ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200702. Juni 2015 · #381
Liebe Anita
Ui, du hast wohl echt mitgefiebert, ob ich heil am Ziel ankomme 😄 . Lieb von dir. 🙂 Naja, so ne Sonderleistung war‘s dann doch wieder nicht, nur etwas ungewohnt, da ja normalerweise Toni der Fahrer ist.
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200707. Juni 2015 · #382
Arusha, 22. Januar 2015 Nachdem ich letzte Nacht keine Sekunde geschlafen habe, stehe ich noch vor der Morgendämmerung auf. Ich frage mich, welcher Motor mich antreibt, der mich seit vielen Tagen ohne Schlaf und ohne ausreichend zu essen immer noch voll funktionieren lässt.
Mit einer Tasse starkem Kaffee setze ich mich auf die Veranda. Hoffentlich kriege ich schon morgen einen Flug nach Nairobi. Mein Gastgeber wird sich gleich telefonisch am Flughafen erkundigen, ob das möglich ist und wenn ja, einen Fahrer schicken, der mir das Ticket besorgt. Auch hier muss ich sagen, dass ich sehr dankbar für diese Hilfe bin. 🙂
Von Dr. Hooker erfahre ich per E-Mail, dass Toni nun ins CCU verlegt wurde. Was ist CCU? 😕 Google erklärt mir, dass das Coronary Care Unit heisst, und dass dort Patienten mit akuten Herzproblemen eingeliefert werden. 🙁 Mein Herz steht fast still vor lauter Schreck. 😵 Da mir Dr. Hooker auch gleich noch die Direktwahl mitgeteilt hat, versuche ich sofort, Toni anzurufen. Erst nimmt aber eine fremde Person das Telefon ab und die behauptet, dass hier kein Toni liege, oh Schreck. 🤨 Erst nach mehreren Versuchen klappt es dann doch noch, uff. 🙂 Toni versichert mir, dass es ihm nicht schlecht gehe und er in einem schönen Zimmer liege und sogar einen Fernseher habe.
Tonis Fernseher 😁 Er werde nun sogar ab und zu mit Hilfe von ein paar starken Leuten aufgenommen, die mit ihm einige Schritte hin und her gehen.
Dieses Bild wurde am 18.1.15 auf der Intensivstation mit Tonis Handy aufgenommen. Es ist sein ausdrücklicher Wunsch, dass ich es hier zeige.
Falls ich schon morgen nach Nairobi fliegen kann, muss ich noch heute unseren Koffer packen. Was bleibt im Fahrzeug? Was kommt mit nach Hause? Was ins Handgepäck? Was in den Koffer? Ich muss ganz genau überlegen, darf ja nichts vergessen und keinen Fehler machen. Man glaubt ja gar nicht, woran man alles denken muss.
Zum Mittagessen bin ich wieder eingeladen. Es gibt Ente mit Kartoffelbrei und Salat und schmeckt so prima, dass ich heute sogar ein wenig mehr esse, als in den letzten Tagen.
Am Nachmittag hab ich dann endlich das heiß ersehnte, von einem Fahrer besorgte Flugticket nach Nairobi in der Hand. Der Flug mit Kenya Airways startet morgen um 11 Uhr vom Kilimanjaro Airport. Morgen Mittag werde ich endlich nach vielen Tagen der Trennung bei Toni sein 🙂 . Der Koffer ist gepackt, ich bin bereit. 🤪
Nun kann ich auch Manja vom Severin Safari Camp mitteilen, dass ich morgen nach Nairobi fliegen werde. Sie verspricht mir, mein Kommen umgehend im nahe des Spitals gelegenen Azee Gästehaus zu melden und somit mein bereits vorreserviertes Zimmer definitiv zu buchen. Zudem wird sie einen Fahrer namens Julius an den Flughafen schicken, der mich abholt und zu meiner Unterkunft bringt. Manja, du bist einfach einzigartig! 😘
Die Drähte laufen nun heiß. Endlich wird Tonis ahnungslose Schwester über das Vorgefallene unterrichtet. Die fällt natürlich aus allen Wolken und behauptet, schon lange geahnt zu haben, dass etwas nicht stimmt. Kann ja schon sein. Geschwister sollen ja manchmal so ne spezielle Antenne haben. 😉
Auch dem TCS melde ich, dass ich morgen Mittag in Nairobi eintreffen werde, was postwendend sehr wohlwollend zur Kenntnis genommen wird, da ja von nun an die Kommunikation sehr viel einfacher sein wird. Man teilt mir auch mit, dass sobald die für Toni so wichtige Immunglobulin-Therapie beendet sei, über eine Rückführung in die Schweiz nachgedacht werde 🙂 😁 . Zudem erinnert man mich daran, alle Quittungen aufzubewahren, da mir die gesamten Unkosten zurückerstattet werden.
Am Abend esse ich auf der Veranda ein Käsebrötchen. Dann skype ich lange mit Manja vom Severin Safari Camp, welche für mich momentan die wichtigste Bezugsperson ist. Schade, dass ich die letzte Nacht in Arusha nicht recht geniessen kann, aber ich hab nur noch einen innigen Wunsch, nämlich das Wiedersehen mit meinem Mann.
Wenigstens sind heute wieder einige Probleme aus dem Weg geräumt. Ich weiss, wann ich nach Nairobi fliege, wer mich abholt und dass ich eine Unterkunft in der Nähe des Spitals habe 😁 .
Bazi2'721 Beiträge · seit 200608. Juni 2015 · #383
Hallo Erika ich lese ja immer so ganz leise mit. Nun muss ich aber schon mal wieder sagen: Respekt, wie Du das bis jetzt so gemeisterst hast. Jetzt kann es nur noch besser werden - und wurde ja auch wie ich schon gelesen habe. Lg Bazi
Montango1'667 Beiträge · seit 201108. Juni 2015 · #384
Hallo Erika,
ich habe jetzt schnell mal die letzten Seiten Deines Berichtes nachgelesen. Klar ist es toll, wie Du das gestemmt hast, ich hätte es aber von Dir (so wie ich Dich im Forum erlebe) auch überhaupt nicht anders erwartet.
Ich meine, dass man solche Reisen , wie Ihr beide sie macht, nur starten kann, wenn jeder in der Lage ist, im Notfall "zu funktionieren" und man sich aufeinander verlassen kann.
Es würde mich ja mal interessieren, wie die Meinungen wären, wenn Du krank geworden wärst und Toni den Wagen zurück gebracht hätte 😉
Was ich wirklich überwältigend finde, ist die Hilfsbereitschaft, die Du geschildert hast. Das ist wirklich toll und für uns zuhause nicht mehr selbstverständlich.
Ich hoffe, dass Toni mittlerweile genesen ist und bald wieder nach Afrika kann. Aber das wirst Du uns sicher noch mitteilen.
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200708. Juni 2015 · #385
Hallo miteinander
Wiedermal ein herzliches Dankeschön an alle stillen Mitleserinnen und Mitleser, Dankeknopfdrückerinnen und Dankeknopfdrücker. 🙂 🙂 🙂
Bazi schrieb:
ich lese ja immer so ganz leise mit. Nun muss ich aber schon mal wieder sagen: Respekt, wie Du das bis jetzt so gemeisterst hast.
Ich musste da ganz einfach durch und dank der grossen Hilfe der vielen lieben Menschen in meinem Umfeld war das eigentlich gut machbar. Natürlich konnte mir niemand die Sorge um Toni abnehmen, aber ich fühlte mich nie alleingelassen.
Jetzt kann es nur noch besser werden - und wurde ja auch wie ich schon gelesen habe.
Wie bereits mal erwähnt, hätte ich diesen Reisebericht nicht geschrieben, wenn keine Besserung in Sicht gewesen wäre. Klar fehlt bei Toni noch vieles, aber es wird von Tag zu Tag besser. Bei dieser Krankheit dauert es in der Regel viele Monate, bis sie durchgestanden ist, aber so wie es jetzt ist, hat er doch bereits ein grosses Stück Lebensqualität zurückgekriegt.
Montango schrieb:
ich habe jetzt schnell mal die letzten Seiten Deines Berichtes nachgelesen. Klar ist es toll, wie Du das gestemmt hast, ich hätte es aber von Dir (so wie ich Dich im Forum erlebe) auch überhaupt nicht anders erwartet. Ich meine, dass man solche Reisen , wie Ihr beide sie macht, nur starten kann, wenn jeder in der Lage ist, im Notfall "zu funktionieren" und man sich aufeinander verlassen kann.
Das ist auch meine Meinung. 🙂 Es wäre mir nicht wohl, wenn ich auf unseren Reisen nur als Dekoration dienen würde. Klar ist man als Frau in der Regel dem Mann kraftmässig unterlegen, aber sonst sollte man schon den Nerv haben, auch in Ausnahmesituationen rationell zu handeln.
Es würde mich ja mal interessieren, wie die Meinungen wären, wenn Du krank geworden wärst und Toni den Wagen zurück gebracht hätte 😉
Genau das hab ich mich auch gefragt. Beim Mann wäre es eine Selbstverständlichkeit gewesen, aber da wir Frauen ja immer noch als das schwache Geschlecht gelten, ist es scheinbar etwas Besonderes, wenn die Frau mal einspringt. Und überhaupt, man ahnt ja gar nicht, zu was man fähig ist, wenn einem die Not im Nacken sitzt.
Was ich wirklich überwältigend finde, ist die Hilfsbereitschaft, die Du geschildert hast. Das ist wirklich toll und für uns zuhause nicht mehr selbstverständlich.
Auch wenn es irgendwann mal langweilig tönt, so wiederhole ich mich doch gerne. Die Hilfsbereitschaft der Leute war für uns eine absolut wunderbare und wirklich einmalige Erfahrung.
Ich hoffe, dass Toni mittlerweile genesen ist und bald wieder nach Afrika kann. Aber das wirst Du uns sicher noch mitteilen.
Ganz der Alte ist Toni noch nicht, aber er trainiert hart, damit er bis zu unserer nächsten Reise im Dezember wieder fit ist. Wir sind sehr zuversichtlich und für jeden Fortschritt unendlich dankbar.
lisolu886 Beiträge · seit 200708. Juni 2015 · #386
Hallo Ihr Zwei,
Wir drücken Euch weiterhin alle Daumen für eine vollständige und baldige Genesung. Wie es aussieht werden wir uns ja ganz bald selbst davon überzeugen können. Das würde uns sehr freuen.
Liebe Grüße Lisolu
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200709. Juni 2015 · #387
Liebe lisolu, du schriebst:
Wir drücken Euch weiterhin alle Daumen für eine vollständige und baldige Genesung.
Danke vielmals 🙂
Wie es aussieht werden wir uns ja ganz bald selbst davon überzeugen können. Das würde uns sehr freuen.
JAAA, seit heute steht fest, dass wir uns bald sehen werden. 😄 😎 🤪 Freuen uns ebenfalls sehr.
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200709. Juni 2015 · #388
Arusha, Tansania - Azee Gästehaus, Nairobi, Kenia, 23. Januar 2015 Um 6 Uhr sitze ich bereits frisch geduscht bei einem starken Kaffee auf der Veranda. Die Vorfreude ist riesig. In ein paar Stunden werde ich endlich nach sieben endlos langen Tagen der Trennung bei Toni sein. 🤩
Der Koffer steht fertig gepackt vor der Tür und ich hoffe sehr, dass ich die richtigen Sachen mitgenommen und nichts vergessen habe. Noch schnell einige Dinge im Fahrzeug verstauen, meinem treuen Freund auf Wiedersehen sagen und in die Garage stellen, fertig. Ich bin zum Abholen bereit. 🙂
Meine lieben Gastgeber kommen vorbei, um sich von mir zu verabschieden und warten, bis mein Fahrer Hamsa eintrifft. Um 7.15 Uhr ist dieser pünktlich zur Stelle.
Der Verkehr durch Arusha ist wie immer ziemlich heftig und chaotisch, aber wir haben genügend Zeit eingeplant. Nach 1 ½ Stunden Fahrzeit erreichen wir um 8.45 Uhr den Flughafen. Hamsa trägt mir mein Gepäck ins Flughafengebäude und wünscht mir guten Flug und für Papa alles Gute und baldige Genesung.
Einchecken und Passkontrolle gehen sehr zügig voran, aber zum ersten Mal seit vielen Jahren muss ich meinen Impfausweis vorweisen 😮 . Kein Problem, den hab ich natürlich dabei und die Gelbfieberimpfung ist noch keine zehn Jahre her 😁 .
Überpünktlich, das heisst 5 Minuten zu früh, um 10.55 Uhr hebt der Embraer 190 von Kenya Airways ab. Der Flieger ist nur schwach besetzt, alle Passagiere haben einen Fensterplatz und manche Sitzreihen sind ganz leer.
Kurz nach dem Start
Über der Wolkendecke ist der Kilimanjaro wunderschön zu sehen. 😁
Von oben sieht man auch gut, wie unglaublich trocken und staubig es in Kenia ist.
30 Minuten später, um 11.25 Uhr landen wir bereits auf dem Jomo Kenyatta International Airport in Nairobi 🙂 . Auf den Koffer muss ich nicht lange warten und auch bei der Passkontrolle bin ich rasch durch. Um 11.50 Uhr stehe ich bereits am Ausgang und halte nach meinem Fahrer Julius Ausschau, der auch gleich mit einem Erika-Täfeli in der Hand daherkommt. Er schiebt mein Gepäckwägelchen über die Strasse und schärft mir ein, mich ja nicht von der Stelle zu bewegen 🤨 , er gehe nun sein Fahrzeug holen. Es dauert eine ganze Weile, bis er endlich daher gefahren kommt. Scheinbar muss er sein Auto ziemlich weit weg parkiert haben.
Durch den Stossverkehr geht‘s nun unendlich langsam und stockend nach Nairobi 🙁 . Julius fährt mit mir durch viele enge Schleichwege 🙄 , die manchmal so verlöchert sind, dass ich schon bald Schiss um sein Fahrzeug kriege 😵 . Er mein aber, dass es so schneller gehe, da ihm ein Kollege telefoniert habe, dass die Hauptstrasse total verstopft sei.
Nach ca. 2 Stunden erreichen wir endlich meine Unterkunft, das Azee Gästehaus, wo ich kurz einchecke und zwei Nächte à 60 U$ bezahle. Frühstück im Preis inbegriffen. Julius hilft mir, mein Gepäck ins Zimmer zu tragen. Es ist naja 😕 …., zum Schlafen ganz passabel. Wenigstens ist die Dusche schön gross und das Wichtigste, es gibt WLAN, denn das brauch ich wirklich unbedingt.
Dann zeigt mir Julius den Weg zum Aga Khan University Hospital. Wir gehen zu Fuss, damit ich mir den Weg besser merken kann. Das Spital gleicht einem Hochsicherheitstrakt. Man wird am Eingang wie auf einem Flughafen kontrolliert. Das Gebäude ist so riesig, dass wir ziemlich lange brauchen, bis wir endlich die richtige Abteilung finden. Julius verabschiedet sich von mir. Ich geb ihm zusätzlich zum vereinbarten Preis ein schönes Trinkgeld, denn der nette Mensch hat sich doch sehr um mich bemüht 🙂 .
Endlich betrete ich Tonis Zimmer 🤩 und da sitzt er - mein Mann - in einem grossen Lehnstuhl 🤩 . Die Wiedersehensfreude ist einfach unbeschreiblich 🙂 🙂 🙂 . Wir sind beide sehr aufgewühlt und unendlich glücklich, dass wir nun wieder beisammen sind. Weitere Details verschweige ich euch 😁 😗 … das ist eher Privatsache. Eine riesige Last fällt von uns ab. Nun wird alles gut.
Toni sitzt nun seit sechs Stunden in diesem Lehnstuhl. Es war sein Wunsch, dass ich ihn nicht im Bett liegend vorfinde. Nun kommt aber das Pflegepersonal und legt ihn wieder ins Bett. Andauernd wird an ihm rumgemessen und rumhantiert 😐 . Er ist nun nicht mehr verkabelt, aber unterhalb seines Schlüsselbeins ist immer noch ne richtige Verteilerstation befestigt 😣 . Privatsphäre haben wir nicht wirklich. In Afrika ist es ja auch nicht üblich dass man seine Gefühle in der Öffentlichkeit zeigt und sich umarmt 😊 .
Zwischendurch hab ich noch einen Termin bei Dr. Hooker. Der sympathische Mann mit der sanften Stimme nimmt sich sehr viel Zeit für mich. Er meint, wenn Tonis Zustand stabil bleibe, dürfe er in einigen Tagen nach Hause. Dann begleitet er mich noch zum Chefarzt, welcher ebenfalls sehr nett ist und sogar ein paar Worte Deutsch spricht.
Nachdem ich mich von Toni verabschiedet habe, mach ich mich auf den Fussweg zu meiner Unterkunft. Oh Mann, ist das ein mieses Weglein 😠 . Überall liegen Glasscherben, Zementbrocken und Plastikmüll rum 🙄 . Auf der Fahrbahn kann ich nicht gehen, da ich Angst haben muss, überfahren zu werden 😈 . Es sind ja nur ein paar hundert Meter, aber unangenehmer geht‘s wirklich nicht mehr 🤢 .
Den Abend verbringe ich in meinem Zimmer vor dem Laptop, skype mit Manja und schreibe E-Mails und zwischendurch geh ich auf die kleine Veranda um Luft zu schnappen. Ausserdem ruft eine nette Person vom TCS an um sich zu erkundigen, ob ich gut in Nairobi angekommen sei und wie‘s mir geht.
Mein Nachbar ist ein Pakistani, welcher bis gegen 23 Uhr mit seinen Kindern über Skype inbrünstig und lautstark Lieder singt 🤩 und ab und zu zum Rauchen auf die Veranda kommt.
Beim Duschen kommt mir in den Sinn, dass ich ja heute außer den Nüsschen im Flugzeug noch gar nichts gegessen habe 🤨 . Ist ja egal, mein Magen hat sich vermutlich bereits ans Nichtstun gewöhnt.
mutsel652 Beiträge · seit 200710. Juni 2015 · #389
Oh Erika, da verschwimmen ja gleich die Buchstaben beim Lesen. Hat das eigentlich deine Gesundheit so unbeschadet überstanden?. Wenn die Anspannung erst einmal abfällt,kommt ja auch manchmal die ein oder andere Reaktion des Körpers unter dem Motto : Ich bin auch noch da. Vor allem wenn du ihm Nahrung entziehst. Aber es zeigt, unter Stress ist man zu vielem fähig,was man sich "normal" nicht zutraut. Respekt!!!!!!!!!!!!! Viele Grüße Mutsel
rebecca935 Beiträge · seit 200610. Juni 2015 · #390
Liebe Erika, lieber Toni, da bin ich wohl nicht allein, mit den Wasser gefüllten Äuglein beim Lesen. Und Mutsel schreibt es ja schon, nach dem Stress ... Was bin ich froh, euch beide wohlauf zu wissen und in Bälde leibhaftig zu sehen. Ganz liebe Grüße und weiterhin gute Genesung wünschen euch Rebecca und Jürgen
Alexa1'249 Beiträge · seit 201210. Juni 2015 · #391
Liebe Erika, ich habe bisher nur stillmitgelesen und mitgelitten mit Euch, aber ich möchte Dir gerne danken für Deinen ehrlichen und mitreißenden Bericht. Was Ihr erlebt habt, ist echt ein Alptraum und ich habe den allergrößten Respekt vor Dir, wie Du das alles gemeistert hast!!! Ich finde es toll, dass Du uns teilhaben lässt. Keiner hier möchte so etwas erleben, aber es kann eben doch immer etwas passieren. Ich hoffe, dass Du alles auch unbeschadet überstanden hast, dass es Deinem Toni bald wieder richtig gut geht und Eure Liebe zu Afrika und zum Reisen dennoch ungebrochen ist, so dass wir uns noch auf viele schöne Bericht freuen können 😘 Alles Liebe, Alexa
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200710. Juni 2015 · #392
Hallo ihr Lieben
Danke für eure netten Worte. 😁 😁 😁
Mutsel schrieb:
Oh Erika, da verschwimmen ja gleich die Buchstaben beim Lesen.
Oh, bitte nicht, ist ja alles gut gegangen. 😮 😮 😮
Hat das eigentlich deine Gesundheit so unbeschadet überstanden?. Wenn die Anspannung erst einmal abfällt,kommt ja auch manchmal die ein oder andere Reaktion des Körpers unter dem Motto : Ich bin auch noch da. Vor allem wenn du ihm Nahrung entziehst. Aber es zeigt, unter Stress ist man zu vielem fähig,was man sich "normal" nicht zutraut. Respekt!!!!!!!!!!!!!
Ehrlich gesagt hab ich schon damit gerechnet, dass es mich irgendwann zusammenlegt, aber ausser dass ich ca. 5 kg abgenommen habe, ist überhaupt nichts passiert. Bin wahrscheinlich trotz meines fortgeschrittenen Alters doch zäher, als ich geglaubt habe 😎 😉
Rebecca schrieb:
Liebe Erika, lieber Toni, da bin ich wohl nicht allein, mit den Wasser gefüllten Äuglein beim Lesen. Und Mutsel schreibt es ja schon, nach dem Stress ... Was bin ich froh, euch beide wohlauf zu wissen und in Bälde leibhaftig zu sehen.
Darf ich dir ein Taschentüchli rüberreichen? 😁 Lieb von dir, dass du so mitfühlst, aber nun ist ja das Schlimmste überstanden und der Stress ist weg, da wir wieder zusammen sind. O.k. leicht war’s für uns beide wirklich nicht. Ja 🤩 , auch wir freuen uns sehr auf ein Wiedersehen mit euch 🤩 😘 Alexa schrieb:
Liebe Erika, ich habe bisher nur stillmitgelesen und mitgelitten mit Euch, aber ich möchte Dir gerne danken für Deinen ehrlichen und mitreißenden Bericht. Was Ihr erlebt habt, ist echt ein Alptraum und ich habe den allergrößten Respekt vor Dir, wie Du das alles gemeistert hast!!! Ich finde es toll, dass Du uns teilhaben lässt.
Danke für die Blumen. 😘 Ich dachte mir halt, dass auch mal ein Bericht über eine Reise, die nicht nach Wunsch gelaufen ist, für einige Leser interessant wäre und vielleichtl zum Nachdenken anregen würde, da ja niemand die Garantie hat, dass alles nach Plan läuft.
Keiner hier möchte so etwas erleben, aber es kann eben doch immer etwas passieren.
Wir hätten uns auch nie träumen lassen, dass das so ausartet und Toni auf einer afrikanischen Intensivstation landet. 🙄
Ich hoffe, dass Du alles auch unbeschadet überstanden hast, dass es Deinem Toni bald wieder richtig gut geht und Eure Liebe zu Afrika und zum Reisen dennoch ungebrochen ist, so dass wir uns noch auf viele schöne Bericht freuen können 😘
Glücklicherweise hab ich den ganzen Stress wirklich unbeschadet überstanden und die nächste Afrikareise kommt bestimmt. Unser Fahrzeug wartet ja in Arusha auf uns und möchte wieder an die frische Luft.
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200711. Juni 2015 · #393
Azee Gästehaus, Nairobi, 24. Januar 2015 Endlich konnte ich seit Langem wieder mal sieben Stunden durchschlafen. Das hat mir echt gut getan.
Das Frühstück hier im Gästehaus ist sehr reichhaltig, aber halt typisch indisch mit vielen Süssigkeiten usw., aber es gibt auch Toast, Marmelade und Eier. Beim Stichwort „Eier“ erinnere ich mich voller Entsetzen daran, dass ich in unserem Fahrzeug ein gekochtes Ei vergessen habe 🤩 . Oh du meine Güte, das wird jetzt bis Dezember so richtig heftig vor sich her stinken 🤢 .
Im Innenhof der Pension steht ein Käfig, dessen Bewohner ein gesprächiger Graupapagei ist. 🙂 Er plappert, miaut und pfeift in allen Tonlagen, aber leider hustet er auch ab und zu ganz komisch 😵 . Das Rätsel wegen des Hustens löst sich aber bald 😄 , denn nun beobachte ich, wie eine Pflegerin die uralte, hustende Mutter der Chefin mit einem Rollstuhl in den Hof schiebt. Nun husten sie beide um die Wette 🤩 . Irgendwie peinlich und respektlos, dieses Vieh….. 😎
Der Innenhof der Pension
Nun muss ich wieder diesen unangenehmen Weg zum Spital unter die Füsse nehmen. Ich hasse ihn 😈 . Nicht, dass ich irgendwie angequatscht werde oder so - man beachtet mich nicht mal, obwohl ich weit und breit die einzige Weisse bin - aber es liegt einfach zuviel Unrat rum 😠 .
Nachdem die Sicherheitskontrolle am Eingang bei mir nichts Verdächtiges gefunden hat, lässt man mich das Spital betreten. Es ist ein relativ weiter Weg bis zu Tonis Zimmer. Auch auf jeder Etage sitzen Leute, die genau schauen, wer da ein- und aus geht und dann einen Knopf drücken, bevor sich die Abteilungstür öffnet.
Toni erwartet mich schon sehnsüchtig. Er ist schon sehr schwach und hat keine Chance, ohne Hilfe das Bett zu verlassen - und was mich am meisten beelendet - er kann nicht mal den Kopf heben, wenn er ganz flach liegt 🙁 🙁 🙁 . Glücklicherweise ist sein Bett elektrisch verstellbar, sodass er sich aufsetzen kann. Ach, was ist nur aus meinem Mann geworden. Zu einem Häufchen Elend und völlig hilflos hat ihn diese Krankheit gemacht 🙁 .
Tonis Zimmer mit dem Handy aufgenommen
Da Toni ja nun nicht mehr künstlich ernährt wird, darf er jeweils aus einer sehr langen Liste sein Menue selbst zusammenstellen. Erstaunlich, wie gut das Essen schmeckt. Da mein Mann nämlich fast keinen Hunger hat, ess ich ihm den ganzen Rest weg 😄 😛 .
Toni hat eine persönliche Betreuerin zugeteilt gekriegt, die nur für ihn da ist. Welch ein Luxus! Sie hat ihm sogar seine Kleider gewaschen 😘 ! Unglaublich 🙂 ! Überhaupt ist hier alles sehr persönlich. Zweimal pro Tag kommen Ärzte um sich nach dem Befinden des Patienten zu erkundigen und um diverse Tests zu machen und Doktor Hooker misst jeden Tag mit einem Hämmerchen die Reflexe. Ganz zu schweigen von den vielen zusätzlichen Messungen und Untersuchungen, die man täglich zum Teil mehrmals an ihm vornimmt. Auch wird er zweimal täglich mit dem Rollstuhl von einem Therapeuten zwecks Muskeltraining in den Kraftraum gebracht 😁 .
Da ich mir bei der Packerei in Arusha mehrere Fingernägel abgebrochen habe, werden dieselben für mich nun richtig zum Problem 😠 , da ich nämlich mit den ausgefransten Dingern überall hängen bleibe und da Toni am Nachmittag eh zur Therapie abgeholt wird, entschließe ich mich, per Taxi in den nächsten Supermarkt zu fahren, um mir eine Nagelfeile zu besorgen.
Am Spitaleingang steht ein Tisch mit einem Taxi-Täfelchen drauf. Kaum nachgefragt, bietet sich Albert für eine Fahrt an. Nachdem er sein Taxi vor den Eingang geholt hat, steige ich ein und er bringt mich zu einem kleinen Nakumatt ganz in der Nähe. Leider finde ich im ganzen Gebäudekomplex keine Nagelfeile 😈 😈 😈 . So fährt mich Albert zu einem grösseren Nakumatt, wo ich dann endlich nach langem Suchen zu der verflixten Nagelfeile komme 🤪 . Da der sehr nette Albert eh nicht viel zu tun hat, fährt er mit mir noch etwas in Nairobi rum und zeigt mir auch das Westgate Shoppingcenter, welches vor nicht allzu langer Zeit von Terroristen gestürmt und teilweise zerstört wurde. Man ist fleißig am Wiederaufbau, sodass es gemäß Albert in Bälde fertig gestellt sein wird.
Zurück in Tonis Zimmer, möchte ich ihm gleich die Nagelfeile zeigen, aber das Ding ist unauffindbar 😮 , wahrscheinlich im Taxi verloren 🤢 . So ein Mist 😠 . Die Feile ist weg 😈 . Zwei Stunden für nichts verplempert und Albert ist natürlich schon längst über alle Berge 🤢 .
Den Rest des Nachmittags verplaudern wir, bis Toni müde wird und einschläft. Ich schlendere noch ein wenig durch die wunderschöne und sehr gepflegte Spitalanlage und bestaune die liebevoll angelegten Blumengärten und die lauschigen, schattigen Sitzgelegenheiten.
Dann marschiere ich wieder mit Todesverachtung auf dem verhassten Sch….weglein 😠 zu meiner Unterkunft. Kaum im Zimmer angekommen, ruft eine Ärztin vom TCS an. Sie teilt mir mit, dass wir in drei Tagen von einem Ambulanzjet der Schweizerischen Rettungsflugwacht Rega nach Hause geholt werden 🙂 🙂 🙂 . Ich dürfe natürlich auch mit 🤪 . Um die Kosten müsse ich mir keine Sorgen machen, die werden von der Versicherung übernommen. Das muss ich natürlich gleich Toni mitteilen. Er freut sich unbeschreiblich über diese Nachricht.
Pünktlich um 18.00 Uhr, wenn der Generator im Severin Safari Camp eingeschaltet wird, ruft wie jeden Tag Manja per Skype an 😘 . Sie ist auch sehr erleichtert, dass wir bald ausgeflogen werden und freut sich riesig über die gute Nachricht.
Mit diesem Lichtblick ist nun für mich das Alleinsein in der Pension einigermaßen erträglich geworden 🙂 😁 .
Berg-Eule2'060 Beiträge · seit 201311. Juni 2015 · #394
Liebe Erika,
unterbrochen durch unseren Urlaub, habe ich nun nachgelesen und bin noch im Nachhinein entsetzt, was ihr alles mitgemacht habt - ich habe richtig mitgelitten. Aber mich rührt auch an, dass du so viel Hilfsbereitschaft erfahren hast.
Da sich nun allmählich alles zum Besseren wendet, kann ich dem Rest des Berichtes mit weniger Gänsehaut-Feeling entgegensehen.
Ich wünsche euch von Herzen, dass ihr bald wieder eine Afrika-Reise unternehmen könnt!
Liebe Grüße von Gabriele
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Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200712. Juni 2015 · #395
Liebe Berg-Eule
Schön, dass du wieder mit dabei bist. 😁
Du schriebst:
unterbrochen durch unseren Urlaub, habe ich nun nachgelesen und bin noch im Nachhinein entsetzt, was ihr alles mitgemacht habt - ich habe richtig mitgelitten. Aber mich rührt auch an, dass du so viel Hilfsbereitschaft erfahren hast.
Ich hoffe sehr, dass du im Gegensatz zu uns deinen Urlaub in vollen Zügen geniessen konntest. Wir hätten‘s auch lieber anders gehabt. Ja, die Hilfsbereitschaft, die wir erfahren durfen war schon sehr aussergewöhnlich.
Da sich nun allmählich alles zum Besseren wendet, kann ich dem Rest des Berichtes mit weniger Gänsehaut-Feeling entgegensehen.
Die Spannung lässt nun tatsächlich etwas nach. Unser Rücktransport ist endlich in greifbare Nähe gerückt.
Ich wünsche euch von Herzen, dass ihr bald wieder eine Afrika-Reise unternehmen könnt!
Berg-Eule2'060 Beiträge · seit 201312. Juni 2015 · #396
Erika schrieb: Ich hoffe sehr, dass du im Gegensatz zu uns deinen Urlaub in vollen Zügen geniessen konntest.
Danke, liebe Erika, aufgrund von Vorerkrankungen bestanden zwar gewisse Ängste, aber es ist alles gut gegangen.
Liebe Grüße von Gabriele
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Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
fotomatte2'513 Beiträge · seit 200912. Juni 2015 · #397
Hoi Erika,
in dem Fall kann man ja sagen, gottlob hat diese "Reise" nun bald ein Ende. 😵
Und ob du die Feile überhaupt ins Krankenhaus rein bekommen hättest? Bei den peniblen Kontrollen? Am Ende hätte man dich noch für "terrorverdächtig" gehalten... 😗 😮
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200713. Juni 2015 · #398
Berg-Eule schrieb:
Danke, liebe Erika, aufgrund von Vorerkrankungen bestanden zwar gewisse Ängste, aber es ist alles gut gegangen.
Das freut mich sehr. 🙂 🙂 🙂 Fotomatte schrieb:
in dem Fall kann man ja sagen, gottlob hat diese "Reise" nun bald ein Ende. 😵
In der Tat 😐 😵 🤨 . Es hat wirklich keinen Spass gemacht. Man fängt dann irgendwann sogar an, die Stunden zu zählen, bis man endlich nach Hause darf.
Und ob du die Feile überhaupt ins Krankenhaus rein bekommen hättest? Bei den peniblen Kontrollen? Am Ende hätte man dich noch für "terrorverdächtig" gehalten... 😗 😮
Das hätte dann gerade noch gefehlt. Toni im Krankenhaus und ich im Knast 🤢 .
Liebe Grüsse und danke, dass ihr immer noch dabei seid.
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200715. Juni 2015 · #399
Azee Gästehaus, Nairobi, 25. Januar 2015 Seit ich in Nairobi bin, kann ich endlich wieder etwas besser schlafen. Mein Zimmer ist dem Innenhof zugewandt, sodass ich eigentlich nicht viel vom Strassenlärm mitbekomme.
Gegen vorne raus sieht‘s so aus. 🙂
Wenn ich das Schlafzimmerfenster gegen hinten raus öffne, sieht‘s so aus 🙁 . Die graue Mauer widerspiegelt in etwa meinen Gemütszustand der letzten Wochen. 😐
Blick vom Schlafzimmer aus gegen oben 🤨 . Doch wieder ein Lichtblick 😁 .
Nach dem Frühstück bezahle ich nochmals zwei Nächte. Ich bin froh, dass ich hier bald wegkomme, aber auch Dr. Hooker hat mir bestätigt, dass dieses Gästehaus wirklich die einzige Unterkunft ist, die so nahe am Aga Khan Hospital liegt. Irgendwie werde ich‘s schon überleben, wenn‘s mir auch wirklich ziemlich stinkt 😣 .
So nehme ich auch heute Morgen mit Todesverachtung dieses verhasste Weglein unter die Füsse und marschiere in Richtung Spital. Dabei verklemmt sich eine Glasscherbe zwischen dem Schuhriemchen und meiner Zehe 🤢 , aua-aua 😈 . So, nun bin ich verletzt und brauche dringend ein Pflaster. 😠 Also wirklich, die könnten hier mal ein wenig den Besen schwingen und die Scherben und den Bauschutt wegräumen 😠 .
Toni sieht heute schon viel besser aus. Wahrscheinlich gibt ihm die Gewissheit, bald nach Hause geflogen zu werden enormen Auftrieb. Seine Verteilerstation unterhalb des Schlüsselbeins mit den sechs Steckdosen ist nun von einer Ärztin entfernt worden 🙂 . Toni erzählt, wie das abgelaufen ist. Sie kommt ins Zimmer, streckt ihre Arme aus, die Krankenschwester nimmt ihr das Handtäschchen von der Schulter, bekleidet sie mit grünen Gewändern inkl. Mundschutz und streift ihr drei Paar Handschuhe über 🙂 . Dann werden die Anschlüsse bei Toni entfernt und schlussendlich werden die grünen Gewänder, Mundschutz und Handschuhe wieder ausgezogen 😁 und das Handtäschchen wieder über die Schulter gehängt 🤩 .
Um die Mittagszeit ruft dann auch tatsächlich ein Arzt von der Rega (Schweizerische Rettungsflugwacht) an um zu bestätigen, dass wir übermorgen Abend um ca. 22 Uhr von einem Ambulanzjet abgeholt und in die Schweiz geflogen werden 🤪 . Er möchte nebst diversen Details auch die Anzahl und das Gewicht unserer Gepäckstücke wissen und wie schwer Toni und ich sind. Ich möchte auch hier bei dieser Gelegenheit wieder mal dankbar erwähnen, wie sehr man sich von der Schweiz aus um uns gekümmert hat 🙂 🙂 🙂 .
Nach dem Mittagessen besorge ich einen Rollstuhl, um Toni an die frische Luft zu bringen und ihm das schöne Spitalareal zu zeigen. Die Pflegerin möchte unbedingt den Rollstuhl schieben 😵 und lässt sich kaum abschütteln 🙁 . Erst als ich ihr eindringlich erkläre, dass ich mit meinem Mann allein sein möchte, gibt sie nach 😁 und schärft mir aber ein, sie anzurufen, sobald wir wieder ins Zimmer zurück möchten. So schieb ich meinen Mann durch den weitläufigen Spitalgarten und die endlosen Korridore der zahlreichen Abteilungen und zeige ihm, wo er überhaupt gelandet ist.
Da um 15.00 Uhr Physiotherapie angesagt ist, ruf ich die Pflegerin an, damit sie zum vereinbarten Treffpunkt kommt. Nun möchte sie wieder unbedingt schieben 😵 . Allerdings müssen wir eine ziemlich steile, lange Rampe hoch, wo sie dermassen arg ins Schnaufen kommt 😕 , dass ich sie am Hintern schieben muss 😮 . Pflegerin schiebt Rollstuhl 🙄 , ich schiebe Pflegerin 😄 . Oben angekommen, setzen wir uns erst mal hin und lachen uns halb tot 🤩 .
Der Therapeut wartet bereits in Tonis Zimmer und fährt ihn dann in den Kraftraum. Ich schaue zu und bringe ihn danach wieder auf‘s Zimmer. Er ist von den paar Kraftübungen so sehr erschöpft, dass er bald darauf einschläft 🙁 .
So marschiere ich halt dann die ungemütliche Strecke zurück in meine Unterkunft 🙁 .
Mein Bett
Mein „Büro“
Der Abend verläuft wie immer. Unseren Lokalsender Radio Argovia übers Internet hören, E-Mails des TCS und der Rega beantworten, mit Manja skypen und meinem Nachbarn, dem Pakistani zuhören wie er bis in alle Nacht mit seiner Familie skypt und Kinderlieder singt 😄 .
Das Klima hier in Nairobi ist übrigens wunderbar. Die Tagestemperaturen liegen etwa bei 28 Grad und nachts kühlt es auf ca. 17 Grad ab.
picco6'369 Beiträge · seit 201115. Juni 2015 · #400
Hoi Erika
Soeben ist mir aufgefallen das ich ja ganz in Eurer Nähe war! Und ebenfalls krank, wenn auch bei weitem nicht so schlimm wie Toni...zum Glück!!! Der 25.01.2015 war nämlich der Tag an dem ich vom Kili runter zu Johannes ging...am 29sten sind wir dann in Nairobi angekommen, aber da ward Ihr wohl schon wieder in der Schweiz. Kenya war dieses Jahr wohl nicht nett zu uns Schweizern... 😣
An dieser Stelle nochmals: Danke dass Du den Bericht hier schreibst!!! Ich finde es enorm wichtig dass nicht nur 'Friede-Freude-Eierkuchen'-Berichte sondern auch solche geschrieben werden, danke dafür!!! 🙂