fotomatte2'513 Beiträge · seit 200920. Mai 2015 · #361
Hoi Erika,
habe jetzt mal die letzten Episoden nachgeholt--das war richtig Arbeit. 😉 Jedenfalls möchte ich dir herzlich danken für das ausführliche Schildern dieser sicher nicht leicht zu verarbeitenden Zeit, die ihr da hinter euch gebracht habt. Was mich aber ein Stück sprachlos gemacht hat, ist, wenn dann auch noch so superkluge Belehrungen von irgendwelchen Randf...iguren kommen. Fremdschämen ist angesagt. 🤢
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200721. Mai 2015 · #362
Hoi Matthias
Du schriebst:
habe jetzt mal die letzten Episoden nachgeholt--das war richtig Arbeit. 😉 Jedenfalls möchte ich dir herzlich danken für das ausführliche Schildern dieser sicher nicht leicht zu verarbeitenden Zeit, die ihr da hinter euch gebracht habt.
Danke, dass du dir die Arbeit gemacht hast, alles durchzulesen. Nochmals sowas in der Art möchten wir wirklich auf gar keinen Fall mehr erleben. 🙁
Was mich aber ein Stück sprachlos gemacht hat, ist, wenn dann auch noch so superkluge Belehrungen von irgendwelchen Randf...iguren kommen. Fremdschämen ist angesagt. 🤢
Manche müssen sich halt auf eine sehr seltsame Art und Weise erleichtern. 🙂
fotomatte2'513 Beiträge · seit 200921. Mai 2015 · #363
Hallo Erika,
knapp daneben isch au vorbei--ich gelte zwar durchaus als Schwaben-affin, bin aber-soviel Zeit muss sein- im Badischen ansässig. Ist ungefähr so, wie wenn ich euch Aargauer ( richtig ??? ) als Berner bezeichnen würde. 😄 😎 😗
ich zittere mit und bin froh, dass ich Euch, während ich lese, sicher wieder zu Hause weiß.
Vor vielen Jahren hat mein Mann mal auf Menorca mit einem Darmverschluss im Krankenhaus gelegen, so mit OP und allem Drum und Dran und unsere beiden Kinder waren erst 4 Jahre alt. Ich dachte damals, das sei schon die Krönung, aber ich konnte jeden Tag ins Krankenhaus fahren und meinen Mann sehen und Spanien ist immerhin noch Europa mit ordentlichem medizinischen System.
Aber die Versorgung Deines Toni scheint ja Gott sei Dank auch in Afrika gut gewesen zu sein. Ich kann Deine Gefühle weit weg von zu Hause ohne Familie und Freunde und vor allem weit weg von Deinem Mann glaube ich ganz gut nachvollziehen. Toll, wie Du alles gemeistert hast, vielleicht solltest Du Dein Avatar mal in eine Löwin ändern (obwohl Schimpansen dafür ja sehr intelligent sind 😄 )
Danke für Deinen Bericht und viele Grüße Karin
Würde sollte niemals ein Konjunktiv sein.
Namibia 2016: Infos zu Auto+Camps+die "Jahrhundertsichtung"
Namibia 2015: Namibia - Mein Seelenland
Namibia und Botswana 2014: Überraschungstour Namibia und Botswana mit Guide
Namibia 2013: Drei Heidjer in Namibia - Guck mal, Elefanten!
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200721. Mai 2015 · #366
Hallo Karin
Beim Darmverschluss kann ich auch mitreden 🙁 . Vor knapp drei Jahren musste mir deswegen notfallmässig der Bauch aufgeschnitten werden 😐 . Es war fünf vor zwölf, aber glücklicherweise ist alles ohne Komplikationen verlaufen und der Darm war noch ganz 😁 War schon heftig, aber es ist bei uns daheim passiert und nicht irgendwo im Busch draussen. Du und deine Kinder habt euch den Urlaub bestimmt auch anders vorgestellt, aber man kann sich’s leider nicht aussuchen.
Über die ärztliche Versorgung in Nairobi können wir uns absolut nicht beklagen, ganz im Gegenteil. Wir fragen uns heute noch, ob man bei uns ebenso schnell die richtige Diagnose gestellt und auch so umgehend die dafür notwendigen Medikamente verabreicht hätte.
piscator1'483 Beiträge · seit 200922. Mai 2015 · #367
Liebe Erika, Ich habe bislang ohne Kommentar und ohne Button-Drücken Deinen Bericht verfolgt und immer wieder gedacht: Hoffentlich passiert uns das nicht!!! Dein Bericht war für mich aus einem ganz besonderen Grunde wirklich wichtig: Dein Verhalten nach Tonys Einlieferung ins Krankenhaus gab mir viele praktische Tipps dafür, was man in einer solchen Situation tun kann. Dafür danke ich dir , neben den vielen schönen Fotos! Ich kann den Fortgang deines Berichtes leider nicht mehr verfolgen, da wir vor der Abreise nach Namibia stehen, werde aber nach unserer Rückkehr genau nachlesen, was noch so passiert ist und wie es letztendlich Toni ergangen ist.
Noch eine Randbemerkung: nachdem wir uns über die Parkmöglichkeiten beim Flughafen in Frankfurt informiert hatten, sind wir heilfroh, dass der Streik abgesagt wurde und wir mit der Bahn reisen können.
Herzliche Grüße von
Piscator/ Reinhard
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200722. Mai 2015 · #368
Severin Safari Camp. Tsavo West NP, 20. Januar 2015 Nach dem Frühstück fangen Harrison und ich an, einige Dinge ins Auto zu packen, denn morgen werde ich ja diesen Ort endgültig verlassen.
Meine gefiederten Freunde warten wie immer auf ein paar Brotkrümel. 😁
Dem TCS melde ich, dass ich morgen nach Arusah fahren werde um dann so bald wie möglich nach Nairobi weiter zu fliegen. Die Antwort kommt postwendend. Man teilt mir mit, diesen Entschluss sehr zu begrüssen und ich solle wegen der Rückerstattung der Unkosten alle Quittungen aufbewahren. Sobald ich in Nairobi eingetroffen sei, und der Patient von den Ärzten für „flugfähig“ befunden werde, würde man für uns beide den Rückführung in die Schweiz organisieren 🙂 .
In der Zwischenzeit telefoniert Jürgen mit dem Chef-Ranger in Mtito Andei um ihm mitzuteilen, dass ich morgen den Park über das Maktau Gate verlassen werde. Um mir die Fahrerei zum ca. 50 km entfernten Hauptgate zu ersparen, übernimmt Jürgen das für mich und bezahlt dort die restlichen Tage Parkeintritt und kriegt eine Quittung dafür, die ich dann bei der Ausreise am Maktau-Gate vorweisen muss, wobei mir ein Tag, sowie die Fahrzeuggebühren von dem netten Ranger geschenkt werden 😁 Es ist schon unglaublich, wie hilfsbereit und freundlich all diese Leute sind. 😘
Heute haben wir hier grosse Mühe mit dem Internet und Telefonempfang. Dabei muss ich noch so vieles erledigen. Mit dem TCS korrespondieren, unsere Gastgeber in Arusha wegen eines Zimmers anfragen, Dr. Hooker mein Kommen ankündigen usw. Andauernd fahre ich zur Werkstatt, dann versuch ich‘s wieder im Küchenschrank oder per Email, aber nur nach vielen Versuchen krieg ich jeweils Verbindungen zustande, was sehr nervt 😐 .
Am Nachmittag kehrt Manja, die für ein paar Tage mit einer fahrbaren Klinik unterwegs war, ins Camp zurück. Wir ziehen uns in eine stille Ecke zurück und erzählen und erzählen….. Manja bietet mir an, für mich möglichst in der Nähe des Aga Khan Hospitals in Nairobi eine Unterkunft zu organisieren und einen Fahrer an den Flughafen zu schicken, der mich zur Unterkunft bringt. Sobald ich wisse, wann ich in Nairobi ankomme, werde sie alles in die Wege leiten. Ich bin einfach sprachlos über diese Hilfsbereitschaft. Wie kann ich das je wieder gut machen?
Nach einigen vergeblichen Fahrten zur Werkstatt, kann ich irgendwann zwischen der Gitterwand und dem alten Landcruiser doch noch Toni telefonisch erreichen. Ich brenne nämlich darauf ihm mitzuteilen, dass ich morgen nach Arusha fahren werde 🙂 . Seine Freude ist unbeschreiblich und meine natürlich auch. 🤪 Obwohl er‘s mir nicht so richtig zeigen möchte, merke ich doch sehr gut, dass er sich wegen dieser Fahrt ziemliche Sorgen macht. Wir wissen aber beide, dass das der einfachste und beste Weg ist, unser Fahrzeug nach Tansania zu bringen. Es war nämlich auch noch die Rede davon, dass ich nach Nairobi geflogen werden könnte und dann ein Fahrer unser Auto nach Arusha bringt, aber diese Variante kommt für mich überhaupt nicht in Frage. Diesen Wagen fährt entweder Toni oder ich und sonst niemand. 🤨 Wie angeboten, in der Lodge stehen lassen geht auch nicht, da er ja laut Gesetz nur höchstens drei Monate in Kenia verbleiben darf, und man weiss ja, wie rasch drei Monate verstreichen 😐 .
Egal, ich schaffe das, bald werden wir wieder vereint sein. Ich kann es kaum erwarten. 🤪
Am Abend kommt dann noch die Meldung aus Arusha rein, dass man mir für morgen eine gute Fahrt wünsche und das Zimmer für mich bereit sei. 🙂
Paul, mein Copilot und Weggefährte ist auch schon eingetroffen. Eigentlich läuft alles wie am Schnürchen.
Als ich beim Kellner nur was Kleines zum Abendessen bestelle, verdreht dieser wieder die Augen 🙄 und schüttelt den Kopf. Ich kann einfach kaum was runter würgen. Langsam schlottern mir meine Kleider am Leib, die Hose kann ich runterziehen, ohne sie zu öffnen 😊 . Ich falle bald aus dem Leim 🙄 .
Manja hat in der Zwischenzeit eine Pension ganz in der Nähe des Aga Khan Hospitals ausfindig gemacht und bereits angefragt, ob für mich ein Zimmer frei wäre. Man wird mir eines reservieren, ich muss nur noch melden, wann ich eintreffe. Auch ein Fahrer, der mich vom Flughafen Nairobi zur Unterkunft bringen wird, ist bereits kontaktiert worden und wartet darauf, dass er mich abholen kann. Diese Leute machen mich einfach sprachlos. Ich kann gar nicht in Worte fassen, welches Glück ich habe, ihnen begegnet zu sein. 😘
Nach dem Abendessen sitze ich auf meiner Veranda am Internet und lese wieder über dieses Guillain-Barré-Syndrom. Ich sollte das eigentlich nicht mehr tun, denn es trägt dazu bei, dass ich mir wieder den Kopf zermartere. Wird mein Mann je wieder gehen können? Wird er einen bleibenden Schaden davon tragen? Was ist, wenn plötzlich die Atmung aussetzt, was ja bei diesem Syndrom hin und wieder vorkommt, und er einen Luftröhrenschnitt benötigt? Müssen wir wegen der vielen Treppen unser Haus verkaufen und in eine rollstuhlgängige Wohnung ziehen? Ich durchforste das Netz nach Foren und Berichten von Betroffenen, aber je länge ich lese, desto mieser fühle ich mich 🙁 .
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200722. Mai 2015 · #369
Lieber Reinhard, es freut mich sehr, dass du meinen Bericht verfolgst.
Du schriebst:
Dein Bericht war für mich aus einem ganz besonderen Grunde wirklich wichtig: Dein Verhalten nach Tonys Einlieferung ins Krankenhaus gab mir viele praktische Tipps dafür, was man in einer solchen Situation tun kann. Dafür danke ich dir , neben den vielen schönen Fotos!
Es gibt schon ein paar allgemeine Verhaltensregeln bei einem medizinischen Notfall, obwohl es ja immer auch auf die spezielle Situation drauf ankommt. Jedenfalls nützt es nichts, wenn man eine Versicherung anruft und sagt: „Bitte fliegt mich aus, mir ist schlecht“. Wir hatten einfach das Glück, dass wir den Arzt Joel von der Nachbarlodge zur Seite hatten, der bestätigen konnte, dass der Patient ernsthaft erkrankt war. Dass unser TCS daraufhin nicht lange gefackelt hat und sogleich die Flying Doctors geschickt hat, war für uns abermals ein riesen Glücksfall.
Ich kann den Fortgang deines Berichtes leider nicht mehr verfolgen, da wir vor der Abreise nach Namibia stehen, werde aber nach unserer Rückkehr genau nachlesen, was noch so passiert ist und wie es letztendlich Toni ergangen ist.
Dann wünsch ich euch einen wunderbaren Urlaub in Namibia. Geniesst die Zeit und kommt gesund zurück.
Noch eine Randbemerkung: nachdem wir uns über die Parkmöglichkeiten beim Flughafen in Frankfurt informiert hatten, sind wir heilfroh, dass der Streik abgesagt wurde und wir mit der Bahn reisen können.
... och, menno, mir hängt beim Lesen schon wieder das Wasser in den Augen...
Grüßles an euch
und weiterhin gute Therapie-/Trainingserfolge!!
Wieder Reisen wollen ist eine schöne und starke Motivation! ...wenn man das Reisen liebt, so wie ihr. 🙂
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
Anita40874 Beiträge · seit 200822. Mai 2015 · #371
Hoi erika und mister toni, ich bin fix und fertig. Ihr erlebt meinen alptraum. es ist gut zu hören das toni auf dem weg der besserung ist. ich muss mein englisch verbessern !!!! Wenn wir mal in so eine furchtbare situation kommen, könnte ich mich gar nicht richtig verständigen. Das geht gar nicht. Danke für das wachrütteln.
und ... ich verstehe das euer auto nur von toni oder dir gefahren wird.
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200723. Mai 2015 · #372
Lilytrotter schrieb:
und weiterhin gute Therapie-/Trainingserfolge!! Wieder Reisen wollen ist eine schöne und starke Motivation! ...wenn man das Reisen liebt, so wie ihr. 🙂
Der grosse Wunsch, wieder in Afrika rumreisen zu können, treibt Toni unheimlich an. Oft muss ich ihn richtig bremsen, damit er sich nicht übernimmt. 😄
Anita schrieb:
ich bin fix und fertig. Ihr erlebt meinen alptraum. es ist gut zu hören das toni auf dem weg der besserung ist. ich muss mein englisch verbessern !!!! Wenn wir mal in so eine furchtbare situation kommen, könnte ich mich gar nicht richtig verständigen. Das geht gar nicht. Danke für das wachrütteln.
Englisch zu lernen ist sicher extrem hilfreich. Besonders wenn man in einer Notsituation ist, kann man sich die Gesprächspartner nicht aussuchen und Englisch (oder Afrikaans) sprechen die meisten Leute in Namibia. Im Gegensatz zu früher spricht ja heute auch kaum mehr ein Beamter Deutsch. Also lern mal schön. 😉
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200701. Juni 2015 · #373
Severin Safari Camp, Tsavo West NP, Kenia - Arusha, Tansania, 21. Januar 2015 Habe schon wieder eine schlaflose Nacht hinter mir. Es ist nicht nur wegen der flatternden Fledermäuse und der bevorstehenden Fahrt nach Arusha, ich bin einfach zu unruhig, um zu schlafen und ich möchte endlich bei Toni sein.
Um sechs Uhr stehe ich auf und zwinge mich, ein wenig zu frühstücken. Ich muss etwas im Magen haben, da ich heute fit sein möchte. Dazu trinke ich eine ganze Kanne starken Kaffee.
Paul, mein Beifahrer, hilft mir, unser Fahrzeug so zu packen, dass bei Fahren nichts verrutscht. Tonis Packsystem hab ich glücklicherweise noch einigermaßen im Kopf.
Nachdem alle Rechnungen beglichen sind, verabschiede ich mich von all den lieben Menschen, die mir meinen Zwangsaufenthalt so angenehm wie möglich gestaltet haben. Ich bin unendlich dankbar für die grosse Hilfe und Unterstützung und kann gar nicht in Worte fassen, wie froh ich bin, bei ihnen gelandet zu sein. Sobald Toni wieder reisen kann, möchte ich mit ihm an diesen wunderbaren Ort zu diesen aussergewöhnlich lieben Menschen zurückkehren. Wir werden uns ganz bestimmt wiedersehen, versprochen.
Jürgen schärft Paul ein, dass er sich unterwegs mit mir unterhalten müsse. Paul nickt verlegen, so ganz geheuer scheint ihm seine Beifahrerrolle nicht zu sein 😵 . Wahrscheinlich ist er noch nie von einer Frau chauffiert worden 🙂 .
Kurz vor neun Uhr marschieren wir zum Fahrzeug. Bevor ich einsteige, schau ich dem kleinen orangen Puch lange in die Augen, bzw. Scheinwerfer. „Du musst dir heute ganz besonders Mühe geben, mein Freund, denn ich bin nun wirklich darauf angewiesen, dass du mich heil nach Arusha bringst“. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass er mir zuzwinkert, was mich sehr beruhigt. 😁
Anfänglich ist Paul noch etwas verspannt. „Achtung Kurve. Achtung schmale Furt, langsam fahren, die Furt über den Fluss ist wirklich schmal!“ 😵 😄 Später wird die Landschaft offener und übersichtlicher, sodass sich Paul erleichtert zurücklehnt. „Dieses Fahrzeug hat eine wunderbare Federung“, meint er anerkennend, während er genüsslich seine Cola schlürft 🙂 .
Dann schweigen wir wieder, bis wir in eine Gegend kommen, wo es erst kürzlich stark geregnet haben muss und die Piste ziemlich verschwemmt ist. Paul meint, dass hier seit mehreren Tagen niemand mehr gefahren sei und dass es weiter westlich eine zweite Piste gebe, wo man wegen dem Black Cotton Soil um diese Jahreszeit wohl wochenlang unentdeckt stecken bleiben könnte.
Ja, ich bin froh um Paul, der mir den richtigen Weg weist und der bei Bedarf sogar fähig wäre, einen Reifen wechseln 🤪 .
Nun gilt es noch, ein grosses Schlammloch zu durchqueren. Und während ich es konzentriert und souverän durchfahre 😎 , trompetet es nebenan 🙄 , sodass ich mich fast zu Tode erschrecke 🤢 . Paul macht grosse Augen und fragt mich, ob ich denn den grossen Elefantenbullen nicht gesehen hätte. „Nein, hab ich nicht.“ 😊
Etwas später galoppiert eine riesige Büffelherde über die Piste. Es sind so unglaublich viele Tiere, dass ich anhalten und warten muss, bis sie vorbei sind. Auch die zahlreichen Giraffen, Zebras, Dikdiks usw. interessieren mich nicht. Normalerweise würde mich ja der Anblick der vielen Tiere sehr verzücken, aber momentan hab ich nur ein Ziel, nämlich nach Arusha zu fahren und zwar heute noch. Deshalb bin ich auch froh, dass nun die Piste zum Gate hin wieder trockener und besser befahrbar ist.
Irgendwann kommt mir in den Sinn, dass ich heute trotz der schönen Motive noch gar kein Foto geschossen habe und da ich ja trotz der widrigen Umstände ein Fotoalbum vom unserer Reise machen möchte, frag ich Paul, ob ich von ihm ein Erinnerungsfoto machen dürfe. Er willigt natürlich ein - es bleibt ihm ja auch gar nichts anderes übrig. 😘
Darf ich vorstellen? Mein Copilot Paul. 🙂 🙂 🙂
Und hier das letzte Stück der Piste vor dem Maktau Gate.
Die 65 km bis zum Maktau Gate schaffen wir in 1 ¾ Stunden. Kurz vor dem Gate lasse ich Paul ans Steuer. Er zeigt im Office mein Permit mit den Quittungen für die bezahlten Eintrittsgebühren vor und erzählt der Dame meine Leidensgeschichte und dass ich in meinem Zustand nicht Auto fahren könne 😕 , weshalb er das für mich übernommen habe. Ich weiss ja nicht, was er ihr alles erzählt und ob er mich als alte, tatterige Tante hinstellt 😗 , ist mir auch egal 🤨 . Die Ranger in Mtito Andei hatten das so vorgeschlagen, damit mir die Gebühren fürs Fahrzeug geschenkt werden. Die Dame zeigt grosses Verständnis und bemitleidet mich sehr 😊 , was mir fast peinlich ist, da wir ja nun ein wenig geschummelt haben 😎 .
Weiter geht‘s. Bald darauf biegen wir rechts auf die Hauptpiste nach Taveta ab. Paul ist immer noch am Steuer und möchte es gar nicht mehr aus der Hand geben 😠 . Erst als er über eine Eisenstange fährt 😈 , weil er sie für einen Holzstock hält, und es unter dem Auto einen lauten Knall gibt 🤢 , hält er erschrocken an. Gemeinsam schauen wir unter‘s Fahrzeug, aber es scheint alles in Ordnung zu sein 🙂 .
So, nun bin ich wieder die Chefin 😛 . Vom Maktau Gate bis zur Grenzstation Taveta sind es noch 50 km auf löcheriger und staubiger Piste. Anfänglich ist der Verkehr noch sehr minim, nimmt jedoch zur Grenze hin mehr und mehr zu. Nun erteilt mir Paul Fahrunterricht 🤩 . Ich müsse ganz langsam fahren und immer in die Seitenspiegel schauen und falls mich einer überhole müsse ich zur Seite fahren und ihn vorbei lassen. Zudem müsse ich auf die Motorradfahrer achten, das seien nämlich die Schlimmsten, da sie keine Ahnung davon hätten, wie lang und wie breit sie seien und dass ich auf jeden Fall schuldig sei 😵 , wenn einer in mich rein fahre. Paul schaut ganz verkrampft in den Seitenspiegel und rapportiert mir jedes hinter uns fahrende Fahrzeug mit Automarke und Farbe 😄 .
Um 12 Uhr, nach drei Std. Fahrzeit ab dem Severin Camp erreichen wir Taveta. Paul besorgt mir für 2‘000 KS Safaricom Rubbelkarten, welche er leider nur in Einheiten von 100 KS kriegt, was heisst, dass ich zwanzig Mal rubbeln und Telefon aufladen muss 🤨 . Dann zeigt er mir noch, wo ich Benzin kriege und wartet, bis ich aufgetankt habe.
Nun verabschiede ich mich von meinem Wegbegleiter, Fahrlehrer und Copiloten Paul, bezahle ihm den zuvor vereinbarten Betrag, den ich noch ein wenig aufrunde und schenke ihm etwas Telefonguthaben.
Da ich nicht sicher bin, ob ich in Tansania kenianische Telefonkarten aufladen kann, such ich mir noch vor der Grenzstation einen Parkplatz und rubble und rubble 😈 bei brütender Hitze an der prallen Sonne 😈 die kleinen Einheiten ab und lade auf und lade auf. Echt mühsam und zeitraubend das Ganze 🙁 . Natürlich rufe ich auch noch Toni an um ihm mitzuteilen, dass ich bereits an der Grenze sei und die Hälfte der Strecke bereits hinter mir habe 🙂 🙂 🙂 .
Die Abwicklung am Kenia-Zoll geht echt entspannt und zügig voran. Strassengebühr wird nicht verlangt, die wäre eigentlich 40 U$ pro Monat gewesen, aber aufdrängen tu ich mich natürlich nicht 😛 .
Auf der Tansania-Seite muss ich einen Zettel ausfüllen, aber mein Visum ist immer noch gültig, da es jeweils für drei Monate ausgestellt wird. Der Customs-Mann erkennt mich wieder und fragt, wo denn mein Mann sei. Ich erzähl ihm Tonis Geschichte, was ihn aber nicht daran hindert, 25 U$ für die Strassengebühr zu verlangen (20 U$ + 5 U$ für irgendwas), aber natürlich alles mit Quittung.
Um 14 Uhr bin ich endlich durch. Nun haben der Puch und ich für die restliche Strecke bis Arusha nur noch Teerstrasse vor uns. Der Motor schnurrt zufrieden, wir zwei kommen gut voran 😁 . Bald erreichen wir Moshi. Dann geht‘s am Flughafen entlang, wo ich bei einem Shoppingcenter anhalte und ein paar Nüsschen kaufe, da mein Magen langsam rebelliert. Ich bin hellwach und funktioniere prima 😁 . Die zahlreichen Lastwagen, die sich mühsam nach Arusha hochquälen, überhole ich einen nach dem anderen 🤩 . Meine Bedenken wegen dem höllischen Verkehr sind wie weggeblasen. Die können mich alle, ich hab‘s voll im Griff. Auch das übliche, zeitraubende Verkehrschaos durch Arusha beeindruckt mich überhaupt nicht. Ich fahre wie sie, quetsche mich überall rein und überhole links und rechts.
Kurz vor 17 Uhr erreiche ich endlich nach acht Stunden das Tor zur Farm meiner Gastgeber, welches von einem Sicherheitsmann geöffnet wird. Ich fahre aufs Gelände…..und lande prompt vor dem falschen Haus 🤢 . Jetzt hab ich doch zum Schluss noch nachgelassen 😠 ! Vor lauter Erleichterung, endlich am Ziel angekommen zu sein, fang ich an zu schlampen und lass mich gehen 😐 . Schnell umdrehen, hoffentlich hat‘s niemand gesehen 😊 .
Schlussendlich finde ich dann doch noch das Gästehäuschen, wo ich von meiner Gastgeberin herzlich begrüsst werde. Sie hat mir ein paar Brötchen gestrichen 😘 , da sie annimmt, dass ich nach der langen Fahrt fast am Verhungern sein muss.
Nun telefoniere ich mit Toni um ihm mitzuteilen, dass ich gut in Arusha angekommen sei. Es tönt fast, wie wenn er vor Freude weint und auch ich muss ein paar Tränen der Erleichterung verdrücken 🙂 .
Monas, der Angestellte, hilft mir beim Auto entladen und dann geh ich zu meinen Gastgebern rüber, da sie mich netterweise zum Essen eingeladen haben 🙂 .
Anschliessend schreibe ich stundenlang E-Mails, skype mit Manja und trinke literweise Wasser.
Nach dem Duschen leg ich mich um 22 Uhr ins Bett. Welch ein denkwürdiger Tag! Ein wenig stolz bin ich ja schon, dass ich das so gut gemeistert habe 🤪 .
Nun muss ich nur noch so bald wie möglich ein Flugticket nach Nairobi kriegen. Toni, ich komme!!! 😘 🤩 😁
ich bewundere Dich! Für ihre Lieben schaffen Frauen unglaubliche Dinge. 🤩
Übrigens, Hilfsbereitschaft bekommen meist die, die selber liebenswert und hilfsbereit sind. 😘
Viele Grüße Karin
Würde sollte niemals ein Konjunktiv sein.
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ich kenne euch zwar (noch) nicht, aber spontan habe ich dasselbe gedacht wie Karin.
Liebe Grüße
JuRo
franzicke2'085 Beiträge · seit 201201. Juni 2015 · #376
Erika schrieb
Nun telefoniere ich mit Toni um ihm mitzuteilen, dass ich gut in Arusha angekommen sei. Es tönt fast, wie wenn er vor Freude weint und auch ich muss ein paar Tränen der Erleichterung verdrücken 🙂 .
Das geht mir wirklich sogar beim Lesen so - ich bin ja so erleichtert, dass du gut durchgekommen bist!!! Herzlich Ingrid
helliulli142 Beiträge · seit 201101. Juni 2015 · #378
hut ab, erika! das macht dir so schnell keiner nach! lbg ulli 🙂
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200701. Juni 2015 · #379
Chamäleon2011 schrieb:
ich bewundere Dich! Für ihre Lieben schaffen Frauen unglaubliche Dinge. 🤩
Ja, wir Frauen sind stärker, als es die Männer wahrhaben wollen. 😎
Übrigens, Hilfsbereitschaft bekommen meist die, die selber liebenswert und hilfsbereit sind. 😘
In unserem Fall war die Hilfsbereitschaft leider sehr einseitig 🙁 . Irgendwie werden wir das aber ganz bestimmt wieder gutmachen. Dass einem Leute, die man erst kennen gelernt hat dermassen zur Seite stehen, ist schon sehr aussergewöhnlich.
JuRo schrieb: Hallo Erika und Toni,
ich kenne euch zwar (noch) nicht, aber spontan habe ich dasselbe gedacht wie Karin.
Danke dir. Wir freuen uns jedenfalls sehr darauf, euch bald kennen zu lernen 🙂 .
Franzicke schrieb:
Erika schrieb Nun telefoniere ich mit Toni um ihm mitzuteilen, dass ich gut in Arusha angekommen sei. Es tönt fast, wie wenn er vor Freude weint und auch ich muss ein paar Tränen der Erleichterung verdrücken 🙂 .
Das geht mir wirklich sogar beim Lesen so - ich bin ja so erleichtert, dass du gut durchgekommen bist!!! Herzlich Ingrid
Ich war wirklich sehr froh, dass ich die Fahrt so gut gemeistert habe, zumal ich ja seit Jahren nicht mehr selbst am Steuer gesessen bin. Aber glernt isch glernt 😁 .