fotomatteThemenstarter2'513 Beiträge · seit 200912. Feb. 2015 · #81
Hallo Clax-Claudia, ich hatte dich schon fast a bissle vermisst... 😎
02.Januar 2015 :
Nach einem nochmaligen Besuch bei den Falls packen wir zusammen, denn wir haben heute wieder eine längere Strecke zu fahren. Es geht ein kurzes Stück zurück bis Alheit, und dann nehmen wir die N 14 in westlicher Richtung unter die Räder. Entlang der Strasse sitzen viele Zwergfalken auf den Leitungsmasten. Über Pofadder, hier tanken wir und ziehen Kaltgetränke, alleine schon wegen dem verheissungsvollen Namen, und Springbok geht die Fahrt.
Hier wird es langsam etwas bergiger, und nun Richtung Nordwest haltend geht es weiter bis zum Grenzübergang Vioolsdrif / Noordoewer. Während die Abfertigung auf südafrikanischer Seite kompetent, schnell und freundlich vonstatten geht, ist die Einreise nach Namibia so ziemlich das Gegenteil dessen. Mürrische Beamte, die ob des Andrangs auch ziemlich überfordert scheinen, verrichten hier ihren "Dienst". Naja, ich glaube nicht, dass sich die Damen und Herren wirklich als Dienstleister verstehen, aber irgendwann sind wir dann doch durch, und wir biegen gleich nach der Grenze ab auf die C 13. Nach weiteren zehn Kilometern haben wir unser Ziel, das Camp von Felix Unite River Adventures, erreicht.
Hier sortieren wir dann unseren Krempel für die nächsten dreieinhalb Tage aus, denn solange werden wir ab morgen in Kanus auf dem Oranje Rivier unterwegs sein. Alles, was nicht gebraucht wird, oder was mir zu kostbar erscheint-wie etwa meine Lumix FZ 200- kommt hier im Camp in Verwahrung, der Rest wird in grosse Eimer verpackt.
Um 17.00 Uhr stellen sich unsere Guides vor, sie bereiten dann auch das sehr üppige Abendessen zu, und geben uns eine Einweisung in die bevorstehenden Tage, besonders natürlich, wie wir uns in den diversen Rapids zu verhalten haben, welche wir im Laufe des Trips zu durchfahren haben. Da werden dann manche Teilnehmer schon etwas ruhiger. 🤢
Übersichtskarte. Vom Main Camp fahren wir bis nach Aussenkehr, immer entlang der nordöstlichen Grenze des Richtersveld NP.
Satelittenaufnahme mit den benamsten Rapids
Und mit der letzten Aufnahme, die ich mit der "grossen" Kamera gemacht habe, bevor sie unter Verschluss kam, stimme ich auf den kommenden Tag ein.
Sonnenaufgang über dem Oranje
Die nächsten Bilder sind dann mit der kleinen Hosentaschenknipse entstanden. Die gibt´s dann morgen,
Topobär5'479 Beiträge · seit 200913. Feb. 2015 · #82
Jetzt wird's interessant. So eine Paddeltour steht auch schon seit langem auf meiner ToDo-Liste.
Geht das nur mit Guide oder kann man sich auch einfach nur ein Kanu leihen? Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wofür ich auf dem Oranje einen Guide brauche.
Wow paddeln auf dem Oranje - dafür würd ich ja auch noch mal ins Boot steigen. Mir geht's da aber ähnlich wie Topo 😗 auf nen Guide könnte ich dabei verzichten 😉 (gelernt ist gelernt)
Gespannte Grüße Claudia (da bin ich ja genau richtig zu gestiegen 😄 )
fotomatteThemenstarter2'513 Beiträge · seit 200913. Feb. 2015 · #84
Hi Topo, hallo Clax,
soweit ich weiss, könnt ihr dort nur via gebuchter Tour auf dem Oranje rumpaddeln, denn Felix Unite ist der Lizenznehmer- oder wie das heisst- und gestattet nur Tagestouren auf eigene Faust. Dazu kann man die Boote vor Ort mieten. Schaut euch mal die Homepage dazu an.
Was allerdings passieren würde, wenn ihr einfach so daher gepaddelt kommt, weiss ich nicht. Aber wo wollt ihr einsetzen?? Ist alles entweder Privatland, oder NP oder vergleichbares Reserve, beiderseits des Oranje. Und wie wollt ihr- inklusive der eigenen Boote- wieder zurück zu eurem Auto kommen? Dafür braucht´s mindestens einen Pick-Up, wenn nicht gar einen Trailer.
Und jo, wenn man bikkie Erfahrung im Paddeln hat, kommt man die Rapids auch alleine runter, ich fand´s aber schon entspannter so, von den Guides gebrieft zu werden. Denn meine Kanutrips in Alaska und Canada liegen schon über fünfundzwanzig Jahre zurück....
Generell : mein Urlaubserlebnis, zumal in einer achtköpfigen (inklusive dreier Teenies) Gruppe, sollte mehr dem entspannten Naturerleben dienen, denn einem abenteuerlastigen Outdoortrip--dafür würde ich mir ein anderes Terrain aussuchen. Und genau das haben wir auch erfahren--ein entspanntes, dahingleitendes Naturerleben. Von daher war´s für mich absolut Okay, soviel vorneweg.
Bin schon gespannt wie es weiter geht. Jetzt geht`s richtig los. Hi, hi. Danke für Deinen schönen Bericht und die tollen Bilder. Liebe Grüße Diana Ach und übrigens, wie haben damals eine Kapkobra in einem Webervogelnest genau vor uns gehabt. Einmalig tolles Erlebnis.
fotomatteThemenstarter2'513 Beiträge · seit 200913. Feb. 2015 · #86
03.Januar :
Die Gruppe besteht nicht nur aus uns vier Deutschländern und den Namib-Farmern, sondern es sind noch zwei weitere Familien aus Windhoek sowie einige Südafrikaner mit von der Partie. So sind wir insgesamt inklusive der sechs Guides, die jeweils solo in einem Boot sitzen, über zwanzig Kanus.
endlich unterwegs
Meine anfänglichen Bedenken, ob das wohl gut gehen und gesittet ablaufen kann, angesichts einer doch nicht gerade exklusiv kleinen Gruppe, erweisen sich aber als weitgehend unbegründet, denn sobald die Truppe endlich auf dem Wasser ist, zieht sich die Meute schnell auseinander. Man kann also, wenn man sich nicht gerade einbildet, beim ambitionierten Spitzenteam mitfahren zu wollen, durchaus in seinem eigenen Tempo dahin gleiten, seinen Gedanken nachhängen und diese grandiose Wüstenlandschaft, die wir ja durchfahren, auf sich wirken lassen.
Mittagspause
über lange Strecken wirkt der Oranje wie ein ruhiger, lang gezogener See
Badepause
wie krass ist das denn? Man paddelt durch die Wüste
Guide Zach zeigt, wie´s geht. Völlig tiefenentspannt nimmt er die ersten, leichteren Schnellen
noch´n Guide
Wir erreichen eine lang gezogene Sandbank, und legen an. Hier werden wir die erste Nacht zubringen. Einige der Südafrikaner haben sich ein Zelt mitgenommen, wir verzichten darauf und legen uns einfach mit dem Schlafsack auf die Isomatte, mit direktem Blick in den unglaublichen und durch keinerlei Kunstlicht verfälschten Sternenhimmel ( wenn da nicht dieser monsterhelle Fastvollmond wäre ).
erstes Nachtlager
Da sich die Guides um Alles kümmern, sei es die Zubereitung eines Drei-Gänge-Menüs, sei es das Aufstellen grosser Sonnensegel oder das Installieren eines Outdoorklos, bleibt jede Menge Zeit, um im Fluss schwimmen zu gehen--dankenswerterweise gibt es im Oranje ja weder Krokodile noch Flusspferde-- oder zu fotografieren, oder einfach nur da zu sitzen und ein kaltes Getränk zu sich zu nehmen. Jedenfalls ein ziemlich relaxter Start in das Neue Jahr.
speed66751 Beiträge · seit 201114. Feb. 2015 · #87
Hallo,
mein erster Gedanke, als du die Etappe angekündigt hast incl. der Rapids war: "ich steig aus und bleibe einfach die 3 Tage im Camp"...Nun ging es so schnell weiter, dass ich sitzen geblieben bin und - was soll ich sagen- die Fahrt ist ja ein reiner Genuss!
Herrliche Bilder, Wüste mit Baden kombiniert...genial! Freu mich auf mehr und Danke fürs Berichten, LG, Nette
Guggu2'261 Beiträge · seit 201114. Feb. 2015 · #88
Hallo Matthias,
traumhaft schöner Abschnitt der Märchen-Reise. 🙂 Ich wäre gerne mit gepaddelt.
fotomatteThemenstarter2'513 Beiträge · seit 200916. Feb. 2015 · #89
04. und 05. Januar :
Da ich nur relativ selten den Foto aus seiner wasserdichten Verpackung rausgeholt habe, fasse ich die beiden auf dem Fluss zugebrachten Tage zusammen.
Wir werden Rapids mit solchen Namen wie "Rollercoaster", "KingKong", "Dead Man´s Rapid" oder "Sjambok" durchfahren. Und diejenigen, die es nicht trocken und aufrechten Bootes geschafft haben, müssen halt durchschwimmen, was aber dank Schwimmweste auch kein Problem war, das Wasser jedenfalls war ja warm. Dazu haben wir extra an einer gemässigten Schnelle die Boote verlassen und sind ein paar Mal durch geschwommen, d.h. man hat sich treibenlassen mit möglichst angewinkelten Beinen, um nicht einen der vielen Felsen unter der Wasserlinie zu "küssen".
Diese versteckt unter der Oberfläche lauernden Felsen haben dann auch zwei Boote gekillt, eines musste ausgetauscht werden, ein anderes konnte behelfsmässig wieder geflickt werden.
in den Rapids
die meisten Passagen aber sind sehr ruhig
Vollmonduntergang
das zweite Nachtlager
Morgenidyll
Goliathreiher
Graureiher
drittes Nachtlager
der sich spiegelnde Vollmond verleitet wiederum zu ein paar Fotis.
Feldküche
Im nächsten Kapitel stelle ich die Guides vor, die wirklich ein tolles Team waren, und die den Trip für eine so grosse, nicht gerade homogene Truppe ( was die Erfahrung mit Kanufahren generell und den Rapids speziell angeht ) wirklich souverän gemeistert haben.
....hast Du eventuell noch die Koordinaten der beiden Übernachtungen (ev. nur angenähert...!) am Oranje
während der Tour (und auch noch an welchem Ufer : SA oder Nam Seite)?
ein neugieriger BMW
fotomatteThemenstarter2'513 Beiträge · seit 200916. Feb. 2015 · #91
Hi BMW,
wie sollte ich irgendwelche Koordinaten haben?? Ich war im Urlaub, und da habe ich nie auch nur ´ne Uhr dabei ( na gut, im Auto ist natürlich eine ), geschweige denn so anderes Zeugs, was Strom braucht. Und ein GPS besitze ich nicht.
Gecampt haben wir mal hier, mal da. Wie´s gerade gepasst hat.
Ahoi Matthias, ne echt coole Etappe in noch coolerer Umgebung. Und trotz der großen Gruppe, scheint man sich ja 'zum genießen' ausklinken zu können 😉 sieht auf jeden Fall nach ner gelungenen Tour aus 🤩
Und Du hast natürlich Recht, selber und alleine zu Paddeln wäre eine echte logistische Herausforderung, wenn nicht sogar Stress 😵 und wer will schon im Urlaub Stress haben 😉
piscator1'483 Beiträge · seit 200916. Feb. 2015 · #95
Hallo Mathias, Ich habe eben die Zeit gefunden, deinen Bericht in einem (mit der Sonne) zu lesen, da ich beim Enkelhüten Ruhe habe (Sie schlafen). Ich kann nur sagen, ich bewundere dein "Fotoauge" für die kleinen Dinge. Es hat großen Spaß gemacht. Ich habe das "Gesamtwerk" wirklich genossen.
Gruß und Dank von
Reinhard
fotomatteThemenstarter2'513 Beiträge · seit 200917. Feb. 2015 · #96
Hellau ( und mit dieser fastnachtlichen Anwandlung wollen wir es dann auch belassen),
@piscator : Freut mich, wenn ich dir ein kleines bisschen Freude bereiten konnte.
@Clax : Ja, das war für mich das eigentliche Erlebnis dieser Tour. Diese Steinwüste, fast ohne jeden Bewuchs, mittels eines Kanus zu durchfahren. Und nur manchmal diesen kleinen Streifen Grün beidseits der Ufer. Und wie gesagt : ohne Stress, denn man wird gut gepampert. Das Essen war wirklich sehr gut, reichhaltig und jedes Mal frisch zubereitet.
@BMW : Klar kennen die Guides "ihren" Fluss und wissen, wo man übernachten kann. Aber es gibt einige Plätze zur Auswahl, und welcher Platz dann gewählt wurde, hing von der Gruppengeschwindigkeit ab. Wie ich schrieb : wie es gerade gepasst hat.
fotomatteThemenstarter2'513 Beiträge · seit 200917. Feb. 2015 · #97
06. Januar :
Heute steht nach den Frühstück nur eine kurze Passage, zurück auf die Namibia-Seite, auf dem Plan, und so bleibt Zeit, ein paar Bilder von den Guides zu machen und nochmals eine Runde im Oranje schwimmen zu gehen.
Chief-Guide Syabonga
Zach(arias)
mit "Bessie", einem uralten Bus, werden wir zurück geschaukelt ins Camp, wo vor vier Tagen dieser wunderschöne Ausflug begonnen hat. Nach dem Abladen des Gepäcks und dem ganzen Verstauprozedere in den einzelnen Autos gibt es noch ein gemeinsames Braai, anschliessend werden noch Urkunden ausgeteilt über das erfolgreiche Bestehen eines der letzten grossen Abenteuer auf dieser Welt- die Befahrung des Oranje Riviers. 😊 😵 😎
Nach dem Essen fahren wir das kurze Stück zurück zur B 1, und dann geht es in nördlicher Richtung über Grünau nach Keetmanshoop. Dort suchen wir erstmal den Bahnhof auf, denn ich weiss, dass hier eine Dampflokomotive als Denkmal stehen soll.
die Class 7A mit der SAR-Nummer 1011 wurde schon 1896 bei der Firma Neilson in Glasgow hergestellt und fuhr bis zur Verdieselung anno 1961 in SWA.
sie steht jetzt schon seit einigen Jahren hier aufgestellt vor dem sehr schönen, erst 1928 erbauten Bahnhof
auf den Gleisen rangiert diese bis zur Unkenntlichkeit versiffte sechsachsige Diesellok.
das hübsche Bahnhofsgebäude
Dann fahren wir in die Stadt, um unsere Vorräte zu ergänzen und zu tanken. Anschliessend fahren wir das kurze Stück auf der C 17 bis zum Campground vom "Giant´s Playground". Dort checken wir ein, und besuchen dann noch die zahme Erdmännchen-Truppe, die hinter dem Gehege einer Gepardin wohnen. Aber weder die Surikate noch der Cheetah animieren mich zu Fotos--Tiere gehören einfach nicht hinter einen Zaun.
Im Camp stellen wir die Zelte auf, ausser uns ist nur ein weiteres Fahrzeug da. Hatte es sich seit Grünau immer mehr zugezogen, war es in Keetmanshoop komplett trübe, und ich hatte eigentlich keine Hoffnung auf einen schönen Sonnenuntergang im vielgepriesenen Köcherbaumwald. Aber irgendwie lösten sich pünktlich zum Abend die Wolken mehr und mehr auf, und ich habe mich regelrecht in einen Bilderrausch geschossen. Die Fotos dazu gibt´s demnächst hier in diesem Theater.
tiggi1'558 Beiträge · seit 201117. Feb. 2015 · #98
Hallo Matthias, boah 😄 😏 - ist das eine tolle Tour über den Oranje -super ! Es hat mir ausgesprochen gut gefallen, denn endlich gibt es hier wieder neue Ideen für die ein oder andere Tour durchs südliche Afrika. Vielen Dank dafür
Ihr ward auf dem Giant`s Playgrond. Befindet der sich in der Nähe vom Mesauros Fossil Camp? Kennst du das, welches ist eher zu empfehlen?
fotomatteThemenstarter2'513 Beiträge · seit 200917. Feb. 2015 · #99
Hallo tiggi-Biggi,
das Mesosaurus Camp kenne ich nicht, es wäre noch etwas weiter auf der C 17 gewesen.
Wir haben Giant´s Playground gewählt, weil es da zum Einen die Köcherbäume hat ( gibt´s im Mesosaurus auch ), zum anderen halt den schönen "Landschaftspark" mit den Felsen. Beide Ecken liegen ein bisschen auseinander, man muss also einen kleinen Transfer machen. Aber in beiden Gebieten kann man schön auf angelegten Wegen-oder frei- herumlaufen.
wir sind auch weiter mit dabei und freuen uns über jede neue Etappe deiner Reise. Auch wenn Kanufahren nicht unser Ding ist, hat uns die Landschaft am Oranje sehr gut gefallen. Der Süden ist eben immer einen Besuch wert.