, dass es kein Wasser gibt.
Hin und wieder ist der Pfad steinig
Auch auf dieser Campsite gibt es kein Wasser
Wir fahren ans Gate, wo uns freundlich der Weg zu einem Wassertank in einer Wohnanlage außerhalb des NP gezeigt wird. Dort füllen wir den Wassersack und legen ihn vorsichtshalber in unsere Waschschüssel, weil er „ein wenig“ leckt.
Verfahren kann man sich nicht, die Beschilderung ist eindeutig
Als wir in Matopi ankommen, schwimmt der Sack in der Schüssel und alles, was auf dem Kabinenboden liegt oder steht, ist nass oder feucht. Glücklicherweise wird in der trockenen Luft alles sehr schnell trocken.
Heute Abend gibt es kalte Küche, denn die Gegebenheiten auf dem Übernachtungsplatz laden nicht dazu ein zu kochen. Morgen wollen wir früh aufbrechen, um die Annehmlichkeiten in Nossob ausgiebig zu nutzen.
10.September: Nossob
Wow, ist es kalt heute morgen. Ab 05:00 Uhr scheint die Zudecke neuerdings Kältezonen zu entwickeln. Jetzt pusten wir auf dem Übernachtungsplatz Matopi mitten im Irgendwo in unseren Instant-Cappuccino und versuchen, uns warm zu zittern. Die Staubpatina, die uns die Windhose gestern verpasst hat, wärmt leider nicht, sondern gibt uns das Gefühl, unwahrscheinlich schmutzig zu sein. Ehrlich gesagt müffeln wir.
Welches Drama mag sich hier abgespielt haben?
Die Landschaft ändert sich nur wenig
Düne abwärts
Hoffentlich nähert sich niemand von der anderen Seite
Noch hundert Kilometer bis zur ersehnten Dusche im Nossob Camp! Die Hälfte davon nehmen wir routiniert, Dünenreiten ist uns zur Spezialität geworden, unterlegt mit Wellblechpiste wird der Sport allerdings zum Horror. Hinauf auf den Dünenkamm im 1. Gang (hoffentlich nimmt ihn niemand gleichzeitig von der anderen Seite in Angriff) hinunter und hinein in die nächste Wellblechstrecke, so dass wir Angst um unsere rohen Eier im Kühlschrank haben. Die letzten fünfzig Kilometer vor Nossob sind die schwierigsten, wir schaffen kaum 25 km/h.
Der Sand wird wieder fluffig und fließt mit
Hohlweg kurz vor der Abzweigung nach Nossob
Endlich zeigt sich das trockene Bett des Nossob und einige Kilometer später sind wir im Camp. Wir hocken uns auf die Stühle, um unseren Gliedern und dem Gehirn Zeit zu lassen, das Schütteltrauma abzubauen. Duschen und eine Runde im Pool, ein selbst zubereitetes Dinner mit vorgewürztem Hähnchen aus der Vakuumpackung – der Tag ist heute für uns zu Ende. Der Himmel legt Gewitterstimmung auf, es ist windstill und klebrig warm. Heute Nacht werden wir mit Sicherheit nicht frieren.
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201118. Okt. 2016 · #47
11. und 12. September: Von Mata Mata zum Buschcamp Mesosaurus Fossils
Wir gönnen uns ein gemächliches Aufstehen. Herbert sieht in der Campküche eine Campingwaschmaschine namens Sputnik. Ich soll sie mir unbedingt angucken. Im Handbetrieb ist das kugelige Ding zehnmal links und zehnmal rechts herum zu drehen und fertig ist die Wäsche. Ich merke mir das Wunderwerk als Weihnachtsgeschenk für meinen Mann vor.
Für uns Spätaufsteher sind auf der Fahrt nach Mata Mata keine Tiersichtungen zu erwarten, aber das Auobtal ist eine schöne Flusslandschaft, auch wenn kein Wasser fließt.
Kaptäubchen am Wasserloch
Raben
Eine Herde Kuhantilopen
Gackeltrappe
Wüstenrose
Der Campingplatz in Mata Mata ist gut besetzt. Nachdem wir uns für einen Platz entschieden haben, werden wir freundlich darauf hingewiesen, das sei der Zugang für die hinteren Camper zu den Ablutions. Wir rücken einen Baum weiter. Kurz bevor unser Fleisch auf dem Grill schön knusprig ist, kommt ein Bus voller Overlander angedonnert und will seinen menschlichen Inhalt direkt neben uns auf den Zugang zur Toilette kippen. Wir protestieren, bis sich die Reiseleitung entscheidet, die Zelte weiter entfernt aufbauen zu lassen. Aus dem gemütlichen Braai wird nichts bei der Unruhe, die die Gruppe verbreitet.
Dramatischer Sonnenaufgang
Der nächste Morgen beginnt früh, weil die Busladung schon um 5:00 Uhr zum Becher Warmgetränk antritt. Noch ist es relativ warm, doch als wir um 7:00 Uhr aufstehen, weht ein eisiger Kalahariwind. Trotz Socken und Fleecejacken frieren wir und können es nicht abwarten, ins Auto zu steigen und loszufahren. Um 9:00 Uhr sind wir so weit. Wir tanken und begeben uns zu den Grenzkontrollen. Die südafrikanischen Beamten lümmeln uniformiert in der Rezeption auf einer bequemen Couch und nehmen gnädig unsere Papiere entgegen. Es fehlt an diesem Bild lediglich der Kaffee auf dem Couchtisch. Zum Schluss begleitet uns der Officer zum Auto und lässt sich die Kabine zeigen. Und was sieht er dort? Wir werden gerügt, weil wir die Nr. 4 der KTP-Gesetze nicht beachtet haben! Den Rest des Feuerholzes müssen wir abgeben, da es verboten ist, Holz aus dem KTP nach Namibia auszuführen.
Gravelroad nach Keetmanshoop
Die Fahrt durch Namibia auf einer einsamen Gravelroad ist öde. Kaum haben wir eine Düne erklommen, folgen die nächsten. Vor allem in den grauen Bereichen schleppen wir eine dichte Staubfahne hinter uns her. Wir kaufen in Keetmanshoop ein. Die Bettler am Supermarkt sind so lästig und aufdringlich wie wir es von vor fünf Jahren in Erinnerung haben. Nix wie weg hier!
Unser Ziel für 2 Tage
Im Camp Mesosaurus Fossils werden wir herzlich empfangen und nach einem freundlichen Schnack ins Buschcamp weitergeschickt. Es liegt malerisch in einem Tal mit rundherum unzähligen Köcherbäumen und schwarzen Doleriten, einem subvulkanischen Gestein, das chemisch und mineralogisch dem vulkanischen Basalt entspricht. Es ist bis auf Strom alles da, was ein Camper braucht.
Ablutions
Man beachte den Klopapierhalter 🙂
Der Donkey
Und so wird er fachgerecht gefüttert 😉
Die Sanitäreinrichtungen sind echte Buschcampqualität, denn für die Dusche muss der Donkey angeheizt werden. Wir haben den Platz heute Abend für uns allein und genießen nach dem unruhigen Mata Mata die Ruhe und Stille.
Applegreen1'796 Beiträge · seit 201418. Okt. 2016 · #48
Liebe Freshy's,
ich bin nun auch mit eingestiegen - bin gerade erst zurück aus Tansania und Sansibar - macht Ihr mir den Mund ganz schön wässrig mit Euer bisher fantastischen Tour!
Wunderbare Aufnahmen - es freut mich, dass Ihr das Blütenmeer wie erhofft erleben konntet!
war Mabua 3 double booked? Wir durften nämlich im September auch die CS sharen 😛 Haben wir gerne getan, auch nachdem wir festgestellt haben dass Mabua 2 frei war. Wir hatten einen super lustigen Abend mit den 3 ZA-Jungs. Ein paar Nächte später muss ne mega-laute Truppe auf 2 gewesen sein, die dann aus dem Park rausgeflogen sind.
Davor waren wir auch bei Giel 2 Nächte im Mesosaurus 😉
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201119. Okt. 2016 · #52
13. September: Wir lernen den Mesosaurus kennen
Morgens nach dem Aufstehen fällt schon wieder die eisige Kälte der Kalahari über uns her. Wir verzichten auf unser Frühstück, nehmen im Stehen einen Happen Kornflocken in Milch zu uns und fahren zu unserer Verabredung mit Will, der uns seine Fossilien zeigen will.
Abdrücke auf Schieferplatten
Der Mesosaurus lebte vor 320 Mio Jahren in seichtem Gewässer, wo er mit seinen Zähnen Nahrung aus dem Wasser siebte, wie die Versteinerung eines Unterkiefers mit einem spitzen langen Zahn beweisen soll.
Unterkiefer eines Mesosaurus mit spitzem Zahn
Die meisten Fundstücke zeigen nur die Hohlräume im Gestein, die der Körper des Reptils hinterließ. Einige wenige Versteinerungen wie z. B. der Unterkiefer, Rückenmark und „Kacka 😉 “ blieben erhalten.
Pfui Kacka!
Besonders stolz ist Will auf jene Schieferplatten, die sein Sohn vor fünfundzwanzig Jahren zufällig fand und der Anlass waren, sich für Paläontologie zu interessieren.
Das erste Fundstück: Ein Abdruck im Schiefer
Ein verwandter Wissenschaftler bestätigte damals, dass es sich um großartige wissenschaftliche Funde handelt, auch wenn kein Fundstück einen vollständigen Abdruck eines Mesosaurus zeigt. Laut Will hat er Anfragen von Wissenschaftlern aus Brasilien und Deutschland, die mit ihren Studenten gerne Grabungen vornehmen würden.
Will fährt voraus, wir in seiner Staubfahne hinterher, bis wir vor dem Grab des Unteroffiziers J. Splittgerber stehen, der 1904 an dieser Stelle erschossen wurde. Es war damals üblich, die getöteten Soldaten an Ort und Stelle zu begraben.
Ein Soldatengrab
Wir fahren zu einigen Funden weiter, die ungeschützt in der Landschaft liegen, und die wir sogar anfassen dürfen. Erstaunlich, bei uns würde man ein Museum drumherum bauen und alles hinter Glas sichern. Eine kurze Einführung in die Biologie der Köcherbäume und in Gesteinskunde schließen sich an. Will spielt uns an einem Stapel Doleriten „Bruder Jakob“ vor, indem er mit einem weiteren Stein gegen die Felsen schlägt.
Will spielt uns "Bruder Jakob" vor
Dann fährt er von dannen und lässt uns allein, damit wir in aller Ruhe fotografieren können. Will ist überzeugt – und wird von Iwanowski, dem Verleger für gleichnamige Reiseführer, darin bestärkt – dass er den schönsten Köcherbaumwald der Welt sein eigen nennt 🙂 .
Erstaunliche Landschaft
Über uns dunkelblauer Himmel
Die früheren Bewohner der Gegend haben aus den hohlen Ästen Köcher gemacht und Pfeile darin transportiert.
Hohler Köcherbaumast
Der Saft dieser Aloe dichotoma soll eine heilsame Wirkung haben. Mit seinen 5000 Exemplaren macht Wills Wald etwas her, und er ist mächtig stolz darauf.
Kameldornblüten
Köcherbaumrinde
Nach der Tour ist unser Frühstück dran, danach gehe ich duschen. Gut so, denn wenig später treffen weitere Camper ein, ein Ehepaar mit Sohn, Schwiegertochter und Enkel sowie ein weiteres Ehepaar. Deutschnamibier mit ihren Freunden. Der Nachmittag vergeht mit Dösen und dem Fotografieren der Siedelweber, die so zutraulich wie flink sind. Ich sitze mit der 7D und ausgefahrenem Tele im Anschlag unter ihrem mächtigen Nest und versuche, den ultimativen Moment für ein preisverdächtiges Foto zu erwischen.
Im Siedelwebernest auf unserer Campsite herrscht emsige Bautätigkeit
Transport von Baumaterial
Siedelwebermeeting
Später entfacht Herbert ein zünftiges Grillfeuer und ich richte Grillstücke und Salat her. Bei unserem Verdauungsspaziergang schießen wir im rötlichen Licht der untergehenden Sonne eine Reihe Fotos von der Landschaft. Die hält wenigstens still!
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201119. Okt. 2016 · #53
Fleur-de-Cap schrieb:Hallo Freshy,
war Mabua 3 double booked? Wir durften nämlich im September auch die CS sharen 😛 Haben wir gerne getan, auch nachdem wir festgestellt haben dass Mabua 2 frei war. Wir hatten einen super lustigen Abend mit den 3 ZA-Jungs. Ein paar Nächte später muss ne mega-laute Truppe auf 2 gewesen sein, die dann aus dem Park rausgeflogen sind.
Davor waren wir auch bei Giel 2 Nächte im Mesosaurus 😉
Hallo Fleur, ich verstehe schon, dass die Verwaltung mehrere Buchungen pro Platz vornimmt. Wir waren z. B. zu Zweit eine Nacht dort, die Gruppe war zu siebt und blieb 5 Tage. Ich hätte mich jedoch geärgert, wenn wir keinen Schattenplatz gehabt hätten. LG freshy
Hallo Freshy, nachvollziehbar ist es nicht immer. Vor allem nicht wenn man einen konkreten Platzwunsch hat und die CS nicht bekommt, obwohl man der Einzige an der Pan ist.....aber wurscht, wir hatten einen tollen Abend.
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201120. Okt. 2016 · #55
14. – 16. September: Zum Abschluss etwas Luxus auf der Bagatelle Game Ranch
Als wir vor fünf Jahren spontan hier übernachten wollten, wurden wir an der Rezeption abgewiesen, weil alle Campsites belegt waren, und mit Voranmeldung weiter in die Kalahari geschickt. Der Ersatzplatz war damals noch im Aufbau, doch ich erinnere mich an eine schöne Campsite. Am nächsten Morgen kam damals das typische Kalahari-Erwachen: Die Temperaturen lagen nahe dem Gefrierpunkt.
Am Eingang der Lodge
Gegen die Bagatelle Ranch lässt sich objektiv nichts sagen. Für uns ist sie nach den Tagen auf spartanischen Campsites im KTP und dem urigen Buschcamp Mesosaurus Fossils ein Kulturschock. Wir werden mit einem Glas Fruchtsaft willkommen geheißen, das uns auf einem "silbernen 😉 " Tablett kredenzt wird. An der Rezeption lächeln die Angestellten mit weißblitzenden Zähnen und erläutern uns die Vorzüge und Angebote der Ranch. In Gedanken gehe ich meine sauberen Kleidungsstücke durch, die in diese Umgebung passen könnten – mit frustrierendem Ergebnis. Die Lodge liegt wunderschön, ist erstklassig im Service, es gibt freies Wifi, und in das Sanitärgebäude unserer Campsite passt der Buschcamper zweimal hinein. Der Weg zum Hauptgebäude allerdings ist weit, zu weit für zwei, die nur noch relaxen wollen. Wir nutzen das Internet, trinken dazu je ein Glas erstklassigen Hauswein aus Stellenbosch und verziehen uns auf unsere Campsite.
Ungewöhnliches Haustier
Den nächsten Tag verdösen wir, bis uns einfällt, dass der Kühlschrank an den Strom muss, was auf umständliche Weise nur mit Kabel von der Rezeption aus möglich ist. Wir machen es uns am Pool gemütlich, Herbert springt hinein und verjagt damit ein Pärchen, das die Liegen genießen und nicht etwa nass werden wollte. Ich entdecke eine Familie Erdmännchen, die in einem eingezäunten Areal ihre Höhle haben. Meine ersten Erdmännchen! Sie lassen mich nahe herankommen, beachten mich und die Kamera gar nicht, denn die Bauarbeiten in der Nähe sind viel interessanter. Ich fotografiere mir vor lauter Begeisterung den rechten Zeigefinger wund, um später feststellen zu müssen, dass ich das falsche Programm eingestellt habe. Shit happens!
Kaum zurück am Pool wird es ungemütlich, da der Wind erst sanft, dann immer heftiger zu wehen beginnt und sich zu einem ordentlichen Sandsturm entwickelt.
Sandsturm im Anmarsch; Kommentar eines Lodgeangestellten: "That's the Kalahari"
Wir haben das Dach des Campers zum Lüften offen gelassen und dürfen zum wiederholten Mal einen Teil der Kalahari aus der Kabine schaufeln. Auf der Campsite leistet der Wind ebenfalls ganze Arbeit, denn auch die Fenster der Hütte stehen offen.
Drosselschnäpper (?)
Kalahariheckensänger
Braun geäderter Weißling
Das gebuchte Dinner ist vorzüglich, obwohl die Küchenfenster dem Sandsturm nicht standgehalten haben. Zwischen unseren Zähnen knirscht noch am nächsten Tag feiner roter Kalaharisand.
Daxiang5'049 Beiträge · seit 201420. Okt. 2016 · #56
Hallo Freshy,
Ich fotografiere mir vor lauter Begeisterung den rechten Zeigefinger wund, um später feststellen zu müssen, dass ich das falsche Programm eingestellt habe. Shit happens!
Ich wäre manchmal froh, wenn meine Aufnahmen mit dem richtigen Programm so gelingen würden!
Bei deinem "Piepmatz ohne Namen" würde ich auf einen Drosselschnäpper tippen, habe aber gerade mein Buch nicht zur Hand.
Dein Weißkehlrötel sieht für mich eher wie ein Kalahariheckensänger aus.
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201120. Okt. 2016 · #59
Hallo Matthias und auch noch einmal Konni, ich gehe davon aus, dass ihr Recht habt. Vermutlich habe ich den Carruthers falsch ausgelegt. Scan anbei.
Gut, dass es euch gibt, damit ich mich korrigieren kann.
Der Aufwand für den Reisebericht hält sich insofern in Grenzen, weil ich Text und Fotos fürs Fotobuch mit Tagebuch sowieso brauche. Natürlich freue ich mich über deine Anerkennung.
fotomatte2'516 Beiträge · seit 200921. Okt. 2016 · #60
Hallo Gertraude,
der "Carruther" ist, wenn ich es richtig weiss, ja so ein "Rund-um-Schlag-alles-komplett-Führer", der entsprechend natürlich dann kein "echter" Vogelführer ist. So zeigt das Bild Nr. 5 auch nicht den Kalahari- Heckensänger, sondern den Weissbrauen- H. Wenn du beim Kalahari- H. nachliest, steht da: Brust einfarbig. Alles klar? Immerhin: das Bild zeigt die für Heckensänger typische Sitzhaltung ( vergleiche auch dein Foto ).