ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200716. Juni 2015 · #401
Hoi lieber Picco
Du schriebst:
Soeben ist mir aufgefallen das ich ja ganz in Eurer Nähe war! Und ebenfalls krank, wenn auch bei weitem nicht so schlimm wie Toni...zum Glück!!! Der 25.01.2015 war nämlich der Tag an dem ich vom Kili runter zu Johannes ging...am 29sten sind wir dann in Nairobi angekommen, aber da ward Ihr wohl schon wieder in der Schweiz.
Am 23.1., als ich auf dem Flug nach Nairobi den Kili sah, hab ich tatsächlich an dich gedacht und mich gefragt, ob du wohl gerade dort oben bist, ehrlich. 🤪 Am 29.1. waren wir bereits wieder daheim.
Kenya war dieses Jahr wohl nicht nett zu uns Schweizern... 😣
Naja, in unserem speziellen Fall können wir eigentlich eher von Glück reden, dass es ausgerechnet in Kenia passiert ist. Schöner wäre natürlich gewesen, wenn überhaupt nichts passiert wäre, aber man kann sich’s halt nicht auslesen 😐 .
An dieser Stelle nochmals: Danke dass Du den Bericht hier schreibst!!! Ich finde es enorm wichtig dass nicht nur 'Friede-Freude-Eierkuchen'-Berichte sondern auch solche geschrieben werden, danke dafür!!! 🙂
Durch die besonderen Umstände ist es halt dieses Mal ein Reisebericht der „anderen Art“ geworden. 🙁 Müssten wir eigentlich nicht mehr unbedingt haben, aber leider gibt’s keine Garantie dafür, dass immer alles glatt geht. Diese schmerzliche Erfahrung musstest du ja auch machen.
picco6'369 Beiträge · seit 201116. Juni 2015 · #402
Hoi Erika
Das war am 23zigsten meine Aussicht auf etwa 3900müM...da hatte ich auch die ersten Probleme...und ich hab ein Flugzeug gesehen! Keine Ahnung ob Du's warst, es war am Morgen, aber rauswinken hab ich zumindest niemanden gesehen 😄
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200716. Juni 2015 · #403
Hoi Picco
Ah, du warst das wirklich 🤩 . Hab nämlich dort unten einen mit nem Klo im Arm stehen sehen. 😎 😎 😎 Nein, gewunken hab ich nicht - wollte dich auf deinem schweren Gang nicht stören 😄 😛 😁 , das hätte ich nämlich auch nicht gerne.
6 Wochen kaum Netz und kaum zu hause und wenn zu hause 10 - 12 Stunden arbeiten.... doch nun konnte ich wenigstens etwas nachlesen, was so mit Euch passiert ist.
Ich bin ehrlich froh fuer Euch, dass Toni ins richtige Spital geschaffen wurde und Ihr so liebe Helfer und Unterstuetzer gefunden habt.
Ganz liebe Gruesse aus endlich mal ein bisschen zu hause Elvira
Safaris in Ostafrika
Bush Trucker Tours
www.bushtrucker.ch
Elvira Wolfer
Zubucher- und individuelle Safaris
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200717. Juni 2015 · #405
Hoi Elvira
Schön, wiedermal was von dir zu hören! 🙂 🙂 🙂
6 Wochen kaum Netz und kaum zu hause und wenn zu hause 10 - 12 Stunden arbeiten.... doch nun konnte ich wenigstens etwas nachlesen, was so mit Euch passiert ist.
Sag mal, bist du wieder den Vögeln und Insekten nachgestiegen? Das wäre ja dann eine sehr schöne Arbeit gewesen. Tja, wie du in meinem Bericht nachlesen konntest, werden wir bald nach Hause geholt.
Ich bin ehrlich froh fuer Euch, dass Toni ins richtige Spital geschaffen wurde und Ihr so liebe Helfer und Unterstuetzer gefunden habt.
Das Aga Khan Hospital in Nairobi war in jeder Hinsicht ein Volltreffer. Da hat einfach alles gestimmt. Wir können uns ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass man bei uns in der Schweiz irgendetwas hätte besser machen können. Das ist auch Afrika, aber auf allerhöchstem Niveau!!!
Liebe Grüsse aus der sonnigen Heimat nach Kenia Erika
Aga Khan wie auch das Nairobi Spital haben sehr gute Aerzte. Ich war vor Jahren im Nairobi Spital und alles lief super. War sogar oft spassig, trotz Operationsschmerzen.
Ich habe gejagt, 1700 Bilder wollen Aufmerksamkeit. Etliche sind schon geloescht, da das Wetter oft diesig war. Ein paar sind schon auf FB und am Bericht habe ich "bereits" einen Tag geschafft. Dies das Ergebnis von 3 Wochen in Kenia und Tansania auf Safari. Der Rest war hin und her jetten, um eine sehr wechselhafte Anforderungen zu frieden zu stellen.
Irgendwann kommt der Bericht auch hier rein - nicht vom Trouble shooten, aber von Insekten, Landschaften, Saeugetieren und natuerlich Voegeln.
Liebe Gruesse aus dem nicht so sonnigen Kenia
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ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200717. Juni 2015 · #407
Hoi Elvira
Aga Khan wie auch das Nairobi Spital haben sehr gute Aerzte. Ich war vor Jahren im Nairobi Spital und alles lief super. War sogar oft spassig, trotz Operationsschmerzen.
Wir haben wie gesagt auch die besten Erfahrungen gemacht. Über Kenia kann man sagen, was man will, aber die medizinische Versorgung in Nairobi ist schon absolute Spitze.
Ich habe gejagt, 1700 Bilder wollen Aufmerksamkeit. Etliche sind schon geloescht, da das Wetter oft diesig war. Ein paar sind schon auf FB und am Bericht habe ich "bereits" einen Tag geschafft. Dies das Ergebnis von 3 Wochen in Kenia und Tansania auf Safari. Der Rest war hin und her jetten, um eine sehr wechselhafte Anforderungen zu frieden zu stellen.
Ui, 1700 Bilder mach ich in vier Monaten! 😮 Bin halt ziemlich faul und fotografiere manchmal tagelang überhaupt nicht. 😊
Irgendwann kommt der Bericht auch hier rein - nicht vom Trouble shooten, aber von Insekten, Landschaften, Saeugetieren und natuerlich Voegeln.
Auf deinen Bericht bin ich sehr gespannt und freue mich jetzt schon darauf. 🙂
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200718. Juni 2015 · #408
Azee Gästehaus, Nairobi, 26. Januar 2015 Nach dem Frühstück marschiere ich wieder mit Todesverachtung auf dem fussgängerfeindlichen Weglein ins Spital zu Toni. Seine Tasche habe ich mit dabei, damit wir für morgen schon mal ein paar Sachen einpacken können.
Links der Start meines täglichen Fussweges vom Gästehaus zum Spital
Als Toni mit dem Rollstuhl zur Therapie abgeholt wird, gehe ich in der Zwischenzeit kurz raus, um den Spital-Frisörsalon zu suchen, wo ich hoffentlich endlich eine Nagelfeile finde. Und tatsächlich!!! 🤩 Die haben eine im Angebot!!! 🤩 Ah, endlich, endlich!!! 🙂 Da fährt man mit dem Taxi wegen einer blöden Nagelfeile stundenlang durch Nairobi um sie dann zu verlieren 😠 , und dabei gibt es die Dinger auf dem Spitalareal zu kaufen, na bravo. Während ich mich zur nächsten Parkbank begebe um meine ausgefransten Fingernägel zu feilen, kommt Albert, mein Taxifahrer daher und erzählt mir ganz aufgeregt, dass er meine Nagelfeile in seinem Fahrzeug gefunden habe 😁 . Ich zeig ihm meine Neue und sag ihm, dass er die Alte als Andenken an mich behalten dürfe 😁 . Bei der Gelegenheit bestell ich ihn gleich für morgen um 11.00 Uhr zum Gästehaus, wo er mich mitsamt meinem Gepäck abholen und zum Spital bringen kann.
Im Fitnessraum, finde ich Toni etwas blass und verdattert auf einer Liege vor 🙄 . Er sei während einer Übung gestürzt, habe sich aber glücklicherweise nicht weh getan. Das sei so schnell gegangen, dass der Therapeut keine Zeit mehr gehabt habe, ihn aufzufangen 🙁 . Nun möchte er nur noch in sein Zimmer.
Aussicht von Tonis Zimmer
Das wirklich hervorragend schmeckende Mittagessen nehmen wir gemeinsam ein, das heisst, Toni isst ein bisschen und ich nehm den Rest 😛 .
Nach der Arztvisite äußert Toni den Wunsch, wieder mal richtig zu duschen. Schliesslich ist sein Zimmer mit einer modernen, behindertengerechten Dusche ausgestattet. Beim Gehen ist er schon sehr unsicher, aber mit Hilfe der Pflegerin und mir schafft er die paar Schritte dort hin, wo er sich an verschiedenen Griffen festhalten kann. Als die Pflegerin sieht, dass ich mich ausziehe 🙄 - ich möchte ja keine nassen Klamotten kriegen 😗 - kommt sie mit einem monströsen, blütenweissen Bademantel daher und verlangt, dass ich den anziehe. Es gibt keine Widerrede 😠 . Also zieh ich ihn halt dem Frieden zuliebe an. Kaum ist sie endlich vor der Tür - was einiger Überzeugungskünste bedarf - zieh ich den Bademantel wieder aus 😛 , entkleide Toni, seife ihn von Kopf bis Fuss gründlich ein, dusche ihn schön ab und nach dem Abtrocknen helfe ich ihm ins Bett und creme ich ihn - verfolgt von den argwöhnischen Blicken der Pflegerin 😵 - tüchtig ein. Er hat nämlich vom Spital eine ganze Pfundbüchse nach Petrol riechende Pflegecrème mit seinem persönlichen Namen drauf auf dem Nachttisch stehen.
Toni frisch geduscht und blitzsauber mit der Spitalhose, Einheitsgrösse XXXXXL 🤩 . Halt leider wieder nur mit dem Handy aufgenommen, da ich meine Kamera nicht auch noch mit mir rumschleppen wollte. Aber ich liebe dieses Bild trotzdem sehr 😘 .
Nachdem der Therapeut schon wieder parat steht um Toni abzuholen, verabschiede ich mich und nehme zum letzten Mal dieses verhasste Weglein zur Pension unter die Füsse. Morgen werde ich von Albert gefahren 🙂 . Oh Mann, bin ich froh 🙂 .
Leider haben wir nun keinen Strom in der Unterkunft, was bedeutet, dass das Internet nicht funktioniert 😐 . Nach zwei Stunden ist er aber glücklicherweise wieder da, sodass ich meine E-Mails abrufen kann. Der TCS meldet, dass uns die Bodenambulanz morgen um ca. 18 Uhr vom Spital abholen und zum Jomo Kenyatta Flughafen bringen werde 🙂 . Ausserdem erfahre ich, in welches Spital Toni nach unserer Ankunft in der Schweiz gebracht wird.
Später ruft nochmals jemand an um zu fragen, ob unser Fahrzeug ebenfalls nach Hause geschafft werden müsse 😮 . Ich schlucke kurz, überlege zwei Sekunden und sage NEIN, das Auto bleibt in Afrika. Vielleicht hab ich mit dieser Antwort ein Eigentor geschossen 😕 , denn so billig würden wir unseren Wagen nie mehr zurück in die Schweiz bringen können. Aber der Gedanke, nie mehr damit in Afrika rumzureisen, ist für mich einfach unerträglich 🙁 🙁 🙁 .
Nur noch einmal schlafen und dann geht‘s endlich nach Hause. 😁
Applegreen1'796 Beiträge · seit 201418. Juni 2015 · #409
Liebe Erika,
ich oute mich jetzt mal als stille Mitleserin. 😎
Bin ich froh, dass es für Euch beide nun nach Hause geht! Ich habe allergrößten Respekt wie Du mit dieser doch sehr schwierigen Situation umgegangen bist und trotz allem einen klaren Kopf behalten hast!
Ich wünsche Toni weiterhin gute Besserung und Euch noch viele schöne Reisen!
Danke aber auch für die vielen schönen Bilder und Eindrücke, die in mir einige Erinnerungen haben aufleben lassen. Kenya ist meine "erste große Liebe" was das Reisen nach Afrika betrifft 😁
Leider bekomme ich meinen Mann aufgrund der derzeitigen Situation nicht mehr in diese Ecke 🙁 Aber ich hoffe sehr, dass wir eines Tages nochmal wiederkommen werden.
........hoffnungslos verstopftes Nairobi, es wird immer schlimmer.... 😈 😈
die Strasse um "Dein " Guesthouse scheint als Schleichweg zu funktionieren.....
wenn denn überhaupt...... 🙁 🙁 🙁
Schon vor Jahren beschränkte sich unser Weg in NBI auf das Minimum..........
JKA - Nairobi Serena Hotel - Wilson Airport und bereits das war eine
Zumutung...... 🙁 🙁 🙁
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200718. Juni 2015 · #411
Liebe Applegreen, du schriebst:
ich oute mich jetzt mal als stille Mitleserin. 😎
Nett von dir, dass du dich outest, danke 🙂 🙂 🙂
Bin ich froh, dass es für Euch beide nun nach Hause geht! Ich habe allergrößten Respekt wie Du mit dieser doch sehr schwierigen Situation umgegangen bist und trotz allem einen klaren Kopf behalten hast!
Ich bin auch seeeehr froh, dass es bald nach Hause geht 🙁 . So machte es wirklich keinen Spass und ich müsste den ganzen Stress nicht nochmal haben 🙁 . Ich musste aber ganz einfach funktionieren, es blieb mir ja gar nichts anderes übrig. 😐
Danke aber auch für die vielen schönen Bilder und Eindrücke, die in mir einige Erinnerungen haben aufleben lassen. Kenya ist meine "erste große Liebe" was das Reisen nach Afrika betrifft :cheer
Naja, die Bilder waren in diesem speziellen Fall eigentlich nicht die Hauptsache, sondern nur ein wenig zur Auflockerung gedacht.
Leider bekomme ich meinen Mann aufgrund der derzeitigen Situation nicht mehr in diese Ecke 🙁 Aber ich hoffe sehr, dass wir eines Tages nochmal wiederkommen werden.
Ich finde, dass gerade jetzt Kenia eine Reise wert ist, da überhaupt nicht überlaufen. Wir werden so bald wie möglich wieder dorthin zurückkehren.
Hoi lieber BMW, du schriebst:
.......hoffnungslos verstopftes Nairobi, es wird immer schlimmer.... 😈 😈
die Strasse um "Dein " Guesthouse scheint als Schleichweg zu funktionieren.....
wenn denn überhaupt...... 🙁 🙁 🙁
Schon vor Jahren beschränkte sich unser Weg in NBI auf das Minmum:
JKA - Nairobi Serena Hotel - Wilson Airport und bereits das war eine
Zumutung...... 🙁 🙁 🙁
Ja, hoffnungslos verstopfte Strassen, egal wo, aber es gibt schon noch unkonventionelle Möglichkeiten, les einfach mein nächstes Kapitel.
Hallo Erika ! Nun melde ich mich endlich auch einmal, nachdem ich deine/eure spannende Leidensgeschichte sehr interessiert, aber kommentarlos verfolgt habe. Ich sitze gerade im Heathrow Airport auf dem Weg nach Südafrika und hoffe, meinen Land Cruiser Ende Juli neben oder nah eurem Puch parken zu können. Dein/euer Endschluss, den Wagen in Afrika zu belassen, ist sehr weise; so habe ich die Hoffnung, euch beide irgendwann in Arusha oder sonstwo im ostafrikanischen Bundu persönlich kennenzulernen und mich 'feucht' für den Tip zum 'Parken in Arusha' bedanken zu können.
Gruss Fips
P.S. Ich habe ausschliesslich deinen Trip-Report gelesen (*), habe aber jetzt auch die letzten Leserkommentare gesehen; daher möchte ich mich anschliessen: 1. Super 'HANDLED' ! 2. Jetzt warte ich auf Toni's vollständige Genesung (wie viele andere auch) !!!
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200720. Juni 2015 · #413
Hallo Fips
Nett von dir, dass du dich meldest und danke für die netten Worte. 🙂 🙂 🙂 Schön, dass es mit dem Einstellplatz für dein Fahrzeug in Arusha geklappt hat. Es wird dir dort prima gefallen . Bitte geb unserem Puch einen lieben Klaps auf den Hintern und sag ihm, dass wir im Dezember wiederkommen und lass auch Maria und Manfred ganz herzlich von uns grüssen.
Dir wünsche ich eine tolle Reise und kann ja schon sein, dass wir uns mal über den Weg fahren. Afrika ist klein.
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200720. Juni 2015 · #414
Rückflug von Nairobi in die Schweiz, 27. Januar 2015 Obwohl ich meinen Taxifahrer Albert erst auf 11 Uhr bestellt habe, bin ich zeitig auf. Geschlafen habe ich vor lauter Vorfreude nur sehr wenig. Nach dem Duschen packe ich alles zusammen und gehe frühstücken.
Da ich‘s kaum erwarten kann, von hier wegzukommen, bin ich schon viel zu früh fertig und schlage mir irgendwie die Zeit um die Ohren.
Das Azee Gästehaus, meine Unterkunft für vier endlos lange Nächte.
Strelitzie
Pünktlich um 11 Uhr trifft Albert mit dem Taxi ein. Die Fahrt durch den Stossverkehr zum Spital dauert viel länger, als wenn ich zu Fuss gegangen wäre 🤨 . Da ich ja nun meine Kamera dabei habe, mache ich vom Fahrzeug aus ein paar Fotos vom Aga Khan Hospital, wo Toni nun bereits seit dem 16. Januar liegt.
Das Aga Khan University Hospital, Nairobi 🙂
Dass ich das Spital fotografiert habe, ist nicht unentdeckt geblieben 😮 , denn bei der Einfahrt aufs Gelände kriege ich von einem Sicherheitsmann einen strengen Rüffel 😵 . Das Fotografieren des Spitals sei strengstens verboten, sagt er. Naja, ich nehm das nicht so ernst, aber Albert ist‘s irgendwie peinlich 😊 . Ich sage dem Sicherheitsfritzen, dass auf dem gesamten Spitalareal an jeder Ecke Rauchverbotstafeln angebracht seien - was mich eh nervt 😠 , da ich ja Raucherin bin - aber von einem Fotografierverbot hätte ich nirgends was gesehen. Kann ja sein, dass er sich nur etwas wichtig machen wollte 😏 .
Albert hilft mir, den schweren Koffer zu tragen. Am Gebäudeeingang wird mein gesamtes Gepäck inkl. Handrolli und Handtasche genau kontrolliert und nachdem man keine Bombe darin gefunden hat 😎 , bringt mich Albert bis vor Tonis Zimmer. Danke Albert und immer schön an mich denken, wenn du deine Fingernägel feilst 😄 .
Toni und ich schlagen uns nun die Zeit mit Quasseln tot, denn es ist ja noch lange nicht 18 Uhr. Nach und nach kommen die Ärzte und das Pflegepersonal, die sich so super um Toni gekümmert hatten um sich von uns zu verabschieden. Und falls es euch interessiert - es ist kein einziger Europäer darunter. Weder Toni noch ich haben in diesem Spital je einen europäischen Arzt gesehen. Es funktioniert also auch ohne 🙂 - um das mal erwähnt zu haben 🙂 . Der Chefarzt und der Neurologe Dr. Hooker zum Beispiel sind Inder, aber es sind auch sehr viele schwarze Ärzte dabei. Wir sind ihnen noch heute sehr dankbar dafür, dass sie das GBS bei Toni so schnell erkannt, und umgehend mit der äusserst wichtigen, aber sehr teuren Immunglobulin-Therapie begonnen haben. Diese Krankheit kann nämlich lebensgefährlich sein, wenn die Hilfe zu spät kommt. Da wir in der Zwischenzeit mit mehreren Betroffenen Kontakt hatten, wissen wir, dass das nicht selbstverständlich ist und dass bei ihnen bis zur richtigen Diagnose oft wertvolle Zeit verloren gegangen war.
Der Therapeut holt Toni ein letztes Mal ab, um mit ihm im Fitnessraum einige Kraftübungen zu machen.
Hier der Schaumstoffball 🙂 , den Dr. Hooker Toni geschenkt hat 😁 , damit er seine Handmuskeln trainieren kann. Toni hat vorläufig noch keine Chance, den Ball nur ansatzweise zusammenzudrücken 🤨 .
Die Zeit vergeht sehr schleppend, aber die vereinbarte Abholzeit 18 Uhr rückt trotzdem immer näher. Um 19 Uhr erkundige ich mich, ob man uns vergessen habe 😕 , aber es heisst, dass wir uns keine Sorgen machen müssen, der Krankenwagen sei bereits unterwegs. Endlich, kurz nach 20 Uhr betreten eine Ärztin und ein Arzt von Amref Health Africa das Zimmer. Toni wird umgebettet und zusammen mit unserem Gepäck und mir in den bereitstehenden Krankenwagen gebracht. Jetzt wird‘s dann langsam knapp, da der Ambulanzjet ja für 22 Uhr erwartet wird und wir erfahrungsgemäss für die Fahrt zum Flughafen mindestens zwei Stunden einplanen müssen.
Die zwei Ärzte sitzen hinten im Krankenwagen bei Toni und ich darf neben dem Fahrer Platz nehmen 🙂 . Der Kerl mit dem mächtigen Unterkiefer fährt ganz anständig und gesittet aus dem Spitalgelände, biegt links auf die Hauptstrasse ab und nach ein paar Metern grinst er mich an, drückt auf einen Knopf, die Sirene heult und dann gibt er Gas 🤩 und fährt wie ein Irrer durch Nairobi in Richtung Jomo Kenyatta International Airport 🙂 . Dabei spielt es ihm keine Rolle, auf welcher Strassenseite er fährt. Wenn es ihm zu langsam geht, überquert er kurzerhand die Grünflächen 🤩 und rast als Geisterfahrer auf der Gegenseite weiter 🤩 . Dabei verstellt er je nach Dringlichkeitsstufe immer wieder den Sirenenton. Ein paar Mal fährt er auch auf Gehwegen 😄 neben der Fahrbahn und verscheucht mit lautem Sirenengeheul die verschreckten Fussgänger, die entsetzt auf alle Seiten auseinanderstieben 😮 . Als er dann noch von der verkehrten Seite in einen Kreisel fährt, erwischt er fast einen Polizisten 😣 , der krampfhaft und verzweifelt versucht, ein wenig Ordnung ins Chaos zu bringen. Ab und zu schaut er grinsend zu mir rüber und ich grinse zurück 🙂 . Ja, ich gebe ehrlich zu, dass mir diese Fahrt richtig Spass macht 😎 . Durch ein kleines Fenster kann ich Toni sehen, der gut angebunden auf der Bahre liegt, mit dem Arzt plaudert und gar nicht so richtig mitkriegt, was da so vor sich geht. Die Ärztin studiert abwechslungsweise Tonis Krankendossier oder spielt mit ihrem Handy.
Nach einer Rekordzeit erreichen wir, nachdem der Wahnsinnige einfach laut gestikulierend zwei Sicherheitsschranken umfährt 😵 , das Flughafengelände. Eine Betreuerin vom Amref steigt zu und verlangt unsere Pässe. Ein Stück weiter halten wir nochmals an und die Betreuerin geht mit mir zur Passkontrolle, wobei sie erst ihre Schuhe ausziehen und aufs Band legen muss 😏 . Sie schildert dem Beamten unseren Fall, wobei ich außer „Private Jet“ nichts weiter verstehe, aber das reicht für eine Spezialbehandlung seitens des Beamten 😁 . Er stempelt umgehend unsere Pässe ab und kommt dann noch mit zum Ambulanzfahrzeug, wo er Toni gute Besserung und schönen Heimflug wünscht und ein wenig mit den Äzten plaudert.
Seit unserer Abfahrt im Spital ist nun genau eine Stunde vergangen und wir sind bereits abgefertigt 😮 . Meine Taxifahrt mit Julius bei meiner Ankunft in Nairobi dauerte bei der selben Strecke damals gut zwei Stunden - und das auf Schleichwegen.
Nun rollen wir zu einer Einfahrt, die extra für uns von einem Sicherheitsmann aufgeschlossen wird und parkieren zwischen ein paar Flugzeugen, um auf den Rega-Jet zu warten. Es dauert nicht lange, bis die Meldung kommt, dass der Flieger in ca. 15 Minuten landen werde, was dann auch stimmmt 🙂 🙂 🙂 . Zuerst wird er aufgetankt und dann kriegen wir grünes Licht und fahren direkt neben die Challenger.
Ich bin schon etwas gerührt und muss mir die Tränen verkneifen 😐 . Rega steht in grossen Buchstaben drauf, Swiss Air-Ambulance und ein grosses, rotes Schweizer Kreuz. Ein Stück Heimat. Die Retter sind angekommen. Bald werden wir daheim sein. Auch Toni ist sichtlich ergriffen und freut sich ungemein.
Kurz darauf kommen eine Rega-Ärztin und eine Krankenpflegerin ins Ambulanzfahrzeug um sich vorzustellen und hallo zu sagen. Die Amref-Ärzte übergeben ihnen Tonis Krankendossier inkl. Röntgenbilder und eine grosse Tüte verschiedene Medikamente als „Wegzehrung“. Auch die vier Piloten stellen sich uns vor und begrüssen uns sehr herzlich. Sie kommen mit einer Patientin direkt aus Sri Lanka und haben nun noch den Umweg über Nairobi gemacht um uns mitzunehmen.
Toni wird auf eine andere Liege umgebettet, gut angebunden und über eine Rampe in den Jet verfrachtet. Dann wird er mit Sauerstoff versorgt und an verschiedene Überwachungsgeräte angeschlossen.
Gegenüber liegt die Patientin aus Sri Lanka mit angebrochenem Genick. Sie ist so fixiert, dass sie sich nicht bewegen kann. Eine grosse Welle hat sie scheints erfasst und mit voller Wucht an Land geschleudert. Ihr Mann sitzt auch im Flugzeug.
Um 23.30 Uhr hebt der Ambulanzjet der Rega ab.
Ich bin traurig und erleichtert zugleich. 🙁 🙁 🙁 🙂 🙂 🙂 Auf Wiedersehen Kenia.
Tomcat1'155 Beiträge · seit 200620. Juni 2015 · #415
Hallo Erika...ich hatte auch einmal etwas Zeit im Bericht zu lesen.
Es gibt schon heimtückisches Zeugs 😕 und ich glaube (hoffe..) so viel Pech kann man nur einmal haben..und wie ich sehe fliegt die "Swiss Air" ..immer noch 🙂 ... und die nächste Reise kommt bestimmt...Kenia ist ja -im Vergleich mit RSA- quasi gleich um die Ecke... 😎 lg tom
„Ich bin schon etwas gerührt und muss mir die Tränen verkneifen“
Ich konnte sie mir nicht verkneifen!
„Ja, ich gebe ehrlich zu, dass mir diese Fahrt richtig Spass macht .“
Sehr mitfühlend, dass dir der Ambulanzfahrer zum Abschied noch eine Achterbahnfahrt durch den kenianischen Verkehr zur Aufheiterung spendiert hat! Das stählt das Nervenkostüm zusätzlich.
Herzlichen Dank und liebe Grüße Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
Champagner8'672 Beiträge · seit 201021. Juni 2015 · #418
Guten Morgen Erika,
was für ein Abschluss eurer Reise - und ja, die Rührung konnte ich nachvollziehen (wo ist hier der Smiley mit den Tränen???). So gut Ihr versorgt wart - aber bei so etwas zieht es einen dann doch wieder nach Hause und ich finde es alleine beim Lesen schon sehr berührend, wie die Rega und die sonstigen Beteiligten sich um Euch gekümmert haben.... Ich habe immer so ein Bild im Kopf, dass die ganzen Versicherungen, die man hat, nur ein Fake sind und es immer tausende Gründe gibt, warum genau das, was einem passiert, gerade NICHT versichert ist 😕 - scheint aber wohl doch nicht so zu sein 🙂 .
Nun bin ich sehr gespannt, wie es Toni geht, wenn wir uns in 2 Wochen sehen - bis dahin alle Gute und vielen Dank für deinen .....ja was soll ich schreiben??.....schönen, interessanten, bewegenden... Bericht!
nun Schwein gehabt, hier reagieren sie total sauer, wenn man Polizeigebaeude, Armee, teils Bruecken, oeffentliche Gebaeude fotografiert. Es kann sogar in Gefaengnis ausarten....
Aber ich bin so froh fuer Euch, dass am Ende doch alles den Umstaenden entsprechend gut ausging.
Die Ambulanzfahrer bewundere ich des oefteren! Die wedeln durch den unzivilizierten Verkehr, wobei viele nicht mal Platz machen. Sie riskieren oft viel, doch hoert man nicht, dass sie in Unfaelle verwickelt sind.
Ich hoffe, Toni hat sich nun total erholt und wer weiss, das naechste Mal treffen wir uns vielleicht. Du haettest mich auch anrufen koennen und ich waere Dir beigestanden. Ich wohn ja nicht so weit von Nairobi weg, nur in einer etwas ruhigeren Ecke von den staendig hupenden Matatus abgesehen.
Liebe Gruesse Elvira
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Elvira Wolfer
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ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200721. Juni 2015 · #420
Hallo zusammen
Tomcat schrieb:
Es gibt schon heimtückisches Zeugs 😕 und ich glaube (hoffe..) so viel Pech kann man nur einmal haben..und wie ich sehe fliegt die "Swiss Air" ..immer noch 🙂
Wir hoffen auch, dass wir wirklich nie mehr im Leben so ein Pech haben werden! 😠 Ja, wenn man das Wort „Ambulance“ weglässt, fliegt die Swissair tatsächlich immer noch 😉
... und die nächste Reise kommt bestimmt...Kenia ist ja -im Vergleich mit RSA- quasi gleich um die Ecke... 😎
Man sollte die Hoffnung niemals aufgeben. Das wird schon wieder. Wir sind sehr zuversichtlich. 🙂
BMW schrieb:
......der "Ambulanzfahrer" hat wohl eine heimliche Rekordzeitliste, die er mit Dir noch einmal mehr unterbieten wollte 😄 😄 😄 kann mir sein schelmisches breites Lachen gerade bildlich Deiner Schilderung nach vor- stellen.... 😄 😄 😄
Ich schäme mich fast, es zuzugeben, aber der Ambulanzfahrer war mir äusserst sympathisch 😊 , obwohl er natürlich seine Position schamlos ausgenutzt hat 😁 .
SPITAL: .......eigentlich bevorzuge ich das private NAIROBI HOSPITAL.....aber: ich ziehe meinen Hut respektvoll vor der Leistung dieser Ärzte........
Das Nairobi Hospital soll wirklich auch sehr gut sein, aber wir wüssten ehrlich gesagt nicht, was man im Aga Khan Hospital hätte besser machen können. Da hat einfach alles gestimmt.
Butterblume schrieb:
„Ich bin schon etwas gerührt und muss mir die Tränen verkneifen“ Ich konnte sie mir nicht verkneifen!
Ach was, ist ja schlussendlich alles gut gegangen. 🙂
„Ja, ich gebe ehrlich zu, dass mir diese Fahrt richtig Spass macht .“ Sehr mitfühlend, dass dir der Ambulanzfahrer zum Abschied noch eine Achterbahnfahrt durch den kenianischen Verkehr zur Aufheiterung spendiert hat! Das stählt das Nervenkostüm zusätzlich.
Du hättest ihn sehen sollen, der war einfach umwerfend 😄 ! Schade, dass man ihn mit dem Fahrzeug nicht als Taxifahrer mieten kann 🤩 .
Champagner schrieb:
was für ein Abschluss eurer Reise - und ja, die Rührung konnte ich nachvollziehen (wo ist hier der Smiley mit den Tränen???). So gut Ihr versorgt wart - aber bei so etwas zieht es einen dann doch wieder nach Hause und ich finde es alleine beim Lesen schon sehr berührend, wie die Rega und die sonstigen Beteiligten sich um Euch gekümmert haben....
Die Betreuung durch den TCS und die Rega war einfach einmalig. Da hat gar alles funktioniert. Fast wäre ich versucht zu sagen „Schweizer Präzision“, wenn da nicht auch noch die kenianische Amref mit beteiligt gewesen wäre, die ebenso hervorragende Arbeit geleistet hat.
Ich habe immer so ein Bild im Kopf, dass die ganzen Versicherungen, die man hat, nur ein Fake sind und es immer tausende Gründe gibt, warum genau das, was einem passiert, gerade NICHT versichert ist 😕 - scheint aber wohl doch nicht so zu sein 🙂 .
Wir gehören zu den Leuten, die eher unterversichert sind 😊 , aber in diesem Fall hatten wir scheinbar genau die richtige Versicherung abgeschlossen.