Champagner8'681 Beiträge · seit 201009. Okt. 2016 · #21
Meine Lieben Waldenbuchler,
auch ich lese natürlich mit - nicht weil mich Südafrika sonderlich interessieren würde, sondern weil ich einmal mehr eure wunderschönen Fotos genieße und mich wieder köstlich über die eine oder andere Anmerkung oder Formulierung amüsiere - ich meine gerade Euch reden zu hören 😄 😉 !
Vielen Dank mal zwischendurch für Eure Mühe - und für Herbert hab ich schon zwei technische Fragen, die ich ihm in Büsnau stellen werde!
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201109. Okt. 2016 · #22
25. August: Von den Cederbergen an die Lamberts Bay
Wir nehmen uns heute Zeit fürs Frühstück. Zwar ist die Sonne mit dem Anpinseln der Berge schon zur Hälfte fertig, aber wir schlemmen trotzdem Spiegelei und Schinken lieber in der warmen Kabine. Um 09:30 Uhr sind wir auf dem Weg nach Norden. Nach einem kurzen Halt fürs Einkaufen in Clanwilliam wird das Lenkrad nach Westen geschwenkt, um uns nach Lamberts Bay am Atlantischen Ozean zu bringen.
Nebenstrecke Richtung Clanwilliam
Clanwilliam Dam
Schon von Weitem leuchten die Dünen, die Sonne lacht, es ist wenig Verkehr, wir genießen eine entspannte Fahrt. Weil der kommunale Campingplatz in Lamberts Bay am Rand der Dünen und direkt am Meer liegt, entscheiden wir uns für ihn, obwohl er in einem ziemlich maroden Zustand ist. Wie fast alles in Südafrikas Öffentlicher Hand. Wir mieten aufgrund des Zustands der Gemeinschaftseinrichtungen eine eigene winzige Sanitäreinheit. Nach kurzer Pause brechen wir noch einmal auf, weil wir auf die Tölpelkolonie gespannt sind, die auf einer Insel am Fischereihafen ihr Zuhause hat. Unsere Wildcard, noch gültig bis zum 12. September, sorgt auch hier für freien Eintritt. Schon im Hafen riechen wir die kostbare Hinterlassenschaft der Vögel, die als Guano zum Düngen genutzt wird.
Das Geschrei Tausender Tölpel ist so ohrenbetäubend, dass es sogar die Möwen und Kormorane nervt, die hier ebenfalls zu Hause sind. Von einem erhöhten Bird Hide aus beobachten und fotografieren wir die Tiere.
Es dauert eine Weile, bis sich unsere Augen an das pausenlose Landen und Starten der Tölpel gewöhnt haben, die auf Englisch „Gannet“ heißen. Schnell wird klar, woher ihr deutscher Name kommt. Es dauert, bis sie nach schwerfälligem Anlauf in der Luft sind, wo sie elegant und so pfeilschnell fliegen, dass sie noch bei einer tausendstel Sekunde unscharf erscheinen.
Auf geht's zum Start
Endlich Luft unter den Flügeln
Na also, funktioniert doch
Die Landung klappt nicht immer, sie rutschen auf dem Untergrund aus Muscheln meterweit, bis der Schnabel als Bremse Wirkung zeigt. Leider ist die Sicht wegen des Sonnenstands am Nachmittag nicht optimal, weshalb wir beschließen, morgen Vormittag wiederzukommen.
Im Informationszentrum sind Bilder der Kolonie zu den verschiedenen Jahreszeiten ausgestellt. Wir sind zum richtigen Zeitpunkt gekommen, denn im afrikanischen Winter sind alle Tölpel auf Reisen. Im Frühjahr kommen sie zum Brüten zurück, bleiben bis in den Sommer, bevor sich im Herbst die Kolonie wieder leert. Demnach ist bei den Tölpeln schon Frühjahr. Nach dem Besuch des Infozentrums steuern wir Isabella’s Restaurant im Hafen an. Der Kingklip und die gegrillten Kalamari schmecken lecker, der Service ist vorbildlich. Kein Wunder empfiehlt Tripadviser das Restaurant.
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201109. Okt. 2016 · #23
Weil Sonntag ist, gibt es heute 2 Beiträge 🙂 :
26. August: Wimmelbilder mit Tölpeln
Wir lieben Schlafplätze am Meer. Wurden wir in der vergangenen Nacht wach, war die Luft erfüllt vom Rauschen der heranrollenden Wellen und dem Donnern der Brandung und beförderte uns sanft in den Schlaf zurück. Heute morgen setzte Ebbe ein, und das Wasser benimmt sich zahmer.
Noch ist es kalt, der Gang in die Duschkabine kostet Überwindung, doch kaum steht das Frühstück auf dem Tisch, wärmen uns die ersten Sonnenstrahlen. Wir brechen bei diesiger Sicht zur Vogelinsel auf, doch bis wir am Bird Hide eintreffen, löst sich der Dunst auf. Wie vermutet, leuchten die Vogelleiber heute Morgen weiß in der Sonne.
Er bringt ein Geschenk mit
Dreckspatzen gibt es unter den Tölpeln auch, vermutlich haben sie sich im Schlamm gesuhlt.
Dreckspatz mit großer Klappe
Typische Tölpelpose
Er segnet seine Gemeinde 😉
Wir fotografieren abwechselnd mit den beiden Kameras, lassen uns viel Zeit – und das ist gut so. Immer wieder versuchen wir, einzelne Vögel einzufangen, bevor sie aus unserem Sichtfeld verschwinden. Eine Herausforderung für uns Hobbyfotografen, die wir den Eindruck haben, tölpelhaft zu arbeiten. In dem Gewimmel, das wie Pfeffer für ungeübte Augen ist, sind die typischen Posen der Tölpel nur mit Mühe zu erkennen. Glück ist, wenn man den Finger im richtigen Moment am Auslöser hat.
Möwe mit rotem Brutfleck
Brütende Weißbrustkormorane
Nach einem Cappuccino bei Isabella’s ... Es blieb nicht nur beim Cappuccino
... fahren wir weiter zu einem Feld, das laut Reiseführer bekannt sein soll für seine blühenden Frühlingsblumen. Doch ein Tor verwehrt uns die Einfahrt, vielleicht weil die Wildblumen an dieser Stelle (noch) nicht blühen. Nach dem Abendessen spazieren wir zum Strand und warten auf den Sonnenuntergang. Mindestens einer gehört im Afrikaurlaub dazu! Zwei Wellenreiter kämpfen mit den heranrollenden Wogen, eine Familie spaziert am Meeressaum entlang, auf einem erhöhten Parkplatz warten wenige Fahrer in ihren Autos. Fragt sich auf was, denn vor dem Sonnenuntergang fahren sie davon.
Wir haben ihn ganz für uns allein
Zurück auf unserer Campsite laden wir die Fotos des Tages auf das Laptop und freuen uns über jedes Motiv, das gelungen ist. Trotz Wind und Temperaturen, die am Abend unter 10°C gesunken sind, umschwirren uns, vorzugsweise mich, erfolgreich die Mücken. Es ist Zeit, in den Schlafsack zu kriechen.
sphinx1'624 Beiträge · seit 201509. Okt. 2016 · #24
Hallo freshy
ach wie schön. hach das sind genau die Bilder, die ich benötige meinen Mann wieder nach Lamberts Bay zu locken. Wie schön Ihr die Tölpel im Flug erwischt habt. DANKE! Mit kaputtem Autofokus konnten wir damals fast alles Bilder gleich wieder löschen. Liebe Grüße Elisabeth
@Zugvogel547 Beiträge · seit 201409. Okt. 2016 · #25
freshy schrieb: @Stefanie: Ich bin gespannt, ob wir uns tatsächlich irgendwo hätten über den Weg laufen können.
Hallo freshy
Kaum zu glauben, es könnte wirklich sein, dass wir uns in Lambert's Bay über den Weg gelaufen sind 😄 Haben die Nacht vom 25. auf den 26. August ebenfalls in Lambert's Bay verbracht, jedoch nicht auf der Campsite sondern in einem Guesthouse... Waren am 26.08. ab 7:30 Uhr bei den Kaptölpeln, zuerst sehr lange alleine, später sind dann langsam nach andere Leute eingetroffen (vielleicht ja ihr 😉 ). Wir sind dann gegen 9:30 Uhr zurück in unsere Unterkunft fürs Frühstück und dann weiter nördlich in Richtung Namaqua NP Coastal Campsites...
Tolle Fotos habt ihr gemacht von den Tölpeln 🙂 . Wir waren ebenfalls sehr fasziniert von den (schon älteren) Jungtieren, welche immer wieder Bruchlandungen hinlegten und von der Grösser der Tölpelkolonie an sich. Ein toller Ort zum immer wieder mal zurückzukehren 🤩
La Leona2'779 Beiträge · seit 200709. Okt. 2016 · #26
hallo freshy
vielen Dank für eure Lobesworte 🙂 . Ich hatte schon die Befürchtung, dass Blümchen das "Game" verwöhnte Forum nicht interessieren.
Ganz im Gegenteil!! Danke vielmals für die herrlichen Bilder und auch für die präzisen und nüchternen Angaben zu den Campingmöglichkeiten. Das nördliche Kap, die Cederberge, die Karoo: toller Flecken um sich alleine in der Natur zu tummeln, oder fast alleine....
Gruss Leona
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201110. Okt. 2016 · #27
@Stefanie: Witzig! Möglich, dass wir das Ehepaar waren, das euch beim Davongehen begegnet ist. Ich glaube, bis wir begannen zu fotografieren, war das Licht heller geworden. Hattet ihr noch Frühdunst? @La Leona: Nun werde ich verlegen. Ich freue mich, dass es auch Blumenliebhaber im Forum gibt. Vielen Dank für dein Lob. LG freshy
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201110. Okt. 2016 · #28
27. und 28. August: Wildblumenblüte in Nieuwoudtville
„Ihr müsst vor die Füße gucken“, sagt Elsa Goldfarb, unsere Campingwirtin, als wir unseren Eindruck schildern, dass die Wildblumen in diesem Jahr spärlich zu blühen scheinen. Und sie hat Recht.
Morgens haben wir Lamberts Bay und den Atlantik verlassen und sind durch eine mit Fynbos bewachsene Landschaft nach Nieuwoudtville aufgebrochen. Die Hitze flirrt, die Klimaanlage läuft auf Hochtouren, das Auto frisst sich Kilometer um Kilometer voran. An dieser beinahe menschenleeren Strecke weisen nur selten Schilder auf Farmen oder kleine Anwesen hin. An einigen Stellen wird Wein angebaut, dann führt die Gravelroad wieder kilometerweit durch nichtsagendes Gelände. Über den Vanrhyns Pass klettern wir hinauf in die Bokkeveld Mountains nach Nieuwoudtville, einem Zentrum für früh blühende Zwiebelgewächse. Um die Umgebung korrekt zu beschreiben, passt die Bezeichnung „bezaubernd ländlich“ am besten. Unser Ziel ist der Campingplatz auf der Groenrivier Farm der Familie Goldfarb, den wir nach einer Fahrt durch blühende Felder erreichen. Welche Überraschung, uns stehen eigene Ablutions mit WC, Dusche, Handwaschbecken, Spülbecken und großzügig bemessenen Ablage- und Arbeitsflächen in einem kleinen Steinhaus zur Verfügung. Eine überdeckte Terrasse mit Grillplatz teilen wir uns mit unseren „Doppelhausnachbarn“, zwei verwandten Paaren ebenfalls im Rentenalter.
Der überdachte Braaiplatz samt Camper
Sie sind freundlich und kontaktfreudig, und wir kommen ins Gespräch. Eine der Frauen ist in Wissen an der Sieg geboren und schon als Kleinkind mit ihren Eltern nach Südafrika ausgewandert. Der Bericht aus ihrer Kindheit klingt spannend.
Das Eingeweide unseres Campers
Blick aus unserer Kabinentür
Bulbinella oder Katstert
Kruipvygie
Kappenabendblume
Heute haben wir Elsas Ratschlag beherzigt und sind dicht an die unzähligen blühenden Wildblumen herangerückt. Mit Erfolg. Auch wenn in diesem Jahr der Blütenteppich fadenscheiniger als üblich ist, entdecken wir auf abseitigen Wegen viele kleine Kostbarkeiten.
(Kap-)Butterblume
Ibisse
Historisches Gemäuer früherer Siedlerhäuser
Ich versuche anhand des Carruthers und einer Infokarte von Nieuwoudtville die Namen zu bestimmen und bin irritiert, weil mehrere Arten als „Daisy“ bezeichnet werden. Wir besuchen einen Köcherbaum“wald“, dessen Ansammlung einzelner Bäume nur mit gutem Willen als solcher bezeichnet werden kann,
Der Köcherbaum"wald"
Er heißt wie er aussieht: Stachelbusch
und einen Wasserfall, der aufgrund der Trockenheit spärlich fällt.
Wasserfall
Beetle Daisy
Stinkbobbejaantje
Springbockblume
Kapveilchen
Nach einem Lunch aus Kaffee und einem mächtigen Kuchenstück, wie ich es seit den Fünfzigerjahren nicht mehr auf dem Teller hatte, gestatten wir einem felsigen Gebiet einen kurzen Besuch ab, auf dessen Gestein die Riefen deutlich zu erkennen sind, die Gletscher vor Millionen von Jahren auf ihrem Rückzug hinterlassen haben. Mich beeindrucken solche Zeugnisse der Urzeit.
Riefen in der urzeitlichen Gletscher"rutschbahn"
Agame
Die Hitze treibt uns schließlich auf den Campingplatz zurück, wo wir uns nach einer ausgiebigen Dusche im Schatten erholen. Morgen haben wir einen langen Fahrtag vor uns und sind gespannt auf den Namakwa Nationalpark.
speed66751 Beiträge · seit 201110. Okt. 2016 · #29
Hallo Freshy,
eure Blumenbilder sind ein Genuss! Auch wenn es eine spärlich Blüte gewesen sein soll - es ist allemal überwältigend wenn man die Massen an diversen Blüten zum ersten Mal sieht.
Da ich selbst grad am Blüten bestimmen bin, hätte ich aber deine "Beetle daisy"- Gorteria diffusa Asteraceae nicht als diese beziffert, sondern als Gazania lichtensteinii (botterblom) Asteraceae - wenn ich meinem "Wild Flowers of Namaqualand" Guide vertrauen kann... 😗 Ich habe aber selbst keine Ahnung und freue mich, wenn ich durch euren Bericht ein paar weniger Blüten nachschlagen muss - Danke euch somit für alles und freu mich auf das Namaqua Land, beste Grüße, Nette
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201110. Okt. 2016 · #30
speed66 schrieb: .................. Da ich selbst grad am Blüten bestimmen bin, hätte ich aber deine "Beetle daisy"- Gorteria diffusa Asteraceae nicht als diese beziffert, sondern als Gazania lichtensteinii (botterblom) Asteraceae - wenn ich meinem "Wild Flowers of Namaqualand" Guide vertrauen kann... 😗 ............. beste Grüße, Nette
Guten Abend Nette, nachdem ich im Carruthers, der Broschüre des Namakwa NP und einer Info von Nieuwoudtville verschiedene Bezeichnungen (lateinisch, afrikaans, englisch oder deutsch) gefunden hatte, habe ich unsere Spezialisten im Forum um Hilfe gebeten. Bei differierenden Angaben habe ich mich letztlich für eine entschieden 🙂 . "Daisy" heißen laut Maddy alle Margeritenähnlichen, "Beetle" stand irgendwo zusätzlich. Guck mal hier: http://www.namibia-forum.ch/forum/12-tiere-und-pflanzen/290594-fragen-an-zoologinnen-und-botanikerinnen.html?start=18
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201111. Okt. 2016 · #31
29. August: Kein Supermarkt in Nieuwoudtville und auch nicht in Kamieskroon
Wir müssen die Idylle auf der Groenrivier Farm leider verlassen. Herbert gibt in sein Navi für Nieuwoudtville „Einkaufen“ ein, doch außer einem Dorfladen mit verstaubten Konserven und Softdrinks sowie einer geschlossenen Schlachterei hat der Ort nichts zu bieten.
Tante Emma Laden auf Südafrikanisch
Der nächste Supermarkt wird in Calvinia angegeben. Das sind siebzig Kilometer nach Osten, aber wir müssen nach Westen. Wir sind optimistisch, bis Kamieskroon einen Lebensmittelmarkt zu finden und steigen ins Auto. Über den Vanrhyns Pass geht es zurück auf die N 7, die uns an unser Ziel nahe der Einfahrt zum Namakwa Nationalpark bringt.
VanRhyns Pass
Immer häufiger zeigen sich größere und kleinere Blütenteppiche am Straßenrand. Sie leuchten lila, gelb und orange. Kamieskroon ist allerdings ein armseliges Nest mit denselben beschränkten Einkaufsmöglichkeiten wie Nieuwoudtville. Der Campingplatz der Kroon Lodge ist neu und wirkt wie eine frisch bezogene Wohnung, in der Gardinen und Lampen noch fehlen. Aber alles ist blitzsauber und bis auf die abgezirkelten Stellplätze großzügig eingerichtet. Wir checken ein und fahren zum Einkaufen nach Springbok siebenundsechzig Kilometer nach Norden. Die Bewohner zwischen Lamberts Bay und Springbok müssen sich selbst versorgen oder lange Anfahrten fürs Einkaufen in Kauf nehmen. Wehe, die Familie will Kuchen backen und hat den Zucker vergessen!
Später fragen wir unsere Campingwirtin, wo wir nett essen können. Sie schickt uns über einen 4×4-Pfad fünfzehn Kilometer in die Berge auf die Taaiboskraal Farm, die von einer umtriebigen Burin betrieben wird.
Weg zur Taaiboskraalfarm
Heidekraut
Wir haben die Farm erreicht
Netter Willkommensgruß
Außer dem Restaurant bietet sie einzelne Zimmer und Buschcamping in der „Wilderness“ an. Der Ausflug zur Farm führt über einen kurzweiligen Pfad und ist zum Abschluss dieses drögen Tages eine willkommene Abwechslung. Die Speisekarte offenbart, dass die Haupteinnahmequelle eine Schafzucht ist. Leider mag Herbert kein Lamm, weshalb wir auf Hähnchen Pie ausweichen.
Von der Frucht zum Getränk 🙂
Die Gaststube
Sie darf nur eigene Produkte anbieten, sagt die Farmerin, aber als wir nach Wein fragen, bekommen wir ein Glas Weißwein, den Freunde mitgebracht haben sollen. Aha! Im Licht der untergehenden Sonne fahren wir zurück ins Tal und finden, dass der Tipp unserer Campingwirtin empfehlenswert war.
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201111. Okt. 2016 · #33
Daxiang schrieb:Hallo freshy, ich bin auch noch schnell zugestiegen und kann mich an der Blütenpracht gar nicht satt sehen! Freue mich auf die Fortsetzung mit ganz vielen Fotos. LG Konni
Hallo Konni, wir haben den Namakwa NP vor uns, dort wirst du noch einmal auf deine Kosten kommen 😄 . Danach stehen andere Höhepunkte im Vordergrund. Bis denne dann! freshy
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201112. Okt. 2016 · #34
Hier kommen alle Blumenliebhaber noch einmal auf ihre Kosten: 30. August: Blütenrausch im Namakwa Nationalpark
Laut Informationen des Nationalparks öffnen die Blumen frühestens ab 10:00 Uhr ihre Blüten, was uns Nachtigallen sehr entgegenkommt. Wir schlafen lang und bevor wir starten, frühstücken wir in Ruhe. Mit der Wirtin ist verabredet, dass wir gegebenenfalls in Hondeklip Bay an der Küste übernachten und erst morgen zurück sein werden.
Unspektakuläres Gate in den Namakwa NP
Blick auf das Infocenter
Wir sehen uns an den Blütenfeldern satt, die weithin in der Nationalfarbe der holländischen Vorfahren der Buren leuchten.
Orange, die Lieblingsfarbe der Oranjes 🙂
Gelbe Margerite
Zwischendurch entdecken wir auch Pflanzen in blau, weiß und rot, fotografieren die Kameras heiß und fahren schließlich Richtung Küste weiter.
Geranie
Meersenfblättrige Bärenblume
Gute Mischung
Nochmals Landschaft in Orange
Und in Weiß-Orange
Pietsnot oder Rotzäugiger Peter
Grabstein
Wachsranke
Unsichere Position
Bobbejaantjie oder Dreges Pavianschmaus
Steile Abfahrt
Buntes Wiesenstück
Ruine ohne Namen
Auch hier gibt es "Feenkreise"
Strandvygie, Durchmesser 10cm
Als die bergige Landschaft in die Ebene übergeht, wird die Strecke langweilig. Kurz vor Hondeklip Bay überraschen uns Minenfahrzeuge und Abraumhalden, und wir wundern uns, warum das Örtchen gepriesen wird. Direkt am Strand finden wir ein Fischlokal, wo wir zur Kaffeezeit mit Seehecht ein ordentliches Mittagessen einnehmen. Vor dem Lokal spielen Kinder mit Autoreifen, die sie vor sich herrollen und wieder einfangen. Der Spielplatz ist wohl mit Bedacht gewählt, denn ein Mitarbeiter aus der Küche bringt ihnen einen große Portion Pommes.
Über dem Meer hängt eine dicke graue Wolke, die immer näher heranrollt. Wir schließen die Reißverschlüsse der Fleecejacken bis zum Kinn und suchen das Tented Camp „Skulpieskraal“ auf, um ein möbliertes Zelt zu mieten. Wir hätten ein B&B nehmen sollen, denn wir können das Auto nicht bis ans Zelt fahren und müssen alles was wir brauchen herbeitragen. Inzwischen hat die Wolkenwand den Ort voll im Griff, der dichte Nebel ist patschnass. Rötlich leuchtende Straßenlaternen hoch wie Stadionleuchten versuchen, Orientierung zu geben. Dazu die ärmlichen Behausungen der Einwohner von Hondeklip Bay – was für ein trostloses Nest. Der Wetterbericht im Internet meldet: 0% Niederschläge, 92% Luftfeuchtigkeit, +14°C. Alles trieft, wir frieren und verkriechen uns mit unserem Campingtisch und einer Flasche Wein ins Zelt. Gut, dass wir unser Heizöfchen einschalten können, ohne dass die Sicherung durchknallt. 0 % Niederschlag, 92 % Luftfeuchtigkeit 😠
31. August: Flucht aus Hondeklip Bay und Hausarbeitstag
Wir haben unser Zelt nachts mit dem Heizöfchen trocken gehalten. Kaum öffnen wir morgens den Eingang, überfällt uns die Nebelwand wie ein nasser Waschlappen. Ich bevorzuge Regen, weil das Wasser dann nur von oben kommt! In der ungemütlichen und schmierigen Küche kochen wir Wasser für einen Cappuccino, essen ein paar Kekse dazu und haben es eilig, den Ort zu verlassen. Die schnellste Strecke nach Kamieskroon führt über Garies, wo wir wieder die N 7 erreichen. Endlich hebt sich die Nebelwand und die Sonne versucht ihr Bestes, Wärme zu vermitteln. Doch ein kalter Wind macht ihr einen Strich durch die Rechnung.
Hoffnungsschimmer am Horizont
Trübe Aussichten
Im Landesinnern ist nichts zu sehen von "hoher Luftfeuchtigkeit"
Auf dem Campingplatz Kroon Lodge werden wir wie alte Bekannte empfangen. Bis hierher sind die dicken Wolken nicht gekommen. Der Campingwirt hofft auf Regen, seine Tanks hätten nur noch für drei Tage Wasser. Ich fülle trotzdem eine Waschmaschine, die leider nur kalt wäscht. Wer auf einer so langen Reise 100%ig klinisch rein daherkommen will, darf keinen Campingurlaub machen! Bis zum Sonnenuntergang ist die gesamte Wäsche aufgrund des tüchtigen Windes trocken.
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201113. Okt. 2016 · #35
01. September: Die lange Fahrt zum Augrabies Falls Nationalpark
„Heute ist Frühlingsanfang“, informiert uns der Campingwirt. Vor dem Aufbruch müssen wir uns ins Gästebuch eintragen, darauf besteht er. Wir schreiben gerne ein paar freundliche Worte, denn das junge Ehepaar gibt sich große Mühe.
Heute ist Frühlingsanfang
Bei unserem Einkauf in Springbok für drei Tage Nationalpark erleben wir, was Zahltag bedeutet. Lange Schlangen an den ATMs, der Supermarkt so voll, dass man mit den Einkaufswagen nicht aneinander vorbeikommt. Genervte Mütter mit quengelnden Kindern, Familien und ausgemergelte alte Menschen – das Geld fest in der Hand – drängeln sich zwischen den Regalen. Die Einkaufsmengen im XXL-Format deuten darauf hin, dass sie lange reichen müssen. Kein Wunder bei diesen Entfernungen.
Wir atmen auf, als wir schließlich auf der Straße Richtung Osten rollen. Links und rechts Hunderte von Kilometern eingezäuntes Nichts mit Hochspannungsleitungen und Strommasten. Da braucht jemand viel Energie. Abraumhalden verraten, wer das ist. Plattes vertrocknetes Land mit Hügeln aus schwarzem Gestein, das aussieht, als hätte es jemand auf einen Haufen geworfen, begleitet uns über weite Strecken. Es hat in diesem Jahr auch in diesem Landstrich kaum geregnet. Erst wenige Kilometer vor dem Oranje sehen wir die ersten Kühe auf der Weide. Wo das Wasser des Flusses genutzt werden kann, ist Leben, wird Wein angebaut und gedeihen Zitrusfrüchte. Endlich erreichen wir den Nationalpark, lassen das übliche Prozedere über uns ergehen und suchen uns einen Stellplatz, der halbwegs im Schatten liegt. Wenige Meter von uns entfernt zwinkert der Oranje durchs stachlige Gesträuch.
Versteckt in den Büschen schauen neugierige Affengesichter zu uns herüber. Wenn sie zu dreist werden, wird geraten, die Affenwächter zu informieren. Die Viecher sollen nur aufpassen, denn Herbert hat eine Zwille zur Hand! Der Abfall wird jedenfalls affensicher in einem Käfig mit Verriegelung entsorgt. Diese Fehlkonstruktion ist so gebaut, dass die Tür zuschlägt, sobald man drinnen ist, um die Abfälle zu sortieren. Der Riegel rastet ein. Ich habe meinen Mann wie weiland Gretel ihren Hänsel aus dem Käfig befreien müssen. Beweisfoto anbei.
Affenfalle? Oder Menschenfalle?
Vor Sonnenuntergang spazieren wir auf Bohlenwegen zu den Aussichtspunkten des Wasserfalls, der als bombastisch beschrieben wird. Doch auch der Oranje führt aufgrund der Trockenheit weniger Wasser als üblich. Im Moment ist der Wasserfall im Vergleich zu den Werbefotos ein relativ schwaches Rinnsal. Da es für Fotos zu spät ist, werden wir es morgen noch einmal versuchen. Zum Dinner gibt es ein traditionelles Gericht aus meiner Kindheit. Schmeckt lecker! Doch das Schönste daran ist, dass wir bei angenehmen Temperaturen den Abend des Frühlingsbeginns vor dem Camper genießen können.
02. September: Wanderung auf dem Dassie Trail inklusive Outbackfeeling
Uns reicht der Dassie Trail
„Auch für Kinder gut geeignet!“, hat ein Schlauberger im Internet behauptet. Es ist anzunehmen, dass er den Dassie Trail nicht selbst gelaufen ist. Für uns werden es spannende drei Stunden auf einem Weg, der nur durch die zuverlässigen Wegweiser als solcher erkennbar ist.
Am Anfang ist es ganz einfach
Wir balancieren über wacklige Brückenkonstruktionen, die eine Überquerung der rauschenden, gurgelnden und gluckernden Nebenarme des Oranje möglich machen. An einigen Stellen fehlen sie ganz, und wir turnen über und zwischen riesigen Felsbrocken hinüber.
1. Brücke
Unter uns rauscht und gurgelt es
2. Brücke
Nur nicht in die Tiefe blicken! Wie es sich für einen Trail mit dem Namen Dassie gehört, passieren wir mehrere Wohnanlagen der possierlichen Tiere, die jedoch weniger zahm sind als ihre Verwandten auf dem Campingplatz. Wir wandern über riesige glattgeschliffene Felsplatten, die unter unseren Schuhsohlen wie Blätterteig knistern, weil die Erosion Schicht um Schicht abträgt.
Wenn nicht die Myriaden von Fliegen um uns herum sirren würden, wäre es eine perfekte Wanderung. Mundatmung ist dringend zu vermeiden! Wir sind fortwährend damit beschäftigt, die Plagegeister von Nase, Augen und Ohren fernzuhalten. Nur an windigen Stellen halten sie sich fern. Wir erinnern uns an eine Wanderung in Undara am Rande des Outbacks, wo wir uns vor den aufdringlichen Fliegen ebenfalls nicht retten konnten.
Zum Abschluss der Wanderung stehen wir vor einer knietiefen Furt, sofern man meine Kniekehlen als Maßstab nimmt. Es führt kein anderer Weg zum Campingplatz
Da müssen wir nun hindurch oder den Trail noch einmal machen. Während Herbert mit unbegründetem Optimismus nach einem trockenen Übergang sucht, ziehe ich Schuhe und Strümpfe aus und wate hinüber. Es dauert, bis er wieder auftaucht, um ebenfalls ohne Schuhe herüberzuwaten.
Als die Sonne beginnt, rote Filter einzusetzen, marschieren wir noch einmal zu den Aussichtspunkten des Wasserfalls. Diesmal sind wir rechtzeitig zur Stelle, um ihn im Sonnenlicht schäumen und sprudeln zu sehen.
Sundowner
Für den Abend haben wir ein Dinner im Restaurant des Camps gebucht. Weiße Tischdecken, geschmackvolles Gedeck und eine geschulte Bedienung erheben das Essen zu einem Erlebnis. Ich habe Straußenfilet gegessen, Herbert Kalaharischnitzel, was auch immer für ein Fleisch das sein mag. Beschwipst treten wir den Heimweg an.
toll deinen Bericht zu lesen. Wir haben eine ähnliche Route nur 2 Wochen kürzer gemacht. Wir sind halt keine Rentner, da muss man mit dem Urlaub haushalten 🙂 Die Furt die ihr durchwandern musstet habe ich mit unserem Ranger durchfahren. Der Augrabies N.P. hat uns gut gefallen. Da werden wir bestimmt noch einmal hinfahren und dann auch länger bleiben. Ich freue mich mit euch mitreisen zu können. Gruß Lothar
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201114. Okt. 2016 · #37
Hallo Lothar, du hast Recht, der Augrabies Falls NP lohnt einen zweiten Besuch. Nicht nur die Wasserfälle, auch die aride Landschaft hat einen besonderen Reiz. Hinzu kommt, dass die Einrichtung super gepflegt ist und von einer Top Crew geleitet wird. Von Sanparks bisher das Beste, was wir kennengelernt haben. Affenwächter! Sehr erstaunlich. Zwei volle Tage sind die mindeste Zeit, die man dort verbringen sollte. LG freshy
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201114. Okt. 2016 · #38
03. und 04. September: Sightseeing im Nationalpark und Weiterfahrt nach Upington
Am Frühstückstisch schwirren die Vögel um uns herum, verwuscheln unsere Frisuren *ggg*, wenn sie ‚haarscharf’ die Kurve nehmen. Maskenweber, Rotschwingenstare, Graubülbüls und Kapsperlinge sind darunter. Leider sind unsere Kameras gut verpackt, so dass wir die Schar nicht fotografieren können. Das werden wir morgen nachholen, denn sobald wir das Frühstück beendet haben, verlieren die gefiederten Schmarotzer das Interesse an uns. Stattdessen sind die Dassies aktiv geworden, die im Gebüsch neben uns wohnen.
Neugieriger Blick
Kleine Pause in der Sonne
An den Zähnen wird deutlich: Dassies stammen von den Elefanten ab
Auch Dassiebabys sind niedlich
Heute steht eine Autotour durch den Nationalpark auf dem Programm. Sie führt uns als erstes durch jene Pfütze, die wir tags zuvor nach der Wanderung von der anderen Seite her durchwatet haben.
Flussquerung mit Auto kein Problem
Beim nächsten Pothole strömen die Wasser in Strudeln über den Weg, aber mit Auto kein Problem. Im Augrabies Falls NP kommt die aride Landschaft voll zur Geltung. Vor allem der Moonrock, ein riesiger nackter Monolith, der wie ein Walrücken in der Landschaft liegt, ist eine Sehenswürdigkeit. Unter unseren Schuhen knistern wieder bei jedem Schritt die Gesteinsschichten wie Blätterteig, in den man hineinbeißt.
Geologische Besonderheit: Der Moon Rock
Was die Erosion so alles fertig bringt: Pop Up
Blick in den Canyon des Oranjes
Schwarze Gesteinshaufen
Die Hügel und Berge um uns herum sind zum Teil tiefschwarz. Ob oxydiertes Eisen oder Lavagestein wissen wir nicht. An den Viewpoints Arrarat und Oranje Com blicken wir in den Canyon des geschichtsträchtigen Oranjes. Die Trockenheit zeigt besonders deutlich die Tiefe des vom Wasser geschliffenen Felseinschnitts. Herbert loggt am Arrarat einen Geocache auf einem Gesteinsgipfel, dessen Versteck wir vom nächsten Stopp aus mit dem Tele anpeilen. Am Echo Corner springen zwei Klippspringer von dannen, als sie unser Fahrzeug hören. Wir rufen nach dem Namen des Bürgermeisters von Wesel, aber das Echo scheint kein Deutsch zu verstehen. Wir hören allenfalls ein „…sl“.
Als wir zum Campingplatz zurückkommen, hat er sich zu unserem Erstaunen gefüllt. Klar, es ist Samstag und Beginn der Frühlingsferien. Wir spazieren noch einmal auf den Bohlenwegen zu den Ausgucks an den Wasserfällen. Heute verhilft uns das Licht zu einigen schönen Fotos. Zudem hat sich der Wind gedreht, so dass wir bis in den Schlaf hinein die Wasserfälle rauschen hören.
Wildwasser
Rollstuhlgerechter Bordwalk zu den Wasserfällen
Augrabies Flat Lizzard: So bunt wie er ist keiner
Der lange Schatten des Hammerkopf
Der Fotograf
Das Motiv 🙂
Ibisse sind zuverlässige Wecker, sie drehen um halb Sieben kreischend ihre Runde. Es wird lebendig auf dem Platz, vor allem bei den Zelten der Jugendgruppe wuselt es. Prompt muss ich vor der Dusche warten. Vor dem Frühstück lege ich unsere dicke Kamera schussbereit neben die Kaffeetasse. Ein junger Graubülbül setzt sich auf einem Ast über mir in Szene, doch dann ist Schluss mit dem Shooting, denn es scheint heute zu viele Frühstückstische zu geben, von denen ein paar Krümel fallen. Maskenweberweibchen
Maskenbülbül
Kaprötel
Die 120 km bis Upington legen wir im Nu zurück. Trotz Sonntag haben die Supermärkte geöffnet, und das brauchen wir, denn wir müssen uns für eine Woche Kgalagadi NP mit Getränken und Lebensmitteln eindecken. Wir versuchen es zuerst bei Spar, der hier allerdings nur ein eingeschränktes Sortiment hat. Shoprite ist zwar riesig, doch wir dürfen nicht alle Artikel einpacken, die wir uns notiert haben. Vor allem die Weinflaschen müssen wir an der Kasse stehenlassen, denn heute ist der Tag des Herrn und somit der Verkauf von Alkohol verboten 😄 .
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201115. Okt. 2016 · #39
05. – 10. September: Unsere Zeit im Kgalagadi Transfrontier Nationalpark
05. September: Twee Rivieren
Heute Nacht hat der Wind an unserem Dachzelt gezerrt und die Stühle umgeworfen. Die Ibisse auf dem Campingplatz sind noch früher wach als ihre Artgenossen in Augrabies Falls. Schon um 6:00 Uhr kreischen sie und schmeißen uns aus dem Bett. Auch gut, denn wir haben einen langen Tag vor uns.
Sechzig Kilometer südlich von Upington haben wir gestern die Reiterfarm mit Camping "Duin-in-die-Weg" entdeckt. Sie ist wunderschön gelegen mit terrassierten Stellplätzen unter dichten Kameldornbäumen, rustikalen Ablutions, Wasser und Stromanschluss. Nach mehrmaligem Anlauf durch eine tiefe Sandkuhle stehen wir auf einem Rasen, auf dem es sich wie auf Schaumgummi läuft. Was wir erst später spüren, das sind die Bisse der Grasflöhe, von denen das Gras nur so wimmelte.
Eine schattige Wiese, weich wie Schaumgummi
Herberts täglicher Frühsport
Nach kurzem Halt in Upington, um weitere notwendige Dinge für den KTP – wie z. B. den Wein, den wir gestern an der Kasse stehen lassen mussten – einzukaufen, drehen wir nach Norden. Am Anfang ist die Kalahari platt, wie es platter nicht geht, links und rechts wiederum eingezäuntes Niemandsland.
Siedelwebers Mehrfamilienhaus mit Stromanschluss
Dann tauchen die ersten Wellen roter Dünen auf, die dieser Strecke den Namen „Rote Dünen Route“ gegeben haben. In Askham tanken wir voll und sind eine gute Stunde später am Nationalparkgate Twee Rivieren, das für uns an verschiedenen Countern gleichzeitig Grenze, Camping und NP-Eintritt für SA und Botswana erledigt.
Das Gate Twee Rivieren
Kurz nach dem Einlass spricht uns eine Deutsche an, ob wir die „freshys“ aus dem Namibiaforum seien. Es ist Helen. Wir hatten uns unverbindlich verabredet, aber nicht geglaubt, dass es klappt. Wir verabreden uns zum Abendessen im Restaurant. Zwischendurch nehmen wir einen Stellplatz in Besitz, der staubig, eng, laut und lieblos ist. Neben uns haben sich ein deutsches und ein schweizer Paar niedergelassen. Beide beklagen den schlechten Service ihrer Fahrzeugvermieter, die auf den ersten Blick günstiger waren als Africamper, aber auch unzuverlässig und sogar betrügerisch.
Das Restaurant hätten wir an der Rezeption vorbuchen müssen, was wir nicht wussten 😠 . Wir bestellen ein Take Away und werden von Helen und Ronald in ihr Chalet eingeladen. Das ist sowieso viel gemütlicher, denn als wir nach vergnüglichen zwei Stunden heimwärts wandern, ist es im Restaurant bereits dunkel. Schade, ich hätte gern gemeckert, dass das Straußenfilet zäh und trocken war.
06.September: Nossob
Sonnenaufgang
Wir stehen wieder früh auf, um loszufahren, weil wir auf der Fahrt nach Nossob auf Wildbeobachtung hoffen. Der Schweizer hat nun auch noch einen Platten, was bei dem Zustand seiner Reifen kein Wunder ist. Wir wünschen dem Paar viel Glück für die Weiterreise und machen uns auf den Weg. Strauße, Gnus, Oryxe und Springböcke sehen wir unterwegs, doch die Großkatzen zeigen sich nicht. Auf einem komfortablen Picknickplatz frühstücken wir.
Picknick mit Filterkaffee
Gnus muss ich nicht vorstellen 😉
Singhabicht
Kapturteltauben
Ein Strauß am Horizont
Die Sonne steigt zum Zenit, es wird trotz Klimaanlage heiß im Fahrzeug. Als wir um 15:00 Uhr Nossob erreichen, sind die Schattenplätze vergeben. Wie schaffen es eigentlich andere Touristen, so zeitig anzukommen, dass sie die besten Plätze belegen können? Später unternehmen wir noch einen Game Drive und sehen zwei Löwinnen dicht am Weg beim Nichtstun.
Langweilig hier
Gähn!
Mahaliweber
Riesentrappe
Oryxe haben alle die gleichen Masken
Die Geier warten schon
Den Hide in Nossob finden wir erst einmal nicht. Stattdessen erfrischen wir uns im Pool und lernen zwei südafrikanische Paare kennen, mit denen wir uns länger unterhalten. Der Weg in den Mabuasehube-Teil des KTP sei tiefsandig, hätte viele Steigungen und Senken, die Übernachtungsplätze Matopi seien in schlechtem Zustand, werden wir informiert. In drei Stunden Fahrt sei man dort.
@Zugvogel547 Beiträge · seit 201415. Okt. 2016 · #40
Hallo freshy
Ich bins noch einmal 😄 Im KTP müssen wir auch zur gleichen Zeit wie ihr gewesen sein. Waren wir doch vom 30.08.-13.09.16 im KTP... Jedoch kamen wir genau aus der Mabuasehube zurück (am 06.09.), als es für euch los ging dorthin.
Schön dass du so fleissig am Reisebericht weiter schreibst. Ich bin schon sehr gespannt, was ihr in der Mabua alles erlebt habt und wie es euch auf der Strecke in die Mabua erging. (Wir fanden die ersten ca. 20km scheusslich, aber danach gings gut, wobei wir für die gesamte Strecke ca. 5.5-6h brauchten 😉 )